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Chef-Ingenieur verlässt Williams

Der Formel-1-Rennstall Williams muss ab der kommenden Saison ohne Rob Smedley (44) planen. Der leitende Performance-Ingenieur wird die Briten zum Jahresende verlassen, das teilte das Traditionsteam aus Grove am Montag mit.

Smedley war 2014 zu Williams gekommen und prägte zunächst zwei erfolgreiche Jahre mit, an deren Ende jeweils der dritte Rang in der Team-WM stand. Seit 2015 enttäuschte Williams allerdings.

“Nach 20 Jahren in der Formel 1 ist es für mich an der Zeit, mir über neue Schritte Gedanken zu machen”, sagte Smedley: “Ich freue mich zunächst sehr darauf, mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Dann werde ich über neue Möglichkeiten für die Zukunft entscheiden.”

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"Fake News": Ferraris Arrivabene leugnet Streit mit Binotto

Ferraris Teamchef Maurizio Arrivabene (61) dementiert nach dem erneut verpassten Fahrer-Titel in der Formel-1-Weltmeisterschaft Berichte über Spannungen mit Technikchef Mattia Binotto (49).

“Meldungen über einen Streit mit Binotto sind Fake News, die das Ziel haben, Instabilität und Probleme im Team zu schüren. In dieser Saison hat es mehrere Versuche gegeben, die Mannschaft zu destabilisieren”, klagte der Chef von Sebastian Vettel laut Corriere dello Sport.

Laut Medienberichten soll Binotto Angebote von den Konkurrenten Mercedes und Renault erhalten haben. Die Spannungen mit Arrivabene sollen sich nach dem Tod von Ferrari-Präsident Sergio Marchionne im Juli intensiviert und zu einem Machtkampf ausgewachsen haben. Marchionnes Chefposten wurde von Louis Camilleri übernommen.

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Ferrari will WM-Sieg in der Formel 1

Für die kommende Saison, den nächsten Anlauf auf den ersehnten Sieg in der Fahrer-WM, wolle Ferrari sich von niemandem trennen. “Eventuell werden wir aufstocken”, sagte Arrivabene: “Das Team ist gut und kompakt. Ein funktionierender Rennstall braucht keine Revolution, ich bin sowieso eher Freund einer Evolution.”

Zudem will Arrivabene den Druck von Neuzugang Charles Leclerc nehmen, der in der kommenden Saison Kimi Räikkönen ersetzen wird: “Charles muss Erfahrungen sammeln. Von Sebastian Vettel wird er viel lernen.”

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So ungewiss ist Vettels Zukunft bei Ferrari

Das Urteil der italienischen Presse nach Sebastian Vettels enttäuschendem Saisonendspurt mit Ferrari war erbarmungslos: Er sei ein “schwächlicher Pilot, der aus seinen Fehlern nichts lernt”, hieß es in der Gazzetta dello Sport. Nach dem vielversprechenden Saisonauftakt liege die Scuderia inzwischen “in Trümmern”.

Tatsächlich: Bis zur Sommerpause hatte es so ausgesehen, als habe Ferrari Mercedes nach jahrelanger Unterlegenheit endlich überflügelt und wäre reif für den ersten Titel seit 2007.

Doch anschließend unterliefen Vettel und seinem Team Fehler um Fehler. Den Silberpfeilen um Lewis Hamilton wurde der WM-Titel quasi auf dem Silbertablett angeboten. Der Brite griff dankbar zu, feierte in Mexiko seinen fünften Titel und überholte damit nicht nur Vettel, sondern stieg auch endgültig in den Formel-1-Olymp auf.

Vettel will 2019 mit Ferrari angreifen

Hamilton im Himmel, Vettel am Boden. Wie soll es jetzt mit dem einstigen Wunderkind, das sich 2010 mit 23 Jahren zum jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte krönte, weiter gehen?

Vettel stellte schon nach dem USA-GP klar, dass er gewillt ist, die “Trümmer” der zu Ende gehenden Saison zusammenzukehren und 2019 einen neuen Anlauf auf die Krone zu starten.

