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Übernimmt Wehrlein eine Rolle bei Ferrari?

Rennfahrer Pascal Wehrlein könnte beim Formel-1-Rennstall Ferrari neuer Kollege von Sebastian Vettel werden.

Nach übereinstimmenden Medienberichten übernimmt der Worndorfer neben seinem Cockpit in der Formel E bei der Scuderia zur neuen Saison die Rolle des Simulatorpiloten. Dies sei ein “sehr wichtiger” Job bei der Entwicklung des Autos, wie Vettel stets betont.

Nach den Abgängen von Antonio Giovinazzi und Daniil Kwjat ist die Position des Simulatorfahrers bei Ferrari vakant.”Ich bin mir sicher, dass wir jemanden finden werden, der sich rasch einfindet, damit wir auch in diesem Bereich 2019 stark aufgestellt sind”, hatte Vettel bereits beim letzten Rennen der Vorsaison in Abu Dhabi gesagt.

Wehrlein drückt Vettel die Daumen

Der Heppenheimer versteht sich gut mit Wehrlein, der 2016 und 2017 für Manor und Sauber in der Formel 1 fuhr. An diesem Wochenende feiert er in der Formel E für Mahindra sein Debüt.

2018 hatte Wehrlein, langjähriger Mercedes-Junior, kein Cockpit mehr in der Formel 1 gefunden. Zum neuen Jahr trennten sich die Wege des jüngsten DTM-Meisters der Geschichte und des Silberpfeil-Teams.

In dieser Saison drückt er seinem Kumpel Vettel in Rot die Daumen. “Es ist kein Geheimnis, dass wir uns sehr gut verstehen. Sebastian ist jemand, der trotz seiner Riesenerfolge am Boden geblieben ist”, sagte Wehrlein der Sport Bild:

“Als ich 2016 in die Formel 1 kam, haben wir uns auf Anhieb extrem gut verstanden. Das hat mir sehr geholfen. Direkt nach meinem Unfall beim Race of Champions 2017 in Miami war er immer an meiner Seite. Er und Ferrari hätten den Titel mehr als verdient.”

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Lauda nach grippalem Infekt "sehr mitgenommen"

Formel-1-Legende Niki Lauda (69) wird fünf Monate nach seiner Lungentransplantation wegen einer Grippe weiter im Allgemeinen Krankenhaus (AKH) in Wien behandelt.

Der Ex-Weltmeister sei “sehr mitgenommen”, sagte sein behandelnder Arzt Walter Klepetko im Gespräch mit kurier.at: “Es geht ihm so wie jedem anderen Patienten mit einem grippalen Infekt.” Berichte in Österreich, wonach sich Lauda eine Lungenentzündung zugezogen habe, bestätigte der Thoraxchirurg nicht.

Neue Lunge funktioniert gut 

Bei Lauda handelt es sich laut Klepetko um “keinen klassischen Infekt. Es ist mehr als eine Erkältung.” Wegen der im August transplantierten Lunge sei die Situation “nicht so einfach wie bei einem gesunden Menschen. Die Situation ist komplex.” Der Aufsichtsratschef des Formel-1-Rennstalls Mercedes werde derzeit intensiv betreut. Die neue Lunge funktioniert aber “sehr gut”, sagte Klepetko. Bereits am Sonntag hatte das AKH bestätigt, dass Lauda erneut stationär behandelt wird.

Lauda hatte zuletzt auf eine vollständige Genesung bis Ende Januar gehofft und schon wieder Pläne für seine Rückkehr an die Formel-1-Rennstrecken geschmiedet. Weihnachten verbrachte er mit seiner Familie auf Ibiza, wo er sich anscheinend mit der Grippe ansteckte und den Urlaub abbrechen musste. “Er hat sich nicht übernommen, er hat alles richtig gemacht. Ein gewisses Risiko bleibt aber in so einem Fall immer”, sagte Klepetko. Laudas Immunsystem ist infolge der Lungentransplantation am 2. August noch geschwächt.

Im Oktober war Lauda nach zweieinhalb Monaten aus dem AKH entlassen worden. Die behandelnden Ärzte machten ihm dabei Hoffnung auf “eine fast normale Lebensqualität. Er wird wieder fliegen können, wieder zu Rennen fahren, Auto fahren”, erklärte Dr. Peter Jaksch damals.

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So profitiert Vettel vom neuen Ferrari-Chef

Mit seinem akkurat frisierten dunklen Haar, der Brille und dem höflichen Lächeln ist Mattia Binotto keiner, der auf den ersten Blick auffällt. Schon gar nicht im schrillen PS-Zirkus der Formel 1. Ganz im Gegensatz also zu Maurizio Arrivabene, den sie nicht nur den “Marlboro Man” nennen, weil er als Seiteneinsteiger aus der Zigarettenindustrie kommt, sondern weil er mit seinen markanten Zügen wirkt wie ein Filmstar, der jeden Moment lässig in den Sonnenuntergang reitet. 

