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Das Chaos-Protokoll von Melbourne

Das Image der Formel 1 hat in den letzten zwei Tagen enorm gelitten.

Während die größten Sportligen in aller Welt ihren Betrieb wegen der Corona-Pandemie einstellten, versuchte die Formel 1 zu lange an ihrem ersten Rennen des Jahres festzuhalten – es wurde zum PR-Debakel, ausgetragen auf dem Rücken der Fans.

Und das obwohl sich ein Mechaniker des McLaren-Teams mit COVID-19 infiziert hatte. Der Rennstall sagte daraufhin schon am Donnerstag für den Saisonstart ab. Von den Formel-1-Bossen gab es keine Reaktion dazu.

Erst am Freitagmorgen (Ortszeit), als bereits die ersten Fans vor den Toren des Albert Parks in Melbourne standen und auf den Einlass zum Training warteten, gab es eine Reaktion. Der Saisonauftakt wurde abgesagt.

SPORT1 zeichnet die chaotischen Entwicklungen nach und beantwortet die wichtigsten Fragen:

Das Protokoll der Formel-1-Absage

Donnerstag, 12. März, 16.30 Uhr (Ortszeit in Melbourne): Weltmeister Lews Hamilton findet deutliche Worte für die ungewisse Situation nach dem Corona-Fall. Er sei “überrascht”, dass das Rennen stattfinden soll und es sei “schockierend, dass wir alle in diesem Pressekonferenz-Raum sind”, teilte er mit. Sein Fazit: “Cash ist König.” Etwas diplomatischer drückte sich Sebastian Vettel aus. “Wie Lewis gesagt hat, ist es angemessen zu fragen, warum man hier ist.”

Donnerstag, 12. März, 22.22 Uhr: Der McLaren-Rennstall gibt bekannt, dass sich ein Teammitglied mit dem Coronavirus infiziert hat und sie daher beim ersten Rennen der Saison nicht an den Start gehen werden. Die betroffene Person sei bereits in Quarantäne und werde von lokalen Gesundheitsbehörden behandelt. Außerdem erklärt das Team, dass man bereits die Formel-1-Bosse über diesen Schritt informiert hat.

Freitag, 13. März, 5.15 Uhr: Mehrere internationale Medien berichten, dass das Rennen abgesagt ist. Angesprochen auf diese Berichte erklärt der australische Promoter des Rennens allerdings, dass es stattfinden soll – nur ohne Zuschauer. Zeitgleich kursieren aber weitere Berichte, dass unter anderem Vettel und Kimi Räikkönen die Strecke bereits verlassen haben sollen.

Freitag 13. März, 10.08 Uhr: Während bereits zahlreiche Fans auf Einlass warten, um die erste Trainingseinheit um 12 Uhr zu verfolgen, veröffentlicht die FIA ein Statement und sagt den Grand-Prix in Australien ab.

Warum dauerte die Absage so lang?

Die Teams verfingen sich wie so oft in Diskussionen. Es waren sich nicht alle Teams einig, dass das Rennen wirklich abgesagt werden soll. Mercedes, Ferrari und Renault waren klar gegen die Ausrichtung des Rennens, während die kleineren Teams und auch Red Bull fahren wollten.

Nach den Diskussionen in der Nacht auf Freitag sei “eine Mehrheit der Teams der Ansicht” gewesen, dass das Rennen nicht stattfinden soll, hieß es in der Stellungnahme der Formel 1. Letztlich mussten sich die kleineren Teams beugen, da sie die “Kundenteams” von Ferrari oder Mercedes sind und von diesen ihre Motoren beziehen.

Formel-1-Motorsportchef Ross Brawn versuchte das Desaster zu erklären. “Wir haben uns mit den Teams beraten, mit den Gesundheitsbehörden, mit der FIA und dem Promoter vor Ort. Ich war die ganze Nacht wach. Ich habe vielleicht eine Stunde geschlafen”, meinte er beim Portal Formula 1.com.

Er ergänzte: “Wir hatten so viele Probleme auf einmal. Wir mussten die Teams wieder alle zurückholen an einen Tisch und ein Meeting abhalten. Das braucht alles Zeit. Das ist hier keine Autokratie, man kann nicht einfach eine Entscheidung fällen.”

