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Vettel: "Formel 1 manchmal ein verwöhnter Zirkus"

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel hat in einem Interview über das Thema Geld in der Formel 1 gesprochen und dabei klare Worte gefunden.

“Die Formel 1 ist ein Zirkus, manchmal ein verwöhnter Zirkus. Hier geht es um so viel Geld, und Geld verdirbt bei einigen den Charakter. Im Großen und Ganzen kann man das schon so sagen”, sagte er bei Motorsport-Total.

In dem vor der Absage des Großen Preis von Australien geführten Gesprächs sagte der viermalige Weltmeister weiter, dass seiner Meinung nach Geld durchaus eine Motivation für Leitungssportler sein. Dies hänge schlussendlich ganz davon ab, “was einem wichtig ist. Wenn Geld dich antreibt, dann kann dich das sehr weit tragen und erfolgreich machen.”

Für Geld hat das Geld aber nicht die höchste Priorität: “Das Wichtigste ist doch, dass du glücklich bist. Darauf kommt es an.” Ihm geht es allenfalls um die Wertschätzung, die mit dem Geld einhergeht: “Wir riskieren gewissermaßen auch unser Leben. Das muss wertgeschätzt werden.”

Vettel schließt Wechsel zu Mittelfeld-Team nicht aus

Auch wenn sich der Saisonstart der Formel 1 aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus um Monate verschiebt, beschäftigt viele bereits die Frage, was mit Vettel nach der Saison 2020 passiert.

Denn dann läuft der Vertrag des Heppenheimers aus – und eine Weiterbeschäftigung bei Ferrari ist ungewiss. Falls bei Mercedes oder Red Bull keine Tür überraschend aufgeht, bliebe ihm gegebenenfalls nur ein Wechsel zu einem kleineren Team. Vor allem McLaren und Renault sollen Interesse zeigen.

Vettel will auch nicht ausschließen, noch einmal von Ferrari zu einem weniger prestigeträchtigen Team zu wechseln, fügt aber auch an: ”Ich glaube nicht, dass man rückgängig machen kann, was man erlebt hat.” Und weiter: “Wenn du zehn Jahre in den Top 5 warst, dann fühlt sich ein 15. Platz plötzlich ganz anders an.”

Er weist aber auch auf seinen Freund Kimi Räikkönen hin, der als ehemaliger Weltmeister bei Alfa Romeo nun meistens nicht einmal die Punkte erreicht. “Er fährt nicht mehr um Siege, würde aber gern. Aber du kannst auch Freude dran haben, für dich selbst Rennen zu fahren, ohne zu gewinnen.”

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Formel 1 trägt Rennen virtuell aus

Die Formel 1 will die wegen der Coronakrise ausgefallenen Rennen virtuell austragen. Laut einer Mitteilung vom Freitag sollen sich mehrere bekannte Formel-1-Fahrer ab kommendem Wochenende in der Rennsimulation F1 2019 messen.

Offen ist, welche Piloten teilnehmen. Während etwa Red-Bull-Star Max Verstappen (Niederlande) und der britische McLaren-Youngster Lando Norris häufig auch virtuelle Rennen gegen eSportler bestreiten, ist Ferrari-Pilot Sebastian Vettel (Heppenheim) etwa kein großer Fan des Konsolensports.

Das Mercedes-Team um Weltmeister Lewis Hamilton ließ knapp verlauten, man arbeite “derzeit an der Durchführbarkeit und der Logistik, um die Ausrüstung zu den Menschen zu bringen.” Man werde “in irgendeiner Form” daran teilnehmen. 

Start am Sonntag mit Bahrain-Rennen

Gestartet wird die Serie am Sonntag mit dem Großen Preis von Bahrain, gefahren wird über 50 Prozent der Renndistanz (28 Runden). Übertragen werden die Rennen an den ursprünglich geplanten Renntagen auf den Social-Media-Kanälen der Formel 1. Auf die offizielle WM-Serie werden die Rennen jedoch keinen Einfluss haben. Geplant ist derzeit, die virtuellen Rennen bis Ende Mai auszutragen.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus war der Saisonstart der Formel 1 im australischen Melbourne in der Vorwoche abgesagt worden. Mittlerweile sind die ersten sieben Saisonrennen abgesagt oder verschoben.

