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Tanking in der Formel 1? Mercedes warnt

In der Formel 1 bahnt sich möglicherweise schon wieder Ärger an, ehe die neue Saison überhaupt begonnen hat.

Bei Mercedes befürchtet man, dass ein Aspekt des neuen Reglements schwächere Teams zu Manipulation verführen könnte.

James Allison, Technikchef der Silberpfeile, prangert im Podcast F1 Nation an, dass das neue Handicap-System bei der Aerodynamik-Entwicklung “einen faden Beigeschmack” habe und Teile davon “etwas ungeschickt” umgesetzt seien.

Schwächere Teams werden bei Tests bevorzugt

Worum geht es?

Laut des neuen Regelpakets, das die Königsklasse kürzlich verabschiedet hat, dürfen schlechter platzierte Teams nach einem bestimmten Schlüssel ab 2021 länger und öfter im Windkanal testen als bessere. Ausschlaggebend dafür wird die Reihenfolge in der Konstrukteurswertung der Saison 2020 sein.

“Wie viel Aerodynamik man für 2022 entwickeln kann, hängt davon ab, wie gut du 2020 warst”, bemängelt Allison, der den Sinn des Systems jedoch grundsätzlich gutheißt: “Das brandneue Auto, das überhaupt nichts mit der aktuellen Generation zu tun hat… Dein Glück wird in gewisser Weise dadurch beeinflusst, wie stark du 2020 warst, also zwei Saisons vorher.”

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Allison erklärt Mercedes-Befürchtung

Zur Saison 2021 dürften die F1-Boliden wenn dann nur geringfügig weiterentwickelt werden, da ab 2022 das umfassende Regelpaket in Kraft tritt. Allison befürchtet also, dass Rennställe in der von Corona geprägten aktuellen Saison abschenken könnten, wenn sie merken, dass sie ohnehin kaum konkurrenzfähig sind, um mehr Kapazitäten im Windkanal für die Entwicklung des 2022er-Autos zu erhalten.

Hinzu kommt, dass das Handicap-System bereits ausgearbeitet wurde, bevor die Budgetgrenze von 175 auf 145 Millionen US-Dollar gesenkt wurde. “Es war damit vielleicht ein Mechanismus, durch den ein Team, das sich die Budgetgrenze nicht leisten konnte, etwas Konkurrenzfähigkeit zurückerlangen konnte, ohne sie direkt zu erkaufen”, erläutert Allison.

Tanking wie im US-Sport?

Absichtlich schlechte Leistungen abzurufen wäre kein neues Phänomen im Sport. Insbesondere die US-Ligen hatten in den letzten Jahren damit zu kämpfen.

Um bessere Möglichkeiten durch höhere Picks im Draft zu ergattern, haben sich Franchises dazu entschlossen, bewusst Niederlagen in Kauf zu nehmen.

Möglicherweise könnte es in der Formel 1 in dieser Saison, die mit dem Rennwochenende von 3. bis 5. Juli in Spielberg beginnt, zu ähnlichem Verhalten kommen.

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Vettel-Trennung: Binotto macht auf Pinocchio

Ferrari ist eine Institution. Ferrari gilt als heiliges Pferd in Italien, wird verehrt wie die Kühe in Indien. Ein Fahrer trennt sich nicht von seiner roten Heiligkeit, so ist die Sichtweise im kleinen Städtchen Maranello im Norden Italiens.

Dort werden die roten Autos gebaut, dort wird der Mythos von Firmengründer Enzo Ferrari mit allen Mitteln hochgehalten. Deshalb ist es kein Wunder, dass Ferrari-Teamchef Mattia Binotto in Sachen Sebastian Vettel den Pinocchio macht und darauf besteht, dass sich der rote Kultstall vom Deutschen getrennt hat – und nicht umgekehrt. 

Deshalb sagt Binotto der italienischen Zeitung La Stampa: “Wir haben uns für Transparenz gegenüber Seb entschieden: Er muss über seine Zukunft nachdenken, wir konnten unsere Entscheidung ebenfalls nicht verschieben. Unsere Wahl war ihm gegenüber fair und das ehrt uns.”