Arrivabene aber hat sich vergaloppiert im Machtgefüge der Scuderia, ist am Ende gestürzt über die Erfolglosigkeit. Am Montagabend bestätigte Ferrari Medienberichte, dass Arrivabene in die Wüste geschickt werde. Ferrari lechzt nach dem WM-Titel. Der Glaube, ihn unter Arrivabene einzufahren, war erloschen.

Hirn statt Schein 

Statt des einstigen Marketing-Experten des größten Ferrari-Sponsors Philip Morris soll es nun Binotto richten, so wie es der Wunsch des im Sommer verstorbenen Fiat-Chrysler-Präsidenten Sergio Marchionne war. Hirn statt Schein, wenn man so will. Denn Binotto gilt als ausgewiesener Technik-Guru. Sebastian Vettel dürfte von der roten Revolution durchaus profitieren.

Binotto hat in seiner Heimatstadt Lausanne Mechanik studiert. 1995 kam er zu Ferrari, durchlief sämtliche Stationen in der Fabrik und im Formel-1-Team. 2014 ernannte ihn Marchionne zum Leiter des gesamten Motorenbereichs, seit 2016 konzentrierte sich Binotto als Technischer Direktor auf den Formel-1-Rennstall. Der 49-Jährige gilt als eine Art Star unter den Ingenieuren.

Lauda sieht Binotto als “Schlüsselfigur”

Als “Schlüsselfigur” bezeichnete Niki Lauda, Aufsichtsrats-Chef des Mercedes-Rennstalls, Binotto schon 2017. Weil ein Schweizer da sei, “der die Italiener organisiert, sie zum Arbeiten antreibt aber ihnen gleichzeitig die Freiheit lässt, ihre Vorstellungen und Ideen auszudrücken”, sagte Lauda der Repubblica

Der Verdienst, dass es der Ferrari speziell im vergangenen Jahr mit den Mercedes aufnehmen konnte, wird Binotto zugeschrieben. Die vielen strategischen Fehler werden Arrivabene angelastet. (Rennkalender der Formel-1-Saison 2019)

Vettel und Binotto haben einen guten Draht zueinander. Die Entwicklung und Abstimmung des Autos sehen beide als Teamwork. 

Spöttische Arivabene-Aussagen über Vettel

Zwischen Vettel und Arrivabene stimmte die Chemie nicht immer. “Er ist ein Junge, der das Beste seiner Fähigkeiten am Steuer eines Ferrari erst noch zeigen muss. Vielleicht schenken wir ihm Ellbogenschoner, um sich besser zu wehren, wenn es gegen seine Rivalen hart auf hart geht”, sagte Arrivabene über Vettel und sprach über den viermaligen Weltmeister ein bisschen wie über einen Schuljungen. Es sollte als Scherz gemeint sein, klang aber eher spöttisch. 

Richtig ist, dass nicht nur Arrivabene Fehler am Kommandostand gemacht hat. Auch Vettel leistete sich auf der Strecke zu viele Patzer und hatte am Ende gegen Lewis Hamilton keine Chance.

Neuer Ferrari macht Hoffnung

Bei Ferrari hoffen sie nun, dass der Traum von einer neuen Ära endlich Wirklichkeit wird. Das Duo Vettel/Binotto wird verglichen mit Michael Schumacher und dessen damaligem Superhirn Ross Brawn. Schumacher benötigte vier Jahre Anlauf- und Aufbauzeit, holte dann fünf WM-Titel in Folge. Vettel geht in seine fünfte Saison bei Ferrari.

Vettels neuer Bolide wird am 15. Februar der Öffentlichkeit präsentiert. Wie die Gazzetta dello Sport berichtet, soll er im Windkanal trotz der neuen Regeln, die die Autos eigentlich einbremsen, bereits schneller sein als der SF71H – auch dank innovativer Lösungen von Binotto.

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Arrivabene muss gehen – Vettel bekommt neuen Boss

Ferrari ist es gelungen, das Formel-1-Jahr 2019 bereits fünf Wochen vor den ersten Testfahrten in Barcelona kräftig anzufeuern. Teamchef Maurizio Arrivabene muss seinen Posten für den bisherigen Technik-Direktor Mattia Binotto räumen, das teilte die Scuderia am Montagabend mit.

Arrivabene war seit Anfang 2014 im Amt, er war vom mittlerweile verstorbenen Fiat-Chrysler-Präsidenten Sergio Marchionne zum Teamchef ernannt worden.

Arrivabene versus Binotto

Nach Ferrari-Angaben sei die Entscheidung nach langen Diskussionen und Gesprächen gefallen. Weitere Hintergründe und Details teilten die Italiener nicht mit. Nach der für Ferrari enttäuschenden Saison und dem erneut verpassten WM-Titel war es laut Gazzetta dello Sport zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten zwischen Arrivabene und Binotto gekommen.

