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Mick Schumacher über die F1: "Das ist es, was ich machen möchte"

Mick Schumacher will mit aller Macht in die Formel 1. Die Testfahrten im aktuellen Formel-1-Wagen von Ferrari Anfang April in Bahrain hätten ihm die Klarheit gebracht.

“Da ist mir echt bewusst geworden: Das ist es, was ich machen möchte”, sagt der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (Wochenendausgabe). 

Für den Sprung in die Königsklasse des Motorsports gehe es nun darum, “den richtigen Moment zu erwischen”, sagte der 20-Jährige: “Und natürlich muss ein Cockpit frei sein.”

Schumacher beeindruckt von F1-Rennwagen

Die Geschwindigkeit und die Technik der Boliden haben Mick Schumacher beeindruckt. “Die Rennwagen sind ja fast wie Raumschiffe”, sagte er der SZ, “Mittlerweile lernen die Flugzeugbauer von der Formel 1, früher war es anders herum.” 

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Sein Vater, der nach einem Skiunfall Ende 2013 nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen war, sei nach wie vor sein Vorbild: “Ich glaube, da gibt es einiges von ihm zu lernen für mich.” Wenn er sich die früheren Rennen des siebenmaligen Champions anschaue, gebe es “viele Aspekte, wo ich sage: Wow, das war einfach speziell, wie er das gemacht hat.”

Vor allem aber beeindruckt ihn die Zielstrebigkeit seines Vaters, “sich voll auf den Sport einzulassen”, sagte Mick Schumacher: “Ich glaube, das ist in unserer Familie generell so. Egal, was wir machen: wenn, dann richtig.”

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Rückkehr nach Spa: Vettels Hoffnung auf das Déjà-vu

Manchmal fühlt er sich ein bisschen wie Tennis-Rüpel John McEnroe. Wenn es bei Ferrari mal nicht so läuft, was in der Saison 2019 bekanntlich öfter der Fall war, lässt Sebastian Vettel seinen Emotionen via Boxenfunk gerne freien Lauf.

“Ich schreie dann, weil ich in dem Moment genervt bin”, sagte er dem Magazin F1 Racing: “Es ist so, als wenn ich dem Ball nicht genug Spin gegeben habe. Er geht ins Aus, und ich schreie wie McEnroe.”

Es gab einigen Anlass zum Schreien in diesem Jahr, das bisher ganz und gar nicht nach Vettels Geschmack verlief. Kein Sieg, eine einzige Pole in Kanada, ein zickiges Auto, ein hochbegabter Teamkollege Charles Leclerc und nicht zuletzt fast 100 Punkte Rückstand auf WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton “Ich bin nicht glücklich”, sagte Vettel vor der Sommerpause: “Ich habe Probleme, das Auto zu verstehen.”

Vettel holt 2018 Sieg in Spa

Aber nun, in Spa, soll alles wieder so werden, wie es vor genau einem Jahr war (Das Rennen am Sonntag ab 15.10 Uhr im LIVETICKER). Auf einer der spektakulärsten und traditionsreichsten Strecken der Formel-1-Geschichte holte Vettel vor genau einem Jahr seinen bis dato letzten Sieg. Am 26. August sah es so aus, als könne er der WM eine Wende geben, Mercedes-Sternfahrer Lewis Hamilton in die Schranken weisen und sich selbst seinen Lebenstraum erfüllen, mit Ferrari Weltmeister zu werden.

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Es kam anders, seit jenem Tag in Spa ist Vettel sieglos, zwischenzeitlich wuchs sein Frust ins Unermessliche. “Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass ich mentale Hilfe brauche”, sagte er F1 Racing: “Ich weiß, was im Cockpit passiert ist. Ich weiß, was ich gemacht habe.” Er hoffe natürlich, dass “mir das nicht noch einmal passiert. Aber für mich ist das eben Racing. So schön es sein kann, so grausam kann es manchmal sein.”

Und weil es so grausam und so schön ist, denkt Vettel auch noch längst nicht ans Aufhören. Sein Job gebe ihm “so viel Adrenalin und macht mich beim Aufwachen am Sonntagmorgen nervös”. Erfolgreich wolle er sein, auch wenn er nicht genau weiß, ob er es wirklich schafft, den Titel mit der Scuderia zu holen: “Aber ich möchte es schaffen, und das bestimmt auch meine Zukunft.”

