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Der verhinderte Titelfahrer

Seine brenzligsten Sekunden erlebte Nico Hülkenberg beim Großen Preis von Österreich nicht im Cockpit, sondern vor der Kamera. Mit einem breiten Grinsen wand sich der 27-Jährige bei der Frage nach eingegangenen Angebote von Top-Teams wie ein Aal.

Nicht erst seit seinem Husarenritt bei den legendären 24 Stunden von Le Mans und dem starken sechsten Platz in Österreich im unterlegenen Force India ist Hülkenberg in aller Munde. Ist in der kommenden Saison endlich ein Cockpit bei einem Spitzenrennstall drin oder zieht Hülkenberg wie schon 2013 auf unwürdige Art den Kürzeren?

“Der Typ ist richtig gut. Das weiß ich schon seit längerer Zeit”, schwärmte Niki Lauda. “Natürlich hätte er ein Topauto verdient, keine Diskussion. Er muss es kriegen.”

Sein eigenes Team hat der Aufsichtsratsvorsitzende beim Mercedes-Team dabei aber wohl nicht gemeint. Dort sitzen Nico Rosberg und Lewis Hamilton auch nächstes Jahr am Steuer (Der WM-Stand der Fahrer).

Räikkönen als Spielverderber und Chance

Also Ferrari? Schon vor gut zwei Jahren schrammte Hülkenberg dort nur hauchdünn an einem Cockpit vorbei. Ein Vertragsangebot lag bereits vor. Doch dann gab die Scuderia Kimi Räikkönen den Vorzug. Hülkenberg erhielt eine stillose Absage via SMS.

Nun hängt seine Zukunft wohl wieder von Räikkönen ab: Der Finne kämpft bei Ferrari um eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrags. Die bisherigen Auftritte waren allerdings keine Werbung für eine Fortsetzung.

Müsste Räikkönen seinen Platz räumen, käme Bewegung ins Fahrerkarussell. “Ich weiß nicht, was mit Kimi passiert, aber vielleicht ist dann ein Platz bei Ferrari frei”, spekulierte Lauda.

Hülkenberg oder Bottas?

Hülkenberg wäre ein heißer Kandidat als Nachfolger des Iceman. Doch es ist fraglich, ob sich Ferrari ein deutsches Fahrerduo mit “Hulk” an der Seite von Sebastian Vettel vorstellen könnte. Zuletzt geisterte immer wieder der Name Valtteri Bottas in Verbindung mit der Scuderia durch das Fahrerlager.

Laut Bild hat Ferrari dem 25-Jährigen sogar schon ein Vertragsangebot vorgelegt. Einzig die von Williams geforderte Ablöse von 15 Millionen Euro könnte zum Problem werden.

Williams eine Option?

Doch selbst wenn einmal mehr ein Finne Hülkenberg das Ferrari-Cockpit vor der Nase wegschnappt, wäre ein Aufstieg für den Deutschen drin: durch eine Rückkehr zu Williams (Der Rennkalender der Formel 1).

Die Trümpfe für einen Wechsel dorthin hält er in der Hand: Hülkenberg begann seine Formel-1-Karriere 2010 bei Williams, kennt also das Team und die Zentrale.

Zudem fährt er bei Force India nun schon in der zweiten Saison einen Mercedes-Kundenmotor. Der Umstieg auf den ebenfalls von Mercedes belieferten Williams dürfte so umso leichter fallen.

Konkurrenz wedelt mit Geldscheinen

Doch auch dort scharrt die Konkurrenz schon mit den Hufen: Sauber-Pilot Felipe Nasr wurde bereits von brasilianischen Medien mit Williams in Verbindung gebracht. Und der nimmt die Gerüchte gerne auf: “Ich sehe schon eine offene Tür. Wer weiß, vielleicht ergibt sich in der Zukunft  eine Möglichkeit.”

Mit der Banco do Brasil hat Nasr einen mächtigen Sponsor in der Hinterhand. Das bekam Ende 2014  schon Adrian Sutil schmerzhaft zu spüren, als Sauber den Deutschen trotz eines laufenden Vertrags vor die Tür setzte und Nasr ein Cockpit gab.

Gut möglich also, dass Hülkenberg trotz glänzender Leistungen das gleiche Schicksal wie 2013 droht.

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