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Schumacher-Vergleich – Briatore wertet Hamiltons Titel ab

Sollte die Formel-1-Saison doch irgendwann beginnen, hätte Lewis Hamilton eine historische Chance. Dem Briten winkt sein siebter Weltmeistertitel – und damit der Rekord von Michael Schumacher.

Flavio Briatore, der Schumacher bei Benetton zu dessen ersten beiden Titeln in den Jahren 1994 und 1995 geführt hat, ist allerdings der Meinung, dass Hamiltons Triumphe nicht ganz so viel wert sind.

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“Michael hat mit den großen Jungs gekämpft. Als Michael kam, da gab es Nigel Mansell, Senna…”, verglich der 69-Jährige die Erfolge der beiden Rennfahrer im Podcast Beyond the Grid: “Heute ist der Wettbewerb viel geringer. Niemand setzt Hamilton unter Druck.”

Es gibt laut dem Italiener nur “zwei oder drei Fahrer”, die in der Königsklasse aktuell echte Stars seien. Dabei nennt er den Namen Sebastian Vettel allerdings nicht.

Briatore: Mit Räikkönen “gewinnt man nichts”

Auf die Frage, ob Hamilton unter Druck mehr Fehler machen würde, antwortete Briatore: “Das ist bei allen so. Wenn jemand nah an Schumacher dran war, dann machte er Fehler. Fernando (Alonso, Anm. d. Red.) auch. Jeder. Wenn Hamilton aber wie ein Taxifahrer fahren kann, dann gewinnt er jedes Rennen. Er ist ein toller Fahrer. Aber es gibt eben nur zwei Stars in der Formel 1: Hamilton und Verstappen.”

Charles Leclerc hält der frühere Teamchef von Benetton und Renault zumindest für einen potenziellen Star. “Er ist noch jung. Aber hat schon gezeigt, dass er große Eier hat. Wenn ich bei Ferrari verantwortlich gewesen wäre, dann hätte ich Räikkönen schon vor zwei Jahren durch ihn ersetzt. Denn mit Räikkönen kommt man nirgendwo hin, mit ihm gewinnt man nichts”, fällte Briatore ein hartes Urteil über den Finnen und ergänzte: ”Aber Leclerc ist aktuell noch nicht ernst zu nehmen.”

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McLaren-Mechaniker wieder zu Hause

Alle Mitglieder des McLaren-Rennstalls, die sich rund um die Absage des Formel-1-Saisonstarts wegen der Coronakrise in Australien in Quarantäne begeben hatten, sind wieder “sicher zu Hause” in Großbritannien angekommen. Das gab das Team am Donnerstag bekannt.

Insgesamt 16 Mitglieder des Traditionsrennstalls wurden auf Anweisung der australischen Behörden 14 Tage unter Quarantäne gestellt, nachdem ein Mechaniker positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden war. Drei Mitglieder des McLaren-Managements blieben ebenfalls in Australien, um die Betroffenen zu unterstützen.

Nach dem positiven Test des Mechanikers hatte McLaren seinen Verzicht auf den geplanten Saison-Auftakt der Formel 1 in Australien erklärt.

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Das Rennen war kurze Zeit später ebenso wie zahlreiche weitere Grand Prix ohnehin abgesagt worden.

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Der Klassenclown der Formel 1

Als das virtuelle Rennen der Formel 1 endgültig zur Farce zu verkommen drohte, drehte Lando Norris rechtzeitig auf. Und wie. So wie man den McLaren-Star kennt. Er bleibt sich auch in der Coronakrise treu.

Unverstellt. Humorvoll. Und ein bisschen albern. Spontan. Quasi als Alleinunterhalter, auf seine ganz eigene Art.

Kleine Norris-Show

Dass er beim von der Formel 1 organisierten eSports-GP von Bahrain bereits beim Qualifying aus dem Spiel flog, bedeutete für ihn den letzten Startplatz. Und die Chance auf eine kleine Norris-Show.

Er überbrückte die Wartezeit bis zum Rennen (in dem er am Ende Fünfter wurde) beim Livestreaming-Portal Twitch mit Anrufen bei allerlei Prominenz aus der Formel 1.

So entschuldigte er sich bei seinem McLaren-Boss Zak Brown für das verpatzte Qualifying, beratschlagte sich mit seinen McLaren-Ingenieuren, holte sich Tipps bei Max Verstappen, seinem Teamkollegen Carlos Sainz oder aber George Russell.

