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Kein Protest gegen Vettel-Strafe

Ferrari verzichtet auf einen formellen Protest gegen die umstrittene Fünf-Sekunden-Zeitstrafe gegen den viermaligen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel. Dies teilte eine Teamsprecherin am Donnerstagabend mit.

Der Heppenheimer hatte den Großen Preis von Kanada am Sonntag als Erster beendet, wurde wegen der Zeitstrafe aber auf den zweiten Platz hinter Weltmeister Lewis Hamilton (Mercedes) zurückversetzt.

Ferrari hatte direkt nach dem Rennen dem Motorsport-Weltverband FIA angekündigt, gegen die Strafe vorzugehen.

Die Frist für den Einspruch lief 96 Stunden nach dem Rennen am Donnerstagabend ab.

Ferrari lässt sich Hintertür offen

Jedoch hat die Scuderia nach Artikel 14.1.1 des sportlichen Regelwerks der FIA noch die Chance, bei Vorlage von neuen Beweisen die Rennkommissare zu einer neuen Bewertung der Situation zu bewegen.

Dazu hat Ferrari 14 Tage nach Rennende Zeit, also bis zum Großen Preis von Frankreich. Der Rennstall zieht diese Möglichkeit in Erwägung.

Beim Rennen in Montreal hatte Vettel nach einem Ausflug ins Gras und einer Beinahe-Kollision mit Hamilton in der 47. Runde nur mit größter Mühe die Führung behalten. Die Rennjury untersuchte den Vorfall und bestrafte den Deutschen, weil dieser auf gefährliche Art und Weise auf die Strecke zurückgefahren sei. Vettel äußerte harsche Kritik.

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So realistisch ist ein Rücktritt von Vettel

An diesem Dienstag, zwei Tage nach dem – aus seiner Sicht – geklauten Sieg von Montreal dürfte die Nostalgie bei Sebastian Vettel am 80. Geburtstag von Formel-1-Legende Jackie Stewart noch einmal zusätzlich aufgekommen sein.

Auf der Pressekonferenz nach dem so unglücklichen Rennen in Kanada hatte Vettel keinen Hehl daraus gemacht, wie sehr er den alten Zeiten des ehrlichen Racings nachtrauert.

“Ich bin ein Purist, denke gerne zurück an die alten Zeiten, die alten Autos, die alten Fahrer”, sagte Vettel und bemängelte zugleich den aktuellen Zustand der Königsklasse: “Wir lassen keine Ecken und Kanten mehr zu.”

Aus Vettel spricht der Frust über die bislang enttäuschende Saison mit Ferrari, die Wut über die umstrittene Zeitstrafe und den damit verlorenen Sieg in Montreal. Aber nicht nur. “Das ist momentan nicht der Sport, in den ich mich verliebt habe als ich angefangen habe, zuzuschauen”, sagte Vettel.

Der viermalige Weltmeister klingt müde, resigniert, desillusioniert. Manche glauben, dass Vettel trotz seiner erst 31 Jahre eine Vollbremsung einlegen und seine aktive Karriere abrupt beenden könnte. Ist das wirklich realistisch? SPORT1 nennt und bewertet Vettels Optionen.

- Karriereende nach der Saison

Wirft Vettel nach der Saison die Brocken einfach hin? “Ich traue es ihm zu. Auf der anderen Seite ist er viel zu jung dafür. Das spricht dagegen”, sagte der heutige Experte und frühere Formel-1-Pilot Marc Surer der Bild und fügte hinzu: “Von der Stimmung her würde ich ihn sogar verstehen, wenn er sagt: ‘Ich habe die Schnauze voll!’”

Nach momentanem Stand ist ein Rücktritt zum Ende der Saison aber ausgeschlossen. “Ich bin sicher, dass ich dieses und nächstes Jahr in der Formel 1 fahren will”, stellte Vettel in einem Interview mit der Sunday Times klar.

