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Binotto gibt Defizite durch FIA-Richtlinien zu

Ferrari fährt der Konkurrenz um Mercedes und Red Bull deutlich hinterher.

Dass die Defizite nicht durch eine veränderte Philosophie bei der Scuderia kommen, sondern mit den technischen Richtlinien des Weltverbandes FIA zusammenhängen, gab Teamchef Mattia Binotto vor dem Großen Preis von Ungarn erstmals öffentlich zu. Man habe das Auto und vor allem die Power Unit den neuen Technik-Richtlinien angleichen müssen, sagte der 50-Jährige, und dabei sei die Leistung buchstäblich auf der Strecke geblieben.

“Die Regeln sind ziemlich schwierig und komplex. Ich denke, dass es Bereiche gibt, in denen es noch Klärung bedarf. Das ist ein fortlaufender Prozess, der schon immer existiert hat und auch in Zukunft existieren wird”, sagte er. Und weiter: “Seit dem vergangenen Jahr wurden viele Technische Richtlinien verfügt, die Klarheit in einigen Bereichen geschaffen haben. Ich denke, dass wir uns durch diese Direktiven anpassen mussten.”

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Das betreffe nicht nur Ferrari, sondern auch alle anderen Motorenhersteller in der Königsklasse des Motorsports. Die logische Konsequenz sei, “dass wir etwas an Performance verloren haben.”

Ferrari-Schummeleien: Einigung mit FIA

Die FIA hatte vor der Saison Ferraris PS-Monster untersucht und 2020 offenbar Unregelmäßigkeiten gefunden. Anstelle einer Strafe wurde im Februar aber eine “Einigung” verkündet, über deren Details und Konsequenzen Stillschweigen vereinbart wurde. Die gegnerischen Teams gingen deshalb auf die Barrikaden und forderten Transparenz.

Dann kam Corona. Und der potenzielle Skandal wurde zur Nebensache. Bis heute schweigen beide Parteien über die Details des Deals. 

Doch die Konkurrenz ist sich sicher, dass Ferrari im Vorjahr betrogen hatte, was erklären würde, warum die Ferrari-Motoren in diesem Jahr deutlich an Leistung eingebüßt haben – auch bei den Kundenteams Alfa Romeo und Haas.

Laut Binotto habe auch der Lockdown im Frühjahr die Scuderia zurückgeworfen. “Wir haben Entwicklungen für die aktuelle Saison vorgenommen, die wir nun nicht in dieser Saison einführen können, weil es vor dem Start die lange Shutdown-Periode gab – das war nicht für alle Motorenhersteller der Fall”, sagte der Ferrari-Teamchef. “Wir werden aber versuchen, so viel wie möglich bis zum Start der neuen Saison zu entwickeln.”

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Wie eine Tragödie die Formel 1 in Schockstarre versetzte

Die letzte Runde im Leben des Jules Bianchi dauerte 285 Tage. Solange bangte die Motorsport-Welt um den jungen Franzosen, eines der aufstrebenden Talente der Formel 1. Am 17. Juli 2015, nach mehr als neun Monaten im Koma, gab der Körper des 25-Jährigen schließlich seinen härtesten Kampf verloren.

Der PS-Zirkus verfiel in eine kurze, aber heftige Schockstarre. Zu den Trauergästen in Nizza am 21. Juli gehörten Sebastian Vettel, Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Unter anderem Felipe Massa und Romain Grosjean trugen den Sarg, dem der damals 17-jährige Charles Leclerc dicht folgte.

Bianchi war Freund, Taufpate und Idol des Monegassen, der 2019 den Sprung zur Scuderia Ferrari schaffte – ein Karriereweg, der eigentlich Bianchi zugedacht schien.

Doch das Schicksal war grausam zum jungen Franzosen. Beim Großen Preis von Japan am 5. Oktober 2014 in Suzuka kam Bianchis Marussia bei heftigem Regen von der Strecke ab, der Bolide raste unter ein Abschleppfahrzeug, Bianchi erlitt schwerste Kopfverletzungen.

Bianchis Tod bedeutet eine Zäsur

Im November 2014 wurde Bianchi aus der Klinik im japanischen Yokkaichi auf die Intensivstation in seiner Heimatstadt Nizza verlegt. Viele Fans und Kollegen beteten für seine Genesung, “Forza Jules” wurde zu ihrem Leitspruch.