Binotto über Vettel: “Führt das Team”

Vettels Vertrag mit Ferrari gilt noch für die Saison 2020, dass er vorher hinschmeißt, hält Ferrari-Teamchef Mattia Binotto für ausgeschlossen. “Er macht einen guten Job, er führt das Team”, sagte Binotto: “Seine Ziele haben sich nicht über Nacht geändert, er will mit uns Weltmeister werden.”

Dafür muss allerdings auch die Boxencrew ein bisschen tun, denn unter anderem trug eine oft fehlerhafte Strategie dazu bei, dass es in den bisherigen zehn Saisonrennen nicht rund lief.

In Spa soll es nun da weitergehen, wo es im August 2018 aufgehört hat. Der Hochgeschwindigkeitskurs durch die Ardennen mit so berühmten Streckenabschnitten wie Eau Rouge, La Source oder Pouhon liegt dem starken Motor des Ferrari, der fehlende Abtrieb in den Kurven spielt keine so große Rolle wie zuletzt in Budapest.

“Ich hoffe immer, dass wir vielleicht in ein paar Monaten zurückschauen und sagen: Da fing es an”, sagte Vettel zuletzt in Budapest. Anders als 2018. Da hörte es nach Spa erstmal auf.

Das Training machte schon einmal Mut. Beim Aufgalopp am Freitag gaben Vettel und Leclerc den Ton an.

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Hülkenberg fünf Startplätze zurück

Es läuft ganz und gar nicht rund für Nico Hülkenberg in Spa.

Nachdem sein Rennstall Renault am Donnerstag verkündet hatte, ihn in der Formel-1-Saison 2020 durch den Franzosen Esteban Ocon zu ersetzen, rückt Hülkenberg nach einem Motorwechsel an seinem Auto in der Startaufstellung für das Rennen am Sonntag (ab 15.10 Uhr im SPORT1-LIVETICKER) fünf Plätze nach hinten.

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Das gilt auch für den Australier Daniel Ricciardo, da Renault an beiden Autos eine neue Power Unit eingebaut hat. Ricciardo ist in der WM-Wertung vor dem 13. von 21 Saisonrennen mit 22 Punkten Elfter, Hülkenberg folgt mit 17 Punkten auf Platz 14.

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Hockenheim-Aus! Die spektakulären Kapitel des Deutschland-GPs

Die Historie des Formel-1-Rennens in Hockenheim zum Durchklicken

Die Königsklasse fährt im Rekordjahr 2020 nicht in Hockenheim. Der Große Preis auf dem Traditionskurs fehlt in dem Kalender der Formel 1 für die kommende Saison, das bestätigte die Rennserie.

In den vergangenen zwei Jahren war die Formel 1 nach zuvor zweijähriger Pause wieder in Deutschland zu Gast gewesen. Auf dem Hockenheimring erlebte die Formel 1 viele denkwürdige Momente.

Michael Schumacher erlebte viele große Momente, auch der berühmte Feuer-Unfall seines früheren Teamkollegen Jos Verstappen blieb in Erinnerung.

Auch mehrere Tragödien spielten sich in Hockenheim ab, unter anderem der Tod des früheren Weltmeisters Jim Clark. 

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SPORT1 blickt in Bildern zurück.

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Fahrerkarussell: Hülkenberg bei Renault vor dem Aus

Das Fahrerkarussell der Formel 1 für 2020 zum Durchklicken:

Die Formel-1-Saison 2019 ist noch in vollem Gang, da treiben die Teams bereits die Planungen fürs neue Jahr voran.

Neben einigen gesetzten Fahrern wie Lewis Hamilton und Charles Leclerc bangen viele andere Piloten bereits um ihre Zukunft oder planen einen Wechsel zu einem anderen Rennstall. So ist etwa die Zukunft von Valtteri Bottas, Max Verstappen oder selbst Sebastian Vettel noch offen.

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SPORT1 präsentiert das Fahrerkarussell und zeigt, wer künftig wo fährt und fahren könnte.

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Formel 1 streicht Hockenheim offenbar aus Rennkalender

22 Rennen, aber keines in Deutschland: Ferrari-Star Sebastian Vettel und Co. fahren im Formel-1-Rekordjahr 2020 aller Voraussicht nach nicht mehr auf dem Hockenheimring.

Der Große Preis auf dem Traditionskurs fehlt in dem Kalender der Königsklasse für die kommende Saison, wie das Fachmagazin Auto, Motor und Sport am Mittwoch berichtete. Demnach umfasst die Formel-1-WM 2020 erstmals in der Geschichte 22 Rennen.