Warum meldeten sich die Formel-1-Bosse so lange nicht?

Die Tage von Melbourne bleiben ein Kommunikationsdesaster auf Seiten der Formel-1-Bosse, das dem Image der Formel 1 nachhaltigem Schaden zugefügt haben könnte.

Denn selbst am Freitagmorgen war den Teams noch nicht klar, wie es weitergeht. “Wir sind aufgestanden, zur Strecke gefahren und wussten noch nicht, wo die Reise hingeht”, erklärte Haas-Teamchef Günther Steiner nach der Absage.

Das Problem: Man musste auch mit der FIA und deren Präsidenten Jean Todt sprechen – deren Sitz ist in Europa, was die Angelegenheit durch die resultierende Zeitverschiebung zusätzlich erschwert habe, erklärte Brawn.

Zudem sei Formel-1-Boss Chase Carey in diesem Zeitraum von Vietnam nach Australien geflogen und habe daher auch nicht immer zur Vefügung gestanden, betonte der F1-Motorsportchef, der trotz allem von einem “ziemlich guten Job” in dieser Angelegenheit sprach. Eine Meinung, die er trotz der schwierigen Umstände wohl ziemlich exklusiv hat.

F1-Boss Carey sprach – als er dann angekommen war und sich zu Wort meldete – nach der Absage im Fahrerlager von “schwierigen Zeiten”.

Wann geht es weiter?

Die Absage des Rennens in Melbourne war nur der Anfang. Im Laufe des Tages gaben die F1-Bosse bekannt, dass auch die Großen Preise von Bahrain und Vietnam abgesagt sind. Wann es voraussichtlich wieder weitergeht, da waren sich FIA und F1 nicht so ganz einig.

In der FIA-Mitteilung hieß es, dass die Saison Stand jetzt Anfang Mai in Europa beginnen soll. Somit stünde als erstes das Rennen in den Niederlanden (4. Mai) an. Man werde die Situation um Corona jedoch weiterhin im Blick behalten und auf Veränderungen reagieren.

Auf dem offiziellen Twitter-Kanal der Formel 1 hieß es dagegen, dass die Saison Ende Mai anfangen soll. Dies würde bedeuten, dass auch die Rennen in Zandvoort, Barcelona (10. Mai) und Monaco (24. Mai) gefährdet sind. Die mangelhafte Kommunikation der Königsklasse des Motorsports hält also an.

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Weitere Rennen der Formel 1 gecancelt

Nach der Absage des Saisonauftakts in Australien wurden auch die für Ende März und Anfang April geplanten Grand Prix in Bahrain und Vietnam abgesagt. Das teilte der Automobil-Weltverband FIA am Freitag mit.

“Die weltweite Situation rund um Covid-19 ist schwer einzuschätzen”, sagte FIA-Chef Chase Carey: “Wir haben deshalb unsere Entscheidung gemeinsam mit den Veranstaltern getroffen, um die Sicherheit aller Beteiligten in der Formel 1 nicht zu gefährden.”

Der dritte Lauf der Saison 2020 wäre der erste überhaupt in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi gewesen.

In der Mitteilung hieß es zudem, dass die Saison Stand jetzt Anfang Mai in Europa beginnen soll. Somit stünde als erstes das Rennen in den Niederlanden (4. Mai) an. Die FIA werde die Situation um Corona jedoch weiterhin im Blick behalten und auf Veränderungen reagieren.

Auf dem offiziellen Twitter-Kanal der Formel 1 hieß es zunächst, dass die Saison Ende Mai anfangen soll. Die mangelhafte Kommunikation der Königsklasse des Motorsports hält also an.

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Chaosabsage in Melbourne! Formel-1-Start erst im Juni?

Eine chaotische Absage des Formel-1-Auftakts in Melbourne und eine drohende lange Pause -auf die Motorsport-Königsklasse steht in der Corona-Krise vor wilden Tagen.

