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Beendet Vettel in der Hitze Österreichs seine Durststrecke?

Wenn es nach Sebastian Vettel ginge, hätte der Formel-1-Zirkus wohl ruhig eine längere Pause einlegen können. Doch daraus wird nichts: Nur eine Woche nach dem Großen Preis von Frankreich zieht der F1-Tross weiter nach Österreich, wo am Wochenende der Große Preis auf dem Red Bull Ring auf dem Programm steht. (Formel 1, Rennwochendende Freitag ab 11.00 Uhr im SPORT1-Liveticker)

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Vielleicht ist es auch ganz gut so. Denn so hat der Ferrari-Pilot keine Zeit, groß über die Schmach von Le Castellet nachzudenken. Nach einem enttäuschenden siebten Platz im Qualifying fuhr er im Rennen zwar noch auf Rang fünf vor. Zu den beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas, die einen Doppelsieg einfuhren, fehlten ihm erneut Welten.

Vettel mit deutlichem Rückstand auf Hamilton – Leclerc lauert

Zudem muss er sich immer mehr gegen seinen Teamkollegen zur Wehr setzen. Charles Leclerc war als Dritter erneut schneller als der Deutsche. In der Fahrerwertung fehlen dem jungen Monegassen zwar noch 24 Punkte auf Vettel, das ist jedoch zu großen Teilen dem Rennpech Leclercs geschuldet. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Mit 111 Punkten liegt Vettel aktuell auf Rang drei, auf den Führenden Hamilton fehlen ihm jetzt schon 66 Punkte, selbst der Zweite Bottas ist schon 40 Punkte enteilt. Es droht wiedereinmal eine äußerst langweilige Saison zu werden. Selbst bei Mercedes wünscht man sich inzwischen spannendere Rennen.

Hamilton kritisierte in diesem Zusammenhang die Verantwortlichen der Formel 1 scharf. “Wir sollten die Leute an der Spitze unter Druck setzen, die sollten ihren Job anständig machen. Ich denke, das versuchen sie auch, aber seit vielen, vielen Jahren treffen sie falsche Entscheidungen”, erklärte der fünfmalige Weltmeister nach dem Frankreich-Rennen. (DATENCENTER: Die Teamwertung der Formel 1)

Hitze in Österreich kommt Ferrari entgegen

In Österreich könnte diese Langeweile zumindest kurzzeitig vorbei sein. Denn in Spielberg könnte Ferrari tatsächlich ernsthaft um den Sieg mitkämpfen, es wäre für die Scuderia und für Vettel der erste in dieser Saison. Die Stärken des  SF90 scheinen ideal für den Kurs in der Steiermark. ”Was uns am meisten entgegenkommt, sind die vielen Geraden”, sagte Vettel. Auch die Hitze könnte den Italienern in die Karten spielen. 

Dementsprechend Verhalten ist man auch bei Mercedes. “Österreich ist auf dem Papier nicht so gut für uns. Es geht steil den Berg rauf und es wird heiß sein. Das sind die Stärken von Ferrari, sie haben Power und kommen gut mit der Kühlung klar”, erklärte Motorsportchef Toto Wolff.

Das Qualifying wird auch in Spielberg wieder der Schlüssel sein. “Für ein gutes Rennen brauchen wir hier auf jeden Fall auch ein gutes Qualifying”, erklärte Vettel. Dazu müsste er sich aber im Vergleich zu Frankreich deutlich steigern.

So können sie das Rennwochenende des Großen Preis von Österreichs LIVE verfolgen:

TV: RTL, Sky
Stream: TVnow, SkyGo, F1TV
Ticker: SPORT1.de

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Vettel zu F1-Abschied: "Bin auch nächstes Jahr noch hier"

Sebastian Vettel wusste, wo das hinführt. Und der Ferrari-Pilot wartete das Ende dieser Frage nach einem baldigen Karriere-Ende gar nicht ab.

“Ich bin in der Formel 1, ich liebe es, Rennen zu fahren. Und soweit ich weiß, bin ich auch nächstes Jahr noch hier”, sagte Vettel am Donnerstag in Spielberg.

Vor dem Großen Preis von Österreich (Sonntag, 15.10 Uhr im LIVETICKER) holten den 31-Jährigen Gerüchte über seine angeblich erkaltete Liebe zur Königsklasse wieder ein. Befeuert hatte Vettel diese vor wenigen Wochen selbst. Beim Grand Prix in Kanada verlor er seinen Sieg durch eine Fünf-Sekunde-Strafe, die ihm ein gefährliches Manöver eingebracht hatte.