Der Auftakt wird damit frühestens am 7. Juni in Aserbaidschans Hauptstadt Baku erfolgen, möglichst viele Rennen sollen nachgeholt werden. Noch nie in der Geschichte der Motorsport-Königsklasse begann eine Saison so spät.

Bereits 2017 führte die Formel 1 eine eigene eSports-Rennserie ein. Mittlerweile sind alle Rennställe verpflichtet, eigene Teams mit Konsolensportlern zu unterhalten, die an dieser Serie teilnehmen.

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Revolution 2022! Formel 1 schaltet in Corona-Krisenmodus

Die Ausfall-Liste wird länger, die Strippenzieher hinter den Kulissen zusehends nervöser – und der Kampf mit den Überresten des Kalenders immer verzweifelter: 

Im Würgegriff der Coronakrise suchen die Formel 1 und ihre Verantwortlichen fieberhaft nach Lösungen, um eine Saison zu retten, die schon vor ihrem Start SOS funkt.

Die von der Pandemie ausgelöste Absagenflut erfasst vermutlich viel mehr als die ersten drei Saisonrennen in Australien, Bahrain und Vietnam. Auch Zandvoort (3. Mai), Barcelona (10. Mai) und Monaco (24. Mai) stehen auf der Kippe, liegen zudem sowohl zeitlich als auch geografisch ungünstig. China war sowieso längst gestrichen.

Immerhin hat der Automobil-Weltverband FIA nun in einem ersten Schritt die Sommerpause nach vorne verlegt und dadurch die Möglichkeit geschaffen, den Kalender nach den Rennabsagen neu zu sortieren.

Doch viele Details bleiben offen – SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was bedeutet die vorverlegte Sommerpause?

Zunächst einmal allein einen Zeitgewinn. Die ursprünglich für Juli und August geplante Sommerpause wird auf März und April vorgezogen und zudem von 14 auf 21 Tage erweitert. Angesichts der Ungewissheit über das Ende der globalen Corona-Bedrohung lässt sich aber keineswegs seriös prognostizieren, wann tatsächlich wieder gefahren wird.

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Auch wenn Ross Brawn kürzlich sagte: “Wir wollen diese Saison wieder aufbauen, wir wollen von den verlorenen Rennen so viele wie möglich zurückholen.” Der F1-Sportdirektor gesteht jedoch ebenso ein: “Wir müssen aber auch realistisch sehen, was möglich ist und was nicht.”

Mögliche Idee daher: Den Rennkalender durch den späteren Saisonstart bis Januar 2021 weiterlaufen zu lassen. Der Saisonstart 2021 könnte dann ebenfalls etwas nach hinten verschoben werden.

Wie überbrücken die Rennställe die Zwangspause?

Die Formel 1 wird den Teams Urlaub verordnen, den sie sonst im Sommer genießen. Ferrari hat seine Fabrik in Maranello bereits geschlossen, weil Italien landesweit den Shutdown vollzieht.

Weitere Unternehmungen dürften folgen, selbst wenn die meisten davon in England vorerst noch weiterarbeiten. Die Hoffnungen von FIA-Präsident Jean Todt (“Ich hoffe, dass wir dadurch in den kommenden Wochen wieder ein normales Leben führen können”) erscheinen – Stand heute – jedenfalls unrealistisch.   

Wird die Regel-Revolution auf 2022 verschoben?

Darauf läuft es offenbar hinaus. Wie motorsport-total berichtet, werden die F1-Bosse bereits Ende dieser Woche darüber beraten, ob die ursprünglich für das kommende Jahr angekündigten Maßnahmen um ein Jahr nach hinten verschoben werden.

