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Ernste Grippe: Lauda flog sich selbst ins Krankenhaus

Vielen Formel-1-Fans ist das Fehlen von Niki Lauda bei den letzten beiden Rennen aufgefallen. Sowohl das Rennwochende in Hockenheim als auch in Budapest mussten ohne den Mercedes-Aufsichtsratschef stattfinden. 

Laut offizieller Auskunft des Teams kurierte Lauda einen “starken Husten” aus.

Dem österreichischen Nachrichtenportal “OE24″ zufolge stand es zwischenzeitlich aber schlecht um den dreimaligen Formel-1-Weltmeister. Bereits seit zwölf Tagen soll Lauda demnach in einem Krankenhaus in Wien liegen, nachdem er sich im Urlaub eine Sommergrippe eingefangen hatte.

Lauda zeitweise auf Intensivstation

Lauda flog sich demnach selbst mit seinem Privat-Jet nach Wien ins Krankenhaus. Dort soll er zeitweise sogar auf der Intensivstation gelegen haben, da Lauda aufgrund seiner Nierenschwäche ein Risiko-Patient ist.

Zum Glück ist Lauda aber inzwischen auf dem Weg der Besserung und kann voraussichtlich in den nächsten Tagen das Krankenhaus wieder verlassen. 

Nach der Sommerpause dürfte Lauda also wieder mit von der Partie sein, wenn der WM-Kampf zwischen Lewis Hamilton und Sebastian Vettel in die heiße Phase geht.

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Neue Zuversicht für Deutschland-GP in Hockenheim

Die Aussichten auf eine Fortführung des Deutschland-GP der Formel 1 sind möglicherweise besser als gedacht. Wie der Pressesprecher des Automobilclubs von Deutschland (AvD), Malte Dringenberg, dem SID mitteilte, sei es im Rahmen des Rennens in Hockenheim vor knapp zwei Wochen zu einem Treffen zwischen dem AvD, dem ADAC und den kommerziellen Rechteinhabern der Formel 1, Liberty Media, gekommen.

Eine “gewisse Zuversicht” für die Fortführung des Rennens sei demnach “nicht unbegründet”, sagte der AvD-Sprecher. Auf beiden Seiten bestehe demnach ein großes Interesse daran, das Rennen zu erhalten.

Streitpunkt bleibt weiterhin die Finanzierung des Rennwochenendes, die Streckenbetreiber wollen das Risiko nicht mehr alleine tragen. Bei den Antrittsgebühren, die im hohen einstelligen Millionenbetrag liegen, sei Liberty den Streckenbetreibern schon entgegengekommen.

Kooperation von Formel 1 und Mercedes für Hockenheim?

Laut AvD gebe es noch eine finanzielle Lücke in den Vorstellungen, “diese ist jedoch schließbar”, heißt es. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer war in Hockenheim ebenfalls vor Ort und signalisierte seine Unterstützung im Rahmen seiner Möglichkeiten. 

Eine angedachte Beteiligung des Autoherstellers Mercedes an den Kosten wollte der AvD nicht bestätigen. Es sei jedoch klar, dass man mit einem Hersteller, der selbst in der Formel 1 aktiv ist, darüber rede, ein Rennen im fünftgrößten Automarkt der Welt zu halten.

Neue Hoffnung auf eine Fortführung des Rennens war zudem entstanden, nachdem das für 2019 angedachte Stadtrennen in Miami/Florida geplatzt war. Nach “komplizierten Verhandlungen” sei ein Rennen dort frühestens 2020 möglich, teilte F1-Marketingchef Sean Bratches mit. Miami galt lange Zeit als Ersatz für das Rennen in Deutschland.

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Trotz WM-Führung: Mercedes nur ein Scheinriese

Mit einer Führung in der Fahrer- und Teamwertung im Rücken in die Sommerpause: Besser hätte es für Mercedes eigentlich nicht laufen können – doch der Schein trügt.

Zwar freute man sich bei den Silberpfeilen über den jüngsten Sieg beim Ungarn-GP, doch allen im Team ist klar: Der Silberpfeil ist aktuell nicht schnell genug für den WM-Titel. 

