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Schluss mit "Kindergarten": Das fordert Vettel von den F1-Bossen

Stolze 110 Seiten umfasst aktuell das technische Reglement der Formel 1 in dieser Saison, dazu kommen weitere 71 Seiten sportliches Reglement sowie das dicke internationale Sportgesetzbuch der FIA.

Zu viel, wenn es nach Sebastian Vettel geht. “Wenn es auf zwei A4-Seiten wäre, gäbe es viel mehr Spielraum. Da werden dann auch gewisse Dinge ausgelebt, die am Ziel vorbeischießen”, sagte er im Interview mit Servus TV angesprochen darauf, ob eine Vereinfachung des Regelwerks der Formel 1 nicht gut tun würde.

“Irgendwo muss sich die Formel 1 vielleicht Gedanken machen und sich einordnen. Was will man erreichen? Will man Komplexität? Will man die Technologie weiterhin auf einen Standard führen, der so weit weg ist, so nicht greifbar in gewisser Weise, so weit fortgeschritten? Oder bekennt man sich zur Unterhaltung, zum Sport, zum Wesentlichen und reduziert sich darauf?”, stellte er die Königsklasse des Motorsports vor eine Grundsatzfrage.

Vettel kritisiert Drang nach technischem Fortschritt

Vor allem den ständigen Drang, auf fortschrittliche Technik zu setzen, kritisiert der viermalige Weltmeister.

Dieser ist besonders für die großen Autohersteller wie Mercedes, Renault oder Honda wichtig, um den Wissenstransfer aus dem Motorsport in der Serienproduktion als Verkaufsargument anzuführen. Hinzu kommt, dass Motorsportprogramme oft aus Forschungs- und Entwicklungsbudgets der Konzerne finanziert werden.

Doch dieses Argument will Vettel nicht gelten lassen. “Man ist schon auseinander gegangen und kein Vorreiter mehr. Wir haben kein ABS, keine Traktionskontrolle und keine Stabilitätskontrolle”, führte er an.

Zudem befürchtet er, dass die Fahrer in der Formel 1 über kurz oder lang ersetzt werden könnten. “Wenn man die Mobilität an sich anschaut und wo sie hin läuft, wird der Fahrer in den nächsten Jahrzehnten irgendwann ersetzt. Aber ich glaube nicht, dass das einen großen Unterhaltungswert hat”, sagte er.

Vettel plädiert für mehr Rennaction

Eine Rennserie ohne Piloten, wie es sie bereits in der Formel E mit dem Roborace gibt, kann laut dem Heppenheimer daher keine Zukunftsvision für die Formel 1 sein. So habe er den Verantwortlichen schon vor Jahren gesagt, dass eine Batterie seiner Meinung nach in eine Fernbedienung und nicht in ein Rennauto gehöre.

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Doch nicht nur das technische Regelwerk ist dem 31-Jährigen ein Dorn im Auge. Auch der Strafenkatalog mit Strafpunkten und Co. ist für ihn “Kindergarten”. “Let them race” lautet stattdessen sein eindeutiges Credo.

Allerdings habe die Formel 1 inzwischen so viele Regeln, dass den FIA-Kommissaren oftmals nichts anderes übrig bleiben würde, als Strafen auszusprechen. Das ist laut Vettel aber “nicht gut”.

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Leclerc spricht über Vettel-Abschied

Ferrari-Pilot Charles Leclerc glaubt nicht an ein baldiges Karriereende seines Teamkollegen Sebastian Vettel. “Ich sehe nicht kommen, dass er aufhört”, sagte der 21-jährige Monegasse der Sport Bild: “Ich kann nicht für ihn sprechen, aber er wirkt motivierter als je zuvor, er arbeitet sehr hart, um das Beste für das Team und sich herauszuholen.”

Auch wenn er den viermaligen Weltmeister schlagen sollte, wäre das nach Leclercs Dafürhalten “kein Grund, der ihn aufhören lassen würde”.

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Vettel seit August 2018 ohne Sieg 

Vettel, der am Mittwoch 32 Jahre alt wurde, wartet seit Ende August 2018 auf einen Grand-Prix-Sieg. Zuletzt waren immer wieder Gerüchte um sein vorzeitiges Karriereende laut geworden, nachdem Vettel seinen Unmut über die moderne Formel 1 (“Nicht mehr der Sport, in den ich mich verliebt habe”) geäußert hatte.

