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Das steckt hinter dem Machtkampf der Formel 1

“Alle müssen eine Chance haben. Wir brauchen ein Leicester City in der Formel 1.”

Die Worte, die Formel-1-Sportchef Ross Brawn wählte, waren deutlich. Seit Jahren dominieren drei Rennställe das Geschehen. Konkret bedeutet das, dass seit März 2013 jedes Rennen entweder von Mercedes, Ferrari oder Red Bull gewonnen wurde. Andere Teams sind chancenlos.

So soll es in Zukunft nicht weitergehen. So wie Leicester City 2016 aus dem Nichts die Premier League gewann, so sollen auch Siege oder gar Titel anderen Teams in der Königsklasse des Motorsports möglich sein.

Wie das gelingen kann, darüber wird schon lange gestritten – doch inzwischen wird die Zeit knapp. Immer wieder wurde die Frist zur Findung eines neuen Regelwerks verschoben, bis zum 31. Oktober muss nun eine Einigung her.

Auch, weil die Teams anfangen müssen, die Autos für die Saison 2021 zu entwickeln. Aktuell ist das nicht möglich, da ohne ein Regelwerk kaum ein Teil am Auto abgestimmt werden kann.

Doch über welche möglichen Regeländerungen wird am meisten gestritten und welche internen Machtkämpfe blockieren die Entscheidungsfindung? Im SPORT1-Interview gibt Ex-Pilot und Formel-1-Experte Marc Surer seine Einschätzung.

Budgetdeckelung

Eine der in den Augen von Eigentümer Liberty Media vielversprechendsten Maßnahmen ist eine Budget-Obergrenze. Aktuell leisten sich die Topteams mit großem Geldbeutel die besten Ingenieure und sind der Konkurrenz allein deshalb weit voraus.

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Eine Obergrenze von 158 Millionen pro Team soll die Lücke zwischen den verschiedenen Konzernen schließen. Laut Surer ist diese bereits beschlossene Sache, es geht nur noch um Detailfragen. Ein Problemlöser ist die Obergrenze in ihrer jetzigen Form dennoch nicht.

“Das Budgetlimit ist viel zu hoch. Die großen Teams müssen nicht viel zurückschrauben. Nur ein viel tieferes Limit würde den kleinen Teams helfen. An das vorgeschlagene Limit von 158 Millionen kommen die kleinen Teams gar nicht heran und können es somit nicht ausnutzen”, beklagt Surer.

Seiner Ansicht nach hätte nur ein deutlich niedrigeres Limit wirklich etwas verändert.

Einheitsteile für alle Teams

Auch die Einführung von Einheitsteilen steht auf der Agenda ganz oben.

Bei diesem Punkt wird hinter den Kulissen jedoch deutlich mehr gestritten als beim Budget. Sechs der zehn Teams sind dagegen.

Der Grund: Die besten Ingenieure sollen die Möglichkeit bekommen, die besten Autos zu bauen. Star-Designer wie Adrian Newey bei Red Bull wären ansonsten nur noch die Hälfte wert.

Und auch Marc Surer wünscht sich nur wenige einheitliche Teile: “Wir haben bereits bei den Reifen ein einheitliches Modell. Schon da ist die Hälfte der Teams unglücklich. Wenn man das weitertreibt, dann wird die Formel 1 zu einer Einheitsliga und das ist nicht gut.”

Vor allem die Erfahrung aus anderen Rennserien verheißt nichts Gutes.

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“In der Formel 2 und in der Formel 3, wo die Autos komplett einheitlich sind, gewinnen dennoch immer die gleichen Teams. Natürlich würde das Feld etwas zusammenrücken. Aber das ein Team besser arbeitet als das andere, das wird es immer geben. Da werden auch die Einheitsteile nicht viel ausmachen”, macht Surer nur wenig Hoffnung auf Besserung.

“Die DNA der Formel 1 ist es, dass jeder sein Auto entwickeln muss und nicht einen Bausatz bekommt. Das Interesse der Zuschauer ist geweckt, weil Autohersteller dahinterstecken und der Zuschauer sehen will, wer es besser macht als der andere.”

Einheitsserien wie Indy Car verlieren dagegen mehr und mehr das Interesse der Fans.