“Wir müssen sorgfältig abwägen, ob es nicht vielleicht sinnvoller wäre”, mit der Einführung der neuen Autos bis 2022 zu warten, sagte Ferraris Teamchef Mattia Binotto bei formula1.com im Vorfeld einer Telefonkonferenz zwischen den Teamchefs und dem Management der Königsklasse.

Laut den Vorstellungen mancher Teams soll die Aero-Entwicklung aber weiterlaufen dürfen. Unklar indes ist, inwieweit die Entwicklung für das neue Reglement ab dem kommenden Jahr bereits unter die Budgetobergrenze von 175 Millionen Dollar fallen wird.

In der jetzigen Saison wiederum könnten die Teams Geld sparen, weil sie nicht parallel zwei Autos entwickeln müssten. Was auch bedeutet: In der nächsten Saison würde noch mal mit den Boliden von 2020 gefahren werden.

Können die Teams ihre Autos trotzdem weiterentwickeln?

Bislang haben sich die Teams darauf geeinigt, in den nächsten eineinhalb Wochen die Arbeit ruhen zu lassen. Darüberhinaus gibt es aber keine weiteren Vorschriften.

“Die Teams, die nach den Testfahrten noch aufholen mussten, haben jetzt genügend Zeit, um neue Teile zu produzieren”, meint F1-Experte Marc Surer bei SPORT1.

Mögliche Folge wäre ein anderes Kräfteverhältnis: “Man hat zwar keine Testfahrten, aber alle Daten und hat die anderen Autos gesehen”, meint Surer: “Jetzt werden im Windkanal die Teile kopiert und geschaut, was wirklich etwas bringt.”

Was bedeuten die Absagen finanziell für die Teams?

Die Löhne werden vorerst weiterhin bezahlt, leiden muss also niemand. Allerdings: Weil Preisgelder immer erst im Folgejahr ausgezahlt werden, stellt sich auch erst 2021 heraus, ob es zu Pleiten kommt.

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“Wenn die kleinen Teams weniger Preisgeld erhalten aufgrund von Ausfällen, kann ihnen das schon wehtun”, schätzt Surer ein. Zumal sie teilweise bis zur Hälfte von diesen Einnahmen leben.

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FIA zieht Sommerpause vor: Formel 1 bekommt Zeitraum für abgesagte Rennen

Der Automobil-Weltverband FIA hat die Sommerpause der Formel 1 im Zuge der Coronakrise nach vorne verlegt und dadurch die Möglichkeit geschaffen, den Kalender nach den Rennabsagen neu zu sortieren.

Sommerpause vorverlegt

Demnach wird die ursprünglich für Juli und August geplante Sommerpause auf März und April vorverlegt und zudem von 14 auf 21 Tage erweitert. Am Mittwoch genehmigte die FIA eine entsprechende Änderung des Reglements für die Saison 2020.

Die wegen der Pandemie bereits abgesagten ersten vier Rennen in Australien, Bahrain, Vietnam und China könnten somit im neu geschaffenen Zeitfenster im August angesetzt werden. Die Änderung wurde sowohl von der F1-Strategiegruppe als auch von der F1-Kommission einstimmig unterstützt.

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Vor einer Absage steht auch das Comeback des Großen Preises der Niederlande in Zandvoort (3. Mai). Dies berichtete die niederländische Tageszeitung De Telegraaf am Dienstag unter Berufung auf eine Quelle aus dem Kreis der Organisatoren.

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So vertreiben sich die F1-Stars die Zeit

Sebastian Vettel und Valtteri Bottas kämpften zu Hause in Europa gegen den Jetlag, Lewis Hamilton ging in Melbourne klettern, Charles Leclerc stürzte sich mit seinem Surfbrett in die Wellen – die Stars der Formel 1 nutzen ihre unfreiwillig gewonnene Freizeit an diesem Wochenende auf ziemlich unterschiedliche Weise.

