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So kümmert sich Vettel um die neue Generation

Anders als auf der Rennstrecke nahm sich Sebastian Vettel Zeit. Erst gewährte der viermalige Formel-1-Weltmeister einen Einblick in die Ferrari-Box, dann gab er dem Nachwuchs beim Mittagessen ein paar Tipps für die Zukunft.

Vettel ist beim Heimspiel am Hockenheimring nicht nur Schirmherr der im Rahmenprogramm stattfindenden Formel-4-Rennen (Samstag 16.55 im SPORT1-Livestream und Sonntag 10.10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Vettel kümmerte sich bei einem vom ADAC arrangierten Termin auch persönlich um die nächste Generation. Da funkelten die Augen von Formel-4-Spitzenreiter Lirim Zendeli oder den Rookies Niklas Krütten und David Schumacher.

Auch Vettel profitierte von Hilfe

“Einen Blick in die Garage zu werfen, die Formel-1-Autos von Nahem zu sehen und ein bisschen mehr zu erfahren als vor dem Fernseher – es ist schön, wenn ich das den Jungs ermöglichen kann”, sagte Vettel.

“Die Unterstützung ist wichtig für die jungen Fahrer”, erklärte Vettel weiter: “Die finanzielle Unterstützung, um überhaupt antreten zu können. Aber auch, dass einem über die Schulter geschaut wird, man auf den richtigen Weg kommt. Ich habe nicht vergessen, wie wichtig das für mich damals war.”

Vettels Einstieg in den Motorsport war nicht selbstverständlich. Seine Familie musste zur Unterstützung finanzielle Einschränkungen auf sich nehmen. Und Vettel weiß um die Bedeutung der Nachwuchsserien als mögliches Sprungbrett in die Formel 1. 2004 sicherte er sich den Meistertitel der deutschen Formel BMW, dem Pendant zur heutigen Formel 4.

Schumacher: “Will in die Formel 1″

Der Nachwuchs schwärmte nach dem Termin mit Vettel. “Das war eine super Erfahrung. Die Boxen sind mega, alles ist größer, riesig”, sagte David Schumacher zu SPORT1.

Für den Sohn von Ralf Schumacher war es der erste Besuch einer Formel-1-Box. “Das war ein zusätzlicher Ansporn. Ich will auf jeden Fall in die Formel 1″, sagte Schumacher weiter.

Vettel: Jungs heute sehen besser aus

Ein paar Ratschläge gab Vettel der Next Generation auch mit auf den Weg. Sie sollen ihren Traum leben, ihren eigenen Weg gehen und bei allem Druck den Spaß am Fahren nicht vergessen.

Etwas hat der Nachwuchs Vettel seiner Meinung nach schon voraus. “Ich hatte ja damals noch eine Zahnspange”, erinnert sich Vettel mit einem Schmunzeln: “Ich sah nicht so gut aus wie die Jungs heute.”

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Verstappen glänzt mit Rekordzeit – Vettel hinter Hamilton

Sebastian Vettel ist auf dem Weg zu seinem ersten Hockenheimsieg in Lauerstellung, Max Verstappen ließ die vielen niederländischen Fans jubeln: Der 20 Jahre alte Red-Bull-Pilot setzte in einem buchstäblich hitzigen Freitagstraining zum Großen Preis von Deutschland mit neuem Streckenrekord von 1:13,085 Minuten die Bestzeit. Die Topstars der Formel 1 lagen allerdings sehr dicht beieinander.

WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel wurde mit 0,225 Sekunden Rückstand Vierter. Fast schon traditionell konnte der 31-Jährige mit seinem Ferrari am Freitag nicht ganz das Tempo der Spitze halten, im Verlauf der vergangenen Rennwochenenden legte der SF71H bei der Pace aber samstags und sonntags regelmäßig zu.

“Das Auto hat heute gut funktioniert. Wir haben ein bisschen was ausprobiert”, sagte Vettel, der bei den Rennsimulationen bereits am Freitag den stärksten Eindruck hinterließ: “Uns fehlt noch etwas die Performance auf einer Runde, da können wir noch etwas verbessern.”