Die Betreiber des Hockenheimrings wissen offiziell noch nichts vom Formel-1-Aus für 2020. Der aktuelle Verhandlungsstand sei, dass noch nichts “final entschieden ist”, sagte der künftige Ring-Geschäftsführer Jorn Teske dem SID. Aber “wenn es so kommen sollte, würde es uns nicht überraschen” oder “wahnsinnig schockieren”, fügte der designierte Nachfolger von Georg Seiler an.

Vietnam und Niederlande sollen neu in Kalender hinzukommen

Für das Rennen in Deutschland rücken offenbar Vietnam und die Niederlande ins Programm. Starten soll die Saison traditionell in Australien (15. März 2020), das Finale steigt wohl Ende November in Abu Dhabi. Der Weltrat des Automobil-Weltverbandes FIA wird wohl noch im Laufe des Septembers final über den Kalender entscheiden. Die laufende Saison umfasst 21 Rennen.

Das Hockenheim-Aus hatte sich zuletzt angedeutet. Man werde “nicht alle aktuellen Rennen behalten können”, sagte Formel-1-Geschäftsführer Chase Carey zuletzt. Auch der scheidende Seiler hatte sich gegenüber dem SID pessimistisch gezeigt. Er “gehe nicht mehr davon aus”, dass man eine Einigung erzielen könnte.

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Die Strecken müssen jährlich Millionensummen an die Formel 1 zahlen, um ein Rennen ausrichten zu dürfen. Das wurde in Zeiten sinkenden Zuschauerinteresses nicht nur für Hockenheim zum Problem. Schon der Grand Prix in diesem Jahr kam erst recht kurzfristig zustande, weil Mercedes als Titelsponsor einsprang.

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Spanien-GP bleibt im Formel-1-Kalender

Der spanische Grand Prix bleibt auch 2020 im Kalender der Formel-1-WM. Das gab der Motorsport-Weltverband FIA am Dienstag bekannt.

Auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya in Montmelo wird dann zum 30. Mal in Folge dieses Rennen ausgetragen.

2020 feiert der Große Preis von Spanien sein fünfzigjähriges Bestehen im Kalender der Königsklasse.

Die erste Veranstaltung fand 1951 auf dem Straßenkurs Pedralbes in Barcelona statt. Zudem wurde auch auf einer anderen Strecke in Montjuich sowie auf der Jarama-Strecke in der Nähe von Madrid gefahren.

Von 1986 bis 1990 fand das Rennen in Jerez de la Frontera statt, bevor der Formel-1-Zirkus 1991 nach Barcelona umzog.

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Michael Schumacher – Triumphe und Tragödien einer Legende

Michael Schumachers einmalige Karriere zum Durchklicken:

Vor 28 Jahren macht Michael Schumacher seinen ersten Schritt auf dem Weg zur Legende.

Auf dem Circuit de Spa-Francorchamps gibt er am 25. August 1991 sein Formel-1-Debüt im Jordan-Ford. Es sollte der Beginn einer einzigartigen Karriere werden.

Der Start war allerdings alles andere als glanzvoll. Dazu prägten zwei Lügen und eine Jugendherberge sein Debüt.

Anlässlich des Ehrentages des gebürtigen Kerpeners blickt SPORT1 in Bildern zurück auf Karriere und prägende Ereignisse im Leben von “Schumi”.

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Wie Schumacher eine Lüge in die Formel 1 verhalf

Die legendäre Karriere startete mit einer Lüge, Pfefferspray und einer Gefängnisstrafe. Hollywoodreif. Wie sich das für den bis heute erfolgreichsten Formel-1-Fahrer gehört.

Denn zu der Geschichte von Michael Schumachers Debüt in der Königsklasse am 25. August vor 28 Jahren gehört auch die ungewöhnliche Vorgeschichte. Denn ein Selbstläufer war der Sprung ins Jordan-Cockpit nicht. Im Gegenteil.

Erst wurde Stammfahrer Bertrand Gachot nach einem Streit mit einem Taxifahrer, den er mit Pfefferspray attackierte, verhaftet und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Für Schumacher, 22 Jahre alt und in der Formel 3000 und der Sportwagen-WM unterwegs, eine unverhoffte Chance vor dem elften Saisonrennen 1991 in Spa.