Der neue Ferrari-Chef Louis Camilleri und Fiat-Chrysler-Präsident John Elkann sollen sich in dieser heiklen Gemengelage schließlich für Binotto entschieden haben.

Ferrari hadert

Obwohl Ferrari über weite Teile der Saison 2018 das schnellste Auto im Feld hatte, gelang es nicht, den heißersehnten Titel endlich wieder nach Maranello zu holen. Viele taktische und handwerkliche Fehler der Boxencrew sowie zum Teil eklatante Aussetzer des viermaligen Weltmeisters Sebastian Vettel halfen Mercedes und dem nun fünfmaligen Weltmeister Lewis Hamilton nach einem eher schwachen Saisonstart wieder in die Spur.

Vor allem die Haltung der Italiener beim leidigen Thema Stallorder erwies sich als großer Nachteil für Vettel. Anders als bei Mercedes, wo sich Valtteri Bottas schon früh hinter Hamilton einordnen musste, versäumte es Ferrari, Vettel als bedingungslose Nummer eins auszurufen.

Arrivabene: “Keine Revolution”

Als dann Arrivabene öffentlich die seiner Meinung nach unzureichende Weiterentwicklung des Autos bemängelte und damit Binotto frontal angriff, waren die Würfel fast schon gefallen. Kurz vor Weihnachten unternahm Arrivabene einen letzten Versuch, das drohende Unheil abzuwenden.

Meldungen über einen Streit mit Binotto seien Fake News, die das Ziel hätten, Instabilität und Probleme im Team zu schüren, sagte er im Gespräch mit italienischen Medien: “In dieser Saison hat es mehrere Versuche gegeben, die Mannschaft zu destabilisieren, aber “das Team ist gut und kompakt. Ein funktionierender Rennstall braucht keine Revolution, ich bin sowieso eher Freund einer Evolution.”

Binotto überall tätig

Nun darf es also Mattia Binotto versuchen. Der 49-Jährige, der 2016 die Nachfolge des seinerzeit entlassenen Technikchefs James Allison antrat, kam schon 1995 zu Ferrari und durchlief sämtliche Stationen in der Fabrik und im Formel-1-Team.

2004 wurde er Ingenieur im Rennsport-Bereich, 2007 Chefingenieur der Ferrari-Gruppe. 2014 ernannte ihn Sergio Marchionne zum Leiter des gesamten Motorenbereichs, ehe er sich seit 2016 als Technischer Direktor auf den Formel-1-Rennstall konzentrierte.

Letzter Ferrari-Weltmeister nach der legendären Ära Michael Schumacher war 2007 der nun zu Sauber gewechselte Finne Kimi Räikkönen. Zuletzt scheiterte Sebastian Vettel 2017 und 2018 nach jeweils engem Kampf über weite Teile der Saison an Lewis Hamilton.

2019 steht Vettel deshalb erheblich unter Druck, zudem muss er sich der Konkurrenz des jungen Monegassen Charles Leclerc erwehren.

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Führungsbeben bei Ferrari: Kriegt Vettel einen neuen Chef?

Ferrari ist es gelungen, das Formel-1-Jahr 2019 bereits fünf Wochen vor den ersten Testfahrten in Barcelona kräftig anzufeuern. Nach übereinstimmenden Medienberichten muss Teamchef Maurizio Arrivabene seinen Posten für den bisherigen Technik-Direktor Mattia Binotto räumen. Arrivabene ist seit Anfang 2014 im Amt, er war vom mittlerweile verstorbenen Fiat-Chrysler-Präsidenten Sergio Marchionne zum Teamchef ernannt worden.

Nach der für Ferrari enttäuschenden Saison und dem erneut verpassten WM-Titel war es laut Gazzetta dello Sport zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten zwischen Arrivabene und Binotto gekommen. Der neue Ferrari-Chef Louis Camilleri und Fiat-Chrysler-Präsident John Elkann sollen sich in dieser heiklen Gemengelage schließlich für Binotto entschieden haben. Eine offizielle Bestätigung des Teams gab es zunächst nicht.

Ferrari macht zu viele Fehler 

Obwohl Ferrari über weite Teile der Saison 2018 das schnellste Auto im Feld hatte, gelang es nicht, den heißersehnten Titel endlich wieder nach Maranello zu holen. Viele taktische und handwerkliche Fehler der Boxencrew sowie zum Teil eklatante Aussetzer des viermaligen Weltmeisters Sebastian Vettel halfen Mercedes und dem nun fünfmaligen Weltmeister Lewis Hamilton nach einem eher schwachen Saisonstart wieder in die Spur.

Vor allem die Haltung der Italiener beim leidigen Thema Stallorder erwies sich als großer Nachteil für Vettel. Anders als bei Mercedes, wo sich Valtteri Bottas schon früh hinter Hamilton einordnen musste, versäumte es Ferrari, Vettel als bedingungslose Nummer eins auszurufen. Als dann Arrivabene öffentlich die seiner Meinung nach unzureichende Weiterentwicklung des Autos bemängelte und damit Binotto frontal angriff, waren die Würfel fast schon gefallen.

