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Presse: "Missing Ferrari! Vettel kapituliert wütend"

In Singapur hat sich der Rückstand von Ferrari-Star Sebastian Vettel auf WM-Rivale Lewis Hamilton im Kampf um den Titel einmal mehr vergrößert. Erneut hatte sich die Scuderia Fehler geleistet, die wichtige Punkte kosteten.

Diese Patzer sind auch das bestimmende Thema in den italienischen Gazzetten: Dort wird gerätselt, wieso Vettel und Ferrari trotz des ihrer Meinung nach schnellsten Autos wahrscheinlich erneut nicht die WM gewinnen werden. Schuld daran haben demnach sowohl der Fahrer als auch das Team.

In England feiert man dagegen Hamilton nach seiner überragenden Leistung. “The Guardian” vergleicht den Mercedes-Piloten sogar mit “Tiger Woods zu seinen besten Zeiten”. (Service: Die Fahrerwertung)

SPORT1 fasst die Pressestimmen zum Singapur-Grand-Prix zusammen.

ENGLAND

The Telegraph: “Es sollte Ferraris Strecke sein, aber Sebastian Vettel verlässt den Fernen Osten mit einer weiteren Niederlage gegen seinen gnadenlosen Rivalen. Vettel hätte das Rennen einen Platz weiter vorne beenden sollen, aber Ferraris Strategiepatzer kostet ihn den zweiten Rang.”

The Guardian: “Hamiltons Sieg in Singapur war der Höhepunkt eines Wochenendes, an dem er, als es darauf ankam, mit fast übermenschlichen Fähigkeiten und einer rücksichtslosen Konsequenz unantastbar war. Wie Tiger Woods zu seinen besten Zeiten wirkte Hamilton im Flutlicht von Marina Bay eine Klasse besser als seine Rivalen. Er hat nun eine Hand am Titel.”

Daily Mail: “Lewis Hamilton pulverisiert Sebastian Vettels Titelambitionen. Auf dem angeblich Ferrari-freundlichen Kurs fuhr Hamilton mit einer der besten Runden seiner Karriere zur Pole – eine verzaubernde Leistung, die er mit Akribie in den siebten Saisonsieg ummünzte.”

The Sun: “LEW BEAUTY – Lewis Hamilton gewinnt das ‘längste Rennen meines Lebens’ in Singapur und baut den Vorsprung auf Sebastian Vettel auf 40 Punkte aus. Hamilton verteidigt seinen Jet-Set-Lifestyle.”

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: “WM, ade? Hamilton feiert einen weiteren Triumph, während Vettel eine weitere Enttäuschung einstecken muss. Der makellose Hamilton siegt beim meistgefürchteten Rennen der Saison. Ferraris Taktik funktioniert nicht. Vettel scheint sich verloren zu haben, er ist bedrückt und von der Stärke Hamiltons überrollt. Er ist nur ein Phantom im Vergleich zum ‘Wonder Boy’ der goldenen Zeiten. Vettel bleibt ein zu fragiler Champion.”

Corriere dello Sport: “Ferrari ist nicht mehr zu erkennen. Singapur scheint die Endstation von Vettel und Ferrari in dieser Meisterschaft zu sein. Es ist schwer, dieses Debakel Ferraris hinzunehmen, das über das erfolgreichste Auto verfügt, in knapp einem Monat jedoch den Kampf verloren hat. Vettels Niederlage in Singapur ist ein definitives Urteil. Ein Sieg wäre notwendig gewesen, um bei der WM im Rennen zu bleiben”.

Tuttosport: “Ferrari ein Phantom, Hamilton siegt auf der ganzen Linie. Vettels Hoffnungen zerbrechen in Singapur. Null Chancen für Ferrari, keine Show. Es schmerzt zu sehen, wie Ferrari strategische Fehler begeht, die es sich nicht leisten kann. Vor allem angesichts eines Hamiltons in Höchstform”.

La Repubblica: “Missing Ferrari! Wo ist das Auto geblieben, das das schnellste dieser WM schien? Ferrari und Vettel haben zwischen Monza und Singapur zu viele Fehler begangen. Vettel versucht in Singapur eine offensive Strategie, der er jedoch zum Opfer fällt. Er kapituliert wütend. Hamiltons Pole Position vom Samstag ist einfach perfekt. Mit seinen Leistungen überrascht er sogar sein eigenes Team”.