Vettel erklärt Aussage

Vettel war anschließend erbost über den Regelwust in der modernen Formel 1, “das ist nicht der Sport, in den ich mich verliebt habe”, sagte er kurz nach dem Rennen. Und schon wurde spekuliert, ob Vettel sich gedanklich schon mit dem baldigen Abschied beschäftigt.

“Ich meinte etwas anderes”, sagte Vettel nun in Österreich: “Als kleiner Junge habe ich mich in die Formel 1 verliebt, in die Autos, die Fahrer, den Rennsport. Damals habe ich nicht über Gewichtsgrenzen der Autos nachgedacht oder über verbotene Manöver.”

Es sei eine pure Liebe für den Motorsport gewesen, mittlerweile werde dieser aber in ein Korsett gezwängt, das ihm viele seiner Stärken nehme. “Es gibt so viele Regeln, es ist ein Chaos”, sagte Vettel. Dabei sei der Gedanke, alles reglementieren zu können, ohnehin illusorisch. 

Vettel: Regeln müssen vereinfacht werden

“Es ist schwierig, alle denkbaren Situationen im Reglement niederzuschreiben”, sagte er. Und deshalb müsse es zu Situationen wie in Kanada kommen, die weder schwarz noch weiß sind und damit ärgerliche Entscheidungen provozieren.

“Man sollte daher alles wieder vereinfachen. Und den Fahrern die Freiheit geben, gegeneinander Rennen zu fahren”, sagte Vettel.

Neuerdings haben die Piloten indes immerhin die Möglichkeit, an den Meetings teilzunehmen, in denen es um die Zukunft der Formel 1 geht.

“Es ist wichtig, dass wir jetzt eine Stimme haben, denn wir Fahrer haben eine klare Vorstellung”, sagte Vettel: “Jetzt müssen wir abwarten, ob wir dadurch auch Einfluss nehmen können.”

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Leclerc macht Druck – flieht Vettel jetzt schon wieder?

Sebastian Vettel gibt sich keinen Illusionen hin. Obwohl erst acht von 21 Rennen gefahren sind, ist der WM-Titel 2019 so gut wie unmöglich. Zu groß ist die Dominanz von Mercedes und Lewis Hamilton, zu zahlreich sind die Schwächen bei Ferrari.

Die Saison erinnert stark an jene vor fünf Jahren, als die Überlegenheit der Silberpfeile ähnlich gravierend war und Lewis Hamilton sowie Nico Rosberg neun der ersten zehn Rennen gewannen.

Wie in dieser Saison hatte Vettel damals aber nicht nur mit den Mercedes, sondern auch mit seinem Teamkollegen bei Red Bull zu kämpfen. Daniel Ricciardo war der erste Teamkollege, der Vettel sowohl bei den WM-Punkten als auch in den Qualifying-Duellen bezwang.

Leclerc setzt Vettel unter Druck

Etwas ähnliches könnte Vettel auch in diesem Jahr mit dem jungen Charles Leclerc blühen. Noch hat der Deutsche zwar klar die Nase vorn, was aber zu großen Teilen dem Rennpech von Leclerc und der zeitweise klaren Bevorzugung Vettels geschuldet ist.

Nach jahrelanger Zusammenarbeit mit dem schweigsamen Kimi Räikkönen hat Vettel bei Ferrari erstmals einen Fahrer als Teamkollegen, der sich sowohl auf als auch abseits der Strecke zur Wehr setzt und eine vermeintliche Ungleichbehandlung offen anspricht.

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Seine Kritik und starken Leistungen führten schließlich zur Erklärung von Teamchef Mattias Binotto, auf eine Stallorder pro Vettel zukünftig verzichten zu wollen. Aber auch sonst gibt sich Leclerc alles andere als kleinlaut. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

So beschwerte sich der junge Monegasse im Qualifying von Frankreich via Funk, dass Vettel auf seiner Einführungsrunde nicht schnell genug sei und ihm so die Chance auf eine schnelle Runde kaputt machen könnte.