Der Hesse, Weltmeister in den Jahren 2010 bis 2013 mit Red Bull, reagierte zuletzt zunehmend genervt auf die Gerüchte. Sein Vertrag bei der Scuderia Ferrari, die zuletzt 2008 die WM gewann, läuft noch bis Ende 2020.

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Tiefpunkt Österreich – Der Niedergang eines Formel-1-Giganten

Der Aufstieg und Niedergang von Williams zum Durchklicken:

Eine Formel 1 ohne Williams? Eigentlich undenkbar.

Seit 1977 ist der britische Rennstall Teil der Motorsport-Königklasse – und das über viele Jahre äußerst erfolgreich. Doch seit einiger Zeit kann Williams nicht mehr überzeugen und schwächelt an allen Ecken und Enden.

Jüngst tauchten sogar Gerüchte über die Übernahme eines russischen Milliardärs auf. Seit dem Österreich-GP am Wochenende sind die Williams-Piloten die einzigen ohne WM-Punkte.

SPORT1 zeigt Aufstieg und Niedergang eines Formel-1-Giganten.

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Formel Gähn war gestern – Die Retter der Formel 1

Ein besseres Timing hätte es nicht geben können. Nach der bisher mäßig spannenden Saison, die ihren Langeweile-Höhepunkt in Frankreich fand, musste man sich ernsthafte Sorgen um die Zukunft der Formel 1 machen.

Umso wichtiger war es für die Königsklasse, dass mit Spielberg nun ein Rennen folgte, welches spannend bis zur letzten Sekunde war. Zu verdanken war dies zwei Jungstars, die dafür sorgten, dass Weltmeister Lewis Hamilton und Sebastian Vettel nur die zweite Geige spielten.

Die beiden 21-jährigen Max Verstappen und Charles Leclerc wirbelten das Feld auf und brachen dabei sogar einen neuen Rekord. Obwohl mit Valtteri Bottas der Drittplatzierte bereits 29 Jahre alt ist, bildete das Trio mit im Schnitt 24 Jahren und 156 Tagen das jüngste Siegerpodest aller Zeiten.

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Der erst 19-jährige Lando Norris zeigte in seinem McLaren ebenfalls ein glänzendes Rennen und ließ als Sechster mit Pierre Gasly sogar einen Red-Bull-Piloten hinter sich. (Die Stimmen zum Österreich-GP)

Immer wieder Hamilton und Vettel

Für die italienische Zeitung Tuttosport eine nicht nur willkommene, sondern auch nötige Abwechslung: “Nur so kann die Formel 1 neue Generationen von Fans gewinnen. Die Jugend muss ihren Platz einnehmen, Leclerc und Verstappen wollen das auch tun.”

Seit 2010 war mit Nico Rosberg nur einmal ein Fahrer Weltmeister, der nicht Hamilton oder Vettel hieß. Sogar bei den vergangenen zwölf Weltmeisterschaften wurde einer der beiden immer mindestens Vizeweltmeister.

Kein Wunder, dass sich viele nach neuen Gesichtern in der Formel 1 sehnen. Mit Verstappen ist eines schon einige Jahre da, doch irgendwie schafft es Red Bull aufgrund der Motorenschwäche einfach nicht, ernsthaft in den WM-Kampf einzugreifen.

Zweifelsohne müsste auch in dieser Saison ein kleines Wunder bzw. ein enormer Wärmeeinbruch bei den verbliebenen Rennen eintreten, damit Verstappen oder Leclerc eine ernsthafte Bedrohung für Hamilton auf dem Weg zum sechsten WM-Titel sein können.

Verstappen und Leclerc mit heißem Duell

Doch langfristig zeichnet sich ab, dass endliche neue Namen die Formel 1 aufmischen und für mehr Unterhaltung sorgen werden. Denn die Youngster macht eines aus: keine Angst vor großen Namen oder harten Zweikämpfen. (Rennkalender)

Auf welche packenden Duelle sich Formel-1-Fans in Zukunft freuen dürfen, hat der Große Preis von Österreich eindrucksvoll gezeigt. Rad an Rad bekämpften sich Leclerc und Verstappen, ehe es sogar zur Kollision kam. Nach dem Rennen hatte sich das Duo dann wenig zu sagen.

