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Bei den Sternenrittern schrillen die Alarmglocken

Die Kolumne von Peter Kohl zum Singapur-GP zum Durchklicken:

In Singapur gewinnt Sebastian Vettel erstmals nach fast 400 Tagen wieder ein Formel-1-Rennen. Trotz des Ferrari-Doppelsieges gibt es aber Unstimmigkeiten mit Teamkollege Charles Leclerc. 

Mercedes landet auf seiner Paradestrecke dagegen nicht einmal auf dem Podium und muss sich mit den Plätzen vier und fünf begnügen.

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Peter Kohl kritisiert in seiner SPORT1-Kolumne die aktuelle Verfassung der Silberpfeile und hört die Alarmglocken schrillen. 

Zudem ordnet er die Bedeutung des Sieges von Sebastian Vettel ein. Die Tops und Flops.

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Hamilton schlägt nach Singapur-Debakel Alarm

Beim Großen Preis von Singapur sicherte sich Ferrari den dritten Sieg in Serie. Nach zwei Erfolgen von Charles Leclerc stand dieses Mal Sebastian Vettel ganz oben. 

Grund genug für Mercedes-Pilot Lewis Hamilton Alarm zu schlagen. “Ich gebe mich bei meinem Vorsprung in der Gesamtwertung keinen Illusionen hin. Noch ist der Titel nicht gewonnen”, sagte der Brite nach einem enttäuschenden Nachtrennen, bei dem beide Silberpfeile das Podest verpassten.

Demnach kann sich das Polster des fünffachen Weltmeisters “rasch in Luft auflösen”.

Kein Mercedes-Update demnächst

Vor allem die Stärke der Scuderia macht Hamilton Sorgen. Beim Rennen in der asiatischen Hitze hatte der Rennstall aus Maranello einige Updates an den Start gebracht. Unter anderem erschien der Frontflügel in neuem Design. Bei den Silberpfeilen sieht es dagegen nicht danach aus, als ob das Team in naher Zukunft ein erfolgversprechendes Update an den Start bringen würde.

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“Upgrades sind eine Sache, die über Monate in Planung ist. Du kannst nicht einfach hergehen und sagen, ich hätte nächste Woche bitte gerne ein Update. Das erfordert eine monatelange Planung”, erklärte der Brite. Wann Mercedes technisch nachlegt, weiß Hamilton eigenen Angaben zufolge nicht.

“Ich glaube nicht, dass es beim nächsten Rennen ist. Und ich weiß auch nicht, wie viel wir in den restlichen Rennen bekommen werden”, berichtete der fünfmalige Weltmeister.

Auch deshalb erwarte er “schwierige” letzte Saisonrennen.

Ferrari schwer zu schlagen

Dass die Scuderia nach einigen schlechten Rennen zu Beginn inzwischen bärenstarke Leistungen bringt, liegt laut Hamilton nicht nur an den technischen Neuerungen. “Vielleicht hatten sie schon das ganze Jahr über ein gutes Auto, aber vielleicht hat es einfach nicht das richtige Arbeitsfenster gehabt”, so der Brite weiter.

Eine Sache ist für den 34-Jährigen in jedem Fall klar. “Das Auto funktioniert jetzt überall richtig gut. Es dürfte daher schwierig werden, Ferrari zu schlagen, wo sie doch auf den Geraden auch so schnell sind.”

Der sechste Weltmeistertitel dürfte Hamilton dennoch schwer zu nehmen sein. Sechs Rennen vor Saisonende liegt er 96 Punkte vor Leclerc und Max Verstappen im Red Bull. Sebastian Vettel ist sogar 102 Punkte zurück. Einzig Teamkollege Valtteri Bottas ist mit 65 Punkten Rückstand ein wenig mehr in Reichweite.

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Presse huldigt: "Vettel bringt die Welt zum Schweigen"

Die Pressestimmen zum Singapur-GP zum Durchklicken:

Beim Großen Preis von Singapur gelingt Sebastian Vettel der erste Sieg seit mehr als einem Jahr. Charles Leclerc muss sich nach einem Boxenstopp dagegen hinter seinem Teamkollegen einordnen.

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Die internationalen Medien sind von der Wiederauferstehung des Deutschen begeistert, verschweigen jedoch auch die Unzufriedenheit des Monegassen nicht.