Weil sein Manager Willi Weber dann auch noch log.

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Weber machte Teamchef Eddie Jordan den jungen Deutschen schmackhaft. “Who, the fuck, is Schumacher?”, fragte Jordan zurück. Weber sagte: “Das ist der, der letztes Jahr Macau gewonnen hat.” Der saß. Dort gewinnt noch heute nicht jeder. Macau war schon immer eine echte Empfehlung.

“Der Typ ist eine Rakete”

Die gab er bei den 80.000 Dollar teuren Tests in Silverstone dann auch noch selbst ab. Schumacher brannte so sehr, dass die Ingenieure baten, er solle doch langsamer machen, den Motor bräuchte man noch in Spa. “Der Typ ist eine Rakete”, war die Rückmeldung, Schumacher sei “wahnsinnig”. Im positiven Sinne freilich.

Jordan, der sogar an einem Comeback von Keke Rosberg gearbeitet hatte, war überzeugt: Am Ende legte die Schumacher-Seite mit Hilfe von Mercedes die vom Teamchef geforderten 450.000 Dollar auf den Tisch.

Und Weber versicherte Jordan auch die zweite Bedingung: Schumi sei schon 100 Mal in Spa gefahren. Was nicht stimmte.

Weber-Lüge macht den Weg frei

Tatsächlich war er zuvor noch keinen Meter auf dem Ardennenkurs gefahren. Schumacher klärte die “Lüge” vor einigen Jahren, vor seinem schweren Skiunfall, bei auto motor und sport auf.

Denn Absicht war es keine. “Willi hat ja gesagt, weil er sich nicht vorstellen konnte, dass ich dort nie war. Er war einfach davon ausgegangen, weil Spa ja im Kalender der Sportwagen-WM war. Ich habe an dem Termin aber an einem Formel 3-Rennen teilgenommen”, so Schumacher.

Das war zu dem Zeitpunkt, als es aufflog, aber schon völlig egal, weil Schumacher im Training mit Top-Ten-Platzierungen brillierte und auf dem siebten Startplatz stand.

Und die Formel 1 in eine Art Schockzustand versetzte: “Who, the fuck, is Schumacher?” Fast acht Zehntelsekunden war er schneller als sein Teamkollege Andrea de Cesaris.

Er hatte in Rekordzeit bewiesen, was ihn auszeichnete: Er konnte sich immer schnell auf neue Gegebenheiten, neue Strecken, neue Herausforderungen einstellen. Und alles um sich herum ausblenden.

Keine Heizung in der Herberge

Dass er im Overall seines Teamkollegen fahren musste? Geschenkt. Dass er, weil etwas mit der Hotelreservierung schiefgegangen war, in einer Jugendherberge nächtigen musste? Kein Ding, bis auf die Tatsache, dass er erkältet war und die Heizung nicht funktionierte. Dass das Team seinen Namen anfangs dauernd falsch schrieb? Ein Running Gag. Dass sein Debüt auf der Kippe stand, weil bei Jordan der Gerichtsvollzieher auftauchte? Bekam Schumacher gar nicht mit.

Weber: “Ich habe Michael total abgeschirmt. Er sollte sich nur aufs Fahren und seine Arbeit mit den Ingenieuren konzentrieren. Wir waren so aufgeregt, dass wir die Randerscheinungen gar nicht so wahrgenommen hatten. Für uns sind alle Träume auf einmal in Erfüllung gegangen.”

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Schumacher konnte sogar genießen. “Ich war entspannt und ganz ruhig. Ich weiß selbst nicht, warum”, so Schumacher über seine Emotionen bei der Fahrt in die Startaufstellung. “Es lief einfach alles so gut.”

Doch der ganz große Traum, der vom sensationellen Sieg, der zerplatzte auf Platz fünf liegend kurz nach dem Start nach der Eau Rouge – Kupplungsschaden.

Probleme deuteten sich an

“Der Hintergrund war der, dass wir schon im Warmup Probleme mit der Kupplung hatten. Ich habe beim Briefing darauf hingewiesen, dass die Kupplung schleift. Wir haben uns die Köpfe heiß geredet, ob wir sie wechseln sollen oder nicht, doch schlussendlich hat Eddie gesagt, dass es zu viel Geld kostet. Dann ist sie halt kaputtgegangen”, erinnerte sich Schumacher.