Statt einheitlicher Teile wünscht sich Surer viel mehr, dass die Teams nur noch begrenzt neue Teile an den Start bringen dürfen. “Topteams bringen bei jedem Rennen neue Teile. Das ist, was Geld kostet und was sich die kleinen Teams nicht leisten können”, plädiert er für nur zwei mögliche Updates pro Saison.

Vereinfachte Aerodynamik

Mit der Übernahme durch Liberty Media änderte sich auch das Design der Front- und Heckflügel. Während zuvor aufgrund vieler Teile an den Flügeln das hintereinander herfahren kaum möglich war, wurde die Anzahl der Teile vor der Saison limitiert und damit das Überholen vereinfacht.

“Liberty Media macht eines ganz richtig. Sie versuchen die Aerodynamik so zu trimmen, dass man hintereinander herfahren kann. In diesem Jahr gibt es bereits deutlich mehr Überholmanöver als in den Jahren zuvor, nur hat man sich inzwischen schon daran gewöhnt”, erinnert der Schweizer.

Gelingt es dem Besitzer der Königsklasse, die komplizierten Frontflügel noch weiter zu vereinfachen, ist dies der “wichtigste Schritt für gutes Racing”.

Mercedes und Ferrari drohen mit Ausstieg

In den letzten Jahren drohte vor allem Ferrari immer wieder mit einem Ausstieg, doch auch Mercedes hat bereits angekündigt, im Falle einer ungünstigen Regeländerung die Formel 1 eventuell verlassen zu wollen.”

Für Marc Surer kein Argument: “Wenn man immer darauf hört, dass jemand droht, dann wird das Reglement mit Angst geschrieben und das soll nicht sein. Man soll mutig sein und nicht immer nur auf die Wünsche der Hersteller, sondern auch auf die Wünsche der Zuschauer hören.

Mit dem immer noch bestehenden Vetorecht der Scuderia hat er indes keine Probleme. “Ferrari ist die Marke, die der Formel 1 am längsten treu geblieben ist. Warum sollen sie nicht einen kleinen Vorteil haben? So lange sie es nicht strapazieren, finde ich das nicht schlimm.”

Angst vor einem Ausstieg der Roten hat der Schweizer ohnehin nicht. “Was wäre Ferrari ohne die Formel 1? Wenn sie aussteigen, dann sind sie einer von vielen. Ferraris werden verkauft, weil sie Formel 1 fahren.”

Die Zeit wird knapp

Langsam wird es ernst für die Verantwortlichen der Formel 1. Der Stichtag zur Präsentation des Regelpakets ist bereits in zwei Wochen. Damit endlich eine Einigung erzielt wird, kommt es für Surer vor allem auf eines an:

“Liberty Media und die FIA müssen sich so stark präsentieren, dass sie die Regeln durchsetzen. In anderen Sportarten werden die Regeln auch nicht von den Teilnehmern gemacht. Im Tennis gibt es seit Ewigkeiten die gleiche Regel. Bis heute versteht keiner die komische Zählweise, aber es ist so. Genauso muss es in der Formel 1 sein. Einer muss das Reglement bestimmen und Schluss.”

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Kimis Sprüche-Feuerwerk: "Vielleicht hatte er noch nie Sex"

Die besten Sprüche von Kimi Räikkönen zum Durchklicken:

Kimi Räikkönen ist zwar nicht mehr der schnellste Pilot. Dennoch gehört der Finne, der seit dem 16. Oktober 2019 40 Jahre alt ist und schon über 300 Rennen auf dem Buckel hat, immer noch zu den interessantesten Figuren der Formel 1.

Der “Iceman” gilt als großer Schweiger. Wenn er aber mal spricht, dann haben die Zuhörer meistens was zu lachen. Manche Sprüche sind so legendär, dass es sie inzwischen sogar auf T-Shirts gibt.

SPORT1 hat Räikkönens beste Sprüche gesammelt.

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So soll die neue F1-Strecke in Miami aussehen

Die neuen Formel-1-Strecken zum Durchklicken:

Mit dem Chaos-Rennen am Hockenheimring ging eine Ära zu Ende. Ab 2020 findet kein Formel-1-Rennen mehr auf deutschem Boden statt, dafür sind andere Rennen neu im Kalender.