Corriere della Sera: “Hamiltons Licht macht die Schatten Ferraris noch größer. Hamilton ergreift eine perfekte Flucht, während Vettel von Stricken gefesselt ist, die nicht immer zu begreifen sind. Hamilton strahlt ein ruhiges Bewusstsein aus. Vettel versinkt in den Schwierigkeiten seiner eigenen Einsamkeit, als hätte er mit dem destruktivsten Teil von sich zu tun”.

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ÖSTERREICH

Kronenzeitung: “Das Nachtrennen am Marina Bay Street Circuit war im Vorfeld als idealer Ort für Vettel zum WM-Konter ausgemacht worden – es endete aus Ferrari-Sicht mit einer Enttäuschung. Lewis Hamilton fährt unaufhaltsam seinem fünften Formel-1-WM-Titel entgegen.”

Kurier: “Der Weltmeister geriet in Singapur nie in Bedrängnis und eilt mit Riesenschritten in Richtung seines fünften WM-Titels.
   
SCHWEIZ

Neue Zürcher Zeitung: “Es erwies sich als große fahrerische Leistung Vettels, trotz des großen Risikos eines Reifenplatzers das Auto und den dritten Platz nach Hause zu bringen. Aber es war auch eine Leistung, die ihm angesichts von Hamiltons Formhoch wenig nützt. Bei Ferrari gärt es nach den vielen Patzern; die noch im Frühsommer so gefestigte Scuderia vermag dem Druck offenbar nicht standzuhalten.”

Blick: “Ferrari verpokert sich. Die große Ferrari-Aufholjagd in Singapur geht gründlich in die Hosen. Lewis Hamilton macht einen riesigen Schritt Richtung Titelverteidigung.”

SPANIEN

Marca: ”Hamilton zeigt Vettel, wo es langgeht und zieht in der WM auf und davon. Am Samstag lag der Fehler bei Sebastian Vettel und am Sonntag bei Ferrari. Hamilton fliegt immer mehr Richtung fünfter WM-Titel, damit würde er mit Juan Manuel Fangio gleichziehen. Der klassische Undercut, den Ferrari versuchte, ging gründlich in die Hose. Dadurch wurde Vettel sogar von Verstappen auf den dritten Platz verdrängt. Ein schwarzer Sonntag für Sebastian Vettel und den Ferrari-Rennstall. Hamilton war abgezockt genug, um ohne größere Probleme das Ding nach Hause zu fahren.

AS: ”Hamilton verkleidet sich als Fangio. Vettel wird nur Dritter, damit hat der Engländer 40 Punkte Vorsprung auf seinen deutschen Rivalen. Hamilton befindet sich in einer Topverfassung, momentan ist gegen ihn kein Kraut gewachsen. Vettel versuchte einen Undercut, doch plötzlich fuhr er hinter Perez, damit waren schon viele Chancen verflogen. Die Strategie Ferraris wurde zum Schuss, der nach hinten losging. Hoffen wir, dass Ferrari nicht den Kopf in den Sand steckt, damit das WM-Spektakel weitergeht, denn Hamilton fängt schon langsam an mit argentinischem Akzent zu sprechen…”

Sport: ”Erneuter psychologischer Schlag von Hamilton gegen Ferrari und Vettel. Hamilton ist gut drauf. Bei ihm klappt einfach alles, zudem macht er fast alles auf perfekte Weise. Vettel hat immer mehr das gleiche Gesicht wie zum Ende hin der letzten Saison. Nichtmal Zweiter konnte er werden, da Verstappen sich noch dazwischenmogelt. Ein rundes Wochenende für den Briten, der seinen Vorsprung gegenüber Vettel auf 40 Punkte vergrößert. Das ist schon ein ordentliches Polster vor den noch ausstehenden Rennen. Es sieht für Hamilton immer besser aus.”

