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"Red Bull macht Vettel froh"

Die Sendung kam für Sebastian Vettel (33) genau zum richtigen Zeitpunkt. Einen Tag nach dem desaströsen Saisonauftakt in Spielberg war der Noch-Ferrari-Pilot am Montagabend Stargast bei Red Bulls Servus TV ”Sport und Talk”. Und Vettel genoss es sichtlich, wieder zuhause bei Red Bull zu sein. 

Die Red-Bull-Fahrer Max Verstappen, Pierre Gasly und Teamchef Christian Horner hatten nur Nebenrollen in einem Film, der von der ganzen Atmosphäre her ohne viel Phantasie den Namen “Zurück in die Zukunft IV” verdient hätte. 

Vettel plauderte locker vom Hocker über seinen Ist-Zustand, wie er das Leben mit der Familie in der Corona-Pause genossen hat. Er wiederholte aber auch: “Ich war vom Anruf Ferraris, bei dem sie mir die Trennung verkündeten, überrascht. Die Kommunikation vorher ging eher in die Richtung, wir wollen mit Dir weitermachen.” 

Man musste noch nicht mal genau hinschauen, um zu sehen: Der Heppenheimer fühlte sich in seiner alten Heimat so wohl wie ein vorübergehend verloren gegangener Sohn, dem die Familie eine tolle Feier zur Rückkehr bereitet hatte. Das war wieder der Vettel, der mit totalem Glauben an sich selbst vier WM-Titel eingefahren hatte, weil er einfach nur er selbst sein durfte. Das Ferrari-T-Shirt, das er trug, war das einzige Zeichen, dass die Gegenwart nicht rosig für ihn ist – es wirkte wie ein rotes Tuch.

Vettel: Werde weitermachen, wenn…

Auch wenn es noch nicht so weit ist: Rein emotional sind die Weichen für eine Rückkehr zu Red Bull seit Montagabend gestellt. Fakt ist: Ab dem nächsten Rennen in Spielberg am Sonntag fährt Vettel um seine Zukunft. Die Eckdaten sind dabei klar. Vettel zu SPORT1: “Ich werde weitermachen, wenn ich noch einen Sinn darin sehe. Dabei geht es weder um Geld noch um Siegchancen. Es geht darum, ein Umfeld zu finden, eine Aufgabe, bei der ich mich wohl fühle.” 

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Ein Jahr Pause und dann zurückzukommen schließt er im Moment aus: “Wenn die Türen mal zu sind, sollte man sie auch zu lassen.”

Kommen wir zur Gegenwart: Noch steht Vettel bei Ferrari unter Vertrag. Nach dem Desaster am Sonntag muss er sich allerdings Gedanken machen, ob die Erfüllung des Kontrakts noch Sinn macht. Das Problem: Der Heppenheimer hat das Vertrauen in sein Auto verloren. Vettel: “Am Freitag war alles ok. Ich fühlte mich wohl, ich war schneller als Leclerc. Auch am Samstagmorgen war alles noch im grünen Bereich. Ab dem Qualifying ging nichts mehr. Ich habe das Auto nicht mehr wiedererkannt. Das hat sich leider im Rennen fortgesetzt.“ 

Vettel selbstkritisch: “Der Dreher war klar mein Fehler, es gibt da auch keine Ausreden. Ich sage nur: Mit dem Auto vom Freitag wäre mir das nicht passiert. Ich muss mich jetzt in die Daten einlesen, um zu verstehen, was passiert ist.”

Läuft der SF1000 im Rennen an diesem Sonntag (ebenfalls auf dem Red Bull Ring) wieder nicht rund, muss Vettel reagieren. Welche Möglichkeiten aber gibt es, ehrenvoll den Vertrag mit Ferrari zu erfüllen, ohne völlig sein Image zu ruinieren? 

Tausch mit Sainz?

Die logische Alternative wäre ein Tausch mit Carlos Sainz. Der McLaren-Pilot hat einen Ferrari-Vertrag ab 2021 und fuhr beim Auftakt in Spielberg solide (Platz fünf). Aber wer das Rennen genau verfolgt hat, weiß: Sainz hat jetzt schon Ferrari im Kopf. Gegen seinen aktuellen Teamkollegen Lando Norris kämpfte er aggressiver als gegen seinen zukünftigen Ferrari-Partner Charles Leclerc. 

Ein Tausch hätte nur Vorteile: Ferrari wäre seinen Rebellen Vettel los und hätte schon jetzt den Wunschpiloten für 2021 im Team. McLaren wiederum hätte mit Sebastian Vettel einen Fahrer, der mit dem entsprechenden Wohlfühlfaktor vielleicht sogar Siege einfahren könnte. 

Dazu passt, was SPORT1 erfuhr: Vettel hat sich vor zwei Jahren für den jetzigen McLaren-Teamchef Andreas Seidl bei Ferrari stark gemacht. Die Italiener lehnten ab. Was man Michael Schumacher Ende der 90er Jahre gewährt hat, als er mit Ross Brawn und Rory Byrne seine Benetton-Spezis nach Maranello holte, wurde Vettel also verwehrt. Heißt in der aktuellen Situation aber trotzdem: Seidl und Vettel vertrauen und respektieren sich. Eine gute Basis für einen spontanen Fahrertausch.

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Und 2021? Für die gesamte Formel 1 wäre ein Comeback Vettels bei Red Bull eine Win-Win-Situation. Den Anfang zur Rückkehr des verlorenen Sohnes hat Red Bulls TV-Sender Servus TV am Montag auf jeden Fall schon gemacht…

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In diesem Team will ein Ex-Kollege Vettel zukünftig fahren sehen

Die größte Niederlage seiner Formel-1-Karriere hat Mark Webber (43) im Duell gegen Sebastian Vettel (33) bei Red Bull erlitten – und trotzdem zeigt der Australier nun Größe. Als einer der wenigen Experten springt er dem deutschen Ferrari-Star in dessen eigener Krise zur Seite.

Nach Vettels zehntem Platz und einem Dreher beim Großen Preis von Österreich in Spielberg knöpft sich Webber Ferrari vor. “Die Beziehung ist vorbei”, kommentiert er im Podcast Fastlane: “Die Chemie ist weg. Die Ehe ist aus.”

Der Australier kennt Vettel aus vier Jahren bei Red Bull in und auswendig. Und ihm fällt auf: “Sebastian ist in Rot gekleidet, er fährt ein rotes Auto, aber er fährt nur für sich selbst. Nach dem Rennen war Sebastian leer. Das Seb-Szenario, je früher es bei Ferrari vorbei ist, desto besser für alle beteiligten.”  