“Fahrer mit viel Talent und Testosteron, getrennt durch gegenseitige Antipathie, was eine Garantie für aufregende Duelle auf der Strecke ist”, schwärmt die italienische Zeitung La Stampa.

Wachablösung bei Ferrari bahnt sich an

Während bei Mercedes noch Platzhirsch Hamilton regiert und Bottas auch nicht wirklich zu den aufregenden, jungen Wilden gezählt werden kann, ist Verstappen bei Red Bull der Chef im Ring – und auch Leclerc tut viel dafür, dies bei Ferrari zu werden.

In der Gesamtwertung liegt der Monegasse nur noch 18 Punkte hinter Vettel – trotz seines Pechs in Bahrain und seiner anfänglichen Benachteiligung durch die Scuderia. Doch Leclerc lehnte sich gegen die Teamorder auf und nun dürfen beide Piloten frei fahren.

Rosberg schwärmt von Leclerc und Verstappen

Ex-Weltmeister Rosberg schwärmt in seinem Youtube-Blog bereits von den beiden Youngster. “Verstappen, großartig. Ich bin ein Fan, um ehrlich zu sein. Es ist so cool, ihm zuzuschauen. Auch Leclerc ist unglaublich. Er wird ein Superstar bei Ferrari werden.”

Der Deutsche ging sogar noch weiter und sprach davon, dass wir “die Zukunft der Formel 1 gesehen haben.” Stimmt Rosbergs Prognose, stehen uns noch viele packenden Rad-an-Rad-Duelle um Siege und Titel bevor.

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Kohl: Dieser Mann kann die Hierarchie der F1 erschüttern

Die Kolumne von Peter Kohl zum Durchklicken:

Der Große Preis von Österreich in der Formel 1 war spektakulär.

Max Verstappen fiel erst zurück und fuhr dann ein grandioses Rennen, in dem er sich ein spannendes Duell mit Charles Leclerc lieferte.

Das Überholmanöver des Niederländers musste sogar untersucht werden, ehe das Ergebnis endgültig feststand.

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Die Siegesserie von Mercedes ist gerissen, Sebastian Vettel muss im Ferrari aber den nächsten Patzer hinnehmen.

Peter Kohl analysiert den GP in Spielberg in gewohnter Art und Weise – SPORT1 präsentiert die Tops und Flops.

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Spielberg nur Ausnahme? Was Mercedes Angst macht

Nach acht Siegen in den ersten acht Rennen der Saison 2019 – davon sechs Doppelsiege – ging Mercedes beim Großen Preis von Österreich überraschend leer aus. 

Nur eine Runde fehlte und Sebastian Vettel hätte sich wahrscheinlich auch noch den drittplatzierten Valtteri Bottas geschnappt.

Dies hätte zur Folge gehabt, dass die Siegerehrung sogar ohne einen Silberpfeil abgelaufen wäre. (Die Stimmen zum Österreich-GP)

Hamilton beschäftigt Frontflügel

Denn bei Weltmeister Lewis Hamilton lief an diesem Wochenende nicht viel rund. Nach der Strafversetzung wegen einer Behinderung im Qualifying, musste im Rennen sein Frontflügel gewechselt werden. Am Ende reichte es für den Briten nur zum enttäuschenden Rang fünf.

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“Ich habe das Auto beschädigt, was ein bisschen frustrierend war, da wir den Flügel wechseln mussten. Dabei haben wir viel Zeit verloren, ich fiel auf den fünften Platz zurück”, haderte Hamilton.

Doch stellte danach auch klar, dass es selbst ohne den Frontflügel-Tausch maximal für Rang 3 gereicht hätte – gegen Sieger Max Verstappen und Charles Leclerc wäre man sowieso chancenlos gewesen.

Spielberg-Strecke hilft Ferrari

Doch woran lag es, dass das Weltmeister-Team in Spielberg so schwächelte und könnte es auch für die nächsten Rennen mehr Spannung zur Folge haben?

Das Streckenlayout in Spielberg mit den langen Geraden kam Ferrari sicher entgegen, da die Scuderia bekanntlich den stärksten Motor im Feld hat. Das wird besonders deutlich, wenn es bei den Geraden bergauf geht, wie es in den ersten beiden Kurven in Spielberg der Fall ist.