El Mundo Deportivo: ”Hamilton versenkt Vettel noch ein bisschen mehr. Der Engländer setzt sich gegen Verstappen und Vettel durch, vergrößert dadurch seinen Punktevorsprung. Lewis Hamilton rast Richtung WM-Titel. Wieder einmal zeigt er seine Stärke in schwierigen Momenten. Diesmal setzt er sich gegen die theoretische Überlegenheit Ferraris durch. Er machte keinen einzigen Fehler, das war der Unterschied zu Vettel. Wieder eine schlechte Strategie von Ferrari. Die Ultrasoftreifen beim Undercut haben nicht funktioniert. Für Hamilton läuft es weiterhin wie geschmiert.”

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Stimmen: Ferraris Schwäche macht selbst Hamilton ratlos

Es war wieder einmal nicht das perfekte Formel-1-Rennen für Sebastian Vettel. Beim Großen Preis von Singapur galt der Ferrari-Pilot eigentlich als Favorit, landete am Ende aber nur auf dem enttäuschenden dritten Platz (Das Rennen zum Nachlesen im LIVETICKER). Nach diversen Patzern in vorherigen Rennen nicht das erste Mal, dass Vettel Punkte verschenkt hat. 

Beim 31-Jährigen war die Stimmung im Anschluss erwartungsgemäß im Keller; vor allem, weil der Rückstand in der WM-Wertung auf Triumphator Lewis Hamilton noch einmal angewachsen ist.

Der Brite selbst frohlockte dagegen, zeigte sich ob der Schwächen bei Ferrari aber verwundert.

SPORT1 fasst die Stimmen von der Rennstrecke, von ORF und RTL zusammen:

Lewis Hamilton (Mercedes, Platz 1): “Ich hatte eine so tolle Unterstützung hier. Das Team hat nie aufgegeben. Es hat immer Vertrauen gehabt in Valtteri und mich, in unsere Fähigkeiten. Ein ganz, ganz langes Rennen. Es kam mir vor wie das längste Rennen in meinem Leben. Was für ein Wochenende! Max hat gut gekämpft. Ich hatte ein bisschen Pech mit dem Verkehr, Max ein bisschen Glück. Viele Autos fuhren hin und her, es wurde eng. Ich habe ein bisschen den Atem angehalten. Später konnte ich mich wieder absetzen.”

zur Leistung von Ferrari: “Ich weiß nicht, wo die Geschwindigkeit von Ferrari geblieben ist.”

Max Verstappen (Red Bull, Platz 2): “Das mit der ersten Runde war unglücklich (Vettel hat Verstappen überholt, Anm.d.Red.). Aber man konnte ja deutlich sehen, dass es uns an Topspeed fehlt. Dafür hatte das Team eine gute Strategie. Wir konnten zurück auf Platz zwei und unser eigenes Rennen fahren. Ich habe versucht, an Lewis dran zu bleiben. Aber wir wussten schnell, dass es am Ende nur für Platz zwei reicht. (DATENCENTER: Fahrerwertung der Formel 1)

Sebastian Vettel (Ferrari, Platz 3): ”Wir waren einfach nicht schnell genug. Wir haben probiert, aggressiv zu sein, das hat nicht geklappt. Dann haben wir im Verkehr gesteckt, ich habe viel Zeit verloren und musste das Auto schonen. Es war mit Sicherheit kein guter Tag, wir haben Punkte verloren. Wir haben versucht, das Beste daraus zu machen. Nach dem ersten Stopp hatte ich relativ wenig Hoffnung, dass mit den Reifen viel geht. Wir haben nur noch probiert, uns über Wasser zu halten.”

zum aktuellen WM-Stand: “Das hilft sicherlich nicht. Wenn ich das Rennen heute sehe, dann muss ich sagen, so wie wir gefahren sind, hatten wir keine Chance. Wir waren wieder nicht schnell genug. Ich habe vor dem Wochenende gesagt, wir können uns nur selber schlagen, aber wir haben unser Potential wieder nicht gezeigt.”