Bestes Beispiel für typischen Norris-Humor: “Ich bin gerade dabei, mein Rennen zu starten”, sagte er zu Russell: “Und ich bin Letzter in der Startaufstellung. Und ich wollte die Person anrufen, die in der letzten Saison die meiste Erfahrung mit einem Start in der letzten Reihe gemacht hat.”

Haha. Pointe: Russell saß 2019 im komplett unterlegenen Williams.

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Erfrischende Ausnahmen

Norris ist der Beweis: Es gibt sie noch, die erfrischenden Ausnahmen. Sie sind selten geworden, und umso mehr fallen sie auf. Fahrer, die Klartext reden, kein Blatt vor den Mund nehmen, die Humor haben. Und auch wissen, wie man ihn transportiert.

Sebastian Vettel gehört zu ihnen. Lewis Hamilton. Klar, Daniel Ricciardo auch. Kimi Räikkönen mit seiner schrullig-introvertierten Art ebenfalls.

Und seit der Netflix-Doku “Drive to Survive” wissen wir, dass auch Haas-Teamchef Günther Steiner abendfüllende Unterhaltung kann.

Und dann wäre da noch Norris. 

Er war 2019 der Rookie. Ist 20 Jahre jung. Mit seiner unbekümmerten Art wirkt er wie einer, der Social Media beherrscht und den Nerv der Fans trifft. Achja, und zufällig auch ganz gut Rennautos bewegen kann.

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Mut zur Selbstironie

Dabei ist er in erster Linie Rennfahrer, doch er bedient an zweiter Stelle genau das, was der Formel 1 immer noch viel zu oft fehlt: Mut zur Selbstironie, zu Albernheiten, zur zwischenzeitlichen Abkehr von der Ernsthaftigkeit des Milliarden-Geschäfts. 

Da werden Lachflashs wegen eines Schamhaarwitzes auf der Pressekonferenz salonfähig.

Norris ist einer, der der oft so ernsten Königsklasse den Spiegel vorhält und in Interviews gerne den Spaßvogel macht, schon mal derbe auf die Etikette pfeift. Andere Nachwuchsfahrer in seinem Alter sind in der Regel darum bemüht, dem PR-Leitfaden ihres Teams zu folgen.

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Typ Klassenclown

Norris ist da mehr Typ Klassenclown. Er zeigt, dass es im knallharten Motorsport-Business auch anders geht. Authentischer. Ehrlicher.

Auch am Funk sorgt er immer wieder für Perlen. Zum Beispiel, als er sich Ende der vergangenen Saison von seinem Renningenieur Andrew Jarvis verabschiedete und seine Tränen nicht zurückhalten konnte.

Norris ist Vertreter der Generation Z. Alleine auf Instagram folgen ihm rund 1,3 Millionen Fans, auf Twitter sind es 365.000 Follower.

Das kommt nicht von ungefähr, der 20-Jährige aus Bristol unterhält auch dort sein Publikum, oft und gerne mit witzigen Bemerkungen, Bildern und Filmchen. Als “Meme Lord”, wie er auch genannt wird.

“Ich wuchs damit auf”, sagt Norris. “Ich war schon als Knirps in den sozialen Medien präsent, vielleicht sogar etwas zu früh, als ich es hätte sein sollen”, gestand er.

“Es ist ein Teil meines Lebens, und es ist auch eine gute Gelegenheit, den Fans zuhause einen besseren Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen. Sie bekommen eine bessere Vorstellung davon, wie der Alltag eines Formel-1-Fahrers aussieht.”

Kritik am Image von Lando Norris

Mit Kritik muss er trotzdem leben, denn es gibt Momente, da wird ihm die Unbekümmertheit negativ ausgelegt. Nach dem Motto: Kann man mit so viel Spaß den Rennfahrer-Job ernsthaft betreiben?

Norris will es etwas ernster angehen lassen. “Ich werde immer noch der sein, der ich bin. Ich werde weiterhin Spaß haben und Scherze machen”, sagte er. “Wenn ich an etwas arbeiten und mich auf etwas fokussieren musste, habe ich das getan. Allerdings werden Dinge manchmal anders dargestellt”, so Norris.

Es ärgert ihn, dass der Grund für seine Fehler gerne mal in den Späßchen gesucht wird. “Das lässt mich so aussehen, als sei ich nicht aufs Wesentliche fokussiert verglichen mit anderen Fahrern. Denn andere Piloten posten eben keine lustigen Videos”, betonte er.