In der spanischen Marca ergänzt er: “Es ging nicht um die Art des Angebots oder die Dauer der Übereinkunft. Ferrari liebt Sebastian zweifelsohne aus vielen Gründen – und zwar als Fahrer genauso wie als Person. Seb war unsere erste Wahl, und dann kam die Coronakrise, und diese Situation hat viele Dinge verändert.”

Vettel hatte keine Lust mehr auf Ferrari

Hier wird klar: Binotto suggeriert, dass er den ersten Schritt gemacht hat.

Das aber entspricht laut SPORT1-Informationen nicht der Wahrheit. Schon beim letztjährigen GP von Österreich erfuhr SPORT1 in einem vertraulichen, langen Hintergrundgespräch, dass Vettel keine Lust mehr hat, seinen Vertrag mit Ferrari zu verlängern.

Die interne Politik rund um den neuen Teamkollegen Charles Leclerc und fehlendes Vertrauen ins Team gaben für den Heppenheimer den Ausschlag, seine Zukunft nach Ablauf seines Vertrages Ende 2020 ohne die Italiener zu planen. 

Marko vermutet Ferrari-Schwäche als Grund

Vettel-Vertraute wie Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko wissen das auch. Deshalb sagt der Grazer jetzt bei RTL: “Ich glaube, dass Seb den Vertrag nicht verlängert hat, weil er das technische Potenzial nicht gesehen hat, um ihm zu einem neuen Titel zu verhelfen.”

Für Marko ist klar: “Wenn ich davon ausgehe, dass die Testzeiten in Barcelona eine gewisse Aussagekraft haben, dann glaube ich nicht, dass Ferrari zu den Spitzenteams gehören wird.”

SPORT1 kann bestätigen, dass Vettel während der Testfahrten von seinem roten Renner nicht gerade begeistert war. Als wir den Heppenheimer in einer kurzen Pause zwischen seiner deutschen und englischen Presserunde um Klartext über sein Auto baten, retournierte er leise aber dennoch gut hörbar: “Besser nicht.”

Binotto rechnet mit schwierigem Saisonstart in der Formel 1

Auch Binotto gibt zu: “Es wird ein schwerer Start für uns. Der Wintertest war nicht zufriedenstellend und danach waren die Fabriken zu.”

Dazu kommt die teaminterne Unruhe. “Sebastian wird sich sicher nichts sagen lassen”, glaubt Marko, “es gibt also auch eine große Rivalität.”

Fest steht: Ferrari hat mit der Trennung von Vettel zwar Klarheit geschaffen für 2021. Die aktuelle Saison wird aber zu einer echten Herausforderung für die Mannen in Rot.

Und da kann sich das Team um Binotto nicht leisten, zuzugeben, dass sie vom Weltmeister verlassen wurden. Deshalb zeigt Binotto jetzt allen die lange Pinocchio-Nase.

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Irre Wette an heiklem Ort: Hamilton zermürbte Kollegen

Zwei Jahre lang fuhr Heikki Kovalainen in der Formel 1 gemeinsam mit Lewis Hamilton bei McLaren: 2008 und 2009 – letztlich als klare Nummer 2 hinter dem inzwischen sechsmaligen Weltmeister.

Nun hat der Finne erklärt, bei welcher Gelegenheit er seinen Status realisierte: beim Training zum Belgien-GP in Spa 2009, als Hamilton ihn zu einer besonderen Wette herausforderte.

Schlüsselmoment in der Eau Rouge

“Es war kurz vor dem ersten Training, als Lewis auf mich zu kam und sagte: ‘Würdest du gerne eine Wette eingehen? Wer auf der Out-Lap schneller durch Eau Rouge fährt!’ Und damals war das an einem Freitagmorgen nicht so einfach”, erklärte der 39-Jährige im Podcast  “Beyond the Grid”.

Motorsport-Fans wissen: Die berüchtigte Eau Rouge ist nicht irgendeine Kurve, die Kombination aus Links-Knick und Rechtskurve mit ihrer tückischen Gelände-Einbettung gilt als eine der anspruchsvollsten Herausforderungen für die Fahrer überhaupt – und auch als eine der gefährlichsten: Stefan Bellof kam 1985 dort zu Tode, ebenso – trotz vermehrter Sicherheits-Anstrengungen seit damals – der Formel-2-Pilot Anthoine Hubert 2019.