SPORT1 fasst die Pressestimmen zusammen.

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Erlösung für Vettel nach wilder Strategieschlacht

Er kann es doch noch! Sebastian Vettel hat im Reifenpoker von Singapur seinen ersten Grand-Prix-Sieg seit 392 Tagen gefeiert – und aus seiner größten sportlichen Krise heraus die Auferstehung in der Formel 1 geschafft.

Der angezählte Ex-Champion triumphierte in einer zeitweise unvorhersehbaren Strategieschlacht unter Flutlicht vor seinem wütenden Teamkollegen Charles Leclerc. Der junge Monegasse, zuletzt Sieger in Spa und Monza, fühlte sich vom Team um den Sieg gebracht. Der Machtkampf bei Ferrari dürfte damit endgültig entbrannt sein.

Vettel: “Es fühlt sich süß an”

“Es fühlt sich süß an. Es war ein großartiges Rennen”, sagte Vettel, der zuletzt beim Großen Preis von Belgien 2018 triumphiert hatte und sich jüngst schon mit Rücktrittsgerüchten konfrontiert sah. Die vergangenen Wochen seien “nicht einfach für mich gewesen, aber ich habe so viel Unterstützung bekommen, so viele Briefe und Nachrichten von Menschen, die mir Mut zugesprochen haben. All das habe ich heute ins Auto gepackt”, führte Vettel nach seinem 53. Grand-Prix-Sieg und dem fünften in Singapur (Rekord) aus.

Neben Sieger Vettel stand ein sichtlich angefressener Leclerc auf dem Podium. Der junge Monegasse, erster Verlierer einer aufreibenden Strategieschlacht unter Flutlicht, fühlte sich nach seinen Triumphen in Spa und Monza vom Team um den Hattrick gebracht, während Vettel seine sportliche Auferstehung und den ersten Ferrari-Doppelsieg seit fast 26 Monaten auskostete.

“Ich freue mich sehr für Seb, er hat es verdient”, sagte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto bei RTL: “Es gab so viele Rennen, in denen er gut gefahren ist und es trotzdem nicht gereicht hat. Das war jetzt wichtig. Wir haben bei der Rennstrategie die richtigen Entscheidungen getroffen und beide Autos nach vorne gebracht.” Leclerc werde “verstehen, worum es ging. Er ist ein Teamplayer”, führte Binotto aus.

Ferrari feiert dritten Sieg in Folge

Trotz des dritten Ferrari-Sieges in Folge und des ersten Doppelerfolgs der Scuderia seit Ungarn 2017 dürfte der WM-Titel aber an Lewis Hamilton gehen. Der amtierende Champion im Mercedes verpasste als Vierter zwar das Podest, welches der Niederländer Max Verstappen (Red Bull) komplettierte. (Teamwertung der Formel 1)

Hamilton liegt bei sechs ausstehenden Rennen mit 296 Punkten in der Fahrerwertung aber immer noch komfortabel vor seinem diesmal fünftplatzierten Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas (Finnland/231) sowie Leclerc (200), Verstappen (200) und Vettel (194). Renault-Pilot Nico Hülkenberg fuhr als Neunter in die Punkte. Der 32-Jährige aus Emmerich ist noch ohne Cockpit für die kommende Saison.

Die Pole-Position vom neuen Ferrari-Star Leclerc vor Hamilton und Vettel hatte vor dem 15. Saisonlauf alle überrascht. Ein umfangreiches Aerodynamik-Update katapultierte die 2019 insgesamt enttäuschende Scuderia am Samstag fast schon sensationell an die Spitze auf einer Strecke, die auf dem Papier vor allem Mercedes liegen sollte. (Fahrerwertung der Formel 1)

Leclerc schont die Reifen

Nachdem Leclerc beim Start die Führung vor Hamilton und Vettel souverän verteidigte, ließ es der Monegasse auf dem engen Stadtkurs bewusst langsam angehen. Auf diese Weise schonte er die Reifen und minimierte wegen des dicht beisammen liegenden Feldes das Risiko, dass die Konkurrenz versucht, durch einen früheren Boxenstopp an ihm vorbeizukommen.