Umso wichtiger, dass Norris sich treu bleibt. Erst recht in Zeiten wie diesen.

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Vettel zu McLaren? Das ist dran

Zeit zum Nachdenken hat Sebastian Vettel derzeit reichlich.

Die Coronakrise macht auch dem Formel-1-Zirkus einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Am vergangenen Wochenende sollte mit dem Großen Preis von Bahrain ursprünglich der zweite Grand Prix des Jahres stattfinden, doch die Pandemie macht die Ausübung vieler Sportarten derzeit unmöglich. Mit dem Großen Preis von Aserbaidschan, eigentlich für den 7. Juni geplant, wurde bereits das achte Rennen entweder verschoben oder abgesagt.

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Vettels Vertrag läuft Ende 2020 aus

Doch bis wieder gefahren werden darf, bleibt den Fahrern und Teams derzeit nur das Warten. Für Vettel kommt die Zwangspause womöglich genau richtig, sich in Ruhe mit seiner Zukunft auseinanderzusetzen. Denn der Vertrag des 32 Jahre alten Heppenheimers bei der Scuderia Ferrari läuft Ende 2020 aus, eine Verlängerung ist ungewiss.

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Vettel hat in der vergangenen Saison den Status der klaren Nummer eins eingebüßt, musste dem jungen Charles Leclerc in vielen Rennen und in der Fahrerwertung den Vortritt lassen. Vom Ziel des ersten WM-Titels mit Ferrari ist Vettel nach dem fünften Jahr bei den Roten weiter denn je entfernt.

Auch in 2020 scheint der Ferrari, so zumindest die Eindrücke der Testfahrten zu Beginn des Jahres, kein ernsthafter Anwärter zu sein, die Phalanx von Mercedes zu durchbrechen. Hinzu kommt: Aufgrund der Coronakrise einigten sich die Teams, die eigentlich für 2021 angedachte große Regelreform um ein Jahr zu verschieben.

In der kommenden Saison soll dann, um Geld zu sparen, mit den größtenteils gleichen Autos wie in diesem Jahr gefahren werden. Somit wäre auch 2021 ein Ferrari-Titel, sofern Vettel ein Roter bliebe, eher unwahrscheinlich.

Oder beendet Vettel bereits nach diesem Jahr seine Karriere? Vor einigen Tagen sprach der viermalige Weltmeister offen über ein mögliches Karriereende. “Natürlich denke ich darüber nach. Realistisch betrachtet werde ich in zehn Jahren nicht mehr hier sein”, sagte Vettel im Interview mit motorsport-total.com.

Vettel beklagt “verwöhnten Zirkus”

Auch die Coronakrise scheint Vettel zum Nachdenken angeregt zu haben. “Zu denken, dass die Formel 1 das Zentrum des Universums ist, wäre ignorant. Es dreht sich nicht alles um die Formel 1″, erklärte er. In die gleiche Kerbe schlug auch folgende Aussage. “Die Formel 1 ist ein Zirkus, manchmal ein verwöhnter Zirkus. Hier geht’s um so viel Geld, und Geld verdirbt bei einigen den Charakter. Im Großen und Ganzen kann man das schon so sagen.”

Des Geldes wegen sitzt Vettel nicht am Steuer, zumindest nicht nur. Im Laufe seiner Karriere dürfte er bereits mehr als 200 Millionen Euro verdient haben.

Pedro de la Rosa könnte sich ein Karriereende Vettels Ende 2020 vorstellen. “Er hat einen super Fahrer neben sich, damit muss er fertig werden”, erklärte der ehemalige F1-Pilot im Podcast Beyond the Grid: “Wenn er geschlagen wird, dann wird er wohl nicht weitermachen wollen.”

De la Rosa kennt das Gefühl, vom eigenen Teamkollegen geschlagen zu werden. “Da fühlt man sich sehr klein. Es macht auch keinen Unterschied, ob man vierfacher Weltmeister ist oder nicht”. Ein Karriereende sei laut dem ehemaligen Ferrari-Testfahrer allerdings nicht die einzige Option. “Vielleicht geht er dann auch zu einem anderen Team”, mutmaßte de la Rosa.

Auch Timo Glock kann sich einen Abschied Vettels bei Ferrari vorstellen. Allerdings aus einem anderen Grund. Die Schummelvorwürfe aus der vergangenen Saison und der umstrittenene Deal mit der FIA lassen Ferrari in keinem guten Licht dastehen. “Ich könnte mir vorstellen, dass das für ihn ein Grund sein könnte zu sagen: ‘Das war es jetzt hier’”, spekulierte Glock bei ran.