Vettel reagiert gereizt

Die Ferrari-Crew gab diesen Funkspruch an Vettel weiter. Dessen gereizte Antwort lautete: “Wie groß soll die Lücke denn sein? Ich versuche ja nicht, ihn zu killen.” Beide schafften es ins Q3, welches Leclerc als Dritter und Vettel als Siebter beendete.

Es war erst das zweite Mal in der Saison, dass Leclerc im Qualifying die Nase vorn hatte. Doch der 21-Jährigen ist bereits fierberhaft daran, diesen Nachteil auszumerzen, damit ihm dies noch öfter gelingt.

“Mir war klar, dass meine Schwachstelle in den vergangenen Qualifyings war, dass ich das Auto in Q3 nicht optimal zum Arbeiten gebracht habe. Daran habe ich hart gearbeitet”, sagte Leclerc am Rande des Qualifyings in Le Castellet. (DATENCENTER: Die Teamwertung der Formel 1)

Keine guten Nachrichten für Vettel, denn im Rennen war sein Teamkollege ihm sowieso oft mindestens ebenbürtig. Mercedes scheint unerreichbar, doch das Rennen um Platz drei könnte mit Vettel, Leclerc und Max Verstappen zum Dreikampf werden.

Vettel soll Ausstiegsklausel bei Ferrari haben

Die Frage wird sein, ob Vettel auf den steigenden Druck von Leclerc ähnlich reagiert wie 2014 bei Red Bull. Damals entschied er sich – trotz Vertrages bis 2015 – von einer Ausstiegsklausel Gebrauch zu machen. Dank dieser durfte er wechseln, da er im September nicht unter den Top 3 der Gesamtwertung war.

Natürlich war es bei Vettel damals weniger eine Flucht vor Ricciardo als die ideale Gelegenheit, bei Ferrari in die Fußstapfen seines Idols Michael Schumacher zu treten. Doch wer weiß, was passiert, wenn Vettel im September 2019 hinter seinem Teamkollegen liegt?

Zwar läuft Vettels Vertrag bei Ferrari bis 2020, doch Gerüchten zufolge besitzen sowohl die Scuderia als auch Vettel eine geheime Ausstiegsklausel, die nach der Saison 2019 greifen würde. Ob diese eine ähnliche Top-3-Regelung wie damals beinhaltet?

Viel hängt gegebenenfalls von den Wechsel-Möglichkeiten ab. Aber falls Hamilton sich angesichts der aktuellen Langeweile noch eine Herausforderung wünscht, um endgültig als einer der Größten aller Zeiten in die Geschichte einzugehen, wäre Vettel der ideale Teamkollege.

Der Deutsche könnte dann zudem etwas schaffen, was Schumacher in seiner Mercedes-Zeit nicht gelungen war: Weltmeister mit einem Silberpeil zu werden.

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Lowe verlässt Williams endgültig

Technikchef Paddy Lowe hat den strauchelnden Formel-1-Rennstall Williams nach der bisher so enttäuschend verlaufenen Saison endgültig verlassen.

Nachdem sich der 57-Jährige bereits am 5. März aus “persönlichen Gründen” hatte beurlauben lassen, ist er nun auch nicht mehr Mitglied des Verwaltungsrates beim Traditionsteam. Das teilte Williams, mit null Punkten abgeschlagen Letzter der Konstrukteurswertung, am Dienstag mit.

Lowe war im Frühjahr ins Zentrum der Kritik geraten, nachdem der neue FW42 nicht rechtzeitig zu den Formel-1-Testfahrten in Barcelona Mitte Februar fertiggestellt werden konnte. Erst am dritten von insgesamt acht Testtagen konnte der wirtschaftlich angeschlagene Rennstall seine Fahrer Robert Kubica (Polen) und George Russell (England) auf die Strecke schicken. Die stellvertretende Teamchefin Claire Williams hatte diesen Umstand als “peinlich” bezeichnet.

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Lowe hatte zuvor bei Mercedes, McLaren und in den goldenen 90er-Jahren auch bei Williams große Erfolge gefeiert.

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Kohl: "F1-Macher auf beiden Ohren taub"

Die F1-Kolumne von Peter Kohl zum Durchklicken:

Auch in Frankreich sind Lewis Hamilton und Mercedes erneut nicht zu schlagen.

Mehr als 18 Sekunden hat der Brite am Ende auf seinen Teamkollegen Valtteri Bottas, der damit den sechsten Doppelsieg der Silberpfeile in der laufenden Saison eintütet.