Anstatt im Albert Park, der Grünen Lunge von Melbourne, für ohrenbetäubenden Lärm zu sorgen und die mit 22 Rennen längste Saison der 71-jährigen Formel-1-Geschichte einzuläuten, ist der PS-Zirkus wegen des Coronavirus mit einem Schlag zum Erliegen gekommen. Frühestens Anfang Mai in den Niederlanden wird gefahren – vorausgesetzt, drastisch sinkende Infektionsraten lassen das zu.

Solange können die Fahrer letztlich tun, was sie wollen. Die Devise lautet aber: Gesund bleiben und Kräfte sammeln für einen vermutlich stressigen Sommer und Herbst, schließlich will die Formel-1-Führung möglichst viele Rennen nachholen.

Verstappen zockt mit Montoya

Max Verstappen und Lando Norris blieben deswegen voll im Thema. Die ohnehin konsolenaffinen Youngster legten am Sonntag Zusatzschichten im eSport ein.

Red-Bull-Star Verstappen (22) trat bei einem virtuellen Rennen des Motorsport-Portals “The Race” gegen professionelle Gamer und Rennfahrerkollegen an, zu denen unter anderen der ehemalige Formel-1-Pilot Juan Pablo Montoya (Kolumbien) zählte.

Er schlug sich beachtlich. Er gewann ein Qualifikationsrennen für das Finale. Dort wurde er nach einer furiosen Aufholjagd unter 24 Fahrern Elfter.

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McLaren-Youngster Norris (20), dessen Team den bislang einzigen bestätigten Coronafall der Formel 1 zu verzeichnen hatte, nahm an einem Event mit dem treffenden Namen “Not the Aus GP” teil. Auch Formel-E-Champion Jean-Eric Vergne (Frankreich) und Mercedes-Ersatzfahrer Esteban Gutierrez kündigten ihre Teilnahme an dem virtuellen und virenfreien Kräftemessen an. Gespielt wird der aktuelle Formel-1-Titel “F1 2019″. Die Strecken sind den berühmten Gaststartern also bestens bekannt.

Hamilton klettert und surft

Weltmeister Hamilton bleibt auch ohne Formel-1-Rennen aktiv.  Schon am Samstag war er in einer Kletterhalle in der Gegend von Melbourne zu sehen – inklusive ein paar Fotos seines Aufstiegs.

Am Montag postete er auf Social Media ein Video, das ihn beim Surfen zeigt. Auch auf dem Wasser macht der Brite eine gute Figur.

Auch Charles Leclerc wagte sich mit dem Bord ins Nass, sah dabei aber nicht ganz so sportlich aus wie der sechsmalige Weltmeister.

Ferrari schließt Fabriken

Die Folgen des Kommunikationsdesasters von Melbourne mit der unwürdig späten Rennabsage wenige Stunden vor dem ersten Training werden der Formel 1 noch lange nachhängen. Kurzfristig steht aber alles im Zeichen der Corona-Abwehr. Einige McLaren-Teammitglieder bleiben bis zum Ende ihrer Quarantäne in Melbourne, alle anderen Australien-Reisenden sollen dem Konzernsitz in Woking 14 Tage fernbleiben.

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Vettels Ferrari-Team schloss am Sonntag seine Fabriken und damit auch die Formel-1-Schmiede bis zum 27. März. “Es ist eine Frage des Respekts vor den Mitarbeitern, dass wir im Sinne ihres Wohls und dem ihrer Familien diese Entscheidung getroffen haben”, sagte Ferrari-Geschäftsführer Louis Camilleri.

Shutdown wahrscheinlich

Weil die Sommerpause im August wohl für nachzuholende Rennen weichen muss, erscheint ein genereller Shutdown in der Königsklasse für die nächsten Wochen wahrscheinlich. Alle Mitarbeiter würden dann in den Urlaub geschickt, in den Fabriken dürfte kein Handschlag getan werden.

