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Klartext nach Mercedes-Desaster: "So kann man kein Rennen gewinnen"

Der vermutlich letzte Große Preis von Deutschland sorgte für allerlei Turbulenzen, am Ende eines Chaosrennens triumphierte Max Verstappen im Red Bull.

Regen bereitete den Fahrern allerhand Probleme, Kurve 17 entpuppte sich als verkappte Dragster-Strecke und Sebastian Vettel toppte mit seiner Aufholjagd von Platz 20 auf die zwei noch sein Ergebnis von Abu Dhabi 2012.

Allerdings gibt es neben den lachenden Gewinnern Verstappen und Vettel auch reihenweise Verlierer, die mit dem Chaos-Rennen von Hockenheim alles andere als zufrieden sind.

Vor allem die Silberpfeile sind hart auf dem Boden der Realität aufgeschlagen und haben noch keine rechte Vorstellung, was eigentlich passiert ist. Lewis Hamilton kam als elfter ins Ziel. Da Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi nachträglich jeweils eine 30-Sekunden-Strafe aufgebrummt bekamen, rückte der Weltmeister allerdings noch auf Platz neun vor.

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SPORT1 fasst die Stimmen von Sky, RTL, Motorsport Total und aus dem Boxenfunk zusammen.

Sebastian Vettel (Ferrari, Platz 2): “Es hat Spaß gemacht, war aber unheimlich schwer von den Bedingungen. Aber ich bin einfach unglaublich happy.”

zur Umstellung auf Intermediates: “Das waren keine Probleme, es hat nur einen Moment gedauert. Mit den Intermediates hab ich nicht so das Handling gekriegt. Aber im Rennen konnte ich mich aus allen Situationen heraushalten. Es war ein langes Rennen. lch kann das alles so noch gar nicht fassen. Gratulation an Max, er hat das heute toll gemacht.”

Max Verstappen (Red Bull, Platz 1): “Es ist toll dass ich heute gewinnen konnte. Ich war mit der gesamten Leistung heute zufrieden.”

Daniil Kvyat (Toro Rosso, Platz 3): “Es ist so großartig, endlich wieder auf dem Podium zu sein. Auch für Toro Rosso ist es toll, nach so vielen Jahren wieder da oben zu stehen.”

zu den Rennbedingungen: “Es war ein bisschen wie ein Horrorfilm mit einer schwarzen Komödie. Gut, dass ich da überall so durchgekommen bin.”

zu seinen Gedanken während des Rennens: “An einem Punkt dachte ich, dass das Rennen vorbei sei. Aber dann erwachte es noch einmal zum Leben. Es war unglaublich! Erst in der Nacht bin ich Vater geworden.”

Lewis Hamilton (Mercedes, Platz 11): “Es war einfach ein schlechter Tag, ein schlechtes Wochenende. Mehr gibt es nicht zu sagen. Es war einer der schlechtesten Tage, die ich seit langem hatte.”

zur Bedeutung des Rennens für die Meisterschaft: “Man lebt und man lernt dazu. Ich weiß ganz ehrlich nicht, was heute passiert ist. Ich bin froh, dass wir noch einige Rennen vor uns haben, darauf müssen wir uns konzentrieren und gestärkt zurückkommen.”

zu seinem Crash in die Wand: “Dass ich gegen die Wand gekracht bin, hat natürlich nicht geholfen, ein gebrauchter Satz Reifen auch nicht. Da kam einfach alles zusammen.”

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): “Für uns war es natürlich katastrophal. Am Anfang haben wir es richtig gut kontrolliert, aber dann sind Fehlentscheidungen zu Unfällen dazugekommen. Und so kann man kein Rennen gewinnen.”

zum missglückten Boxenstopp von Hamilton: “Er hat den Unfall direkt bei der Boxeneinfahrt gehabt. Da war niemand vorbereitet und dann kam auch noch der falsche Call bei den Reifen. Das ist uns seit Jahren nicht mehr passiert. Das hat uns einigermaßen blöd aussehen lassen.”

zu den Wetterbedingungen: “Das Wetter spielt immer eine Rolle, aber man sieht, dass man es auch hinkriegen kann – wie es bei Verstappen der Fall war. Einige Jungs haben das zu ihren Gunsten genutzt, wie Kwjat und Stroll. Ihnen muss man gratulieren. Aber für uns ist natürlich alles in die Hose gegangen.”

zum größten Ärgernis dieses Rennens: “Ich kann gar nicht beginnen – alles!”

