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Brennpunkte ohne Ende: Formel 1 steht vor Zerreißprobe

Der spannende Titelkampf zwischen Lewis Hamilton und Sebastian Vettel, einige spektakuläre Rennen samt waghalsiger Überholmanöver  – die abgelaufene Formel-1-Saison bot zig Highlights:

Allerdings gab es auch Ärgernisse. Immer wieder klagten Fahrer und Fans beispielsweise über langweilige Rennen. Um den Erfolg der Formel 1 in Zukunft zu sichern, müssen deshalb mehrere Probleme beseitigt werden.

SPORT1 zeigt die größten Baustellen vor der Saison 2019.

Berühmte Rennen vor dem Aus?

Gleich mit fünf Rennstrecken muss Liberty Media über eine Vertragsverlängerung über das Jahr 2019 hinaus verhandeln.

Neben dem Hockenheimring laufen die Verträge in Italien, Großbritannien, Spanien und Mexiko nach der kommenden Saison aus. Alle Streckenbetreiber sind laut Medienberichten an einer Verlängerung interessiert – allerdings zu finanziell günstigeren Konditionen als bisher. Laut Insidern sollen die Betreiber sogar zusammenarbeiten, um ihren Plan besser durchsetzen zu können.

Liberty hatte zuletzt betont, dass die europäischen Strecken eine wichtige Rolle im Rennkalender spielen. Sollten die Verträge mit den Traditionsstrecken nicht verlängert werden, fehlt ein wichtiges Standbein der Formel 1. Jeder der Kurse bringt viel Geld ein, sodass ein finanzieller Schaden entstehen würde. Auch für die Fans wäre ein Aus der prestigeträchtigen Rennen alles andere als leicht zu verkraften.

Die technische Komplexität

2017 traten die Besitzer von Liberty mit dem Ziel an, die Formel 1 wieder ausgeglichener und spektakulärer zu machen. Dafür sollten auch einige Veränderungen an den Boliden sorgen. Das Überholen würde dadurch deutlich leichter werden, so der Plan. Auch die technischen Komponenten sollten vereinfacht werden, um neuen Teams den Einstieg in die Formel 1 zu erleichtern.

Doch die geplanten Regulierungen beim Motor wurden von den Herstellern abgeschmettert, die selbst die Veränderungen beim Benzin-Limit ablehnten.

Für das Jahr 2021 sind Veränderungen im Aerodynamik-Reglement geplant, doch bisher ist davon nichts zu hören.

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Normalerweise liegen die Regeländerungen in der Verantwortung der FIA, doch unter Sportdirektor Ross Brawn hat die Formel 1 ihren Einfluss erhöht und blockiert neue Regeln gerne etwas länger. Denn: Werden erst kurzfristig Änderungen bekannt, haben die Top-Teams, die Zugpferde der Formel 1, aufgrund ihrer “Manpower” einen Vorteil in der Umsetzung.

Zoff ums Geld

Im April präsentierte die Formel 1 Pläne, wie zukünftig das Budget für die Rennställe gedeckelt und die Preisgelder-Verteilung reformiert werden sollen.

So planen die Verantwortlichen eine geringere Differenz der Preisgelder zwischen Rennsieger und Letztplatziertem. Laut BBC sollen die Teams aber einen festen Betrag kassieren, um Sicherheiten zu haben. Allerdings sprechen sich demnach vor allem Mercedes und Ferrari – die größten Profiteure des aktuellen Prämiensystems – gegen eine Reform aus.

In Sachen Budgetlimit war ursprünglich geplant, 2021 eine Grenze von 150 Millionen Dollar einzuführen. Nun ist eine schrittweise Absenkung des Budgets im Gespräch oder gar eine Verschiebung der Einführung auf 2022 bis 2023.

Was bedeutet: Mit jedem weiteren Jahr, in dem die Einführung einer Deckelung der Kosten verschoben wird, profitieren die Top-Teams noch mehr. Denn sie können bereits im Vorfeld in Material und Personal investieren und so ihren Vorsprung weiter verwalten.

Ebenso ist die Sorge groß, dass sich die Teams “verbrüdern” und ihre Ressourcen gemeinsam nutzen, sodass am Ende gar nicht mehr nachvollzogen werden kann, welcher Geldbetrag wohin geflossen ist.

Das Reifenproblem

Während die Formel-1-Bosse ihre Hoffnungen für mehr Spektakel im Rennen vor allem auf die Aerodynamik setzen, klagen die Piloten über die Reifen. Sie würden besseres Racing verhindern, heißt es. Die Reifen müssen unter dem idealen Temperaturfenster gehalten werden, andernfalls verschleißen sie zu schnell. Daher ist auch kein Racing am Limit möglich und es passieren weniger Fehler, was die Spannung während eines Rennens deutlich minimiert.