Die Zuversicht, dass es 2020 noch zu Action auf der Strecke kommt, ist in jedem Fall vorhanden. Norris rief seine Fans am Sonntag über die Sozialen Netzwerke abermals auf, Vorschläge für sein Helmdesign beim Großen Preis von Großbritannien einzureichen. In Silverstone soll am 19. Juli gefahren werden.

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So will die Formel 1 ihre Saison retten

2020 sollte historisch werden, die längste Formel-1-Saison der Geschichte.

Dann aber löste der positive Coronatest im Fahrerlager von Melbourne eine Kettenreaktion aus, und plötzlich steht die Königsklasse vor den Überresten ihres Kalenders – und rätselt, wie sie dieses Jahr retten kann.

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“Wir wollen diese Saison wieder aufbauen, wir wollen von den verlorenen Rennen so viele wie möglich zurückholen”, sagte Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn nach der Absage der Grands Prix in Australien, Bahrain und Vietnam: “Wir müssen aber auch realistisch sehen, was möglich ist und was nicht.”

Formel-1-Saisonstart erst im Juni?

Denn die Absagenflut, von der Pandemie ausgelöst, erfasst vermutlich viel mehr als diese ersten drei Saisonrennen. China war sowieso längst gestrichen, und auch Zandvoort (3. Mai), Barcelona (10. Mai) und Monaco (24. Mai) liegen sowohl zeitlich als auch geografisch ungünstig.

Längst rechnet man in der Formel 1 mit einem Saisonstart erst am 7. Juni: Baku als erstes Rennen der Saison, Aserbaidschan statt Australien also. Damit würden auf einen Schlag sieben der geplanten 22 Rennen wegfallen, und das ist für die Rennserie durchaus ein Problem. Denn die verdient ihr Geld, indem sie antritt – die lokalen Promoter überweisen Millionensummen.

Eine Rennabsage bekommt einerseits das Großunternehmen Formel 1 zu spüren, ungleich stärker leiden aber die Rennställe. “Die Teams überleben mit Hilfe der Gelder, die wir bei den Rennen einnehmen”, erklärt Brawn, “jedes verlorene Rennen wirkt sich stark aus.”

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Eine Saison mit 15 WM-Läufen wäre völlig unüblich, eine solche Zahl gab es zuletzt 1983. Und sie würde nicht in den Wirtschaftsplan gerade der kleinen und mittleren Teams passen, die ohnehin gerade so durchkommen.

Wirtschaftliche Zwänge erfordern Nachholtermine

Für die Formel 1 ist es daher keine Option, die Saison einfach zu verkürzen, zumindest ein paar Rennen müssen nachgeholt werden. Es wird allerdings eng, bereits 15 Rennen zwischen Anfang Juni und Ende November sind extrem viel.

Und so wird wohl die Sommerpause herhalten müssen, im August ist Raum für Nachholrennen. Zudem hat Abu Dhabi, Ausrichter des Saisonfinales (29. November), Bereitschaft signalisiert, eine Woche nach hinten zu rücken.

“Lösen wir die Pause auf, dann verschaffen wir uns ein paar Wochenenden”, sagte Brawn bei Sky F1. Bei dem Versuch, viele Rennen in einen engen Zeitplan zu quetschen, sei zudem Flexibilität der Teams gefragt.

Verkürzte Grand Prix eine Option?

Um diese etwa bei drei Rennen in drei Wochen nicht zu überfordern, wird bereits über verkürzte Grand Prix nachgedacht: “Wir haben über zweitägige Rennwochenenden gesprochen, dann wären auch Triple Header eine Option.”

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Doch welche Rennen haben die besten Chancen, es zurück in den Kalender zu schaffen? Vor allem die, die viel Geld bringen und zudem nicht auf einem Stadtkurs stattfinden: Sehr wichtig für die Formel 1 ist die Rückkehr nach Zandvoort, wo der Max-Verstappen-Hype ausgekostet werden soll.