Charles Leclerc (Ferrari, Platz 17): “Ich übernehme die volle Verantwortung für den Fehler. Aber ich sage auch ganz ehrlich, dass so eine asphaltierte Dragster-Strecke nichts auf einer Formel 1-Strecke zu suchen hat. Das sollte man nochmal untersuchen. Das geht so nicht.”

Nico Hülkenberg (Renault, Platz 16): “Ein technischer Defekt war es nicht. Ich habe in der Kurve 16 bisschen das Heck verloren. Ich habe mich dann entschieden, die Lenkung aufzumachen. Was ich allerdings nicht wusste, ist, dass es dort wie Eis ist. Das war schon fast Dragster. Da war nichts mehr zu retten.”

zur Frage, wie enttäuscht er ist: “Wir waren gut unterwegs. Das wird morgen erst richtig weh tun.”

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Ferrari-Blamage! Aber Hamilton macht Vettel Hoffnung

Ein paar Meter entfernt donnerten die Motoren der Rivalen im Kampf um die Pole-Position, da war Sebastian Vettel schon bemüht, Ferraris Quali-Debakel auf dem Hockenheimring zu erklären (Formel 1, Rennen in Hockenheim: Sonntag ab 15.10 Uhr im Liveticker).

“Das Frustrationslevel ist extrem hoch. Es ist total enttäuschend, vor allem, weil es hier passiert”, sagte Vettel. Nur 50 Kilometer von seinem Geburtsort Heppenheim entfernt erlebte der viermalige Weltmeister einmal mehr seine persönliche Heimspiel-Hölle.

Nach dem Fahrfehler in der Schlussphase des Rennens als Spitzenreiter im Vorjahr, wurde Vettel diesmal gleich zu Beginn des Qualifyings von einem Problem mit dem Turbolader gestoppt.

“Es ist eine Schande”

“Heute morgen hatte ich noch ein gutes Gefühl. Ich denke, die Pole wäre möglich gewesen. Es ist eine Schande. Das war der schlecht möglichste Zeitpunkt für einen Defekt im Qualifying”, erklärte der 32-Jährige.

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Auf den Tribünen schlugen die Ferrari-Fans die Hände über ihre roten Kappen, Teamchef Mattia Binotti starrte durch seine runden Brillengläser ins Leere.

Defekt stoppt auch Leclerc

Das Qualifying war für die Scuderia an Peinlichkeit kaum zu überbieten, glich einem Offenbarungseid. In einer Saison voller Pleiten, Pech und Pannen zertrümmert der so stolze italienische Traditionsrennstall sein Image immer mehr. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Zumal auch Charles Leclerc in Q3 mit technischen Problemen ausfiel und nur von Startplatz 10 ins Rennen gehen kann.

Vettel, der nach mehreren Fahrfehlern in dieser Saison diesmal keine Schuld am Dilemma trug, muss dagegen vom Ende des Feldes in den Großen Preis von Deutschland starten.

Hamilton macht es Vettel vor

Ferraris doppelte Panne machte sogar die Konkurrenz sprachlos. “Ich weiß nicht, was da los ist”, sagte Lewis Hamilton, der sich die Pole Position vor Red-Bull-Pilot Max Verstappen und Valtteri Bottas im zweiten Mercedes sicherte.

Doch ausgerechnet Titelverteidiger und WM-Spitzenreiter Hamilton macht Vettel zumindest ein wenig Hoffnung. Im Vorjahr raste der Brite von Startplatz 14 zum Sieg – begünstigt durch Regen in der Schlussphase des Rennens und Vettels Fahrfehler. Auch dieses Jahr ist die Regenwahrscheinlichkeit am Hockenheimring recht hoch.

“Im Rennen ist immer was drin”, sagte Vettel dann auch: “Ich glaube immer an unsere Chance.”

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Ferrari-Boss will Quali aufarbeiten: "Ich glaube nicht an Pech"

Das Qualifying zum Großen Preis von Deutschland mutiert zur Vollkatastrophe für Ferrari. Sebastian Vettel kann aufgrund eines technischen Defekts nicht eine einzige gezeitete Runde drehen und geht als Letzter ins Rennen.

