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Darum muss Mercedes das Ende der Dominanz fürchten

Welt- und Vizeweltmeister bei den Fahrern, dazu zum fünften Mal die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft mit riesigem Vorsprung gewonnen.

Mercedes scheint die Formel 1 aktuell nach Belieben zu dominieren und frühestens mit der Regel-Revolution 2021 einzufangen zu sein.

Doch der Schein trügt. Mercedes hat vor dem ausstehenden Saisonfinale in Abu Dhabi eine schwache zweite Hälfte hinter sich.

Hamilton und Ferrari-Patzer retten Bilanz

Dass Mercedes von den vergangenen acht Rennen dennoch vier für sich entscheiden konnte, hatte verschiedene Gründe: Hamiltons Brillanz, taktische Meisterleistungen der Mercedes-Strategen, Ferrari-Patzer und die Motorenschwäche bei Red Bull.

Die Überlegenheit des eigenen Autos zählte eher weniger dazu. Natürlich hat Mercedes immer noch ein absolutes Top-Auto, das gerade im Rennen nicht selten tonangebend ist. Doch die einstige Dominanz ist verschwunden.

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Dies liegt vor allem daran, dass der Motor schwächelt. Mercedes hat seinen Vorsprung eingebüßt und liegt in Sachen PS-Power deutlich hinter Ferrari. Wie Motorsportchef Toto Wolff zugab, verlor man bei so mancher Strecke auf den Geraden “sieben oder acht Zehntel” auf Ferrari.

Fehlende Motoren-Power bereitet Sorgen

Mit diesem Handicap wird jedes Überholmanöver zur ungeheuer großen Herausforderung – selbst, wenn man im Rennen der Konkurrenz einmal überlegen ist. Immer wieder bissen sich Hamilton und Teamkollege Valtteri Bottas auf der Strecke die Zähne an den Ferrari-Fahrern raus. 

Es sieht aktuell so aus, als ob die Scuderia durch die neue technische Richtlinie ein klein wenig des großen Vorsprungs eingebüßt hat. Dennoch ist der Vorsprung nach wie vor deutlich sichtbar und selbst Red Bull mit den Honda-Motoren hatte im Qualifying höhere Topspeed-Werte vorzuweisen.

“Es ist großartig für den Sport, einen weiteren Hersteller zu haben, der einen guten Motor baut. Sie sind schnell – aber wir haben Arbeit zu tun”, sagte Hamilton nach dem Qualfying in Brasilien. Der Pole-König wartet bereits seit Juli auf die nächste Pole-Position. Acht Rennen ohne Pole gab es für Hamilton zuletzt 2013.

Insgesamt stand Mercedes in den vergangenen neun Rennen lediglich einmal an der vordersten Startposition. In Mexiko erbte Valtteri Bottas den Platz an der Sonne, nachdem Max Verstappen um drei Plätze zurückversetzt wurde. 

Bottas alles andere als ein Überhol-Spezialist

Das Qualifying-Problem führt dazu, dass die beiden Mercedes-Piloten oft von weiter hinten als gewünscht starten müssen. Vor allem für Bottas ist das ein riesiges Problem. Der Finne fährt bisher eine ordentliche Saison und hat die Vize-Weltmeisterschaft bereits sicher.

Doch Bottas ist wahrlich kein Spezialist für Überholmanöver, wie sich in dieser Saison bereits mehrfach gezeigt hat. Auch in Brasilien raste der 30-Jährige mit frischen Reifen spielerisch an Charles Leclerc heran. Doch ein Überholmanöver wollte ihm nicht gelingen.

Dass dies mit den aktuellen Regeln nicht leicht ist, zumal Mercedes nicht mehr den besten Motor im Feld hat, ist unbestritten. Doch Bottas hatte auch schon mit langsameren Autos Probleme und ließ dabei einige Male die Kaltschnäuzigkeit eines Hamiltons vermissen.

Verstappen und Leclerc als Bedrohung

Deutlich besser als Bottas sind in dieser Kategorie Verstappen und Leclerc.