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Valtteri Bottas (Mercedes, Platz 4): ”Gestern war nicht der beste Tag, das hat alles schwieriger gemacht. Aber als Team haben wir mehr Punkte gesammelt als Ferrari, und Lewis hat den Vorsprung auf Sebastian vergrößert, das ist gut.”

zum Vergleich mit Ferrari: ”Es sieht so aus, als wären wir auf einem ähnlichen Level. Ich bin überrascht, wie gut wir in diesem Jahr hier waren. Das ist alles auf harte Arbeit in der Fabrik zurückzuführen. Das war ein echt toller Job vom Team.” (DATENCENTER: Teamwertung der Formel 1

Kimi Raikkönen (Ferrari, Platz 5): ”Mein Auto war im Rennen sehr gut, aber sobald man hinter einem Gegner hier festhängt, ist es wirklich schwierig, ihn auch zu überholen. Ich denke, es ist so eine Phase in der Saison, in der ein Team besser auf der einen und das andere besser auf der anderen Strecke ist. Es sind sehr kleine Unterschiede. Die Abstände am Ende erzählen nicht die gesamte Wahrheit.”

Daniel Ricciardo (Red Bull, Platz 6): ”Nicht nur das Überholen ist knifflig, sondern überhaupt hinterherzufahren. Man kommt nahe dran, aber nicht nahe genug. Mit den Reifen rutscht man nur noch rum. Ich habe am Ende versucht, mit Kimi zu spielen. Etwas Druck machen, wieder zurückfallen lassen, wieder heranfahren. Irgendetwas versuchen halt.”

Nico Hülkenberg (Renault, Platz 10): ”Ich hatte leider einen schlechten Start, von da an war es schwierig auf den Hypersoft. Wir haben einen aggressiven ersten Stopp gemacht, von da an musste ich die Reifen verwalten ohne Ende. Am Ende bin ich wirklich auf dem Zahnfleich gegangen. Im Rennen habe ich viel Zeit hinter den Williams verloren. Ein mühsames Rennen, ich hatte mir mehr ausgerechnet, aber dafür hätte der Start schon besser sein müssen.”

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): ”Gott sei Dank ist heute alles sauber gelaufen. Wir haben die Pace kontrolliert. Es war ein bisschen wie ein Schachspiel. Aber es macht mich glücklich, dass wir in Singapur, wo wir immer so gelitten haben, ein Auto haben, das schnell war.”

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Funkpanne: Mercedes macht sich über Ferrari lustig

Für Ferrari kam es beim Großen Preis von Singapur knüppeldick, und das nicht nur auf der Strecke.

Als wäre die erneute Niederlage von Sebastian Vettel im Titelrennen gegen Lewis Hamilton nicht schon frustrierend genug, musste die Scuderia auch den Spott des großen Rivalen ertragen.

Auslöser war ein Missverständnis am Funk schon in der Anfangsphase des Rennens. Als Hamilton noch im ersten Stint an seine Box funkte, in den Hypersoft-Reifen sei “noch viel Performance drin”, verstand dies Ferrari-Ingenieur Ricciardo Adami völlig falsch.

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Vettel-Ingenieur versteht Hamilton-Funk falsch

Er meldete sich bei Vettel und sagte ihm: “Hamilton meinte per Funk, dass nicht mehr viel im Reifen drin sei.” Eine komplette Fehlinterpretation, wie der Deutsche schon auf der Strecke vermutete.

Das Missverständnis erreicht natürlich auch das Mercedes-Team, das sich anschließend über Social Media köstlich über den Fauxpas des Konkurrenten amüsierte.

Bottas sei gefragt worden, wie sich seine Reifen anfühlen, hieß es bei Twitter. Der Finne funkte: “Die Reifen sind noch gut!” Nachsatz der Silberpfeile: “Oder meinte er ‘nicht’ sehr gut …” – gefolgt von einem Smiley.

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Die Hoffnung schmilzt! Vettel hadert mit sich und Ferrari

Sebastian Vettel war spürbar zerknirscht.

“Das ist keine ideale Ausgangsposition. Für uns war es ein chaotisches Qualifying. Das ist nicht, was ich wollte. Das ist nicht, was wir wollten”, sagte der viermalige Weltmeister nach dem verpatzten Qualifying in Singapur ins RTL-Mikrofon und machte aus der schlechten Stimmungslage keinen Hehl.

Der Ferrari-Pilot startet am Sonntag hinter Titelverteidiger Lewis Hamilton und Max Verstappen nur aus der zweiten Reihe (Das Formel-1-Rennen aus Singapur ab 14.10 Uhr im LIVETICKER). Ein weiterer Rückschlag im Titelkampf – und Vettel war daran nicht schuldlos (DATENCENTER: Ergebnis des Qualifyings in Singapur).