Dabei sieht er einen Großteil der Schuld bei den Italienern. Webber ergänzt gegenüber SPORT1: “Seb hat zuletzt müde und gealtert gewirkt. Die Fahrer stehen immer im Mittelpunkt, aber auch Maranello sollte sich mal hinterfragen. Sie haben bis auf Kimi eigentlich alle Fahrer nach Michael Schumacher im Stich gelassen. Sie verpassen es, WM-fähige Autos zu konstruieren, Schuld sind trotzdem immer die Fahrer.” Räikkönen war 2007 letzter Weltmeister in Rot geworden.

Aber auch Vettel müsse Verantwortung für sich selbst übernehmen, so der Australier. “Er muss die Energie aufbringen, sich neu zu erfinden und seinen Geist freizumachen von Maranello.” Webber würde sich ein Comeback des “alten Vettel” jedenfalls wünschen: “Ich hoffe, er fährt weiter. Vielleicht in einer neuen Umgebung, vorzugsweise in einem Team, das vornewegfährt. Wenn er selbst runderneuert zurückkommt, wer weiß?” 

Webber mit Forderung an Red Bull

Für den Ex-Kollegen kommt dabei nur ein Team infrage. “Red Bull?”, stellt er die rhetorische Frage und fordert seine Ex-Mannschaft auf: “Kommt schon!”

Teamchef Christian Horner zeigt sich indes noch zurückhaltend: “Seb braucht ein gutes Umfeld, aber es ist schwierig für uns ihm zu helfen, weil wir nicht dachten, dass er auf dem Markt sei und von Ferrari so behandelt werden würde”, so der Brite bei Servus TV.

Verstappen: Kein Problem mit Vettel als Teamkollege

Immerhin: Max Verstappen würde sich einer Verpflichtung des Vierfach-Weltmeisters, dem er 2020 den jüngsten Titel aller Zeiten abjagen will, nicht in den Weg stellen. “Zwei Siegertypen in einem Team können funktionieren”, sagte er. „So wie bei Daniel (Anm. der Redaktion: Ricciardo) und mir. Mit Seb als Teamkollege hätte ich kein Problem.”

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Und was sagt der Mann, der über die Fahrerpaarung bei Red Bull und Alpha Tauri in enger Abstimmung mit Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz entscheidet? Motorsportberater Helmut Marko zu SPORT1: “Wir haben Verträge mit Max Verstappen und Alexander Albon. Das ist im Moment der Stand der Dinge. In der Formel 1 kann sich aber immer etwas ändern. Nach dieser Saison, wann immer sie wie zu Ende geht, wissen wir mehr.”

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Hamiltons Auftritt wirft einige Fragezeichen auf

Der verspätete Saisonstart der Formel 1 hat einen äußerst facettenreichen Grand Prix gebracht.

Unter anderem eine Ausfall-Orgie, wie wir sie in der Königsklasse schon lange nicht mehr erlebt haben. Und eine Podium-Premiere, die aufhorchen lässt. McLaren ist auf dem aufstrebenden Ast. Unter der Leitung von Firmenboss Zak Brown, Sportdirektor Gil de Ferran und Geschäftsführer Andreas Seidl ist seit 2019 eine signifikante Steigerung zu sehen.

Durch eine Umorganisation auf allen Ebenen darf man dem einstigen Seriensieger 2020 viel zutrauen. Und Spielberg bringt ad hoc die Bestätigung. Aber es ist nicht Vettels Nachfolger bei Ferrari, Carlos Sainz Jr. der für Furore sorgt, sondern Eigengewächs Lando Norris.

Norris kalt wie eine Hundeschnauze

Bereits im Qualifying ist er hinter den Topfavoriten von Mercedes und Red Bulls Speerspitze Max Verstappen der bestplatzierte Verfolger – vier Plätze vor Teamkollege Sainz. Der 20-jährige Engländer agiert kalt wie Hundeschnauze in einem überaus aufregenden und kunterbunt daherkommenden Grand Prix.

Mit sieben Jahren hat er angefangen, auf Rennstrecken Gas zu geben. Eine Bilderbuchkarriere bereits im Kartsport, wo er mit 14 Jahren jüngster Weltmeister wird. Übrigens der letzte Titelgewinner auf dieser Ebene, der dann auch den Sprung in die Formel 1 geschafft hat!

Über die Formel 4, die Formel Renault, die europäische F3, in der er 2017 den Titel gewinnt, gelangt er in das Förderprogramm von McLaren. 2018 wird er Vizemeister in der F2, 2019 steigt er in die Formel 1 auf. Seine ersten Punkte holt er bereits in seinem zweiten Rennen in Bahrain als Sechster und sorgt damit für ein Raunen unter den Experten. Am Ende der Saison wird er Gesamtelfter.

Jüngster britischer Pilot aller Zeiten

Er sieht aus wie ein Schüler, ist der jüngste britische F1-Fahrer aller Zeiten. Er hat ein enormes Fahrgefühl und ein echtes Kämpferherz! Superstar Lewis Hamilton bekommt in der Schlussphase eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt, Norris fährt um sein Leben, legt die schnellste Runde im Rennen hin und holt sich neben den Extrapunkt dafür seinen ersten Podestplatz mit einem Vorsprung von 0,2 Sekunden auf Hamilton.

Er ruft seine beste Leistung in dem Moment ab, in dem er sie braucht! Eine Qualität, die nicht viele haben. Zuvor hat er im Rennen das beinharte teaminterne Duell gegen Sainz für sich entschieden – nach dem Motto: “Du gehst zu Ferrari, hier bin ich der Chef!” Ein wichtiges Statement auf der Strecke für die interne Hackordnung.

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Unsanft rumpelt er sich am Racing Point von Sergio Perez vorbei mit vollem Risiko. Er pusht maximal im furiosen Finale. Und wird zum drittjüngsten Fahrer aller Zeiten, der auf einem Formel1-Podest stehen darf. Er ist smart, hat seine Emotionen im Griff, agiert analytisch und kontrolliert. Er lernt schnell, verarbeitet Informationen und Erfahrungen rasch zu seinen Gunsten.

Damit hat er das beste Werkzeug in einem durchstartenden Team, um weiter für Schlagzeilen zu sorgen. Ein kommender Champion? Durchaus! Mit Sicherheit einer, der Max Verstappen und Charles Leclerc das Leben in den nächsten Jahren schwer machen kann und wird. Die Drei haben das Zeug dazu, eine Ära zu prägen, wenn ein Lewis Hamilton mal abtritt.