Doch tut sich Vettel auf seine alten Tage wirklich noch ein kleineres Team an? Renault und McLaren wird Interesse nachgesagt. “Ich weiß es nicht. Ehrliche Antwort. Ich weiß es wirklich nicht”, entgegnete Vettel bei motorsport-total.com auf die Frage, ob ein Wechsel zu einem Mittelfeld-Team in Frage käme.

McLaren-Wechsel als Überraschungscoup?

Zumal nicht jeder für den Schritt zurück gemacht sei. “Wenn du anfängst, sind Top-10-Plätze super, Top-5-Plätze unglaublich. Wenn du zehn Jahre in den Top 5 warst, dann fühlt sich ein 15. Platz aber plötzlich ganz anders an”, gibt Vettel zu.

Ein Schritt zurück wäre ein Wechsel zu McLaren auf den ersten Blick sicherlich. Allerdings befanden sich die Briten zuletzt wieder im Aufschwung, etablierten sich unter dem Deutschen Teamchef Andreas Seidl in der vergangenen Saison auf Platz vier in der Konstrukteurs-WM.

Ab der Saison 2021 wird McLaren wieder mit Mercedes-Motoren an den Start gehen. Eine Rückkehr zu den glorreichen Zeiten des Traditionsrennstall scheint nicht unmöglich, zumal die Karten ab 2022 neu gemischt werden. Womöglich mit Vettel?

Natürlich ist auch ein Verbleib bei der Scuderia nicht völlig ausgeschlossen. Doch den Status der Nummer eins bei den Roten aus Maranello ist der Deutsche los. Ob er sich die Konkurrenz aus dem eigenen Stall mittelfristig antun will, darüber sollte er in Ruhe nachdenken.

Zeit dazu hat er aktuell jedenfalls.

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Verstappen hat "panische Angst" vor Ansteckung

Die gute Laune von Max Verstappen am Wochenende beim virtuellen Formel-1-GP hat getäuscht. Der Red-Bull-Pilot habe “panische Angst vor einer Ansteckung” mit dem Coronavirus, erzählte sein Motorsportchef Helmut Marko der Kronen Zeitung von einem gemeinsamen Telefonat.

“Super Max” im Rennfieber – Mission Titelreise 

Verstappen hatte parallel zum Online-Rennen von Bahrain bloß mit seinem SimRacing-Freund Lando Norris gescherzt. Teilnehmen am offiziellen Formel-1-Game wollte der Niederländer nicht. 

Mangels Erfahrung wollte er eine Niederlage vermeiden und setze stattdessen auf SimRacing, einen weiteren Simulator.

Abgesehen von seinem virtuellen Rennfieber soll “Super Max” eine mögliche Infektion zu schaffen machen. Marko reagierte im Gespräch mit dem 22-Jährigen darauf scherzhaft: Mit seinem Alter sei dieser keine Risikoperson, eine Infektion würde ihm nur gering schaden, “aber danach wäre er immun für seine Titelreise.”

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Marko: Lauda immer im Hinterkopf

Verstappens Teamkollege Alex Albon halte sich derweil in Monte Carlo mit Konditionstraining in Form, während ihn die Ausgangssperre vor Ort einengt, verriet Marko im Interview mit Österreich.

Der ehemalige Formel-1-Pilot und Le-Mans-Sieger (1971) habe selbst keine Angst, erzählte der 76-Jährige weiter. Er vertraue auf Österreichs Gesundheitssystem. Er sei froh, dass Niki Lauda diese Situation nicht mehr erleben müsse. Marko habe die 2019 verstorbene Legende stets “im Hinterkopf”.

Verstappen mit Red Bull wie Vettel?

Seit 2005 ist Marko bei Red Bull. Gemeinsam mit Sebastian Vettel gewann der Rennstall vier WM-Titel. In der vergangenen Saison erreichten die Österreicher Platz 3 in der Teamwertung.

Verstappen gilt auch 2020 als einer der Top-Leute im Fahrerfeld. Noch ist offen, wann nicht nur virtuell, sondern in die reale Saison gestartet werden kann.

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Doppel-Rennen, Regel-Reform: F1-Brennpunkte im Check

Das Coronavirus hat auch die Formel 1 fest im Griff. Acht Rennen sind bereits definitiv verschoben oder komplett abgesagt – und zuletzt wurde das in Baku ebenfalls gecancelt.