Denn die Siege in Deutschland und Ungarn waren zwei Dingen geschuldet: Dem Fehler von Sebastian Vettel (Hockenheim) und Ferrari als Team (Budapest) sowie einem entfesselt fahrenden Weltmeister. (SERVICE: Die Gesamtwertung)

Hamilton und Regen retten Mercedes

In beiden Rennen hatte Lewis Hamilton mehr aus dem Mercedes rausgeholt als drin steckt. In Hockenheim fuhr der Brite im Regen teils drei Sekunden schneller als der Rest, in Budapest zeigte er sich im Qualifying erneut als Regenkönig.

Auch im Rennen fuhr Hamilton konstant schnell und konnte sogar Vettels Zeiten kontern, als dieser nach dem Stopp von Valtteri Bottas freie Fahrt hatte. “Das hatten das Team und ich eigentlich nicht erwartet – das hat das Rennen entschieden”, sagte Hamilton.

Der verpatzte Vettel-Stopp tat sein Übriges. Doch Mercedes kann sich nicht drauf verlassen, dass die Scuderia auch nach der Sommerpause Fehler an Fehler reiht oder der Regen als großer Retter in der Not erscheint.

Wolff: “Müssen Pace finden”

Die Pause kommt den Silberpfeilen deshalb gerade recht. “Es ist gut, dass wir in die Pause gehen, denn wir müssen Pace finden”, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bei RTL. Ähnlich sieht es Hamilton: “Ferrari hat – was die Pace angeht – die Nase vorn.”

Dass Ferrari auf dem Hungaroring an sich das schnellste Auto hatte, ist nicht neu und bereitet Mercedes wenig Sorgen. Sehr wohl aber, dass die Scuderia ihren Vorsprung nicht in den Kurven, sondern auf den Geraden herausholt.

Was bereits in Hockenheim zu sehen war, wurde auf den kurzen Vollgaspassagen in Ungarn besonders deutlich: Der Power-Unterschied zu Ferrari ist gravierend. Ganze vier Zehntel verlor Mercedes auf den kurzen Geraden in Budapest – in der Formel 1 eine Welt.

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Mercedes braucht schnell ein Upgrade

Bei den Silberpfeilen will man sich nicht ausmalen, wie das nach der Sommerpause auf den Power-Strecken in Spa und Monza aussehen wird, falls man bis dahin nicht selbst nachlegen kann.

“Ich würde sagen, Ferrari hat das beste Gesamtpaket, denn sie haben auch das stärkste Chassis im Feld”, muss Wolff zugeben und kündigt zugleich an: “Wir werden nichts unversucht lassen, um das Power-Defizit wettzumachen.”

Ein Motoren-Upgrade soll bereits in Spa oder Monza kommen.

Bottas nur ein Wingman für Hamilton?

Bis dahin ist auch genug Zeit, sich um eine zweite Baustelle zu kümmern: die Rolle von Valtteri Bottas. Das Thema hatte Wolff ungewollt selbst nach dem Rennen angestoßen.

“Bottas war ein perfekter Wingman für Lewis”, sagte Wolff. Auch wenn es nett gemeint war – bei Bottas kam dies erst einmal weniger gut an. “Das tut weh. So möchte ich eigentlich nicht gesehen werden”, sagte der Finne

Bottas deutete an, dass er ein Gespräch suchen werde. Beide Seiten relativierten kurze Zeit später ihre Aussagen. Wolff erklärte, dass sein Spruch vom “perfekten Wingman” nur auf das Rennen in Ungarn bezogen gewesen sei.

Bottas-Rückstand auf Hamilton groß

Die übliche Presserunde von Bottas fiel dennoch aus – offizieller Grund war der enge Terminkalender der Piloten. Doch selbst, falls beide Seiten es wirklich nur als Missverständnis ansehen, bleibt die Frage: Welche Rolle soll Bottas nach der Sommerpause spielen?

Schließlich beträgt sein Rückstand auf Hamilton bereits 81 Punkte. Realistische WM-Chancen hat Bottas keine mehr, das weiß auch der Finne: “Wir müssen uns in der Sommerpause über meine Rolle unterhalten. Die Saison ist halb rum und der Punkteunterschied ist groß.”