Andrea de Cesaris, der als Elfter ins Rennen gegangen war, hätte um ein Haar einen Podestplatz errungen, aber dann verrauchte der Cosworth-Motor kurz vor Schluss. Er lag auf Platz zwei.

“Da ich eine Ecke schneller war als der Kollege, kann man davon ausgehen, dass ich wenigstens auf Podestkurs gelegen, wenn nicht sogar gewonnen hätte. Das war für mich eine Riesensache. Insgeheim hat mich die verpasste Chance natürlich geärgert”, sagte Schumacher.

Damals wusste er noch nicht, dass er noch viele Chancen bekommen sollte. Und dass er ganz viele davon nutzen würde. Ganz ohne Lügen oder Pfefferspray.

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"Kein guter Weg!" Die ungewisse Zukunft der Formel 1

Mercedes rast über die Ziellinie, gefolgt von Ferrari und Red Bull. Die Reihenfolge kann beliebig getauscht werden – am Ende läuft es immer auf das eine hinaus: Auf die grenzenlose Dominanz der drei Teams in der Formel 1.

Dass kein Fahrer dieser drei Rennställe ganz oben auf dem Podium stand, gab es zuletzt am 17. März 2013. An jenem fernen, kaum vorstellbaren Tag siegte Kimi Räikkönen im Lotus-Renault vor Fernando Alonso im Ferrari und Sebastian Vettel im Red Bull.

Dass Fans und Zuschauer sich daher ein wenig mehr Spannung erhoffen, ist schon lange kein Geheimnis mehr, sondern ein Fakt. Die Sache ist derart deutlich, dass auch die Macher, Architekten und Verantwortlichen der Formel 1 nicht mehr länger die Augen verschließen können – und bereit sind, Veränderung herbeizuführen.

Brawn sieht Formel 1 auf “keinem guten Weg”

“Die Formel 1 ist auf keinem guten Weg, dafür gibt es viele Gründe.” Es gebe kein “weiter so” sagte Ross Brawn, Sportdirektor der Motorsport-Königsklasse. 

Und dafür wurden bereits Maßnahmen ergriffen. Ab 2021 gibt es ein neues Reglement, offen ist nur, wann dieses offiziell verabschiedet wird. Zunächst war Juni geplant, dieser Termin konnte jedoch nicht eingehalten werden, weshalb man sich auf Oktober einigte.

Doch was steckt genau hinter den anvisierten Regeländerungen? SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen.

Welche Regeln oder Grundsätze sollen geändert werden?

- Aerodynamik

Die Formel 1 ist daran interessiert, den Kampf an der Spitze wieder aufregender zu machen. Um das zu ermöglichen, soll wieder mehr Racing stattfinden, das sich jenseits der Technik bewegt.

Ein wichtiger Punkt ist dabei die Aerodynamik, also die bestmögliche Nutzung des Luftstroms während der Fahrt. Aktuell sind die Autos so entwickelt, dass sie auf freier Strecke die höchstmögliche Geschwindigkeit erreichen. Da das Überholen so aber immer schwieriger geworden ist, will die FIA die Aerodynamik an den Fahrzeugen einschränken.

Nicholas Tombazis, Technischer Direktor bei der FIA, hat deutlich angesprochen, dass dies geändert werden müsse.

- Reifen

Ein weiterer Punkt sind die Reifen. Hersteller Pirelli soll künftig Reifen entwickeln, die länger halten. Auf diese Weise soll vermieden werden, dass Teams ihre Reifen zu lange schonen. Die Macher erhoffen sich dadurch, dass die Fahrer wieder richtig aufs Gas drücken und für heißes Racing und Überholmanöver sorgen.

- Präzises technisches Reglement

Der wohl wichtigste Punkt dreht sich darum, das Feld wieder enger zusammenrücken zu lassen. Der Letzte darf nicht mehr derart große Abstände zum Ersten haben. Dafür will man ein sehr präzises Reglement verfassen, das verhindert, dass die großen Teams zu viele Schlupflöcher finden.

Die Ideen der Rennställe sollen in technische Vorgaben umgekehrt werden. Damit dreht sich der Spieß. Zuvor wurden die technischen Vorgaben in Ideen umgewandelt. Ideen, die zwar Freiheit bedeuten, aber jenen Teams mit mehr Budget größere Möglichkeiten lassen.

Diskutiert wird aktuell zudem noch intensiv über das mögliche Nachtanken sowie über das Gewicht der Boliden.