Bianchis Tod bedeutete für die Formel 1, die seit Ayrton Senna in Imola 1994 vom Schlimmsten verschont geblieben war, auch eine Zäsur. Die Sicherheitsstandards wurden noch einmal erhöht. Der Weltverband FIA gab bekannt, Bianchis Nummer 17 in der Formel 1 zu Ehren des Franzosen nicht mehr zu vergeben.

Am 17. Juli 2020, fünf Jahre nach Bianchis Tod, gedachten zahlreiche aktuelle Formel-1-Piloten ihrem verstorbenen Kollegen in den Sozialen Netzwerken.

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"Völlig überfordert": Ist Ungarn Binottos letzte Chance?

Es ist ein Albtraum in Rot, aus dem Ferrari einfach nicht erwacht. Eigentlich ist die Scuderia selbst in schlechten Jahren immer vorn dabei. Seit 1982 belegten die Italiener in jeder Saison mindestens den vierten Platz in der Konstrukteurs-WM. Und bis auf sechs Ausnahmen gehörte Ferrari immer zu den besten Drei. Sogar 1995, im Jahr vor Michael Schumachers Ankunft.

Eine Szene von damals hat sich tief in die Hirne der Tifosi eingebrannt. Beim Großen Preis von Italien in Monza 1995 wurde eine abgerissene Inboard-Kamera zur nationalen Katastrophe. Ein Kabel hatte sich um Jean Alesis rechtes Hinterrad gewickelt und zwang den Franzosen zur Aufgabe. Nachdem sie zuvor wie ein Geschoss auch Gerhard Bergers roten Renner lahmgelegt hatte. Doppelausfall im Heimatland der Ferraristi. Schlimmer noch: Alesi und Berger lagen damals auf den Plätzen eins und zwei!

Einen Doppelausfall hatte die Scuderia auch am vergangenen Wochenende in Spielberg zu beklagen. Allein: Von der Doppelführung ist sie heutzutage meilenweit entfernt. 

1996, ein Jahr nach dem Monza-Fiasko, beschimpfte die Bild-Zeitung Michael Schumachers ersten Ferrari F310 als “rote Gurke”. Damit allerdings hat der spätere Rekordchampion immerhin noch drei Rennen gewonnen. Und: Mit Teamchef Jean Todt war eine ordnende Hand an Bord. Es war klar: Der Franzose und sein Star-Pilot brauchten nur noch etwas Zeit, bis Ferrari endgültig den Angriff auf den Titel wagen könnte. Schon 1997 sollte es soweit sein.

Binotto schwächer als Todt

Die Situation anno 2020 ist damit nicht zu vergleichen. Sie ist viel schlimmer. Und: Der aktuelle Teamchef Mattia Binotto (50) scheint anders als Todt damals nicht in der Lage, die Kehrtwende einzuläuten.

Deshalb beginnt bei Ferrari jetzt schon das Grande Casino um den Posten des Teamchefs. Italienische Tageszeitungen bringen Antonello Coletta ins Spiel. Der 53-jährige Römer leitet die Abteilung, die alle sportlichen Aktivitäten bei Ferrari zusammenführt. SPORT1 kann bestätigen: FIAT-Präsident John Elkann und Ferrari-CEO Louis Camilleri trauen Coletta den Job des Teamchefs zu und bringen ihn in Position.

Schon der Große Preis von Ungarn an diesem Wochenende (Rennen So. ab 15.10 Uhr im LIVETICKER) soll für Binotto zur Bewährungsprobe werden. Der zweite Teil des Updatepakets muss funktionieren, damit der 50-Jährige seinen Posten nicht schon nach nur eineinhalb Jahren räumen muss.

Dabei hat er den Job 2019 mit großen Vorschusslorbeeren angetreten. Ein Jahr lang wirkte der Italiener mit der Harry-Potter-Brille wie ein unbekümmerter Student, der sich gerade seinen Kindheitstraum erfüllt hat. Er sollte den intern umstrittenen Zigarettenmanager Maurizio Arrivabene ablösen. Alles sollte besser werden: Auto, Stimmung, Ergebnisse. Mittlerweile hat Binotto seinen Zauber verloren. Und daran ist er selbst schuld.

Binottos vier folgenschwere Fehler

Denn dem Italiener sind vier schwerwiegende Fehler unterlaufen. 