Am Freitag war erst nach stundenlangem Chaos endlich klar, dass der Auftakt in Melbourne nicht stattfinden wird, die F1-Bosse blamierten sich mit einem Schlingerkurs.

Bereits einige Stunden zuvor hatten zahlreiche Medienanstalten gemeldet, dass der Australien-GP abgesagt wird. Eine offizielle Bestätigung durch die Formel 1 blieb jedoch aus. Der Promoter des Grand Prix erklärte hingegen sogar, dass das Rennen sehr wohl wie geplant stattfinden soll.

Währenddessen kursierten Medienberichte, dass einige Fahrer bereits abgereist sind – darunter Sebastian Vettel (Ferrari) und Kimi Räikkönen (Alfa Romeo).

Alle aktuellen Meldungen, Entwicklungen und Auswirkungen auf den Sport durch die Covid-19-Krise im Corona-Ticker!

Teams wie Mercedes, Ferrari und Renault sollen zudem bereits klargestellt haben, dass sie an diesem Wochenende nicht fahren werden. Vor allem die kleineren Teams und auch Red Bull wären nach eigener Aussage aber gerne angetreten.

Saisonstart der Formel 1 erst im Juni?

Jetzt rätselt die Formel 1 über Möglichkeiten, in diesem Jahr einen funktionierenden Kalender zu gestalten. Der kurzfristigen Streichung des für Sonntag geplanten Saisonauftakts folgten zunächst keine weiteren. Am Freitag schien die Absage der beiden folgenden Rennen in Bahrain (22. März) und Vietnam (5. April) aber nur eine Frage der Zeit zu sein.

“Hier haben wir uns erstmal nur um die Angelegenheit in Australien gekümmert”, sagte Formel-1-Boss Chase Carey abwehrend: “Den kommenden Wochen müssen wir uns nun in kurzer Zeit widmen.”

Vertreter der Teams gehen aber längst davon aus, dass der Saisonstart noch drei Monate auf sich warten lassen könnte. “Ich glaube, dass wir frühestens in Baku ein Rennen haben werden”, sagte etwa Red Bull Motorsportberater Helmut Marko. Das wäre am 7. Juni.

Bis dahin stehen nach Bahrain und Vietnam ausschließlich Rennen in Europa auf dem Programm: in Zandvoort/Niederlande (3. Mai), Barcelona (10. Mai) und Monaco (24. Mai). Markos Gedankenspiel sieht vor, die Sommerpause im August mit Nachholrennen zu füllen, “dann haben wir ab Baku eine ganz intensive Saison.”

Der China-Grand-Prix, der als viertes Rennen am 19. April vorgesehen war, wurde ohnehin bereits gestrichen.

Chaos von Australien soll sich nicht wiederholen

Zudem soll Abu Dhabi, Ausrichter des Saisonfinales (29. November), Bereitschaft signalisiert haben, eine Woche nach hinten in den Dezember zu rücken, um Ende November Platz für ein weiteres Rennen zu schaffen.

Ein Szenario wie jetzt in Australien, wo Fans und sogar Teams bis Freitag kurz vor dem freien Training nicht wussten, ob die Autos auf die Strecke gehen, dürfe sich aber nicht wiederholen.

“Wir dürfen nur zu den Strecken reisen, wenn wir wissen, dass wir dann auch wirklich ein Rennen fahren”, sagte Haas-Teamchef Günther Steiner: “Wir geben alle zu viel Geld bei diesen Reisen um die Welt aus, um dann untätig wieder zu verschwinden.”

McLaren-Mitarbeiter infizierte sich mit Virus

Am Donnerstag hatte das McLaren-Team seine Teilnahme am Auftakt der Saison abgesagt, weil sich ein Mitarbeiter mit dem Virus infiziert hatte. Dennoch hieß es kurz darauf, dass der Grand Prix trotzdem stattfinden soll – nur eben ohne Zuschauer.

Knapp zwei Stunden vor Trainingsbeginn wurde aber dann doch klar, dass das Rennen offiziell abgesagt ist.

Nach den Diskussionen in der Nacht auf Freitag sei “eine Mehrheit der Teams der Ansicht” gewesen, dass das Rennen nicht stattfinden soll, hieß es in der Mitteilung der Formel 1.