Norris erinnert an Hamilton

Norris erinnert mich mit seiner Zielstrebigkeit, seinem Ehrgeiz und seinem Instinkt, wann es sich lohnt, Risiken einzugehen und zuzuschlagen durchaus an den Serienmeister der vergangenen Jahre, als der in der Newcomer-Rolle steckte.

Der Auftritt von Hamilton in Spielberg hat einige Fragezeichen aufgeworfen. Vor diesem Saisonstart ist unisono zu hören gewesen, dass er sich nur selbst schlagen kann. Im Qualifying landet er unerwartet hinter Teamkollege Bottas. Im Rennen sieht er gegen den Finnen keine Schnitte, kommt immer wieder nur durch die Saftey-Car-Phasen ran.

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Die Kollision mit Alexander Albon ist vermeidbar, wie schon in Brasilien 2019. Dadurch verliert er wichtige Punkte und einen Podestplatz. Der vierte Rang muss sich für den Titelverteidiger wie eine Niederlage anfühlen. Vettel, Verstappen, Ricciardo und einige andere beenden den Grand Prix aus verschiedenen Gründen wie begossene Pudel.

Während Norris das Glück des Tüchtigen hat und sich im Scheinwerferlicht sonnen kann. Ein aufsteigender Stern, der nicht als Sternschnuppe enden wird. Da bin ich mir ganz sicher!

Pedal To The Metal – Ihr Peter Kohl

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Abgewatscht! "Vettel zeigt, warum Ferrari ihn loswerden will"

Knapp vier Monate später als zunächst geplant bestritt die Formel 1 ihren Saisonauftakt im österreichischen Spielberg.

Das Warten hat sich gelohnt. Das Rennen fand zwar wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauer statt. Doch auf der Strecke ging es so turbulent zu wie schon lange nicht mehr.

Am Ende setzte sich Mercedes-Pilot Valtteri Bottas durch. Lewis Hamilton und Sebastian Vettel enttäuchten. (Das Ergebnis aus Spielberg)

SPORT1 fasst die internationalen Pressestimmen zusammen.

ENGLAND

Guardian: “Viele Zwischenfälle, Spektakel, Drama, Spannung: Die Formel 1 hätte sich keinen besseren Saisonauftakt wünschen können. Valtteri Bottas brachte den Start-Ziel-Sieg für Mercedes nach Hause, aber er war nur einer von vielen Darstellern in einem großartigen Ensemble. Hamilton sollte sich künftig von Albon fernhalten.”

Telegraph: “Hamiltons erstes Saisonrennen war geprägt von viel Theater neben und auf der Strecke. Sein Teamkollege behielt kühlen Kopf, Bottas schenkte Mercedes einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Bravo, Lando Norris: Der jüngste Brite landet auf dem Podium.”

Daily Mail: “Sebastian Vettel zeigt, warum Ferrari ihn loswerden will. Vettel startete in die Saison und musste sich beweisen, nachdem Ferrari ihm für 2021 zugunsten von Carlos Sainz den Laufpass gegeben hat. Stattdessen rechtfertigte der Deutsche lediglich deren Entscheidung, indem er seinem Nachfolger bloß hinterherrannte, in einer schon bekannten Weise, bevor er als Vorletzter endete. Ein miserabler Saisonstart für den Deutschen, der einen traurigen Schatten des Fahrers abgibt, der einst vier Weltmeisterschaften hintereinander gewann.”

FRANKREICH
   
L’Équipe: “Hamilton verpatzt seine Rückkehr auf die Strecke, Bottas holt den Mercedes-Sieg, und Leclerc fällt ein zweiter Platz vom Himmel vor die Füße. Ein Ferrari-Fahrer auf dem Podium – es wäre noch spektakulärer gewesen, wenn es sich um Sebastian Vettel gehandelt hätte, aber der Deutsche knüpfte an seine traurigen Vorstellungen von 2019 an und drehte sich nach einem zu optimistischen Manöver gegen Carlos Sainz ins Aus.”
   
ITALIEN

Gazzetta dello Sport: “Leclerc schafft ein Wunder. Er kämpft wie ein Löwe und erobert den zweiten Platz. Ferrari bedankt sich, denn das Auto liegt klar unter den Erwartungen zum Saisonauftakt. Vettel schiebt dem Boliden die Schuld für seine enttäuschende Leistung zu. Für Maranello hat eine steile Saison begonnen.”

Corriere dello Sport: “Ferrari klammert sich an Leclerc mit Händen und Füßen. Maranello setzt auf den richtigen Piloten, doch ob das Talent des Monegassen reichen wird, um die Mängel des Autos zu kompensieren, ist eine offene Frage. Für Ferrari hat eine hürdenreiche Saison mit vielen Fragenzeichen begonnen.”

Tuttosport: “Phänomen Leclerc: Ferrari hinkt beim GP in Österreich, doch der Monegasse nutzt alle Gelegenheiten und schafft es mit einem Überholmanöver, das einem Meisterwerk gleicht, auf den zweiten Platz. Nach der enttäuschenden Qualifikation macht Leclercs zweiter Platz Ferrari glücklich.”

Corriere della Sera: “Vom Abgrund bis fast ins Paradies: Ferraris Welt ändert sich in 24 Stunden dank des Phänomens Leclerc, das Fehler und Probleme der Rivalen bestens zu nutzen weiß, um Zweiter zu werden. Teamchef Mattia Binotto bedankt sich, darf jedoch nicht die beträchtlichen Probleme ignorieren, mit denen sein Team konfrontiert ist.”

La Repubblica: “Leclerc ist der Pilot der Wunder. Mit Klasse und viel Glück erobert der Monegasse den zweiten Platz, obwohl sein Auto alles andere als wettbewerbsfähig ist. Er erspart seinem Team somit eine Blamage, die zum Saisonauftakt besonders schmerzhaft gewesen wäre.”

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ÖSTERREICH

Krone: “Bottas-Show: Eiskalter Finne und heißer Funkenflug. Start der Formel 1 in der Steiermark hatte alles, was das Fan-Herz begehrt. Doppelte Strafe gegen Hamilton, Massen-Ausfälle und herumfliegende Räder. Valtteri Bottas ließ das Sterne-Team strahlen.”

SCHWEIZ

Blick: “Viel Action beim ersten Formel-1-Rennen der neuen Saison. Nur 11 von 20 Autos kommen ins Ziel! Mercedes gewinnt den GP zwar. Allerdings siegt Valtteri Bottas und nicht Favorit Lewis Hamilton. Vettel ist selbst schuld am Zwischenfall. Er hat sich nur selber geschadet.”