Erstens: Mit der vermeintlichen Schummelei beim Motor ist er übers Ziel hinausgeschossen. Der rote Antrieb war 2019 so überlegen, dass der Konkurrenz schnell klar war: Hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu. Bereits beim Saisonfinale in Abu Dhabi waren die Rivalen nach SPORT1-Informationen stinksauer auf den Ferrari-Rennleiter, der in ihren Augen ohne Rücksicht auf Verluste die Grenzen der Legalität überschritten hatte. Es folgte der geheime Deal mit der FIA, der die Konkurrenz endgültig auf die Palme brachte. Gegenwind für Binotto, der vom eigentlichen Thema ablenkte, Ferrari zurück in die Erfolgsspur zu führen.

Schlimmer noch: Weil Ferrari den Antrieb im Winter zurückrüsten musste, lahmt das Rennpferd. Und die von Binotto abgesegneten neuen Regeln zur begrenzten Weiterentwicklung der Autos und Antriebseinheiten nach der Corona-Krise sorgen nun dafür, dass eine Konzeptänderung des Renners mit dem springenden Pferd bis Ende 2020 kaum möglich ist.

Zweitens: Binotto ist zu viel König im eigenen Reich. Der ehemalige Technikchef trägt auch als Teamchef weiter die Verantwortung für die Technikabteilung bei Ferrari. Er konnte sich nie dazu durchringen, Macht abzugeben, die Capos der einzelnen Abteilungen auch öffentlich zu stärken oder sich einen Unterstützer an die Seite zu stellen. Doch Binottos One-Man-Show führte zu Kompetenzwirrwarr. Das wiederum zu einem lahmenden Ackergaul statt eines stattlichen Rennpferds. 

Ex-Ferrari-Star Gerhard Berger sagte zu SPORT1: “Binotto ist kein schlechter Techniker. Als Ferrari-Teamchef muss man aber mehr sein. Mit seiner aktuellen Rolle ist er völlig überfordert.” Berger vergleicht die derzeitige Situation mit der Vergangenheit: “Jean Todt war damals Teamchef und Politiker, ließ Ross Brawn aber alle Freiheiten bei der Technik. Binotto kümmert sich um alles – das aber ist einfach zu viel.”

Drittens: Im Winter spielte der Italiener offenbar ganz bewusst ein falsches Spiel mit Sebastian Vettel. Erst gaukelte er dem Deutschen vor, den Vertrag verlängern zu wollen – dann sagte er ihm ab, ohne überhaupt ein Angebot vorgelegt zu haben. Die Kehrtwende machte Vettel öffentlich – seitdem ist Binotto der Buh-Mann. Noch ein Nebenkriegsschauplatz, den der Rennleiter ohne Not eröffnete.

Viertens: Mit Sebastian Vettel und Charles Leclerc hat Ferrari zwei Piloten auf Augenhöhe im Team. Zwei, die etwas beweisen wollen. Das erfordert intensives Management der beiden Fahrer, Vertrauen, viele Gespräche. Dass Vettel und Leclerc nach Brasilien 2019 nun schon ein zweites Mal kollidiert sind, spricht gegen Binottos Fähigkeiten, die Heißsporne zu zügeln. 

Ferrari so schlecht wie 1981

Folge: Ferrari liegt nur auf Platz fünf der Konstruktionswerkzeug. Zuletzt war die Scuderia 1981 so schlecht. In den vergangenen sechs Jahren haben die Italiener vier Teamchefs verschlissen. Todt-Nachfolger Stefano Domenicali ging 2014, als man nach der Motor-Revolution den Anschluss an Mercedes verloren hatte.

Es folgte Marco Mattiacci, der nur wenige Monate im Sattel saß und schon Ende 2014 erneut ausgewechselt wurde. Marlboro-Zigarrettenmanager Maurizio Arrivabene bekam von 2015 bis Ende 2018 immerhin drei Jahre. Dann zauberte ihn Mattia Binotto im internen Machtkampf nach dem Tod von Ex-Ferrari-Präsident Sergio Marchionne weg.

Nun muss er sich selbst gegen diejenigen zur Wehr setzen, die an seinem Stuhl rütteln.

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"Jeder spricht über Racing Point …": Vettel nimmt Stellung

Die Spekulationen um die Zukunft von Sebastian Vettel halten auch vor dem Großen Preis von Ungarn an.

Der viermalige Weltmeister steht angeblich kurz vor einem Wechsel von Ferrari zu Racing Point, das ab der kommenden Saison Aston Martin heißen wird.