Wolff betonte zwar, dass es noch zu früh für eine Teamorder sei – das hängt jedoch vermutlich auch davon ab, wie stark Mercedes aus der Sommerpause kommt. Denn bleibt der Rückstand auf Ferrari bestehen, braucht Mercedes wohl auch Bottas als “Wingman” für Hamiltons erfolgreiche Titelverteidigung.

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Die Halbzeit-Zeugnisse der Formel-1-Piloten

Die Halbzeit-Zeugnisse der Formel-1-Piloten zum Durchklicken:

Nach zwölf von 21 Rennen geht die Formel 1 in die Sommerpause.

Nach einem furiosen Saisonstart hat Sebastian Vettel seine Führung in der WM-Wertung verloren und liegt nur noch auf Platz 2 hinter Leader Lewis Hamilton.

Hinter dem Top-Duo gibt es die eine oder andere Überraschung. Welche Noten bekommen Vettel und Hamilton, welche Fahrer überraschen? 

SPORT1 verteilt die Zeugnisse zur Halbzeit in der Formel 1. 

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"Bottas darf Hamilton nicht an den Kragen"

Die Tops und Flops des Ungarn-GP von Peter Kohl zum Durchklicken:

Der Große Preis von Ungarn hat reichlich Brisanz geboten. Peter Kohl beleuchtet in seiner SPORT1-Kolumne die Geschehnisse in Budapest.

Lobende Worte findet Kohl für Weltmeister Lewis Hamilton, wenngleich dieser froh sein könne, keinen Fernando Alonso oder Max Verstappen als Teamkollege bei Mercedes zu haben.

Bei Ferraris Leistung hat er gemischte Gefühle, ein eindeutiger Flop ist für ihn dagegen der Umgang von Red Bull mit Motorenpartner Renault. Aber auch die Franzosen kriegen ihr Fett weg.

SPORT1 sind die Tops und Flops von Peter Kohl.

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"Armselig": Hülkenberg motzt nach Ungarn-Fiasko über sein Auto

Nico Hülkenberg und sein Renault-Team erlebten beim Ungarn-Grand-Prix eine herbe Enttäuschung. Der Rheinländer, in der WM-Wertung immerhin auf Platz sieben, musste sich auf dem Hungaroring mit dem zwölften Platz zufrieden geben. 

Nach dem Rennen haderte “Hülk” vor allem mit seinem Dienstwagen. “Das Auto war nicht schnell genug”, moserte er, die Balance seines R.S.18 bezeichnete er gar als “armselig”.

Dabei hatte sich Hülkenberg durchaus eine Chance ausgerechnet, mit Renault zumindest die vierte Kraft in Ungarn zu stellen. Stattdessen aber überzeugten letztendlich die Konkurrenten Toro Rosso, Haas und McLaren. 

Renault-Strategie geht nicht auf

Auch die Strategie von Renault ging in Budapest nicht auf: Hülkenbergs Einstopp-Plan wurde von der virtuellen Safety-Car-Phase in der zweiten Rennhälfte durchkreuzt. Er steckte mit dem lahmenden Auto im Verkehr fest, obwohl er auf frischen Ultrasoft unterwegs war. 

Für Hülkenbergs Teamkollegen Carlos Sainz reichte es zumindest noch zu Platz neun, auch wenn er sich nach dem starken Qualiying von Startplatz fünf mehr erhofft hatte.

Für den Deutschen jedoch war das Wochenende ein Totalausfall: Hülkenberg kämpfte im Freitagstraining mit einem Elektronikdefekt und hatte am Samstag zu wenig Benzin im Tank, um sich für Q3 zu qualifizieren. 

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Stimmen: Verstappen ledert gegen eigenes Team

Der Große Preis von Ungarn sollte für Max Verstappen die große Chance auf den zweiten Saisonsieg nach Spielberg werden. Doch nach einem verkorksten Qualifying musste der Red-Bull-Pilot auch im Rennen früh sein Auto abstellen – wieder einmal hatte der Renault-Motor schlappgemacht. 

Verstappen tobte nach dem erneuten Aus durch ein Motorenproblem via Funk: ”Kann ich nicht einfach weiterfahren? Ist mir egal, ob dieser Scheiß-Motor explodiert. Das ist doch ein Scheiß-Witz – jedes verdammte Mal.” Weitere – nicht jugendfreie – Äußerungen von ihm mussten von der Regie überpiept werden.