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Zwischenzeitlich fuhr der Ferrari-Pilot pro Umlauf 13 Sekunden langsamer als bei seiner Pole-Zeit. Schnellster Mann im Feld im ersten Rennviertel war so Hülkenberg, der nach einer Berührung mit dem McLaren von Carlos Sainz bereits nach einer Runde zum Reifenwechsel an die Box kam und hinter dem Feld freie Fahrt hatte.

Als erster Fahrer aus der Spitzengruppe steuerte Vettel nach 19 Runden die Box an. Der Heppenheimer legte danach eine Top-Zeit hin – und kam so an Leclerc vorbei, der nur eine Runde später zum Reifenwechsel kam. Leclerc reagierte im Funk fassungslos: “Was zur Hölle?!” Später polterte er: “Ich verstehe diese Strategie überhaupt nicht.”

Hamilton hat mit abbauenden Reifen zu kämpfen

Der Poker der Top-Teams spitzte sich weiter zu. So verlor Hamilton, der nach Leclercs Reifenwechsel die Führung übernommen hatte, aufgrund plötzlich stark abbauender Pneus so viel Zeit, dass er nach seinem Stopp in Runde 26 hinter Vettel, Leclerc und Verstappen zurückfiel. Vor Bottas kehrte Hamilton nur wieder auf die Strecke zurück, weil der Finne für den WM-Leader vom Gas gehen musste.

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In Runde 31 überholte Vettel den Italiener Antonio Giovinazzi im Alfa Romeo, der seine Reifen noch nicht gewechselt hatte, und übernahm die Führung. Das Feld rückte zusammen, als wenig später das Safety-Car ausrückte – wie bei allen vorherigen elf Rennen in Singapur.

Der Ferrari-Kommandostand geriet zunehmend in Sorge und sagte Leclerc vor dem zweiten von drei Re-Starts, er solle “nichts Dummes” machen. Der gab zurück: “Ich will alles”. Später erklärte er: “Ich werde nichts Dummes machen oder den Doppelsieg gefährden. Ich denke nur, dass es unfair ist.”

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"Kompletter Bullshit": Vettel lehnt Reformvorschlag ab

In der Formel 1 kursieren seit Monaten Forderungen nach Regeländerungen, die die Königsklasse des Motorsports wieder spannender gestalten sollen.

Ein Vorschlag ist, die Startaufstellung für das Rennen so festzulegen, dass die schnellsten acht oder zehn Piloten des Qualifyings in umgekehrter Reihenfolge starten. Der Pilot, der die Bestzeit gefahren hat, müsste also aus dem Mittelfeld ins Rennen gehen.

Diese Idee hat Sebastian Vettel mit klaren Worten abgelehnt. “Das ist kompletter Bullshit”, sagte der Ferrari-Pilot bei der Pressekonferenz der drei schnellsten Piloten nach dem Qualifying in Singapur. (Rennen, So. ab 14.10 Uhr im LIVETICKER)

Vettel: “Das ist nicht die Lösung”

“Wir wissen, dass wir einige Sachen verbessern müssen. Wir müssen das Feld wieder näher zusammenbringen”, forderte er. Aber der Vorschlag einer umgekehrten Startreihenfolge sei definitiv nicht die Lösung.

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“Ich weiß nicht, welches Genie auf diese Idee gekommen ist”, erklärte Vettel ironisch. “Aber das ist der komplett falsche Ansatz.”

Auch Lewis Hamilton steht diesem Vorschlag sehr ablehnend gegenüber. “Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll”, so der fünfmalige Weltmeister: “Die Leute, die das vorgeschlagen haben, wissen gar nicht, wovon sie sprechen.”

Leclerc: “Der Beste soll von vorne starten”

Charles Leclerc, der sich in Singapur die Pole-Position sicherte, kann sich ebenfalls nicht vorstellen, dass dieser Weg die Lösung für die Probleme der Formel 1 ist. “Der Beste soll gewinnen und von der ersten Position starten. Die Startreihenfolge sollte nicht umgedreht werden”, sagte der Monegasse.

Im Gegensatz zum Top-Trio der Qualifikation von Singapur kann sich Toro-Rosso-Pilot Daniil Kvyat zumindest teilweise mit der Idee anfreunden. “Ich denke, es wäre zumindest eine Übergangslösung”, sagte der Russe bei Motorsport.com. Eine Lösung für das eigentliche Problem sei es jedoch nicht.