Vettel selbst gibt sich bei diesem Thema ganz entspannt. “Nichts hat sich seit dem letzten Grand Prix geändert, es gibt keine neue Entwicklung zu berichten”, sagte der 33-Jährige bei der offiziellen Pressekonferenz. Damit erneuerte er das, was er bereits im Verlauf der Woche zu SPORT1 gesagt hatte: “Meine Zukunft ist weiterhin offen. Es ist noch gar nichts entschieden.”

Zunächst gehe es für ihn erst einmal darum, sich über seine eigenen Zukunftspläne klar werden, sagte er vor dem Grand-Prix-Wochenende auf dem Hungaroring: “Danach muss ich schauen, ob es auch ein passendes Angebot gibt.”

Vettel lobt Racing Point

Allerdings offenbarte er auch, dass es Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit mit einem Team gebe und bestätigte damit indirekt die Gerüchte um Racing Point. “Im weiteren Verlauf werden sie vielleicht etwas konkreter. Aber aktuell sind es nur lose Gespräche”, betonte Vettel, dessen Vertag bei Ferrari am Ende des Jahres ausläuft und nicht verlängert wird.

Immerhin hatte er viel Lob für die pinken Renner übrig, die nach zwei Saisonrennen auf Platz vier und damit eine Position vor Ferrari rangieren. “Jeder spricht über Racing Point, die ersten beiden Rennen haben sie eine beeindruckende Performance auf der Strecke gezeigt”, sagte Vettel. Aber: “Ich brauche Zeit, um die richtige Entscheidung für mich selbst zu treffen.” (SERVICE: Teamwertung)

Perez: “Werden sehen,…”

Sollte Vettel tatsächlich zu Racing Point wechseln, würde er aller Wahrscheinlichkeit nach das Cockpit von Sergio Perez übernehmen.

Der Mexikaner hat zwar noch einen Vertrag für das kommende Jahr. Doch so richtig sicher scheint er sich nicht mehr zu sein dass er diesen Vertrag erfüllen darf. “Wir werden sehen, was die nächsten Wochen bringen”, sagte Perez.

Angeblich enthält sein Kontrakt eine Abfindungsklausel, die noch bis Ende Juli gezogen werden kann.

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Kubica gibt Formel-1-Gastspiel

Rennfahrer Robert Kubica (35) übernimmt im ersten freien Training zum Großen Preis von Ungarn den Alfa Romeo von Stammpilot Kimi Räikkönen (40).

Der Pole, im Hauptberuf DTM-Pilot, hatte bereits zuletzt in Österreich eine Session lang Antonio Giovinazzi (26) ersetzt.

Kubicas Einschätzungen seien für die Weiterentwicklung des C39 bereits sehr “wertvoll” gewesen, sagte Teamchef Fred Vasseur.

Kubica holte einzigen WM-Punkt für Williams

Kubica galt in der Formel 1 einst als kommender Weltmeister, bis er sich im Februar 2011 bei einer Rallye schwer verletzte.

Dabei verlor Kubica fast eine Hand, sein rechter Arm ist bis heute in der Beweglichkeit eingeschränkt.

Trotzdem schaffte Kubica in der vergangenen Saison das Formel-1-Comeback als Stammpilot. Beim unterlegenen Williams-Team fuhr Kubica allerdings hinterher, ergatterte als Zehnter beim Großen Preis von Deutschland aber den einzigen WM-Punkt des Rennstalls.

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So denkt der Iceman über Vettels vertrackte Situation

Der Iceman meldet sich zu Wort:

Kimi Räikkönen hat sich auf seine unnachahmliche Art und Weise zur Situation von Sebastian Vettel und dessen Trennung von Ferrari zum Saisonende geäußert.

“Ich habe am ersten Rennwochenende kurz mit ihm gesprochen, wir sind uns vor dem Start über den Weg gelaufen. Viel mehr weiß ich auch nicht. Was dort passiert, geht mich auch nicht wirklich etwas an”, sagte der als wortkarg geltende Finne, der zwischen 2014 und 2018 selbst für die Scuderia hinterm Steuer saß.

So ganz einer Meinung enthalten wollte sich Räikkönen dann allerdings doch nicht. “Ich bezweifele, dass sie eine so schlechte Beziehung haben, wie viele Leute jetzt behaupten”, so der 40-Jährige. 

Es sei unfair zu bewerten, ob jemand gut oder schlecht behandelt werde, wenn man nicht wisse, was genau vor sich gehe, ergänzte der Fahrer des Teams Alfa Romeo Racing. ”Manchmal ist es eben so, dass man das Team verlässt und sich die Wege trennen. Wir werden sehen, wie sich seine Zukunft entwickelt.”