Bei Mercedes freute man sich dagegen über den Sieg von Lewis Hamilton. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff sorgt mit der Bezeichnung “Wingman” für Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas allerdings für Diskussionen.

SPORT1 fasst die Stimmen zum Ungarn-GP auf der Pressekonferenz, in der Mixed Zone und bei RTL zusammen.

Lewis Hamilton (Mercedes), Platz 1:

“Was für ein schöner Tag! Wir wussten, dass es ein schwieriges Wochenende wird. Toll, dass wir uns jetzt mit dem Sieg belohnen. Das sind Bonuspunkte für uns. Das haben wir verdient nach allem. Aber ich werde mich jetzt nicht an den Strand legen. Ich muss trainieren für die zweite Hälfte. Es kommen noch schwierige Rennen. Ferrari war in den letzten drei bis vier Rennen sehr stark. Sie hatten einfach allgemein eine bessere Pace. Aber wir als Team konnten es besser umsetzen. Wir haben jede Möglichkeit genutzt und das Beste draus gemacht.”

Sebastian Vettel (Ferrari), Platz 2:

“Der Speed war da, um um den Sieg mitzukämpfen – aber nicht von Platz vier aus. Am Ende können wir zufrieden sein, dass wir beide Autos auf dem Podium haben und eine ganze Stange Punkte einfahren konnten. Platz 2 ist nicht unbedingt das, was wir wollten, aber das Maximum heute. Der Start war gut. Aber wir hatten ein Problem in der Box und ich kam hinter Bottas wieder auf die Strecke. Wenn unser Auto so bleibt, mache ich mir keine Sorgen. Es ist noch ein weiter Weg. Bis jetzt machen wir alles richtig als Team.”

…über die Kollision mit Bottas: “Seine Reifen wurden schlechter, da habe ich es versucht. Es hat funktioniert. Ich war überraschend (von der Kollision, Anm. d. Red.), denn ich war schon vor ihm. Ich habe dann innen gecovert, da ich nicht zu weit nach außen getragen werden wollte. Dann bekam ich einen Schlag von hinten. Ich weiß nicht, was genau los war. Als ich in die Spiegel sah, erkannte ich Valtteri und Kimi. Zum Glück hat das Auto keinen Schaden davongetragen, sodass ich weiterfahren konnte.”

Kimi Räikkönen (Ferrari), Platz 3:

“Das war das Beste, was wir heute erwarten konnten. Der Start war alles andere als ideal. Da müssen wir uns steigern, wenn wir es etwas einfacher haben wollen. Nach dem ersten Stopp haben wir Bottas eingeholt, hatten aber keine Überholchance. Es gab eine Möglichkeit, noch einen weiteren Reifenwechsel vorzunehmen und es erneut zu versuchen. So haben wir den Platz zurückgewonnen. Wir hatten ein ziemlich gutes Tempo, aber was kannst du schon machen? Wir nehmen die Punkte mit, beim nächsten Rennen geht es weiter.”

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Daniel Ricciardo (Red Bull), Platz 4:

“Es ist gut, mit einem Höhepunkt in die Pause zu gehen. Ich hatte jetzt ein paar Rennen, die ich nicht so glücklich verlassen habe. Heute war es wieder einmal ganz gut. Der Start war ziemlich hektisch und ich wurde überall getroffen. Aber ich kam durch, der Rest hat dann Spaß gemacht.”

…über die Kollision mit Bottas: “Ich wusste, dass ich ganz gut vorbeifahren kann. Er ist aber zu tief reingestochen. Ich habe ihm genug Platz gelassen. Aber er hatte es wohl schwer mit dem beschädigten Auto. Zum Glück ist nichts passiert und ich habe mich nicht gedreht.”

Valtteri Bottas (Mercedes), Platz 5:

über die Kollision mit Vettel: “Sebastian war deutlich schneller mit den Reifen, die er hatte. Er hatte einen guten Lauf in Kurve 2, war vorn. Er hat dann aber relativ früh reingezogen, wodurch wir uns berührt haben. Für mich war das ein normaler Rennunfall. Keiner wollte aufgegeben. Ich hatte natürlich Pech, dass ich als Einziger einen Schaden hatte.”

