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Harte Duelle am Rande des Legalen

In den 1990er-Jahren kämpften Michael Schumacher und der Brite Damon Hill jahrelang um die WM. 1994 lieferten sich beide ein hartes Duell, das im letzten Rennen nur mit einem Punkt zugunsten Schumachers entschieden wurde.

SPORT1 blickt zurück auf die Rivalität der beiden Champions, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Damon Hills Karriere im Motorsport verlief ungewöhnlich. Er kam nicht wie die meisten Kontrahenten über den Go-Kart-Sport in die höheren Klassen. Hill sammelte auf Motorrädern die ersten Rennerfahrungen. Auf Anraten seiner Mutter hat er sich danach dem Autorennsport gewidmet. Sie fand, dass die Gefahr bei Motorradrennen zu groß sei.

Als Hill einige Jahre später bereits einen Vertrag als Testfahrer von Williams in der Tasche hatte, dauerte es weiter, bis er für das Traditionsteam starten konnte. Er fuhr erst ein weiteres Jahr in Formel 3000. Im Jahr 1992 stieg er im Alter von 31 Jahren für Brabham in die Formel 1 ein. Erst ein Jahr danach folgte der Ruf von Williams.

Eigentlich hätte Hill Testfahrer bei Williams bleiben sollen. Er hatte sich damit abgefunden, die Rolle der Nummer zwei zu sein. Erst der Rücktritt von Alain Prost verschaffte ihm überraschenderweise den Stammplatz.

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Schumacher bestritt seinen Weg in die Formel 1 direkter und schneller. Das Resultat: Als er 1991 sein erstes Rennen für Jordan bestritt, war er 22 Jahre alt. Schon im Rennen danach saß Schumacher im Benetton. Zwei Jahre später duellierten sich beide erstmals in Top-Autos – mit dem besseren Ausgang für Hill. Für den WM-Titel reichte es allerdings noch für keinen von beiden. Weltmeister wurde Alain Prost.

1994: Crash zum WM-Sieg

Das änderte sich 1994. Als amtierender Titelträger war Alain Prost zurückgetreten, Ayrton Senna – nach seinem Wechsel zu Williams dort einer der WM-Favoriten – verunglückte im vierten Saisonrennen in Imola tödlich.

Schumacher und Hill agierten in jenem Jahr scheinbar konkurrenzlos. In 16 Rennen stand achtmal Schumacher und sechsmal Hill ganz oben auf dem Podest. Die Saison wurde aber nicht nur von den sportlichen Erfolgen beider Fahrer geprägt, sondern auch davon, dass sie sich zeitweise am Rande der Legalität duellierten – so zum Beispiel beim Rennen in Silverstone.

Es war Hills Heim-Grand-Prix, bei dem er von der Pole-Position ins Rennen ging. In der Einführungsrunde vor dem Rennstart hatte Schumacher Hill verbotenerweise überholt. Für das Vergehen sprach die Rennleitung eine Stop-&-Go-Strafe aus. Diese wurde von Schumacher und seinem Benetton-Team allerdings ignoriert. Die Rennleitung griff härter durch und disqualifizierte ihn. Aber auch die Aufforderung, das Rennen zu beenden, ignorierte die Mannschaft. Stattdessen kam Schumacher in die Boxengasse, um die ursprüngliche Strafe zu verbüßen.

Auf Platz zwei lief er zwar hinter Hill ins Ziel ein, blieb aber nicht in der Wertung. Schumacher wurde endgültig disqualifiziert. Auch das wollte die Benetton-Truppe nicht einsehen und legte Protest gegen die Entscheidung ein. Erst durch das Urteil eines Berufungsgerichts wurde die Strafe bestätigt. Außerdem wurde Schumacher für zwei Rennen gesperrt.

Für Furore sorgte auch das letzte Saisonrennen. Mit nur einem Punkt Vorsprung reiste Schumacher nach Adelaide. Im Rennen übernahm Schumacher die Führung. Angesichts der engen Ausgangslage war klar: Wer das Rennen auf dem besseren Platz abschließt, würde am Ende mit dem Titel gekrönt werden.