Dennoch herrschte am Morgen auch bei den Teams Ungewissheit. “Wir sind aufgestanden, zur Strecke gefahren und wussten noch nicht, wo die Reise hingeht”, sagte etwa Günter Steiner, Teamchef des Haas-Rennstalls.

Erst nach weiteren Gesprächen und einem entsprechenden Rat der örtlichen Gesundheitsbehörde wurde das Rennen dann doch abgesagt.

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Mitarbeiter positiv getestet! McLaren sagt für Formel-1-Start ab

Drei Tage vor dem geplanten Saisonstart hat die weltweite Coronakrise auch die Formel 1 erschüttert, der Große Preis von Australien steht auf der Kippe.

Der Traditionsrennstall McLaren wird aufgrund eines positiven Tests innerhalb des Teams nicht am Rennen am Sonntag teilnehmen. (Formel 1, Australien-GP, So., ab 06.10 Uhr im LIVETICKER)

Das gaben die Engländer am späten Donnerstagabend (Ortszeit) in Melbourne bekannt.

Austragung des F1-Starts wegen Corona fraglich

Damit ist die gesamte Austragung des Grand Prix fraglich. Die Formel 1 scheute bislang vor einer Absage zurück, der bestätigte Fall verändert nun aber die Lage.

Möglich scheint zudem auch, dass die australische Politik oder die Behörden im Bundesstaat Victoria eingreifen und dem Sport die Entscheidung abnehmen.

McLaren-Chef Zak Brown und der deutsche Teamchef Andreas Seidl hatten die Formel-1-Führung und den Motorsport-Weltverband FIA am Donnerstagabend umgehend über ihre Entscheidung informiert. Diese sei getroffen worden, um der Fürsorgepflicht gegenüber den eigenen Angestellten, den Wettbewerbern, den Fans und Partnern gerecht zu werden.

Die vier Mitarbeiter des Haas-Rennstalls, die ebenfalls über Krankheitssymptome geklagt hatten, wurden indes allesamt negativ getestet. Das teilte Haas am Abend mit.

Geister-Rennen in Bahrain, China abgesagt, Vietnam fraglich

Das für die nächste Woche geplante zweite Saisonrennen in Bahrain (22. März) soll als Geister-Rennen stattfinden, die Entscheidung zum Ausschluss der Zuschauer war schon am vergangenen Wochenende auf Wunsch des dortigen Promoters getroffen worden.

Die vorläufige Absage des vierten Saisonrennens in China (ursprünglich 19. April) steht schon länger fest, auch hier ging die Initiative von den Gastgebern aus, das dritte Rennen in Vietnam (5. April) ist fraglich.

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Hamilton kritisiert Formel 1

Dass die Formel 1 trotz der fortschreitenden Ausbreitung des Virus bislang ohne Einschränkungen an ihrem Start in Australien festhielt, wurde stets kritisch gesehen. Am Donnerstag, Stunden vor der Nachricht vom positiven Test fand Weltmeister Lewis Hamilton dann klare Worte.

“Ich bin sehr überrascht, dass wir alle hier sind”, sagte der Mercedes-Pilot: “Es scheint, als würde der Rest der Welt reagieren. Donald Trump lässt keine Europäer mehr in die USA, die NBA stoppt ihre Saison. Aber die Formel 1 macht weiter.”

Gefragt nach dem Grund, aus dem die Königsklasse am Saisonstart festhält, verwies Hamilton pointiert auf das Geld, um das es in den Verträgen der Formel 1 geht. “Cash is king”, sagte er, “aber ganz ehrlich, ich weiß es nicht.”

Deutlich zurückhaltender äußerte sich Ferrari-Pilot Sebastian Vettel zur Thematik. “Das ist alles sehr schwierig zu beurteilen”, sagte der viermalige Weltmeister: “Aber man kann sich durchaus die Frage stellen, warum wir hier sind. Niemand von uns kann wirklich abschätzen, inwiefern die Ausbreitung kontrollierbar ist.”

