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"Bei Ferrari klingt es nach Verzweiflung und Aufgabe"

Auch in Monaco war Mercedes wieder nicht zu schlagen.

Im Fürstentum feierten die Silberpfeile ihren sechsten Saisonsieg – im sechsten Rennen! Immerhin konnte Sebastian Vettel erstmals in dieser Saison die totale Dominanz der Stuttgarter brechen und verwies Valtteri Bottas, dank der Zeitstrafe gegen Max Verstappen, auf Platz drei.

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Dennoch sieht SPORT1-Experte Peter Kohl in seiner Kolumne zum Monaco-GP keine Weiterentwicklung bei der Scuderia und spricht vielmehr von “Verzweiflung und Aufgabe” im Lager der Roten.

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Marko verärgert: Verstappen wird unfair behandelt

Wieder einmal Aufregung um Max Verstappen - auch wenn er diesmal wenig dafür kann.

Der Niederländer hat von der Red-Bull-Crew nach seinem Reifenwechsel beim Monaco-GP zu früh die Freigabe erhalten, um wieder ins Rennen zu gehen. 

Er kollidierte in der Boxengasse daraufhin mit dem Mercedes-Piloten Valtteri Bottas, was die Rennkommissare als “unsafe release” bewerteten.

Verstappen-Strafe zu leicht oder zu hart? 

Darauf steht laut Regelwerk eine Stop-&-Go-Strafe von zehn Sekunden. Das bedeutet, dass ein Fahrer eigens zum Absitzen der Strafe in die Boxengasse fahren muss. Eine Kombination mit einem Boxenstopp ist bei dieser Strafe nicht möglich.

Im Falle Verstappens sah die Strafe allerdings anders aus. Er erhielt lediglich eine Fünf-Sekunden-Strafe. Die Strafe wurde auf die Rennzeit addiert.

Für Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko war die Strafe aber nicht zu weich, sondern komplett falsch. “Die Stewards sind glaube ich nicht große Fans von Max”, sagte Marko und erklärte, warum er die Strafe für unangebracht hielt: “Nachdem der Bottas hinten war, hätte er ja auch nachgeben können.”

Verstappen verlor durch die Zeitstrafe seinen zweiten Platz und fiel auf Rang vier zurück. Damit rutschte der auch in der WM-Wertung wieder hinter Sebastian Vettel. (Service: WM-Stand der Formel 1 im SPORT1-Datencenter)

Marko sieht mögliche Hamilton-Strafe

Für Marko hat daran Sieger Lewis Hamilton die Schuld: ”Vorne hat der Hamilton dann alles blockiert, wohl wissend, dass der Max entsprechend zurückfällt.” Der Österreicher ist sich sicher, dass sein Schützling Verstappen den nötigen Vorsprung bei freier Fahrt herausgefahren hätte, um trotz der Strafe als Sieger gewertet zu werden.

Aber nicht nur wegen der vermeintlichen Blockade-Aktion war Marko nicht gut auf den Briten zu sprechen. Die strittige Szene kurz vor Rennende, als es bei einem Angriff von Verstappen auf Hamilton zur Berührung kam, bewertet Marko etwas anders als viele Experten.

“Beim Zwischenfall nach dem Tunnel ist meines Erachtens nach der Hamilton nach links hinüber gezogen”, sagte Marko, der eine Strafe für Hamilton für durchaus angebracht gehalten hätte: “Was aber, nachdem er heute ein rotes Kapperl auf hat, sicher nicht der Fall sein wird.”

Perez: Hätte Marshals fast umgebracht

Für Aufregung sorgte auch eine Szene rund um der Sergio Perez. Nach seinem Boxenstopp kollidierte der Mexikaner fast mit zwei Sportwarten, die die Strecke kreuzten.

Pérez kam zum Reifenwechsel, nachdem Charles Leclerc eine Safety-Car-Phase ausgelöst hatte.

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Als er wieder auf die Strecke fuhr, überquerten plötzlich zwei Sportwarte (engl. Marshals) die Fahrbahn. Einer konnte sich gerade noch am rechten Fahrbahnrand retten, der andere blieb stehen. Sie ließen Pérez nur etwas mehr als eine Wagenbreite Platz, um das Nadelöhr zu passieren.