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- Schluss nach Vertragsende 2020 bei Ferrari

Eigentlich sollte Vettel bei Ferrari wie einst Michael Schumacher eine neue Erfolgs-Ära einläuten. Schumacher feierte in seinem fünften Jahr bei Ferrari den WM-Gewinn. Davon ist Vettel in seiner fünften Saison beim italienischen Kult-Team weit entfernt. Die Entwicklung stagniert eher. Sowohl Fahrfehler von Vettel als auch Pannen in der Verantwortung der Scuderia sorgen zudem immer wieder für empfindliche Rückschläge.

Zuletzt deutete Vettel an, dass er den Verbleib in der Formel 1 auch davon abhängig mache, wie die Regeln ab 2021 aussehen werden. Dann wird es ein neues technisches Reglement geben. Die Hoffnung von Vettel und Ferrari ist, dass damit die jahrelange Dominanz von Mercedes gebrochen werden könnte.

Vettels Vertrag bei Ferrari läuft aber nur noch bis 2020. Sollte bis dahin keine deutliche Besserung eintreten, ist eine Trennung durchaus vorstellbar. Zumal mit Charles Leclerc der Kronprinz Vettel schon im Nacken sitzt. Und die Zukunft bei Ferrari womöglich schon parat steht: Michael Schumachers Sohn Mick.

- Wechsel zu Mercedes

Sollte es für Vettel bei Ferrari nach 2020 nicht weiter gehen, hätte der gebürtige Heppenheimer eigentlich nur eine Top-Alternative. Eine Rückkehr zu Red Bull, wo Vettels Stern einst aufging, gilt als ausgeschlossen. Das Team des Brauseherstellers ist mit Max Verstappen top besetzt und setzt eher auf jüngere Fahrer.

Bliebe für Vettel nur ein Wechsel zu Mercedes.

Spekulationen um einen spektakulären Cockpit-Tausch von Vettel und Erzrivale Lewis Hamilton hatte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff unlängst mit zwei Aussagen ins Rollen gebracht. “Sebastian ist jemand, vor dem ich als Fahrer und als Mensch unheimlichen Respekt habe. Wer weiß, was die Zukunft bringt”, sagte Wolff der Bild am Sonntag. In der Gazzetta dello Sport erklärte Wolff: “Man muss anerkennen, dass es möglicherweise im Kopf eines jeden Fahrers steckt, eines Tages für Ferrari zu fahren.”

Soll heißen: Für Hamilton könnte ein Wechsel zu Ferrari interessant sein. Wie Vettels Vertrag bei Ferrari läuft auch Hamiltons Kontrakt bei Mercedes 2020 aus.

Schon 2017 soll es Gespräche zwischen Mercedes und Vettel gegeben haben. Damals hatte Vettel die WM-Wertung lange angeführt, musste sich am Ende aber Hamilton geschlagen geben.

Ein Wechsel zu Mercedes könnte Vettels Feuer neu entfachen.

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Die größten Formel-1-Fahrer aller Zeiten

Die größten Formel-1-Fahrer aller Zeiten zum Durchklicken:

Seit knapp 70 Jahren elektrisiert die Formel 1 ihre Fans. Helden werden geboren, Rekorde gebrochen, Mut und Risiko belohnt.

33 Fahrer konnten bereits einen WM-Titel einfahren, nur die größten unter ihnen schaffen es aber in das SPORT1-Ranking.

Mit Michael Schumacher, Ayrton Senna oder Alain Prost sind zahlreiche Legenden vertreten. Auch Jackie Stewart, der am 11. Juni seinen 80. Geburtstag feiert, schafft es in die Top Ten.

SPORT1 wirft einen Blick zurück in die Geschichte der Königsklasse des Automobilsports und präsentiert das Ranking der größten F1-Fahrer aller Zeiten.

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Wie kurz die Zündschnur bei Vettel ist …

Die Tops und Flops des Kanada-GP von Peter Kohl zum Durchklicken:

Der Gruß vom Podium des Kanada-GP fiel Sebastian Vettel sichtlich schwer. Der Ferrari-Pilot fühlte sich nach der Strafe wegen der unsicheren Rückkehr auf die Strecke um seinen Sieg betrogen.