- Budget

Wie beinahe überall gilt auch in der Formel 1: Wer das größte Budget vorweisen kann, hat den größten Vorteil. Daher möchten die Beteiligten auch hier Änderungen vornehmen – und zwar mit einer finanziellen Obergrenze. So könnten mächtige Rennställe wie Mercedes oder Ferrari nicht mehr endlos Geld in Fahrer und Boliden stecken.

Zudem will man einheitliche Bauteile für die Autos einführen und damit einen Wettbewerbsvorsprung vereiteln. Die Änderung soll auch die Mitarbeiter betreffen, die innerhalb eines Teams arbeiten. Statt wie bisher so viele wie möglich zuzulassen, soll hier eine Grenze eingeführt werden.

Wer bestimmt über die Änderungen?

Alle, die an der Formel 1 partizipieren, sind in den Prozess der Regeländerungen involviert. Dies sind der Weltverband um Brawn selbst, Liberty Media als Hauptgesellschafter der Formel 1, der Weltverband FIA, die Teams und ihre Bosse sowie sämtliche Fahrer.

Wann soll das neue Reglement verabschiedet werden?

Die Verabschiedung des Reglements war ursprünglich bereits für Juni 2019 vorgesehen. Nachdem viele der Beteiligten jedoch ihre Bedenken geäußert hatten, dass dies zu früh komme, wurde der Termin auf Oktober vertagt.

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Ab wann wird das neue Formel-1-Reglement greifen?

Der Grundlagenvertrag der gegenwärtigen Regeln läuft 2020 aus, also zum Ende der nächsten Saison. Das neue Reglement soll dann ab 2021 gelten.

Wie sehen die Teams die Neuerungen?

“Es ist wichtig, dass wir die kommenden drei Monate nutzen, um sicherzugehen, dass sich die Regeln in die richtige Richtung entwickeln”, sagte Horner. “Es wird bis dahin viele Treffen geben, wo die Ziele besprochen werden. Außerdem muss geschaut werden, ob die Änderungen das Erreichen der Ziele auch sicherstellen.”

In die gleiche Richtung wie Horner schlug auch Mattia Binotto, Teamchef von Ferrari, ein. “Die Liste der offenen Themen ist noch lang und es ist nicht mehr viel Zeit bis Oktober. Wichtig ist aber, dass die Diskussion fortgesetzt wird. Es wäre viel schlimmer, wenn nicht mehr miteinander gesprochen werden würde und einer für alle die Entscheidung trifft.”

Der 49-Jährige beharrt darauf, dass man nicht zu viel verändern müsse: “Brauchen wir überhaupt eine bessere Show? Wenn ich mir die letzten Rennen anschaue, haben wir eine gute Show geliefert. Wir haben von Anfang an immer gesagt, dass wir gegen Standardisierung sind. Und ich habe den Eindruck, dass wir zu sehr in diese Richtung gehen.”

McLaren will schnelle Verabschiedung

Andere Teams wie McLaren, die mit den aktuellen Verhältnissen zu kämpfen haben, setzen sich indes für eine schnelle Verabschiedung des neuen Reglements ein. 

“Wir müssen endlich aufhören, zu diskutieren”, sagte Teamchef Andreas Seidl. “Wir haben alle unseren Input geliefert. Wir machen das seit zwei Jahren, alle Teams. Die FIA und die Formel 1 haben eine klare Idee, was sie machen wollen, und das haben sie uns vor zwei Wochen präsentiert. Jetzt wollen wir endlich Taten sehen, damit wir weitermachen können.”

Dem hält Binotto entgegen: “Wir glauben, dass es viele unbeabsichtigte Konsequenzen geben könnte, wenn man bei den Regeln komplett von vorne anfängt. Das Risiko ist sehr groß.”

F1-Fahrer wollen weniger Technik

Auch die Fahrer melden sich immer häufiger kritisch zu Wort. So forderte Lewis Hamilton unlängst eine Rückkehr zu normal angetriebenen Motoren und manuellen Getrieben: ”Es sollte körperlicher sein, nicht mehr so viel Servolenkung zum Beispiel. Tennisspieler sind am Ende des Spiels auch fertig, Radfahrer müssen nach der Tour de France tot sein. So sollte das sein.”

Auch andere Fahrer kritisieren zu viel Technik und weniger Einfluss des Piloten. Die Formel 1 steht auch im Hinblick auf den Klimawandel vor einer existenziellen Entscheidung.

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