SPANIEN

Marca: “Bottas ist der erste WM-Spitzenreiter, Hamiltons Zeitstrafe bringt den Weltmeister um einen Podiumsplatz. Vettel touchiert Sainz in einem verkorksten Rennen. Dieses erste Rennen der Formel 1 in Österreich war kein normales.”

AS: “Ein Schrottplatz in Österreich und ein unglaubliches Podium: Bottas, Leclerc, Norris. Unfassbar, wieviele Piloten nicht die Ziellinie erreichten. Der Dreher von Vettel wurde zum Schicksal für den Deutschen.”

Sport: “Bottas weiht die neue Saison mit einem Sieg in Österreich ein. Hamilton wird nach seiner Zeitstrafe nur Vierter. Für Vettel war es ein enttäuschender Rennverlauf, zu wenig für seine Ansprüche. Die Formel-1-Show geht weiter auf allerhöchstem Niveau.”

El Mundo Deportivo: “Bottas gewinnt die Schlacht gegen Hamilton, der am Ende nach einer Zeitstrafe Vierter wird. Vettel touchiert Sainz, dreht sich und hat mit dem Ausgang nichts zu tun.”

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Strafe! Räikkönen-Rad fliegt bei Tempo 200 weg

Licht und Schatten für Alfa Romeo beim Großen Preis von Österreich.

Nach einem schwachen Qualifying fuhr Antonio Giovinazzi als Neunter zwar in die Punkte, für Routinier Kimi Räikkönen war das Rennen jedoch frühzeitig beendet – und wie! (Rennkalender 2020 der Formel 1)

In Runde 53, unmittelbar am Ende der zweiten Safety-Car-Phase, verlor der Finne bei Tempo 200 eines seiner Vorderräder. Vor der Zielkurve flog plötzlich das rechte Vorderrad durch die Luft. “Ich habe die komplette vordere rechte Ecke verloren”, funkte der Iceman in Richtung Kommandostand. 

Was war passiert? Nach Angaben seines Rennstalls Alfa Romeo ein technischer Defekt bei der Montage während des vorangegangenen Boxenstopps. Bemerkt will den Fehler das Team aber nicht haben, wie auch den Kommissaren der FIA glaubhaft versichert werden konnte.

Vor allem deshalb hielt sich die Strafe mit 5.000 Euro noch in Grenzen.

Vettel hinter Räikkönen im Glück

Weil sich die Radmutter verkantet hatte, und damit weder lose noch fest war, sei dies weder von Räikkönen noch vom Team zu erkennen gewesen. Alleine deshalb lag nach nach Meinung der Stewards kein schwerer Fall von Unsafe Release vor. Hätte Alfa Romeo von dem Problem gewusst, wäre die Strafe deutlich höher ausgefallen. 

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Kimi Räikkönen musste seinen Wagen nach dem Verlust des Rads abstellen und verursachte damit bereits die dritte Safety-Car-Phase des Rennens. 

Glücklich endete die Situation auch für Sebastian Vettel. Der Ferrari-Pilot fuhr im Moment des Geschehens direkt hinter dem Finnen. Weil der Reifen aber zur Seite und nicht nach hinten flog, wurde Vettels Wagen nicht beschädigt.

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Rosberg ledert gegen Vettel: "Eklatante Fehleinschätzung"

Es kommt wirklich knüppeldick.

Nach dem Fiasko im Qualifying ist für Sebastian Vettel auch das Rennen in Spielberg zum Reinfall geraten. Mit Platz zehn beim Neustart in die Formel-1-Saison landete der zum Jahresende ausgemusterte Ferrari-Pilot beim Grand Prix von Österreich nur mit Ach und Krach noch in den Punkten.

Mehr noch: Ein selbst verschuldeter Dreher zur Rennhalbzeit hatte Vettel fast noch aus den Punkterängen rutschen lassen – Ironie beinahe schon, dass dem Bremsfehler ausgerechnet noch ein Kontakt mit seinem Ferrari-Nachfolger Carlos Sainz im McLaren vorausgegangen war.

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Kein Wunder also, dass der Heppenheimer nach dem turbulenten Chaos-Auftakt, der neben dem Sieg von Mercedes-Pilot Valtteri Bottas auch neun Fahrer-Ausfälle hervorbrachte, gewaltig Frust schob. (Das Rennen zum Nachlesen im TICKER)

“Ich bin ehrlich gesagt froh, dass es nur ein Dreher war”, wetterte Vettel nach der verkorksten Performance bei Sky. “Es war der Wurm drin. Ich hatte unglaubliche Probleme, überhaupt auf der Strecke zu bleiben. Wir waren das ganze Wochenende zu langsam.”

Rosberg fassungslos über Vettel

Bei RTL legte der 35-Jährige dann direkt nach: “Vorne können wir im Moment nicht viel mitreden. Unter normalen Umständen sind die Plätze fünf bis sieben gerade das, was für uns drin ist.”

Eine Einschätzung, die Nico Rosberg fassungslos zurückließ: “Das war eine eklatante Fehleinschätzung der gesamten Situation. Immer wieder diese Fehler, wenn er sich beim Überholen nach innen dreht”, befand der frühere Mercedes-Pilot bei RTL

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“Ich fand es auch ernüchternd, wie er sich da rausredet. Er sagt, Ferrari wird höchstens Sechster oder Siebter, aber sein Teamkollege ist Zweiter. Da geht schon was mit dem Auto”, fügte Rosberg an und verwies damit auf Vettels Teamkollege Charles Leclerc, der in seinem kaum schnelleren Ferrari schließlich überraschend auf den zweiten Platz vorfuhr.

Der ehemalige Weltmeister Rosberg, der bereits nach dem völlig missratenen Qualifying mit dem verpassten Sprung in Q3 Vettels Abgang bei Rot kritisch hinterfragte, befürchtet nun, dass sich auch die Hierarchie verschieben wird: “Sebastian fängt jetzt wieder ganz unten an im Team, da zählen auch die vier Weltmeister-Titel nicht mehr – du musst jetzt zeigen, dass du es auch verdienst.”

Schumacher: “Weiß nicht, was in Sebastian vorgeht”

Auch für andere Experten mutiert Vettels Abschiedstour bei der Scuderia zum Ausreden-Festival. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

“Ich weiß nicht, was in Sebastian da vorgeht. Das ist etwas, das einem Nachwuchsfahrer passieren sollte, aber doch nicht ihm mit der Erfahrung eines viermaligen Weltmeisters”, sagte Sky-Experte Ralf Schumacher. 