Kovalainen: “Ich würde nicht gewinnen, niemals”

Kovalainen ging auf die Wette ein und versuchte, die berühmt-berüchtigte Kurve mit so viel Geschwindigkeit wie möglich zu durchfahren – vergeblich. “Er hatte mich einfach stehen lassen, fuhr gleich in der ersten Runde mit Vollgas durch Eau Rouge. Ich hatte einen kleinen Lupfer drin und so die Wette verloren.”

Die verlorene Wette beeinflusste Kovalainens mentale Verfassung nachhaltig. “Mir wurde klar, ich würde (das Teamduell, Anm. d. Red.) nicht gewinnen, niemals.” 

Hamilton verfüge über einen besonderen Fahrstil. “Das Hauptthema, weshalb ich Probleme hatte, mit ihm mitzuhalten, waren die Bremszonen. Lewis konnte später und härter bremsen, traf den Scheitelpunkt der Kurve und deren Ausgang aber genauso gut wie ich. Und: Er ging sanfter mit den Reifen um.”

Auf schnelleren Passagen wähnte sich der Finne auf Augenhöhe, in den Kurven war er jedoch chancenlos. “Er scheint spezielle Sensoren in seinem Hintern zu haben, sodass er mehr ans Limit gehen kann als jeder andere”, schwärmte er.

McLaren als Karriereknick

Kovalainen – Hamiltons zweiter Teamkollege nach dem turbulenten Hassduell mit Fernando Alonso 2007 – gewann in seiner F1-Karriere nur ein Rennen (Ungarn 2008), in den zwei Jahren bei McLaren blieb er klar hinter Hamilton zurück. Trotzdem betont er, dass sich die beiden im Team stets gut verstanden – für seine Karriere habe die stallinterne Niederlage jedoch negative Konsequenzen gehabt.

“Er war immer ein bisschen schneller. Ich musste mich strecken, in jeder Einheit. Durchschnitt reichte einfach nicht aus. Und wenn du das eineinhalb Jahre lang machst, dann geht dir irgendwann die Energie aus. Zu diesem Zeitpunkt meiner Karriere hat das ziemlich geschadet”, erklärte er. “Ich bin trotzdem froh, neben Lewis gefahren zu sein, denn er ist einer der größten, wenn nicht sogar der größte Fahrer überhaupt. Für mich aber ging es einfach nicht auf.”

Kovalainen wurde 2010 bei McLaren von Jenson Button abgelöst, wechselte zu Lotus und fuhr dort insgesamt vier Jahre. WM-Punkte holte er nach seinem McLaren-Abschied jedoch überhaupt keine mehr.

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Vettel zu Aston Martin? Das sagt sein möglicher neuer Boss

Könnte die Edelmarke Aston Martin zum neuen Arbeitgeber von Sebastian Vettel in der Formel 1 werden?

Otmar Szafnauer, der Mann, der in diesem Szenario Vettels neuer Boss werden würde, hat jetzt auch seinen Anteil zu den Spekulationen beigetragen.

Nachdem Vettel seinen noch bis Ende 2020 bestehenden Vertrag mit Ferrari nicht verlängert hat, wurde mehrfach berichtet, dass das neue Team 2021 ein möglicher Arbeitsplatz für den vierfachen Weltmeister sein könnte. 

Aus dem aktuellen Team Racing Point, geführt von Szafnauer, soll dann Aston Martin werden, dem kanadischen Milliardär Lawrence Stroll sei Dank. Ihm gehören Racing Point und seit kurzem auch 25 Prozent der Anteile am finanziell angeschlagenen britischen Sportwagenhersteller Aston Martin. Nebenbei hat er seinem Formel-1-Team so auch die Namensrechte der James-Bond-Marke sichern lassen.

Könnte Vettel auf Bonds Spuren Folgen? Szafnauers Statement lässt da Interpretationsspielraum offen.

 Racing-Point-Chef: Freuen uns auf neue Ära

“Für uns ist der neue Teamname das, was in der kommenden Saison die Schlagzeilen bestimmen wird, nicht die Fahrer in den Cockpits”, sagt der US-Amerikaner mit deutschen Wurzeln. Allein: Der Satz kann alles heißen. Sergio Perez und Lance Stroll, die beide über gültige Verträge für 2021 verfügen, können damit genauso gemeint sein wie ein Sebastian Vettel. 