SPORT1-Kolumnist Peter Kohl kann die Reaktionen von Vettel nicht nachvollziehen. In seinem Kommentar übt er scharfe Kritik. Er habe seine Emotionen nicht im Griff, kommentiert Kohl in seinen Tops und Flops aus Kanada

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"Rot vor Wut": Italiens Presse schäumt wegen Vettels Strafe

Die internationalen Pressestimmen nach dem Kanada-GP zum Durchklicken:

Sebastian Vettel fühlt sich beim Großen Preis von Kanada um den Sieg betrogen. Der Ferrari-Pilot, der in Montreal als erster durchs Ziel fährt, wird wegen einer Fünf-Sekunden-Strafe doch nur Zweiter.

Viele italienische Medien sehen den Deutschen ebenfalls als Opfer einer zu harten Entscheidung und sprechen von einer “verhexten Saison” für Ferrari.

SPORT1 fasst die internationalen Pressestimmen zum Grand Prix von Kanada zusammen.

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Ferrari legt gegen Vettel-Strafe Einspruch ein

Die umstrittene Fünf-Sekunden-Zeitstrafe gegen den viermaligen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel beim Großen Preis von Kanada hat ein Nachspiel.

Vettels Ferrari-Rennstall kündigte dem Motorsport-Weltverband FIA am Sonntag nach dem Rennen offiziell an, einen Protest zu planen.

Die Scuderia hat durch den Schritt die Möglichkeit, innerhalb von 96 Stunden weiteres entlastendes Beweismaterial zu sammeln und dann formell Einspruch einzulegen.

Vettel wird wegen Zeitstrafe zweiter

Vettel hatte das siebte Saisonrennen als Erster beendet, wurde wegen der Zeitstrafe aber auf den undankbaren zweiten Platz hinter Weltmeister Lewis Hamilton (Mercedes) zurückversetzt.

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Nach einem Ausflug ins Gras und einer Beinahe-Kollision mit Hamilton in der 47. Runde hatte Vettel nur mit größter Mühe die Führung behalten. Die Rennjury untersuchte den Vorfall und bestrafte den Deutschen, weil dieser auf gefährliche Art und Weise auf die Strecke zurückgefahren sei. Vettel äußerte harsche Kritik.

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Vettel kocht: "Wo zur Hölle soll ich denn hin?"

Lange sah es beim Großen Preis von Kanada so aus, als ob sich Sebastian Vettel den ersten Saisonsieg sichern würde. In der 47. Runde wurde ihm dann ein Fahrfehler zum Verhängnis. Der 31-Jährige landete in der Wiese und wurde anschließend von den Stewards mit einer Zeitstrafe belegt. 

Obwohl der Heppenheimer als Erster über die Ziellinie fuhr, durfte Mercedes über den nächsten Sieg jubeln.

Bei Sebastian Vettel kochten nach Rennende die Emotionen über und auch Lewis Hamilton konnte sich über seinen geschenkten Sieg nicht richtig freuen. (Service: WM-Stand der Formel 1 im SPORT1-Datencenter)

SPORT1 fasst die Stimmen von RTL, Sky, Ziggo Sport aus der Mixed-Zone und der Boxengasse zusammen.

Sebastian Vettel (Ferrari, Rang 2) noch im Cockpit: “Sie stehlen uns das Rennen. Man muss schon absolut blind sein um zu denken, dass man durch das Gras fahren und das Auto danach kontrollieren kann. Wir hatten Glück, nicht in die Wand zukrachen. Wo zur Hölle soll ich denn hin? Das ist falsch. Es ist nicht fair. Ich kann nicht ruhig bleiben. Ich bin wütend. Ich habe jedes Recht, wütend zu sein. Mir ist egal, was die Leute sagen.”

zur entscheidenden Szene: “Es war ein kleiner Fehler, ich hatte das ganze Rennen über mit der Hinterachse zu kämpfen. Lewis hat viel Druck ausgeübt, ich hatte nicht viel Luft. Ich habe das Heck eingangs der Kurve verloren, musste korrigieren und ausweichen. Ich bin dann über Gras, die Reifen waren dreckig und hatten keinen Grip. Ich war froh, dass ich nicht in die Mauer gerasselt bin und das Auto noch abfangen konnte.”

zu den Optionen, die er in dieser Situation hatte: “Zeit mir mal den Fahrer, der vielleicht nur mit einer Hand durchs Gras fahren kann, gleichzeitig in den Spiegel schaut und noch dazu am Funk spricht. Ich kriege das nicht hin, sorry. Und wenn das verlangt wird, dann muss ich mir etwas anderes suchen.”