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Für SPORT1-Kolumnist Peter Kohl kann es so nicht mehr weitergehen, er prophezeit der Formel 1 sogar, direkt in die Bedeutungslosigkeit zu steuern und geht die Bosse der Königsklasse – die dem US-Konzern Liberty Media gehört – hart an. Positive Worte findet er hingegen vor allem für das wiedererstarkte McLaren-Team sowie Oldie Kimi Räikkönen.

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"Die Formel 1 stirbt" – diese Änderungen müssen dringend her

“Der Frankreich-Grand-Prix war das schlechteste Rennen, das ich je gesehen habe. Die Formel 1 muss sich ändern oder sie stirbt”, heißt es in einem Kommentar des Daily Telegraph

Ähnlich sahen es auch italienische Gazzetten und selbst einige Fahrer sind der Ansicht, dass es so nicht weitergehen kann. Am deutlichsten wurde Sieger Lewis Hamilton, dessen sechster WM-Titel noch vor der Saisonhälfte quasi feststeht.

“Ich sehe den Schlamassel, in dem wir stecken. Aber das ist nicht die Schuld der Fahrer. Wir sollten die Leute an der Spitze unter Druck setzen, die sollten ihren Job anständig machen”, sagte der Mercedes-Pilot, der zudem von “jahrelangen schlechten Entscheidungen” sprach.

Auch Mercedes kann man nicht ankreiden, dass sie ihre Ressourcen-Vorteile ausspielen und ähnlich große Teams wie Ferrari schwächeln. Doch auch die Silberpfeilen wissen, dass ihre aktuelle Dominanz kontraproduktiv ist. Denn selbst die beste Werbung nützt wenig, wenn niemand zusieht.

SPORT1 macht fünf Vorschläge, was sich in der Formel 1 ändern sollte.

- Budget-Obergrenze und faire Aufteilung

Als Liberty Media zum neuen Eigner der Formel 1 wurde, kündigte F1-Sportdirektor Ross Brawn an, eine größere Chancengleichheit ganz oben auf der Agenda zu haben: “Auch Privatteams müssen Rennen gewinnen können, wenn an einem Tag alles passt. Das ist im Moment ziemlich ausgeschlossen.”

Was nicht bedeutet, dass alle Teams gleichmacht werden sollen. Doch eine Budget-Obergrenze sowie eine ausgeglichenere Verteilung der Einnahmen würde dabei helfen, dass die Schere zumindest nicht noch weiter auseinander geht. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

So erhielten Ferrari, Mercedes und Red Bull 2018 um 15 Prozent mehr Geld als alle anderen sieben Teams zusammen. Die drei Topteams profitieren vor allem von Bonuszahlungen: Ferrari erhält 93 Millionen, Traditionsrennstall Williams nur neun. 

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Und wer immer noch nicht von der Lächerlichkeit, der von Ex-F1-Boss Bernie Ecclestone ausgehandelten Verträge überzeugt ist: Ferrari hätte selbst als WM-Letzter mehr als das Doppelte im Vergleich zum WM-Vierten Force India kassiert. Jener Rennstall, der 2018 Insolvenz anmeldete. 

- Entscheidungsfindung ohne Veto-Recht

Auch wenn Ross Brawn und Liberty Media um die Probleme der Formel 1 wissen, gibt es ein entscheidendes Problem: Gegen die Geldverteilung in der Formel 1 kann die FIA nichts tun, da dies den kommerziellen Rechtehalter obliegt. (DATENCENTER: Die Teamwertung der Formel 1)

Auch sonst gibt es vor Regeländerungen erst eine große Abstimmung, bei dem eine einfache Mehrheit nicht ausreicht. Alles, was die Vormachtstellung bedroht, wird von Mercedes und Ferrari abgelehnt – und die nötigen Stimmen der Kundenteams hat man laut Ecclestone auch, da diese ja auf deren Motoren angewiesen sind.

Das größte Ärgernis ist das Veto-Recht von Ferrari, mit dem das Team Änderungen im Alleingang blockieren kann. “Wir schlugen vor, Mittel und Wege zu finden, mittelfristig kostengünstigere Motoren zu haben – doch Ferrari machte von seinem Veto-Recht Gebrauch”, verriet FIA-Präsident Jean Todt 2015.