Bahrain zahlt viel Geld und bietet kaum organisatorische Hürden. Vietnam ist zwar eine Straßenstrecke, damit wird es schwieriger, einen Termin zu finden. Das Debüt in Hanoi dürfte der Formel 1 aber ebenfalls wichtig sein. Es gilt ja, neue Märkte zu erschließen.

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Aufatmen bei McLaren nach Coronaerkrankung

Gute Nachricht aus Australien!

Der an Corona erkrankte Mitarbeiter von McLaren Racing ist wieder gesund. Laut der Mitteilung des Rennstalls hat sich das Teammitglied “gut erholt und die Symptome sind verschwunden.”

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Aufgrund der Coronaerkrankung hatte der Rennstall den Startverzicht beim Großen Preis von Australien erklärt. Nur wenig später wurde das komplette Rennen abgesagt.

Noch 14 Teammitglieder in Quarantäne

14 weitere Teammitglieder, die mit dem Erkrankten in Kontakt gekommen waren, befinden sich noch in Australien in Quarantäne, sind nach der positiven Mitteilung aber “in guter Stimmung”, wie McLaren-CEO Zak Brown verkündete.

McLarens Renndirektor Andrea Stella ist in Australien vor Ort, um die in Quarantäne verbliebene Crew zu unterstützen. Der Rest des Teams war bereits nach der Rennabsage nach Großbritannien zurückgekehrt.

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Allerdings werden auch sie erst nach zwei Wochen ihre Arbeit in der Zentrale in Woking wieder aufnehmen. Dazu hat sich der Rennstall als Vorsichtsmaßnahme entschieden.

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Ferrari schließt wegen Corona seine Fabriken

Der italienische Sportwagenhersteller Ferrari und auch der hauseigene Formel-1-Rennstall mit dem deutschen Starpiloten Sebastian Vettel haben im Zuge der Coronakrise ihre Fabriken in Maranello mit sofortiger Wirkung geschlossen.

Wie Ferrari mitteilte, gilt diese Vorsichtsmaßnahme vorläufig bis einschließlich 27. März.

“Es ist eine Frage des Respekts vor den Mitarbeitern, dass wir im Sinne ihres Wohls und dem ihrer Familien diese Entscheidung getroffen haben”, sagte Ferrari-Geschäftsführer Louis Camilleri.

Italien von Corona-Pandemie hart getroffen

Italien ist von der Corona-Pandemie härter getroffen als jedes andere Land in Europa. Nur China, das Ursprungsland von COVID-19, weist mehr Infizierte und Tote auf.

In Italien lag die Zahl am Sonntag bei mehr als 21.000 Infizierten (über 1400 Todesopfer).

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Nachdem die ersten vier Formel-1-Rennen des Jahres verschoben sind, beginnt die 71. Saison der Motorsport-Königsklasse frühestens am 3. Mai mit dem Großen Preis der Niederlande in Zandvoort.

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Ecclestone ätzt gegen Binotto – und fordert Briatore zurück

Ferrari hat in der Formel 1 den Glanz früherer Jahre verloren, die Scuderia wartet seit über zehn Jahren auf einen Weltmeistertitel in der Königsklasse des Motorsports. In den vergangenen Jahren wurden die Italiener regelmäßig von Mercedes distanziert.

Für den ehemaligen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone ist ein Grund für die Ferrari-Krise auch der Teamchef Mattia Binotto, der seit Anfang 2019 die Geschicke der Scuderia leitet.

Dieser habe nicht das Zeug, den Rennstall zu führen. “Er ist ein Ingenieur. Sie brauchen jemanden, der den Leuten klarmachen kann, dass wenn er etwas sagt, das dann auch passiert. Ohne Diskussion”, sagte er der Daily Mail.

Ecclestone schlägt Briatore als Ferrari-Teamchef vor

Ecclestone schlug eine aus seiner Sicht geeignetere Besetzung des Chefpostens vor. “Ich würde Flavio Briatore dazu bringen, Teamchef bei Ferrari zu werden”, sagte der 89-Jährige.