Mit fortgeschrittenem Rennverlauf begann Hill, auf den Führenden aufzuholen und setzte Schumacher damit unter Druck. Der leistete sich schließlich einen Fahrfehler, kam von der Piste ab und touchierte die Mauer. Hill wollte Schumacher in der darauffolgenden Kurve auf der Innenbahn überholen. Es kam zur Kollision, die für beide das Aus zur Folge hatte. Schumacher sicherte sich den ersten WM-Titel.

Für das Manöver erntete Schumacher viel Kritik. Er sei nach innen gezogen, während sich Hill dort befunden habe und habe damit die Kollision provoziert, hieß es. Das sah die Rennleitung allerdings anders. Sie sprachen Schumacher frei und bewerteten den Zwischenfall als Rennunfall.

Nach dem Rennen zollte Schumacher seinem Gegner Respekt und nahm dabei Bezug auf vorherige Aussagen, in denen er Missgunst zum Ausdruck gebracht hatte. “Ich muss zugeben, dass ich falsch gelegen habe. Er war ein großartiger Gegner.”

In jenem Jahr haben sich einzelne Aussagen zuerst zu einem Schlagabtausch und dann zu einem kleinen Psychokrieg aufgeschaukelt. Schließlich sah sich Benetton immer wieder Anschuldigungen ausgesetzt, das Auto würde nicht den Regeln entsprechen, wodurch Schumacher einen Vorteil im WM-Kampf habe.

1995: Schumachers deutliche Dominanz

Auch 1995 machten Schumacher und Hill den WM-Titel wieder unter sich aus. Enge Duelle und Kollisionen gehörten erneut zur Tagesordnung. Erneut kam es beim Rennen in Silverstone zu einem Showdown. Schumacher lag in Führung, als Hill einen Angriff auf ihn startete. Der Überholversuch war zum Scheitern verurteilt – zu groß war Hills Rückstand.

Mit blockiertem Vorderrad rutschte Hill in den Boliden Schumachers. Beide landeten im Kiesbett und schieden frühzeitig aus. Das gleiche Schicksal ereilte beide beim Rennen in Monza. Erneut lag Schumacher vor Hill, als dieser ihm ins Heck rutschte.

Doch die Duelle endeten nicht immer im Aus. Der Belgien-GP war ein Indiz dafür, welche fahrerische Qualität in ihnen steckte. Es waren schwierige Bedingungen für die Piloten. Mal war die Strecke nass, mal war sie trocken.

Hill saß dem führenden Schumacher viele Runden lang im Nacken. Immer wieder machte es den Anschein, als könnte Hill den WM-Spitzenreiter überholen. Doch Schumacher gelang es immer wieder, sich so zu positionieren, dass er vorne bleiben konnte. Schließlich gelang ihm der entscheidende Überholvorgang. Erst durch einen 10-Sekunden-Strafe gegen Hill wurden die beiden Duellanten in der Schlussphase auseinandergerissen.

1995 fiel die WM-Entscheidung deutlicher als zuvor. Schumacher hatte einen Vorsprung von 32 Punkten.

1996: Hill gewinnt seinen ersten Titel

Die darauffolgende Saison fand unter veränderten Vorzeichen statt. Schumacher wechselte zu Ferrari, Hill bekam mit Jacques Villeneuve einen neuen Teamkollegen bei Williams. Hill hat einmal gesagt: „Ich war auf meine Saison fokussiert und ich hätte jeden Fahrer akzeptiert, den das Team in das andere Auto setzen wollte. Gut, ich nehme an, Michael Schumacher wäre die einzige Person gewesen, mit der ich ein Problem gehabt hätte.“ Weil der Ferrari damals nicht konkurrenzfähig war, musste Schumacher den WM-Kampf dem Williams-Duo überlassen. 

Gegen den aufstrebenden Villeneuve musste Hill die Rolle der Nummer 1, die er zuvor gegen David Coulthard zweifelsfrei hatte, verteidigen. In den Augen vieler Beobachter gelang ihm dies einfacher, als erwartet wurde. Schumacher hatte mit Eddie Irvine hingegen einen Mannschaftsgefährten, der ihm nicht ebenbürtig war.