Mercedes hatte dort dagegen bereits im vergangenen Jahr große Probleme. Damals fielen sowohl der Silberpfeil von Hamilton als auch der von Bottas wegen technischer Defekte aus. Viel hätte nicht gefehlt, dass dies auch diesmal der Fall gewesen wäre.

Hitze macht Mercedes Probleme

Verantwortlich dafür ist die Hitze. ”Wir konnten uns nicht verteidigen, wir konnten nicht attackieren. Wir mussten 400 Meter cruisen ohne Gas, um das Auto zu kühlen, und damit kannst du nur noch durch die Gegend rollen, aber nicht Rennen fahren”, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Beide Piloten mussten deshalb “Lift and Coast” auf den Geraden anwenden. Das heißt, der Fahrer geht vor Kurven früher vom Gaspedal. Wolff zufolge wurde zudem “das Bodywerk des Autos so weit wie möglich geöffnet und der Motor heruntergedreht.”

Wolff wird sogar noch drastischer in seiner Beschreibung, wie schlimm es um die Boliden stand: “Unter diesen Umständen konnten wir heute kein richtiges Rennen fahren, weder offensiv noch defensiv. Wir haben nur versucht, zu überleben und alles richtig zu kühlen.”

Wolff hofft auf kalte Rennen

Für das nächste Rennen in Silverstone hofft der Österreicher daher, dass es “so kalt und regnerisch wie nur möglich” wird. Doch bei Mercedes weiß man, dass dies keine Dauerlösung ist, denn mit Hockenheim und Budapest stehen kurz darauf zwei weitere potenzielle Hitzerennen auf dem Programm. 

“Es ist klar, dass wir unsere Kühlungsprobleme für die anstehenden heißen Europarennen beheben müssen”, sagte Wolff. Gerade der Große Preis von Deutschland mit den langen Geraden könnte sonst zum Debakel für Mercedes werden. (Rennkalender)

Kriegt Mercedes diese Probleme bis dahin nicht im Griff, “könnten uns ein paar schwierige Rennen ins Haus stehen”, befürchtet auch Hamilton, der die Gesamtwertung aktuell noch klar anführt.

Sein größter Gegner auf dem Weg zum sechsten WM-Titel scheint nicht Vettel, sondern die Hitze zu sein.

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Vettel stellt sich gegen Kollegen: "Kein Kindergarten-Cup"

Der Große Preis von Österreich hat endlich wieder Spannung in die Formel 1 gebracht: In einem Krimi-Finish zog Max Verstappen an Charles Leclerc vorbei und sicherte sich seinen ersten Saisonsieg.

Das Überholmanöver in der vorletzten Runde hatte zunächst für Kontroversen gesorgt und war von den Stewards untersucht worden. Der Vorwurf: Verstappen soll Leclerc nach außen und damit von der Rennstrecke gedrängt haben.

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Doch die Kommissare entschieden sich nach Anhörung von Verstappen und Leclerc dafür, dem Niederländer den Sieg zu lassen.

Sebastian Vettel wiederum hatte mit einer Boxen-Panne zu kämpfen und kritisierte sein Team im Nachhinein nicht nur dafür. 

Lewis Hamilton und Valtteri Bottas hadern mit den Mercedes-Problemen bei Hitze.

SPORT1 fasst die Stimmen von Sky, RTL und aus dem Boxenfunk zusammen.

Max Verstappen (Red Bull), Platz 1: “Der Anfang war nicht so einfach für mich. Ich bin aber ruhig geblieben. Nach dem ersten Pit-Stop war das Auto phänomenal auf der Strecke, auch die Geschwindigkeit auf der Geraden war richtig gut. Nachdem ich Bottas überholt hatte, habe ich schon geglaubt, dass noch was möglich ist. Aber dann noch den Ferrari zu überholen, war nicht einfach.”

 … zum Überholmanöver: ”Das ist hartes Racing. Ansonsten müssten wir zu Hause bleiben. Wenn das nicht mehr im Motorsport erlaubt ist, wozu sind wir dann in der Formel 1?”

Charles Leclerc (Ferrari), Platz 2: .. zum Überholmanöver: “Ich war außen, wie die Runde zuvor auch. Da war alles okay. Er (Max Verstappen; Anm. d. Red.) hatte eine Fahrzeugbreite Platz am Kurvenausgang gelassen. In der Runde danach hat er es nicht getan, wir haben uns berührt und ich bin von der Strecke gerutscht. Dadurch hatte ich keine Chance mehr, einen Konter zu setzen. Für mich war es ziemlich klar. Ich lasse jetzt die Rennkommissare entscheiden.”