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Keine Vorzugsbehandlung für Leclerc

Mit Blick auf die beiden desaströsen Grand Prix’ der Roten in Spielberg, wo Vettel am vergangenen Wochenende nach einer Kollision mit Teamkollege Charles Leclerc ausfiel, wollte Räikkönen denn auch “nicht überbewerten, wie schwierig es jetzt für ihn ist nach diesen Rennen. Für uns war es auch nicht der einfachste Auftakt. Ich bin mir sicher, dass noch mehr in Ferrari steckt.”

Dass Leclerc bei Ferrari dem viermaligen Weltmeister womöglich vorgezogen werde, schloss Räikkönen aus.

Es sei “ja auch in ihrem Interesse, mit beiden Autos das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Insofern sehe ich keinen Grund, warum sie das tun sollten. Ich bin mir sicher, dass beide die exakt gleiche Behandlung erhalten.”

Vettels Situation ist vertrackt – noch immer ist unklar, in welchem Rennstall der Heppenheimer nach seinem Aus unterkommen wird. Die Anzeichen verdichten sich aktuell, dass der 33-Jährige beim künftigen Team Aston Martin anheuert.

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Der Renault-Protest kann die Formel 1 dramatisch verändern

Wird der pinke Mercedes zum Vorreiter für die Formel-1-Zukunft?

Der Protest von Renault gegen Racing Point könnte die Königsklasse dramatisch verändern. Grund: FIA-Präsident Jean Todt kann es sich bei seinem sportlichen Aushängeschild im Moment gar nicht leisten, einen Skandal zuzulassen.

Die Formel 1, die durch die Corona-Pandemie schon in eine Krise geschlittert ist, wäre in ihrer Existenz bedroht, würden Todt und seine Regelhüter streng nach Vorschrift handeln.

Racing Point und Mercedes am Pranger

Hintergrund: Wäre der Vorwurf von Renault berechtigt, wonach Racing Point verbotene Teile eins zu eins von Branchenprimus Mercedes übernommen habe, müsste die FIA Racing Point und Mercedes ähnlich hart bestrafen wie bei der so genannten Spy-Gate-Affäre 2007.

Damals zahlte McLaren-Mercedes wegen Spionage 100 Millionen Dollar Strafe. Ein McLaren-Mitarbeiter hatte einem Ferrari-Angestellten Zeichnungen und Daten abgekauft. Mercedes stand damals kurz davor, aus der Formel 1 auszusteigen. Der damalige Vorstand Jürgen Hubbert schaffte es aber noch rechtzeitig, die Wogen im Automobilkonzern zu glätten. Fest steht: Die Parallelen zu Spy-Gate sind offensichtlich.

Deshalb sagte mir ein aktueller Formel-1-Teamchef: “Die FIA wird einen Kompromiss finden. Wahrscheinlich muss Racing Point nur die Bremsbelüftungen ändern, die Renault in Spielberg als verbotene Kopie des 2019er-Silberpfeils angeprangert hat. Bei Ferrari ließ sich die FIA ja auch auf einen faulen Kompromiss ein, um die Formel 1 im Ganzen nicht zu gefährden.”

FIA-Entscheidung als Wegweiser für die Zukunft

Zur Erinnerung: Die Scuderia musste ihren Motor zurückrüsten, weil die FIA Verdachtsmomente hatte, der Antrieb wurde 2019 nicht immer ganz legal betrieben. Um einen Skandal zu verhindern, der am Ende sogar zum Ausstieg des Traditionsteams hätte führen können, ließ sich FIA-Präsident Jean Todt auf einen geheimen Deal mit Ferrari ein, der zwar die Italiener zum Zurückrüsten zwang, aber genaue Details des Verstoßes im Dunkeln ließ.

Sollte die FIA erneut einen “faulen” Kompromiss eingehen, wird sich die Formel 1 aber dramatisch ändern. Dann nämlich sind Tür und Tor für Kundenautos und entsprechende Kopien geöffnet. Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko wurde bei mir konkret: “Kommen Racing Point und Mercedes mit ihrem Spielchen durch, könnten wir nächstes Jahr bis zu acht Mercedes, sechs Ferrari, vier Red Bull und zwei Renault in der Startaufstellung sehen.”