Ein echtes Duell gab es 1996 zwischen Schumacher und Hill allerdings nicht. Hills Gegner lauerte damals vielmehr im eigenen Team. Schumachers Ferrari war in jener Saison technisch nicht ausgereift. Hinzu kamen wie in Monte Carlo Fahrfehler Schumachers. Hill fuhr letztlich seinen ersten und einzigen WM-Titel ein.

1997: Ende einer Rivalität

1996 war das letzte Jahr, in dem Hill in einem Top-Team unterwegs war. Als amtierender Champion wechselte er damals zur unterlegenen Arrows-Mannschaft. Der Weggang von Williams war allerdings nicht freiwillig. Das britische Traditionsteam hatte damals Heinz-Harald Frentzen verpflichtet, von dem man sich bessere Ergebnisse versprach. Hill beendete danach seine Formel-1-Karriere nach zwei Saisons im Jordan-Team schließlich.

Schumachers Karriere verlief danach komplett entgegengesetzt. Mit seinen Erfolgen hatte er in den 1990er Jahren das Freude an der Formel 1 in Deutschland entfachht, ab 2000 setzte er noch einen drauf: Im Ferrari sicherte er sich fünf WM-Titel in Folge. Schumacher brach zahlreiche Rekorde und setzte sich damit ein zu Lebzeiten ein Denkmal.

Nach der Karriere: Hill verzeiht Schumacher

Im Gespräch mit der britischen Times lobte Hill die Herangehensweise seines damaligen Kontrahenten: “Ich war beeindruckt von der Art, wie er immer weitermachen konnte. Ich habe einen Titel gewonnen, war aber drei Jahre hintereinander im Titelkampf – das war stressig”, sagte er. “Was er erreicht hat, war außergewöhnlich. Aber wir wissen halt nie, was das Schicksal für uns bereithält.”

Außerdem sagte er, dass Schumacher ein Stückweit unnahbar gewesen sei. Via Twitter schob Hill 2017 hinterher: ”Mir gegenüber war er nicht besonders nett! Aber ich vergebe ihm. Es ist eine Schande, dass wir uns nie besser kennengelernt haben. Eine große Schande.” Während seiner aktiven Zeit war Hill mit Schumacher noch härter ins Gericht gegangen. Er hatte Schumacher trotz seiner Erfolge sogar als “keinen großen Champion” bezeichnet, weil der zu viele schmutzige Tricks anwende.

2019: Hill fährt in Schumachers Benetton

Schumacher startete in dieser Zeit jedoch erst richtig durch. Zwischen 2000 und 2004 setzte er sich und Ferrari mit fünf WM-Titeln in Folge und zahlreichen Rekordmarken ein Denkmal. Als das Goodwood Festival of Speed 2019 ganz im Zeichen Schumachers stand, bewegte Hill ausgerechnet den Benetton aus dem Jahr 1994. Kaum einer hatte damit gerechnet, dass er einmal im WM-Boliden seines größten Rivalen sitzen würde.

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Zeugnisse: Hamilton nicht der Beste, Vettel Mittelmaß – und eine 6

Die Formel-1-Zeugnisse zur Sommerpause zum Durchklicken:

12 von 21 Rennen sind durch, jetzt geht die Formel 1 in die Sommerpause. Ein gute Gelegenheit, einen Blick auf die bisherigen Leistungen der Fahrer zu werfen.

Wer hat geglänzt, wer muss dringend nachlegen? Sebastian Vettel landet nur im Mittelfeld, einmal gibt es sogar die Note 6.

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SPORT1 verleiht die Zwischenzeugnisse.

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Für eine bessere Formel 1! Fahrer dürfen Unfälle bewerten

Die Kritik der Formel-1-Fahrer an den Strafen der Rennkommissare hat offenbar Wirkung gezeigt.