Die jungen Wilden stellen für 2020 womöglich die größte Gefahr für Mercedes dar, nachdem sie ihre Probleme in der ersten Saisonhälfte überwunden haben. Rookie Leclerc musste sich bei Ferrari erst sein Standing erarbeiten und Verstappen kämpfte mit dem schwachen Honda-Motor.

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Das soll der Vergangenheit angehören. “Wir haben aus unseren Fehlern gelernt und sind – diesmal berechtigt – optimistisch, um die WM mitfahren zu können”, sagte Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko im Hinblick auf 2020 bei Motorsport-Total.com.

Mercedes muss daher sein Motoren- und Qualifying-Problem dringend beheben – andernfalls könnten die Titel in der kommenden Saison erstmals nach langer Zeit nicht an die Silberpfeile gehen.

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Hamilton-Wechsel und Alonso-Rückkehr? F1 vor Transfer-Trubel

Der Ferrari-Vertrag von Sebastian Vettel? Läuft 2020 aus.

Auch die Arbeitspapiere von Weltmeister Lewis Hamilton (Mercedes), Supertalent Max Verstappen (Red Bull) und Daniel Ricciardo (Renault) sind nur noch eine Saison gültig.

Kein Wunder, dass Hamilton im nächsten Jahr einen turbulenten Transfermarkt in der Formel 1 erwartet.

Hamilton: Fahrer sprechen bereits mit Teams

Die Fans werden sehen, “wie die Fahrer wechseln – es passiert viel im Hintergrund”, sagte Hamilton am Rande des Großen Preises von Brasilien: “Ich weiß, dass einige Fahrer bereits mit bestimmten Rennställen reden.” 

Zudem werden immer wieder zwei andere ganz große Namen im PS-Zirkus gehandelt. So kokettierte zuletzt Ex-Champ Fernando Alonso mit einem Comeback. ”Wenn es die Möglichkeit gibt, zurückzukehren, dann würde ich darüber nachdenken”, sagte der Spanier. 

Und dann ist da ja auch noch ein gewisser Mick Schumacher.

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Hamilton freut sich auf neues Reglement

Hamilton blickt entsprechend gespannt in die Zukunft – und das hat auch mit dem ab 2021 geltenden Reglement zu tun.

“Wenn eintritt, was auf dem Papier steht, werden wir wahrscheinlich die seit langer Zeit beste Ära des Rennsports sehen”, sagte der sechsmalige Weltmeister, der nicht an einen Ausstieg denkt: “Ich möchte dabei sein. Ich liebe, was ich tue. Ich sehe keinen Grund, damit aufzuhören.”

Hamilton kündigte harte Verhandlungen mit Mercedes über seine Zukunft an. Da komme es durchaus auch zu einer “Konfrontation”, sagte der 34-Jährige: “Beide Seiten versuchen herauszufinden, was noch geht, ob man noch mehr herausholen und etwas besser machen kann.”

Hamilton: Eher Mercedes als Ferrari

Könnte in Hamiltons Hinterkopf doch ein Wechsel zu Ferrari herumgeistern? Gerüchte dazu gibt es seit Monaten – doch Hamilton hatte diesen vor wenigen Wochen eine Abfuhr erteilt. “Seit ich 13 Jahre alt bin, gehöre ich zur Mercedes-Familie. Das wird sich kaum ändern”, sagte Hamilton dem Blick.

Doch was, wenn es die Mercedes-Familie in dieser Form nicht mehr gibt? Denn noch hat Mercedes das neue Concorde Agreement, das ab 2021 gilt, nicht unterschrieben. Aktuell ist ungewiss, ob Mercedes auch über 2020 hinaus plant, mit eigenem Werksteam an den Start zu gehen.

Wie ABMS aus sicherer Quelle erfahren haben will, steht das Team zum Verkauf. Der US-amerikanische Milliardär Roger Penske (82) gilt als Kandidat, hat im Magazin “Racer” jüngst allerdings einen Medienbericht bezüglich seiner Übernahme als unwahr bezeichnet: “Mein Teller ist voll.”

Hamilton wegen Senna zu Ferrari?