Höchste Zeit für die Königsklasse des Motorsports, sich Gedanken zu machen, wie die Saison noch gerettet werden kann und was für Auswirkungen das alles auf die Zukunftspläne hat.

Dazu war am Donnerstag ein Tele-Krisengipfel einberufen geworden, bei dem Rechteinhaber Liberty Media, Automobil-Weltverband FIA und Vertreter der zehn Teams über diese Themen diskutierten.

Dabei entstanden laut Motorsport-Total einige revolutionäre Vorschläge sowie ein von Ferrari-Boss Mattia Binotto heraufbeschworener Zoff.

Mit Unterstützung von Formel-1-Experte Marc Surer analysiert SPORT1 die diskutierten Vorschläge und beantwortet die brennendsten Fragen zur Zukunft der Formel 1.

- Bald Geisterrennen in der Formel 1?

Die Saison ist bereits historisch, da der späteste WM-Auftakt aller Zeiten am 27. Mai 1951 erfolgt war. Sollte Baku verlegt werden, würde der Saisonstart frühestens am 14. Juni in Montreal erfolgen – und weitere Verschiebungen sind wahrscheinlich. 

Um dennoch nicht zu viel Geld zu verlieren, könnte die Formel 1 daher auf die Option Geisterrennen, also unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu fahren, zurückgreifen.

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“Bei Geisterrennen könnte zumindest gefahren werden, zudem würde Geld reinkommen durch die TV-Rechte. Doch momentan ist daran noch nicht zu denken. Erst wenn es etwas besser wird, könnte die Erlaubnis dafür kommen”, sagte Surer.

Doch ein solches Geisterrennen ist nicht überall vorstellbar, da viele Betreiber auf Zuschauereinnahmen angewiesen sind, erklärt Surer: “In Abu Dhabi oder Bahrain könnte problemlos ein Geisterrennen stattfinden. Doch dann hört es langsam auf und es gibt nicht mehr viele Veranstalter, die sich das leisten können.”

- Sollte überhaupt ein Weltmeister gekürt werden?

Falls Geisterrennen keine Option sind, wird sich der Saisonstart der Formel 1 sehr wahrscheinlich noch um einige weitere Wochen oder sogar Monate nach hinten verschieben.

Aufgrund des engen Terminkalenders lassen sich nicht wahllos viele Rennen in das letzte Saisondrittel hineinquetschen. Daher ist nicht auszuschließen, dass 2020 deutlich weniger Rennen als in den vergangenen Jahren ausgetragen werden.

Doch wie viele sollten es mindestens sein, damit die Endwertung ein realistisches Bild widerspiegelt?

“Sinnvoll wäre es, mindestens die Hälfte der Rennen durchzuführen. Um auch ein echtes Kräfteverhältnis zu haben”, findet Surer. Er fügt aber an: ”Auch wenn nicht mehr als fünf, sechs Rennen gefahren werden, reicht das um einen Weltmeister zu krönen – denn es gibt ja Punkte und eine Rangliste.”

Wenngleich es für viele Fans von Michael Schumacher vermutlich einen faden Beigeschmack hätte, falls Hamilton ausgerechnet in einer solchen Mini-Saison den Titel-Rekord der deutschen F1-Legende einstellt.

- Sind Doppel-Rennen eine Lösung?

Die Formel 1 hofft weiterhin auf eine klar zweistellige Anzahl von Rennen zu kommen. Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko sprach beim ORF von circa 18 Veranstaltungen bis in den Dezember hinein.

Ob die Formel 1 in dieser Saison aber noch an 18 Orten zu sehen ist, muss stark bezweifelt werden. Doch es gibt eine Alternativlösung, um dennoch auf 18 oder mehr Rennen zu kommen: Doppel-Rennen.

Die Königsklasse denkt offenbar darüber nach, im Saisonverlauf zwei Rennen pro Wochenende steigen zu lassen. Dies ist bereits in der Formel 2 und 3 Alltag. In der Formel 1 will man dafür die Trainings am Freitag opfern.

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Für Surer “eine tolle Idee”, die aber auch Fragen aufwirft: “Wie ist es mit dem Startgeld, das pro Rennen ausgeschüttet wird. Muss ein Veranstalter dann mehr bezahlen, weil er zwei Rennen bekommt? Oder wer übernimmt das? Schlussendlich geht es auch darum, dass es Einnahmen gibt, daher will man das machen.”