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zum Endergebnis: “Ich glaube, das ganze Team hat heute den Sieg verdient und in gewisser Weise fühle ich mich auch als Sieger. Wir sind aus gutem Grund als Erster über die Linie gefahren. Es gibt nicht viele Leute, die dem heute widersprechen, aber ein paar leider schon.”

zum Verhalten von Lewis Hamilton: “Ich weiß nicht, wie es auch Lewis’ Sicht aussah, aber als ich in den Spiegel geschaut habe, nachdem ich das Auto abgefangen haben, war er direkt hinter mir. Hätte er nach innen eingeschnitten, wäre er wahrscheinlich vorbeigefahren. Ich konnte in dem Moment nicht sehen, was hinter mir passiert.”

zur Strafe: “Ich weiß ehrlich nicht wofür ich die Strafe bekommen habe. Ich hätte nichts anders machen können. So macht man unseren Sport kaputt. Die Leute wollen doch sehen, dass wir Rennen fahren. Und ich halte das für Racing. Hoffentlich kommen die Zuschauer noch mal wieder, denn nur darum geht es doch.”

zu den Buhrufen gegen Lewis Hamilton auf dem Podium: “Die Leute sollten Lewis nicht ausbuhen. Er hat gesehen, was passiert ist. Es war nicht meine Intention, in seinem Weg herumzustehen. Ich hatte Probleme, auf der Strecke zu bleiben. Aber die Leute sollten nicht gegen Lewis buhen, sondern eher gegen die lustigen Entscheidungen.”

über die geringer werdende Freude an der Formel 1: “Ich liebe den Rennsport wirklich sehr. Ich bin ein Purist. Ich beschäftige mich gerne mit der Vergangenheit und schaue mir die alten Zeiten an, die Fahrer und Autos von früher. Es sind Helden. Un es ist eine Ehre, wenn du sie treffen und mit ihnen sprechen kannst. Das liebe ich. Ich wünschte nur, ich wäre damals gefahren, nicht heute. Unter Strich ist das nicht der Sport, in den ich mich einst verliebt habe, als ich noch Zuschauer war.”

Lewis Hamilton (Mercedes, Rang 1): “Das ist nicht die Art, wie ich Rennen gewinnen möchte. Ich will Rennen durch Überholen gewinnen. Ich war in der Phase des Rennens schneller als er, ich habe Druck gemacht. Und ich war ganz dicht dran, bevor Vettel den Fehler gemacht hat. Das ging dann alles sehr schnell. Aber die Regel ist, dass du Platz lassen musst, wenn du auf die Strecke zurückfährst. Er hat die Tür zugemacht und ich musste einen Unfall vermeiden.”

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): “die Situation ist für mich ganz schwierig zu beurteilen, weil ich nicht ganz objektiv bin. Es gibt eine Regel, die besagt, dass du eine Wagenbreite Platz lassen musst, wenn du abseits der Strecke warst. Das war so eine Situation, er war neben de Strecker und hat danach diesen Platz nicht gelassen, als er zurückkam und seine Position verteidigt hat. Dass diese Strafe polarisiert, verstehe ich auch.”

Mark Webber (frühere Teamkollege von Vettel): “Ist einer dieser Stewards mal in der Formel 1 an der Spitze gefahren? Ich habe zwar das Rennen nicht gesehen, inzwischen aber den ‘Zwischenfall’. Verrückte Strafe.”

Nigel Mansell (ehemaliger Formel-1-Weltmeister): ”Seb hat es gut gemacht, nicht in der Mauer zu landen. Auf dem Gras hast du einfach keinen Grip. Und an der Stelle gibt es keinen Platz. Was soll Seb da schon machen? Er war nur Passagier.”

zur Strafe gegen Vettel: ”Lächerlich”

Damon Hill (ehemaliger Formel-1-Weltmeister): “Ja, er hätte mehr Platz lassen können. So aber haben wir ein tolles Finale verpasst, weil es die Strafe gab. Es bestanden genug Zweifel, als dass man sie hätte weitermachen lassen können.”