Eine Lösung des Problems könnte der Wechsel des Reifenherstellers sein. Allerdings ist die Formel 1 noch einige Zeit an Pirelli gebunden. Ließe man vom Hersteller andere – robustere – Reifen produzieren, könnten die Fahrer ihre Autos dauerhaft am Limit bewegen, so die Überlegungen.

Fazit

Die Zukunft der Formel 1 erscheint ungewisser denn je. Neben den Problemen in der eigenen Serie machen Konkurrenzserien wie die Formel E der einstigen Königsklasse des Motorsports das Leben schwer. Inzwischen gibt es so gut wie keine Gerüchte mehr über einen Neueinstieg eines Teams. Und: Aktuell kämpfen maximal drei Teams um den Titel.

Auf Dauer wird sich die Formel 1 daher verändern müssen, um ihrem Status als Elitesport gerecht zu werden.

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Mit nur einem Sieg zum Titel: Der große Minimalist wird 70

Das Gespür für das richtige Timing hat Keke Rosberg nur selten im Stich gelassen.

Als Rennfahrer verhalf es ihm zu einem sensationellen WM-Titel in der Formel 1, als Manager setzte er auf die richtigen Fahrer, und auch die Entscheidung für den leisen Abschied aus der Königsklasse führte zum Erfolg. 

2010, nach über drei Jahrzehnten im Paddock, zog sich der Finne aus dem Motorsport zurück – um Platz zu machen für den nächsten Rosberg. Der Aufstieg seines Sohnes Nico zum Weltmeister 2016 wäre ohne seine Führung, aber auch das Loslassen nicht möglich gewesen. Wenn Keke Rosberg am Donnerstag seinen 70. Geburtstag feiert, wird ihm der bislang letzte deutsche Formel-1-Weltmeister vermutlich auch dafür danken.

WM-Titel 1982 Höhepunkt der Karriere

Sich vor acht Jahren aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, “war die richtige Entscheidung”, sagte Rosberg Senior einmal: “Ich habe Nico genau im richtigen Moment seinen eigenen Weg gehen lassen. Das war meine größte Errungenschaft.”

Die einzige ist es nicht, seine Erfolgsgeschichte ist eine ganz besondere. Dass Keijo Erik Rosberg, den alle nur Keke nennen, einmal Weltmeister in der Formel 1 werden würde, hatte sich lange nicht abgezeichnet. 1978 feierte er sein Debüt, die ersten Punkte holte er erst zwei Jahre später. 1981 ging er wieder leer aus.

Erst ein Glücksfall ebnete dem wenig erfolgreichen Piloten den Weg zum Titel. Nach dem Rücktritt von Alan Jones erhielt Rosberg das frei gewordene Cockpit bei Williams. Mit einem veralteten Motor war es Rosbergs Konstanz, die ihm bei nur einem Saisonsieg den überraschenden WM-Triumph bescherte.

Rosberg profitiert von Pironis Unfall

Er profitierte dabei aber auch vom schweren Unfall seines Rivalen Didier Pironi. Der Franzose lag in der WM-Wertung klar in Führung, ehe er in Hockenheim bei strömendem Regen im Training mit dem Renault von Alain Prost kollidierte und beim Aufprall mehrere Knochenbrüche erlitt. Es war das Ende seiner Formel-1-Karriere.

1986 endete die Formel-1-Laufbahn nach 114 Grands Prix und fünf Siegen. Ein zweiter Titel kam nicht hinzu.

DTM-Karriere als “Inspiration” für Sohn Nico

Nico Rosberg, Jahrgang 1985, war zu jung, um seinen Vater bewusst in einem Formel-1-Cockpit wahrzunehmen. Dessen Karriere nach der Karriere erlebte er hingegen hautnah. Die DTM-Laufbahn in den 90ern etwa verfolgte Nico Rosberg an der Strecke, er nannte sie später eine “Inspiration”.

Mit seinen finnischen Landsleuten JJ Lehto und Mika Häkkinen, die Keke Rosberg als Manager in die Königsklasse führte, machte Nico Rosberg schon in der Kindheit Bekanntschaft.

Der Name Rosberg ist in der Formel 1 untrennbar mit Erfolg verbunden. Neben den Briten Graham und Damon Hill sind sie das einzige Vater-Sohn-Gespann, das den Titel gewann.

Papa Rosberg beeinflusst Nico

Der Einfluss auf seinen Sohn ist weiterhin unverkennbar. Vater Rosberg machte sich als Rennstallbesitzer und Unternehmer einen Namen, Nico investiert in die Formel E. Auch als TV-Experte standen beide schon vor der Kamera.

Seinen letzten großen Erfolg in der Formel 1 leitete Keke Rosberg 2010 mit dem Rückzug aus der Öffentlichkeit ein. Besuche im Paddock wurden selten. 2016 machte er beim Titelgewinn seines Sohnes noch einmal eine Ausnahme. 

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Formel 1 droht Verlust von fünf Rennen

Im kommenden Jahr wird die Formel 1 an 21 Strecken gastieren. Damit stehen genauso viele Rennen im Kalender wie in der abgelaufenen Saison.