- Kommt die große Regel-Reform erst später?

Kaum Überholmanöver und immer die gleichen drei Teams vorne, die Kreise um die anderen Teams fahren – das sind seit Jahren die häufigsten Kritikpunkte, die sich die Formel 1 gefallen lassen muss.

Das sollte sich mit der für 2021 geplante Regel-Reform ändern. Doch daraus wird erstmals nicht, da die Teams – inklusive Ferrari nach Bedenkzeit – sich darauf geeinigt haben, diese um ein Jahr zu verschieben.

Surer erklärt, was dahinter steckt: “Es geht darum, dass die Preisgelder von 2019 in diesem Jahr ausbezahlt werden. Doch die Liberty Media hat keine Einnahmen mehr, weil keine Rennen stattfinden. Daher können sie das Preisgeld nicht ausbezahlen. Deswegen haben die Teams jetzt Schwierigkeiten und müssen auf ‘Sparflamme’ arbeiten.”

Daher könnten es sich allenfalls die Top-Teams leisten, in komplette Neuentwicklungen zu investieren, die für 2021 fällig gewesen wären. Durch die Verschiebung der Regel-Reform werden die Teams 2021 mit relativ ähnlichen Autos fahren wie in dieser Saison.

- Was hat es mit dem Ferrari-Ärger auf sich?

Zwar haben letztlich alle Teams zugestimmt, die Regel-Reform um ein Jahr zu verschieben – doch Ferrari musste laut Medienberichten erst davon überzeugt werden.

Laut der Daily Mail wollte Scuderia-Teamchef Mattia Binotto den Vorschlag zunächst nicht hinnehmen, was zu einer lautstark geführten Debatte mit Red-Bull-Teamchef Christian Horner und Zak Brown von McLaren führte.

Falls Ferrari – wie nach den Testfahrten vermutet – tatsächlich mit dem aktuellen Auto keinen Glücksgriff gelandet hat, wäre ein relatives ähnliches Auto in der Saison 2021 keine gute Voraussetzung, um Weltmeister zu werden.

Bei einer Regel-Reform 2021 hätten die Top-Teams zudem in dieser Saison ohne Kostenlimit massiv in die Entwicklung der neuen Autos investieren können, bevor im kommenden Jahr die Budget-Obergrenze von 175 Millionen US-Dollar greift.

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Auch Baku verschoben! F1-Start noch später

Der Saisonstart der Formel 1 verzögert sich immer mehr: Ferrari-Star Sebastian Vettel (Heppenheim) und Co. werden wegen der Coronavirus-Pandemie auch in Aserbaidschan nicht wie geplant fahren. Das gaben die Organisatoren in Baku am Montag bekannt.

Die Strecke will nun mit den Besitzern der Formel 1 und dem Weltverband FIA nach einem Ausweichtermin für den zunächst auf den 7. Juni terminierten Grand Prix suchen.

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Damit wird der Auftakt der Königsklasse des Motorsports 2020 frühestens Mitte Juni in Kanada stattfinden. Bislang war die Formel 1 nie später als Ende Mai eröffnet worden. Der Rennkalender 2020 umfasste vor Saisonbeginn 22 Rennen und damit so viele wie nie zuvor in der 71-jährigen Formel-1-Geschichte.

Schon acht Rennen verlegt

Der etatmäßige Saisonauftakt in Melbourne/Australien (15. März) war erst zwei Stunden vor dem ersten Freien Training aufgrund eines positiven Coronafalls beim McLaren-Rennstall verlegt worden. Es folgten in kurzer Folge die Verlegungen der Rennen in Bahrain (22. März), Vietnam (5. April), den Niederlanden (3. Mai) und Spanien (10. Mai). Bereits im Februar war der Große Preis in China (19. April), dem Ursprungsland des Coronavirus, vorläufig abgesagt worden. Der Klassiker in Monaco am 24. Mai wurde wegen des aufwändigen Streckenbaus ersatzlos gestrichen.

Zudem verlegte die Formel 1 in der Vorwoche die üblicherweise im August abgehaltene Sommerpause in den März und April und verlängerte diese von zwei auf drei Wochen. Der frei gewordene Korridor im Sommer soll genutzt werden, um verschobene Rennen nachzuholen.

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"Wer hätte das gedacht?" Hülkenberg mit virtuellem F1-Comeback

Nico Hülkenberg feiert nur wenige Monate nach seinem Abschied aus der Formel 1 sein Comeback in der Motorsport-Königsklasse – zumindest virtuell.