Arrivabene dementierte Probleme

Kurz vor Weihnachten unternahm Arrivabene einen letzten Versuch, das drohende Unheil abzuwenden. Meldungen über einen Streit mit Binotto seien Fake News, die das Ziel hätten, Instabilität und Probleme im Team zu schüren, sagte er im Gespräch mit italienischen Medien: “In dieser Saison hat es mehrere Versuche gegeben, die Mannschaft zu destabilisieren, aber “das Team ist gut und kompakt. Ein funktionierender Rennstall braucht keine Revolution, ich bin sowieso eher Freund einer Evolution.”

Nun darf es also angeblich Mattia Binotto versuchen. Der 49-Jährige, der 2016 die Nachfolge des seinerzeit entlassenen Technikchefs James Allison antrat, kam schon 1995 zu Ferrari und durchlief sämtliche Stationen in der Fabrik und im Formel-1-Team. 2004 wurde er Ingenieur im Rennsport-Bereich, 2007 Chefingenieur der Ferrari-Gruppe. 2014 ernannte ihn Sergio Marchionne zum Leiter des gesamten Motorenbereichs, ehe er sich seit 2016 als Technischer Direktor auf den Formel-1-Rennstall konzentrierte.

Räikkönen letzter Ferrari-Weltmeister

Letzter Ferrari-Weltmeister nach der legendären Ära Michael Schumacher war 2007 der nun zu Sauber gewechselte Finne Kimi Räikkönen. Zuletzt scheiterte Sebastian Vettel 2017 und 2018 nach jeweils engem Kampf über weite Teile der Saison an Lewis Hamilton. 2019 steht Vettel deshalb erheblich unter Druck, zudem muss er sich der Konkurrenz des jungen Monegassen Charles Leclerc erwehren.

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Wieder in der Klinik! Neue Sorgen um Lauda

Formel-1-Legende Niki Lauda (69) wird fünf Monate nach seiner erfolgreichen Lungentransplantation wieder im Allgemeinen Krankenhaus (AKH) in Wien behandelt.

Das bestätigte die Klinik am Sonntag, nachdem zunächst die österreichische Kronen Zeitung darüber berichtet hatte. Der dreimalige Weltmeister leide an einer Grippeerkrankung, soll aber in der kommenden Woche das AKH wieder verlassen.

Vorsicht ist geboten, da Laudas Immunsystem infolge der Operation am 2. August noch geschwächt ist. Die Grippe könnte sich daher problematisch entwickeln. Ohnehin ist die Reha sehr aufwendig, die Genesung wird dabei sehr engmaschig überwacht.

Hoffnung auf ein normales Leben

“Ich muss mich täglich sechs Stunden einer Rehabilitation unterziehen. Zwei Rehabilitationsexperten lassen mich keinen Augenblick allein”, sagte der Aufsichtsratschef des Weltmeister-Rennstalls Mercedes kurz vor Weihnachten in einem Interview mit der Gazzetta dello Sport. Er hoffte aber auf eine vollständige Genesung bis Ende Januar.

Im Oktober war Lauda nach zweieinhalb Monaten aus dem AKH entlassen worden. Die behandelnden Ärzte machten ihm dabei Hoffnung auf “eine fast normale Lebensqualität. Er wird wieder fliegen können, wieder zu Rennen fahren, Auto fahren”, erklärte Dr. Peter Jaksch damals.

Die Feiertage verbrachte Lauda, der am 22. Februar 70 wird, dann wie geplant im Kreise seiner Familie auf Ibiza. Diesen Urlaub musste er wegen der Erkrankung nun abbrechen.

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Wolff macht Druck: So behält Bottas sein Mercedes-Cockpit

Seit 2017 fährt Valtteri Bottas nun für Mercedes und endete bisher in jeder Saison als klare Nummer zwei hinter dem fünfmaligen Weltmeister Lewis Hamilton. Die letzte Saison beendete er sogar mit 161 Punkten hinter seinem Teamkollegen.

Dabei sorgte der Finne auch noch für ein Ausrufezeichen, auf das er gerne verzichtet hätte. Seit 2012 ist er der erste Fahrer, der bei Mercedes eine komplette Saison ohne Sieg fuhr.

Bottas muss um Cockpit kämpfen

Daher werden auch immer wieder Diskussion laut, ob Bottas der geeignete Fahrer für Mercedes ist. Esteban Ocon, der als Reservefahrer unter Vertrag genommen wurde, befeuerte die Spekulationen zusätzlich. Bottas steht nun unter Druck, sich als die Idealbesetzung des begehrten Cockpits zu beweisen, um auch 2020 weiter bei Mercedes zu fahren.

Wolff fordert Entwicklung

Diesen Druck baut auch Motorsportchef Toto Wolff auf. In der Autosport äußerte er sich zur aktuellen Situation. “Valtteri weiß genau, was er tun muss, um weiter hier zu sein. Er muss sein Pech loswerden und auf dem Level von Lewis performen. Das muss er 2020 liefern. Er weiß das und er hat es in sich.”