Jenson Button wiederum, ebenso Ex-F1-Pilot und heute TV-Kollege, stieß ins gleiche Horn: “Das war ein ziemlich peinlicher Dreher. Ich habe mich eigentlich immer für Seb stark gemacht. Aber das war einer, auf den er zurückschauen und über sich selbst sehr verärgert sein wird.”

Da mag Vettel noch so sehr die Schuld bei seinem Boliden sehen.

“Ich hatte heute unheimlich Mühe das Auto auf der Strecke zu halten. Es war unglaublich schwer zu fahren und ich habe mir schwer getan, Stabilität ins Heck zu bekommen”, kritisierte der Heppenheimer seinen Noch-Arbeitgeber und seinen recht speedlosen SF1000. ”Das war nicht das Auto vom Freitag. Mit leeren Tanks und roten Reifen war ich heute langsamer als am Freitag mit vollen Tanks. Das kann nicht sein.”

Auch Binotto kritisiert Vettel

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto gab die Schelte zurück: “Es war heute sicher nicht sein tollstes Rennen. Ich denke, er hat sich mit dem Auto und der Balance des Autos nicht wohl gefühlt. Er sagte, das Auto sei weniger gut fahrbar gewesen als noch am Freitag. Unter diesen Bedingungen kann ein Fahrer nicht sein Bestes zeigen. Was den Dreher angeht, war das keine tolle Aktion von ihm. Dessen ist er sich bewusst.”

Dass Vettel indes so wenig Selbstkritik übt, störte auch den früheren Formel-1-Fahrer Timo Glock: “Ich würde Seb gerne in Schutz nehmen, aber Leclerc hat clever agiert und die Chancen genutzt, die sich ihm geboten haben, obwohl der Ferrari da nicht hingehört, wo er jetzt steht.”

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Offenbarungseid! Ferrari droht der Absturz ins Bodenlose

Es läuft und läuft einfach nicht für Ferrari. Weder auf der Rennstrecke – noch daneben.

Sinnbildlich dafür sorgte kurz nach dem Fiasko beim Qualifying zum Großen Preis von Österreich ein Foto in den sozialen Netzwerken für Wirbel. Darauf zu sehen sind Ferrari-Pilot Sebastian Vettel und die Red-Bull-Verantwortlichen Helmut Marko sowie Christian Horner. (Formel 1: Großer Preis in Spielberg am Sonntag ab 15.10 Uhr im LIVETICKER)

Relativ eng steht das Trio beieinander, den vorgeschriebenen Mund-Nasenschutz trägt trotz Corona niemand. Dafür bestraft wurden die beiden Rennställe zwar nicht, wohl aber eindringlich ermahnt, das Hygienekonzept der Formel 1 ab sofort strikt einzuhalten.

Katastrophaler Tag für Ferrari

Für Vettel dürfte dies nur eine Randnotiz gewesen sein, bedenkt man, wie erfolglos sein Tag ansonsten verlaufen war.

Bereits im zweiten Qualifying-Abschnitt hieß es Feierabend für den viermaligen Weltmeister Schluss – als Elfter war der Deutsche nicht einmal schnell genug, um in das Q3 einzuziehen. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Doch auch bei Teamkollege und Konkurrent Charles Leclerc lief es kaum besser. Als Zehnter zog der Monegasse gerade noch so in den letzten Teil des Qualifyings ein. Eine Boxenfunk-Situation machte jedoch deutlich, wie absurd viele Dinge gerade bei der Scuderia schiefgehen.

Leclerc kann Platzierung nicht glauben

Zum Ende von Q2 fragte Leclec, welche Platzierung er denn nun überhaupt belegt habe. Als ihm der Kommandostand die Antwort überbrachte, sagte Leclerc lediglich: “Das ist verrückt.”

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Doch nicht erst seit dem Qualifying vermittelt Ferrari den Eindruck, in dieser Saison nur sehr wenig hinzubekommen. Das Team aus Maranello hatte schon im Vorfeld angedeutet, man sei “zu 99 Prozent” sicher, in diesem Jahr schwächer aufgestellt zu sein als in der Saison zuvor.

Eine Einschätzung, die sich auf den ersten Runden in Spielberg rasch verfestigte. Zu wenig Topspeed auf den Geraden, Übersteuern am Kurveneingang, die seit Freitag gestiegenen Temperaturen, vermutet Vettel, seien auch nicht hilfreich gewesen – die Problemfelder sind zahlreich, Lösungen dagegen nicht in Sicht.

Es gibt viel zu tun bei der Scuderia, die nach dem aktuellen Offenbarungseid ins Bodenlose abzustürzen droht. Nicht zuletzt auch wegen der Situation um den immer mehr unter Druck kommenden Teamchef Mattia Binotto. 

Scuderia ohne Plan und Speed

“Wir wussten, dass es schwierig wird. Es war aber schwieriger als erwartet. Unser Rückstand ist schwierig zu verstehen”, konstatierte Sportdirektor Laurent Mekies fast schon mantra-artig.

Auch Leclerc gab sich frustriert: “Leider stehen wir derzeit genau da, wo wir nun sind. In solchen Momenten muss man positiv gestimmt sein, auch wenn es schwer fällt, etwas Positives zu finden.”

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Vettel immerhin bemüht Durchhalteparolen – ungeachtet seiner persönlichen Situation mit einem unrühmlich anmutenden Abgang bei Ferrari nach der Saison und der fast schon bemitleidenswerten Reaktionen der Konkurrenz. ”Vor uns liegt ein langes Rennen. Und im Renntrimm sind wir immer besser unterwegs. Ich bin zuversichtlich, dass wir im Rennen den Unterschied machen können.” 

Vettel bleibt zuversichtlich

Woher der Heppenheimer die Zuversicht nimmt, bleibt vorerst sein Geheimnis. Beim Blick auf die Rundenzeiten wird nämlich eines klar: Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist Ferrari auf dem Red Bull Ring um 0,92 Sekunden langsamer, während alle anderen Teams deutlich schneller unterwegs sind.

Für ein halbwegs erfolgreiches Rennen bedarf es daher fast schon eines kleines Wunders.

Vettel legt sich zumindest einen Vorteil der hinteren Startplätze zurecht: “Vielleicht ist der elfte Platz gar nicht so schlecht, weil wir jetzt mit der Strategie ein bisschen spielen können.”