Liberty Media muss daher einen Weg finden, dass solche Dinge der Vergangenheit angehören – auch auf die Gefahr hin, dass Ferrari wieder mit dem Ausstieg droht. Denn wie sagte es Brawn: “Wird der Sport größer, wächst auch für alle Parteien der Nutzen.”

- Fahrer-Rolle muss größer werden

Einer der Kernpunkte der Kritik von Fahrern wie Hamilton, Max Verstappen und Sergio Perez, ist die Rolle der Fahrer. “Du bist komplett davon abhängig, welches Potenzial dein Auto hat. Seit einigen Jahren ist es nur noch eine Team-WM. Es ist schlimmer geworden, seit ich dabei bin”, klagte der Mexikaner. 

Von den letzten 186 Podestplatzierungen gingen 184 an Mercedes, Ferrari und Red Bull. Bei den Siegen herrscht ein ähnliches Ungleichgewicht, weshalb Max Verstappen als einer der schnellsten F1-Piloten seit Jahren keine Chance hat, um den WM-Titel zu kämpfen.

Natürlich haben seit jeher die Autos in der Formel 1 mitentschieden, wer Siege einfährt. Doch der Fahrereinfluss ist aktuell geringer denn je. Das gilt aber nicht nur für ihre Rolle im Auto, sondern auch außerhalb. So hatten die Fahrer lange Zeit kein Mitspracherecht bezüglich Regeländerungen.

“Die Verantwortlichen haben zu lange gebraucht, um zu verstehen, dass wir Fahrer bei den Gesprächen über die Regeln dabei sein sollten”, sagte Hamilton, der wie Nico Hülkenberg nach Paris gereist war, um über die geplanten Regeländerungen für 2021 zu diskutieren.

Auch Sebastian Vettel, in dieser Saison lediglich Podiumsstatist neben den überlegenen Mercedes, sieht die Entwicklung in der Formel 1 kritisch. “Die Formel 1 als Vorreiter moderner Technologie hat sicher einerseits ihre Berechtigung, aber sie darf halt bei dem heute möglichen technischen Fortschritt auch nicht zu weit gehen. Wenn die die Formel 1 heute das Top-Level der möglichen Technologie darstellen würde, dann hätten wir – krass gesagt – keine Fahrer mehr im Auto. Und das ist es ja nicht, was die Fans wollen” sagte er im Magazin Socrates.

- Überholmanöver leichter machen

Das Wettrüsten in der Formel 1 führt unter anderem dazu, dass die Aerodynamik etwas kompliziert ist. Unter Normbedingungen fährt das Fahrzeug wie auf Schienen – doch kaum nähert man sich einem Gegner, verliert der eigene Bolide viel Abtrieb, rutscht herum und die Oberflächen der Reifen überhitzen.

Dies trägt dazu bei, dass man in der Formel 1 nur noch wenige Attacken sieht, da man als Hintermann je nach Strecke ein oder sogar zwei Sekunden pro Runde schneller sein muss, um eine realistische Chance auf ein erfolgreiches Überholmanöver zu haben.

Ein weiteres Problem: In dieser Saison haben die Pirelli-Reifen eine dünnere Lauffläche und nutzen sich deshalb kaum mehr ab. Die Folge sind viele Einstopp-Rennen und wenige taktische Variationen. Die einzige Schwäche von Mercedes wurde so eliminiert – zum Ärger von Ferrari und Red Bull.

Denn mit einem reifenschonenden Auto sei es kaum mehr möglich, die Reifen ins Arbeitsfenster zu bringen. “Es spielt keine Rolle, wie gut dein Auto ist. Wenn du das Fenster nicht triffst, bist du chancenlos”, tobte Red-Bull-Berater Helmut Marko. Für Haas-Chef Günther Steiner ist es sogar eine Reifenfenster-WM.

- Radikale Änderungen wie Startplatz-Tausch

Die Formel 1 soll nicht ihre Identität verlieren, weshalb dies das allerletzte Mittel wäre. Aber falls die Rennen weiter “spannend wie eine Schafsherde auf einer Weide” – Zitat Corriere dello Sport - bleiben, muss über größere Änderungen nachgedacht werden. 

Es muss ja nicht direkt ganz so verrückt sein, wie die von Ecclestone einst vorgeschlagene künstliche Bewässerung eines Streckenteils oder sein noch aberwitzigerer Vorschlag, 40 Zentimeter hohe Mauern um die Kurven zu bauen, um den Risikofaktor zu erhöhen.