Was Marko meint: Gibt die FIA nach, werden die Topteams ihr aktuelles Auto ebenfalls von ihren Partnerteams nachbauen lassen. Mercedes könnte dann nicht nur mit Racing Point ganz offen kooperieren, sondern theoretisch auch mit ihren Motorkunden McLaren und Williams.

Red Bull und sein Schwesterteam Alpha Tauri machen aus zwei Autos eins, Ferrari gibt die Blaupause seines roten Renners gleich an die Partner Alfa Romeo und Haas weiter.

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Paradox, aber wahr: Schon während des US-GPs in Austin 2016 präsentierte der damalige F1-Chef Bernie Ecclestone in einem Meeting allen Teamchefs den Plan, in Zukunft Partnerteams zu gründen, um die Leistungsfähigkeit der kleinen Mannschaften und damit die Spannung in der Formel 1 zu steigern.

Damals lehnten die Teams Ecclestones gut gemeinten Vorschlag noch ab. Zu wichtig war es ihnen, selbst als Konstrukteur zu gelten und unabhängig zu bleiben von den Top-Teams. Illegal oder nicht: Der Weg des pinken Mercedes Weg ist der Richtige, um Kosten zu sparen und die Spannung so zu erhöhen, dass auch Mittelfeldteams aufs Podium oder sogar zum Sieg rasen können.

Berger: “Formel 1 sollte das Kopieren wieder zulassen”

Gerhard Berger ist ganz meiner Meinung.

Der DTM-Boss argumentierte im Gespräch mit mir: “2008 wurde auch mit dem Finger auf uns gezeigt, weil unser Toro Rosso im Prinzip identisch mit dem Red Bull war. Das war damals noch erlaubt. Deshalb war es uns auch möglich, den sensationellen Sieg mit Sebastian Vettel im Regen von Monza zu landen. Alle haben es geliebt – vor allen Dingen die Fans.”

Berger schlussfolgert deshalb: “Die FIA und die Formel 1 sollten das Kopieren von Autos wieder zulassen. Wollen wir nicht alle, dass auch mal ein Alpha Tauri, Williams oder Racing Point aufs Podium fahren können? Für den Sport – gerade in diesen schwierigen Zeiten – wäre es das Beste.”

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Neues Team fix? Jetzt spricht Vettel!

Mit ihm stand er bei seinem ersten Sieg in Monza 2008 auf dem Podium.

Nun ist Sebastian Vettels (33) Ex-Toro-Rosso-Teamchef Gerhard Berger (60) derjenige, der geheime Details über Vettels Zukunft ausgeplaudert hat.

So sagte Berger gestern Abend bei Servus TV: “So wie im Fahrerlager diskutiert wird, ist das Thema wahrscheinlich schon gelaufen. Ich kann mir vorstellen, dass Sebastian bei Racing Point auftauchen wird.” Racing Point wird 2021 Aston Martin.

Die Bild schreibt nun: “Vettel klar mit Aston Martin”.

Vettel: “Noch gar nichts entschieden”

Was aber sagt Vettel selbst über seine Zukunftsperspektiven? SPORT1 erreichte ihn am Telefon. Vettel: “Meine Zukunft ist weiterhin offen. Es ist noch gar nichts entschieden. Auch ein Jahr Pause, vieles ist noch möglich. Das einzige, was sicher ist: Ich werde bis Saisonende alles versuchen, um mit Ferrari aus dem momentanen Tal zu kommen.”

Fakt ist: Über einen möglichen Wechsel des Deutschen nach England wird seit Wochen spekuliert. Erst brachte Ex-Red Bull-Pilot David Coulthard die Variante ins Spiel, nun Berger.

Am vergangenen Freitag erteilte Teamchef Otmar Szafnauer Vettel in der FIA-Pressekonferenz zwar eine Absage. Doch die war im Konjunktiv gehalten. “Wir haben Verträge mit unseren beiden Fahrern, also dürfte für Vettel kein Platz sein”, so lautete die genaue Formulierung. Nicht nur in der Formel 1 ein Zeichen, dass Tür nicht ganz geschlossen ist.

Pérez’ Vertrag lässt sich “mühelos kündigen”

Die Bild berichtet, dass Vettel sich mit Aston Martin einig sei. Es gehe nur noch darum, den aktuellen Pilot Sergio Pérez loszuwerden – obwohl der zuletzt in Spielberg starke Rennen fuhr. Berger zu SPORT1: “Meines Wissens nach hat Perez einen sogenannten wachsweichen Vertrag, der relativ mühelos zu kündigen ist.”