Er selbst habe die Vettel-Spekulationen als Unbeteiligter zur Kenntnis gekommen, weil er mit dem geplanten Aston Martin-Einstieg ohnehin andere Themen zu bewältigen habe. “Wir schauen nach vorne und freuen uns auf eine neue Ära, die dem Namen Aston Martin gerecht werden soll”, meint Szafnauer.

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Was er nicht sagen will oder kann: Dass nicht er über das Schicksal von Racing-Point-Aston-Martin bestimmt, sondern sein Boss Stroll und dessen Geschäftspartner Toto Wolff. Dazu gehört auch die Entscheidung, wer bei Aston Martin fährt oder beim Mercedes-Werksteam, das – so die Spekulationen – von Stroll und Wolff übernommen werden könnte.

Lance Stroll hat einen Platz wohl sicher

Fest steht: Der Platz von Strolls Sohn Lance, seit jeher der alleinige Antrieb für Vater Lawrences kostspielige Formel-1-Investitionen, gilt als sicher. Wo auch immer. Leidtragender bei einer möglichen Vettel-Verpflichtung wäre Sergio Perez. Der allerdings hat einen Vertrag bis Ende 2022.

Racing-Point-Cheftechniker Andy Green nahm die Spekulationen um Vettel vorsichtshalber trotzdem zum Anlass, um eine Lobeshymne auf den Mexikaner anzustimmen. Er sei einer der meistunterschätzten und besten Formel-1-Piloten, gab Green zum Besten.

Ohne Not, so als müsse er klarstellen: Für Vettel ist hier sowieso kein Platz.

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F1-Boss sicher: WM-Titel gibt es auch bei nur acht Rennen

Die Coronakrise hat auch die Formel 1 in den vergangenen Monaten enorm beeinflusst.

Seit dem geplanten und dann abgesagten Saisonstart im März finden keine Rennen statt. Auch jetzt ist noch nicht klar, wie viele Umläufe es in dieser Saison überhaupt geben wird.

In dieser Woche veröffentlichte die Königsklasse den aktuellen Kalender. Darin enthalten sind acht Umläufe in Europa. Das Ziel besteht nun darin, nach den Rennen in Europa weitere Events auf anderen Kontinenten zu veranstalten. Ob dies allerdings gelingen kann, ist völlig unklar.

Brawn zweifelt nicht an Weltmeisterschaft

Was passiert also, wenn die Saison lediglich aus den acht Rennen in Europa besteht? Kann es dann trotzdem einen Weltmeister geben, obwohl der Automobil-Weltverband eigentlich vorschreibt, dass Rennen auf mindestens drei Kontinenten ausgetragen werden müssen, damit eine Meisterschaft auch als Weltmeisterschaft zählt?

Formel-1-Sportchef Ross Brawn hat diesbezüglich gar keine Bedenken. “Theoretisch reichen die acht Europarennen für eine Weltmeisterschaft”, stellte er im Gespräch mit Motorsport-Total-com klar.

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Grundsätzlich geht Brawn aber sowieso nicht davon aus, dass es bei den besagten acht Umläufen bleibt, auch wenn es eine “Herausforderung” sei, den weiteren Rennkalender zu erstellen. “Aber ich denke, dass es auch eine Herausforderung war, die Europasaison zusammenzustellen. Vor zwei oder drei Wochen oder vor einem Monat sah es noch unmöglich aus.”

Unsicherheit laut Brawn größtes Problem

Dennoch habe man es geschafft einen “ordentlichen” Kalender zu kreieren. Aktuell sei das größte Problem, dass langfristige Planungen kaum möglich sind. “Die Situation ändert sich fast täglich. Insgesamt wird es besser, aber es gibt noch immer Länder, bei denen die Lage gerade am schlimmsten ist”, so Brawn weiter.

Unter Druck setzen will man die einzelnen Veranstalter dabei nicht. So gebe es mehrere Standorte, die trotz Corona gerne einen Grand Prix austragen wollen. Als Beispiel hierfür nannte F1-Boss Chase Carey kürzlich Mexiko.