“Ich bin Teil dieses Teams. Der Geist dieser Mannschaft ist ungebrochen”, hielt der Deutsche zuletzt demonstrativ fest und beteuerte weiter: ”Es ist ja kein fundamentales Problem. Am Ende sieht es deutlich schlechter aus, als es war. Ich denke, dass wir das Potenzial haben. Wir müssen weiter wachsen und lernen. Es gibt eine Menge Sachen, die wir alle und ich selbst im Winter überprüfen sollten.”

Supertalent Leclerc fordert Vettel heraus

Am Ende dieser Überprüfungen könnten jede Menge Veränderungen stehen. Ein Personalwechsel ist für die kommende Saison schon fix: Im Cockpit neben Vettel wird Supertalent Charles Leclerc Kimi Räikkönen ersetzen.

Der Monegasse ist Ferraris Goldjunge, wurde seit Jahren über das Förderprogramm der Scuderia an diese Aufgabe herangeführt – und soll perspektivisch wohl auch einmal das Erbe des Heppenheimers antreten.

Aber auch schon in seiner Debüt-Saison will sich der 20-Jährige nicht nur mit der Helfer-Rolle begnügen: “Nein, nein, überhaupt nicht”, antwortete Leclerc nach der Bekanntgabe seines Wechsels auf die Frage, ob sein Vertrag bei Ferrari eine entsprechende Klausel beinhalte.

Statt des “Iceman” Räikkönen wird Vettel ab der kommenden Saison also einen hungrigen Shootingstar zur Seite haben, der kaum ein Risiko scheuen dürfte. Das Konfliktpotenzial ist offensichtlich. Auch Vettel selbst erwartet einen jungen erfolgshungrigen Teamkollegen. “Ich bin mir sicher, dass er mich schlagen will, und ich will ihn auch schlagen”, sagte der viermalige Weltmeister bei Motorsport-Total.com.

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Auch Zukunft von Arrivabene ungewiss

Die Personaldiskussion bei Ferrari wird sich nach der enttäuschenden Saison aber nicht nur auf das Fahrer-Duo beschränken. Auch Teamchef Maurizio Arrivabene wackelt. Der 61-Jährige, der bei seinem Amtsantritt vor vier Jahren noch vielversprechende Prozesse bei den Roten anstieß, reibt sich in dieser Saison zunehmend an Technikchef Mattia Binotto.

Dieser soll seinerseits Ambitionen in Sachen Teamchef angemeldet haben. Ein Machtkampf ist entbrannt und hemmt die Weiterentwicklung der Scuderia.

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Unklare Zukunft und undurchsichtige Vertragssituation

Und auch die Zukunft von Vettel ist – trotz Vertrages bis 2020 – unklar. Denn wie die Gazzetta dello Sport erst kürzlich berichtete, soll die Scuderia den Vertrag dank einer geheimen Ausstiegsklausel bereits nach der Saison 2019 auflösen können. Laut dem Bericht ist man bei den Italienern nicht zufrieden mit den jüngsten Leistungen des Deutschen. 

Dass Ferrari von der Option Gebrauch macht, gilt dennoch als äußerst unwahrscheinlich. Zudem soll diese laut der Bild beiderseitig sein – dann könnte auch Vettel den Vertrag kündigen. Möglich ist, dass er auf ein frei werdendes Cockpit bei Mercedes schielt. Auch eine Rückkehr zu Red Bull scheint denkbar.

Eine Situation, die bei der Vertragsverlängerung im vergangenen Jahr noch praktisch unmöglich war. “Ich liebe das Team, ich liebe diese große Marke. Ferrari ist einzigartig. Ferrari hat etwas, was andere Teams nicht haben”, hatte Vettel geschwärmt. Dazu hatte Maurizio Arrivabene erst vor kurzem erklärt, dass er fest an einen Titel des Deutschen im Ferrari glaube.

Ferrari muss technische Probleme in den Griff bekommen

Doch die letzten Ergebnisse haben für tiefe Risse in der einst so perfekten Beziehung gesorgt. Neben den oftmals selbst verschuldeten Unfällen von Vettel baute auch dessen Bolide mit zunehmender Saisondauer immer weiter ab.

Zeitweise war der Motor des SF71H bereits der Beste, das Update-Paket nach der Sommerpause machte das Auto allerdings eher schlechter als besser und musste sogar wieder zurückgenommen werden.