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Hamilton über Ferrari: "So weit hinten habe ich sie nicht erwartet"

Es war ein Desaster für Ferrari.

Beim Qualifying zum Großen Preis von Österreich schaffte es Sebastian Vettel nicht einmal unter die Top 10. Auch Rang sieben für Leclerc konnte die Mienen bei der Scuderia nicht aufhellen. (Formel 1: Großer Preis in Spielberg am Sonntag ab 15.10 Uhr im LIVETICKER)

Die beiden Ferrari-Piloten zeigten sich im Anschluss frustriert. Vettel sprach von einer “Überraschung”, Leclerc fiel es indes schwer, dem Qualifying etwas positives abzugewinnen.

Bei der Konkurrenz ist man ob der Schwäche der Scuderia erstaunt. Lewis Hamilton hat mit den Roten sogar ein wenig Mitleid.

SPORT1 fasst die Stimmen zum Qualifying in Spielberg von RTLSky aus der Boxengasse und der Pressekonferenz zusammen.

Valtteri Bottas (Mercedes), Startplatz 1: ”Es ist nur das erste Qualifying der Saison, aber ich bin schwer beeindruckt und muss mich bei allen im Team bedanken. Wir scheinen in einer eigenen Liga zu sein. Der Abstand ist sehr beeindruckend. Das Auto ist klasse zu fahren. Das Ergebnis heute ist gut, aber morgen ist der Tag, an dem es drauf ankommt.”

zum ersten Rennen dieser Saison: ”Es fühlt sich richtig gut an. Ich habe diese Gefühle vermisst. Es ist etwas Besonderes, wenn du das Auto im Qualifying ans Limit bringst. Wir hatten uns lange darauf vorbereitet. Es fühlt sich so gut an. Mehr kann ich nicht sagen.”

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Lewis Hamilton (Mercedes), Startplatz 2: ”Valtteri hat das klasse gemacht. Wir zeigen jedes Jahr aufs Neue, dass wir weiterhin das beste Team sind. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass wir aufgeschlossen sind, mit der Zeit gehen. Wir lernen alle immer weiter dazu und voneinander, verschieben das Limit immer weiter. Und bei uns gibt es keine Politik im Team. Wir stehen zusammen, machen gemeinsam Druck. Deshalb sind wir Jahr für Jahr so stark. Das ist nicht üblich bei Teams.”

zum vielen Verkehr während seiner letzten Qualifying-Runde: ”Das war nicht ablenkend. Als ich in Kurve vier ankam, hatte ich eine große Staubwolke vor mir. Ich wusste nicht, wo das -Auto war. Ich sah nur, wie es Valtteri gelang, sein Auto zurück auf die Strecke zu bringen. Zum Glück hatte das keine Auswirkung auf meine Runde, und er hat seine Position behalten.”

zur Leistung von Ferrari: ”Soweit hinten habe ich sie nicht erwartet, aber ich kenne die Gründe nicht.”

Max Verstappen (Red Bull), Startplatz 3: ”Vergangenes Jahr lagen wir im Qualifying ebenfalls etwas zurück. Ich erwarte, dass wir im Rennen etwas besser aussehen. Ich bin der einzige Fahrer auf einer anderen Reifenmischung in den Top 10. Ich freue mich darauf. Wir haben nichts zu verlieren. Ich werde versuchen, es Mercedes so schwierig wie möglich zu machen.

zu den Chancen am Sonntag: ”Ich bin erstmal zufrieden mit Platz drei. Es dürfte interessant werden am Sonntag. Dann soll es wärmer werden. Hoffentlich spielt uns das in die Karten. Klar ist: Mercedes war heute in einer eigenen Liga, leider. Schauen wir mal, was wir morgen leisten können.” (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Lando Norris (McLaren), Startplatz 4: ”Ich habe mich gut gefühlt. Im Vorjahr waren wir schon sehr gut auf dieser Strecke. Wir waren voller Selbstvertrauen und der Kurs liegt uns einfach.”

zum Rennen: “So gern ich auf das Rennen vorausblicke, stehen da schon einige Autos hinter uns, speziell Ferrari. Ihre Rennpace sieht sehr stark aus. Aus welchen Gründen auch immer, sind sie im Qualifying weit zurück, aber so auch der Racing Point.”

Charles Leclerc (Ferrari), Startplatz 7: ”Das war wahrlich kein einfaches Qualifying für uns. Doch leider stehen wir derzeit genau da, wo wir nun sind. In solchen Momenten muss man positiv gestimmt sein, auch wenn es schwer fällt, etwas Positives zu finden. Ich meine aber, das ist die richtige Arbeitseinstellung, wenn man versuchen will, aus diesen schwierigen Zeiten herauszukommen. Ja, es wird schwierig. Wir müssen aber als Team arbeiten und können morgen hoffentlich möglichst stark sein, um zu versuchen, alle ein bisschen aufzuheitern.”

zu den Ambitionen im Rennen: “Wir haben die Chance, etwas nach vorne zu kommen, aber nicht die Pace, um gegen die Mercedes zu kämpfen.”

Daniel Ricciardo (Renault), Startplatz 10: ”Ich habe mich dieses Wochenende nicht so sehr mit den Longruns beschäftigt. Man würde erwarten, die Ferrari sehen im Longrun ein bisschen besser aus. Klar ist: Derzeit sind sie nicht super schnell. Ich würde sagen, ab Platz vier, Lando, ist es ziemlich eng. Da liegen acht bis zehn Fahrer innerhalb von ein bis zwei Zehntel im Renntrimm. Hoffentlich wird es also lustig im Rennen.”

Sebastian Vettel (Ferrari), Startplatz 11: Das Aus in Q2 war für Vettel eine “Überraschung”. Mit seinem Auto war der Deutsche “nicht ganz zufrieden”.

“Es ist mit Sicherheit nicht unser Anspruch, aber ich glaube, dass im Moment nicht viel mehr drin ist. Im Qualifying habe ich ein bisschen den Rhythmus verloren, heute früh war besser. Ich denke heute Nachmittag haben uns die Temperaturen nicht kalt sondern heiß erwischt. Ich hatte nicht mehr das Vertrauen in die Hinterachse. Vielleicht ist der elfte Platz aber gar nicht so schlecht, weil wir jetzt mit der Strategie ein bisschen spielen können.”

zum Rennen: “Vor uns liegt ein langes Rennen. Und im Renntrimm sind wir immer besser unterwegs. Ich bin zuversichtlich, dass wir im Rennen den Unterschied machen können.