Trotzdem bleibe laut Brawn die Unsicherheit. “Wenn man an einem Tag bei einigen Rennen zuversichtlich ist, dann ändert sich das am nächsten Tag schon wieder.”

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Wolff räumt Gedanken über Jobwechsel ein

Die Wogen schlugen hoch in der vergangenen Woche, als SPORT1 von Toto Wolffs Zukunftsplänen berichtet hatte.

Die Meldung, wonach der 48-Jährige sich als Mercedes-Teamchef aus der operativen Position in der Fabrik und an der Strecke zurückziehen und in einer Art Supervisor-Rolle nach dem Vorbild von Niki Lauda innerhalb der Team-Organisation aufsteigen könnte, wurde anschließlich von allen Seiten dementiert.

Von Mercedes AMG F1, dem Werksteam, genau wie vom Daimler-Konzernsprecher Jörg Howe. “Toto Wolff ist und bleibt unser Teamchef”, hieß es da gegenüber der DPA.

Daimler: “Haben Intention mit Werksteam weiterzumachen”

Auf die Story, wonach ebenfalls ein Teil-Verkauf des Teams an ein Konsortium um Aston-Martin-Boss Lawrence Stroll im Raum stünde, reagierte Daimler folgendermaßen: ”Man habe nicht vor, sich aus der Formel 1 zurückzuziehen”, sondern man habe “die Intention mit dem Werksteam weiterzumachen.”

Ein Dementi einer Behauptung, die im ursprünglichen Bericht gar nicht aufgestellt wurde.

Gestern nun hat Wolff in einer Zoom-Videoschalte sogar bestätigt, dass er sich Gedanken über seine Zukunft macht.

“Ich muss mich selbst hinterfragen”, sagt der Wiener da. “Ich will kein Teamchef sein, der von großartig zu gut wechselt ohne zu realisieren, dass man vielleicht nicht mehr so viel zum Team beitragen kann wie am Anfang. Ich habe das Gefühl, dass ich noch viel beitragen kann, aber natürlich denke ich über meine Zukunft nach und diskutiere auch mit Ola (Källenius, Daimler-Vorstand, d. Red.), wie das gehen könnte. Wir sind gerade mittendrin, unsere gemeinsame Zukunft zu schnitzen, deshalb möchte ich mich nicht auf einen bestimmten Titel festlegen lassen, ob das nun Teamchef ist oder Managing Director.”

Wolff schließt Veränderung im F1-Engagement nicht aus

Auch eine Veränderung im Formel-1-Engagement von Mercedes in der Formel 1 schließt der Österreicher nicht kategorisch aus – anders als die Reaktion der Pressesprecher in der vergangenen Woche suggerierte.

“Der Marketingwert, den Mercedes durch die Plattform Formel 1 generiert, ist enorm. Die Formel 1 ist gefestigt, wir haben den Support, insofern steht das im Moment nicht zur Debatte”, sagte Wolff.

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Er räumt aber auch ein: “Das heißt nicht, dass man dieses Engagement nicht trotzdem hinterfragen muss. In Zeiten von Corona, wo sich die Automobilindustrie verändert, muss jedes Engagement diskutiert werden.”

Red-Bull-Sportchef Marko gießt Öl ins Feuer

Öl ins Feuer der Spekulationen um eine Umstrukturierung bei Mercedes, die über ein “im Moment” hinausgeht, gießt auch Red Bull-Sportchef Helmut Marko: “Warten wir mal ab, welche Entwicklungen bei Mercedes im Gang sind. Da tut sich ja personell einiges, wie man hört”, sagte er am Wochenende der Tageszeitung Österreich

Auch Formel-1-Experte Ralf Schumacher findet es, wie berichtet, “sehr, sehr spannend”, dass die Konstellation mit Wolffs Verbindung zu Lawrence Stroll und seinem Investment bei Aston Martin die Tür für eine engmaschigere Vernetzung des Daimler-Konzerns mit dem britischen Sportwagenhersteller aufmachen könnte.

“Der komplette Antriebsstrang von Aston Martin kommt ja von Mercedes. Da ist eine Nähe, die sicherlich das eine oder andere zulässt in Zukunft”, sagte Schumacher.