Um in der neuen Saison wieder ganz vorne angreifen zu können, müssen sie bei Ferrari ganze Arbeit leisten. “Wir müssen jetzt die richtigen Schlüsse ziehen. Wir sind ein sehr talentiertes und begabtes Team, haben viel Potenzial. Einiges davon muss noch freigesetzt werden, aber alle kämpfen hart dafür”, sagte Vettel.

Eine weitere Saison wie die aktuelle können sich weder Ferrari noch Vettel leisten.

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Wie Hamiltons erster Titel Brasilien in Schockstarre versetzte

Nicole Scherzinger ist nicht mehr zu bremsen. Sie rastet förmlich aus. Hüpft. Schreit. Völlig entrückt inmitten einer McLaren-Garage, die innerhalb weniger Sekunden zum Tollhaus wird.

Lewis Hamilton hatte da gerade Timo Glock in der letzten Kurve des letzten Saisonrennens 2008 in Brasilien überholt. Als bei McLaren alle Hemmungen über Bord geworfen werden, schlägt die Stimmung bei Ferrari in Sekundenbruchteilen um.

Dort, wo sich die Scuderia noch siegestrunken in den Armen lag, wo schon gefeiert wurde, herrscht plötzlich blankes Entsetzen. Wut. Trauer. Fassungslosigkeit. Ein Mechaniker schreit auch, nein, er brüllt “NO! NO!” und zertrümmert ein rotes Leuchtschild.

Emotionale Bandbreite: Massa kurz Weltmeister

Die emotionale Bandbreite, die sich da in Interlagos abspielte, bot so ziemlich alles, was im Sport möglich ist. Eine Tragödie. Drama. Ein Triumph. Tränen. Glück. Hoch und runter. Alles auf einmal, alles komprimiert auf wenige Minuten. 98:97 Punkte, ein echtes Herzschlagfinale, ein Chaosrennen als emotionaler Höhepunkt, als Kulmination einer Saison, die turbulent, chaotisch und eine wilde Aneinanderreihung von sportlichen Höhen und Tiefen war. So auch der finale Showdown.

39 Sekunden lang war Lokalmatador Felipe Massa durch seinen Sieg vor über 100.000 fanatischen Fans Weltmeister. Er hatte das Maximum in einem überlegenen Ferrari herausgeholt, war aufs Ganze gegangen. Hamilton, dem bei einem Sieg Massas ein fünfter Platz gereicht hätte, ging kein Risiko ein.

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Lange lag er im Rennen auf Platz vier, ehe ein Regenschauer kurz vor Schluss den letzten atemberaubenden Akt einläutete. Hamilton ging wie alle anderen auf Regenreifen, während Glock mit Slicks eine riskante Strategie wählte und Hamilton so überholte. Als dann auch noch Sebastian Vettel im Toro Rosso an dem Briten vorbeiging, war Hamilton nur noch Sechster – und der Titel weg. Erinnerungen wurden wach an 2007, als er den Titel an gleicher Stelle an Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen verlor, ebenfalls um einen Punkt.

Bis Hamilton gegen einen auf Slicks chancenlosen Glock diesen einen letzten Move vornahm, der ihn mit 23 Jahren, neun Monaten und 26 Tagen zum damals jüngsten Champion machte.

Glock wurde zum Sündenbock

Und Glock zum Sündenbock. Wie dramatisch diese 71 Runden waren, wie viel dieser Titel den Brasilianern bedeutete, wie viel Leidenschaft und Hoffnung in diesem Rennen hingen, verdeutlichen wilde Schummel-Vorwürfe und heftige Hasstiraden gegen Glock und seine Toyota-Mannschaft.

“Mir wurden all diese Geschichten erzählt, dass ich Hamilton geholfen hätte, dass das bereits vor dem Rennen so geplant gewesen sei, oder wie viel Geld ich von Mercedes bekommen hätte, um ihn vorbei zu lassen. Die Situation an diesem Sonntag war so verrückt. Ich war erst einmal völlig baff, weil ich nicht verstehen konnte, dass Leute mir Vorwürfe machten”, sagte Glock.

Sein Team wurde bespuckt und beschimpft, floh als Renault-Mannschaft verkleidet von der Strecke. Glock wurde am Tag danach mit einer Polizeieskorte zum Flughafen gebracht, doch auch zu Hause ging der Shitstorm weiter. Erst nach ein paar Wochen hatte sich alles wieder ein bisschen beruhigt. Glock: “Es war nicht leicht zu verstehen, warum das alles passiert ist und Menschen so reagiert haben.”