Allerdings weiß Wolff auch, dass es eine enorme Herausforderung ist, mit Hamilton zu konkurrieren. “Die Entwicklung von Lewis bedeutet, dass sich auch Valtteri weiterentwickeln muss. Ich sehe diese Entwicklung bei ihm, aber er muss gegen einen fünfmaligen Weltmeister ankommen.”

Der Motorsportchef hat auch einige Tipps für den Finnen parat. “Er muss vom Start weg auf einer Höhe mit Lewis und den anderen Fahrern sein, die um die Weltmeisterschaft fahren. 2018 hat er bereits bewiesen, dass er gewinnen kann, aber dann hatte er Pech. Wenn sich das Momentum für ihn dreht, dann glaube ich, dass Valtteri die Weltmeisterschaft gewinnen kann.”

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"Dem besten Dad" – Gina Schumacher gratuliert

Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher feiert am Donnerstag seinen 50. Geburtstag. 

Siebenmal war Schumacher Weltmeister der Formel 1, 91 Grand Prix hat er gewonnen. Er ist der ewige König der Rennfahrer, Legende, Idol, Vorbild so vieler Großer nach ihm.

Zahlreiche Weggefährten und ehemalige Kontrahenten melden sich daher mit einer Botschaft oder Würdigung zu Wort. Ehefrau Corinna richtete sich mit einem Statement an die Fans des ehemaligen Ferrari-Piloten

“Wir freuen uns darüber und möchten uns von ganzem Herzen bedanken dafür, dass ihr Michaels 50. Geburtstag gemeinsam mit ihm und mit uns feiert”, heißt es darin, und: “Michael kann stolz sein auf das, was er erreicht hat, und wir sind es ebenfalls.”

Und auch seine Tocher Gina Schumacher denkt an diesem Tag mit einem rührenden Instagram-Post an ihren Vater.

Schumacher ist seit seinem folgenschweren Skiunfall am 29. Dezember 2013 in Meribel nicht mehr in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten. Bei dem Sturz hatte der gebürtige Kerpener ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten.

SPORT1 fasst die Stimmen und Reaktionen zusammen.

Gina Schumacher: “Alles Gute zum Geburtstag für den besten Vater”

Pele: “Spezielle Glückwunsche für einen speziellen Freund. Michael, alles Gute zum 50. Geburtstag. Von mir nur die besten Wünsche, Champion.”

Lukas Podolski (Vissel Kobe): Du bist ein Held meiner Jugend, eine Legende und ein Freund für mich. Für dich bin ich nachts aufgestanden, wenn du irgendwo auf der Welt Formel 1 gefahren bist. Wir haben zusammen gekickt, Karneval gefeiert, haben uns über Siege gefreut und Niederlagen geärgert. Bei der Nationalelf, beim Effzeh und Formel 1. Du bist ein Kämpfer und wirst es immer bleiben. Lieber Michael, ich wünsche dir heute nur das Beste zu deinem 50. Geburtstag!

Pat Symonds (Schumachers ehemaliger Renningenieur): “Er war wie ich. Oder vielleicht sogar noch besser, noch interessierter am Detail. Er hat so viele neue Dinge in der Formel 1 eingeführt. Unter anderem auch die Fitness. Im Vergleich Ayrton Senna zu Michael Schmumacher fiel auf, Senna war völlig unfit. Er war gegen Ende des Rennens total unfit. Michael war der Erste, der verstanden hat, Fitness ist Rundenzeit. Wer am Ende noch fitter ist, ist schneller.”

Jean Todt (FIA-Präsident): “Michael kämpft und wird es weiter tun. Alles andere ist privat, und es ist richtig, dass es so bleibt.”

Lewis Hamilton (Mercedes, fünfmaliger Formel-1-Weltmeister): “Ich wünsche Dir alles Gute zum Geburtstag, Michael. 50 Jahre und ein Vermächtnis, das für immer bleiben wird. Es ist für mich eine Ehre sagen zu können, dass ich gegen Dich gefahren bin. Du warst immer eine wahre Inspiration für mich und die gesamte Welt. Kämpfe weiter, Champ.”   

Felipe Massa (Ex-Teamkollege bei Ferrari): “Lieber Schumi, für mich bist du eine außerordentliche Person. Ich vergesse nicht die Hilfe, die du mir in meiner Karriere geleistet hast. Ich spreche nicht nur von Ratschlägen, in denen du ein Meister, ein Professor warst. Du hast mir auch geholfen, als du Ende 2006 dein Karriereende beschlossen hast. Ferrari hatte sich für die nächste Saison schon für Kimi Räikkönen entschieden. Hättest du dich nicht zurückgezogen, hätte es für mich bei Ferrari keinen Platz mehr gegeben.”

Niko Hülkenberg (Renault): “Alles Gute zum 50. Geburtstag, GOAT! Bleib stark und kämpf weiter!!”