 

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Vettel: "…dann würde man die Notbremse ziehen"

Das Coronavirus hält die Welt weiter in Atem. 

Etliche Sportveranstaltungen wurden abgesagt, viele finden ohne Zuschauer statt. Ganz anders dagegen die Haltung in der Formel 1. Zwar wurden zum Bahrain-Rennen keine Zuschauer erlaubt, der am Wochenende anstehende Australien-GP soll jedoch wie geplant mit Zuschauern stattfinden (Formel 1, Austalien-GP, Sonntag ab 06.10 Uhr im LIVETICKER).

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Eine Haltung, die Superstar Lewis Hamilton ganz und gar nicht gefällt. Via Instagram postete der Brite, dass er lieber gar nicht an die Strecke gekommen wäre. “Ehrlich gesagt möchte ich mein Hotelzimmer gar nicht verlassen”, schrieb der sechsmalige Weltmeister und fügte ein Schutzmasken-Emoji hinzu.

Hamilton empört

“Ich bin sehr überrascht, dass wir alle hier sind”, sagte der Mercedes-Pilot am Donnerstag vor dem Großen Preis von Australien. “Es scheint, als würde der Rest der Welt reagieren. Donald Trump lässt keine Europäer mehr in die USA, die NBA stoppt ihre Saison. Aber die Formel 1 macht weiter.”

Gefragt nach dem Grund, aus dem die Königsklasse am Saisonstart festhält, verwies Hamilton pointiert auf das Geld, um das es in den Verträgen der Formel 1 geht. “Geld regiert die Welt”, sagte er, “aber ganz ehrlich, ich weiß es nicht.” Auch sei es in gewisser Weise “schockierend, dass wir zusammen in diesem Raum sind”, sagte er im Rahmen der Pressekonferenz mit Blick auf die dicht an dicht sitzenden Journalisten.

Auch Kimi Räikkönen kann die Haltung der F1-Bosse nicht verstehen. “Ich weiß nicht, ob es richtig ist, dass wir hier sind”, so der Weltmeister von 2007. Ginge es nach den Teams, würde das Rennen in Melbourne laut Räikkönen nicht stattfinden.

Vettel äußert sich zurückhaltend

Nach anfänglicher Zurückhaltung kann sich auch Ferrari-Pilot Sebastian Vettel eine Absage des Australien-GP vorstellen. Falls sich die Situation verschlimmern sollte, wäre der Deutsche bereit, das Rennen gemeinsam mit den anderen Fahrern ausfallen zu lassen.

“Ich hoffe, dass die anderen zustimmen, und wir hoffen, dass es nicht so weit kommt. Aber falls doch, dann würde man natürlich die Notbremse ziehen”, so der viermalige Weltmeister.

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Dennoch fällt es Vettel schwer, ein eindeutiges Urteil zu fällen. “Es ist im Moment sehr schwer einzuordnen, wie akut die Gefährdung ist und was in den nächsten Tagen und Wochen passiert”, sagte der 32-Jährige und fügte an, dass niemand die Teams zu ihrem Aufenthalt in Australien gezwungen habe. 

“Aber man kann sich durchaus die Frage stellen, warum wir hier sind. Niemand von uns kann wirklich abschätzen, inwiefern die Ausbreitung kontrollierbar ist.”

Vorsicht bei Verdachtsfällen

Bei Verdachtsfällen lassen die Organisatoren allerdings Vorsicht walten. So befanden sich am Donnerstag bereits fünf Teammitglieder als Verdachtsfälle in einer selbst verordneten Quarantäne. Die Angestellten der Rennställe Haas und McLaren hatten grippeähnliche Symptome gezeigt und wurden daraufhin getestet. Die Ergebnisse standen am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) noch aus.

Die Fans strömten derweil bereits massenhaft an die Rennstrecke im Albert Park. Die Formel 1 trägt der Ausbreitung des Coronavirus dabei nur insofern Rechnung, dass die Aktivitäten zwischen Fahrern und Zuschauern stark eingeschränkt sind. Zudem sind auf dem gesamten Gelände Desinfektionsmittel verfügbar, auch werden die Besucher angehalten, sich an die allgemeinen Vorgaben zur Minimierung der Ansteckungsgefahr zu halten.