Daniel Abt (ehemaliger Formel-2-Fahrer): “Diese Strafe ist Bullshit.”

Alexander Wurz (ehemaliger Formel-1-Fahrer): “Vettel hat erst in den Rückspiegel geschaut, nachdem er die Lenkung korrigiert hat. Dass er so weit gerutscht ist, ist der Physik geschuldet. Und dass Lewis keinen Platz hatte, das liegt eben an einem Stadtkurs. Für mich war das keine Strafe.”

Mario Andretti (ehemaliger Formel-1-Weltmeister): “Die Stewards sollten zweifelsfrei gefährlich Manöver bestrafen, aber keine einfachen Fehler, die aus hartem Racing heraus entstehen.”

zur Entscheidung der Stewards: “Nicht akzeptabel” 

Allan McNish (ehemaliger Formel-1-Fahrer): “Keine Ahnung, was Vettel da anders hätte machen können. Aufgrund seiner Geschwindigkeit hätte es ihn so oder so derart weit hinausgetragen.”

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"Voller Adrenalin!" Pole berauscht Vettel

Beim Qualifying zum Großen Preis von Kanada sichert sich Sebastian Vettel im Ferrari die erste Pole Position der Saison. Der Deutsche greift damit am Sonntag nach seinem ersten Saisonsieg. (Formel 1, Kanada-GP ab 20.10 Uhr bei SPORT1 im LIVETICKER)

Nach 17 Rennen ohne Quali-Bestzeit kann Vettel endlich wieder von Startplatz eins ins Rennen gehen. Als Zweiter sitzt Weltmeister Lewis Hamilton dem Ferrari-Piloten im Nacken, dahinter steht mit Charles Leclerc der zweite Bolide der Scuderia. 

Wegen eines Crashs von Kevin Magnussen im Q2 geht Max Verstappen im Red Bull dagegen nur von Rang elf ins Rennen. 

SPORT1 fasst die Stimmen von Sky und aus der Mixed-Zone und der Boxengasse zusammen.

Sebastian Vettel (Ferrari, 1. Startplatz): ”Ich bin voller Adrenalin. Das war eine super Runde. Ich konnte mich von Kurve zu Kurve steigern. Das Gefühl im Auto, wenn man fühlt, dass es richtig läuft, das ist sehr schön. Ich habe es sehr genossen.”

… über den Unterschied zwischen Qualifying und Training: “Das Auto war deutlich besser als gestern, es hat sich sehr gut angefühlt. Ich hoffe, wir können das in das Rennen transportieren.”

… zu Stärken und Schwächen des Autos: ”Wir haben immer noch die gleichen Baustellen. Der Speed auf den Geraden ist offensichtlich sehr gut, aber wir zahlen den Preis in den Kurven. Wir sind noch nicht in der Lage, dort den gleichen Grip zu entwickeln.”  

… zur ersten Pole nach 17 Rennen: “Ich freue mich sehr für das Team, weil die letzten Wochen – also die letzten 17 Rennen – waren extrem hart für uns. Ein Erfolgserlebnis tut immer gut. Ich denke, wir haben heute einen Schritt nach vorne gemacht.” 

Vettel warnt vor “hartem Brocken” Mercedes

… über seine Reifenstrategie für das Rennen: ”Wir werden vermeiden, den ganz weichen Reifen zu benutzen, eher mit dem Medium zu fahren.”

… zu den Siegchancen im Rennen: “Schauen wir mal. Wir wissen, dass ein harter Brocken auf uns zukommt. Es ist ein langes Rennen, es kann viel passieren, gerade hier. Jetzt gilt es morgen, dagegen zu halten und das zu unterstreichen. Das wird schwer genug. Ich denke, der Grund für die Pole ist, dass die Pace da ist. Wir fühlen uns wohl hier auf der Strecke, die kommt uns ein bisschen entgegen.”