Nico Rosberg (Ex-Teamkollege bei Mercedes, Interview mit der Gazzetta dello Sport): “Als Teamkollege habe ich begriffen, warum er sieben WM-Titel gewonnen und der beste Formel-1-Pilot geworden ist. Schumacher setzte sich 100-prozentig ein, sowohl im Privatleben, als auch als Pilot. Er war ein Vorbild für mich. Es war interessant zu beobachten, wie er arbeitete und wie viel Aufmerksamkeit er in Details setzte. Mit ihm zusammenzuarbeiten, war ein wichtiger Moment in meiner Karriere. Ich habe ihn drei Jahre in Folge besiegt. Das hat mir einen unglaublichen Elan gegeben, das hat meinen Selbstwert gesteigert.”

Norbert Haug (Ex-Motorsportchef bei Mercedes, Interview mit Sportbuzzer): “Sein Wille, sein Talent, alle und alles um sich herum zu motivieren, das Allerbeste aus sich selbst herauszuholen und nicht weniger von allen Teammitgliedern zu verlangen. Im Management spricht man von ‘leading by example’, also Führung durch Vorbildfunktion. Ich kenne keinen Rennfahrer, der das besser konnte oder kann als Michael Schumacher. Er brachte Menschen dazu, dass sie wollten, nicht dass sie mussten.”

Mika Häkkinen: (Ex-Mercedes-Pilot und Schumacher-Konkurrent): “Die schönsten Momente meiner Karriere waren die, in denen ich Schumacher im Rückspiegel sehen konnte.”

Rubens Barrichello (Ex-Teamkollege bei Ferarri): ”Ich bin stolz auf das, was wir zusammen bei Ferrari aufgebaut haben. Als ich den Vertrag mit Ferrari unterzeichnete, wusste ich, dass ich mich mit einem der besten Piloten der Welt messen musste. Auch wenn es Momente gab, in denen wir uns nicht einig waren, war unsere Beziehung sehr stark.”

Jenson Button (ehemaliger Formel-1-Weltmeister): “Herzlichen Glückwunsch zum 50., Michael. In dem Moment, als ich neben Michael auf dem Podium stand, wusste ich, dass ich ein Formel-1-Pilot bin. Ich habe so viel Respekt vor diesem Mann, dem Maßstab für jeden Rennfahrer, dem Besten, gegen den ich jemals gefahren bin. Der Rest von uns war da, um die Rennen interessant zu machen.”

Bernie Ecclestone (ehemaliger Formel-1-Boss): “Schumacher hat in der Formel 1 eine Ära geprägt. Zwei Meisterschaftstitel mit Benetton, fünf weitere wunderbare Titel mit Ferrari. Das Abenteuer in Maranello hat Schumacher mit viel Enthusiasmus begonnen, denselben, den er während seiner ganzen Karriere lang bewahrt hat.”

Scuderia Ferrari (Ex-Team): “Unser Champion wird heute 50. Wir stehen alle an deiner Seite.”

Gian Carlo Muzzarelli (Bürgermeister der Stadt Modena): “Die Stadt Modena umarmt Sie und unterstützt Sie in Ihrem Kampf. Schumacher ist ein Pilot, mit dem wir viel gewonnen haben. Er und ein außerordentliches Team haben Ferrari wieder an die Weltspitze gebracht. Jetzt stehen wir Schumacher und seiner Familie in der größten Herausforderung ihres Lebens bei.”

Mercedes-AMG (Ex-Team): “Heute verneigt sich das gesamte Team von Mercedes-AMG Petronas Motorsport vor Michael Schumacher und wünscht ihm alles erdenklich Gute!”

Toto Wolff (Ex-Teamchef): “Michael hatte einen enormen Einfluss auf die Formel 1. Er hat nicht nur einen unglaublichen Rekord aufgestellt, sondern den Sport auch für immer verändert. Als Fahrer hat Michael die Formel 1 mit seinem Auge fürs Detail und seinem technischen Verständnis zu einem völlig neuen Level geführt. Michael ist einer der Gründungsväter unseres Erfolgs in den vergangenen fünf Jahren. Es gibt keinen zweiten Fahrer wie ihn, und seine riesige Erfahrung war für die Entwicklung unseres Teams von unschätzbarem Wert. Er hat eine entscheidende Rolle gespielt, als wir wieder in die Formel 1 eingestiegen sind, und er ist eine der Personen, die das Fundament für unseren Erfolg in den Folgejahren gelegt haben. Wir sind enorm dankbar für alles, was er für uns getan hat. Heute verneigen wir uns einmal mehr vor dir – herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Michael!” 

Deutsche Fußball-Nationalmannschaft: 

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Ferrari würdigt Schumacher mit besonderer Ausstellung

Zu Ehren von Michael Schumacher machen sich an dessen 50. Geburtstag zahlreiche Fans aus ganz Europa auf den Weg ins italienische Maranello.