Die Königsklasse macht Station in Vietnam und in den Niederlanden, auch ein Rennen in Florida ist in Planung. Dabei ist auch ein NFL-Team involviert.

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SPORT1 zeigt die Bilder der neuen Rennstrecken.

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Nächster Schritt für WM-Lauf in Miami

Die Organisatoren der Formel 1 haben den nächsten Schritt zu einem WM-Lauf in der Florida-Metropole Miami gemacht.

Die Besitzer von Liberty Media einigten sich mit dem Eigentümer des Hard Rock Stadiums auf einen Vorvertrag, um ein solches Rennen ab 2021 rund um die Football-Arena der Miami Dolphins durchführen zu können.

Der Vertrag ist allerdings vorerst nur eine Absichtserklärung. Noch stehen einige Hürden auf dem Weg zur Premiere in Miami, so muss beispielsweise auch die Bezirksbehörde Miami-Dade County entsprechende Pläne absegnen.

Das Strecken-Layout des Kurses soll um das Dolphins-Stadion herumführen. Ursprünglich sollte es bereits in diesem Jahr ein Stopp der Formel 1 an der US-Ostküste geben, doch die Pläne für einen Stadtkurs direkt in Downtown im Bayfront Park waren nach Protesten der Anwohner geplatzt.

Anwohner sollen abstimmen

Das Miami-Dade County will offenbar in den kommenden Wochen die von den neuen Plänen betroffenen Anwohner abstimmen lassen.

Formel-1-Marketingchef Sean Bratches und Tom Garfinkel, Geschäftsführer des Hard Rock Stadium, träumen aber bereits vom großen kommerziellen Erfolg eines WM-Laufes in Miami.

“Mit einem geschätzten Umsatz von 400 Millionen Dollar und 35.000 Übernachtungen wird der Miami-Grand-Prix jährlich zu einem ökonomischen Schwergewicht”, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

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Zukunfts-Zoff: Darüber streiten Formel-1-Bosse und Teams

In der Formel 1 stehen die Zeichen auf Sturm. Im Jahr 2020 läuft der Grundlagenvertrag, den der ehemalige Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ausgehandelt hat, aus.

Doch bereits jetzt gibt es Ärger über die Ausrichtung ab der Saison 2021. Die Formel-1-Bosse wollen eine Formel 1, in der jedes Team Siegchancen hat. Denn seit 2013 gewannen Mercedes, Ferrari und Red Bull alle Rennen. Es herrscht Langeweile. In dieser Woche wollen sich Teams und Veranstalter zu weiteren Verhandlungen treffen.

Formel-1-Bosse wollen Budget-Obergrenze

Dem Veranstalter Liberty Media schwebt eine Budget-Obergrenze von 158 Mio Euro pro Team vor. Formel-1-Sportchef Ross Brawn: “Alle müssen eine Chance haben. Wir brauchen ein Leicester City in der Formel 1.”

Der Außenseiter gewann 2016 die englische Premier League.

Erreichen wollen die Bosse dieses mit einer simpleren Aerodynamik mit strengeren Vorgaben für alle Teams. So sollen alle Autos einheitliche Teile haben. 

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Doch hier regt sich der Widerstand der Teams. Zwar würden diese eine Budget-Obergrenze akzeptieren, einheitliche Autos lehnen die großen Rennställe jedoch ab. Zudem sollen die Gehälter für die Fahrer bei der Obergrenze ausgenommen sein.   

Mercedes und Co. fürchten, ihre Vormachtstellung durch die Vereinheitlichung der Autos zu verlieren. Ihrer Ansicht nach sollten die besten Ingenieure auch die besten Autos bauen dürfen. 

Mercedes droht mit Ausstieg

Womöglich droht sogar der große Knall. Mercedes hält sich einen Ausstieg aus der Formel 1 für Ende 2020 offen. “Es wird gravierende Einschnitte geben, das ist klar. Aber Regeländerungen machen uns keine Angst, weil sie bislang immer gut für uns waren”, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff in der Sport Bild.   

Dem ewigen Rivalen Ferrari steht sogar ein noch größeres Druckmittel zur Verfügung. Die Scuderia besitzt seit 1981 ein schriftliches Vetorecht bei Regelentscheidungen, dass sie wohl auch einsetzen würde. Team-Boss Mattia Binotto: “Es wäre sehr schade, wenn es soweit kommen müsste. Ich hoffe, dass wir den richtigen Kompromiss finden.”