Sollte es Mercedes nicht mehr als eigenes Werksteam geben und Hamilton dennoch seine Karriere fortsetzen wollen, erscheint Ferrari als logische Lösung. Hamilton schwärmte nicht umsonst bereits mehrmals vom Stellenwert von Ferrari in der Formel 1.

Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve nannte bei ABMS noch einen weiteren Grund: “Ich bin sicher, Hamilton würde gerne noch mal zu Ferrari wechseln. Das würde seiner Karriere die Krone aufsetzen. Außerdem würde er dann das vollenden, was seinem großem Idol Ayrton Senna durch seinen Tod verwehrt blieb.”

Ex-Ferrari-Teamchef Jean Todt hatte verraten, dass Senna damals zu Ferrari wechseln sollte. Womöglich holt Hamilton also bald das nach, was seinem Idol nicht möglich war.

Zukunft von Vettel weiter ungewiss

Ganz andere Sorgen hat Vettel. Auch im fünften Jahr bei Ferrari wurde es nichts mit dem ersehnten Titel. Ob die Scuderia weiter auf den Heppenheimer setzen wird, bleibt abzuwarten. Die Beziehung zu Teamkollege Charles Leclerc ist nicht erst seit dem Crash in Brasilien angespannt.

So oder so geht Vettel aber “davon aus, dass ich nach dem nächsten Jahr noch weiter fahre”, das sagte der 32-Jährige bei Sky. (SERVICE: Fahrerwertung)

Und vielleicht ist Vettel 2021 dann auch nicht mehr der einzige Deutsche in der Formel 1 wie im nächsten Jahr, in dem Nico Hülkenberg sein Renault-Cockpit räumen muss.

Mick Schumacher vor Sprung in die Formel 1

Dass Mick Schumacher irgendwann den Sprung in die Königsklasse schaffen wird, gilt als sicher – die Kombination aus Talent und großem Namen öffnet Türen.

Schon jetzt gehört er zur Nachwuchs-Akademie von Ferrari, die Karriere wird sorgfältig und behutsam geplant. Er wolle “eines Tages optimal vorbereitet in die Formel 1″ wechseln, sagt Schumacher stets.

Gut möglich, dass es 2021 nach einem weiteren Jahr in der Formel 2 dann soweit ist. Hamilton rechnet ja ohnehin damit, dass der Transfermarkt nächstes Jahr turbulent wird.

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Ferrari grenzt an Selbstzerstörung

Die Tops und Flops des Brasilien-GP zum Durchklicken:

Der Crash zwischen Sebastian Vettel und Charles Leclerc endete im Aus für beide Ferrari-Piloten.

Klar, dass SPORT1-Kolumnist Peter Kohl die Scuderia zu den Verlierern des Rennens zählt. Für ihn sind an der Misere bei Ferrari aber nicht nur die Fahrer schuld.

Von McLaren und Carlos Sainz ist Kohl dagegen gleichermaßen begeistert. Vor Lewis Hamilton zieht er trotz dessen selbst verursachter Kollision den Hut.

Die Tops und Flops des Brasilien-GP.

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Presse: "Ferrari explodiert"

Die Pressestimmen des Brasilien-GP zum Durchklicken:

Der Große Preis von Brasilien ist für Ferrari im Desaster geendet.

Die Teamkollegen Sebastian Vettel und Charles Leclerc räumten sich kurz vor Rennende gegenseitig ab. Beide Piloten schieden aus.

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Die internationale Presse stürzt sich natürlich auf den teaminternen Zoff bei der Scuderia – und gerade in Italien sieht man die Schuld etwas mehr bei Vettel.

SPORT1 fasst die internationalen Pressestimmen zusammen.

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Nachträglich Dritter: Sainz holt Podest-Party nach

Der Bann von McLaren ist nach fünf Jahren durchbrochen.

Carlos Sainz feierte beim Großen Preis von Brasilien den ersten Podestplatz für das Team seit 2014 – wenn auch auf ungewöhnliche Art und Weise.

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Zunächst fuhr der Spanier auf Rang vier, doch nach einer Strafe gegen Lewis Hamilton, wurde Sainz auf Rang drei geführt. Allerdings geschah dies erst nach der offiziellen Siegerehrung nach dem Rennen. 