Nach den Strafen für Sebastian Vettel in Montreal und Daniel Ricciardo in Frankreich wurde den Kommissaren vorgeworfen, dass sie zu oft und zu schnell eingreifen. Seit dem Rennen in Österreich hat sich das Bild aber gewandelt: Die Rennleitung lässt den Fahrern mehr Freiheiten. 

Nun reagierte auch der Dachverband der Formel 1. Die FIA versammelte die Teamchefs sowie die Fahrer nach dem ersten Training in Ungarn und spielte ihnen strittige Szenen aus den vergangenen drei Jahren vor. Anschließend wurde per Fragebogen, um das Votum anonym zu halten, abgestimmt.  In Spa sind noch die Sportdirektoren der Teams an der Reihe.

Vettel für Red-Bull-Chef zu hart bestraft

Zunächst mussten sich die Beteiligten entscheiden, ob es eine Strafe geben soll oder nicht. Sollte man sich für eine Strafe entscheiden, musste erklärt werden, wer hauptsächlich die Schuld trägt.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner verriet in einer Presserunde, dass er in 90 Prozent der Fälle auf eine Strafe verzichtete. Auch die Szene zwischen Lewis Hamilton und Vettel in Montreal, die den Deutschen um den Sieg brachte, bewertete Horner ohne Strafe, wie er erklärte.

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Die FIA will nun die Antworten auswerten, um ein Gefühl zu bekommen, wie die Beteiligten selbst entscheiden würden. Gleichzeitig kann in Zukunft bei vergleichbaren Fällen den Beteiligten ihr eigenes Urteil vorgehalten werden.

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Crash-Quiz: Formel 1 lässt Piloten abstimmen

Die Kritik der Formel-1-Fahrer an den Strafen der Rennkommissare hat offenbar Wirkung gezeigt.

Nach den Strafen für Sebastian Vettel in Montreal und Daniel Ricciardo in Frankreich wurde den Kommissaren vorgeworfen, dass sie zu oft und zu schnell eingreifen. Seit dem Rennen in Österreich hat sich das Bild aber gewandelt: Die Rennleitung lässt den Fahrern mehr Freiheiten. 

Nun reagierte auch der Dachverband der Formel 1. Die FIA versammelte die Teamchefs sowie die Fahrer nach dem ersten Training in Ungarn und spielte ihnen strittige Szenen aus den vergangenen drei Jahren vor. Anschließend wurde per Fragebogen, um das Votum anonym zu halten, abgestimmt.  In Spa sind noch die Sportdirektoren der Teams an der Reihe.

Zunächst mussten sich die Beteiligten entscheiden, ob es eine Strafe geben soll oder nicht. Sollte man sich für eine Strafe entscheiden, musste erklärt werden, wer hauptsächlich die Schuld trägt. Red-Bull-Teamchef Christian Horner verriet in einer Presserunde, dass er in 90 Prozent der Fälle auf eine Strafe verzichtete. Auch die Szene zwischen Lewis Hamilton und Vettel in Montreal, die den Deutschen um den Sieg brachte, bewertete Horner ohne Strafe, wie er erklärte.

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Die FIA will nun die Antworten auswerten, um ein Gefühl zu bekommen, wie die Beteiligten selbst entscheiden würden. Gleichzeitig kann in Zukunft bei vergleichbaren Fällen den Beteiligten ihr eigenes Urteil vorgehalten werden.

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Kohl: Warum der Hungaroring Gift für Vettel war

Die Kolumne von Peter Kohl zum Durchklicken:

Mit dem Ungarn-GP verabschiedet sich die Formel 1 in die Sommerpause.

Davor lieferte die Königsklasse des Motorsports auf dem Hungaroring noch einmal ein ultra-spannendes Duell um den Sieg – mit dem besseren Ende für Lewis Hamilton.

Sebastian Vettel konnte mit Platz drei lediglich Schadensbegrenzung betreiben.

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SPORT1-Kolumnist Peter Kohl nennt in seiner Analyse die Tops und Flops.

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Nach Kritik: Hamilton teilt gegen Rosberg aus

Beste Freunde werden Lewis Hamilton und Nico Rosberg nicht mehr.