Dort wird am 3. Januar im Ferrari-Museum die Ausstellung “Michael 50″ eröffnet, die die außergewöhnlichen Leistungen des Formel-1-Rekordchamions würdigt.

In einer Hommage in Form einer Sonderausstellung wird die Geschichte von Schumachers Karriere erzählt.

Sieben Weltmeistertitel, 91 Siege, 155 mal auf dem Siegertreppchen.

Fans sehen neue Seite von Schumacher

Unter anderem ausgestellt sind einige der Boliden, in denen Schumacher in seinen elf Jahren für Ferrari an den Start ging.

Auch der F1-2000 ist zu begutachten. In diesem Auto gewann der deutsche Champion 21 Jahre nach Jody Scheckter wieder einen WM-Titel für Ferrari.

Doch nicht nur der Rennfahrer wird dargestellt, auch den Entwickler Michael Schumacher bekommen die Fans in der Sala delle Vittorie zu sehen.

Nach seinem Rückzug aus der Formel 1 blieb der Champion aus Kerpen auch bei Ferrari um bei der Entwicklung einiger Straßenfahrzeuge zu helfen.

“Michael 50″ wird in Zusammenarbeit mit der Keep Fighting Foundation veranstaltet.

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Michael Schumacher wird 50: F1-Legende mit zwei Gesichtern

Michael Schumacher war schon immer kompromisslos. In jeglicher Hinsicht.

Was sein Privatleben betraf, da gab es nie zwei Meinungen, keine Chance, auch heute nicht, wenn zu seinem 50. Geburtstag Fans in aller Welt wissen wollen, wie es ihm fünf Jahre nach seinem verhängnisvollen Skiunfall genau geht.

Privat ist privat und bleibt privat. Deshalb geht die Familie des Formel-1-Rekordweltmeisters seit dem 29. Dezember 2013 sehr zurückhaltend mit Informationen zu seinem Gesundheitszustand um.

Schumacher “in besten Händen”

Seine Frau Corinna in einem Statement zu Schumachers Ehrentag: “Ihr könnt euch sicher sein, dass er in besten Händen ist und wir alles Menschenmögliche tun, um ihm zu helfen. Bitte habt Verständnis, wenn wir uns nach Michaels Wünschen richten und ein so sensibles Thema wie Gesundheit, so wie früher auch immer, in der Privatsphäre belassen.”

Es entbehrt nicht einer gewissen tragischen Ironie, dass Schumacher inzwischen weltweit eine Fanliebe erfährt, die während seiner Karriere vor allem in seiner Heimat zu einem gewissen Teil ausblieb.

Vielleicht ist es das Schicksal, das ihn ereilte. Vielleicht der oft etwas verklärte Blick zurück. Dass seine Siege und Rekorde erst mit Abstand ihre ganze Wirkung und Ausstrahlung entfalten. Dass Legenden oft erst in den Jahren nach der Karriere die Bewertung erfahren, die sie verdienen.

Vorher war es Respekt, keine Frage, der war ihm immer sicher. Bewunderung und Anerkennung auch. Auch die Zuneigung seiner größten Fans, und das waren stets sehr viele. Er machte die Formel 1 in Deutschland salonfähig, löste einen Hype aus, mobilisierte ein Millionenpublikum, füllte die Tribünen. Aber diese bedingungslose Liebe, die ganz große emotionale und flächendeckende Verbindung zu seinen Landsleuten, die fehlte irgendwie trotzdem. Dieser allerletzte Funke.

Schumacher wusste das. Und bedauerte es.

Schumacher: “Wollte immer mehr geliebt werden”

“Ich habe über viele Jahre gemauert und mich abgeschirmt. Rennsportfans hatten nie wirklich die Chance zu erkennen, wer denn dieser Schumacher in Wirklichkeit ist. Natürlich wollte ich von meinen Landsleuten immer mehr geliebt werden”, sagte er nach seinem Rücktritt 2006.

Bei seinem Comeback 2010 war er wesentlich lockerer, aber die zwei Gesichter, die hatte er trotzdem noch: Eines war der Schumacher für die Öffentlichkeit und die Medien, der andere war der private Mensch. Zwei komplett unterschiedliche Personen. Die eine versehen mit einer harten Schale, die andere mit direktem Zugang zum weichen Kern.

Denn den hatte er, auch wenn es vielleicht nicht immer so aussah.

Wie seine Managerin Sabine Kehm mal verriet, war der erfolgreichste Rennfahrer der Formel-1-Historie in erster Linie introvertiert. Einer, “der sich unwohl fühlt, wenn er im Mittelpunkt steht. Für ihn waren öffentliche Auftritte immer eine kleine Überwindung, auch wenn er versucht hat, sich das nicht anmerken zu lassen.”