So weit ist es aber noch nicht. Klar ist: Es gab Gespräche zwischen dem Deutschen und Aston Martin-Boss Lawrence Stroll, so wie es auch in der Vergangenheit Gespräche mit McLaren-Teamchef Andreas Seidl und Renault gab. SPORT1 weiß auch: Es liegt nur an Vettel. Aston Martin will den Deutschen.

Im Moment gibt es für den Hessen also nur die Alternative zwischen einem Jahr Pause und Aston Martin. Auf einen möglichen Rücktritt von Mercedes-Superstar Lewis Hamilton zu warten oder den ersehnten Anruf von Red Bull, wäre ein riskantes Pokerspiel mit der Zeit.

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Nur Vettel kann Verstappen zum Weltmeister machen

Die Inszenierung rund um den Großen Preis der Steiermark war eigentlich perfekt. Aus dem dritten Stock seines Mega-Motorhomes ganz aus Holz beobachtete Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz, wie die Flugzeuge seiner eigenen Flotte ihre Runden über dem Red Bull-Ring drehten.

Der 76-Jährige hörte, wie Andreas Gabalier vom Podium aus kurz vorm Rennstart die Steirer-Hymne sang. Und doch war der Sonntag nicht perfekt. Denn auch beim zweiten Rennen vor der eigenen Haustür fuhr ein Mercedes als Erster über die Ziellinie. Und eben kein Auto aus dem eigenen Bullenstall.

Dabei war die Kampfansage klar. “Mit Max Verstappen wollen wir jüngster Weltmeister aller Zeiten werden”, hatte Mateschitz vor knapp einem Jahr bei SPORT1 erklärt. Um Sebastian Vettel diesen Titel abzujagen, hat der Niederländer aber nur noch diese Saison Zeit.

Vettel war 23 Jahre und 134 Tage jung, als er Red Bull und sich selbst 2010 zum Überraschungs-Champion machte. Verstappen wird am 30. September 23. (SERVICE: Die Teamwertung)

Red Bull fehlt das Tempo

Allein: Dafür, dass der Shootingstar der Königsklasse den begehrten Rekord knacken kann, spricht derzeit wenig. Die beiden Auftaktrennen liefen ernüchternd für Red Bull. In der Vorwoche waren beide Renner mit Elektronik-Defekt liegengeblieben. Diesmal fehlte das Tempo. Sowohl dem Auto als auch dem zweiten Fahrer Alex Albon.

Wunderkind Verstappen zeigte sich nach Platz drei enttäuscht: “Ein Podium ist gut, aber wir waren einfach zu langsam. Das wird sich auch beim nächsten Rennen in Ungarn nicht ändern. Wir haben viel zu tun.”

Das gilt vor allem für Albon. Verstappens Adjutant war auf Platz vier auch nur ansatzweise zu keinem Zeitpunkt in der Lage, dessen Tempo mitzugehen. Zwischenzeitlich hatte der Brite mit thailändischer Herkunft mehr als 40 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen.

Am Ende kam Albon nur deshalb noch mal heran, weil Verstappen mit weichen Reifen und einem zweiten Boxenstopp die schnellste Rundenzeit jagen wollte. (SERVICE: Die Fahrerwertung)

Schumacher fordert neuen Mann hinter Verstappen

Sky-Experte Ralf Schumacher kritisierte Albon deshalb hart: “Wir reden da immer von einer halben Sekunde Rückstand auf Verstappen, was im Renntrimm teilweise noch schlimmer wird. Die Frage, die sich Red Bull in Zukunft stellen muss: Brauchen sie einen zweiten, konkurrenzfähigen Fahrer, um Mercedes überhaupt attackieren zu können? So jedenfalls wird es nicht gehen.”

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Das Problem: Während Mercedes strategisch mit zwei Top-Autos planen kann, kämpft Verstappen allein gegen die Übermacht der beiden schwarzen Silberpfeile.

“Red Bull ist aktuell ein Ein-Wagen-Team”, sagte auch Ex-Pilot Marc Surer zu SPORT1. “Zuletzt hatten sie 2018 mit Verstappen und Ricciardo zwei Fahrer auf einem Niveau. Die brauchen sie aber, um Mercedes Paroli zu bieten. Da geht es nicht nur um den Fahrertitel, sondern auch um die Konstrukteurs-WM.”