Jetzt hat der Engländer auf die Kritik von Rosberg via Video-Blog reagiert. “Ich habe den Blog noch nie gesehen, er hat keinerlei Einfluss auf mein Leben. Ob er mit seiner Einschätzung Recht hat oder nicht, interessiert mich wirklich nicht”, sagte Hamilton in der Medienrunde nach dem Ungarn-GP, als er auf Rosbergs Aussagen angesprochen wird.

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Dieser hatte in seinem Video-Blog seinen ehemaligen Teamkollegen mit Max Verstappen verglichen und war zum Schluss gekommen, dass letzterer aufgrund seiner Jugend einen Vorteil hat. “Möglicherweise sieht man an den Ergebnissen von Lewis dieses Jahr im Qualifying, dass er von seinen natürlichen Fähigkeiten schon etwas nachlässt”, sagte Rosberg.

Hamilton: “Fühle mich fit wie noch nie”

Der Weltmeister von 2016 ergänzte: “Bottas ist genauso gut wie Lewis dieses Jahr, insgesamt womöglich sogar ein kleines bisschen besser. Vielleicht sieht man da seine körperlichen Leistungen etwas nachlassen, aber Lewis hat einfach eimerweise Erfahrung, die ihn immer noch zu einer absoluten Waffe machen.”

Hamilton dazu: “Ich fühle mich so fit wie noch nie. Es gibt Menschen, die weniger Erfolg haben und meinen dann kleinreden wollen. Aber ich habe mal ein Buch gelesen: Wenn Leute schlecht reden, soll man es nicht persönlich nehmen, denn eigentlich meinen sie sich selbst.”

Im Qualifying-Duell mit Teamkollege Valtteri Bottas führt Hamilton nur knapp mit 7:5 und am Hungaroring schlug ihn Verstappen im Kampf um die Pole-Position. Im Rennen holte sich Hamilton dann aber wieder den Sieg

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Wie eine Lüge Hamilton zum Ungarn-Triumph trieb

Lewis Hamilton wusste bereits kurz nach der Zieldurchfahrt, bei wem er sich für den Sieg zu bedanken hatte.

Noch während er nach den 70 schweißtreibenden Runden des Ungarn-GP in seinem Mercedes saß, rief er ins Teamradio: “Das war eine großartige Entscheidung!” 

Der Mann, dem dieses Lob galt, war James Vowles, 40 Jahre alter Ingenieur und Chefstratege bei den Silberpfeilen. In Ungarn war er der eigentliche Sieger des Rennens – und durfte sich anschließend auf dem Podium zusammen mit Hamilton feiern lassen. (Das Ergebnis des Ungarn-GP)

Hamilton muss nochmal an die Box

Es lief die 48. Runde auf dem Hungaroring, als Hamilton auf Vowles’ Initiative hin zum zweiten Mal an die Box beordert wurde. Und das obwohl er sich gerade wieder bis auf eine Sekunde an den bis dato führenden Max Verstappen herangearbeitet hatte.

Hamilton selbst war alles andere als begeistert von dieser Entscheidung. Er bezweifelte, dass er nach diesem Stopp den Red-Bull-Piloten noch einmal würde herausfordern können – auch wenn er mit frischen, weichen Reifen in den Endspurt ging.

“Ich wusste wirklich nicht, ob ich die 19 Sekunden (Rückstand auf Verstappen, Anm. d. Red.) aufholen könnte. Ich dachte, die Reifen würden schlapp machen”, sagte er beim Sieger-Interview. (Fahrerwertung der Formel 1)

Skepsis bei Mercedes

Doch nicht nur beim Piloten überwog die Skepsis. Auch am Kommandostand wurde “sehr lange diskutiert”, wie Toto Wolff bei RTL zugab. “Was am Ende herauskam, war: Entweder wir enden als Zweiter oder wir versuchen das”, sagte der Motorsportchef von Mercedes.

Allerdings schien der Schuss nach dem Boxenstopp zunächst nach hinten loszugehen. “Die ersten Runden waren nicht schnell genug. Dann kam heraus, dass es sich nicht ausgeht”, erklärte der Österreicher.