Vettel selbstkritisch: “Wenn man die Runde nicht so trifft”

Ein Verbremser in Kurve 13 zerstörte Vettels Hoffnungen auf die Pole endgültig. “Wenn man die Runde nicht so trifft und alles nicht so zusammenkommt, dann macht es einen sehr, sehr großen Unterschied”, sagte Vettel selbstkritisch.

Auch die Scuderia gab keine gute Figur ab.

Im dritten Sektor musste der Deutsche direkt hinter Hamilton auf die Strecke fahren und die Geschwindigkeit seiner Warmup-Runde dementsprechend anpassen. “Das war eine schlechte Position”, funkte Vettel in Richtung Box.

Nicht Vettels erster Patzer

Zwar hielt sich Vettel mit einer seiner berüchtigten Schimpftiraden zurück, konnte sich einen Seitenhieb in Richtung Team aber nicht verkneifen.

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Doch es ist eben vor allem Vettel selbst, der die Erwartungen wieder nicht erfüllen konnte. Bei den Rennen in Aserbaidschan, Frankreich, Deutschland und Italien ließ er wichtige Punkte durch Unfälle oder Ausritte liegen. Mal waren es offensichtliche Fehler, mal war eine Portion Pech dabei.

Und nicht nur in den Rennen, auch in den Qualifyings ziehen andere Piloten immer häufiger an Vettel vorbei – vor allem Hamilton. Vier der letzten fünf Pole Positions schnappte sich der Brite. Auch in Singapur, auf einer der laut Mercedes-Motorsportchef Wolff “kniffligsten Strecken des Jahres”, hatte am Ende der Brite die Nase vorne. (DATENCENTER: Teamwertung der Formel 1)

Die Hoffnung, “vorbei zu schlüpfen”

Eigentlich will Vettel in Singapur die dringend benötigte Aufholjagd starten – nun ist er bei 30 Punkten Rückstand auf Hamilton von Startplatz 3 noch mehr unter Druck. (DATENCENTER: Fahrerwertung der Formel 1)

Vettel hofft auf die 61 Runden beim spektakulären Nachtrennen auf dem Marina Bay Street Circuit. “Das Rennen ist eine andere Geschichte”, ist er sich sicher. Eine Chance um “vorbei zu schlüpfen” wird sich laut Vettel auf jeden Fall ergeben. Ob am Start, oder mit der richtigen Taktik im Rennen.

Das Qualifying hat die Sache nicht einfacher gemacht. Will er Hamilton im Titelkampf noch einheizen, muss Vettel ähnliche Fabelrunden hinlegen, wie der Mercedes-Pilot im Qualifying.

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Beim Qualifying zum spektakulären Formel-1-Nachtrennen in Singapur lieferte Lewis Hamilton eine beeindruckende Performance ab und sicherte sich die Pole Position. Um mehr als 0,6 Sekunden distanzierte der Brite den drittplatzierten Sebastian Vettel (DATENCENTER: Ergebnis des Qualifyings in Singapur).

Bei Mercedes und vor allem beim Briten selbst war die Euphorie im Anschluss grenzenlos. Niemand konnte sich erklären, wie Hamilton seine Fabelrunde zustande gebracht hat.

Sebastian Vettel zeigte sich dagegen ernüchtert. Der 31-Jährige übte Selbstkritik, hat die Hoffnung auf eine gute Performance am Sonntag aber noch nicht aufgegeben (Das Formel-1-Rennen ab 14.10 Uhr im LIVETICKER).

SPORT1 fasst die Stimmen von der Rennstrecke, von Motorsport-Total, ORF und RTL zusammen:

Lewis Hamilton (Mercedes, Startplatz 1): “Das war eine harte Quali-Session. Die Runde fühlte sich magisch an. Ich weiß nicht, wie ich das zusammengebracht habe. Ich möchte mich bei allen Leuten in der Fabrik bedanken, die jeden Tag hart arbeiten. Heute habe ich es auf dieser Runde einfach richtig hinbekommen. Es gab keinen Moment, wo ich von der Ideallinie abkam oder irgendein Problem hatte. Es war einfach perfekt am Limit. Das ist eine der besten Runden, an die ich mich erinnern kann. Ich bin ziemlich überwältigt, mein Herz rast.”