Zwei Persönlichkeiten

Zwei Persönlichkeiten habe er gehabt, so Kehm. Im Privatleben “sehr locker, sehr rheinländisch, sehr großzügig, auch sensibel. Ein äußerst liebevoller Familienvater und Familienpartner”, sagte Kehm dem RedaktionsNetzwerk Deutschland und ergänzte: “Ein guter, verlässlicher, manchmal bis ins Alberne gehender Freund, der Spaß haben wollte und konnte im Leben.”

Aber: “Die Familie war immer das Wichtigste. Das war immer ganz klar.” Da verstand Schumacher keinen Spaß, in sein Privatleben ließ er nur diejenigen, die dazugehörten. Das war seine Oase, sein Rückzugsort. Im Mittelpunkt, im Scheinwerferlicht stand er schließlich oft genug.

Ohne Frage ein facettenreicher und vielschichtiger Mensch. Denn da gab es ja auch noch den Rennfahrer Schumacher.

Rosberg: “Im Kopf ein Krieger”

“Im Kopf war er ein Krieger. Mental war es gegen ihn eine unfassbare Herausforderung. Er versuchte immer, in meinen Kopf zu gelangen”, sagte Nico Rosberg, der Schumacher während dessen zweiter Karriere bei Mercedes von 2010 bis 2012 hautnah erlebte. Und lernte. “Es gibt einen Grund, warum er siebenmaliger Weltmeister ist. Sein Ansatz war phänomenal.” Und: “Im Team war er wie Gott. Wenn er den Raum betrat, hörte jeder auf zu arbeiten.”

Das hatte Gründe. Schumacher war im Umgang mit den Mechanikern nahbar, der Kumpeltyp, interessierte sich für das Privatleben der Kollegen.

Schumacher verstand es, sein Team um sich zu scharen, zu motivieren, zu führen, alles aus der Mannschaft herauszukitzeln. Ohne, dass es gezwungen oder unehrlich wirkte. “Er war kein Star, sondern immer auf Augenhöhe. Der Kollege vom Band war ihm genauso wichtig wie der Mann vom Board. ‘Alleine bin ich nichts, aber in einem positiv agierenden Team kann ich alles sein.’ Diese gelebte Michael-Schumacher-Philosophie kann uns allen ein Beispiel sein”, sagte der frühere Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Er war ein echter Leader, ein Teamplayer. Er war die Nummer eins, nicht nur sportlich. Seine Teamkollegen bestätigen, dass er nie das bessere Material bekam, dafür aber die mentale Unterstützung. Sein früherer Ferrari-Teamkollege Eddie Jordan brachte es mal auf den Punkt: “Immer, wenn du denkst, du hast ihn, legt er wieder zu. Über kurz oder lang gehst du als Teamkollege daran kaputt – oder weg.”

Deutsche Tugenden in Maranello

Er schaffte es, dem chaotischen Ferrari-Haufen deutsche Tugenden einzuimpfen, nachdem er nach seinem Wechsel 1996 in Maranello im wahrsten Sinne des Wortes aufräumte. Der Respekt wuchs, am Ende war er riesig.

“Sie hätten alles für ihn getan” ist dann auch ein Satz, den man von Wegbegleitern oft hört. “Wir gewinnen und wir verlieren zusammen” war aus Schumachers Mund keine Phrase. Das Standing hat er sich erkämpft, auch durch kleine Tricks oder Gesten, mit denen er zuerst das Eis brach und dann die Motivation hochhielt. Öffentliche Kritik? Niemals!

Schumacher war immer bis in die Haarspitzen motiviert, extrem diszipliniert, ein akribischer Arbeiter. Unbändig sein Kampfgeist, unfassbar ausgeprägt sein Siegeswillen, mit dem er immer an die Grenze des Machbaren und oft auch darüber hinausging.

Schumacher war wissbegierig, fokussiert und kompromisslos, vor allem auf der Strecke, wo er keine Freunde kannte und sich auch keine machte. Wie beim Foul gegen Damon Hill 1995 in Adelaide, das ihm den ersten Titel bescherte. Oder beim Rammstoß gegen Jacques Villeneuve 1997 in Jerez, oder bei der verrückten Park-Aktion in Monaco 2006, als er seinen Ferrari in der Rascasse abstellte.

Auch das war Schumacher. Es waren wohl auch diese Mätzchen, das Verbissene, das ihm den Zugang zu seinen Landsleuten bisweilen erschwerte.

Die Rivalen verzweifelten

Fakt ist: Seine Rivalen trieb er zur Weißglut, aber auch zur Verzweiflung und sogar ans Limit, zu Höchstleistungen und Glanztaten. Schumacher war zu Hochzeiten an guten Tagen im Auto ein Magier, unschlagbar, an schlechten den meisten immer noch überlegen. Was auch an seiner unglaublichen Fitness lag, mit der setzte er Maßstäbe für die nachfolgenden Fahrer-Generationen. Er ordnete alles dem Sieg, dem sportlichen Erfolg unter.

So unnachgiebig er seinen Konkurrenten gegenüber war, so gnadenlos war er auch gegenüber sich selbst.

Kompromisslos eben. In jeglicher Hinsicht.

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