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Briatore führte als Teamchef des Rennstalls Benetton Michael Schumacher in den Jahren 1994 und 1995 zu dessen ersten beiden WM-Titeln. Gleiches gelang Briatore 2005 und 2006 mit Fernando Alonso.

“Flavio hätte das getan, was er immer mit Benetton und Renault immer gemacht hat: Er hätte die besten Leute von den anderen Teams gestohlen”, erklärte Ecclestone.

Kritik an schwacher Saison von Sebastian Vettel

Doch ganz reibungslos würde eine Inthronisierung Briatores laut Ecclestone nicht laufen. “Das Problem ist, dass Flavio am Ende die Leue glauben lassen würde, dass Ferrari ihm gehöre”, sagte Ecclestone.

Auch zu der schwachen Saison von Sebastian Vettel äußerte Ecclestone sich und wählte bei der Beurteilung der Leistung des Deutschen klare Worte.

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“Sebastian hat einen beschissenen Job gemacht und das habe ich ihm auch gesagt. Er ist dort gelandet, wo er es verdient hat”, erklärte Ecclestone. Vettel landete lediglich auf Rang fünf in der Fahrerwertung der abgelaufenen Saison.

Ferrari würde Vettels Teamkollegen Charles Leclerc zu 100 Prozent favorisieren. “Wenn sie sich in einen Fahrer verlieben, dann ist es schwierig für den anderen. Viele Dinge liefen gegen Sebastian.”

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Brawn erklärt: So kam es zum Chaos in Melbourne

Die kurzfristige Absage des Großen Preises von Australien wurde für die Formel 1 zum PR-Desaster.

Warum die Verantwortlichen erst wenige Stunden vor Beginn des Freien Trainings den Saisonstart abgesagt hatten, erklärt nun Formel-1-Sportchef Ross Brawn.

Brawn: Formel 1 von Entwicklung überrascht

“Als wir entschieden haben, dass wir das Rennen fahren, sah es noch ein wenig anders aus als jetzt”, sagte der Brite bei formula1.com und gab damit zu, dass die Entscheidungsträger die Entwicklung komplett unterschätzt haben.

Im Gegensatz zu Lewis Hamilton, der sich schon am Donnerstag fragte, warum der Formel-1-Tross überhaupt nach Melbourne gereist sei, wollten die Bosse das Rennen unbedingt durchziehen.

“Wir waren optimistisch, dass wir das durchstehen, dass die Formel 1 beginnt und wir hier ein tolles Rennen haben können”, offenbarte Brawn eine gewisse Naivität. Denn spätestens als sich McLaren offiziell wegen eines Corona-Falls im Team von dem Rennen zurückzog, hätte die Absage des kompletten Grand Prix’ erfolgen müssen.

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Brawn selbst hatte diese Vorgabe bereits Anfang März verkündet, als schon abzusehen war, dass einige Rennställe – vor allen die italienischen – womöglich gar nicht nach Australien einreisen dürften. Man könne in dem Fall kein Rennen abhalten, “das wäre unfair”, sagte der 65-Jährige damals.

Horner spricht von kuriosem Plan

Wie chaotisch die Situation rund um die Austragung des Australien-GP wurde, zeigt auch ein Statement von Christian Horner. Der Teamchef von Red Bull sprach von Überlegungen, das Fahrerlager komplett abzuriegeln, um den Grand Prix doch noch irgendwie über die Bühne zu bringen.

Dies hätte bedeutet, dass nur noch das Personal der jeweiligen Teams Zugang zum Paddock bekommen hätte, und VIP-Gäste sowie Journalisten hätten draußen bleiben müssen.

Am Ende aber wurde die Formel 1 so schnell von der Realität eingeholt, dass nicht auch diese Idee nicht mehr umgesetzt werden konnte.

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