Max Verstappen (Red Bull, Startplatz 2): “Ehrlich gesagt fühlt sich das wie ein Sieg an, nach all den Problemen, die ich heute hatte. Auch das Qualifying lief nicht reibungslos ab. Zweiter zu werden, das ist unglaublich. Das zeigt, welch unglaubliches Auto wir haben. Das war mein bestes Qualifying in meiner Formel-1-Karriere” (DATENCENTER: Fahrerwertung der Formel 1)

Sebastian Vettel (Ferrari, Startplatz 3): “Das ist keine ideale Ausgangsposition. Für uns war es ein chaotisches Qualifying. Das ist nicht, was ich wollte. Das ist nicht, was wir wollten. Unser Auto ist gut genug für das Rennen, aber von hinten wird es schwieriger. Wir haben morgen 61 Runden Zeit, irgendwo wird es schon noch die Möglichkeit geben, nach vorne zu schlüpfen.

zu den Gründen für Rang drei: Natürlich ist der Abstand sehr groß, es täuscht vielleicht auch, aber wenn man die Runde nicht so trifft und alles nicht so zusammenkommt, dann macht es einen sehr, sehr großen Unterschied aus, was die Rundenzeiten angeht. Es ist auch eine sehr, sehr lange Runde, das läppert sich dann. Andere Leute haben heute einen besseren Job gemacht.”

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): “Die Runde war wirklich Sternenstaub. Anders können wir uns das nicht erklären. Unser Auto ist hier nie ganz top gewesen. Heute hat die Kombination aus Fahrer und Fahrzeug einen Unterschied ausgemacht.”

über Lewis Hamilton: Ich kann es gar nicht erklären, was auf dieser Runde passiert ist. Er ist einfach ein außergewöhnlicher Mensch und ein außergewöhnlicher Fahrer. Nur er wird wissen, was er auf dieser Runde geschafft hat. Es ist einfach surreal.”

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Kimi Raikkönen (Ferrari, Startplatz 5): “Es war schwieriger, als wir es uns vorgestellt hatten – aber das passiert häufiger. Qualifying und Training sind eben zwei verschiedene Paar Schuhe. Die Bedingungen haben sich rasch verändert.”

zum Rennen: “Alle scheinen ein ähnliches Tempo gehen zu können. Es wird ein recht hektisches Rennen – auch, weil hier immer eine Menge passiert.” (DATENCENTER: Teamwertung der Formel 1)

Valtteri Bottas (Mercedes, Startplatz 4): “Meine eigene Runde war eigentlich gut. Ich hätte vielleicht noch eine Zehntelsekunde schneller fahren können, aber nicht sieben Zehntelsekunden.”

Und weiter zu Teamkollege Hamilton: “Warum der Zeitunterschied zwischen uns in Q3 auf einmal so groß war, weiß ich nicht. War waren bis dahin am gesamten Wochenende etwa gleich schnell.”

Daniel Ricciardo (Red Bull, Startplatz 6): In Q1 hatte ich das Gefühl, dass wir bei der Musik sind. Über Q2 und Q3 hat dann jeder eine Sekunde oder mehr gefunden und wir sind einfach auf dem gleichen Niveau geblieben. Warum weiß ich nicht. Im Moment tue ich mir noch schwer, das Qualifying zu vergessen. Man wird manchmal nicht schlau aus seinem Auto. Heute war so ein Tag.”

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Neuer Kamera-Trick bei Ferrari nach Eisbeutel und Schirm

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Neuer Kamera-Trick bei Ferrari nach Eisbeutel und Schirm

Geheimniskrämerei wird bei Ferrari auch in dieser Saison groß geschrieben.

Und die Scurderia ist dabei sehr kreativ – aktuell lassen die Italiener kaum etwas unversucht, um einen Trick zu finden, damit die Konkurrenz nicht über die Onboard-Kamera ins Auto von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen spitzeln kann.

Neuste Methode der Scuderia vor dem Großen Preis von Singapur (Formel 1: Großer Preis von Singapur am Sonntag, ab 14.10 Uhr im LIVETICKER): Ein Airbox-Kühler soll den Blick ins Innere des SF71H blockieren, wenn dieser in der Garage oder im Grid steht.