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Hamilton auf Augenhöhe mit Fangio

Hamilton konnte das egal sein. 2008 war der endgültige Startschuss für eine große Karriere, die ihm schon länger prophezeit wurde. Mit einem großen Knall, ganz viel Spektakel. Ähnlich spektakulär wie seine On-off-Beziehung mit Pussycat-Doll-Frontfrau Scherzinger, die damals noch an seiner Seite war.

“Das war die erste von vielen Weltmeisterschaften”, sagten damals Experten wie Damon Hill. McLarens damaliger Teammanager Dave Ryan “drohte” dann auch mit weiteren Erfolgen: “Ich glaube, das war nur der Anfang. Der Junge ist magisch.” Auch Michael Schumacher war damals “überwältigt” vom Finale: “Man kann eigentlich nur sagen, dass das wohl Schicksal war.”

Doch an so Dinge wie Schicksal, Glück oder Pech glaubt Hamilton eigentlich nicht, wenn es um den Job als Rennfahrer geht. Auch wenn er als zehnjähriger Knirps McLaren-Chef Ron Dennis anhaute und mal eben ankündigte, dass er eines Tages in seinem Auto Weltmeister werde. “Ich glaube nicht, dass meine Karriere etwas mit Glück zu tun hatte”, sagt Hamilton.

Stattdessen fallen Worte wie Leidenschaft, Hingabe, harte Arbeit, Talent. Hamilton betont dann auch immer wieder seine Herkunft, seinen schwierigen Weg aus der Arbeiterstadt Stevenage an die Spitze des Sports.

“Still I Rise”

Hamilton betont deshalb immer wieder Bodenständigkeit. “Still I Rise, gib niemals auf” ist sein Motto.

Er gab nicht auf. Es dauerte aber, bis die Prognosen von den vielen Titeln auch tatsächlich eintrafen.

Er steckte Rückschläge ein, erlebte Höhen und Tiefen, lernte, wuchs mit den Jahren als Mensch, aber auch als Rennfahrer. Zehn Jahre nach dem Drama von Interlagos ist der Brite ganz oben angelangt, mit nun insgesamt fünf WM-Kronen auf einer Höhe mit Juan Manuel Fangio. Der Hamilton von 2008 hat mit dem von 2018 nicht mehr viel zu tun.

“Er wäre völlig chancenlos gegen den Hamilton von 2018. Ich fahre inzwischen auf einem ganz anderen Niveau”, sagte er: “Wenn du Champion wirst, dann wäre es einfach, den Dingen ihren Lauf zu lassen und zu denken, wie fabelhaft das alles ist. Ich aber will die Latte ständig höherlegen. Ich glaube fest daran, dass ich das Beste noch vor mir habe.” Vor ihm liegt nur noch Michael Schumacher. Die Legende hat sieben Titel, zwei mehr als Hamilton. Dessen Vertrag läuft noch bis 2020. Zwei Jahre also noch. Mindestens.

Es würde sich dann ein Kreis schließen, der 2008 im Regen von Brasilien seinen Anfang nahm. In der letzten Kurve des letzten Rennens.

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Formel 1 gastiert erstmals in Vietnam

Die Formel 1 wird in der Saison 2020 erstmals in Vietnam fahren.

Dies teilte das Volkskomitee der Hauptstadt Hanoi am Donnerstag mit, eine offizielle Bestätigung vonseiten des Weltverbandes FIA gab es noch nicht. Die Strecke soll bei einer Gala in der kommenden Woche vorgestellt werden und das erste Rennen in Vietnam im April 2020 stattfinden.

Der Kurs in Hanoi wäre damit die erste neue Strecke im Kalender, seit Liberty Media das Ruder der Königsklasse im Januar 2017 übernommen hat. Gerüchte über ein Rennen in Vietnam hatten sich bereits zuvor hartnäckig gehalten.

Charlie Whiting, Renndirektor in der Formel 1, hatte den angestrebten Kurs, der westlich von Hanoi liegen soll, bereits Anfang Oktober vor dem Großen Preis von Japan besichtigt. Der Kurs sei “im fortgeschrittenen Designstadium”, sagte er damals. “Nach meiner vorherigen Erfahrung denke ich nicht, dass es ein Problem werden sollte.”