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Hamiltons düsterer Post lässt selbst Mercedes rätseln

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat seine Anhänger mit düsteren Gedanken aufgeschreckt. “Ehrlich gesagt, fühle ich mich gerade danach, alles hinzuschmeißen. Komplett runterzufahren”, schrieb Hamilton auf seinem offiziellen Instagram-Account: “Die Welt ist ein kaputter Ort. Warum soll man sich kümmern, wenn die Welt ein solches Chaos ist und die Menschen nicht den Eindruck machen, dass sie das interessiert.”

Wenig später waren diese Beiträge verschwunden, doch Mercedes bestätigte die Echtheit der Postings. “Ich denke, er bezog sich dabei auf Umweltprobleme und nicht auf irgendetwas, das mit Racing zu tun hat”, sagte Bradley Lord, Leiter der Mercedes-Benz Motorsport Kommunikation, auf SID-Anfrage: “Allerdings weiß ich das nicht genau.”

Hamilton sorgt sich um Tiere und Natur

In düstersten Farben malte Hamilton die Welt: “Es macht mich so traurig zu sehen, dass so viele Leute, selbst enge Freunde, das ignorieren, was jeden Tag passiert.” Ein großes Problem sei die Art und Weise, wie der Mensch mit den Tieren und der Natur umgeht: “Erziehung ist der Schlüssel, uns wurde beigebracht, dass es gut für uns ist, tierische Produkte zu konsumieren. Aber wir sind Hunderte von Jahren lang angelogen worden.”

Es habe ihn selbst 32 Jahre gekostet, um herauszufinden, welchen Einfluss er selbst auf die Umwelt habe, und er versuche jeden Tag aufs Neue, es ein bisschen besser zu machen, schrieb Hamilton: “Ich ermahne euch, tut das auch. Findet das Mitgefühl in euch, erkennt, dass das, was ihr esst, die florierende Fleisch- und Milchindustrie, das Waldsterben, Grausamkeit gegen Tiere, gegen die Meere und das Klima jeden Tag aufs Neue unterstützt.” 

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Hamiltons Forderung ist eindeutig: “Werdet vegan. Es ist die einzige Chance, unseren Planeten wirklich zu retten, und es ist einfach. Ihr müsst nur mal darüber nachdenken.”

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Er selbst wolle sich “einen Moment lang zurückziehen und meine Gedanken sammeln. Danke an alle, denen die Welt wichtig ist.”

Es ist nicht das erste Mal, dass der fünfmalige Formel-1-Weltmeister mit kryptischen Postings für Aufsehen sorgt. Anfang 2018 verordnete er sich außerdem schon einmal eine Pause von den sozialen Netzwerken und löschte damals alle seine Beiträge.

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Bremsbetrug von Renault in Formel 1?

Das Rennwochenende in Japan endete für Renault nach einem enttäuschenden Qualifying mit den Plätzen 15 und 16 am Ende noch erfolgreich.

Daniel Ricciardo krönte seine Aufholjagd nach der Strafe gegen Charles Leclerc mit einem starken sechsten Platz. Teamkollege Nico Hülkenberg konnte mit Position zehn immerhin noch einen Punkt einfahren.

Jetzt droht dem Werksteam allerdings Ärger und der Verlust der Punkte.

Racing Point, ein direkter Konkurrent von Renault um Platz fünf in der Konstrukteursweltmeisterschaft legte Protest gegen die Franzosen ein, weil diese in Suzuka ein illegales Bremssystem verwendet haben sollen. Die Beschwerde wurde vom Automobilweltverband FIA bereits zugelassen.

Was liegt gegen Renault vor?

Schon am Sonntag nach dem Rennen hat Racing Point ein zwölfseitiges Dokument bei der FIA eingereicht und offiziell Protest eingelegt. Hintergrund soll ein illegales Bremssystem an beiden Renaults sein, die das Team von Besitzer Lawrence Stroll erkannt haben möchte.

Dabei soll es sich um ein System handeln, die die Bremsbalance zwischen vorderer und hinterer Bremse je nach Position auf der Strecke automatisch verstellen kann. Laut Regelwerk darf die Bremsbalance allerdings nur vom Fahrer selbst verändert werden. 