… über Funk während des Überholmanövers: “Was zur Hölle ist das!?”

Valtteri Bottas (Mercedes), Platz 3: “Unsere Pace war eigentlich gar nicht viel anders als die von Ferrari und Red Bull, aber sobald wir anfangen mussten, die Temperaturen zu managen, konnten wir nicht mehr aufholen.”

Vettel: “Hätte Bottas vernascht”

Sebastian Vettel (Ferrari), Platz 4: “Es war kein einfaches Rennen für uns, von Platz neun loszufahren. Wir hatten es schwer mit diesem Stopp, der uns weiter zurückgeworfen hat. Dann hatten wir natürlich ein bisschen mehr Druck. Man hat aber einfach gesehen, dass der Max (Verstappen; Anm. d. Red.) schneller war. Wir haben uns auf dem harten Reifen etwas schwergetan, die Temperaturen im Zaum zu halten. Ich hatte dann gefunkt, dass ich noch mal rein will, weil es zu diesem Zeitpunkt noch über 25 Runden zu gehen waren. Es hat dann ein bisschen lange gedauert. Eine Runde länger und ich hätte den Valtteri (Valtteri Bottas; Anm. d. Red.) noch vernascht.”

… über die Reifen: “Heute ging sehr viel über die Reifen. Wir waren sehr gut unterwegs auf dem roten Reifen, der erstaunlicherweise länger gehalten hat als der weiße Reifen. Auf Weiß haben wir uns ein bisschen schwergetan und die Pace hat gefehlt. Zu dem Zeitpunkt war ich dann auch schon sechs oder sieben Runden länger draußen. Ich denke, wir haben richtig reagiert. Zwei Fehler vielleicht mit dem Boxenstopp und ein bisschen spät reagiert für den zweiten. Alles in allem war es aber okay. Ein besseres Rennen für uns hier. Jetzt haben wir noch einiges vor.”

… über die Reifen-Panne: “Es waren ein paar Dinge da, die nicht passieren dürfen. Wir hatten ein Kommunikationsproblem mit dem Funk – von der Boxenmauer zur Crew. Das hat dann ein bisschen länger gedauert. Ich hab gesehen, die Reifen waren noch nicht da. Schon ein bisschen bitter, wenn man sieht, wie stark man ist, und es am Ende nicht zum Sieg reicht. Man hat sich nicht bei mir entschuldigt, aber das ist auch nicht nötig. Es war ja keine Absicht. Wo gehobelt wird, fallen Späne.”

… über das Überholmanöver: “Bitter für den Charles. Ich dachte auch, dass er das Rennen gewonnen hat, aber war dann etwas überrascht. Aber dass ich kein Fan vom Grünen Tisch bin, muss ich nicht mehr wiederholen. Ich hab es nicht gesehen, aber beide Autos sind ins Ziel gekommen. Es geht ja auch nicht um die Goldene Ananas, sondern da dürfen auch schon mal die Ellenbogen etwas ausgefahren werden. Das ist Racing. Wir sind erwachsene Menschen und wissen, was wir tun. Man sollte uns in Ruhe lassen. Wir Fahrer können das selbst regeln, Das ist kein Kindergarten-Cup”, ergänzte er im britischen TV.”

Lewis Hamilton (Mercedes), Platz 5: “Es war unmöglich, in den Kampf um den Sieg einzugreifen. Es ist eine gute Strecke zum Überholen. Aber so kannst du natürlich niemandem nahe genug kommen. So sollte die Formel 1 nicht sein. Wir waren so weit weg. Ich weiß nicht, warum wir diese Probleme hatten und die anderen nicht.”

Toto Wolff (Motorsportchef Mercedes): “Wir wussten, dass die Hitze unsere Achillesferse ist, und heute ist das zum Vorschein gekommen. Wir schleppen dieses Problem seit Saisonbeginn mit uns herum, haben versucht, den Performanceverlust zu mildern. Aber am Ende war es echt schmerzhaft, uns nur cruisen zu sehen, unsere Positionen nicht verteidigen zu können. Wir konnten mit unserem Auto gar nicht richtig Rennen fahren und haben einfach nur versucht, es am Leben zu halten.”