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Verdachtsfälle bei Teams! F1-Auftakt vor der Absage?

Eigentlich sollte die Vorfreude überwiegen, startet die Formel 1 am Wochenende doch endlich in die Saison.

Doch drei Tage vor dem Trainingsbeginn in Melbourne wächst die Sorge um den mit Spannung erwarteten F1-Auftakt (Formel1: Großer Preis von Australien ab 6.10 Uhr im SPORT1-Liveticker). Aufgrund jüngster Entwicklungen kann nicht ausgeschlossen werden, dass nun auch der Große Preis von Australien dem Coronavirus zum Opfer fällt.

Schon am Mittwoch galten in Melbourne vier Mitarbeiter der Teams als Verdachtsfälle, die Angestellten von Haas, McLaren und Williams wurden wegen typischer Symptome auf das Virus getestet und bleiben bis zur Klärung auf ihren Hotelzimmern. Einen bestätigten Fall gab es in einem Hotel nahe der Strecke. Fahrer oder Mitarbeiter in Leitungsfunktion sind nicht betroffen.

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Medientermine unter besonderen Bedingungen

Erst am Donnerstag nimmt die Formel 1 mit dem betriebsamen Medientag Fahrt auf, üblicherweise treten dann alle Fahrer im Rahmen von meist dicht gedrängten Presserunden auf. Schon am Mittwoch fanden aber Medientermine der Rennställe Red Bull und Renault nur verkürzt oder unter Einhaltung eines Mindestabstands statt, um “keine unnötigen Risiken” einzugehen.

Zudem gibt es einen bestätigten Corona-Fall im berühmten Hotel The Albert Park in unmittelbarer Nähe der Grand-Prix-Strecke, wie die australische Tageszeitung Herald Sun berichtet. Ein 70-jähriger Mann aus Australien, der am Freitag aus Singapur eingereist war und sich davor in Ägypten, Israel und Jordanien aufgehalten hatte, besuchte am Sonntag eine Veranstaltung im Hotel. Ein Test hat inzwischen ergeben, dass der Mann infiziert ist.

Da sich auch Hotelmitarbeiter angesteckt haben könnten, musste das Hotel geschlossen werden und sich das Personal für zwei Wochen in Quarantäne begeben.

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AGPC: Keine Anzeichen für Absage

Victorias Premierminister Daniel Andrews räumte ein, dass es in naher Zukunft zu “extremen Maßnahmen” kommen könnte, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, gab aber Entwarnung für den Australien-GP. “Wir sagen den Grand Prix oder auch die Football-Spiele in der Woche darauf nicht ab. Noch ist die Zeit dafür nicht gekommen.” Die Zeit werde aber sicher kommen, betonte der 47-Jährige.

Seitens der Australian Grand Prix Corporation (AGPC) gibt es bisher noch keine Anzeichen dafür, dass das Rennwochenende abgesagt werden oder unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden könnte.

Nach dem Rennen am Sonntag, das ohne echte Beeinträchtigungen stattfinden soll, reist die Formel 1 direkt weiter nach Bahrain. Dort soll am 22. März das erste Geisterrennen in der Geschichte der Königsklasse steigen (Formel 1: Großer Preis von Bahrain ab 6.10 Uhr im SPORT1-Liveticker). Wegen der Ausbreitung des Coronavirus war am vergangenen Wochenende der Ausschluss der Zuschauer beschlossen worden.

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Glock fordert Disqualifikation von Ferrari

Glock schießt gegen Ferrari!

Zu dem umstrittenen Deal zwischen Ferrari und der FIA bezüglich der Untersuchung des Vorjahresmotors hat Timo Glock eine eindeutige Meinung: “Meiner Meinung nach reicht da keine Geldstrafe mehr. Jeder, der im Sport oder in einem Wettbewerb nicht nach den Regeln spielt und bewusst manipuliert, gehört aus dem Rennen genommen und ganz klar disqualifiziert. Da gibt es für mich auch keine zwei Meinungen”, bezieht der ehemalige Formel 1-Pilot im Interview mit ran.de klar Stellung.

