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Hamilton treibt Spielchen mit Rosberg

Es muss offenbar immer erst knallen, bevor Lewis Hamilton sein ganzes Können unter Beweis stellt.

Nachdem die beiden Teamkollegen 2014 in Spa ineinander gekracht waren gewann Hamilton sechs der nächsten sieben Rennen und wurde vor Nico Rosberg Weltmeister. 

Derzeit sieht es so aus, als würde sich das Szenario wiederholen. Seit dem Crash von Barcelona konnte Hamilton fünf von sechs Rennen gewinnen und in Budapest nun sogar die Führung in der Gesamtwertung übernehmen.

Doch Rennsieg und die Eroberung der WM-Führung reichten Hamilton an diesem Wochenende nicht – er wollte Rosberg demütigen.

Nächstes Sticheln gegen Rosberg

So war Budapest für ihn “kein starkes Wochenende”, was vermuten lässt, dass seiner Meinung nach im WM-Kampf gegen Rosberg eine durchschnittliche Leistung ausreicht.

Auf der Pressekonferenz legte Hamilton noch einmal nach und kritisierte die Entscheidung der Rennkommissare, Rosberg die Pole nicht abzuerkennen: “Bisher war es immer so, dass man abbremsen muss, wenn gelb gezeigt wird. Und wenn es doppelte gelbe Flaggen gibt, muss man dafür bereit sein, anzuhalten.”

Rosberg war im Qualifying trotz doppelt geschwenkter gelber Flaggen eine absolute Bestzeit in dem Sektor gefahren und schließlich zur Pole gerast. Laut diversen Medienberichten war Hamilton darüber so erzürnt gewesen, dass er sogar FIA-Rennleiter Charlie Whiting anrief.

Moralapostel Hamilton

Angeblich meldete sich Hamilton wegen einer “Klarstellung der Gelb-Regel” und weil er sich Sorgen um die Sicherheit in der Formel 1 mache. Über die Auslegung der Regel gibt es in der Tat Gesprächsbedarf - doch dass ausgerechnet Hamilton den Moralapostel spielt, hat Seltenheitswert.

Noch beim Europa-GP in Baku vor wenigen Wochen hatte Hamilton seine Kollegen als Jammerlappen beschimpft, weil sie sich Sorgen um die Sicherheit der neuen Strecke machten. Damals stellte ihn Rosberg allerdings auf dem Fahrermeeting bloß, weshalb Rachegelüste eine plausiblere Erklärung für seine Attacke sind als ernsthafte Sicherheitsbedenken.

So oder so hat er mit seiner Äußerung auf der Pressekonferenz wieder einmal - bewusst, oder nicht – einen Nebenkriegsschauplatz im Titelkampf mit Rosberg eröffnet. Einer mehr kann schließlich nicht schaden. Denn Hamilton weiß, dass er seinem Teamkollegen in diesem Punkt überlegen ist.

Hamilton braucht das Drama 

Während Rosberg das ganze Drama um die Kollisionen in Barcelona und Spielberg, den Funkverkehr, die gelben Flaggen und die gegenseitigen Sticheleien offenbar Kraft und Konzentration raubt, scheint es Hamilton sogar Spaß zu bereiten.

Ohne diesen Zoff wäre die Formel 1 für den Mann mit dem Jetset-Leben viel zu langweilig und ein baldiges Karriereende absehbar. Nicht ohne Grund meinte Red-Bull-Motorsportberater zuletzt bereits: “Es gibt doch Gerüchte, dass Hamilton sagt: ‘Leckt mich, jetzt werde ich Schauspieler’.”

Zumindest vorerst kommt das aber nicht in Frage. Denn noch macht es dem 31-Jährigen viel zu viel Spaß, seinem Teamkollegen Rosberg regelmäßig eine lange Nase zu drehen.

Nur zu gern würde Hamilton sein Spielchen gleich am kommenden Wochenende weitertreiben – beim Heimspiel seines Rivalen in Hockenheim. “Jetzt will ich auch in Deutschland gewinnen”, kündigte er schon mal an.

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