Auch Teamkollege Charles Leclerc muss nach einem Problem vorzeitig aussteigen und das Feld als Zehnter aus dem Mittelfeld aufrollen (Formel 1, Rennen in Hockenheim: Sonntag ab 15.10 Uhr im SPORT1-Liveticker).

Bei den beiden Ferrari-Piloten ist die Enttäuschung und Wut dementsprechend groß, und auch der Teamchef spricht Klartext: ”Es geht um unsere komplette Herangehensweise, damit das nicht mehr passieren kann”, sagte Mattia Binotto: “Ich denke, wir müssen intern darüber nachdenken. Ich glaube nicht an Pech.”

Ganz anders dagegen die Gefühlslage bei den Silberpfeilen. Lewis Hamilton kann sich nach dem Rennen gar nicht so richtig erklären, warum er von der Pole Position aus ins Rennen geht. 

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hofft indes inständig, dass die Scuderia ihre Krise überwindet und voll konkurrenzfähig wird.

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SPORT1 fasst die Stimmen von Sky, RTL, Motorsport-Total und aus dem Boxenfunk zusammen.

Sebastian Vettel (Ferrari, Platz 20): “Ich hatte gute Chancen heute weit vorne zu stehen. Die Pole wäre in Reichweite gewesen für mich. Das ist jetzt sehr bitter. Jetzt muss ich nach vorne schauen. Hoffentlich habe ich morgen ein gutes Rennen. Man kann nichts machen. Ich habe trotzdem Vertrauen in das Auto.”

zum Defekt an seinem Auto: “Ich habe gleich am Ausgang der Boxengasse gemerkt, dass ich Leistung verliere und irgendetwas kaputt gegangen ist. Ich wusste nicht, ob sich vielleicht nur ein kleines Teil oder ein Anschluss gelöst hat, aber es scheint etwas Größeres zu sein. Deswegen konnten wir nichts machen.”

zu den Chancen im Rennen: “Ich glaube immer an unsere Chance. Natürlich wäre es einfacher gewesen, von ganz vorne statt von ganz hinten loszufahren. Wir haben ja noch ein bisschen Zeit zu überlegen.”

zu seiner Gefühlslage: “Natürlich stinkt mir das jetzt. Die Chance, heute richtig weit vorne zu stehen, wäre gut gewesen. Das ist natürlich sehr, sehr bitter, gerade hier. Aber mir bleibt nichts anderes übrig als auf morgen zu schauen. Es ist noch alles drin.”

zum plötzlich auftretenden Problem an seinem Auto: “Ich bin eigentlich relativ gefasst bei sowas. Aber gerade an so einem Tag, wo man weiß, dass es gut laufen kann, von vornherein so ausgebremst zu werden, ist natürlich extrem bitter.”

Lewis Hamilton (Mercedes, Platz 1): ”Ich habe keine Ahnung, wie wir es geschafft haben. Ganz wichtiges Rennen hier. Unglaublich, die 125 Jahre Motorsport von Mercedes so feiern zu können. Ferrari war sehr stark, aber sie hatten dann Probleme. Mein Auto hat sich gut angefühlt.”

zum Kampf mit Ferrari: “Die Ferrari waren auf einem anderen Level. Gegen Leclerc wäre es eng gewesen. Die Strecke ist unglaublich. Kurve eins geht voll. Die Runde fordert einen. Die erste Runde war perfekt, die zweite nicht ganz. Aber es hat gereicht.”

zu seinen Problemen vor dem Qualifying: “Ich habe mich heute Morgen nicht gut gefühlt” Bei Mercedes sei man darauf vorbereitet gewesen, “den zweiten Fahrer” (Esteban Ocon, Anm.d.Red.) ins Auto zu setzen. 