Für das Jahr 2020 allerdings droht der Königsklasse des Motorsports der Verlust von gleich fünf Grands Prix.

Wie die BBC meldet, haben sich die Formel-1-Bosse von Liberty Media mit den Traditionsstrecken in Hockenheim, Silverstone, Monza und Barcelona noch nicht auf Verträge ab der Saison 2020 einigen können. Gleiches gilt für den Kurs in Mexiko-City, der seit 2015 zum Formel-1-Kalender gehört.

Der Vertrag mit Silverstone enthält demnach eine Ausstiegsklausel für 2020, in Hockenheim haben beiden Parteien im vergangenen Sommer erst in letzter Minute eine Einigung für das kommende Jahr gefunden. Wie es danach weitergeht, steht in den Sternen.

Streckenbetreiber wollen gemeinsam kämpfen

Die betroffenen Streckenbetreiber eint der Ärger über ausufernde Gebühren, die bereits unter der Ägide von Bernie Ecclestone in der Formel 1 gefordert wurden und für die Betreiber große wirtschaftliche Risiken bedeuten.

Nach Informationen der BBC wollen die Verantwortlichen der Strecken in den Verhandlungen mit den Formel-1-Bossen nun auch eine gemeinsame Strategie fahren.

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Die angesprochenen Rennen gehören zwar nicht zu den profitabelsten Grands Prix der Königsklasse. Doch ein Verlust von Silverstone beispielsweise würde ein Loch von 20 Millionen Euro ins Budget reißen, bei einem Abschied von Monza wären es sogar 24 Millionen.

Der Verlust einiger europäischer Traditionsrennen wäre für Liberty Media auch deshalb besonders heikel, weil die Bosse mit dem Versprechen angetreten sind, sich für den Erhalt der Klassiker einzusetzen.

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Ecclestone: "Vettel ist Opfer, nicht Täter"

Bernie Ecclestone hat nach der verpatzen WM Sebastian Vettel den Rücken gestärkt.

Der ehemalige Formel-1-Chefvermarkter kritisierte in einem Sonderheft der Auto Bild Motorsport den fehlenden Rückhalt von Ferrari. Lewis Hamilton sei für ihn zwar ein verdienter Weltmeister geworden, aber Vettel ein unverdienter Zweiter. “Lewis war überragend, bekam aber auch die totale Unterstützung von seinem Team”, so der 88-Jährige. Das könne man vom Ferrari-Piloten nicht behaupten.

Vettel habe eine helfende Hand gefehlt. Zudem habe es mehr Chaos als konstruktives Handeln bei der Scuderia gegeben. “Es gab plötzlich merkwürdige Fehler in der Strategie, und von außen hatte man den Eindruck, dass Ferrari mehr für Kimi Raikkönen machte, als für Sebastian”, lautete Ecclestones Urteil. Und er setzte noch einen oben drauf: “Er ist Opfer, nicht Täter.”

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Ecclestone: Vettel hätte Weltmeister werden können

Ecclestone ist sich sicher: Mit der nötigen Unterstützung hätte Vettel Westmeister werden können. “Ein Team muss seinen Titelkandidaten kompromisslos unterstützen. Genau das hat Mercedes gemacht, Ferrari leider nicht.”

Der Brite will Vettels Fehler in der Königsklasse des Motorsports nicht beschönigen, sieht die Schuld aber nicht bei ihm alleine: “Wenn ein Fahrer die Unterstützung seines Teams nicht spürt, steigt die Fehlerquote.”

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Den Tränen nah: Todt erklärt Freundschaft zu Schumacher

Jean Todt ist am Samstag mit dem Lebenswerk-Award der Auto Bild ausgezeichnet worden. Der 72-Jährige erhielt in Essen den goldenen Rennfahrerschuh.

Bei seiner Ehrung zeigte sich Todt sehr emotional. “Ich bin sehr berührt, ich muss fast weinen. Wenn du erfolgreich bist, bist du froh, wenn du etwas zurückgeben kannst. Das tue ich nun als Präsident der FIA.”

Als der Franzose auf seinen langjährigen Weggefährten Michael Schumacher zu sprechen kam, kamen ihm fast die Tränen: “Überall in meinen Büros und Wohnungen hängen Bilder von ihm. Die Zeit mit Michael wird mir immer als die beste meines Lebens in Erinnerung bleiben. Wir lieben uns, weil wir gemeinsam eine unglaubliche Geschichte geschrieben haben. Und weil wir in schweren Zeiten immer zusammengehalten haben.”

Schumacher feierte als Fahrer mit dem Teamchef Todt große Erfolge bei Ferrari. 2013 verunglückte der 49-Jährige bei einem Ski-Unfall und lebt seither in seinem Haus am Genfer See. Todt erklärte, dass er den siebenmaligen Weltmeister mindestens zweimal im Monat zu Hause besuche.

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