Sainz feiert Podium nachträglich

Dennoch feierte Sainz sein erstes Podium ausgiebig. Kurz nach der offiziellen Bestätigung, kletterte Sainz mit einer Flasche Champagner, dem Pokal für Rang drei, der Boxentafel mit dem dritten Platz und einigen McLaren-Mitarbeitern aufs Podest. Dort gönnte er sich auch eine Flasche Bier eines Sponsors.

Teamkollege Lando Norris duschte Sainz anschließend noch vor der Teamgarage mit Champagner ab. “Ein Podium. Es fühlt sich komisch an, nicht dabei gewesen zu sein, nach dem Rennen, aber ich bin immer noch sehr glücklich. Das Rennen heute war unglaublich. Die Ein-Stopp-Strategie war ein bisschen schwierig für mich, aber es hat sich ausgezahlt”, erzählte der 25-Jährige danach. 

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Wie beim Hahnenkampf! Ferrari vor Zerreißprobe

“Mein Gott, muss das sein? So ein Bockmist aber auch!”, funkte Sebastian Vettel nach der Kollision mit Teamkollege Charles Leclerc beim Brasilien-GP auf Deutsch. 

Der Ferrari-Pilot war so aufgebracht, dass ihm offenbar die englischen Wörter nicht mehr eingefallen waren – oder er wollte einfach nur sicherstellen, dass seine Ferrari-Crew nicht versteht, was er flucht.

Kurze Zeit später sah man Vettel einsam und mit verschränkten Armen am Streckenrand stehen. Dachte der viermalige Weltmeister womöglich gerade darüber nach, wie das mit Leclerc und ihm weitergehen soll?

Ferrari lässt beide Fahrer antanzen

Anders als bei einigen Strategie-Entscheidungen in dieser Saison, reagierte zumindest Ferrari geistesgegenwärtig und holte beide Fahrer erst einmal zu einem Briefing ab, bevor die Piloten vor die Kameras treten durften. 

Dementsprechend vorsichtig drückte sich Vettel aus: “Es ist blöd, wenn beide Autos nicht die Zielflagge sehen. Charles hat versucht, zu überholen, ich habe mich auf die nächste Gerade konzentriert und dachte schon, ich wäre vorbei. Dann sind wir zusammengekommen.”

Vettel sieht keine Probleme für die Zukunft

Auch auf die unzähligen weiteren Fragen der Medienvertreter zu diesem Vorfall ließ sich Vettel nichts mehr entlocken. Er betonte nur, dass er zu irgendeinem Zeitpunkt mit Leclerc darüber sprechen werde und er keine Probleme für die Zukunft sehe.

Lediglich eines wollte er klarstellen: “Ich fuhr geradeaus” – gemeint ist die Gerade, auf der es zur Kollision mit Leclerc kam.

Die Fernsehbilder widersprechen dieser Behauptung allerdings und legen eher nahe, dass Vettel sich unmittelbar nach dem Überholmanöver durch Leclerc von seinen Emotionen (nach innen) treiben ließ.

Leclerc sieht Schuld bei Vettel

Leclerc hatte sehr wahrscheinlich das gleiche Briefing vom Team erhalten. Doch der Monegasse konnte es sich trotzdem nicht verkneifen, anzudeuten, dass er Vettel für den Hauptschuldigen am Crash hält.

“Ich habe in Kurve 1 überholt, vor Kurve 3 hat Sebastian versucht, außen vorbeizukommen. Es gab wenig Raum, ich habe ihm den Raum gelassen. Dann hat er mich ein wenig nach innen abgedrängt. Es war sehr eng, es ging sehr schnell”, sagte Leclerc.

Die Stewards sahen das nur zum Teil so. Demnach hätten sowohl Vettel als auch Leclerc den Unfall verhindern können, weshalb beide Piloten straffrei ausgingen. Eine Auffassung, die man durchaus teilen kann.

Wie geht Ferrari damit um?

Doch kann das in Zukunft noch funktionieren mit den beiden? Wie Vettel wies auch sein jüngerer Teamkollege daraufhin, dass Vettel und er “reif genug sind, um das hinter uns zu lassen.”