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): “Wir haben anfangs alles gegeben, aber haben überhaupt nicht verstanden, warum die Pace nicht da war. Es hängt mit dem Überhitzen zusammen. Mit dem Medium ging es dann plötzlich. Am Ende war wieder alles zusammen.”

zum Desaster von Vettel und Ferrari: “Das ist natürlich fürchterlich. Es ist Sebastians Heim-Grand-Prix. Sie haben wirklich die Seuche. Leclerc wäre für die Pole gut gewesen. Wir brauchen Ferrari in dem Wettbewerb. Man kann nur hoffen, dass sie da wieder zurückfinden.”

zur Leistung von Valtteri Bottas: “Er ist nicht weit weg. Lewis hat eine unglaubliche Leistung abgeliefert. Das Rennen ist morgen. Wenn die Temperaturen so bleiben, dann musst du erst mal durchkommen, und das mit der richtigen Strategie. Ich denke, Valtteri hat eine Chance.”

Charles Leclerc (Ferrari, Platz 10): “Wir hatten ein Problem mit dem Benzinsystem. Wir müssen jetzt verstehen was passiert ist, damit es nicht mehr vorkommt. Es war heute ein schwieriger Tag für das Team. Hoffentlich wird es morgen positiver. Ich fühlte mich im Auto großartig. Das Auto war das gesamte Wochenende großartig. Deshalb ist es richtig schade, dass das passiert ist.”

zu seinen Plänen für das Rennen: “Die Pole hätte drin sein können. Ich hätte Mercedes gerne herausgefordert. Vertrauen ins Auto habe ich auf jeden Fall. Ich werde morgen sehr aggressiv fahren.”

Mattia Binotto (Ferrari-Teamchef): “Natürlich sind wir sehr enttäuscht, weil wir heute eine gute Performance hatten. Diese Dinge sollten nicht passieren. Es ist meine Verantwortung.”

zu den technischen Problemen: “Es sind zwei Probleme aufgetreten, die so noch nie zuvor passiert sind. Bei Sebastian war es ein Problem mit dem Ladeluftkühler und bei Charles das Modul, das die Benzinpumpe steuert. Für den Sonntag muss das alles genau kontrolliert werden. Zum Glück sind das Dinge, die keine Strafen nach sich ziehen. Sie können repariert werden.”

zur Aufarbeitung des Qualifying-Debakels: “Ich glaube nicht, dass wir nur ein Problem aussortieren müssen, sondern es geht um unsere komplette Herangehensweise, damit das nicht mehr passieren kann. (…) Es geht um unsere komplette Herangehensweise bezüglich der Qualitätskontrolle und der Entwicklung des Autos.”

“Ich denke, wir müssen intern darüber nachdenken. Ich glaube nicht an Pech. Es geht darum, unsere internen Prozesse zu verbessern.”

zur Strategie für das Rennen: “Ich denke nicht, dass wir uns auf Regen verlassen sollten. Wir haben eine gute Pace. Sebastian hat in den vergangenen Rennen gezeigt, dass er sich von hinten gut zurückkämpfen kann. Nicht von ganz hinten, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir morgen ein gutes Rennen haben können. Ich denke, dass wir jetzt sogar noch hungriger auf ein gutes Ergebnis sind.”

Valtteri Bottas (Mercedes, Platz 3): “Das Wetter wird morgen ein Faktor sein. Ich hatte Probleme mit den Bremsen. Ferrari war extrem schnell. Wir haben auf ein besseres Qualifying gehofft, aber es ist kein Desaster. Ich werde mich weiter vorarbeiten.”

Max Verstappen (Red Bull, Platz 2): “Ich bin sehr konservativ ins Q1 gegangen. Es ist toll, hier zu sein und auf Platz zwei zu stehen. In der ersten Reihe ist alles möglich morgen. Vor allem vor den ganzen holländischen Fans.”

zur Strategie für das Rennen: “Natürlich starten wir auf einem anderen Reifen. Daher müssen wir abwarten, wie das funktioniert. Aber hoffentlich können wir ihnen folgen und so herausfordern.”

Nico Hülkenberg (Renault, Platz 9): “Ein lachendes und ein weinendes Auge. Die anderen sind einfach stark und wir haben Probleme. Ich war überrascht, dass es so gut gelaufen ist. Die Performance ist nicht da, wo wir sie gerne hätten. Wir haben Probleme mit dem Grip, die anderen Mittelfeldteams machen einen guten Job. Wir haben einfach nicht gut genug gearbeitet.”

