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Pannenteam Ferrari läuft die Zeit davon

Mit versteinertem Gesicht stand Sergio Marchionne in der Ferrari-Garage.

Der Fiat-Chef musste in Shanghai hilflos mit ansehen, wie sich sein Team schon nach wenigen hundert Metern um alle Siegchancen brachte.

Dabei hat Marchionne einen seiner seltenen Rennbesuche mit einem klaren Auftrag verknüpft: Siege sollten her. Pronto! “Die Uhr tickt”, machte er der Scuderia Druck. Doch wie schon im Qualifying am Samstag stand sich die Scuderia selbst im Weg.

Kwjat macht Vettels Spiel nicht mit

Kimi Räikkönen verbremste sich nach dem Start in der ersten Kurve und driftete nach außen, Daniil Kwjat machte Druck von der Kurveninnenseite, und der zwischen beiden eingeklemmte Sebastian Vettel fand den einzigen Ausweg im rechten Hinterrad seines Teamkollegen.

Für Räikkönen ging es zur Reparatur an die Box, für Vettel mitten hinein ins Hauen und Stechen auf den hinteren Punkterängen, während die Spitze auf und davon war.

Vettel schob die Schuld für die Kollision anschließend auf “Torpedo” Kwjat. Doch der nutzte lediglich den Platz, dem ihn Vettel ließ, um innen vorbei zu ziehen. “That’s racing”, ließ der Russe den aufgebrachten viermaligen Weltmeister abblitzen. Ganz Unrecht hatte Kwjat damit nicht (Die Stimmen zum Rennen).

Zwar kämpfte sich Vettel letztlich noch auf den zweiten Rang, Räikkönen wurde Fünfter, doch der im Ferrari-Land erhoffte Großangriff auf Mercedes war vertagt - einmal mehr.

Hoffnungsschimmer trotz Kollision

Ferrari-Boss Marchionne machte nach dem Rennen dennoch gute Miene zum bösen Spiel. “Die Autos hätten ein tolles Resultat erzielt, wenn die Kollision am Anfang nicht gewesen wäre. Das war das dritte Rennen. Ich denke, wir sind auf einem richtigen Weg.”

Auch Sebastian Vettel sah einen Hoffnungsschimmer. “Wir kommen so langsam in Schwung. Der Auftakt war nicht so toll, aber jetzt stehen wir besser da als letztes Jahr”, zog der Heppenheimer ein durchaus positives Fazit.

Doch so viel Lob Vettels Aufholjagd nach dem Start-Crash verdient, so prekär ist die Situation im Titelkampf. Vettels Rückstand auf WM-Spitzenreiter Nico Rosberg beträgt bereits 42 Punkte.

Rückstand auf Mercedes riesig

Rosberg allein holte mehr Zähler als beide Ferrari-Piloten zusammen (75:61). Und noch vor dem Duo winkt der in China von einem Reifenplatzer aller Siegchancen beraubte Daniel Ricciardo im Red Bull auf dem dritten Rang hinter den Silberpfeilen. In der Konstrukteurswertung beträgt der Rückstand auf Mercedes bereits satte 53 Punkte – trotz der Seuchenserie bei Weltmeister Lewis Hamilton.

Wenn Ferrari im Rennen um den WM-Titel noch ein gehöriges Wörtchen mitreden will, müssen die eigenen Patzer deshalb schleunigst abgestellt werden, am besten schon beim nächsten Rennen im russischen Sotschi. Denn wie Sergio Marchionne schon sagte: Die Uhr tickt.

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