In der Saison 2019 fährt die Königsklasse fünfmal in Asien: Bahrain (31. März), China (14. April), Singapur (22. September), Japan (13. Oktober) und Abu Dhabi (1. Dezember).

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Skurriler Sponsor: Vom Porno-Business in die Formel 1

Lange Zeit brodelte die Gerüchteküche der Formel 1 zum möglichen Engagement des britischen Energy-Drink-Herstellers “Rich Energy” und einer Übernahme des insolventen Rennstalls Force India. 

Der Deal platzte jedoch in letzter Sekunde, weil der Konkursverwalter das Angebot ablehnte und “Rich Energy” als “nicht seriös genug” ansah. Stattdessen übernahm eine Geschäftsgruppe um den kanadischen Milliardär Lawrence Stroll den indischen Rennstall. 

Nicht seriös genug? Das Angebot eines Unternehmens, das sechs Jahre nach seinem Markteintritt in Großbritannien sein selbsternanntes “Elite-Getränk” in bisher 30 Länder ausliefert und “nur für die anspruchsvollsten Kunden” in einer hochmodernen 50-Millionen-Pfund-Fabrik herstellt?

SPORT1 zeigt, warum die Sorgen durchaus gerechtfertigt waren und erzählt die skurrilen Geschichten rund um die beiden Eigentümer, die es durch ihren Sponsoring-Deal mit Haas am Wochenende doch noch in die Formel 1 geschafft haben.

Teilbesitzer Sullivan wurde mit Pornos reich

Tatsächlich verfügt “Rich Energy” mit David Sullivan und William Storey über ein sehr ungewöhnliches Führungsduo.

Teilbesitzer Sullivan ist zwar Sportunternehmer, hat seinen Erfolg jedoch dem Pornogeschäft zu verdanken. In den 70er-Jahren kontrollierte er nahezu die Hälfte des Marktes für Erotik-Magazine, im Alter von 25 Jahren war er Besitzer von 150 Erotik-Shops und durfte sich bereits Millionär nennen.

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1993 versuchte er als Teilbesitzer des Fußballteams Birmingham City, Diego Maradona in die Premier League zu holen – und bat ihm laut italienischen Medienberichten dafür sogar eine Rolle in einem Erwachsenenfilm an. Die argentinische Legende lehnte aber dankend ab. 

Nun verfügt Sullivan, der mittlerweile in das britische Immobiliengeschäft eingestiegen ist, über ein geschätztes Vermögen von 1,2 Milliarden Euro und besitzt seit 2010 einen Großteil der Anteile des Premier-League-Klubs West Ham United.

Geheimnisvolle Formel-1-Machenschaften

Storey hingegen besticht als Chef des Unternehmens zunächst optisch durch sein legeres Auftreten und einen endlos scheinenden Rauschebart. Als Inhaber von “William Storey Management” betreut und fördert er neben Fußballspielern, Bands und Künstlern vor allem auch namentlich nicht genannte Formel-1-Fahrer.

2016 kündigte Storey eine langjährige Partnerschaft mit der Formel 1 an, wodurch sich der 40-Jährige eine Brücke in die Königsklasse des Motorsports und Maximierung der medialen Aufmerksamkeit erhoffte. Genauere Details lässt Storey wie in vielen seiner Machenschaften offen.

Die Zweifel an Storeys Auftreten und der mit ihm verbundenen Marke “Rich Energy” sind zwar nachvollziehbar, für Storey war die Niederlage im Kampf um die Übernahme von Force India allerdings ein Antrieb, um noch stärker zu werben.

Beim Großen Preis der USA brachte er sich erneut ins Gespräch, nahm Kontakt zu McLaren auf und traf sich mit Williams-Teamchefin Claire Williams.

Haas-Boss sieht Deal als historischen Meilenstein

Wenig später war der Deal mit Haas perfekt, “Rich Energy” wird für mehrere Jahre Titelsponsor. Für 2019 wird die Lackierung des Rennwagens verändert und an die Marke, die durch ein schwarz-goldenes Emblem besticht, angepasst.