Aber selbst, wenn die FIA keine weiteren Konsequenzen ziehen sollte, sieht er die Situation auch Ferrari intern noch nicht ausgestanden. Für Mattia Binotto könnte diese Affäre das Aus als Teamchef der Scuderia bedeuten. “So, wie es in dem Geschäft läuft, muss derjenige, der die Verantwortung trägt, seinen Hut nehmen und gehen”, zielt Glock auf den 50-jährigen Schweizer, denn schließlich habe dieser genau gewusst, “was da vor sich geht, und muss dann auch mit den Konsequenzen leben, wenn sowas auffliegt”.

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Zieht Vettel die Konsequenzen?

Geht es nach Glock, könnten die Vorfälle selbst auf Sebastian Vettels Zukunfstplanung Auswirkungen haben. Der Vertrag des viermaligen Weltmeisters läuft nach dieser Saison aus. Glock meint, dass Vettel aufgrund dieser Entwicklung kein Interesse mehr an einer weiteren Zusammenarbeit mit Ferrari haben könnte.

Mit McLaren nennt er auch gleich ein mögliches neues Cockpit. “Mit Andreas Seidl haben sie einen deutschen Teamchef, unter dem es zuletzt nur nach oben ging. Die Konstellation kann ich mir gut vorstellen. Er hätte bestimmt gerne einen erfahrenen deutschen Fahrer im Team.”

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Corona-Angst: Popstar Cyrus sagt der Formel 1 ab

Der Auftakt der Formel 1 ist zwar nicht der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus zum Opfer gefallen, auf einen Weltstar muss Melbourne aber dennoch verzichten. (Formel 1: Großer Preis von Australien am Sonntag ab 6.10 Uhr im LIVETICKER)

Miley Cyrus sagte ihren Auftritt am Rande des Australien-GP am Wochenende via Twitter ab.

Ausschlaggebend seien die zu hohen gesundheitlichen Risiken für ihre Band und Crew. Das Konzert hätte am Freitag an der Rennstrecke stattfinden und die Erlöse den Opfern der verheerenden Buschfeuer zugutekommen sollen.

Formel 1: Rennen in Melbourne findet statt

Nach Cyrus’ Tweet wurde jedoch das gesamte Konzert – unter anderem hätte auch Lil Nas X (“Old Town Road”) auftreten sollen – abgesagt. Eine Show mit Robbie Williams am Samstag wird jedoch stattfinden.

Auch das Rennen wird trotz der Coronakrise wie geplant am Sonntag stattfinden. Einreisende aus Italien werden besonders überprüft.

Ferrari und Alpha Tauri eingetroffen

Die italienischen Teams Ferrari und Alpha Tauri (ehemals Toro Rosso) hatten eine Sonderreisegenehmigung von der italienischen Regierung erhalten und sind inzwischen in Australien angekommen.

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Diese hat inzwischen das gesamte Land lahmgelegt und die Bürger ermutigt, zu Hause zu bleiben.

Die Organisatoren des Bahrain-GP am 22. März hatten bereits angekündigt, das Rennen ohne Zuschauer durchzuführen. Der Große Preis von China (19. April) wurde abgesagt.

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Verstappens letzte Chance, Geschichte zu schreiben

Hier eine Stichelei gegen Lewis Hamilton, dort ein Seitenhieb auf die Macher der neuen Netflix-Serie “Drive to Survive” – vor dem Start in die neue Saison der Formel 1 hat Max Verstappen schon wieder in den Mad-Max-Modus geschaltet. (Formel 1: Großer Preis von Australien am Sonntag ab 6.10 Uhr im LIVETICKER)

“Er ist gut, aber nicht Gott”, sagte Verstappen, angesprochen auf Hamilton, der Nachrichtenagentur Reuters. Worte wie ein erstes Aufheulen des Motors.

Und als sei das noch nicht deutlich genug, richtete der 22 Jahre alte Niederländer eine direkte Kampfansage an Hamilton: “Ich bin sehr motiviert, der erste Fahrer zu sein, der ihn unter Druck setzt, und das weiß er.”