… zum Überholmanöver: ”Ich würde jetzt nur ungern in den Schuhen der Rennkommissare stecken. Wir alle wollen hartes Racing sehen. Aber die Frage ist: Wo ist das Limit? An diesem Punkt sind die Regeln und die Kommissare gefragt. Schwierig.”

Mattia Binotto (Teamchef Ferrari) … zur Entscheidung nach Überholmanöver: ”In unseren Augen ist es eine Fehlentscheidung. Aber die Rennkommissare sind die Richter, das müssen wir respektieren. Ferrari legt keinen Protest gegen die Entscheidung ein.”

Christian Horner (Teamchef Red Bull) … zum Überholmanöver: ”Max sticht innen rein, es ist sauber, er ist direkt daneben. Leclerc lenkt aggressiv ein, aber was soll Max da machen? Das ist die Formel 1. Es ist hartes Racing zwischen zwei Jungs der Zukunft. Wenn sie Max diesen Sieg hier wegnehmen, dann stehlen sie der Formel 1 etwas.”

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Wie ein Rambo die Formel 1 wachrüttelt

Mercedes chancenlos, Ferrari das stärkste Team - und ein knallharter Fight bis zur letzten Runde um den Sieg.

Was noch vor einer Woche nach dem Langweiler-Grand-Prix in Frankreich unvorstellbar schien, ist nun urplötzlich Realität geworden.

Der Große Preis von Österreich war ein Spektakel, nach dem sich Fans und Fahrer gleichermaßen gesehnt haben. Und er hatte einen verdienten Sieger. (Das Ergebnis des Österreich-GP)

Verstappen muss lange um Sieg bangen

Max Verstappen demonstrierte auf dem Red-Bull-Ring eindrucksvoll, warum er als zukünftiger Weltmeister gehandelt wird. Trotz oder gerade wegen seiner riskanten Fahrweise, die ihm schon den einen oder anderen Rüffel einbrachte – und ihn auch in Spielberg lange um den Sieg bangen ließ.

Denn erst nach dreieinhalb Stunden konnten sich die Rennkommissare zu der Entscheidung durchringen, keine Strafe gegen den 21 Jahre jungen Niederländer auszusprechen.

In einem beinharten Rad-an-Rad-Duell kurz vor dem Ziel hatte er seinen gleichaltrigen Rivalen Charles Leclerc nach außen gedrängt und sich so vor dem Ferrari-Piloten behauptet.

“Insgesamt kommen wir bei der Szene zu dem Schluss, dass kein Fahrer ganz oder mehrheitlich verantwortlich für den Zwischenfall war. Deshalb werten wir es als einen Rennzwischenfall”, hieß es in der offiziellen Begründung.

Verstappen: “Das ist Racing”

Bei Verstappen hörte sich das schon kurz nach Rennende kurz und knapp so an: “Aus meiner Sicht ist das Racing, hartes Racing.” Das sei doch besser als langweilig hintereinander herzufahren, fügte der Red-Bull-Pilot an, der beim Heimspiel seines Teams wieder einmal von einer ganzen Heerschar niederländischer Fans in Oranje gefeiert wurde. (Die Stimmen zum Österreich-GP)

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Bei Ferrari löste die Entscheidung gemischte Gefühle aus. Leclerc hatte sich schon per Funk bitter beschwert und hätte sich auch nach dem Rennen eine Strafe gegen Verstappen gewünscht. “Ich konnte gar nichts machen. Für mich ist die Sache klar”, sagte der junge Monegasse, sprach aber auch von einem miesen Gefühl, “dass die Entscheidung am Grünen Tisch fällt”.

Pikant: Erst vor drei Wochen war sein Teamkollege Sebastian Vettel noch der Verlierer am Grünen Tisch gewesen. In Montreal wurde er für sein Manöver gegen Lewis Hamilton mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt, die ihn den Sieg kostete.