Um spannendere Rennen zu kriegen, könnte man, wie auch in anderen Rennserien, die Top 10 des vorherigen Rennens in umgekehrter Reihenfolge starten lassen bzw. jene zehn Fahrer im Qualifying die Plätze zwischen 11 und 20 ausfahren lassen.

Es wäre wünschenswert, wenn die Formel 1 nicht zu solchen Mitteln greifen muss. Doch irgendetwas muss passieren – sonst werden immer mehr F1-Zuschauer Sonntagnachmittags auf der Weide anzutreffen sein.

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Presse sieht schwarz: "Das ist das Ende der Formel 1"

Die internationalen Pressestimmen nach dem Frankreich-GP zum Durchklicken:

Die spektakulärste Szene des Rennsonntags in Le Castellet ereignete sich vor dem Start, als die Trophäe via Jetpack an die Strecke gebracht wurde.

Anschließend passierte beim Sieg von Mercedes-Pilot Lewis Hamilton jedoch wenig Spannendes – ein gefundenes Fressen für die internationale Presse.

Aber auch der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel muss sich Kritik gefallen lassen, seine Rolle als Nummer 1 bei Ferrari wird mehr denn je in Frage gestellt.

SPORT1 fasst die internationalen Pressestimmen zum Grand Prix von Frankreich zusammen.

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Formel Gähn? Hamilton attackiert Bosse

Acht Rennen, acht Siege: Die Dominanz von Mercedes in dieser Saison ist größer denn je. Nimmt man die Saison 2018 hinzu, sind die Silberpfeile sogar bereits seit zehn Rennen ungeschlagen.

Der Große Preis von Frankreich war eine weitere Demonstration der Stärke von Mercedes und Weltmeister Lewis Hamilton, die den gegnerischen Teams nicht den Hauch einer Chance ließen. Selbst bei Mercedes wünscht man sich inzwischen spannendere Rennen. Hamilton kritisiert in diesem Zusammenhang die Verantwortlichen der Formel 1 sogar scharf.

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel spricht offen aus, dass man sich bei den neuen Teilen verkalkuliert hat und das ausgegebene Ziel an diesem Wochenende nicht erfüllen konnte.

SPORT1 fasst die Stimmen von RTL, Sky, ORF und aus der Mixed-Zone sowie der Boxengasse zusammen.

Lewis Hamilton (Mercedes), Platz 1: “Es war ein super Wochenende. Es ist eine tolle Strecke mit technisch schwierigen Stellen. Es war überhaupt nicht einfach. Immer passiert irgendetwas. Ich hatte zwei riesige Blasen an den Vorderreifen, da hatte ich mir schon ein bisschen Sorgen gemacht. Ich liebe diesen Wettkampf, Rennen für Rennen die Grenzen auszureizen und dann wieder zu gewinnen. Aber ich könnte das nicht ohne so ein tolles Team. Wir schreiben zusammen Geschichte. Ich bin stolz, Teil dieses Teams zu sein.”

zur Langeweile in der Formel 1: “Wenn man sagt, es ist langweilig, verstehe ich das. Aber zeigt nicht mit dem Finger auf die Fahrer, wir schreiben die Regeln nicht und haben mit der Geldverteilung und diesen ganzen Dingen nichts zu tun. Wir sollten die Leute an der Spitze unter Druck setzen, die sollten ihren Job anständig machen. Ich denke, das versuchen sie auch, aber seit vielen, vielen Jahren treffen sie falsche Entscheidungen.”

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Valtteri Bottas (Mercedes), Platz 2: “Aus meiner Sicht ist nicht viel passiert. Ich hatte einen guten Start, Lewis ebenfalls. Letztlich war er schneller, mit seiner Pace konnte ich nicht mithalten. Aber ich bin stolz auf das Team, stolz auf mich. Jetzt muss ich sehen, was ich beim nächsten Rennen besser machen kann. Unschlagbar ist Lewis nicht, das weiß ich.”

Charles Leclerc (Ferrari), Platz 3: “Ich habe alles gegeben, aber die Mercedes waren schneller, speziell beim zweiten Stint. Valtteri hatte am Ende etwas Probleme mit den Reifen, da konnte ich aufholen. Aber mir gingen die Runden aus. Am Ende ist es für uns ein guter Tag gewesen.”