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Um die Chancengleichheit der Piloten zu erhöhen, wurde die Idee der umgekehrten Startreihenfolge beispielsweise in der Formel 2 und im Tourenwagen-Weltcup bereits umgesetzt.

Allerdings kommt diese Regel nur in einem von mehreren Läufen pro Rennwochenende zur Anwendung.

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Singapur-Qualifying: Ricciardo nachträglich disqualifiziert

Der australische Formel-1-Pilot Daniel Ricciardo hat seinen achten Startplatz beim Großen Preis von Singapur verloren.

Der Renault-Teamkollege von Nico Hülkenberg wurde nach dem Qualifying disqualifiziert, da aus dem Energierückgewinnungssystem seines Wagens (MGU-K) mehr als die maximal erlaubten 120 Kilowatt flossen. 

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Die MGU-K ist Teil des Hybrid-Antriebsstrangs, der kinetische Energie in Strom umwandelt. Wegen des von den Stewards festgestellten Verstoßes wurden alle Rundenzeiten von Ricciardo gestrichen. 

Der 30-Jährige darf am Rennen am Sonntag (ab 14.10 Uhr im SPORT1-LIVETICKER) teilnehmen. Es steht aber noch nicht fest, ob Ricciardo am Ende des Feldes oder in der Boxengasse starten muss.

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Zumindest vor Leclerc: Vettel in Singapur die dritte Kraft

Endlich mal wieder schneller als der gefeierte Teamkollege, aber ganz klar nur die dritte Kraft: Für den viermaligen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel deutet auch auf einer seiner Lieblingsstrecken wenig auf den großen Befreiungsschlag hin.

Im Freitagstraining zum Großen Preis von Singapur belegte der viermalige Formel-1-Weltmeister aus Heppenheim in 1:39,591 Minuten mit einigem Rückstand auf die Spitze den dritten Platz.

Dabei ließ der 32-Jährige seinen zuletzt zweimal siegreichen Ferrari-Teamkollegen Charles Leclerc (Monaco/1:40,018) um fast eine halbe Sekunde und drei Ränge hinter sich. “Es ist Freitag, dafür kann ich mir nichts kaufen, das war auch nicht das Ziel”, sagte Vettel nach der Einheit.

Die beiden roten Renner dürften bei dem glamourösen Nachtrennen (Formel 1, Großer Preis von Singapur am So. ab 14.10 Uhr im LIVETICKER) nur Außenseiterchancen auf den Sieg haben. Auf einer Runde waren Weltmeister und WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton (England/Mercedes) in 1:38,773 Minuten sowie der Niederländer Max Verstappen im Red Bull in 1:38,957 Minuten ein gutes Stück besser als der seit 23 Rennen sieglose Vettel.

Vettel: “Es gibt noch viel zu tun”

“Mercedes ist um einiges schneller als wir. Es gibt noch viel zu tun. Das Auto rutscht ein bisschen, man hat dann nicht das Vertrauen. Das Übliche”, führte Vettel aus, der das Nachtrennen in der südostasiatischen Wirtschaftsmetropole bereits viermal gewonnen hat.

Unter dem Strich dürfte Ferrari auf dem verwinkelten Straßenkurs an diesem Wochenende nur eine Nebenrolle zukommen. Zwar gewann die Scuderia in Person von Leclerc die vergangenen beiden Rennen in Spa und Monza, allerdings handelte es sich jeweils um Hochgeschwindigkeitsstrecken, auf denen der SF90H seine Vorteile auf den langen Geraden ausspielen konnte.

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In Singapur sind Abtrieb und Traktion in langsamen Streckenpassagen gefragt – die Domäne von Red Bull und auch von Mercedes um Hamilton, der mit seinem fünften Singapur-Sieg einen weiteren großen Schritt Richtung WM-Titel machen würde.

Pole-Position in Singapur enorm wichtig

Der enge Kampf zwischen Hamilton und dem WM-Dritten Verstappen verheißt allerdings Spannung für das Qualifying am Samstag (15 Uhr). Die Pole Position in Singapur ist ähnlich wertvoll wie in Monaco, der Mutter aller Stadtrennen. Zwar begünstigt die Strecke entlang der Marina Bay aufgrund ihrer Charakteristik Unfälle und damit Safety-Car-Einsätze, doch bei bislang elf Auflagen ging der spätere Sieger in der Löwenstadt achtmal von Startplatz eins ins Rennen.