Renault hätte bei einem Verstoß gleich gegen mehrere Regeln des sportlichen Reglements verstoßen. In Artikel 27.1 heißt es: “Der Pilot muss das Auto alleine und ohne Hilfe fahren.” Desweiteren würde auch noch ein Verstoß gegen Artikel 11.1.3 des technischen Reglements vorliegen: “Jedes System, das dazu in der Lage ist, die Konfiguration oder die Performance eines Teiles des Bremssystems zu beeinflussten, ist verboten.”

Racing Point soll an die Informationen angeblich durch einen früheren Mitarbeiter des Rivalen gelangen sein. Renault kündigte an, eine umfangreiche Verteidigung gegen die Vorwürfe vorzubereiten.

Droht Renault eine Disqualifikation?

In den nächsten Tagen muss die FIA klären, ob der Vorwurf gegen Renault berechtigt ist. schon Ende der Woche kann es zu einer Entscheidung kommen.

Lenkräder und Steuerelektronik wurden vom Weltverband bereits beschlagnahmt und werden jetzt eingehend überprüft.

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Dem Team droht, wenn sich der Fall bestätigt ein Ausschluss vom Rennen in Japan. Damit würden die Konkurrenten Toro Rosso (59 Punkte) und Racing Point (54) in der Teamweltmeisterschaft heranrücken. Renault liegt derzeit bei 77 Zählern.

Vorläufig bleibt das Klassement des Großen Preises von Japan provisorisch und Renault darf seine Punkte noch behalten.

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Das bleibt vom irrsten Formel-1-Rennen des Jahres

Die Kolumne von Peter Kohl zum Großen Preis von Russland zum Durchklicken: 

Mercedes-Pilot Valtteri Bottas hat einen völlig verrückten Großen Preis von Japan gewonnen. 

Bereits am Start kommt es zum ersten Aufreger mit dem Fehlstart von Sebastian Vettel, der nicht geahndet wurde. In der ersten Kurve kommt es zum Crash zwischen Charles Leclerc und Max Verstappen.

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Am Ende wird das Rennen sogar eine Runde zu früh beendet.

SPORT1-Kolumnist Peter Kohl blickt auf die Tops und Flops zurück.

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Warum Vettel doppelt chancenlos war

Beim Großen Preis von Japan hat sich Sebastian Vettel einen Fehlstart geleistet und die Führung nach nur wenigen Metern verloren.

Der Deutsche gab schon vor dem Erlöschen der Ampeln zunächst Gas, stoppte dann und beschleunigte wieder. Die Rennkommissare sahen von einer Strafe ab, Rang eins war dennoch umgehend an Valtteri Bottas verloren.

Am Ende reichte es in Suzuka nur zu Platz zwei. Aber auch Teamkollege Charles Leclerc patzte: Bereits in der ersten Kurve fuhr der Monegasse Red-Bull-Pilot Max Verstappen seitlich ins Auto.

Später kassierte er dafür eine 15-Sekunden-Zeitstrafe und zwei Strafpunkte. Für Ferrari gab es außerdem eine Geldstrafe in Höhe von 25.000 Euro wegen des Boxenstopps, der trotz kaputten Frontflügels nicht stattfand. (Teamwertung der Formel 1)

Nächste Enttäuschung für Ferrari perfekt

Die nächste selbstverschuldete Enttäuschung für Ferrari war perfekt, Mercedes bekam den vorzeitigen Konstrukteurstitel auf dem Silbertablett serviert. Bottas fuhr den Rennsieg ein, Lewis Hamilton wurde Dritter.

Vettel zeigte sich nach dem Rennen einsichtig: “Es war mein Fehler. Die Ampeln waren lange an. Ich habe dann schlicht zu früh reagiert. Mein Start war wirklich schlecht, ich habe den ganzen Schwung verloren.”

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Vettel: “Hätten keine Chance gehabt”

Doch hat Vettel mit seinem Stotterstart tatsächlich den Sieg verschenkt? Wohl kaum. “Man hat gesehen, dass uns heute der Speed gefehlt hat. Platz zwei war wohl das Maximum”, analysierte der Heppenheimer nach dem Rennen.

