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Mercedes-Pilot Lewis Hamilton (33) hat seinem Formel-1-Rivalen Sebastian Vettel wenig Hoffnungen gemacht, dass er womöglich nach seinem fünften WM-Titel nachlassen könnte.
“Ich habe das Beste noch vor mir, eine Menge zu tun”, sagte der Brite vor seiner anstehenden Krönung zum Weltmeister beim Großen Preis von Mexiko (Sonntag, 20.10 Uhr MEZ im LIVETICKER).
Seinen fünften WM-Titel will er im drittletzten Saisonrennen mit Stil einfahren. “Das Ziel ist, zu gewinnen”, sagte Hamilton: “Das wäre ein Bonus, so die WM zu gewinnen.” Sollte er am Sonntag tatsächlich den Titel holen, wäre es die WM, die er am “meisten zu schätzen” wisse, Vettel sei ein “großartiger Konkurrent”. Er freue sich auf weitere Jahre dieser Rivalität.
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Zuletzt in Austin hatte es Hamilton noch versäumt, Vettel im Ferrari auch rechnerisch keine Chance mehr zu lassen und nach Titeln mit dem legendären Juan Manuel Fangio (Argentinien) gleichzuziehen.
In Mexiko reicht dem 33-Jährigen nun schon Platz sieben – egal, was Vettel macht. Außerdem wäre Hamilton Weltmeister, wenn der Heppenheimer nicht gewinnt. Schon im Vorjahr hatte er in Mexiko den Titel gefeiert.
Formel-1-Feierbiest Kimi Räikkönen (39) macht sein fortgeschrittenes Alter langsam beim Ausgehen zu schaffen.
“Wir hatten eine kleine Party”, sagte der Ferrari-Pilot über die Stunden nach seinem Sieg zuletzt in den USA: “Aber in meinem Alter dauert es schon lange, bis du dich erholt hast.” Der zweite Teil der Feier sei “nicht so toll, aber der erste macht immer Spaß.”
Räikkönen hatte am vergangenen Sonntag in Austin nach 2044 Tagen wieder ein Rennen in der Formel 1 gewonnen – es war das erste, seitdem er Vater geworden ist. Eigentlich hatte der Finne, dessen frühere Alkoholexzesse legendär sind, sich ein ruhigeres Leben auferlegt.
“Ich habe genug gesoffen”, schreibt er in seiner zuletzt veröffentlichten Biografie. Die Zeiten, in denen er sich vor seinen nächtlichen Ausflügen seine Adresse für den Taxifahrer auf einen Zettel schreiben musste, um nach Hause zu kommen, seien vorbei. Doch nach seinem überraschenden Austin-Triumph hat Räikkönen offenbar eine kleine Ausnahme gemacht.
Ayrton Senna. Alain Prost. Nigel Mansell. Früher fuhren die ganz Großen für Williams. Damon Hill und Jacques Villeneuve holten ihre WM-Titel für den ruhmreichen Rennstall im Kampf gegen einen gewissen Michael Schumacher.
Und 2018? In diesem Jahr drehen Lance Stroll und Sergej Sirotkin für die Briten ihre Runden – und in der Formel 1 geht niemand davon aus, dass sich die Formel-1-Welt in ein paar Jahren noch an sie erinnern wird. Stroll und Sirotkin stehen symbolisch für den schleichenden Niedergang von Williams in den vergangenen Jahren. Doch damit soll jetzt Schluss sein.
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“Wir wollen die Kultur unseres Teams wieder aufbauen”, sagte Claire Williams, Tochter des legendären Teamgründers Sir Frank Williams. Und kündigte am Rande des Grand Prix der USA einen radikalen Strategiewechsel an: Können statt Kohle, Gier statt Geldbeutel. (Teamwertung Formel 1)
“Wir wollen die Wende schaffen”, sagte Williams und vermeldete nicht ohne Stolz erste Erfolge: “Das Budget für 2019 steht.” Der aufgestellte Etat erlaubt es der 42-Jährigen, wieder mehr auf die fahrerischen Fähigkeiten ihrer Piloten achten zu können. So wurde gerade erst George Russell für mehrere Jahre verpflichtet, der 20 Jahre alte Brite gilt als Supertalent.
“Wir haben über die letzten Monate hart gearbeitet, um diese Wahl – rein auf Talent basierend – treffen zu können”, sagte Williams: “Es zeigt auch unseren Willen, dieses Team wieder in die Spur zu bringen.”
Um in der kostspieligen Formel 1 zu überleben, waren Speed, Einsatz und Fleiß bei den Williams-Piloten zuletzt eher zweitrangig. Entscheidend war die Mitgift. Der Vater von Stroll ist Milliardär, er soll Williams rund 30 Millionen Dollar gezahlt haben, damit sein Sohn Teil des PS-Spektakels sein kann.
“Es war ganz einfach Cash für ein Cockpit. Das und nichts anderes”, sagte Williams zuletzt motorsport-magazin.com. Vor ein paar Wochen kaufte Papa Stroll dann den insolventen Force-India-Rennstall, für den Lance Stroll im nächsten Jahr fahren wird. Die Zukunft von Sirotkin ist offen.