Entscheidend wird wohl sein, wie Ferrari damit umgeht. Als Vettel 2010 in Istanbul einen sehr ähnlichen Crash mit seinem damaligen Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber hatte, wollte Red Bull augenscheinlich seinen Weltmeister-Piloten und Mann der Zukunft schützen.

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Daher gaben die Red-Bull-Chefs Christian Horner und Dr. Helmut Marko dem Australier die Schuld – obwohl sowohl aktive Fahrer wie Lewis Hamilton, Nico Rosberg als auch zahlreiche Ex-Rennfahrer wie Martin Brundle und David Coulthard die Schuld eher bei Vettel sahen.

Binotto verhält sich diplomatisch

Auf so viel Rückendeckung darf Vettel diesmal nicht hoffen, da nun eher Leclerc in der Rolle des Teamlieblings und Fahrer der Zukunft ist. Teamchef Mattia Binotto verhielt sich dennoch diplomatisch: “Ich möchte jetzt nicht darüber sprechen. Wir brauchen die Zeit, um die Videos zu analysieren.”

Der Italiener stellte bei Sky aber auch klar, dass “der Fehler beider Fahrer uns teuer zu stehen kommt” und wurde sogar noch deutlicher: “Beide Fahrer müssen verstehen, dass sie dem Rennen von Ferrari geschadet haben.”

Zudem kündigte Binotto an, das obligatorische Debriefing (Analyse des Renn-Wochenendes mit Fahrern und Chefs, Anm. d. Red.) abzusagen, “um eine Message an die beiden Fahrer zu schicken”.

Heidfeld: “Brauchen klare Anweisungen”

Vermutlich will er damit auch verhindern, dass die beiden im kleineren Kreis doch noch eine Aussage tätigen, die eine weitere Zusammenarbeit erschweren könnte. Diese wirkt ohnehin instabiler denn je. Kaum vorstellbar, dass ein Fahrer für den anderen im WM-Kampf Drecksarbeit verrichten würde.

Für Nick Heidfeld steht bereits fest, dass Ferrari eingreifen muss, damit so etwas in Zukunft nicht mehr passt. “Die brauchen klare Anweisungen. Man kann die nicht so einfach rumfahren lassen”, sagte der Ex-Pilot bei Sky.

So weit ging Binotto nicht. Der Ferrari-Boss wollte sich die Szene in den nächsten Tagen in Ruhe ansehen, ehe er irgendwelche Schlüsse daraus zieht. Für Vettel sind solche Team-Anweisungen sowieso überflüssig. “Nein, das sollte nicht kommen”, antwortete er bestimmt.

Eine Aussprache zwischen beiden Fahrern soll es laut Vettel “irgendwann” aber geben. Beim Saisonfinale in Abu Dhabi werden so oder so noch mehr Augen als sonst auf Vettel und Leclerc gerichtet sein.

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Vettel stichelt zurück: Verstappen-Pole "bisschen verdächtig"

Ausgerechnet Red-Bull-Pilot Max Verstappen hat Sebastian Vettel die Pole Position beim Brasilien-GP weggeschnappt. Der Niederländer setzte sich im Qualifying vor Vettel und Weltmeister Lewis Hamilton durch. (Formel 1: Rennen des Brasilien-GP, Sonntag ab 18.10 Uhr im SPORT1-Liveticker).

Vor allem die plötzliche Stärke von Red Bull bzw. dem Honda-Motor auf der Geraden sorgte bei Vettel für öffentliche Verwunderung. Als er dies auf der Pressekonferenz grinsend “ein bisschen verdächtig” nannte, fügte Hamilton sogar ein süffisantes “sehr” an. In weiteren Interviews wurde Vettel sogar noch deutlicher.

Dieser Stichelei vorausgegangen waren Verstappens Betrugsvorwürfe, nachdem Ferrari zuletzt in den USA überraschend geschwächelt hatte. Ausgerechnet in dem Rennen, in dem der Weltverband FIA in Sachen Benzinfluss ganz genau hingeschaut hatte.

Vettels Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc hatte nach dem Qualifying andere Sorgen. Sehr selbstkritisch analysierte er seine Leistungen und entschuldigte sich bei seinem Team.