Der Verdacht, dass die Form extra so gestaltet wurde, damit die Kamera keinen Blick ins Cockpit und auf das Lenkrad erhält, liegt zumindest nahe.

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Ferrari deckt Onboard-Kamera mit Trockeneis ab

Bereits vor einigen Wochen hatte man bei den Italienern für Aufsehen und Verwunderung gesorgt, indem man immer dann einen Beutel Trockeneis auf die Kamera gelegt hatte, wenn das Auto abgestellt wurde.

Zunächst hatten Insider dahinter eine Methode vermutet, mit der das Überhitzen der Kamera verhindert werden soll.

Auch wurde darüber gemutmaßt, dass es sich dabei um einen Trick handeln könnte, der für einen kurzzeitigen Leistungszuwachs vor dem Qualifying oder dem Rennstart sorgen könnte.

Der Hauptgrund dieser ungewöhnlichen Maßnahme war laut Motorsport-Total.com allerdings, der Konkurrenz unerwünschte Einblicke ins eigene Fahrzeug zu verwehren.

Denn: In den Kameras der FOM (Formula One Management) sind GPS-Sensoren verbaut, um den Teams dabei zu helfen, möglichst Präzise Daten zu sammeln.

Technik-Panne bringt sensible Daten in Umlauf

Diese können ebenso wie die TV-Bilder bei der FOM gekauft werden – von allen Teams und weiteren externen Parteien. Nachdem die FOM jedoch einmal vergessen hatte, die Kamera vom Datenkabel zu trennen, als man in der Ferrari-Box gerade am Auto arbeitete, gelangten diese sensiblen Daten irrtümlicher Weiße in den Contentpool.

Um eine Wiederholung auszuschließen, deckt man bei Ferrari seitdem die Kameras immer ab, wenn das Auto nicht gerade in Betrieb ist.

Das wiederum war der FOM ein Dorn im Auge, der Weltverband FIA teilte daraufhin der Scuderia vor dem Heimspiel in Monza mit, dass der Kühlbeutel mit sofortiger Wirkung verboten sei.

Zunächst hatte man daraufhin versucht, die Sicht der Kamera mit einem Schirm zu verdecken. Nun zündet Ferrari mit dem neudesignten Airbox-Kühler die nächste Trick-Stufe. Die FIA hat den neuen Kniff bereits zur Kenntnis genommen, jedoch noch nicht über dessen Zulässigkeit entschieden.

Ferrari ist allerdings nicht das einzige Team mit dieser Art von Spionage-Abehr – WM-Konkurrent Mercedes sorgt ebenfalls mit einem wuchtigen Kühler für eingeschränkte Sicht. 

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Vettel baut Trainingsunfall – Räikkönen mit Bestzeit

Schumacher zu Ferrari? Wie könnten wir Nein sagen”

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Sebastian Vettel holte Schwung für sein Schicksalsrennen in Singapur – und landete gleich zum Auftakt scheppernd an der Leitplanke.

Der Ferrari-Star hat beim so wichtigen Nacht-Grand-Prix einen denkbar schlechten Auftakt in das Wochenende hingelegt. Schon früh im zweiten Training erwischte er mit der Hinterachse die Streckenbegrenzung, musste seinen Boliden abstellen – und tatenlos zusehen, wie Konkurrent Lewis Hamilton einen beeindruckenden Start hinlegte.

“Das war ein bisschen mehr als ein Kuss für die Mauer”, sagte Vettel mit Galgenhumor: “Es ist nicht gut, wenn so etwas passiert. Man lotet eben das Limit aus, aber da kam die Wand schneller als erwartet.”

Weltmeister und WM-Spitzenreiter Hamilton hatte als Tageszweiter nur elf Tausendstelsekunden Rückstand auf Vettels Teamkollegen Kimi Räikkönen. Der Finne war beim ersten Auftritt seit der Verkündung seines Zwangsabschieds von Ferrari zum Saisonende schnellster Mann. Allerdings präsentierte sich das rote Auto noch nicht so überlegen wie zuvor erwartet – von deutlichen Nachteilen, wie sie Mercedes in den vergangenen Jahren auf dem kantigen Stadtkurs hatte, war zumindest am Freitag nichts zu erkennen.