Nico Hülkenberg, dessen Vertrag bei Renault zum Jahresende ausläuft und nicht verlängert wird, betrieb als Achter (+1,551 Sekunden) Eigenwerbung für eines der letzten freien Cockpits in der Motorsport-Königsklasse.

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Schlechte Luft! Schutzmasken für Formel-1-Fans

Ungewöhnliche Maßnahme der Formel 1 beim Rennen in Singapur.

In der Finanzmetropole trübt aktuell ein dichter Smog die Sicht. Auslöser sind Brandrodungen auf der 350 Kilometer entfernten Insel Sumatra (Indonesien). Der Wind transportiert den daraus entstehenden Rauch bis nach Singapur. 

Daher hat der Veranstalter des Formel-1-Rennens (Formel 1, Rennen: So., ab 14.10 Uhr im LIVETICKER) vorgesorgt und stellt einen Vorrat an Schutzmasken bereit. Diese können sich Fans anlegen, wenn die Luftverschmutzung den Luftqualitätswert von 100 PSI überschritten wird. Die Masken sollen gesundheitsschädliche Partikel herausfiltern.

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Jedoch verbesserte sich die Luftqualität am Freitag und die offiziellen Messtationen bezeichneten die Außenluft nicht mehr als “ungesund”, sondern schwächten auf “mäßig” ab. Nur noch ein Wert von 60 PSI wurde gemessen. 

Auch die Formel-1-Stars geben sich entspannt. Als Lewis Hamilton auf die Luftqualität angesprochen wurde, antwortete er in Singapur: “Man hat mir gesagt, dass ich nicht draußen laufen gehen soll. Aber ansonsten beeinflusst es uns nicht.” Im Fahrerlager wird auf Schutzmasken verzichtet. 

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So tief steckt Vettel in der Krise

Die Karriere von Sebastian Vettel zum Durchklicken:

Das Ferrari-Heimrennen von Monza war für Sebastian Vettel ein einziges Fiasko. Während Teamkollege Charles Leclerc den Sieg holte, reichte es für den Heppenheimer nur zu Rang 13.

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Fünf Jahre lang wollte Vettel die schwarze Serie der Scuderia Ferrari beim Heim-Grand-Prix durchbrechen, bevor dies seinem Teamkollegen gleich im ersten Jahr gelang.

Vettel steckt in einer handfesten Krise und muss nun sogar um den Verlust seines Nummer-Eins-Status bangen. Ein Ex-Teamkollege glaubt aber an die Wende beim viermaligen Weltmeister.

SPORT1 blickt zurück auf die Karriere und den schleichenden Niedergang von Sebastian Vettel.

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Das fehlt Hamilton zur Formel-1-Legende

“Es ist mir egal, ob ich Anerkennung kriege.” Mit dieser Aussage nach dem Sieg beim Großen Preis von Kanada ließ Lewis Hamilton aufhorchen.

Der fünffache Formel-1-Weltmeister ist in der laufenden Saison auf Kurs in Richtung Titel Nummer sechs. Damit stünde nur noch Michael Schumacher bei der Anzahl der WM-Titel vor ihm. Der Brite müsste also bereits zu seiner aktiven Zeit eine absolute Legende in der Formel 1 sein.

Doch seine Beliebtheit und die Bewunderung für seine Erfolge halten sich in Grenzen. Besonders in seiner Heimat Großbritannien wird dies deutlich.

Dabei ist sein Weg aus der Armut hin zu einem der erfolgreichsten Fahrer der Formel-1-Geschichte eine echte “Cinderella-Story”. Dennoch heimste er auf der Insel bisher nur einmal den Titel als “Sportler des Jahres” ein. Ehemalige Formel-1-Fahrer wie Damon Hill oder Nigel Mansell, die jeweils nur einmal Weltmeister wurden, durften sich zwei Mal über diese Auszeichnung freuen.

Hamilton gelassen trotz fehlender Anerkennung

“Die Leute haben das Recht, auszuwählen, wen sie anfeuern”, erklärte Hamilton kürzlich. Aber Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff beklagte, dass sein Star im Vereinigten Königreich “nicht so anerkannt” werde, wie er das verdient habe. Hamilton, der sich gerne als Kosmopolit darstellt, wird von seinen Landsleuten vorgeworfen, dass er seine britische Identität zugunsten der amerikanischen Kultur aufgegeben habe.