Das aber verheimlichte man Hamilton, der laut Wolff von dieser Entscheidung “nicht überzeugt war”. Mehr noch: Die Bosse entschieden sich sogar für eine kleine Notlüge.

Wolff: “Wir sagen ihm, es geht sich aus”

“Wir haben gesagt, wir sagen ihm, es geht sich aus, wir kriegen ihn in der letzten Runde”, verriet Wolff. Sie sollten recht behalten, auch wenn der Plan sogar schon drei Runden vorher aufging. Plötzlich sei Hamiltons Reifen im optimalen Temperaturfenster unterwegs gewesen. “Bei Max ging es in die andere Richtung, der harte Reifen war richtig alt”, erklärte er.

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Das registrierte dann auch der fünfmalige Weltmeister. Je näher er Verstappen kam, desto mehr holte er aus seinem Mercedes heraus. “Ich habe einfach draufgedrückt und kam ihm immer näher, mit einer Qualifyingrunde nach der anderen”, sprudelte es aus dem Briten förmlich heraus.

Red Bull von Reifenabbau bei Verstappen überrascht

Bei Red Bull war man indes überrascht davon, dass der harte Reifen bei Verstappen derart schnell abbaute. “Wir haben schon gemerkt, wie der erste Reifensatz viel zu früh nachgelassen hat, dass das hinten raus eng werden wird. Aber dass der Reifen dann so eingeht, das haben wir nicht erwartet”, räumte Motorsportberater Helmut Marko im ORF ein.

Und Verstappen meinte: “Ich habe mein Möglichstes auf dem harten Reifen getan, damit wir überleben, aber es hat nicht gereicht. Mir fehlte am Ende einfach der Grip.”

Immerhin aber bewies der 21-Jährige über die volle Distanz, dass er mit Hamilton nicht nur mithalten kann. Er zeigte ihm, dass er auf der Strecke nicht zu überholen ist – zumindest, wenn beide Rivalen mit den gleichen Waffen kämpfen.

Als Hamilton Verstappen in der 39. Runde schon einmal vor der Nase hatte, musste er sein Manöver abbrechen, geriet neben die Strecke und reihte sich lieber wieder hinter dem Niederländer ein.

Die Mercedes-Bosse dürften ein paar Runden später genau an diese Szene gedacht haben, als sie sich dafür entschieden, Hamilton an die Box zu holen – und ihm damit zum Sieg verhalfen.

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Warum Verstappen für Hamilton zur Gefahr wird

Jetzt ist also auch dieser weiße Fleck beseitigt in der Vita des Max Verstappen.

Der junge Niederländer mischt die Formel 1 im Moment derart auf, dass man die Nachricht aus Ungarn zunächst kaum glauben konnte: Nach 92 Rennen und sieben Siegen hat es tatsächlich bis zum Qualifying auf dem Hungaroring gedauert, bis der Red-Bull-Pilot auch seine erste Pole-Position bejubeln durfte.

Dabei ist der erste Startplatz beim Ungarn-GP nur die logische Konsequenz seiner Entwicklung in den vergangenen Wochen und Monaten. “Endlich werde ich nicht mehr nach der ersten Pole gefragt”, grinste Verstappen nach seinem Husarenritt erleichtert

Verstappen holt zwei Siege aus drei Rennen

Viermal stand der 21-Jährige in diesem Jahr schon auf dem Podium, zwei der letzten drei Rennen hat er gewonnen. Und selbst als ihn Sebastian Vettel in Silverstone von der Strecke gerammt hat, blieb er cool und kam noch als Fünfer ins Ziel – übrigens seine schlechteste Platzierung in diesem Jahr. (Die Stimmen zum Qualifying)

In Budapest – da sind sich alle einig – kann der nächste Coup des Niederländers folgen, der sein Image als “Mad Max” mittlerweile endgültig abgelegt hat und auch in kritischen Situationen kühlen Kopf behält.

Marko: “Das hat er kapiert”

Einen großen Anteil daran hat sein Team. “Wir haben intensive Gespräche geführt”, verriet Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko bei RTL vor dem Qualifying in Budapest. “Wir mussten Max die Ungeduld nehmen. Das hat er kapiert. Er ist jetzt gelassener.”