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Vor Jubiläum: Vettels Achterbahnfahrten in Deutschland

Die Heimspiele von Sebastian Vettel zum Durchklicken:

Sebastian Vettel bestreitet an diesem Wochenende seinen zehnten Grand Prix in Deutschland. Seine bisherigen Auftritte in der Heimat gleichen eine Achterbahnfahrt – mit dem Drama im Vorjahr.

SPORT1 blickt auf seine wechselhaften Heimspiele zwischen Drama und Triumph – und beleuchtet seine Chancen beim Jubiläum.

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Düstere Zukunft? Schumacher pocht auf Nachhaltigkeit

Zehn Jahre fuhr Ralf Schumacher zwischen 1997 und 2007 in der Formel 1. 2016 stieg er bei HTP F4 Junior Team Ungar in der ADAC Formel 4 (SERVICE: Alle Infos zur Formel 4 im SPORT1-Datencenter) ein und führt seitdem mit Gerhard Ungar das Meisterteam US Racing.

Im SPORT1-Interview spricht Schumacher am Rande des Renn-Wochenendes auf dem Hockenheimring (Formel 1: Großer Preis von Deutschland am Hockenheimring, Qualifying am Samstag ab 15.00 Uhr im SPORT1-Liveticker, das Rennen am Sonntag ab 15.10 im SPORT1-Liveticker) über die Erfolge seines Teams, die düstere Zukunft der Formel 1 in Deutschland und die Fahrt von Mick Schumacher im Ferrari seines Vaters.

SPORT1: Herr Schumacher, die Formel 4 fährt dieses Wochenende auf dem Hockenheimring im Rahmen des Formel-1-Grand-Prix. Ist das ein Unterschied?

Ralf Schumacher: Durch die große Formel 1 im Umfeld will sich natürlich jeder Fahrer entsprechend präsentieren. Man muss ein bisschen darauf achten, dass niemand übermotiviert ist.

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SPORT1: Wie fällt Ihr persönliches Zwischenfazit für Ihr eigenes Team aus?

Schumacher: Das ganze Team macht einen hervorragenden Job. Alle im Team sind siegfähig. Manche Fahrer hatten etwas Pech. Das ist dem Umstand geschuldet, dass manchmal 18 bis 20 Heißsporne in die erste Kurve einbiegen und sich dort treffen.

Die Nachhaltigkeit ist wichtig

SPORT1: Für die Formel 1 gilt, dass der Hockenheimring bald Geschichte sein könnte und wohl anderen Strecken im Rennkalender weichen muss. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Schumacher: Grundsätzlich ist es schön, als Autoland auch einen Formel-1-Grand-Prix zu haben. Aber die Kosten werden dem Nutzen anscheinend nicht gerecht. Man muss auch sagen, dass das Interesse in Deutschland nicht ganz so groß ist, wie es mal war. Ich denke, dass es vorerst der letzte Grand Prix hier in Hockenheim sein wird. Ich hoffe aber, dass wir in nicht allzu langer Zeit dann auch wieder Formel-1-Rennen in Deutschland sehen werden. Auf der anderen Seite steht eine WM nun einmal für weltweite Rennen. Derzeit spielt sich ja noch immer sehr viel zentral in Europa ab. Deshalb ist eine Öffnung auch gut und wichtig. Aber die Nachhaltigkeit muss da sein. Wir haben das zum Beispiel in Indien gesehen. Da war der Grand Prix und er war auch gut – und dann war er plötzlich wieder weg.

Sound der Autos verbesserungsfähig

SPORT1: Am Samstag und Sonntag wird ihr Neffe Mick im Ferrari seines Vaters Michael ein paar Runden auf dem Hockenheimring drehen. Wie finden Sie diese Aktion und wie emotional ist es für Sie?

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Schumacher: Das ist eine sehr, sehr schöne Aktion. Die Fans werden es lieben. Auch weil endlich mal wieder ein Formel-1-Auto auf der Strecke ist, das einen tollen Sound hat. Nichts gegen die neuen Wagen der Formel 1, aber der Sound ist verbesserungswürdig. In dieser Kombination ist das auf jeden Fall eine tolle Sache.

SPORT1: Ihr Sohn David fährt mittlerweile in der Formel 3, wie läuft es bei ihm?