Hamilton liegt vor Vettel

Vettels WM-Rivale Lewis Hamilton (England) lag am Tag nach seiner Vertragsverlängerung bei Mercedes bis 2020 als Zweiter lediglich 0,026 Sekunden hinter Verstappen. Der Finne Valtteri Bottas, dessen Mercedes-Vertrag am Freitag bis 2019 mit Option für 2020 verlängert wurde, belegte Rang drei (+0,105). Renault-Pilot Nico Hülkenberg beendete die Einheit als Zehnter (+1,411).

Kleiner Wermutstropfen für die knapp 10.000 Verstappen-Fans: Ihr Liebling klagte in der Endphase des Trainings über Probleme beim Runterschalten, sein Bolide wurde zur Sicherheit in die Box geholt. Damit fehlen dem Niederländer ein paar Erkenntnisse bei der Rennsimulation.

Verstappens Teamkollege Daniel Ricciardo (Australien), der am Freitag als Sechster 0,440 Sekunden Rückstand hatte, ist kein Siegkandidat für das Rennen am Sonntag: An der Power Unit seines Red Bull wurden drei Komponenten über das erlaubte Maß hinaus ausgetauscht, der Monaco-Sieger wird in der Startaufstellung damit um 20 Plätze zurückversetzt.

Vettel freut sich über Unterstützung bei Heim-Rennen

Im Vorfeld hatte der Viertplatzierte der Fahrer-WM bereits mit dieser Maßnahme kokettiert, weil man in Hockenheim besser überholen kann als auf dem Hungaroring, wo am 29. Juli der Große Preis von Ungarn steigt.

Vettel, der rund 40 Kilometer entfernt vom Hockenheimring aufwuchs, winkte bei seiner ersten Ausfahrt am Vormittag aus dem Cockpit heraus den Fans im Motodrom zu. Beim vorerst letzten Großen Preis von Deutschland zierte ein schwarz-rot-goldenes Ringmuster den Helm des viermaligen Weltmeisters. “Es war toll, schon heute so viele Ferrari-Fahnen zu sehen”, sagte Vettel.

2019 wird kein Formel-1-Rennen in Deutschland stattfinden, darüber hinaus sind die Aussichten eher trüb. Hockenheimring und Nürburgring wollen nicht mehr die geforderte Antrittsprämie zahlen, nur bei geteiltem Risiko oder als Vermieter an die Formel 1 würden sie weitermachen. Vettel kritisierte am Donnerstag, dass es in Deutschland keine Hilfe vom Staat oder dem Land gebe, wie bei einigen anderen Rennen üblich.

Hockenheim-Qualifying droht Wetter-Chaos

Am Sonntag wird es auf den Tribünen in Hockenheim allerdings so voll werden wie zuletzt 2006, beim letzten Heimsieg von Rekordweltmeister Michael Schumacher waren 70.000 Fans an der Strecke.

Vor dem Training traute sich kaum ein Team, eine seriöse Prognose abzugeben. Weil es im Vorjahr kein Rennen in der Kurpfalz gab, waren die Erfahrungswerte von 2016 kaum noch etwas wert. Seither hat sich der Abtrieb der Boliden durch die Reglementänderungen zur Saison 2017 deutlich erhöht, die Wagen sind besonders in den Kurven deutlich schneller geworden. Auch bei der Belastung der breiteren Reifen betraten die zehn Teams in Hockenheim Neuland.

Bei strahlendem Sonnenschein und fast 50 Grad Streckentemperatur waren Fahrer und Material extremen Belastungen ausgesetzt. Das wird sich am Samstag ändern, während des Qualifyings (ab 15 Uhr im LIVETICKER) ist mit Gewittern zu rechnen. Auch am Rennsonntag könnte Regen das Geschehen beeinflussen.

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Warum Hamilton bei Mercedes verlängert hat

Als Lewis Hamilton nach einem langen und zähen Verhandlungsmarathon endlich seine Unterschrift unter den neuen Vertrag gesetzt hatte, nannte der Weltmeister schließlich auch ein paar Gründe für sein Bekenntnis zu Mercedes.