SPORT1 fasst die Stimmen von Sky und RTL sowie von der Pressekonferenz und aus der Boxengasse zusammen.

Max Verstappen (Red Bull, Startplatz 1): ”Mein Auto war schon von Q1 an schnell. Es ist regelrecht geflogen. Das hat wirklich sehr viel Spaß gemacht. Jetzt versuche ich, den Job im Rennen zu vollenden.”

Sebastian Vettel (Ferrari, Startplatz 2): “Aus eigener Kraft können wir einen hervorragenden Start haben. Danach wird es ein sehr schweres Rennen werden. Die Rennpace gestern war nicht gut, heute im 3. Training sah es besser aus. Deshalb bin ich recht optimistisch für das Rennen. Mit den Reifen haushalten wird wichtig sein. Morgen soll es etwas wärmer werden. Der Rest wird sich dann zeigen.”

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…über die Stärke von Red Bull in Brasilien: ”Es war schon eine kleine Überraschung. Nicht, dass sie so schnell waren – aber sie so schnell auf der Geraden zu sehen. Ein bisschen verdächtig. Wir waren immer etwas schneller auf den Geraden. Heute waren Max und Alex (Alexander Albon, Anm. d. Red.) so schnell wie wir. Ich weiß nicht, warum. Wir haben nichts anders gemacht.”

…auf Nachfrage zum gleichen Thema: ”Ich war überrascht über die Geschwindigkeit, die Honda auf der Geraden hatte. Keine Ahnung, wo die herkam. Es ist schon lustig. ich weiß nicht, woher das kommt. Wir waren die ganze Saison über schnell. Sie waren es nicht – und nun sind sie es. Vielleicht müssen die sich mal erklären.”

Lewis Hamilton (Mercedes, Startplatz 3): “Im dritten Training waren wir sehr konkurrenzfähig, aber dann sind wir ein wenig zurückgefallen. Wir haben im Vergleich mit den anderen weniger Power, so haben wir die Zeit verloren. Aber zumindest habe ich die Ferraris gesplittet.”

Valtteri Bottas (Mercedes, Startplatz 4): ”Q1 und Q2 waren meine ersten freien Runden an diesem Wochenende. Das Gefühl war gar nicht so schlecht. Ich war ziemlich überrascht, als ich die Pole-Zeit gesehen habe. Wir waren heute einfach nicht gut genug. Das ist Tatsache.”

Charles Leclerc (Ferrari, Startplatz 14): “Ich habe einen dicken Fehler auf meiner ersten schnellen Runde in der letzten Kurve gemacht. Das hat mindestens drei Zehntel gekostet. Ich bin sehr enttäuscht von mir selbst. Das ist meine Schuld. Das Team hat einen guten Job gemacht und mir ein Auto gegeben, mit dem ich um die Pole hätte kämpfen können. Ich habe meine Leistung im Cockpit nicht gebracht. Deshalb bin ich enttäuscht. Normalerweise mag ich es, von hinten durch das Feld zu pflügen. Nur macht es weniger Spaß, wenn man um Platz drei in der WM kämpft.”

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Historische Pole! Verstappen tritt in Sennas Fußstapfen

Red-Bull-Star Max Verstappen geht von der Pole Position in das vorletzte Formel-1-Rennen der Saison.

Der Niederländer setzte sich im Qualifying zum Großen Preis von Brasilien vor Sebastian Vettel durch, der damit von Rang zwei in sein 100. Rennen für Ferrari startet (Formel 1: Großer Preis von Brasilien, Sonntag ab 18.10 Uhr im SPORT1-Liveticker).

Dritter wurde Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes. “Wir haben im Vergleich mit den anderen weniger Power, so haben wir die Zeit verloren”, sagte der Brite.