Schumacher: Am Anfang war es etwas schwierig, aber wir sind sehr zufrieden. Generell ist es schade, dass Deutschland nicht in der Lage ist, solch eine Serie zu machen. Deshalb mussten wir nach Italien ausweichen. Aber es ist eine ordentliche Serie und ein gutes Sprungbrett in die internationale Formel 3 dann.

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Leclerc in der Vettel-Rolle – Wachablösung in Hockenheim?

Charles Leclerc hatte es fast noch eiliger als auf der Rennstrecke. Im Eiltempo führte der Ferrari-Pilot den Nachwuchs der ADAC Formel 4 durch die rote Box der Scuderia. Ein paar Erläuterungen, in wenigen Minuten war alles vorbei. Fragen der Journalisten: nicht erlaubt.

Dabei hätte Leclerc durchaus Grund gehabt, sich ein wenig mehr Zeit zu nehmen. Denn neben den punktgleichen Spitzenreitern Théo Purchaire und Niklas Krütten gehörte auch Leclercs drei Jahre jüngerer Bruder Arthur zu den Gästen aus der Formel 4, die am Wochenende im Rahmenprogramm der Königsklasse auf dem Hockenheimring an den Start gehen (im LIVETICKER bei SPORT1).

Vettel konzentriert sich auf Befreiungsschlag

Im Vorjahr hatte noch Sebastian Vettel den Nachwuchs durch die Ferrari-Box geführt. Doch nach einem Jahr voller Pleiten, Pech und Pannen, das mit seinem Fahrfehler auf dem Hockenheimring den Anfang genommen hatte, dürfte es Vettel nicht ganz ungelegen kommen, sich unweit seines Geburtsortes Heppenheim auf den sportlichen Befreiungsschlag zu konzentrieren.

Dass Leclerc bei dem Termin in Hockenheim in die Vettel-Rolle schlüpfte, ist einerseits erstaunlich, könnte andererseits aber auch schon ein Vorbote sein. Leclercs eigene Karriere ist ein rasanter Aufstieg nach oben: 2016 Gewinn der GP3-Serie, 2017 Meister der Formel 2, 2018 eine viel beachtete Debüt-Saison in der Formel 1 im unterlegenen Sauber und schließlich der Wechsel zu Ferrari an die Seite von Vettel.

Wachablösung in Hockenheim?

Und dieses Jahr? Setzt der Monegasse seinen Weg im Vollgas-Modus fort. Mit seinen 21 Jahren gehört er selbst noch zu den jungen Wilden der Formel 1, doch die Art und Weise seiner Auftritte lässt die Experten schwärmen. “Wir haben die Zukunft der Formel 1 gesehen”, schrieb Ex-Weltmeister Nico Rosberg nach den jüngsten Rad-an-Rad-Duellen von Leclerc und dem ebenfalls 21 Jahre alten Max Verstappen.

Bei Ferrari könnte die Zukunft schneller zur Gegenwart werden als Vettel lieb wäre. Denn in der Gesamtwertung liegt Leclerc nach vier Podiumsplätzen als Fünfter nur noch einen Rang und drei Punkte hinter Vettel im Windschatten – und könnte ausgerechnet in Hockenheim am viermaligen Weltmeister vorbei ziehen.

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Die Wachablösung bei der Scuderia könnte nur noch eine Frage der Zeit sein. Dann wäre Leclerc auch auf der Strecke in der Vettel-Rolle.

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Hülkenberg-Verbleib bei Renault ist "wahrscheinlich"

Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg rechnet sich gute Chancen auf einen Verbleib beim Renault-Werksteam aus. “Was passiert, wird sich zeigen, nichts ist in Stein gemeißelt”, sagte der 31-Jährige im Vorfeld des Großen Preises von Deutschland (Sonntag, 15.10 Uhr/RTL und Sky): “Aber es ist recht wahrscheinlich, dass ich bei diesem Team bleibe.” Der Vertrag des Emmerichers, der seit 2017 für Renault fährt, läuft nach der Saison aus.

Bislang kommt Renault bei dem Versuch, die Lücke zu den Topteams Mercedes, Ferrari und Red Bull zu schließen, nicht entscheidend voran. “Wir liegen hinter den Erwartungen”, sagte Hülkenberg in Hockenheim, “wir können nicht zufrieden sein mit dem, was wir in den vergangenen Jahren erreicht und gemacht haben. Aber ich sehe Licht am Ende des Tunnels.”