Ferrari verzichtet auf Protest

Einen Protest gegen die Entscheidung gegen Leclerc hat Ferrari aber schon kurz nach dem Urteil ausgeschlossen. Teamchef Mattia Binotto gratulierte Verstappen sogar zu einem “fantastischen Rennen”. (Rennkalender)

Auch Vettel, der sich schon lange für härteres Racing einsetzt, kann mit der Entscheidung gut leben. “Es geht ja nicht um die Goldene Ananas, sondern da dürfen auch schon mal die Ellenbogen etwas ausgefahren werden. Das ist Racing”, schlug sich Vettel auf die Seite von Verstappen: “Ich bin kein Freund davon, diese Dinge irgendwo auf einem Stuhl entscheiden zu lassen. Wir Fahrer können das selbst regeln, Das ist kein Kindergarten-Cup”, ergänzte er im britischen TV.

Binotto fordert Änderungen

Binotto nahm die Entscheidung sogar zum Anlass, um einen grundsätzlichen Appell an die Regelhüter der Formel 1 zu richten.

“Es ist an der Zeit, etwas zu verändern und nach vorne zu schauen, was zukünftige Rennunfälle betrifft”, forderte der Italiener. “Wir haben schon oft gesagt, dass wir die Fahrer kämpfen lassen sollten.”

So waghalsig die Attacke von Verstappen auch war: Sie hat offensichtlich Fahrern und Teams die Augen dafür geöffnet, dass die Formel 1 nur dank solcher Aktionen eine Zukunft hat.

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Stimmen: Vettel erklärt Technik-Debakel von Ferrari

Nach einem packenden Qualifying reichte die Bandbreite der Gefühle bei Ferrari von überglücklich bis todtraurig.

Bei der Qualifikation zum Großen Preis von Österreich in Spielberg war die Freude der Roten über die Pole-Position von Charles Leclerc riesig. Auf der anderen Seite herrschte aber großer Frust, weil am Ferrari von Sebastian Vettel ein Defekt auftrat.

Zwischen Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen und dem aktuellen Champion Lewis Hamilton herrschte indes dicke Luft, nachdem sich der Finne vom Briten schon in Q1 regelwidrig geblockt gefühlt hatte.

SPORT1 fasst die Stimmen zum Qualifying in Spielberg bei Sky, RTL, in der Boxengasse, der Mixed Zone und bei Social Media zusammen.

Charles Leclerc (Ferrari), Startplatz 1: 

“Es ist ein Vergnügen, dieses Auto zu fahren. Morgen wird es sehr schwer, physisch für uns und für das Auto. Es geht darum, gut zu managen.“Zuletzt hatten wir zu wenig Anpressdruck an der Vorderachse. Das war dieses Wochenende besser. Wir haben ein ziemlich anderes Set-up ausprobiert, eine andere Philosophie. Das muss andernorts kein Riesenschritt sein, aber hier hat es recht gut funktioniert. Ich denke, mit der Vorderachse haben wir im zweiten Sektor im Vergleich zu den jüngsten Rennen am meisten Zeit gutgemacht.”

Max Verstappen (Red Bull), Startplatz 2:

 ”Für uns ist das ein großartiges Ergebnis. Unsere Performance ist an diesem Wochenende generell besser. Bevor wir hierher kamen, freute ich mich nicht wirklich auf das Qualifying, da ich wusste, dass es schwierig wird. Aber mit den neuen Updates am Auto haben wir ein wenig Performance dazugewonnen. Ich war wirklich glücklich mit dem Auto im Qualifying. In den Kurven sehen wir auch sehr konkurrenzfähig aus.”

Valtteri Bottas (Mercedes), Startplatz 3:

“Es war suboptimal. Im letzten Anlauf hat es ein Kommunikationsproblem gegeben. Man hat mir gesagt, dass keine Zeit mehr wäre, und mich so hinter einem anderen Fahrzeug geparkt. Dann war ich viel zu dicht dran, um meine Rundenzeit zu verbessern. Und als ich über den Zielstrich fuhr, sagte man mir, dass noch 20 Sekunden auf der Uhr wären. Ich hätte also eine Lücke lassen können. Das ist schade, denn ich hatte das Gefühl, dass das Auto den nötigen Speed hatte.”

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Lewis Hamilton (Mercedes), Startplatz 4:

“Es ist cool, dass drei verschiedene Teams auf den ersten drei Plätzen stehen.”

über die Strafe wegen einer Blockade gegen Kimi Räikkönen auf Social Media: “Ich habe sie vollkommen verdient und kein Problem damit, sie zu akzeptieren. Es war mein Fehler. Ich übernehme die volle Verantwortung dafür. Es war aber keine Absicht. Egal, morgen ist ein neuer Tag und damit eine neue Gelegenheit, zu glänzen.”