… zum möglichen Reifenvorteil der Silberpfeile: ”Jetzt sich den Kopf zu zerbrechen und sich irgendetwas auszumalen bringt in der Regel nichts. Deshalb lassen wir das.”  

… zum Rennen: “Ich bin zurückhaltend. Wir hatten genügend Beispiele im Freien Training, die gezeigt haben, dass wir vielleicht die Nase vorn haben, mussten im Qualifying dann aber ziemlich einstecken. Das heute rumzudrehen ist natürlich toll. Aber wir starten mit Zurückhaltung ins Rennen. Mercedes ist sehr stark, gerade über die lange Distanz.”  

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Leclerc: “Habe mich abgequält”

Lewis Hamilton (Mercedes, 2. Startplatz): ”Ehrlich gesagt kann ich nicht von Enttäuschung sprechen, die Ferrari waren einfach schneller. Wir haben alles gegeben.”

… über die Konkurrenz von Ferrari: ”Wir wussten, dass sie schnell sind, aber so soll es sein. So ist Racing. Ich bin froh, dass ich mich zwischen die Ferrari schieben konnte.”

Charles Leclerc (Ferrari, 3. Startplatz): ”Ich hatte ein wenig Probleme mit dem Auto. Je besser die Strecke wurde, desto schlechter habe ich mich gefühlt. In Q3 habe ich mich abgequält. Da muss ich an mir arbeiten.”

… über Teamkollege und Pole-Setter Vettel: “Glückwunsch an Sebastian, er hat es definitiv verdient.”

Max Verstappen (Red Bull, 11. Startplatz): ”Wir haben es auf der Medium-Mischung versucht, es hat sich gut angefühlt, aber ich bin dann in den Verkehr geraten. Dann sind wir auf die weiche Mischung umgestiegen und dann kam die Flagge.”

… zum Magnussen-Crash im Q2: “So ist die Formel 1, das passiert.”

… zu seinem Startplatz und den Rennaussichten: “Das ist nicht der Platz, von dem ich starten möchte. Aber wir haben auch nicht die Pace wie Ferrari und Mercedes. Es wird schwierig, gegen sie zu kämpfen.”

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Crash-Pech! So reagiert Verstappen

Für Max Verstappen hätte das Qualifying zum Großen Preis von Kanada kaum schlechter laufen können. Nur Rang elf für den ehrgeizigen Niederländer – der Sieg oder ein Podiumsplatz somit nahezu unmöglich.

Schon nach Q2 war für den Red-Bull-Piloten Schluss. Die finale Quali-Runde der besten zehn Fahrer verpasste er.

Doch zum Erstaunen einiger Beobachter nahm der sonst als Heißsporn bekannte Verstappen das Debakel äußerlich gelassen: “So ist die Formel 1, das passiert.”

Dabei hätte der 21-Jährige durchaus Grund gehabt, verärgert zu sein. Gerade, als Verstappen in Q2 zu seiner schnellen Runde ansetzte und sich vermutlich unter die besten zehn Fahrer hätte schieben können, wurde ihm der Crash eines Kollegen zum Verhängnis. 

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Kevin Magnussen krachte wenige Sekunden vor Ende von Q2 in die “Wall of Champions” eingangs der Zielgeraden. Der schwere Unfall des Dänen hinderte die übrigen Fahrer daran, weitere Zeiten zu listen. Und da die Uhr kurz darauf auf Null runtergelaufen war, blieb Verstappen auf Platz elf stecken und ihm somit das Q3 verwehrt.

Verstappen kritisiert fehlende Red-Bull-Power

Pech für den Youngster, doch der blieb unerwartet ruhig und sah auch andere Gründe für das desaströse Qualifying: “Wir haben es auf der Medium-Reifenmischung versucht, es hat sich gut angefühlt, aber ich bin dann in Verkehr geraten. Dann sind wir auf die weiche Mischung umgestiegen und dann kam die Flagge (nach dem Magnussen-Unfall; Anm. d. Red.).” 

Heftiger fiel dagegen sein Urteil über den eigenen Wagen und dessen aktuelles Leistungsvermögen aus: ”Das ist nicht der Platz, von dem ich starten möchte. Aber wir haben auch nicht die Pace wie Ferrari und Mercedes. Es wird schwierig, gegen sie zu kämpfen.”