Renault mit Hülkenberg und Teamkollege Daniel Ricciardo (Australien) liegt derzeit nicht auf dem angepeilten vierten Rang der Team-WM und ist Fünfter hinter McLaren.

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Deutschland-GP vor Aus: Hockenheim sieht die Zielflagge

Zum Abschied wird es noch einmal laut im Motodrom. So laut wie damals, als die Welt noch in Ordnung war.

Mick Schumacher steigt in einen Ferrari seines Vaters, er wird ein paar Mal über die Rennstrecke in Hockenheim rasen, den Wald in der Kurpfalz mit dem Gebrüll des alten V10-Motors erfüllen.

“Spektakulär” werde das sein, sagt Ring-Geschäftsführer Georg Seiler: “Und vielleicht bringt es uns ja ein paar Zuschauer mehr.” Damit der Rahmen doch noch stimmt – für das vorerst wohl letzte Formel-1-Rennen auf deutschem Boden.

Auch Mick Schumacher freut sich im SPORT1-Interview auf die Runden vor den deutschen Fans. “Das letzte Mal, als ich in Hockenheim gefahren bin, habe ich in der Formel 3 die Meisterschaft gewonnen. Es wird sehr schön und emotional, zurückzukehren. Dieses Mal fahre ich dann in einem schnelleren Auto. Es wird spannend und spaßig.”

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Abschied der Formel 1 aus Deutschland?

Der F2004 mit dem Sohn des Rekordweltmeisters an Bord soll am Wochenende nicht bloß die Motorsportromantiker erfreuen, er trägt auch die Hoffnungen auf vollere Tribünen beim Großen Preis von Deutschland am Sonntag (Formel 1: GP in Hockenheim ab 15.10 Uhr im LIVETICKER).

Denn die Königsklasse des Motorsports verkauft sich hierzulande nicht mehr sonderlich gut – und deshalb wird sie der Heimat von Michael Schumacher, von Sebastian Vettel und Serienweltmeister Mercedes erst einmal den Rücken kehren.

“Ich werde nicht die Tür zuschlagen”, sagt Seiler, “aber ich gehe nicht mehr von einem Rennen im kommenden Jahr aus.” Formel-1-Boss Chase Carey reagiert ausweichend auf Fragen zur deutschen Zukunft im Kalender, berichtet in der Sport Bild von “komplizierten Gesprächen”.

Das Problem für Hockenheim: Ein Grand Prix kostet einfach zu viel Geld. Das Risiko für den Streckenbetreiber ist zu hoch, wenn die Fans wegbleiben.

Titelsponsor Mercedes rettet Hockenheim-GP 2019

Seiler wird nach dem Rennen als langjähriger Geschäftsführer abtreten, und er will das Aus für seine Rennstrecke nicht herbeireden.

Er verweist auf die Lösungen in der Vergangenheit, schon das Rennen in dieser Saison kam erst kurzfristig zustande, weil Mercedes als Titelsponsor einsprang. Doch für 2020 ist die Situation grundlegend anders. Seiler nickt ergeben, wenn er darüber spricht.

Denn es gibt mal wieder zwei neue Strecken im Kalender, dafür müssen alte weichen. Max Verstappen hat in den Niederlanden einen Formel-1-Hype ausgelöst, der an die deutschen Schumacher-Jahre erinnert, und der 21-Jährige bekommt nun sein Heimrennen in Zandvoort.

Zudem feiert der nächste Exot sein Debüt: Die Formel 1 wird erstmals in Vietnams Hauptstadt Hanoi fahren.

Verdrängungswettbewerb in der Formel 1

Sie setzt damit ihre Expansion fort. Bahrain, Aserbaidschan, Russland, Abu Dhabi, nun also Vietnam. Der Kampf um die mittlerweile 21 Formel-1-Rennen ist ein Verdrängungswettbewerb.

Was unter dem langjährigen Boss Bernie Ecclestone begann, setzt sich unter den amerikanischen Neu-Eigentümern von Liberty Media fort – dabei hatten die bei Übernahme der Serie den Erhalt der alten Strecken gepredigt. Seiler sieht das allerdings differenziert.