Jedoch liegt die Ursache für die fehlende Anerkennung von Hamiltons Leistungen nicht allein in der Persönlichkeit des Mercedes-Piloten.

Oftmals wird Hamilton vorgeworfen, dass er bei seinen Titeln in überlegenen Autos saß und auch seinen Teamkollegen überlegen war. 2008 war der Finne Heikki Kovalainen der Teamkollege des Briten bei McLaren und hatte am Saisonende 45 Punkte Rückstand auf den damals jüngsten Weltmeister der Formel-1-Geschichte. Hamilton selbst sicherte sich erst in der letzten Kurve und mit einem Zähler Vorsprung auf Felipe Massa seinen ersten WM-Titel.

Enges Duell mit Rosberg

In den folgenden fünf Jahren kam er nicht über Platz vier hinaus, bevor er 2014 an der Seite von Nico Rosberg bei Mercedes den zweiten Titel holte. Sein Vorsprung auf Rosberg auf Rang zwei lag bei 67 Punkten. Gleiches Bild im folgenden Jahr, als Hamilton 59 Punkte Vorsprung auf den zweitplatzierten Deutschen aufwies.

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2016 konnte Rosberg in einem harten Duell der beiden einstigen Freunde den Spieß umdrehen und setzte sich mit fünf Punkten Vorsprung vor Hamilton durch. Nach Rosbergs Rücktritt kam mit Valtteri Bottas eine klare Nummer zwei zu Mercedes, auch wenn Hamilton in den drei Jahren zuvor immer mal wieder bevorzugt wurde. Mit Bottas an seiner Seite war Hamilton in den vergangenen beiden Jahren nicht aufzuhalten und fuhr souverän die Titel vier und fünf ein.

Mit Ausnahme des Zeitraums an der Seite von Rosberg musste Hamilton nie um seinen Status als Nummer eins bangen und saß zudem bei vier von fünf Titeln, mit Ausnahme des Jahres 2008, im stärksten Auto und wurde daher von Anfang an als Favorit gehandelt.

Auch ein Schumacher fuhr zu Ferrari-Zeiten ohne wirkliche Konkurrenz im eigenen Team, musste sich aber gerade zu Beginn seiner Ära ab 2000 gegen McLaren mit Mika Häkkinen zur Wehr setzen.

Wechsel zu Ferrari als Lösung?

Zuvor hatte der Deutsche bereits bei Benetton zwei WM-Titel eingefahren (1994, 1995). Wäre also ein Teamwechsel auch Hamiltons Lösung für mehr Anerkennung? Angesprochen auf einen Wechsel zu Ferrari, erklärte er kürzlich: “Ich sehe das Auto und liebe die rote Farbe. Ich sehe die Leidenschaft des Publikums, wenn sie unter dem Podium stehen – das ist etwas völlig anderes als überall sonst auf der Welt.”

Der 34-Jährige ergänzte: “Aber manche Dinge sollen halt nicht sein, und ich weiß nicht, ob das zu meinen Zukunftsplänen gehört. Die Zeit wird es zeigen.”

Er könne seine Karriere “hier bei Mercedes beenden und damit glücklich sein”.

Hamiltons Vertrag läuft am Ende der kommenden Saison aus. Als dann womöglich siebenfacher Weltmeister, könnte er immer noch zu Ferrari wechseln. Oder er bleibt der Mercedes-Familie treu und wird wie Juan Manuel Fangio oder Stirling Moss zum Synonym für die Marke.

Hamilton nennt einen weiteren Grund, warum er wohl keinen Wechsel wagen wird. Bei Mercedes habe es Jahre gedauert, “die Ziegelsteine so zu setzen, dass sie so stehen, wie sie heute sind. Ich weiß, dass ich woanders wieder helfen müsste, das erst aufzubauen, weil ich dort nicht das gleiche Setup wie hier hätte. Das ist aber wichtig für meine Leistungen.”

Dies scheint ihm wichtiger als die Anerkennung, die Hamilton als fünffacher Weltmeister zweifelsohne zustehen würde.

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