Und ein wesentlicher ist Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

“Ich bin nicht immer so pflegeleicht. Nicht jeder gibt einem den Freiraum, den ich benötige. Toto macht das”, sagte Hamilton vor dem Großen Preis von Deutschland am Sonntag (ab 15.10 Uhr im LIVETICKER).

“Wir hatten Hochs und Tiefs. Wir haben eine interessante Dynamik”, sagte Hamilton weiter: “Wir sind auf und abseits der Rennstrecke auf einer Wellenlänge.”

Hamilton ist bekannt für sein bisweilen ausuferndes Privatleben. Seine spontanen Trips rund um die Welt mit den eigenen Jet sind legendär – und bei Mercedes nicht immer gerne gesehen.

Doch Wolff findet offenbar den richtigen Zugang zu Hamilton – und der Brite hat das Vertrauen fast immer zurückgezahlt.

Hamilton: “Positive Energie”

Hamilton ist jedenfalls froh, sich nun ganz auf das Sportliche konzentrieren zu können.

“Das gibt positive Energie für den Titelkampf”, sagte der 33-Jährige.

Vor dem Rennen in Hockenheim liegt er im heißen Duell mit Sebastian Vettel acht Punkte hinter dem Ferrari-Piloten.

Hamilton jagt Rekorde von Schumacher

Ob Hamilton nach Ende des neuen Vertrages 2020 als Sternfahrer in Rente gehen wird, ließ er offen.

Nun will er erstmal seinen Titel erfolgreich verteidigen – und jagt nebenher noch einige Bestmarken von Rekordweltmeister Michael Schumacher.

Hamilton könnte bis zu seinem Vertragsende die sieben WM-Titel von Schumacher, den er 2013 bei Mercedes beerbt hatte, egalisieren. Bei den Pole Positions hat der extrovertierte Brite mit 76 Starts von Platz eins das deutsche Motorsport-Idol (68 Poles) bereits überflügelt, bei den Rennsiegen ist der 1985 in Stevenage geborene Hamilton mit 65 Formel-1-Erfolgen (davon 44 für Mercedes) immerhin schon die Nummer zwei.

Schumachers Marke von 91 Siegen ist zwar noch ein gutes Stück entfernt, aber in den nächsten zweieinhalb Jahren nicht unerreichbar. Hierzu müsste Hamilton seinen Schnitt von zehn Siegen pro Saison halten, der ihm zwischen 2014 und 2017 gelang.

Aus Sicht von Mercedes war es angesichts solcher Statistiken nur logisch, den Vertrag mit seinem Erfolgsgaranten der letzten Jahre zu verlängern. “Diese Woche haben wir die finalen Dokumente unterzeichnet und wollten die Leute nun nicht länger auf die Folter spannen”, sagte Wolff: “Er ist einer der Größten in der Geschichte des Sports, und seine Rekorde sprechen für sich.”

Vettel feixt: “Hatte mich schon gewundert”

Die Einigung war spätestens mit der Vertragsverlängerung von Sebastian Vettel bei Ferrari bis 2020 alternativlos. Dass die beiden viermaligen Champions, die bei allem gegenseitigen Respekt schon oft aneinander geraten sind, einmal im selben Team fahren würden, galt als ausgeschlossen.

Vettel wollte sich ein kleines Feixen nicht ersparen. “Es hieß ja schon länger, dass der Vertrag fix ist, deshalb habe ich mich gewundert, dass es doch noch ein bisschen gedauert hat”, sagte Vettel, wollte aber nicht weiter auf Hamilton eingehen: “Ich habe meinen Platz und meine Mission.”

Für Hamilton dürfte letztlich das Gesamtpaket aus Tradition, sportlicher Stärke und nicht zuletzt Finanzkraft gesprochen haben, bei Mercedes zu verlängern.