  

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Hamilton crasht bei Ferraris Trainingsshow

Lewis Hamilton touchierte mit seinem aufgemotzten Siegerauto die Mauer, Sebastian Vettel und Ferrari meldeten auch dank der seltenen Schwäche des Weltmeisters Ansprüche auf den lang ersehnten ersten Saisonsieg an.

Die viel gescholtene Scuderia hat im freien Training zum Großen Preis von Kanada (Formel 1, Großer Preis von Kanada: So. ab 20.10 Uhr im LIVETICKER) leise Hoffnungen auf eine Trendwende in der bislang einseitigen Formel-1-Saison geweckt.

Am Freitag sorgte der junge Monegasse Charles Leclerc in 1:12,177 Minuten für die Bestzeit in Montreal. Der viermalige Weltmeister Vettel (1:12,251), der am Donnerstag seinen “Siegeshunger” versichert hatte, war als Zweiter nur unwesentlich langsamer. Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas (1:12,311) im Mercedes beendete das Training als Dritter, der Emmericher Nico Hülkenberg (Emmerich/1:13,168) wurde Neunter. 

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Vettel äußerte sich dennoch zurückhaltend. “Man darf das Ergebnis nicht überbewerten. Alles in allem fehlt uns glaube ich noch ein bisschen auf die Spitze”, sagte er mit Blick auf Mercedes: “Ich denke, dass sie im Qualifying absolut in der Favoritenrolle sind.” 

WM-Spitzenreiter und Titelverteidiger Hamilton hatte seine beste Runde (1:12,767) schon im ersten Training aufgestellt. In der Nachmittagseinheit konnte er wegen eines ungewohnten Fahrfehlers keine Runde auf der weichen und schnellsten Reifenmischung absolvieren.

Hamilton muss Session beenden

Hamilton versteuerte sich in Kurve 9, touchierte die Mauer und zerstörte den rechten Hinterreifen. Der Brite fuhr im Schleichtempo zurück an die Box – die Session war für den 34-Jährigen mit Schäden am Unterboden vorzeitig beendet. Das Werksteam tauschte als Vorsichtsmaßnahme das gesamte Heck aus.

Zum insgesamt unbefriedigenden Freitag der Silbernen hatte zuvor auch Bottas beigetragen. Am Ende des ersten Trainings klagte der Finne über Probleme mit dem Benzindruck. Bottas konnte später aber wieder hinters Steuer. 

Auf der Medium-Reifenmischung schien sich bei Mercedes das in Kanada eingesetzte Motorenupgrade allerdings bezahlt zu machen. Das Weltmeisterteam war in FP1 rund eine Sekunde schneller als die Konkurrenz unterwegs. “Der Motor ist brandneu, es wurden überall kleine Verbesserungen vorgenommen”, hatte Hamilton am Donnerstag gesagt: “Kanada ist eine Power-Strecke, das Timing ist also perfekt.” 

Viele Fahrer mit Problemen in  L’Epingle

Hamilton war derweil nicht der einzige fehlerbehaftete Fahrer. Vettel leistete sich einen folgenlosen Dreher in der Haarnadelkurve L’Epingle. Antonio Giovinazzi (Italien) schlug im Alfa Romeo an der gleichen Stelle wie Hamilton ein. Verstappen machte mit dem rechten Vorderreifen unliebsame Bekanntschaft mit der gefürchteten “Wall of Champions” vor Start-und-Ziel.

Ferrari steht in Kanada unter Druck und muss liefern. Der Circuit Gilles Villeneuve gilt als Ferrari-freundlicher Kurs. Die Schwächen im Kurvenverhalten sollten angesichts der langen Geraden eigentlich nicht allzu stark ins Gewicht fallen. ”Auf dem Papier sollte der Kurs besser für uns sein”, hatte Vettel gesagt. 

Der Heppenheimer hat als WM-Dritter bereits 55 Punkte Rückstand auf Hamilton, der zuletzt in Monaco seinen vierten Saisonsieg feierte. Die Italiener warten noch auf ihren ersten Triumph des Jahres. 

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