Der Zufall könnte Red Bull zu Hilfe kommen. Sebastian Vettel ist nach seinem Aus bei Ferrari für 2021 auf dem Markt. Mehr noch: Der 33-Jährige wünscht sich ein Comeback bei dem Team, mit dem er von 2010 bis 2013 vier WM-Titel geholt hat.

Vettel mit offenem Red-Bull-Flirt 

Anders ist der öffentliche Heiratsantrag nicht zu verstehen, den der Heppenheimer Red Bull am Donnerstag machte. Da missachtete er die Regeln eines jeden guten Gehalts-Pokerspiels und antwortete ganz ehrlich auf die Frage, ob er ein Red Bull-Angebot annehmen würde, mit “Ja”.

Dabei hatte Red Bull-Chefberater Helmut Marko, der zu seinem Ziehsohn Vettel ein fast schon väterliches Verhältnis pflegt, ihm zuvor mitgeteilt, Red Bull plane nicht, Vettel sportliches Asyl zu gewähren.

Grund ist eben Alexander Albon, der deshalb ein Dauervisum fürs gelobte Mateschitz-Schlaraffenland vorweisen kann, weil er eine thailändische Mutter hat und von jener thailändischen Familie gefördert wird, der 51 Prozent des milliardenschweren Getränkekonzerns gehören.

Trotzdem verleiht Red Bull dem sympathischen Halb-Briten im 1000-PS-Boliden auf der Rennstrecke keine Flügel. Albons ehrliche Erkenntnis nach dem zweiten Saison-Rennen: “Mir hat etwas die Pace gefehlt, schon das ganze Wochenende über, wenn ich ehrlich bin. Das müssen wir uns anschauen.” 

Albon in der Vorwoche nur mit Glück vorn dabei

Pikant: Albons Probleme relativieren auch seine Leistung vom Saisonauftakt, als er von Lewis Hamilton im Duell um den zweiten Platz ins Aus befördert wurde.

Bei genauerem Hinsehen kam Albon auch da nur in die Nähe des Mercedes-Champions, weil er eine Safetycar-Phase nutzte, um schnellere, weiche Reifen aufzuziehen.

“Wenn er sich nicht steigert, bleibt Red Bull gar nichts anderes übrig, als zu reagieren”, glaubt Surer daher. “Schließlich wollen sie nicht nur getreu dem olympischen Motto dabei sein, sondern gewinnen.” 

Ob Verstappen bei einem Vettel-Comeback allerdings Weltmeister wird, dafür gibt es keine Garantie. Denn auch der Heppenheimer träumt von seinem fünften WM-Titel in der schnellsten Dose der Welt.

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Schumacher attackiert Ferrari: "Eine Fehlkonstruktion"

Nach den enttäuschenden Vorstellungen von Ferrari in den ersten beiden Formel-1-Saisonrennen hat Sky-Experte Ralf Schumacher ein vernichtendes Urteil über den Traditionsrennstall abgegeben.

“Der Ferrari ist eine Fehlkonstruktion, nicht nur der Motor ist das Problem. Die Mechanik funktioniert auch nicht. Beide Fahrer kommen damit nicht klar, ein klares Indiz dafür”, sagte der sechsmalige Grand-Prix-Gewinner unter dem Eindruck des zweiten WM-Laufes am Sonntag in Spielberg.

In Österreich hatte Charles Leclerc seinen Teamkollegen Sebastian Vettel in der dritten Kurve nach dem Start abgeschossen. Für beide Ferrari-Fahrer war das Rennen damit vorzeitig beendet.

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Zu früh für personelle Konsequenzen

Das sei wirklich ein Absturz mit historischem Ausmaß, schrieb Ralf Schumacher in seiner Sky-Kolumne. “Unglaublich! So kann es nicht weitergehen! Bei Ferrari muss sich einiges ändern! Jahrelang wurde konstant in die falsche Richtung entwickelt.” Für personelle Konsequenzen sieht Schumacher keinen Bedarf. Noch nicht.

Den Wunsch des verstorbenen Ferrari-Chefs Sergio Marchionne, dass Italiener bei Ferrari das Sagen haben müssen, hält Schumacher für “romantisch”. In der Realität funktioniere er aber nicht. Die Formel 1 sei nun mal international. “Die entscheidende Frage: Ist Mattia Binotto (aktueller Teamchef, Anm. Red.) bereit, von außen Leute abzuwerben, um Herr der Lage zu werden? Wenn nicht, ist er der Falsche auf dieser Position!”

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