über die Kollision mit Ricciardo: “Die Kollision mit Ricciardo kostete mich die Hälfte des Frontflügels. Ich versuchte mich zu verteidigen und er ist reingezogen. Meine Reifen haben dann blockiert, daher fuhr ich geradeaus. Es würde mich überraschen, wenn ich dafür eine Strafe bekommen würde. Das war ein Rennunfall.”

über die Aussage von Wolff, er war Hamiltons Wingman: ”Das tut weh. So möchte ich eigentlich nicht gesehen werden. Wir müssen uns in der Sommerpause über meine Rolle unterhalten. Die Saison ist halb rum und der Punkteunterschied ist groß. Ich denke, das Team wird sich irgendwann entscheiden müssen.”

Max Verstappen (Red Bull), ausgeschieden:

…über die Gründe für sein Aus: “Ich glaube der Motor. Aber es ist mir egal. Ich habe gar nicht erst gefragt. Das ist natürlich scheiße, dass so etwas passiert. Wir sind viel zu langsam vom Motor her. Und die Zuverlässigkeit ist auch scheiße. Das ist natürlich nicht so, wie es sein muss. Wir kämpfen sowieso nicht um die Meisterschaft – aber so etwas ist gar nicht gut.”

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff:

…über das überraschend starke Resultat: “Wir müssen das jetzt analysieren. Wir kamen unter dem Motto Schadensbegrenzung hier. Und nun fahren wir mit mehr Punkten weg als die Konkurrenz. Das ist unglaublich. Valtteri war der perfekte Wingman für Lewis. Beim Duell mit Vettel waren seine Reifen bereits 50 Runden alt. Er hat versucht zu verteidigen mit allem, was er hat. Das war ein normaler Rennzwischenfall. Wir haben solche Kollisionen die ganze Saison über erlebt. Es ist gut, dass wir in die Pause gehen, denn wir müssen Pace finden.”

Christian Horner (Red-Bull-Teamchef):

über das Aus von Verstappen nach erneuten Motorenprobleme: ”Wir bezahlen Millionen für ein hochklassiges Produkt und man kann deutlich sehen, dass es dem nicht gerecht wird.”

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"Das Maximum": Vettel rettet Platz zwei hinter Hamilton

Sebastian Vettel hat in der Hitze von Budapest im WM-Duell mit Lewis Hamilton den nächsten Wirkungstreffer kassiert.

Der Ferrari-Star kam aber trotz eines verpatzten Taktikpokers und eines schwachen Boxenstopps beim Großen Preis von Ungarn noch auf den zweiten Platz.

Mercedes feierte durch Hamilton den zweiten Sieg in Folge. Der Weltmeister aus England geht dadurch mit 24 WM-Punkten Vorsprung auf Vettel in die vierwöchige Sommerpause. (SERVICE: Die Gesamtwertung)

“Es war ein hartes Rennen. Wir wollten mehr als Platz zwei an diesem Wochenende, aber es war unter den Umständen das Maximum”, sagte Vettel, der mit einem starken Manöver in der Schlussphase des Rennens noch an Valtteri Bottas vorbei auf Platz zwei fuhr. Hamilton erklärte überglücklich: “Was für ein großartiger Tag für das Team! Das sind Bonuspunkte für uns, mit dem Sieg hier konnten wir nicht rechnen.”

Für Hamilton war der 67. Sieg seiner Formel-1-Karriere ein ganz besonderer: Der 33-Jährige war bei Trockenheit in allen Trainingseinheiten gegen Vettel chancenlos gewesen. Die Pole-Position im Regen-Qualifying und eine fehlerlose Mercedes-Vorstellung am Sonntag brachten ihm den etwas unerwarteten Sieg – der im WM-Kampf gegen einen überlegenen Ferrari auch ein moralischer Erfolg ist. (SERVICE: Das Ergebnis aus Ungarn)

Räikkönen hinter Vettel Dritter

Dritter wurde Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen (Finnland). Dessen Landsmann Bottas im zweiten Mercedes war lange Zweiter, nach einer leichten Kollsion mit dem heranstürmenden Vettel fiel Bottas zunächst auf Rang vier zurück. Bottas musste zudem nach einem weiteren waghalsigen Manöver Daniel Ricciardo (Australien/Red Bull) passieren lassen und wurde Fünfter.

