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Ferrari auf dem Weg zur Motoren-Macht

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene ist ein Berufsoptimist.

Seit 2007 wartet seine Scuderia inzwischen schon auf einen WM-Titel. Auch in diesem Jahr ist Konkurrent Mercedes noch eine Nummer zu groß für die Italiener. Dennoch denkt Arrivabene sogar darüber nach, einen Rivalen im Haifischbecken Formel 1 sogar eigenhändig zu stärken.

“Ich sehe kein Hindernis, unseren Motor einem anderen Team zur Verfügung zu stellen oder einen Grund dafür, Angst vor ihnen zu haben, bevor der Wettkampf angefangen hat”, sagte der Ferrari-Boss. Im Auge hat er dabei Red Bull Racing.

Ferrari ohne Angst vor Red Bull

Nach der Absage von Mercedes geht die Motorensuche der Österreicher in die nächste Runde. Während die Silbernen ablehnten, um einen Konkurrenten nicht ohne Not zum Titelanwärter zu machen, scheint Ferrari das Risiko auf sich nehmen zu wollen. Denn Red Bull wäre ein weiterer Baustein für einen roten Großangriff auf Mercedes.

“Theoretisch gibt es bei ihnen große Namen wie Adrian Newey. Es kommt einem sehr leicht in den Sinn, dass sie ein angsteinflößendes Chassis bauen werden, wenn man ihnen den richtigen Motor gibt. Das heißt, dass sie äußerst konkurrenzfähig wären “, warnte Arrivabene. Dennoch habe er “kein Problem damit, denn der Wettbewerb ist schön, wenn du einen stärkeren Kontrahenten hast.”

Und umso schöner für die Scuderia, wenn der ein Ferrari-Aggregat unter der Haube hat. Denn momentan spielt Ferrari auch als Lieferant nur die zweite Geige hinter Mercedes: Vier von zehn Teams im Feld fahren derzeit mit Mercedes-Motoren, drei mit Ferrari-Antriebssträngen.

Angriff auf die Mercedes-Hausmacht

Doch neben dem eigenen Team in Maranello hat Ferrari mit Sauber und Manor-Marussia nur zwei Hinterbänkler als Partner. Die Mercedes-Partner Williams, Force India und selbst das klamme Lotus-Team fahren hingegen regelmäßig Punkte ein.

So gilt es für Ferrari, sich rechtzeitig vor der kommenden Saison zu positionieren: Lotus wird aller Voraussicht nach zu einem Renault-Werksteam. Dafür steigt Renault wohl bei Red Bull und Toro Rosso aus. Einigen sich die beiden Teams mit Ferrari, hätten die Italiener auf einmal mehrere Eisen im Feuer, wenn es um die Podiumsplätze geht.

Zumal die Partnerschaften nicht bei null anfangen müssten: Red Bull bezog bereits in der Saison 2006 Ferrari-Motoren. Der Tochter-Rennstall Toro Rosso gar von 2007 bis 2013.

Arrivabene: “Nehmen es mit jedem auf”

Neben der sportlichen Aufwertung für Ferrari hätte ein Motorendeal mit Red Bull aber auch eine sportpolitische Dimension: Im Strategierat “Autosport”, der die Linie der Teams bei Entscheidungen über die Zukunft der Formel 1 entscheidet, sitzen derzeit drei Mercedes-Teams (Mercedes, Williams und als nichtständiges Mitglied Lotus), Ferrari ist dagegen nur mit seinem Werksteam vertreten.

Kommt der Deal mit Red Bull zustande und wird aus Lotus tatsächlich Renault, stünde es auf einmal 2:2 im Machtduell mit Mercedes. Honda und Renault kämen bei der derzeitigen Zusammensetzung auf jeweils eine Vertretung im Gremium.

“Wir nehmen es mit jedem auf”, bekräftigte Arrivabene seine Furchtlosigkeit vor einem Red-Bull-Comeback unter Ferrari-Regie. Mercedes sollte gewarnt sein – auf und neben der Strecke.

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