Genau diese Gelassenheit ist es, mit der Verstappen nun von Erfolg zu Erfolg fährt und die ihn zum gefährlichsten Rivalen für Lewis Hamilton macht.

Vor der letzten Station, ehe es in die vierwöchige Sommerpause geht, ist der Vorsprung des Briten auf Verstappen mit 63 Punkten zwar noch recht komfortabel. Seit dem Großen Preis von Österreich aber ist er schon um 24 Zähler geschmolzen.

Von Vettel als Hauptrivalen um den Titel spricht auch bei Mercedes keiner mehr. Zu sehr sind die Silberpfeile von den aktuellen Vorstellungen des jüngsten Formel-1-Piloten aller Zeiten beeindruckt. “Der Red Bull ist hier mit Verstappen am Steuer schneller als wir”, musste Motorsportchef Toto Wolff einräumen. Doch nicht nur in Budapest sieht er eine harte Konkurrenz auf Hamilton zukommen.

Wolff warnt vor Verstappen

“Man sieht schon an der reinen Mathematik, dass Max jemand ist, den wir als Titelrivalen betrachten müssen”, warnt Wolff – und rechnet vor, dass bei “zehn Rennen noch 260 Punkte” in dieser Saison zu vergeben seien.

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Auch bei Red Bull will man sich nicht mehr als der krasse Außenseiter im Titelrennen sehen. Teamchef Christian Horner beteuerte zwar bei Sky, “wir schauen nicht auf den WM-Stand”.

Doch erstens tat er dies mit einem Lächeln und zweitens gab auch Helmut Marko seine Zurückhaltung auf. Zusammen mit dem neuen Motorenpartner Honda, der in Kürze noch ein Update stellen werde, “wird das ganze Paket immer erfolgreicher und wächst immer mehr zusammen”, so der Österreicher: “Generell gibt es eine Aufbruchstimmung.”

Und wie sieht er die Sache mit dem WM-Kampf? “Also rein rechnerisch kann er noch Weltmeister werden”, sagt er zu Verstappens Chancen nund prophezeit: “Ich glaube, die zweite Saisonhälfte kann noch ganz schön spannend werden.”

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Mercedes-Boss schlägt Alarm: "Nicht das schnellste Auto"

Erst das Debakel von Hockenheim, nun die Niederlage im Qualifying von Ungarn gegen Max Verstappen.

Bei Mercedes ist die Souveränität vergangener Zeiten vorerst vorbei. Das macht auch der Ärger von Motorsportchef Toto Wolff deutlich. 

Auch Sebastian Vettel musste nach Platz fünf eine weitere Quali-Enttäuschung erklärten. Mit der fünftschnellsten Zeit reichte es nur zur dritten Startreihe. Entsprechend frustriert fiel die Reaktion des Ferrari-Piloten aus.

Ganz anders die Stimmung bei Max Verstappen. Der Niederländer bejubelt auf dem Hungaroring seine erste Pole-Position überhaupt. SPORT1 fasst die Stimmen vom Qualiying aus Ungarn bei RTL, Sky, ORF sowie aus der Mixed-Zone und der Boxengasse in der zusammen.

Verstappen: “Das Auto flog regelrecht”

Max Verstappen (Red Bull), Startplatz 1:

“Das hatte noch gefehlt. Das Auto fühlte sich das ganze Wochenende über gut an. Im Qualifying ist es immer schwierig, doch dieses Mal habe ich es geschafft. Das Auto flog regelrecht, es war unglaublich. Ich bin hochzufrieden, aber das Wichtigste, das Rennen, das kommt erst noch.”

Valtteri Bottas (Mercedes), Startplatz 2:

“Ich konnte gestern kaum fahren, aber es wurde heute immer besser und am Ende war es ganz knapp mit Max. Ich bin hier, um zu gewinnen.”