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zur Performance seines Autos: ”Am Kurveneingang hatte ich deutlich mehr Übersteuern als mir lieb ist. Wir dachten, wir hätten noch etwas mehr in petto. Es scheint aber, als hätten die anderen im Training etwas mehr Benzin an Bord gehabt, als wären sie etwas konservativer unterwegs gewesen.”

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef)zum Ausritt von Valtteri Bottas in der letzten Runde: “Das wird sicher beeinflusst haben, aber Valtteri war auch schneller unterwegs. Er war zwei Zehntel schneller als seine vorherige Runde bis zu dem Zeitpunkt. Die Strecke liegt ihm, das wissen wir. Wir wissen natürlich nicht, wie das Endresultat gewesen wäre, aber die beiden sind generell stark gefahren.”

zur Strategie von Red Bull: “Verstappen wird morgen ein Thema sein mit dieser Offset-Strategie mit dem Medium. Das ist unheimlich clever, wenn du weißt, dass es ein bisschen fehlt an der Performance auf einer Runde. Er kann morgen wesentlich länger fahren. Aber so soll es ja sein, spannend.”

im Hinblick auf die Temperaturen am Sonntag: “Das wird dann schwierig für uns, weil natürlich der Soft früher eingehen wird als der Medium, und deswegen war der Schachzug sicher clever.” Aber: “Für morgen hoffen wir auf eine starke Zuverlässigkeit und darauf, dass unsere Pace gut genug ist, um vorne zu bleiben. Ich freue mich auf den Kampf.”

Helmut Marko (Motorsportberater Red Bull): “Wir haben uns steigern können, aber im letzen Lauf ist kein guter Run gelungen. Der Abstand zu Mercedes ist relativ groß. Positiv ist: Max startet als einziger Fahrer in den Top 10 mit dem Medium. Wenn die Temperaturen weiter so ansteigen, könnte das glaube ich ein ganz entscheidender Faktor werden.”

zum Red-Bull-Boliden: “Wir haben kein optimal liegendes Auto. Das sind immer noch Feinabstimmungen, aber die kommen mit mehr Kilometer – aber die Richtung stimmt. Es wundert mich bei der Überlegenheit, dass Mercedes nicht zumindest ein Auto auch auf den gelben Reifen gestellt hat. Aber uns soll das recht sein. Wenn der Reifenverschleiß nur annähernd so bleibt, wie wir ihn berechnet haben, dann kann das im Rennen ein gewichtiger Vorteil sein.”

Laurent Mekies (Sportdirektor Ferrari): “Wir wussten, dass es schwierig wird. Es war aber schwieriger als erwartet. Unser Rückstand ist schwierig zu verstehen. Wir müssen das sehr sorgfältig analysieren, und das packen wir jetzt an. Wenn das erledigt ist, werden wir hoffentlich wissen, was zu tun ist.”

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Nach Ferrari-Ohrfeige: Vettel bringt sich für Silber in Stellung

Was macht Sebastian Vettel 2021? Geht er zu Mercedes, legt er ein Jahr Pause ein, wechselt er die Rennserie oder wirft er sogar ganz hin?

Obwohl am Wochenende endlich die Formel-1-Saison in Spielberg beginnt, dreht sich weiterhin vieles nur um diese Fragen. Und sollte Ferrari im Titelkampf so chancenlos sein wie allgemein erwartet, dürfte sich daran auch wenig ändern. (Formel 1: Qualifying in Spielberg, Sa. ab 15 Uhr im LIVETICKER)

Der Presse-Tag in der Steiermark hat nicht nur Vettels Ohrfeige für Ferrari gebracht, sondern auch eines deutlich gemacht: Vettel will nicht aufhören und hat nach wie vor große Lust auf die Formel 1 – wenngleich er dies an eine Bedingung knüpft.

“Die Motivation ist auf jeden Fall hoch, wenn sich was Ordentliches ergibt. Ich glaube, ich bin nicht derjenige, der mitmacht, einfach nur um mitzumachen, nur um Geld zu verdienen. Das war noch nie mein Anspruch”, sagte der viermalige Weltmeister bei RTL.

Vettel lässt Renault-Interesse kalt

Vettels Aussage ist aber wohl auch eine Absage an Renault-Teamchef Cyril Abiteboul, der der L’Equipe zuletzt sagte: “Vettel ist frei, und wenn er motiviert ist, auch in Zukunft Rennen zu fahren, dann sind wir sicherlich interessiert.”

Doch falls die Franzosen nicht einen riesigen Schritt nach vorne machen, meint Vettel mit “was Ordentliches” sicher Mercedes und nicht Renault. Zwar hatte auch Helmut Marko bei SPORT1 zuletzt eine Rückkehr zu Red Bull nicht ausschließen wollen – das Fahrer-Duo Verstappen/Vettel erscheint allerdings unvorstellbar.

Vettel und Hamilton wären im Vergleich dazu wohl sogar leichter zu händeln. Und wie der Ferrari-Pilot am Donnerstag erstmals selbst durchblicken ließ, ist er einem Wechsel zu Mercedes nicht abgeneigt.

“Der Mercedes ist das beste Auto im Feld und in gewisser Weise für jeden von uns Fahrern eine Garantie, dass er, wenn er einsteigt, um den Sieg mitfahren kann. Wie ich gesagt habe, ist es mir wichtig, dass ich in der Zukunft ein konkurrenzfähiges Auto haben werde”, sagte Vettel.

Weiter erklärte er, dass der Mercedes “deswegen eine Option wäre. Aber ich weiß nicht, was die Pläne seitens Mercedes sind. Ich bin auch nicht in zu großer Eile, deswegen werden wir schauen, was die ersten Rennen bringen.”

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Viele offene Fragen bei Mercedes

Wenn Vettel zu Mercedes will, hat er sowieso keine andere Wahl als abzuwarten und auf der Rennstrecke für die Scuderia abzuliefern. Denn rund um die Silberpfeile gibt es noch mehr offene Fragen als bei Vettel.

Toto Wolff machte Vettel am Freitag allerdings weiter nur geringe Hoffnungen auf ein Cockpit beim Weltmeisterteam zur Saison 2021. “Ich gehe davon aus, dass wir mit Lewis und Valtteri weitermachen”, sagte der Mercedes-Motorsportchef am Freitag bei Sky: “Wir sind sehr glücklich mit unseren Fahrern.”