Vor dem Großen Preis von Mexiko am kommenden Sonntag liegt Williams in der Teamwertung abgeschlagen auf dem letzten Platz, vom alten Glanz ist nicht mehr viel übrig.
“Wir wollen das komplette Team nächstes Jahr anders aufstellen”, sagte Williams, die daran arbeitet, in Esteban Ocon (22) einen weiteren Piloten mit viel Potenzial zu verpflichten. Doch der Franzose ist nicht bereit, sich langfristig zu binden. Offenbar spekuliert er darauf, 2020 Nachfolger von Valtteri Bottas bei Mercedes werden zu können.
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Doch woher kommt das frische Geld bei Williams? Schließlich verlieren die Briten nicht nur die Stroll-Millionen, auch der Hauptsponsor zieht sich nach der Saison zurück. Dazu “kann ich im Moment noch nichts sagen. Es wird aber Neuigkeiten dazu geben”, sagte Williams. (Rennkalender Formel 1)
Auch bei Fahrer Nummer zwei – der Pole Robert Kubica ist ebenfalls ein Kandidat – wird sie nicht so schnell Vollzug melden können. Klar ist aber: “Wir müssen den Reset-Knopf drücken.”
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Der “Iceman” kann doch noch siegen
Presse adelt “Künstler” Räikkönen
Formel-1-Legende Niki Lauda hat zweieinhalb Monate nach einer Lungentransplantation das Krankenhaus verlassen. Das bestätigte die behandelnde Klinik in Wien und sprach von einem “guten Allgemeinzustand” des 69-Jährigen.
Der dreimalige Weltmeister müsse sich in den kommenden Wochen “einer intensiven Rehabilitation unterziehen”, hieß es in einer Mitteilung des Allgemeinen Krankenhauses (AKH).
Lauda, heute Aufsichtsratschef des Mercedes-Werksteams in der Formel 1, hatte sich offenbar infolge einer verschleppten Sommergrippe der Transplantation unterziehen müssen. Laudas Lunge war seit seinem schweren Feuerunfall am 1. August 1976 auf dem Nürburgring schwer geschädigt. Damals war der Österreicher 55 Sekunden lang im Cockpit seines brennenden Ferrari eingeschlossen, giftige Dämpfe verätzten dabei seine Lunge.
Schon kurz nach der Operation am 2. August war Lauda wieder bei vollem Bewusstsein, blieb zur Behandlung aber in der Klinik. “Die behandelnden ÄrztInnen sowie das Pflegepersonal wünschen dem 69-Jährigen einen weiterhin guten Verlauf”, teilte das Krankenhaus mit. Lauda werde wie alle Transplantationspatienten weiter durch das Team des AKH betreut.
Am kommenden Wochenende reicht Lewis Hamilton beim Großen Preis von Mexiko bei einem Sieg von Rivale Sebastian Vettel schon ein siebter Platz zum Gewinn seines fünften WM-Titels.
Vettel und Ferrari haben sich im Laufe der Saison zahlreiche Patzer geleistet, von denen Hamilton profitiert. SPORT1 zeigt in der “bereinigten” WM-Wertung, wie viele Punkte die Scuderia durch eigene Fehler verschenkt hat.
Lewis Hamilton hat in Austin/Texas beim Großen Preis der USA den vorzeitigen Titelgewinn verpasst.
SPORT1-Experte Peter Kohl sieht den Briten am stärksten, “wenn er mit dem Rücken zur Wand steht.” Fernando Alonso hat am Wochenende Kritik an einigen Fahrerkollegen geübt und wird nun dafür von Kohl scharf kritisiert.
SPORT1 zeigt die Tops und Flops des USA-Rennens.
“Verdammt, endlich! Danke Jungs.”
Im Moment seines größten Triumphes seit Jahren machte Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen seinem Spitznamen “Iceman” wieder alle Ehre. (Service: Die Fahrerwertung der Formel 1)
Während andere Fahrer nach einer Durststrecke von 2044 Tagen und 113 Rennen seit ihrem letzten Sieg – eine in der Formel 1 zuvor noch nie dagewesene Zeitspanne – am Boxenfunk voller Emotionen reagiert hätten, blieb der 39-Jährige ganz ruhig.
Auch im anschließenden Interview zeigte der Finne keinerlei Euphorie. Auf die Frage, ob er sich nicht mehr freuen müsse, konstatierte Räikkönen: “Platz eins ist besser als Platz zwei.”
Lediglich die Sonnenbrille, die er bei der Siegerehrung trug und sein genussvoller Schluck aus der Champagnerflasche verrieten, wie sehr er seinen Coup in Texas genoss.
Auch in den sozialen Netzwerken gab es eine Welle der Begeisterung. Die Formel-1-Fans freuten sich mit dem Mann mit, der in den vergangenen Jahren immer zurückstecken musste, sich dabei aber nur selten öffentlich beklagte. Höchstens einmal einen flapsigen Spruch über den Boxenfunk.