Die umfassenden Daimler-Dementi interpretiert er deshalb als Aussage, mit der man “nicht blockiert hat, die Dinge etwas umzustellen. Sagen wir es mal so …”

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Hamilton in Silverstone – Generalprobe vor Formel-1-Auftakt

Der sechsmalige Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton und Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas gehen vor dem Saisonstart der Formel 1 in Österreich (5. Juli) erst mal im heimischen Silverstone auf die Strecke.

Im W09-Boliden von 2018 werden Bottas am kommenden Dienstag und Hamilton am Mittwoch ihre Runden drehen. Das teilte das Weltmeisterteam am Donnerstag mit, es gehe darum, Abläufe zu testen.

Bei zwei Rennen in Spielberg (5. und 12. Juli) werden Hamilton, Ferrari-Star Sebastian Vettel und Co. erstmals in dieser Saison auf Punktejagd gehen.

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Danach folgt direkt im Anschluss der Große Preis von Ungarn (19. Juli). Zudem stehen zwei Rennen in Silverstone auf dem Programm (2./9. August), anschließend fährt die Formel 1 in Spanien (15. August), Belgien (30. August) und Italien (6. September). Alles natürlich erst einmal ohne Fans an den Strecken – und in Corona-Zeiten unter Vorbehalt.

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Darum macht ein Alonso-Comeback bei Renault Sinn

Die Zutaten für das Sensations-Comeback sind gerichtet.

Fernando Alonso (39), so erfuhr SPORT1, befindet sich in intensiven Verhandlungen mit Renault, um 2021 mit dem französischen Werksrennstall in die Formel 1 zurückzukehren.

Möglich wurde der nächste Schritt zum Comeback des Spaniers vergangene Woche durch das Bekenntnis der Franzosen, sich auch langfristig an die automobile Königsklasse zu binden.

Renault will mit Alonso attackieren

Das Projekt stand beim Vorstand auf dem Prüfstand, doch die zukünftigen Kostensparmaßnahmen der Formel-1-Manager von Liberty Media und des Automobilweltverbands FIA (Budgetobergrenze von nur noch 145 Millionen Dollar) gaben den Ausschlag. Renault will jetzt weiter voll attackieren und Alonso soll dabei eine Hauptrolle spielen.

Und das nicht nur als Fahrer: 2021 und 2022 soll der Asturier, der 2005 und 2006 beide WM-Titel mit den Franzosen erzielte, noch selbst ins Lenkrad greifen, dann könnte er eine leitende Funktion bei Renault übernehmen. Sogar eine Teilhaberschaft nach dem Vorbild von Toto Wolff bei Mercedes ist im Planspiel vorhanden.

Sein Vertrauter und (Ex)-Manager Flavio Briatore jedenfalls ist guter Dinge, dass der Deal klappt. Briatore: “Die Historie stimmt, die Chemie passt, es macht für beide Seiten Sinn.”

Alonso fühlt sich bei Renault wohl

Alonso, der als extrem politischer Fahrer gilt, fühlte sich bei Renault immer gut aufgehoben. Schon 2008 kehrte er nach Streitigkeiten bei McLaren-Mercedes zu den Franzosen zurück und gewann den Großen Preis von Singapur, weil Teamchef Briatore seinen Nummer-2-Fahrer Nelson Piquet junior absichtlich in die Mauer fahren ließ.

Die handelnden Personen sind mittlerweile andere, doch das positive Gefühl ist bei Alonso bis heute geblieben.

Auch sein ehemaliger Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali glaubt deshalb an ein Comeback bei Renault: “Es sind fantastische junge Fahrer auf dem Markt, aber Fernando würde für ein anderes Level sorgen.”

Der jetzige Lamborghini-Präsident, der auch immer noch in engem Kontakt zu Alonso-Manager Briatore steht, weiter: “Natürlich kann er mit einem guten Auto stärker sein, mit einem sehr schnellen Auto, aber Fernando wäre eine Bereicherung für die Formel 1, wenn er zurückkommen würde.”

Verhindert Vettel Alonso-Comeback?

So denken auch die Formel-1-Vermarkter von Liberty Media. Nach Informationen von SPORT1 pushen sie deshalb Alonsos Rückkehr-Pläne.