Allerdings wolle er “Sebastian nicht abschreiben”, erklärte der 48-Jährige weiter. Der Heppenheimer wäre automatisch wieder eine Option, “wenn einer unserer Fahrer sagt, dass er keine Lust mehr hat”. Wolff hatte Vettel bereits vor kurzem als “Außenseiterkandidat” tituliert. Nicht zu vergessen auch, dass auch der hochtalentierte Mercedes-Junior George Russell, der 2020 für Williams fährt, weiterhin im Fokus der Silberpfeile steht

Und dennoch: Sowohl bei Hamilton als auch Valtteri Bottas läuft der Vertrag am Saisonende aus. Zudem ist die Zukunft auch von Wolff als Teamchef ungewiss.

Sogar ein Ausstieg vom Mercedes-Benz aus der Formel 1 ist in Zeiten der Coronakrise nicht mehr auszuschließen, selbst wenn Wolff dem widerspricht.

Hamilton-Poker öffnet Chance für Vettel

Doch womöglich öffnet sich für Vettel durch den Vertragspoker zwischen Hamilton und Mercedes noch eine ändere Möglichkeit, um bei den Silbernen unterzukommen.

Weil es wohl sein letzter Kontrakt in der Formel 1 sein wird, versucht der sechsmalige Weltmeister offenbar noch einmal, das Maximum herauszuholen. Wie die Daily Mail berichtet, strebt Hamilton eine Gehaltserhöhung von derzeit 40 auf künftig fast 45 Millionen Euro Jahresgage an.

In Zeiten der Coronakrise dürfte Daimler jedoch große Schwierigkeiten haben, seinen Mitarbeitern eine Gehaltserhöhung auf diese unfassbare Summe zu erklären, wenn auf der anderen Seite Kurzarbeit und Entlassungen drohen.

Im Gegensatz dazu hat Vettel bereits mehrmals betont, dass ein konkurrenzfähiges Auto für ihn wichtiger sei als ein fetter Vertrag. Ein Abgang Hamiltons würde Vettel daher in die Pole-Position katapultieren, weil Mercedes aktuell kaum auf Bottas oder Russell als Nummer-1-Fahrer setzen wird.

Darauf spekulieren wird Vettel nicht. Er weiß, dass er Mercedes vor allem durch starke Leistungen im Qualifying und Rennen überzeugen muss. An diesem Wochenende beginnt daher für ihn der Kampf um seine Zukunft in der Formel 1.

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Vettel fährt nur hinterher – und hakt Pole jetzt schon ab

Alles neu in der Formel 1, nur die Rollen bleiben unverändert: Weltmeister Lewis Hamilton hat im Freitagstraining der verspätet gestarteten Saison mal wieder den Ton angegeben. (Formel 1: Qualifying in Spielberg, Sa. ab 15 Uhr im LIVETICKER)

Im neuerdings schwarz lackierten Mercedes setzte der Brite in 1:04,304 Minuten die Bestzeit auf dem Red-Bull-Ring – und versetzte den ohnehin nicht allzu großen Hoffnungen von Sebastian Vettel und Ferrari gleich einen Dämpfer.

Der Heppenheimer kam an seinem 33. Geburtstag in Spielberg zu Beginn seiner Abschiedstournee bei den Roten nicht über Rang vier hinaus, der Rückstand des Hessen auf Hamilton betrug 0,657 Sekunden. Immerhin: Vettels Teamkollege Charles Leclerc schwächelte bemerkenswert und wurde lediglich Neunter (+0,994).

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“Wir hatten einen ordentlichen Tag”, sagte Vettel, es habe beim Auftakt “keine Probleme mit den Autos” gegeben und gehe “sehr eng” zu. Bei den Prognosen für Samstag gab er sich zurückhaltend: “Ich glaube nicht, dass wir um die Pole kämpfen werden.”

Hamilton peilt Rekord an

Dem Briten, der seine siebte Weltmeisterschaft und damit die Egalisierung des Rekords von Michael Schumacher anpeilt, konnte am ehesten noch sein finnischer Teamkollege Valtteri Bottas (+0,197) folgen. Auf Rang drei reihte sich der Mexikaner Sergio Perez (+0,641) im Racing Point ein, das Team hatte über den Winter eine Art Kopie des Weltmeister-Mercedes von 2019 gebaut. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Red-Bull-Star Max Verstappen, Spielberg-Sieger 2018 und 2019, belegte nur den achten Rang mit 0,911 Sekunden Rückstand.

“Nach dem Test in Barcelona war klar, dass wir nicht da waren, wo wir sein wollten”, hatte Vettel am Donnerstag gesagt. Der Trend wurde zumindest auf einer schnellen Runde nicht besser – zumal Ferrari anders als Mercedes und Red Bull keine technischen Updates nach Spielberg mitbrachte.

Mercedes setzte DAS-System ein

Die äußeren Bedingungen mit bedecktem Himmel und einigen Regentropfen waren allerdings nicht repräsentativ für das weitere Wochenende: Am Samstag und Sonntag werden viel Sonnenschein und Temperaturen über 25 Grad erwartet.

Mercedes setzte das ebenso revolutionäre wie umstrittene DAS-System ein, mit dem der Pilot durch Ziehen am Lenkrad auf der Geraden die Spur verstellen kann. Kontrahent Red Bull hatte sich schon im Vorfeld des Großen Preises von Österreich (Formel 1: Großer Preis von Österreich, So., ab 15.10 Uhr im LIVETICKER) einen Protest offengehalten und legte diesen nach dem Training ein. (DATENCENTER: Die Teamwertung der Formel 1)

In Spielberg, wo die Saison wegen der Corona-Pandemie mit fast viermonatiger Verspätung anrollt, zeigt sich die Formel 1 in ungewohntem Gewand.

Keine Fans auf den Rängen

Die Ränge bleiben zum ersten Mal in der 71-jährigen Geschichte der Rennserie leer, die Teammitglieder müssen sich an Abstandsregeln halten, Mundschutz tragen, regelmäßig Coronatests absolvieren und dürfen ihre vom Automobil-Weltverband FIA zugewiesene “Blase” nicht verlassen. 

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Dazu hat sich die Formel 1 das Thema Gleichberechtigung auf die Fahne geschrieben. Alle Boliden tragen den Slogan “We Race As One”, verziert mit einem Regenbogen. Mercedes ging mit dem Beschluss der Umlackierung seines traditionell silbernen Boliden für die gesamte Saison noch einen Schritt weiter.

Es ist auch eine Verneigung vor Hamilton, der in den vergangenen Wochen seine Berühmtheit für die Bewegung “Black Lives Matter” einsetzte.

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