40 Millionen Jahresgehalt?

Für den schillernden Superstar der Formel 1 lohnt es sich gewiss auch finanziell, seine Karriere beim Branchenprimus fortzusetzen. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Hamilton ist mit einem geschätzten Jahresgehalt von 35 Millionen Euro schon jetzt einer der Topverdiener in der Königsklasse, sein neuer Vertrag soll mit mindestens 40 Millionen Euro dotiert sein. Obendrein verdient er noch ein ordentliches Zubrot mit Werbung.

Die Basis seines Ruhms sind seine Erfolge: 2014, 2015 und 2017 gewann Hamilton im Silberpfeil die Fahrer-Weltmeisterschaft. 2016 musste er sich nur knapp seinem Teamkollegen Nico Rosberg geschlagen geben. Seinen ersten WM-Titel fuhr er 2008 für McLaren-Mercedes ein.

Von 2014 bis 2017 feierte Hamilton mit Mercedes zudem den Gewinn der Konstrukteurs-WM. Mehr geht (fast) nicht. Und schon dieses Jahr könnten die nächsten Titel folgen.

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Vettel: Aus für Hockenheim "eine Schande"

Wegen der unsicheren Zukunft geht der viermalige Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel besonders motiviert in den vorläufig letzten Großen Preis von Deutschland.

Die Frage, ob der Sieg am Sonntag (ab 15.10 im LIVETICKER) in Hockenheim für ihn mehr wert wäre als 25 Punkte, bejahte der im nahen Heppenheim geborene Vettel energisch und führte aus: “Es wäre eine Schande, den Großen Preis von Deutschland, eines der klassischen Rennen, zu verlieren.”

Auf dem Traditionskurs, der kaum mehr als 40 Kilometer von seinem Elternhaus entfernt liegt, hat der Ferrari-Star in der Formel 1 noch nicht gewonnen. Damit es im sechsten Anlauf klappt, wünscht sich Vettel reichlich Unterstützung von den rund 70.000 erwarteten Zuschauern. “Wir Deutschen hatten eine schlechte Fußball-WM. Ich hoffe, dass die Leute ihre Flaggen nicht weggeworfen haben und nach Hockenheim kommen, um mich zu unterstützen”, erklärte der 31-Jährige.

Platz drei Vettels bestes Resultat in Hockenheim

2010 erreichte Vettel mit Platz drei sein bislang bestes Ergebnis in der Kurpfalz. Seinen einzigen Sieg bei einem Großen Preis von Deutschland fuhr er 2013 auf dem Nürburgring ein. In der Eifel fielen die Rennen 2015 und 2017 aus wirtschaftlichen Gründen aus, auch die Zukunft des Hockenheimrings in der Formel 1 ist über den Lauf am Sonntag hinaus äußerst fraglich.

Sicher ist bislang, dass es 2019 keinen Großen Preis von Deutschland gibt. Die Betreiber von Hockenheimring und Nürburgring wollen nicht mehr die geforderte Antrittsprämie zahlen, nur bei geteiltem Risiko oder als Vermieter an die Formel 1 würden sie weitermachen.

Hülkenberg über Hockenheim: “Mein erstes Rennen gefahren”

Vettels WM-Rivale Lewis Hamilton machte sich ebenfalls für das Heimrennen seines Mercedes-Teams stark. “Die Formel 1 darf nie ihre Wurzeln verlieren”, erklärte der 33-jährige Brite: “Der Große Preis von Deutschland ist Teil des Erbes der Formel 1. Ich hoffe sehr, dass es hier eine Zukunft gibt.”

Auch der zweite verbliebene Deutsche im Formel-1-Feld würde es bedauern, wenn die Königsklasse in Deutschland keine Zukunft mehr hätte. “Hockenheim ist ein Ort voller Erinnerungen, ich bin hier mein erstes Formel-Rennen überhaupt gefahren, hatte auch gute Formel-1-Ergebnisse hier”, sagte der Emmericher Nico Hülkenberg.