Für die Aktion – Bottas drängte Ricciardo an den Streckenrand – wurde der Finne nachträglich mit einer Zehn-Sekunden-Strafe belegt. 

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Renault-Pilot Nico Hülkenberg (Emmerich) verpasste als Zwölfter die Punkteränge, Ex-Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) belegte an seinem 37. Geburtstag im McLaren den achten Rang. 

Für Vettel und Ferrari ging in Ungarn eine schwarze Woche enttäuschend zu Ende: Am vergangenen Sonntag war der Hesse in Hockenheim in Führung liegend nach einem Fehler ausgeschieden, am vergangenen Mittwoch verstarb der langjährige Ferrari-Präsident Sergio Marchionne.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hatte seine Fahrer vor dem Start noch klar im Nachteil gewähnt: “Ich weiß nicht, ob ich je so einen heißen Renntag erlebt habe. Ich bin eher pessimistisch.” Bei Trockenheit hatte Mercedes am Freitag und Samstag erhebliche Probleme mit überhitzenden Hinterreifen, nur im Nassen war das Weltmeisterteam überlegen.

Kein Regen in Ungarn

Tatsächlich war am Sonntag von neuerlichem Regen keine Spur. Die Sonne knallte den ganzen Tag auf den dunklen Asphalt des Hungarorings, die Strecke erhitzte sich auf über 50 Grad – Bedingungen wie geschaffen für Ferrari.

Beim Start konnte die Scuderia aus dem Plus an Traktion und der stärkeren Motorleistung allerdings kein Kapital schlagen. Hamilton blieb vor Bottas, dahinter überholte der von vier gestartete Vettel in der zweiten Kurve zumindest seinen Teamkollegen Räikkönen.

In der Folge konnte sich Hamilton absetzen. Um Bewegung ins Geschehen zu bringen, beorderte Ferrari Räikkönen schon nach der 14. von 70 Runden zum Boxenstopp. Mercedes reagierte und wechselte in der Runde darauf die Reifen von Bottas, damit der Finne vor Räikkönen bleibt.

Vettel hatte so freie Fahrt, überraschend kam er aber nicht nennenswert an Hamilton heran. Ferrari änderte die Strategie: “Plan C” funkte Vettels Renningenieur – der Heppenheimer drückte aufs Gas und kam nun näher.

Vettel drückt sich an Bottas vorbei

Dann aber verlor er entscheidend Zeit bei Überrundungen, auch sein Boxenstopp dauerte rund zwei Sekunden länger als die von Hamilton und Bottas. Dadurch kam Vettel hinter Bottas als Dritter zurück auf die Strecke. Vettel drückte sich fünf Runden vor dem Rennende doch noch an Bottas vorbei. Er hatte aber keine Chance mehr, Ungarn-Rekordsieger Hamilton (sechs Erfolge) noch zu kriegen. 

Ein Sieg in Ungarn ist allerdings nur bedingt erstrebenswert – zumindest, wenn man der Statistik glaubt: In den vergangenen 13 Jahren verpasste der Budapest-Sieger stets den WM-Titel. Michael Schumacher war 2004 der letzte Fahrer, der in der derselben Saison sowohl auf dem Hungaroring als auch in der Meisterschaft vorne war.

Vettel und sein Team würdigten in Budapest den am Mittwoch verstorbenen Marchionne mit Trauerflor an der Kleidung und dezenten schwarzen Aufklebern auf den Nasen der Boliden. Zudem hingen die Fahnen am Ferrari-Motorhome beim letzten Rennen vor der Sommerpause auf Halbmast. Vor dem Rennen wurde eine Schweigeminute eingelegt.

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Quali-Dämpfer: So wurde Ferrari von Mercedes überrumpelt

Mit dieser Startaufstellung hätte vor dem Großen Preis von Ungarn (So., ab 15.10 Uhr im LIVETICKER) wohl kaum einer gerechnet. Das ganze Wochenende über dominierte auf dem Hungaroring einzig und alleine die Farbe Rot.

Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel führte in jeder Trainingssession, von den Silberpfeilen war weit und breit nichts zu sehen.