Selbst wenn er seine Führungsposition nicht abgegeben hätte, wäre es schwer geworden, war sich Vettel sicher. ”Ich denke, die zwei Mercedes hätten dann den Vorteil ausgespielt, dass sie mit beiden Autos hinter uns gewesen wären. Dann hätte man mit Sicherheit versucht, mit einem Stopp zu überleben, um auf Sieg zu fahren. Der Speed, den Mercedes heute hatte, spricht dafür, dass wir keine Chance gehabt hätten. Man muss dann auch realistisch sein”, erklärte der 32-Jährige.

Für Mercedes sei die Lage dank der miesen Starts aber auch komfortabel gewesen: “Bottas lag locker in Führung, Hamilton war hinter mir, da hast du taktisch einen größeren Spielraum.”

Ferrari-Sieg wäre möglich gewesen

Dabei hatte der Rennsonntag eigentlich überraschend erfolgreich für die Scuderia angefangen.

Vettel sicherte sich im Qualifying, das wegen des schweren Taifuns Hagibis von Samstag auf Sonntagvormittag (Ortszeit) verschoben wurde, die 57. Pole seiner Karriere. Leclerc komplettierte als Zweiter die erste Startreihe für die Scuderia. (Fahrerwertung der Formel 1)

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“Wir sind etwas überrascht. Das war nicht das, was wir nach den Trainingseindrücken am Freitag erwartet haben”, sagte Vettel nach der Qualifikation. “Es ist schön, aber es ist erst ein Teil des Jobs erledigt.”

Vettel: “Hätten besser zusammenarbeiten können”

Beim zweiten Teil des Jobs wendete sich das Blatt dann bekanntermaßen. Doch es hätte auch anders kommen können. Dazu hätten allerdings beide Ferrari-Piloten eine sauberen Start hinlegen müssen. (DATENCENTER: Ergebnis des Japan-GP)

“Ich glaube, dass wir (Vettel und Leclerc, Anm. d. Red.) vielleicht ein bisschen besser zusammenarbeiten können, wenn wir beide vorne gewesen wären. Aber das war ja schon nach ein paar Sekunden nicht mehr der Fall”, schilderte Vettel. 

Durch die mögliche Ferrari-Doppelspitze wäre Mercedes zu mehr Risiko gezwungen gewesen und hätte wohl nur einen Ferrari überholen können.

Doch der Fehler von Leclerc manifestierte letztlich auch Vettels Schicksal, der am Ende mit Händen und Füßen um Platz zwei kämpfte – und damit unter den gegebenen Umständen wohl das Maximum herausholte.

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Hamilton hadert mit Strategie – und selbst Vettel wundert sich

Zehn Runden waren beim Großen Preis von Japan noch zu fahren, als Lewis Hamilton – zu diesem Zeitpunkt in Führung liegend – in die Boxengasse abbog.

Die Entscheidung sorgte für Verwunderung, fuhr Hamilton doch klar auf Siegkurs und hatte ein Polster von gut zehn Sekunden auf Teamkollege Valtteri Bottas. Auf Sebastian Vettel war der Vorsprung sogar noch einmal acht Sekunden größer.

Doch durch den Boxenstopp, der aus regeltechnischer Sicht nicht notwendig gewesen wäre, da Hamilton bereits beide Reifentypen gefahren hatte, fiel er hinter die beiden zurück. Im Anschluss konnte er aufgrund des Geschwindigkeitsvorteils von Vettels Ferrari auf der Geraden nicht mehr kontern und wurde nur Dritter. (Die Stimmen zum Großen Preis von Japan)

Mercedes-Strategie verwundert

“Was muss ich tun, um zu gewinnen?”, hatte er kurz vor dem Stopp noch via Boxenfunk gefragt.

Eine Antwort war im TV nicht zu hören, doch es war ohnehin klar: Wäre Hamilton bis zum Ende des Rennens draußen geblieben, hätte er mutmaßlich den Sieg davongetragen. (DATENCENTER: Ergebnis des Japan-GP)

Seine Rundenzeiten waren auf dem Niveau seiner Verfolger, selbst einen nicht allzu eklatanten Einbruch der Pneus hätte er angesichts der Schwierigkeit des Überholens in Suzuka wohl relativ schadlos überstanden. Bottas hätte ihn vermutlich sowieso nur angreifen dürfen, wenn auch Vettel in Schlagdistanz gekommen wäre.