Der Emmericher bestätigte am Samstag seine Teilnahme an dem eSport-Bahrain-GP, der am Sonntag als Ersatz für das wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagte “echte” Rennen ausgetragen wird. Dabei messen sich mehrere Rennfahrer in der Simulation F1 2019. Gefahren wird über 50 Prozent der Renndistanz, in Bahrain also 28 Runden.

“Comeback im zweiten Rennen, wer hätte das gedacht? Gut, es war ja klar, dass sie ohne mich nicht können”, schrieb Hülkenberg mit einem Augenzwinkern bei Twitter. Der Rennstart ist am Sonntag um 21.00 Uhr MEZ, übertragen wird das Ganze auf den Social-Media-Kanälen der Formel 1. Das Bahrain-Rennen soll dabei nur der Anfang sein, auch an den weiteren geplanten, aber inzwischen abgesagten Renntagen soll gefahren werden.

Aufgrund der Pandemie hat die Formel 1 inzwischen die ersten sieben Rennen verschoben oder bereits komplett abgesagt. Der Saisonstart auf realen Kursen wird damit frühestens am 7. Juni in Aserbaidschan erfolgen.

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Hamilton gibt Corona-Entwarnung: "Habe keinerlei Symptome"

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat Gerüchte um eine Corona-Infektion via Twitter vehement zurückgewiesen.

“Es gab einige Spekulationen über meine Gesundheit, nachdem ich an einer Veranstaltung teilgenommen hatte, bei der zwei Personen später positiv auf das Coronavirus getestet wurden”, schrieb der britische Rennfahrer: “Ich wollte euch wissen lassen, dass es mir gut geht, ich mich gesund fühle und zweimal am Tag trainiere. Ich habe keinerlei Symptome.”

Hamilton begibt sich freiwillig in Isolation

Hamilton war vor 17 Tagen gemeinsam mit dem britischen Schauspieler Idris Elba und Sophie Trudeau, Frau des kanadischen Premierministers Justin Trudeau, bei einem Event in London.

Elba und Trudeau waren infolgedessen positiv auf COVID-19 getestet worden. Hamilton hatte sich daraufhin freiwillig in häusliche Isolation begeben.

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“Gibt Menschen, die ihn mehr brauchen”

“Ich habe mit meinem Arzt gesprochen und überprüft, ob ich einen Test machen muss”, schrieb der sechsmalige Weltmeister: “Aber die Wahrheit ist, dass nur eine begrenzte Anzahl von Tests verfügbar ist und es Menschen gibt, die ihn mehr brauchen als ich.”

Aus der Isolation versorgte Hamilton seine Fans unter anderem per Instagram-Video mit einer kleinen Anleitung zum richtigen Händewaschen.

Formel 1 verschiebt sämtliche Grand Prix bis Ende Mai

Bis der 35-Jährige wieder ins Cockpit steigen darf, dauert es ohnehin noch einige Zeit. Die sieben bis Ende Mai geplanten Grand Prix wurden allesamt verschoben oder sogar gänzlich abgesagt.

Der Saisonstart wird somit frühestens Anfang Juni erfolgen. Nach dem Anfang März kurzfristig abgesagten Rennen in Australien hatte Mercedes all seinen Mitarbeitern ohnehin geraten, 14 Tage zu Hause zu bleiben.

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Wie der Magische Brasilien verzauberte

Der Regen prasselte auf die Straßen Monte Carlos nieder. Die Formel-1-Piloten mussten ihre Autos auf glitschigem Asphalt kontrollieren. Ayrton Senna schlängelte sich an diesem Junitag im Jahr 1984 am besten durch den Leitplanken-Dschungel.

Mit dem nicht konkurrenzfähigen Toleman TG184 überholte er einen Konkurrenten nach dem anderen. Von Startplatz 13 fuhr Senna auf Rang zwei vor. Dann kam es zum Rennabbruch.

Senna hätte seine Topleistung in Monaco feiern können. Doch erst beschwerte er sich bei der Rennkommission über den Abbruch, dann schmollte der Brasilianer bei der Siegerehrung. Er fühlte sich um den Grand-Prix-Sieg gebracht.

Tod von Senna versetzt Brasilien in Schockzustand

“Der Ayrton war einer, der auch das Freitagstraining, in dem es um nichts ging, gewinnen wollte”, erzählte kürzlich Gerhard Berger dem NDR. Der Österreicher war Sennas Teamkollege. Die beiden Rennfahrer verband eine Freundschaft. Vermutlich wäre Berger am 21. März zum 60. Geburtstag seines Kumpels eingeladen gewesen.