Verstappen beschert Honda historische Pole

Für Verstappen ist es die zweite Pole Position der Saison und die zweite seiner Karriere. Der 22-Jährige stellte damit zum ersten Mal seit 1991 wieder ein Fahrzeug mit Honda-Motor in Interlagos auf die Pole. Der letzte Fahrer, dem dies gelungen ist, war niemand Geringeres als Formel-1-Legende Ayrton Senna.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner lobte Fahrer (“Ein brillantes Qualifying”) und Honda: “Wir sind jetzt für drei Rennen in Folge ein Kandidat für die Pole-Position gewesen. Das macht Mut. Wenn man bedenkt, wo sie vor ein paar Jahren waren, dann ist das ziemlich beeindruckend.”

Charles Leclerc (Monaco) im zweiten Ferrari wurde Vierter, wegen des Einbaus des vierten Verbrennungsmotors in seinem Boliden wird er aber um zehn Plätze strafversetzt.

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Verstappen stiehlt Vettel die Show

Ausgerechnet Verstappen, dürfte sich Vettel gedacht haben. Schließlich hat der Jungspund Ferrari zuletzt in Texas der Schummelei bezichtigt – und nun hat Verstappen der Scuderia auch auf der Strecke die Show gestohlen. (SERVICE: Fahrerwertung)

Verstappen legte im Autodromo Jose Carlos Pace eine Zauberrunde vor – und der Rest konnte nicht mehr kontern. Das Supertalent sicherte sich die zweite Pole seiner Karriere und machte seinem Teamchef Christian Horner ein perfektes Geburtstagsgeschenk.

Sein Auto sei regelrecht “geflogen”, sagte Verstappen hinterher: “Ich werde versuchen, den Job morgen zu beenden.” Und Vettel meinte anerkennend: “Er hat die Pole verdient.”

Doch Verstappen will mehr: “Ich werde versuchen, den Job morgen zu beenden.” Und die Statistik spricht für ihn: In der Hybrid-Ära seit 2014 gewann der Polesetter vier der fünf Rennen in Brasilien.

Ferrari-Pilot Leclerc wird strafversetzt

Charles Leclerc (Monaco) im zweiten Ferrari wurde Vierter, wegen des Einbaus des vierten Verbrennungsmotors in seinem Boliden wird er aber um zehn Plätze strafversetzt.

Ferrari steht in Sao Paulo unter ganz besonderer Beobachtung – Stichwort Motoren-Schummelei. Zuletzt in den USA entwickelten die roten Renner ja überraschend wenig Power, ausgerechnet in dem Rennen, in dem der Weltverband in Sachen Benzinfluss ganz genau hingeschaut hatte.

“Das passiert, wenn du aufhören musst zu schummeln”, hatte Verstappen hinterher gesagt. Ferrari wehrte sich, bestritt einen Zusammenhang. Und macht in Sao Paulo insgesamt auch wieder einen deutlich stärkeren Eindruck.

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Vettel Schnellster! Ferrari dominiert Freies Training

Sebastian Vettel darf sich Hoffnungen auf den Sieg in seinem 100. Rennen für Ferrari machen.

Der 32-Jährige hinterließ am Freitag im Training zum Großen Preis von Brasilien (Sonntag, 18.10 Uhr MEZ/RTL und Sky) einen starken Eindruck und drehte in 1:09,217 Minuten die schnellste Runde. Nur 21 Tausendstelsekunden langsamer auf dem 4,309 km langen Kurs in Sao Paulo war sein Teamkollege Charles Leclerc. Der neue und alte Weltmeister Lewis Hamilton (Mercedes) ließ es als Fünfter zunächst ruhig angehen.

“Das war ein vernünftiger Tag. Wir haben verstanden, was das Auto braucht und machen jetzt unsere Hausaufgaben”, sagte Vettel: “Ich glaube, wir können es verbessern – und das müssen wir auch.” Und Hamilton meinte: “Offenbar ist Ferrari an diesem Wochenende wieder schnell, speziell auf den Geraden. Ich bin gespannt, wie sich das Wochenende entwickeln wird.”

Schummelvorwürfe cool gekontert

Nachdem es am Vormittag in Sao Paulo noch teilweise heftig geregnet hatte, blieb es am Nachmittag im Autodromo Jose Carlos Pace trocken – und die Ferrari gaben das Tempo vor. Die Scuderia zeigte damit auch eine starke Antwort auf die zuletzt in den USA laut gewordenen Schummelvorwürfe im Bereich des Motors.