Wolff: “Wäre nicht ganz fair gewesen”

Doch da Mercedes zuvor Bottas auf Siegkurs liegend reingeholt hatte, um sich gegen Vettel zu covern, musste auch Hamilton kommen. 

“Es war eine Überlegung wert”, sagte Wolff zur möglichen Einstoppstrategie, “aber wir haben ja auch Valtteri mit der Strategie zurückgehalten. Also wäre es nicht ganz fair gewesen.”

Bottas hatte zudem nach seinem zweiten Boxenstopp extra gefragt, ob auch Hamilton noch einmal in die Box komme, was ihm das Team zusicherte. Der Finne traute dem Frieden nicht und fragte noch einmal nach, ob das sicher sei, was ihm erneut bestätigt wurde. (Teamwertung der Formel 1)

Hamilton ist Frust anzumerken

Hamilton war der Frust während der obligatorischen Siegerinterviews nach der Zieldurchfahrt deutlich anzumerken. Relativ schmallippig und ohne ins Detail zu gehen, beantwortete er die Fragen von Ex-Pilot Paul di Resta.

Auf die Frage, ob er es ohne einen weiteren Stopp ins Ziel geschafft hätte, antwortete er etwas später: ”Ich hätte es vielleicht mit besseren Anweisungen geschafft. Sie meinten, es wäre besser, eine Zweistoppstrategie zu fahren, weil der Reifenabbau so hoch war.” 

Hamiltons Stimmungslage blieb auch der Konkurrenz nicht verborgen. “Lewis klang nicht so glücklich mit seiner Strategie. Vielleicht wäre er mit einem Stopp besser bedient gewesen”, sagte Vettel, der vom Boxenstopp des fünfmaligen Formel-1-Weltmeisters profitierte.

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“Hätte es ins Ziel geschafft”

Dieser Ansicht war auch Hamilton. “So wie ich die Reifen da beansprucht habe, würden die niemals bis zum Ende halten. Hätte man mir aber von Beginn an gesagt, dass wir den Stint strecken würden, dann hätte ich es wohl bis ins Ziel geschafft”, mutmaßte der Brite.

Hamilton merkte auch an: “Die Strategie hätte besser sein können für mich. Wir hätten Platz eins und zwei holen können, aber darüber müssen wir hinter verschlossenen Türen reden.”

Auf eine öffentliche Diskussion ließ sich der 34-Jährige zwar nicht ein, wo der Fehler aus seiner Sicht lag, machte Hamilton aber deutlich. “Ich habe alles gemacht, was ich konnte in der Situation, in der ich war”, erklärte Hamilton auf die Frage, wie er Rang zwei hätte erobern können.

Hamilton beschwert sich mehrmals

Bereits während des Rennens hatte sich Hamilton mehrmals am Boxenfunk über die Strategie beschwert, da er deutlich später als Bottas und Vettel in die Box beordert wurde. Als er nach dem Stopp mit über 20 Sekunden Rückstand zurück auf die Strecke kam, fragte Hamilton irritiert: “Warum habe ich so viel Zeit verloren?”

“Der Reifenabbau ist viel höher als erwartet. Wir haben Zeit hinter Vettel verloren”, antwortete ihm sein Renningenieur. Hamiltons Antwort: “Dann bin ich ja aus dem Rennen (um den Sieg, Anm. d. Red.)! Warum habt ihr mir keine harten Reifen gegeben? Könnt ihr mir das bitte erklären?”

Hamilton wollte aber am Ende kein großes Fass aufmachen: “Das (die Strategie, Anm. d. Red.) spielt doch jetzt keine Rolle mehr. Wichtig ist, dass Mercedes auf dem gleichen Level mit Ferrari ist und den Konstrukteurstitel geholt hat. Ich habe Respekt vor dem Team, was sie erarbeitet haben, und dass wir auf Kurs geblieben sind. Valtteri hat einen super Job gemacht.”

Hamiltons Weg zum sechsten WM-Titel ist schließlich nicht gefährdet und er weiß, dass er die Unterstützung von Bottas im nächsten Jahr wieder gut gebrauchen kann. Da kann man dem Teamkollegen schon einmal einen Sieg gönnen.

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