Ob “Rich Energy” dem 2016 gegründeten Rennstall endlich zum Durchbruch verhelfen kann? Denn bisher spielt Haas in der Formel 1 eher eine untergeordnete Rolle. 

Zwar liegt das US-Team kurz vor Saisonende in der Konstrukteurswertung auf Rang fünf – nach knapp drei Jahren in der Königsklasse des Motorsports steht aber noch immer kein Podestplatz zu Buche. Das beste Ergebnis war ein vierter und fünfter Rang beim Österreich-GP 2018. (Service: Der Rennkalender der Formel 1)

Für Haas-Teamchef Günther Steiner ist das Sponsoring-Engagement deshalb ein “Meilenstein in der Historie” des Formel-1-Teams. Es bestehe kein Zweifel, dass Haas für “Rich Energy” die richtige Plattform biete.

Konkurrenz zu Red Bull?

Storey selbst erklärte immer wieder öffentlich, dass er mit seiner Marke einen Wettbewerb mit den Marktführern “Red Bull” und “Monster” kreieren möchte.

Während sich Red Bull mit seinem Team bereits längst etabliert hat und mit jeweils vier Fahrer- und Konstrukteurstiteln die Formel 1 auch über einen langen Zeitraum dominierte, gilt Monster besonders im US-Motorsport (vor allem Motocross und Nascar) als federführend.

Nun will “Rich Energy” also nicht nur mit dem Inhalt der Getränkedosen, sondern auch auf der Rennstrecke eine Konkurrenz darstellen. Unterhaltsam dürfte es allemal werden. 

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Das ist die zukünftige Bestie der Formel 1
F1-Legende knallhart: Vettel hat Zenit überschritten

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F1-Legende knallhart: Vettel hat Zenit überschritten

Der WM-Titel ist für Sebastian Vettel nach dem Großen Preis von Mexiko endgültig futsch und Lewis Hamilton steht zum fünften Mal als Weltmeister fest.

Dass die Entscheidung so früh gegen Ferrari gefallen ist, hat sich auch Vettel zuzuschreiben. Der viermalige Weltmeister hat keine gute Saison erwischt und sich einige Fehler geleistet.

Das sieht auch Formel-1-Legende Jackie Stewart so, der selbst drei WM-Titel holte. “Ich glaube, Sebastian hat seinen Zenit überschritten und Lewis entwickelt sich immer noch weiter auf seinen Höhepunkt hin”, sagte Stewart der Bild.

Vettel komplett abgeschrieben hat Stewart zwar noch nicht, aber “es wird schwieriger für ihn zurückkommen, weil du nach einer solchen Saison kritischer mit dir selbst bist, was du tun willst und was du nicht tun willst”.

Stewart: Vettel zu früh erfolgreich

Eine mögliche Erklärung für Vettels mäßige Saison sieht der älteste lebende Weltmeister der Formel 1 darin, dass er in recht jungen Jahren bereits viermaliger Weltmeister war. “Wenn man in jungen Jahren etwas weniger erfolgreich ist, versucht man sich ehrgeiziger und gieriger Ziele zu setzen”, sagte Stewart.

Vettel hat zwei Rennen vor Schluss 294 Punkte auf dem Konto und damit 64 Punkte Rückstand auf Weltmeister Hamilton. Die Differenz wäre wahrscheinlich deutlich geringer, hätte Vettel bei einigen Überholmanövern nicht ganz so viel riskiert. Denn dadurch kam es immer wieder zu Kollisionen, die Vettel zurückwarfen.

“Wenn man um eine WM kämpft und man sieht, da könnte ein Problem auf dich zukommen, dann darf man da nicht reinstechen. Man wartet auf den richtigen Moment” sagte der Schotte und fügte hinzu: “Er ist ein sehr guter Fahrer, sehr gefühlvoll und technisch vielleicht immer noch der Beste, aber er hat nicht mehr diesen hundertprozentig klaren Kopf wie früher.”

Für Stewart ist “Lewis in seiner Entwickling weiter”. Dennoch zählt er weder Hamilton noch Vettel zu den besten Fahrern aller Zeiten: “Der Beste aller Zeiten war für mich Fangio. Vom Fahrstil und technischen Blick her war es für mich Clark. Aber dann kommt für mich Alain Prost. Der hat einfach keine Fehler gemacht.”

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