Auch Mercedes selbst hatte sich für den Grand Prix in Budapest kaum etwas ausgerechnet. “Wir haben das Wochenende eigentlich unter dem Motto Schadensbegrenzung gesehen, und hatten es uns zum Ziel gesetzt, Punkte zu machen”, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nach dem Qualifying.

Perfekte Ausgangsposition für Hamilton

Mit den Startplätzen eins und zwei hat sich die Ausgangslage für Lewis Hamilton und Valtteri Bottas nun gänzlich verändert. “Jetzt ist auf jeden Fall alles drin”, jubelte Wolff.

So euphorisch die Stimmung im Lager der Silberpfeile, so frustriert zeigte man sich bei der Scuderia. “Wir hätten unter diesen Bedingungen leicht auf die Pole Position fahren können, doch leider ist das nicht passiert”, monierte Kimi Raikkönen.

Doch wieso landeten die Roten – trotz dominanter Leistungen während des gesamten Wochenendes – am Ende nur in Startreihe zwei?

Bereits zu Beginn des zweiten Quali-Sektors sah es kurzfristig so aus, als ob der Tag für Vettel ein böses Ende nehmen könnte. Als einziger Fahrer im gesamten Feld startete er mit Intermediates.

Wäre die Strecke trocken geblieben, hätte es Vettel wohl nicht einmal unter die besten Zehn geschafft. Doch der 31-Jährige behielt mit seiner Reifenwahl Recht. Einsetzender leichter Regen brachte ihm die Bestzeit und den lockeren Einzug in Q3. Alle anderen Piloten mussten nachziehen.

Vettel wählte falsche Reifen

Während man bei Ferrari im zweiten Abschnitt noch die richtigen Reifen wählte, folgte in der letzten Qualifikationsrunde der entscheidende Fehler.

Hatten beim leichten Regen in Q2 die Intermediates noch ausgereicht, waren diese Reifen dem immer stärker werdenden Schauern in den letzten zwölf Minuten nicht mehr gewachsen.

Im Gegensatz zu den Silberpfeilen und Teamkollege Raikkönen holte sich Vettel vor seinem zweiten Rund jedoch keine neuen Regenreifen mehr ab. Bei starkem Aquaplaning war der Heppenheimer dann aufgeschmissen und musste sich am Ende mit dem vierten Platz begnügen.

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Mercedes vom Regen begünstigt

Bei trockener Strecke wäre Ferrari die Pole Position wohl nur schwer zu nehmen gewesen. Doch das Wetter machte der Scuderia einen Strich durch die Rechnung und schlug sich auf die Seite von Mercedes.

“Die zwei Gewitter, die wir gebraucht haben, sind tatsächlich über uns hinweggezogen. Da haben wir heute vielleicht ein bisschen Glück gehabt”, gab Wolff nach dem Qualifying zu.

Eines wurde auf dem Hungaroring deutlich: Bei Regen ist Mercedes aktuell im Vorteil. Eine Erkenntnis, die selbst die Silberpfeile überraschte.

“Das wussten wir auch nicht. Auf dem Intermediate war der Ferrari noch einen Tick schneller. Aber als es begonnen hat, wirklich zu regnen, war von der ersten Runde klar, dass wir vielleicht auf dem Regenreifen das beste Tempo haben”, stellte Wolff fest.

Hohe Temperaturen helfen Ferrari

Nach Regen sieht es für das Rennen am Sonntag allerdings derzeit nicht aus. Auf dem Hungaroring werden rund 33 Grad erwartet. Für Ferrari ein Grund zur Hoffnung.

Bereits beim Training am Freitag hatte sich gezeigt, dass Mercedes die bei warmen Temperaturen eingesetzten Ultrasofts deutlich mehr strapaziert. Je höher die Temperaturen, desto größer könnte der Vorteil für Ferrari werden.

Mercedes dürfte sich angesichts der freien Reifenwahl gut überlegen, welche Reifen man im Rennen einsetzt – doch spielt das überhaupt eine Rolle? ”Der einzige Reifen, von dem wir wissen, dass er auf unserem Auto funktioniert, ist der Full-Wet – vielleicht nehmen wir einfach den”, scherzte Wolff.

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