“Was war mit den Marshals los? Ich hätte sie fast umgebracht”, erklärte er dem Team per Funk. Nach dem Rennen beschrieb er die Situation so: “Ich musste bremsen und hatte sehr viel Glück. Und sie hatten Glück, dass ich sie verfehlt habe.”

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"Komplett falsches Konzept": Rosberg watscht Ferrari ab

Platz zwei erreicht und den Fabelrekord der Silberpfeile mit sechs Doppelsiegen in Folge verhindert: Es sind kleine Erfolge wie dieser Podestplatz beim Großen Preis von Monaco, mit denen sich Sebastian Vettel und Ferrari in dieser Saison zufriedengeben müssen.

Doch auch dieses positive Ergebnis kann nicht über die vielen Probleme, die die Scuderia aktuell hat, hinwegtäuschen – das weiß auch Vettel: “Es war ein tolles Ergebnis für uns, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns. Wir haben hauptsächlich von den Fehlern der anderen profitiert.”

Damit brachte Vettel das Geschehen auf der Strecke kurz und knapp auf den Punkt. Denn wäre Max Verstappen aufgrund eines Fehlers von Red Bull nicht Valtteri Bottas in der Boxengasse in die Seite gekracht, wäre Ferrari zum zweiten Mal in Folge ohne Podium geblieben. (Service: WM-Stand der Formel 1 im SPORT1-Datencenter)

Ferrari vermiest Leclerc den Heim-GP

Abgesehen von dem unverhofften Podestplatz durch Vettel lief bei Ferrari auch an diesem Wochenende wenig rund. Der traurige Höhepunkt passierte diesmal bereits im Qualifying am Samstag, als das Team Charles Leclerc mit einem Patzer den Heim-GP ruinierte.

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Obwohl nach dem Wiegen noch fünf Minuten Zeit in Q1 waren, schickte man Leclerc nicht noch einmal auf die Strecke. Grund: Bei der Scuderia dachten sie, dass dessen Zeit für Q2 reicht. Ein kapitaler Fehler, den Leclerc mit dem vorzeitigen Aus bezahlen musste.

“Wir hatten genug Zeit, noch einmal rauszufahren. Wir hatten genug Treibstoff. Ich verlange Erklärungen”, wurde Leclerc danach ungewöhnlich deutlich gegenüber seinem Team und legte bei Canal+ verärgert nach: “Es ist eine Freude, bei Ferrari zu sein, aber das ist schwer zu ertragen.”

Hamilton wundert sich über die Scuderia

Selbst bei Mercedes wunderte man sich öffentlich über die Entscheidung von Ferrari. “Das ist schlechte Vorbereitung. Wir gehen solche Risiken nicht ein. Deshalb bin ich ja auch noch mal rausgegangen und habe die sich verbessernde Strecke genutzt”, sagte Weltmeister Lewis Hamilton.

Noch deutlicher wurde Ex-Weltmeister Nico Rosberg bei RTL: “Das gibt es nicht. Fehler in dieser Form darf man sich nicht erlauben. Da müssen Personalveränderungen passieren. Der Ingenieur guckt noch nicht einmal aus dem Fenster. Der guckt nur in seine Zahlen auf dem Computer.”

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto will von personellen Änderungen aber nicht wissen, wie er in einer eigens einberufenen Krisen-PK verkündete. “Ich denke, wir haben die richtigen Leute und die richtigen Prozesse, aber wir müssen unsere Instrumentarien verbessern”, sagte der 49-Jährige. 

Vettel verteidigt die Ferrari-Crew

Auch Vettel stellte sich hinter die Crew: “Wir stecken gerade in einer Situation, in der wir Punkte in der Meisterschaft aufholen müssen. Dafür muss man auch Risiken eingehen. Wären wir auf Nummer sicher gegangen, hätten wir einen zweiten Reifensatz verwendet, der uns für Q2 und Q3 gefehlt hätte.”

So aber war das Rennen für Leclerc von Startplatz 15 auf dem engen Stadtkurs in Monaco gelaufen, bevor es überhaupt begonnen hatte. Eine etwas übereifrige Attacke gegen Nico Hülkenberg, die zu einem Reifenplatzer führte, machte Leclercs schwarze Wochenende endgültig perfekt.

Trotz des geerbten zweiten Platzes wissen sie bei Ferrari daher, dass noch viel Arbeit wartet: “Wir wissen, dass wir momentan nicht den Speed haben, um ganz vorne mitgehen zu können. Im Rennen waren wir die dritte Kraft, haben es dann aber geschafft, als Zweiter über die Ziellinie zu fahren”, sagte Vettel und ergänzte: “Wir haben das Auto nie ganz verstanden.”

