Das Lampenfieber steigt bei Sebastian Vettel. Noch quälend lange vier Wochen muss er auf den Start seiner wohl wichtigsten Saison im Ferrari warten, doch immerhin die Testfahrten sind bereits in vollem Gange.
Bei den ersten Test in Barcelona darf der Hesse endlich seinen neuen Boliden kennen lernen und gleich an Tag eins gab es Grund zur Begeisterung. Mit der mit Abstand schnellsten Zeit aller Fahrer glänzte Vettel in seinem SF90.
“Wir hätten uns keinen besseren Start vorstellen können”, sagte Vettel, der auch die mit Abstand meisten Runden drehte: “Es war unglaublich, wie gut das Auto funktioniert hat. Wir hatten keine Probleme und konnten mehr machen als geplant.”
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Der SF90 soll das Auto sein, das ihn endlich zum ersten Titel in Rot trägt. Mehr noch: Der SF90 muss dieses Auto sein. “Ich glaube daran, dass das Team auf dem richtigen Weg ist”, sagt Vettel “man merkt, dass sich die Dinge ändern.”
Ferrari mit Vettel, aber nicht mehr mit Räikkönen
Der Druck auf die Scuderia ist enorm. 2007 holte Kimi Räikkönen den bis dato letzten Fahrertitel für den berühmtesten Formel-1-Rennstall, ein Jahr später wurde Ferrari letztmals Team-Weltmeister. Für die Ansprüche in Maranello ist das eine viel zu lange Zeit, und deshalb werden die Investitionen in diesem Jahr noch einmal erhöht, teilte CEO Louis Camilleri unlängst mit.
Die Messlatte für Vettel und Ferrari ist seit der Einführung der Turbo-Hybridmotoren eindeutig Mercedes, und daran ändert sich auch vor der Saison 2019 erstmal nichts. “Wir beginnen bei null und sehen nichts als selbstverständlich an”, sagt Motorsportchef Toto Wolff, der neue W10 soll nach 16-monatiger Entwicklungszeit das sechste Double in Serie aus Fahrer- und Hersteller-WM ermöglichen.
Die Ungewissheit ist allerdings größer als in den vergangenen Jahren. Ein neues Aerodynamik-Reglement tritt in Kraft und macht eine Neuordnung der Kräfteverhältnisse möglich. “Tatsächlich hat durch die Regeländerungen jedes Team eine Chance auf den Titel”, sagt Wolff gar – denkt dabei aber wohl an Ferrari und Red Bull.
Die ersten Testfahrten des Jahres
Die erste Testphase läuft vom 18. bis 21. Februar, die zweite vom 26. Februar bis 1. März.
Gefahren wird also insgesamt an acht Tagen und von 9 bis 18 Uhr täglich, ohne Mittagspause. Macht in der Theorie neun Stunden pro Tag, 36 Stunden pro Woche und 72 Stunden für die gesamten Wintertests.
Die Ergebnisse der Testtage:
Montag (1. Tag)
1. Sebastian Vettel (Ferrari) 1:18.161
2. Carlos Sainz Jr. (McLaren) +0,397
3. Romain Grosjean (Haas) +0,601
4. Max Verstappen (Red Bull) +0,267
5. Kimi Raikkönen (Alfa Romeo) +0,036
6. Daniil Kwjat (Toro Rosso) +0,002
7. Sergio Perez (Racing Point) +0,480
8. Valtteri Bottas (Mercedes) +0,183
9. Lewis Hamilton (Mercedes) +0,008
10. Nico Hülkenberg (Renault) +0,845
11. Daniel Ricciardo (Renault) +0,003
Die Fahrer und Teams in der ersten Testwoche
Montag (1. Tag)
Mercedes: Bottas/Hamilton
Ferrari: Vettel
Red Bull: Verstappen
Renault: Hülkenberg/Ricciardo
Haas: Grosjean
McLaren: Sainz
Racing Point: Perez
Alfa Romeo: Räikkönen
Toro Rosso: Kwjat
Williams: -
Dienstag (2. Tag)
Mercedes: ?
Ferrari: Leclerc
Red Bull: Gasly
Renault: Ricciardo/Hülkenberg
Haas: Magnussen
McLaren: Norris
Racing Point: Stroll
Alfa Romeo: Giovinazzi
Toro Rosso: Albon
Williams: Russell/Latifi
Mittwoch (3. Tag)
Mercedes: ?
Ferrari: Vettel
Red Bull: Verstappen
Renault: Hülkenberg/Ricciardo
Haas: Grosjean/Fittipaldi
McLaren: Sainz
Racing Point: Perez
Alfa Romeo: Räikkönen
Toro Rosso: Kwjat
Williams: Latifi/Kubica
Donnerstag (4. Tag)
Mercedes: ?
Ferrari: Leclerc
Red Bull: Gasly
Renault: Ricciardo/Hülkenberg
Haas: Fittipaldi/Magnussen
McLaren: Norris
Racing Point: Stroll
Alfa Romeo: Giovinazzi
Toro Rosso: Albon
Williams: Kubica/Russell