Letzte Chance für Verstappen auf historischen WM-Titel

Nicht Sebastian Vettel oder Charles Leclerc in den Ferraris, nein, Verstappen ist das große Versprechen, dass die Formel 1 in dieser Saison wieder spannender wird als in den Jahren zuvor. Dass Hamiltons Dominanz durchbrochen werden kann. Während der Brite zum siebten Weltmeister-Titel rasen und mit Rekord-Weltmeister Michael Schumacher gleichziehen will, hat Verstappen nur noch in diesem Jahr die Chance, jüngster Formel-1-Weltmeister aller Zeiten zu werden.

Die Tests haben Verstappen weiteren Optimismus gegeben, dass dies gelingt. “Ich hoffe, dass wir dieses Jahr von Anfang an um die Spitzenpositionen kämpfen können”, sagte er nach den Eindrücken in Barcelona.

Heimrennen in Zandvoort als zusätzliche Motivation

Dafür haben Red Bull Racing und Motorenpartner Honda unter anderem intensiv an einer Stellschraube gedreht. “Wir sind jetzt zuversichtlich, dass wir auch beim Start eine gute Performance haben”, sagte Honda-Technikchef Toyoharu Tanabe Motorsport-Total.com. Durchdrehende Räder beim Start, durch die Verstappen im Vorjahr gleich mehrere Male gehandicapt war, sollen der Vergangenheit angehören.

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Einen zusätzlichen Kick gibt Verstappen, dass erstmals seit 1988 wieder der Große Preis der Niederlande in den Rennkalender aufgenommen wurde. Das Heimrennen findet am 3. Mai auf der umgebauten Strecke in den Dünen von Zandvoort statt. (Rennkalender der Formel 1)

Heißsporn und Großmaul

Zudem wirkt Verstappen spürbar gereift. Ein Ausnahmefahrer war er schon immer, sein Temperament am Steuer kann er inzwischen immer besser kanalisieren.

Ein wenig Heißsporn und Großmaul will Verstappen aber dennoch bleiben. Angesprochen auf seinen Ruf, entgegnete er: “Ich bin einfach sehr entschlossen, zu gewinnen. Dafür bin ich bereit, alles zu tun. Manchen mag das arrogant erscheinen, aber ich trete an um zu gewinnen. Das ist, was ich liebe.”

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Achtungserfolge wie die drei Grand-Prix-Siege im Vorjahr und Platz drei in der Gesamtwertung reichen Verstappen nicht mehr. Für Mad Max zählt ab jetzt der WM-Titel.

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Auftakt vor leeren Rängen? Klartext vom Streckenchef

Trotz des grassierenden Coronavirus soll der Start der Formel-1-Saison am kommenden Wochenende wie geplant über die Bühne gehen.

Die Veranstalter des Großen Preises von Australien schlossen am Montag einen Zuschauerausschluss für das Auftaktrennen in Melbourne (Sonntag ab 6.10 Uhr im Liveticker) aus.

Dieses Szenario werde “überhaupt nicht” in Erwägung gezogen, sagte Andrew Westacott als Chef der Grand-Prix-Betreiberfirma dem Radiosender SEN.

Westacott verwies dabei auf ein Frauen-Länderspiel im Kricket am vergangenen Sonntag, zu dem über 86.000 Zuschauer geströmt waren.

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Auch Jenny Mikakos, Gesundheitsministerin des Bundesstaats Victoria, betonte, dass nach derzeitigem Stand das Rennen wie geplant stattfinden könne.

Das zweite Rennwochenende in Bahrain (20. bis 22. März) soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Dies hatte der Veranstalter des Grand Prix auf dem Bahrain International Circuit in Sakhir am Sonntagvormittag mitgeteilt.

Das für den 19. April geplante vierte Saisonrennen in China, dem Ausbruchsland des Coronavirus, wurde bereits am 12. Februar auf unbestimmte Zeit verschoben. Offen ist derzeit zudem, ob beziehungsweise wie das Rennen am 5. April in Vietnams Hauptstadt Hanoi ablaufen soll. (Der Rennkalender der Formel 1)

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