Der Renault-Pilot, der eine Kappe mit schwarz-rot-goldenem Schirm trug, sagte weiter: “Deutschland ist die Autonation Nummer eins. Das Aus des Rennens wäre sehr schade, aber wirtschaftliche Faktoren spielen leider eine Rolle.”

Weiter machte Hülkenberg eine “gewisse Sättigung” mitverantwortlich. Zwölf der letzten 24 Fahrertitel in der Formel 1 gingen an deutsche Fahrer: sieben an Rekordweltmeister Michael Schumacher, vier an Vettel und einer an den Wiesbadener Nico Rosberg.

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Darum droht der Formel 1 in Deutschland das Aus

Für Sebastian Vettel ist Hockenheim “immer etwas ganz Besonderes”, Toto Wolff freut sich auf die “Rückkehr nach Hause” für sein Mercedes-Team, die Tribünen beim Großen Preis von Deutschland werden so voll sein wie seit 2006 nicht mehr, beim letzten Heimsieg von Michael Schumacher.

In die Euphorie mischt sich allerdings Schwermut: Das Rennen am Sonntag (15.10 Uhr im LIVETICKER) droht zur Abschiedsvorstellung der Formel 1 in der Autonation Nummer eins zu werden. Bereits jetzt ist klar, dass es 2019 keinen Großen Preis von Deutschland geben wird. Die Aussichten darüber hinaus sind trübe.

“Es ist frustrierend zu sehen, dass wir für ein Land mit einer so großen Rennsport-Tradition keine Lösung gefunden haben – und dass offenbar niemand bereit ist, die Rennstrecken zu unterstützen und ihnen das finanzielle Risiko abzunehmen”, sagte Formel-1-Marketingchef Sean Bratches bei Auto Bild Motorsport.

Man arbeite “natürlich weiter an einer Lösung”, nötig sei dazu vor allem “Flexibilität” der Rennstrecken.

Kontrakt mit Hockenheimring läuft aus

Für die Streckenbetreiber in Deutschland ist die Formel 1 mit einer Antrittsgage von rund 20 Millionen Euro aber längst zu teuer geworden. Der Hype der Ära Schumacher, in der die teuren Tickets oft ein Jahr vorher schon vergriffen waren, ist längst vorbei.

Der Nürburgring sah 2015 und 2017 trotz gültigen Vertrags von einer Austragung ab, der Kontrakt des Hockenheimrings läuft mit dem Schwenken der Zielflagge am Sonntag aus.

Immerhin wird der beste Zuschauerwert seit 2006 (70.000; d. Red.) erreicht: Auch wegen einer regelrechten niederländischen Invasion dank Max Verstappen waren am Dienstag 67.000 Eintrittskarten für das Rennen verkauft, Zusatztribünen werden benötigt. Damit ist Hockenheim allerdings lediglich auf Kurs “schwarze Null”.

Hockenheim musste sich dafür aber gewaltig strecken: Kinder bis sechs Jahre haben freien Eintritt, Jugendliche bis 16 Jahre können das Rennen in fast allen Sitzplatzkategorien für 45 Euro verfolgen, das gesamte Wochenende für 50 Euro. Nur so konnte der Wert von 2014 (52.000) und 2016 (57.000) deutlich gesteigert werden.

Keine Hilfe aus der Wirtschaft

Auf Dauer wird es so aber nicht weitergehen. Hockenheimring und Nürburgring stellten mehrfach klar, dass sie nicht mehr bereit sind, das finanzielle Risiko allein zu tragen. Das Entgegenkommen von Liberty Media ist allerdings begrenzt, immerhin weiß das US-Unternehmen um den Wert der Marke Formel 1 und kassiert in Ländern mit teils fragwürdigem Leumund oft doppelt so viel – auch weil die jeweilige Regierung für die Imagepolitur bereitwillig tief in die Tasche greift.

Auf Unterstützung durch die öffentliche Hand oder Hilfe aus der Wirtschaft in großem Maße konnten die deutschen Strecken bislang nicht bauen. Genau darauf pocht aber Georg Seiler. “Es kann nicht sein, dass wir die Spielwiese stellen und die Zeche für andere zahlen”, sagte der Hockenheimring-Geschäftsführer dem SID.