Vettel 30 Punkte hinter Hamilton

Vettel braucht am Sonntag (Formel 1: Der Große Preis von Singapur am Sonntag ab 14 Uhr im LIVETICKER) unbedingt einen Sieg, damit seine Titelhoffnungen nicht schon zu Beginn des Saisonendspurts schwinden. Hamilton geht mit einem Vorsprung von 30 WM-Punkten auf den Deutschen in das 15. von 21 Saisonrennen.

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Das Red-Bull-Duo Max Verstappen und Daniel Ricciardo hatte auf den Plätzen drei und vier indes schon einen Rückstand von mehr als einer halben Sekunde, auch Valtteri Bottas im zweiten Mercedes fiel als Fünfter etwas ab. Vettel baute den Unfall schon bei seiner ersten Qualifying-Simulation, eine wirklich vergleichbare Zeit stand für ihn daher nicht in der Liste, er wurde Sechster.

Vor dem Crash hatte er lediglich etwa halb so viel Zeit auf der Strecke verbracht wie die Konkurrenz. Die Reparatur-Arbeiten an seinem Auto waren in der Folge umfangreich, gut möglich, dass der SF71H einen Getriebeschaden davongetragen hat. Da es sich um ein “Freitagsgetriebe” handelt, droht allerdings keine Strafe.

 Auch die ersten Eindrücke vor dem Unfall hatten Vettel noch nicht zufrieden gestellt. “Wir müssen noch an der Balance feilen und ein bisschen Tempo finden”, sagte er: “Da fehlt mir jetzt natürlich ein wenig Zeit. Aber ich habe im dritten Training ja noch die Gelegenheit, mich vorzubereiten.”

Auch Leclerc baut Crash

Nico Hülkenberg kam vor seinem 150. Grand-Prix-Start zunächst nicht über den zehnten Platz hinaus. Der Renault-Pilot lag dabei auch recht deutlich hinter seinem Teamkollegen Carlos Sainz jr., der Siebter wurde. Vettels künftiger Stallrivale Charles Leclerc hatte die erste Session seit Bekanntgabe seines Wechsels zu Ferrari mit einem Crash beendet, letztlich landete der 20-Jährige aus Monaco im Sauber auf dem 14. Platz.

 

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Ricciardo wird von Red Bull "ausgeschlossen"

Das Red-Bull-Team zeigt seinem Noch-Fahrer Daniel Ricciardo schon vor dem Rennen in Singapur am Sonntag(F1: Grand Prix von Singapur ab 14.10 Uhr im LIVETICKER)  die kalte Schulter. 

Der Australier wechselt zur Saison 2019 zum Red-Bull-Konkurrenten Renault und wird aus Angst darf aus Angst vor Spionage nicht mehr an allen Treffen seines aktuellen Teams teilnehmen.

“Ab Singapur wird Daniel von allen Meetings, die die Zukunft betreffen, ausgeschlossen. Es geht da häufig ja schon in Richtung 2019 und wir möchten nicht, dass er das mit zu Renault nimmt”, erklärte Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko der Bild.

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Wenn Red Bull also im Training Daten für die kommende Saison sammelt oder Designer Adrian Newey erste Eindrücke des neuen Boliden präsentiert, ist Ricciardo nicht dabei.

Zwist zwischen Ricciardo und Red Bull

Trotz Spionage-Angst droht dem Australier aber kein vorzeitiger Rauswurf.

“Daniel fährt diese Saison bei Red Bull zu Ende. Er nimmt vor dem Singapur-Rennen an allen Sitzungen teil und bekommt alle Informationen, weil wir uns dort Siegchancen ausrechnen. Es wird unsere letzte Siegchance dieses Jahr sein, es sei denn, es kommt von Motorenseite noch etwas unvorhergesehenes”, stellte Marko klar.

Der Österreicher hatte Ricciardo zuletzt für die Art und Weise des Wechsels kritisiert und ihm Wortbruch vorgeworfen. “Die Verhandlungen waren schwierig, aber am Mittwoch vor dem Österreich-Grand-Prix haben wir zwei Stunden zusammengesessen. Wir waren uns einig”, sagte Marko bei Servus TV.

Und weiter: “Am Donnerstagnachmittag nach dem Ungarn-Rennen habe ich einen Anruf bekommen. Da hat er gesagt: ‘Ich gehe zu Renault.’”

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