Wann eine Entscheidung fällt, bleibt indes offen. Experten glauben: Nur Sebastian Vettel könnte dem Mega-Deal noch in die Quere kommen.

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Renault-Teamchef Cyril Abiteboul kryptisch: “Es gibt mehrere Optionen, Alonso ist eine davon, aber für 2021 stehen mehrere hervorragende Fahrer zur Verfügung. Wir werden uns die Zeit zum Nachdenken nehmen, weil es eine äußerst wichtige Entscheidung ist.”

 

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Wolff verrät: Das sind Vettels Chancen auf ein Mercedes-Cockpit

Ein Engagement des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Sebastian Vettel bei Mercedes ist offenbar ein eher unwahrscheinliches Szenario.

“Er ist ein Außenseiterkandidat für ein Cockpit bei Mercedes, weil wir natürlich in erster Linie auf unseren Kader schauen”, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff am Mittwoch bei einer Video-Medienrunde mit deutschsprachigen Journalisten.

Wolff fügte an, der Heppenheimer Vettel, der Ferrari nach sechs Jahren am Saisonende verlassen wird, sei “eine tolle Persönlichkeit und mit vier Weltmeistertiteln ein herausragender Rennfahrer seiner Generation” und “niemand, zu dem ich sofort nein sagen würde”.

Hamilton und Bottas vorrangige Optionen

Allerdings nannte Wolff als vorrangige Optionen für die Saison 2021 das bisherige und seit Jahren harmonierende Fahrerduo Lewis Hamilton/Valtteri Bottas. Dahinter wolle man “auch sehen, wie sich George Russell schlägt und im Lauf des Sommers diese Entscheidung treffen.”

Der Brite Russell (22) ist im zweiten Jahr von Mercedes an den Formel-1-Hinterbänkler Williams ausgeliehen, er entstammt dem Nachwuchsprogramm der Silberpfeile und ist auch Ersatzfahrer beim Weltmeisterrennstall der letzten sechs Jahre.

In der Pole Position sind aber wohl der sechsmalige Weltmeister Hamilton (England) und der Finne Bottas, im Vorjahr erstmals WM-Zweiter. “Wir wollen beide Fahrer frei drauflos fahren lassen”, kündigte Wolff mit Blick auf die am 5. Juli in Spielberg/Österreich beginnende Saison an.

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Das macht die Formel 1 bei möglichen Coronafällen

Die Formel 1 will sich beim verspäteten Start ihrer Saison nicht von möglichen einzelnen Coronafällen zurückwerfen lassen. Das sagte Serienchef Chase Carey im Gespräch mit der offiziellen Plattform f1.com.

Ähnlich wie in der Fußball-Bundesliga sollen engmaschige Tests bei den Teams für Sicherheit sorgen, wenn die Autos ab dem 5. Juli in Österreich unter Ausschluss der Fans wieder auf die Strecke gehen.

“Wir testen vor der Anreise, an der Strecke wird es alle zwei Tage weitere Tests geben”, sagte Carey, fügte aber an: “Eine einzelne Infektion wird nicht zur Absage eines Rennens führen. Die Teams werden die Möglichkeit haben, Infizierte in Quarantäne zu schicken und sie an der Strecke zu ersetzen. Wenn ein Fahrer positiv getestet wird, gibt es Ersatzpiloten.”

Team-Rückzug führt nicht zwingend zu Absage

Auch der mögliche Rückzug eines ganzen Teams wegen mehrerer Coronafälle würde nicht zwingend die Absage des Rennens zur Folge haben, sagte Carey. Noch zum Saisonauftakt war dies geschehen. Der Große Preis von Australien wurde kurz vor Beginn des ersten Trainings abgesagt, weil ein McLaren-Mitarbeiter positiv getestet wurde.

Die Formel 1 hatte am Dienstagmittag ihren Plan für die ersten acht Saisonrennen verkündet. Weltmeister Lewis Hamilton (Mercedes), Ferrari-Star Sebastian Vettel und Co. starten mit fast viermonatiger Verspätung bei einem Doppelrennen in Österreich (5. und 12. Juli).

Um in dieser Saison noch dringend benötigtes Geld von den TV-Rechteinhabern zu erhalten, will die Serie bis zum Jahresende noch 15 bis 18 WM-Läufe absolvieren.

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