Red-Bull-Pilot Max Verstappen (Niederlande) wurde Dritter. Nico Hülkenberg, der sein Formel-1-Aus für die nächste Saison am Donnerstag bestätigt hatte, landete im Renault auf Rang elf.

Vor den beiden noch ausstehenden Rennen des Jahres liegt Vettel in der WM-Wertung nur auf Platz fünf und hat dabei 19 Punkte Rückstand auf Leclerc. “Der dritte Platz ist das Ziel von Charles, Max und mir. Für mich ist es daher sehr wichtig, dass ich so viele Punkte wie möglich hole”, sagte Vettel vor seinem 100. Rennen für die Scuderia: “Ziel ist es, hier zu gewinnen.”

Die Trainingszeiten im Überblick:

1. Sebastian Vettel (Heppenheim) Ferrari 1:09,217, 2. Charles Leclerc (Monaco) Ferrari 1:09,238, 3. Max Verstappen (Niederlande) Red Bull Honda 1:09,351, 4. Valtteri Bottas (Finnland) Mercedes 1:09,373, 5. Lewis Hamilton (Großbritannien) Mercedes 1:09:440, 6. Kevin Magnussen (Dänemark) Haas Ferrari 1:10,143, 7. Daniel Ricciardo (Australien) Renault 1:10,194, 8. Kimi Räikkönen (Finnland) Alfa Romeo Ferrari 1:10,210, 9. Alexander Albon (Thailand) Red Bull Honda 1:10,275, 10. Carlos Sainz jr. (Spanien) McLaren Renault 1:10,310, 11. Nico Hülkenberg (Emmerich) Renault 1:10,325, 12. Pierre Gasly (Frankreich) Toro Rosso Honda 1:10,352, 13. Antonio Giovinazzi (Italien) Alfa Romeo Ferrari 1:10,419, 14. Daniil Kwjat (Russland) Toro Rosso Honda 1:10,424, 15. Sergio Perez (Mexiko) Racing Point Mercedes 1:10:443, 16. Romain Grosjean (Frankreich) Haas Ferrari 1:10,504, 17. Lance Stroll (Kanada) Racing Point Mercedes 1:10,568, 18. Lando Norris (Großbritannien) McLaren Renault 1:10,700, 19. George Russell (Großbritannien) Williams Mercedes 1:11,818, 20. Nicholas Latifi (Kanada) Williams Mercedes 1:20,010, 21. Robert Kubica (Polen) Williams Mercedes ohne Zeit

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Vettel erklärt Zukunftsplan – Kritik an "künstlicher Show"

Sebastian Vettel will auch nach der Regelrevolution 2021 in der Formel 1 fahren.

Auf die Frage, ob er nach seinem Vertragsende bei Ferrari in einem Jahr weiter fahren wolle, antwortete er bei Sky: “Im Moment weiß ich das nicht, weil ich im Moment keinen Vertrag für 21 habe, aber ich gehe davon aus, dass ich nach nächstes Jahr noch weiterfahre.”

Vettel durchlebt eine schwierige Saison bei Ferrari und wartet noch immer auf seinen ersten Weltmeister-Titel mit der Scuderia. In der Fahrerwertung belegt er zwei Rennen vor Schluss lediglich Platz fünf. Zwischenzeitlich gab es sogar schon Gerüchte, dass Ferrari sich nach einem Nachfolger für den 32-Jährigen umsieht.

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Vettel kritisiert DRS und Co.

Außerdem kritisierte Vettel elektronische Hilfsmittel wie das DRS-System, das als Überhol-Hilfe 2011 in der Formel 1 eingeführt wurde.

“Von denen bin ich nicht überzeugt und kein Fan, weil ich glaube, man sollte es ohne DRS schaffen. Man sollte die Autos so bauen oder die Formel 1 sollte so geregelt sein, dass man nicht auf Hilfsmittel angewiesen ist, um künstlich Show zu erzeugen. Für den Moment mag das hier und da helfen, aber wie gesagt, es wird sich zeigen, ob die neue Formel 1 dann all das besser macht als das heute der Fall ist”, sagte Vettel.

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