Doch genau diese authentische und aufrichtige Art mit Ecken und Kanten im ansonsten durchgestylten Formel-1-Zirkus lieben die Anhänger beim 39-Jährigen.
Aber nicht nur die Fans dürften sich über Räikkönens Coup gefreut haben. Auf der Pressekonferenz nach dem Rennen verriet er, dass seine Kinder Rianna und Robin ihn seit “einer Weile nach einer neuen Siegerkappe gefragt” haben, und nun könne er endlich Vollzug melden.
Obendrein war es noch ein ganz besonderer Sieg, denn er überholte mit seinem 21. Erfolg in der Formel 1 den ehemaligen Mercedes-Piloten Mika Häkkinen und ist nun der erfolgreichste Finne in der Königsklasse des Motorsports.
Zwischen Räikkönens erstem Sieg in Malaysia 2003 und dem am Sonntag in Austin liegen 15 Jahre, sechs Monate und 28 Tage – eine historische Bestmarke. Zuvor war es Rekordweltmeister Michael Schumacher, der 14 Jahre, einen Monat und einen Tag zwischen erstem und letztem Triumph vergehen ließ.
Die Presse ist begeistert: “Räikkönen ist auf seine Art ein Künstler der Geschwindigkeit”, schwärmte die italienische Zeitung Corriere della Serra in den höchsten Tönen vom Finnen. Der englische Telegraph lobte den 39-Jährigen für sein “altersloses Talent”.
Bemerkenswert: Der Sieg des Finnen beim USA-GP passierte exakt elf Jahre nach seinem Weltmeister-Titel 2007 für die Scuderia Ferrari. Bis heute der letzte Titelgewinn für die Italiener.
Doch am Saisonende muss der 39-Jährige sein Cockpit für Shooting-Star Charles Leclerc räumen und wechselt zum Hinterbänkler-Team Sauber. Und das obwohl er Vettels Wunschteamkollege ist. “Ich freue mich für Kimi”, sagte Vettel nach dem Sieg seines guten Freundes.
Macht Ferrari bereits den ersten Fehler für die neue Saison mit dem Abschied von Räikkönen? Denn auch wenn der 39-Jährige erklärte, dass er mit dem Schritt “prima leben” könne, droht Ferrari im nächsten Jahr ein teaminterner Konflikt.
Räikkönen hatte sich stets als loyaler und zuverlässiger Unterstützer für Vettel gezeigt und seine Erfahrung auch gerne an das Team weitergegeben. Leclerc wird wohl mehr gegen den Status der Nummer zwei ankämpfen und dem Heppenheimer das Leben auf und neben der Strecke schwer machen.
Räikkönen, der noch drei Rennen beim italienischen Traditionsteam vor sich hat, freut sich bereits auf die neue Herausforderung im Schweizer Team, denn die Sauber-Fabrik stehe nur eine halbe Stunde von seinem Zuhause entfernt. “Es wird meine Familie freuen, dass ich mehr daheim sein kann.”
Gleichzeitig ist er aber immer noch hungrig. Trotz seines Wechsels zu Sauber 2019 – einem Team, das nicht um Grand-Prix-Erfolge wird kämpfen können – beteuerte er, dass er sich stets mit dem Ziel, Rennen zu gewinnen, in Formel-1-Autos setzen würde.
Aber sollte ihm tatsächlich mit dem unterlegenen Sauber ein Sieg gelingen, lägen ihm die Motorsport-Fans endgültig zu Füßen und der “Iceman” würde vielleicht auch in der Öffentlichkeit auftauen.
Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo hat nach seinem Ausfall in Austin die Umkleide des Teams zerstört.
“Man konnte seinen Frust sehen, als er mit der Faust durch die Wand geschlagen hat”, schilderte Red-Bull-Teamchef Christian Horner den Ausraster des Australiers.
Ricciardo war beim Großen Preis der USA kurz nach dem Start mit Sebastian Vettel kollidiert und musste in Runde acht nach einem technischen Defekt das Rennen aufgeben. “Alles hat sich abgeschaltet, auch das Display”, erklärte Ricciardo den Moment des Ausfalls.
Horner zeigte Verständnis für Ricciardos harsche Reaktion: “Man kann es ihm nicht verübeln, schließlich war er frustriert ohne Ende.”
Der 29 Jahre alte Australier sagte, dass er in seinen letzten Rennen mit Red Bull “zumindest noch einmal auf das Podest kommen” wolle. “Jetzt gehen uns die Rennen aus, und das ist ziemlich schwer zu verdauen”, klagte er weiter.
Seit Ricciardo vor der Sommerpause bei Renault unterschrieben hat, holte er in sechs Rennen nur noch 28 Punkte und fiel häufig aus.
Boss Horner fühlt mit Ricciardo mit: “Ich bin mir sicher, dass er mit seinem künftigen Arbeitgeber ein ernstes Wort reden wird, denn es ist einfach so frustrierend, ihn laufend zu verlieren. Es tut uns so leid für ihn.”