Max Verstappen (Red Bull), Platz 4: “Der Start war gut, aber mir fehlen PS auf der Geraden, das hat man gesehen. Da sind wir langsamer als Ferrari und Mercedes, viel zu langsam. Letztes Jahr war unser Auto im Vergleich zu Mercedes besser. Ich erwarte für das Rennen in Österreich deshalb nicht so viel.”

Vettel: “Das ist nicht unser Anspruch”

Sebastian Vettel (Ferrari), Platz 5: “Ich habe den Beginn mit den McLaren genossen, aber danach war es etwas einsam. Ich habe hart gekämpft, aber eben aus der Distanz. Der erste Stint war ganz gut, im zweiten Stint habe ich mit der Balance gekämpft. Die Pace von Charles, Max und mir war sehr ähnlich. Das Rennen heute war ok, mehr war nicht drin. Die schlechtere Nachricht für uns ist, dass wir keinen Schritt nach vorne machten konnten im Vergleich zu Mercedes. Das Ergebnis ist in Ordnung, aber nicht unser Anspruch.”

…zum Ziel, den Abstand zu Mercedes in Frankreich zu verkürzen: ”Wir wollten den Abstand zu Mercedes deutlich verkürzen. Das haben wir nicht geschafft, daher sind wir in dieser Beziehung gescheitert. Wir haben es versucht. Das Podium von Charles ist zumindest ein schwacher Trost.”

zur schnellsten Rennrunde, bei der er mit weichen Reifen nur hauchdünn Hamiltons Zeit unterbot“Ich konnte die Batterie nicht komplett entladen. Aber es zeigt auch, wie viel Pace sie in der Hinterhand haben. Wenn sie wollen, können sie viel schneller. Das bedeutet, dass auf uns viel Arbeit wartet.”

…zu den neu eingebauten Teilen am Freitag: “Wir haben am Freitag ein paar Teile ausprobiert, die nicht funktioniert haben. Deswegen mussten wir wieder zurückbauen. Wir müssen verstehen, warum unsere Teile nicht funktioniert haben. Das ist ein größeres Problem. Daran müssen wir arbeiten.”

Nico Hülkenberg (Renault), Platz 9: ”Wir müssen das so hinnehmen. Ich hing das ganze Rennen hinter Kimi fest, hatte eigentlich deutlich mehr Speed. Der hätte mal abbiegen sollen, am besten zu einer Bar. Dann hätte ich ein freieres Rennen gehabt und eine bessere Platzierung. Man verliert brutal viel Abtrieb, wenn man hinter einem anderen Auto direkt herfährt. Es ist extrem bitter. Aber mit dem schlechten Qualifying konnte man nicht mehr erwarten.”

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): “Der Sieg war wirklich gut – eines von den wirklichen guten Rennwochenenden. Heute war es wirklich okay von der Leistung her. Das wissen wir auch zu schätzen, denn es kann auch wieder anders kommen.”

…über die Dominanz von Mercedes: “Es tut mir leid. Auch wir wollen spannende Rennen.”

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Hülkenberg macht sich über Räikkönen lustig

Nicht nur Sebastian Vettel, sondern auch der zweite Deutsche, Nico Hülkenberg, erlebte beim Großen Preis von Frankreich ein schwieriges Rennen.

Da der Renault-Pilot über weite Phasen des Rennens hinter Sauber-Fahrer Kimi Räikkönen festgehangen war, fuhr er lediglich als Neunter über die Ziellinie.

Da sein Teamkollege Daniel Ricciardo durch zwei Zeitstrafen auf Rang elf zurückfiel, reichte es am Ende zumindest zu Platz acht für Hülkenberg.

Hülkenberg hadert mit Räikkönen

Doch zufrieden konnte der Deutsche dennoch nicht sein, da man weitere Punkte auf McLaren verlor und die eigene Pace eine bessere Platzierung ermöglicht hätte – wäre da nicht dieser Finne im Weg gewesen.

“Der Knabe hat voll im Weg gestanden. Er hätte mal lieber zur Bar abbiegen sollen. Dann hätte ich ein freieres Rennen gehabt, und eine bessere Platzierung”, scherzte Hülkenberg bei Sky. “Iceman” Räikkönen ist bekannt dafür, sich den einen oder anderen Schluck Alkohol zu genehmigen.

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Räikkönen hatte Hülkenberg in der ersten Runde überholt und danach seine Position bis zum Schluss verteidigt. Alle Versuche, den 39-Jährigen taktisch über einen Boxenstopp zu überholen, waren ebenfalls gescheitert.