Wenn ein Standort wie Hanoi “zu Lasten der Traditionsrennstrecken kommt, ist das nicht gut, weil Europa wichtig ist als Kernmarkt. Aber letztendlich geht die Formel 1 dahin, wo das große Geld bezahlt wird. Aus wirtschaftlicher Sicht kann man es ihr nicht verübeln.”

“So geht es nicht weiter”

Und das Problem liegt durchaus auch auf der anderen Seite. Denn die Unterstützung von Mercedes ist die große Ausnahme – ansonsten wartete Hockenheim stets vergeblich auf Hilfe etwa von der Öffentlichen Hand beim Stemmen des Projekts Großer Preis von Deutschland.

“Ich bedauere, dass kein Mensch in der Region bereit ist, etwas für die Formel 1 zu tun”, sagt Seiler, “wir mussten über Jahre sogar auf Investitionen für die Instandhaltung verzichten, um finanzielle Löcher zu stopfen. Aber so geht es nicht mehr weiter.”

Wer die Formel 1 in Deutschland wolle, der müsse helfen. Mick Schumacher allein wird das Problem nicht lösen.

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Hockenheim-Chef rechnet nicht mit Formel-1-Rennen 2020

Die Organisatoren in Hockenheim rechnen nicht mehr mit einer Rückkehr der Formel 1 im kommenden Jahr. “Denkbar ist es, ich werde sicher nicht die Tür zuschlagen”, sagte der scheidende Ring-Geschäftsführer Georg Seiler: “Aber ich gehe nicht mehr davon aus.”

Das Rennen am kommenden Sonntag (15.10 Uhr im LIVETICKER) könnte bis auf Weiteres der letzte Auftritt der Königsklasse in Deutschland sein.

Die schlechten Aussichten für 2020 bedeuten zwar nicht, “dass wir für die Jahre danach nicht in Verhandlungen treten”, so Seiler, der Grundsatz bleibe aber derselbe: “Auch für die Zukunft und auch unter meinen Nachfolgern gilt: Wir werden keinen Grand Prix mehr durchführen, bei dem wir das Risiko tragen.”

Rennen für Betreiber zu teuer   

Die Strecken müssen jährlich Millionensummen an die Formel 1 zahlen, um ein Rennen ausrichten zu dürfen. Das wurde in Zeiten sinkenden Zuschauerinteresses nicht nur für Hockenheim zum Problem. Schon der Grand Prix in diesem Jahr kam erst recht kurzfristig zustande, weil Mercedes als Titelsponsor einsprang.

Mercedes rettet GP 2019

“Mercedes hat das Rennen 2019 erst möglich gemacht, auch die Formel-1-Besitzer Liberty Media sind uns mit der Gebühr entgegengekommen”, sagte Seiler, der aber ansonsten über Jahre an fehlender Unterstützung verzweifelte: “Ich bedauere, dass kein Mensch in der Region bereit ist, etwas für die Formel 1 zu tun. Weder die Öffentliche Hand, noch Unterstützer aus der Wirtschaft. Wir bekommen seit langer Zeit nichts mehr, mussten sogar auf Investitionen für die Instandhaltung verzichten, um finanzielle Löcher zu stopfen. Aber so geht es nicht mehr weiter.”

Um eine künftige Rückkehr der Königsklasse nach Deutschland zu ermöglichen, gelte: “Wer die Formel 1 in Deutschland will, der muss sich auch dazu bekennen und helfen.” Für diesen Rennsonntag rechnet Seiler derzeit mit einem ordentlichen Wert von rund 65.000 Zuschauern. Nach sehr schwierigen Jahren waren im Vorjahr 71.000 Zuschauer zum Rennen gekommen, es war der höchste Wert seit 2005.

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Rennzirkus bis 2025 in Melbourne

Der Große Preis von Australien in Melbourne bleibt bis mindestens 2025 im Rennkalender der Formel 1.

Das teilte die Königsklasse des Motorsports am Donnerstag in London mit.

Australien richtet seit 1985 einen WM-Lauf aus. Zunächst fanden die Rennen bis 1995 in Adelaide statt, im Jahr darauf kam der Umzug nach Melbourne.

Seitdem fungiert der Große Preis von Australien im Albert Park mit Ausnahme der Jahre 2006 und 2010 als Saisonauftakt.

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