Hamilton kündigt gute Unterhaltung an

Lewis Hamilton (Mercedes), Startplatz 3:

“Natürlich will ich immer auf Platz 1 stehen, aber Max hat einen tollen Job gemacht und Valtteri war auch etwas schneller. Wir sind aber in einer guten Position, um das Rennen noch zu gewinnen. Der Weg zu Kurve 1 ist lang, es ist nicht einfach, hier zu überholen, aber ich will den Leuten morgen etwas bieten für ihr Geld.”

Sebastian Vettel (Ferrari), Startplatz 5:

“Im dritten Sektor sind wir nicht schnell genug, haben zu wenig Grip im Vergleich zu den anderen. Da haben wir zu wenig Downforce. Wir sind von der reinen Pace her hinter den Red Bulls und Mercedes. Es war schwierig heute, aber wir haben versucht, das Beste draus zu machen. Ich habe es in Kurve 5 weggeschmissen – und die Kurven 8 und 9 war auch nicht ideal. Morgen wird viel über die Reifen entschieden, aber wir starten alle auf den gleichen Reifen. Lassen wir uns überraschen.”

Nico Hülkenberg (Renault), Startplatz 11:

“Heute freue ich mich. P11 ist keine schlechte Startposition für morgen, weil sie uns strategisch Flexibilität mit den Reifen bringt. Von 9 oder 10 auf soften Reifen zu starten, wäre eher undankbar gewesen. Morgen ist vieles drin. Ich freue mich aufs Rennen – und dann auf Urlaub.”

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Christian Horner (Red-Bull-Teamchef):

“Natürlich waren das jetzt ein paar gute Wochen für uns, speziell diese Woche war bislang sehr gut. Es wäre schön, mit einem guten Ergebnis in die Sommerpause zu gehen. Wir haben seit dem Österreich-Grand-Prix definitiv Fortschritte gemacht. Dort haben wir gewonnen. In Silverstone hätten wir Zweiter werden sollen und das letzte Rennen haben wir auch gewonnen. Dann eine Pole hier, das ist fantastisch.”

Marko: “Sind auf dem richtigen Weg”

Helmut Marko (Red-Bull-Motorsportberater):

“Wie eine Erlösung ist das. Jetzt muss nur noch der Start funktionieren morgen. Gott sei Dank ist das jetzt endlich erledigt, das war schon ein leichter Albtraum. Die Pole-Position zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wenn die Strecke es zulässt, mit nicht allzu viel Geraden, dann sind wir dabei.” Und Honda stellt demnächst noch ein Motorenupdate bereit. Ich glaube, die zweite Saisonhälfte kann noch ganz schön spannend werden.”

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef):

“Man sieht, auch Honda ist in der Lage, einen schnellen Motor zu bauen. Leider Gottes ist das Überholen so schwierig. Aber wir haben zwei Autos hinter dem Max. Damit haben wir vielleicht mehr strategische Optionen. In erster Linie ärgere ich mich, dass wir es nicht gemacht haben. Es war da, aber es war von uns einfach nicht gut genug. Ich habe gedacht, dass es sich vielleicht ausgeht, aber wir hatten heute nicht das schnellste Auto. Der Red Bull ist hier mit Verstappen am Steuer schneller.”

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Hamilton vs. Verstappen: Wer ist der Bessere?

Der Vergleich zwischen Hamilton und Verstappen zum Durchklicken:

Im Regenchaos von Hockenheim behielt Max Verstappen zuletzt die Nerven und sicherte sich seinen zweiten Saisonsieg in der Formel 1.

Dies brachte Ex-Weltmeister Nico Rosberg dazu, eine gewagte These aufzustellen. “Ich würde sagen, in der Tabelle wäre Verstappen vorne, wenn er im Silberpfeil sitzen würde”, sagte er in seiner Rennanalyse auf Youtube und legt noch einen obendrauf: “Er hat eine phänomenale Saison, deshalb ist Verstappen derzeit der beste Fahrer im Feld.”

Doch wie viel Wahrheit steckt tatsächlich in der Behauptung, die zuvor auch schon Red-Bull-Teamchef Christian Horner aufgestellt hatte?

SPORT1 macht den großen Vergleich zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen.

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