über den Vorfall in Q1 mit Kimi Räikkönen. “Ein Auto des Teams überholte mich, dann bremste ich vor Kurve 3. Dann sah ich das andere Auto herankommen. Also ging ich runter von der Bremse, um aus dem Weg zu gehen. Ich wollte nicht in der Kurve auf sie treffen. Wahrscheinlich aber habe ich ihn irritiert. Nicht ideal. Ich wusste nicht, dass das Auto kommen würde, also war das nicht einfach.”

Kimi Räikkönen (Alfa Romeo), Startplatz 6:

über die Strafe gegen Lewis Hamilton: “Er war leider zur falschen Zeit am falschen Ort. Und es gibt nun einmal Regeln dafür. Es gibt kein Problem zwischen uns. Wir waren alle schon einmal in der Situation und wurden dafür bestraft. Das ist manchmal nicht einfach.”

über den Vorfall in Q1 mit Hamilton: “Er hat mich total blockiert. Ich verstehe nicht, warum er nicht langsam gemacht und mich durchgelassen hat.”

über seinen Stinkefinger gegen Hamilton: “Ich habe mir die Flugzeuge da oben angesehen und auf die Flugzeuge gezeigt…”

Sebastian Vettel (Ferrari), Startplatz 9:

“Das ist natürlich bitter. Aber da kann man nichts machen, ich bin auch auf niemanden sauer. Daran trägt keiner die Schuld. Aber es ist natürlich frustrierend. Zumindest ist das andere Auto problemlos gelaufen. Dann habe ich auch gesagt: ‘Jetzt schauen wir, dass er die Pole bekommt und die Mercedes wegwischt.’ Das ist Charles gut gelungen. ”Für morgen ist es schwer vorauszusagen. Aber die Pace ist auf jeden Fall da. Ich denke, dass wir schneller sind als die Autos direkt vor uns. Mit Sicherheit habe ich ein bisschen mehr Spaß morgen.”

über den Defekt, der ihn im Qualifying stoppte: “In Q2 gab es plötzlich ein Problem mit der Pneumatik. Die Jungs haben alles probiert, aber da ist eine Schnellverbindung kaputtgegangen und es hat in der Kürze der Zeit nicht mehr gereicht. Die Mechaniker haben alles gegeben, es noch irgendwie zu reparieren. Aber im Auto ist es sekundär, wie groß das Problem ist. Ich denke, der Fehler lässt sich schnell beheben. Es ist zwar der ungünstigste Zeitpunkt des Wochenendes. Aber es sollte nichts Größeres sein.”

Nico Hülkenberg (Renault), Startplatz 17:

Ein paar positive Sachen kann man schon aus dem Qualifying ziehen, aber das ist alles natürlich nicht das, was wir wollen. Wir haben nicht den Speed, nicht die Balance, die wir bräuchten. Wir kämpfen, schrauben das Setup rauf und runter und es passt einfach nicht. Mit dem Qualifying war ich soweit zufrieden. Die letzte Runde konnte ich nicht durchfahren, weil sich Kevin (Magnussen, Anm.d.Red.) entschieden hat, neben die Strecke zu fahren. Der Sack, aber clever von ihm.”

Mattia Binotto (Ferrari-Teamchef):

“Ich habe gemischte Gefühle. Schade für Sebastian. Ich bin mir sicher, dass es für ihn super gelaufen wäre. Mit der Performance bin ich insgesamt zufrieden. Unsere Leistung ist immer besser geworden. Zwei Poles in drei Rennen ist nicht zu schlecht.”

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Kimis Sprüche: "Mittelfinger? Habe auf Flugzeuge gezeigt"

Die besten Sprüche von Kimi Räikkönen zum Durchklicken:

Kimi Räikkönen ist zwar nicht mehr der schnellste Pilot. Dennoch gehört der Finne, der schon über 300 Rennen auf dem, Buckel hat und seit diesem Jahr für Alfa Romeo fährt, immer noch zu den interessantesten Figuren der Formel 1:

Der “Iceman” gilt als großer Schweiger. Wenn er aber mal spricht, dann haben die Zuhörer meistens was zu lachen. Manche Sprüche sind so legendär, dass es sie inzwischen sogar auf T-Shirts gibt

SPORT1 hat Räikkönens beste Sprüche gesammelt.

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