Ein potenzieller Geldgeber, auf den Seiler anspielt, ist Mercedes. Der Weltkonzern aus dem nahen Stuttgart beschränkte sich bislang allerdings auf die Unterstützung von Marketingkampagnen – und auf die Werbung, welche die Silberpfeile auf der Strecke machen.

An fehlender Action liegen die immer noch überschaubaren Zuschauerzahlen wohl nicht, Hockenheim bot auch nach der Verwandlung der alten Hochgeschwindigkeitsstrecke in einen modernen Allroundkurs nach 2001 oft spannende Rennen. Star-Ingenieur Hermann Tilke, der am (Um-)Bau der meisten aktuellen Formel-1-Kurse beteiligt war, hält Hockenheim immer noch “für etwas ganz Besonderes.” Das Motodrom sei “einzigartig mit seiner Streckenführung und der Stadionatmosphäre”, sagte Tilke im SID-Gespräch.

Gewiss kein Trumpf für die Strecken in Deutschland ist der Trend zu Stadtkursen in der Formel 1. Die Hetzjagd durch die Straßen von Aserbaidschans Hauptstadt Baku etwa zählt zum Spektakulärsten, was die Königsklasse zu bieten hat. Auch in Miami, Hanoi oder Kopenhagen soll bald gerast werden.

Dass in einigen Jahren nur noch auf Prachtboulevards gefahren wird, glaubt Tilke allerdings nicht: “Es gibt eine Berechtigung für mehr Stadtkurse, doch eine Formel-1-WM wird immer komplett verschiedene Arten von Strecken beinhalten.” Vielleicht ist dann ja auch für Deutschland noch Platz.

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Formel-1-Fans stürmen den Hockenheimring

Das vorerst letzte Formel-1-Rennen in Deutschland bewegt noch einmal die Massen. Der Große Preis auf dem Hockenheimring dürfte am Sonntag (15.10 Uhr im LIVETICKER) rund 70.000 Zuschauer anlocken, so viele Fans pilgerten zuletzt zum Ende von Michael Schumachers Ferrari-Ära in die Kurpfalz. Wie die Organisatoren in Hockenheim mitteilten, wurden bis Dienstag bereits 67.000 Tickets verkauft.

Vor dem elften Saisonrennen wurde nun eigens eine Zusatztribüne errichtet, für die telefonisch weiterhin Karten erhältlich sind (Erwachsene: 270 Euro; Kinder: 50 Euro, jeweils für das ganze Rennwochenende). Auch an den Tageskassen werden Tickets erhältlich sein, für Kinder bis sechs Jahre ist der Eintritt frei.

2019 kein deutscher Formel-1-GP

Der Vertrag des Hockenheimrings läuft in diesem Jahr aus, 2019 wird es keinen deutschen Grand Prix geben. Auch für die Zeit danach spricht derzeit wenig für einen neuen Deal. Die Formel 1 hat es in Deutschland seit Jahren schwer und wurde für die Veranstalter zu einer mitunter defizitären Veranstaltung.

Das liegt zum einen an den hohen Antrittsgagen, welche die Königsklasse für ihr Kommen verlangt. Zum anderen blieben die Zuschauerzahlen in Hockenheim in den Jahren 2012 (59.000), 2014 (52.000) und 2016 (57.000) weit hinter den Erwartungen zurück. Der Nürburgring, eigentlich für die ungeraden Jahre zuständig, war schon 2015 ausgestiegen.

70.000 Fans hatte es in Hockenheim zuletzt im Jahr 2006 gegeben, als Rekordweltmeister Schumacher letztmals im Ferrari auf eine deutsche Formel-1-Strecke ging. Der kleine Boom im Jahr 2018 hängt nun wohl auch mit der Situation im Titelkampf zusammen. Ferrari-Star Sebastian Vettel kommt als Gesamtspitzenreiter nach Hockenheim und hat in seinem vierten Jahr mit der Scuderia große Chancen auf den WM-Triumph.

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