Mit 32 Punkten liegt Renault auf Rang fünf in der Teamwertung.

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Selbst die Lachnummer wird Vettel jetzt gefährlich

Nach dem Qualifying zum Großen Preis von Frankreich musste Charles Leclerc beschwichtigen. (Das Ergebnis des Qualifyings)

Nein, Sebastian Vettel habe seine Zeitenjagd in Le Castellet nicht beeinträchtigt, sagte der Ferrari-Newcomer auf der Pressekonferenz der drei schnellsten Fahrer.

“Es war so, dass wir zweimal recht knapp dran waren auf der Uhr, um es über die Start-Ziel-Linie zu schaffen. Daher habe ich das Team gefragt, ob sie Seb nicht sagen könnten, dass er pusht, damit ich es auch noch schaffe”, erklärte Leclerc weiter.

Dass er aber überhaupt so dezidiert über die Vorkommnisse am Ende des Q2 berichten musste, sagt einiges über das Binnenklima bei der Scuderia aus.

Vettel reagiert per Funk gereizt

Denn schon per Funk hatte Sebastian Vettel recht ungehalten reagiert und genervt gefragt: “Wie viel Abstand will er denn noch haben? Ich versuche hier nicht, ihn ausscheiden zu lassen.”

Diesen Vorwurf hatte dem viermaligen Weltmeister auch niemand gemacht. Und doch war das Qualifying bei heißen Temperaturen der nächste untrügliche Beweis dafür, dass Vettel seinen Status als Nummer 1 im Team zu verlieren droht.

Schon vor dem Grand Prix von Monaco Ende Mai hatte Teamchef Mattia Binotto angekündigt, die lange Zeit gültige Stallorder zugunsten des Hessen aufzuheben.

Bei der Frankreich-Quali nun hat Vettel wiederum keine Argumente für sich vorbringen können. Im Gegenteil: Durch eigene Fahrfehler hat er zumindest mit dazu beigetragen, dass es für ihn nur zur siebten Startposition gereicht hat.

Vettel eine Ewigkeit hinter Hamilton

Auf Platz drei, den sein Teamkollege belegt, fehlten ihm über acht Zehntel. Der Rückstand auf Polesetter Lewis Hamilton im Mercedes betrug fast anderthalb Sekunden: in der Formel 1 eine Ewigkeit.

Auch Leclerc lag über sechs Zehntel hinter dem britischen Weltmeister und musste einräumen: “Mehr war heute nicht drin.” Dabei war Ferrari mit vielen Updates an den Fahrzeugen und großen Hoffnungen nach Frankreich gereist.

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Die Qualifikation am Samstag aber bedeutet gar einen Rückschritt. Jetzt muss sich der ruhmreiche Rennstall aus Italien nicht nur den Angriffen von Red Bull erwehren, sondern spürt sogar den Atem von McLaren – das tief gefallene Traditionsteam aus England und bis vor kurzem noch die große Lachnummer in der Formel 1.

McLaren mit bestem Quali-Ergebnis seit 2014

Mit Rookie Lando Norris auf Rang fünf und Carlos Sainz Jr. auf Rang sechs feierte McLaren das beste Qualifying-Ergebnis seit 2014. Ein Resultat, das auch die Piloten selbst überrascht. “Wir haben auf keinen Fall erwartet, dass wir einen Red Bull und einen Ferrari schlagen”, sagte Sainz.

Doch die Roten sind in Le Castellet zumindest in Reichweite, weil sie eben seit Monaten keine Fortschritte erzielen. Auch der neue Frontflügel hat den SF90 nicht schneller gemacht. ”Wir haben teilweise wieder zurückgerüstet”, musste Vettel einräumen. “Es war nicht der erwartete Fortschritt.”

Dennoch sieht Vettel er sich und sein Team zumindest im Kampf gegen McLaren gut gerüstet. “Es wird nicht einfach. McLaren hat an diesem Wochenende eine gute Pace. Aber ich glaube, wir sind schneller”, sagte der 31-Jährige in einer Medienrunde nach dem Qualifying.

Statt Mercedes Paroli bieten zu können, geht es für Vettel am Sonntag also zunächst erst einmal darum, die McLaren in Schach zu halten. So haben sich die Ansprüche bei Ferrari verändert.

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