Doch dieses Ereignis konnte Senna nicht feiern. Er starb am 1. Mai 1994 an den Folgen eines Rennunfalls in Imola.

Sennas Tod versetzte damals eine Nation in Schockzustand. Brasiliens Präsident Itamar Franco ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

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Beim Trauerzug fuhr ein Feuerwehrwagen mit dem Sarg des Verstorbenen durch die Straßen. Bis zu eine Million Fans hatten sich in Sao Paulo versammelt. Sie wollten Abschied nehmen vom dreimaligen Weltmeister. Vom Volkshelden. Vom Mann, der den Spitznamen “der Magische” hatte.

Besser als Fangio, Schumacher und Hamilton eingestuft

Die Formel 1 brachte viele Stars hervor. In der Frühphase fuhr der Argentinier Juan Manuel Fangio die Konkurrenz in Grund und Boden. Um die Jahrtausendwende herum dominierte der Deutsche Michael Schumacher die Konkurrenz. Und in der Gegenwart setzt der Brite Lewis Hamilton Maßstäbe.

Doch Ayrton Senna steht über allen. Das sagen zumindest viele Experten. “Er ist der beste Rennfahrer aller Zeiten”, betont Berger.

Weil er aus einer reichen brasilianischen Familie stammte, war für Senna der Weg in den Motorsport frei. 1984 debütierte er in der Formel 1. Senna war unnachgiebig. Mit seinem kompromisslosen Fahrstil eckte er bei anderen Piloten an – allen voran bei Alain Prost.

Im Vergleich zu dieser Rivalität wirkte die Fehde zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg wie eine Romanze. Als Senna in einem Interview eine Frage zu Prost gestellt bekam, raunzte er nur zurück: “Kein Kommentar.”

McLaren wird zum Weltmeisterauto

Ab 1988 fuhr er mit dem Franzosen in einem Team. Es war die Saison, an deren Ende Sennas erster Weltmeistertitel stand. Der beste Fahrer im starken McLaren-Team – das war eine erfolgreiche Kombination. 1990 und 1991 schloss Senna die Saison erneut als Sieger ab. Erneut im McLaren.

Danach begann die Dominanz von Williams. Senna wusste, dass er nur mit einem Wechsel zu diesem Team an alte Erfolge anknüpfen kann. 1994 saß der Dreifach-Weltmeister dann im Williams.

Die Saison begann mit Frust. Der junge Michael Schumacher gewann die ersten beiden Rennen. Senna sah die Zielflagge nicht. Imola sollte für ihn die Wende bringen.

Drama in Imola: Ratzenberger und Senna sterben

Es kam aber zum schwärzesten Wochenende der Formel-1-Geschichte.

Beim Qualifying zum Großen Preis von San Marino hatte es einen tödlichen Unfall gegeben. Der Österreicher Roland Ratzenberger erlag seinen Verletzungen. Senna verfolgte das Drama mit versteinerter Miene am Bildschirm.

Das Rennen wurde trotzdem ausgetragen. Senna erwischte einen guten Start. Er führte vor Schumacher. In Runde sieben kam der Brasilianer wie ferngesteuert von seiner Linie ab und rauschte in der Tamburello-Kurve mit hoher Geschwindigkeit gegen die Begrenzung.

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Die Unfallursache wurde nie geklärt. Im Maggiore-Krankenhaus gaben die Ärzte am Abend Sennas Tod bekannt.

Dunga und Romario huldigen Senna

Die Nachricht erschütterte auch die Sportwelt. Brasiliens Fußballstars verehrten den Rennfahrer auch. Sechs Tage nach Sennas Tod gewann Bayern München die Deutsche Meisterschaft. Der Brasiliener Jorginho traf und bejubelte seinen Treffer mit einer imaginären Kurvenfahrt.

Als die Selecao im Sommer die Weltmeisterschaft in den USA gewann, entrollten die Spieler um Kapitän Carlos Dunga und Torjäger Romario ein großes Banner. Darauf stand: “Senna, wir haben gemeinsam Gas gegeben, der vierte Titel ist unser!”

Für Gerhard Berger steht fest, wie Ayrton Sennas Leben nach der Sportler-Karriere ausgesehen hätte: “Er wäre Präsident von Brasilien geworden.”

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