Rosberg erwartet wenig Besserung

Glaubt man Rosberg, wird sich das Kräfteverhältnis auch nicht so schnell ändern: “Das Auto hat ein komplett falsches Konzept. Sie haben nur darauf hingearbeitet, dass sie schnell auf den Geraden sind. Sie haben viel zu wenig Downforce in den Kurven. Und eine Konzeptänderung dauert meist Monate.”

Das wissen offenbar auch die Verantwortlichen bei Ferrari. Angesichts von 48 Punkten Rückstand in der Fahrerwertung und sogar knapp 100 in der Teamwertung sind mehr als Einzelerfolge in dieser Saison wohl kaum möglich. 

“Wir entwickeln bereits für kommende Saison. Bis zum Sommer ist das Projekt normalerweise bereits weit fortgeschritten”, erklärte Binotto.

Für Vettel, Leclerc und alle Tifosi bleibt nur zu hoffen, dass es dann wieder in die richtige Richtung geht.

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Pérez: "Hätte Marshals fast umgebracht!"

Schock für Sergio Pérez (Racing Point) beim Monaco-GP! Nach seinem Boxenstopp kollidierte der Mexikaner fast mit zwei Sportwarten, die die Strecke kreuzten.

Pérez kam zum Reifenwechsel, nachdem Charles Leclerc eine Safety-Car-Phase ausgelöst hatte. Als er wieder auf die Strecke fuhr, überquerten plötzlich zwei Sportwarte (engl. Marshals) die Fahrbahn. Einer konnte sich gerade noch am rechten Fahrbahnrand retten, der andere blieb stehen. Sie ließen Pérez nur etwas mehr als eine Wagenbreite Platz, um das Nadelöhr zu passieren.

“Was war mit den Marshals los? Ich hätte sie fast umgebracht”, erklärte er dem Team per Funk. Nach dem Rennen beschrieb er die Situation so: “Ich musste bremsen und hatte sehr viel Glück. Und sie hatten Glück, dass ich sie verfehlt habe.”

“Falsche” Strafe für Verstappen

Nicht nur Pérez erlebte im sechsten Saisonrennen eine besonderen Moment, der die Sicherheit betrifft. Max Verstappen erhielt von der Red-Bull-Crew nach seinem Reifenwechsel zu früh die Freigabe, um wieder ins Rennen zu gehen. Er kollidierte in der Boxengasse mit Valtteri Bottas, was die Rennkommissare als “unsafe release” bewerteten.

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Darauf steht laut Regelwerk eine Stop-&-Go-Strafe von zehn Sekunden. Das bedeutet, dass ein Fahrer eigens zum Absitzen der Strafe in die Boxengasse fahren muss. Eine Kombination mit einem Boxenstopp ist bei dieser Strafe nicht möglich.

Im Falle Verstappens sah die Strafe allerdings anders aus. Er erhielt lediglich eine Fünf-Sekunden-Strafe. Die Strafe wurde auf die Rennzeit addiert. Doch auch die milde Strafe kam Verstappen am Ende teuer zu stehen.

Verstappen verlor seinen zweiten Platz und fiel auf Rang vier zurück. Damit rutschte der auch in der WM-Wertung wieder hinter Sebastian Vettel. (Service: WM-Stand der Formel 1 im SPORT1-Datencenter)

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Fiasko-Quali, aber Vettel wehrt sich gegen Kritiker

In der Qualifikation zum Großen Preis von Monaco hat sich Lewis Hamilton im Mercedes die zweite Pole-Position der Saison gesichert. Er geht damit als Favorit in den Grand Prix am Sonntag. (Formel 1, Monaco-GP ab 15.10 Uhr bei SPORT1 im LIVETICKER)

Hamilton war auf seiner besten Quali-Runde 0,086 Sekunden schneller als sein Teamkollege Valtteri Bottas. Max Verstappen landete auf Platz drei vor Sebastian Vettel.

Vettels Rückstand auf Hamilton – es waren knapp acht Zehntelsekunden – war nur eine Niederlage, die die Italiener zu verdauen hatten. Wegen eines Strategiefehlers war Charles Leclerc früh aus der Qualifikation ausgeschieden. Er wird nur als 16. ins Rennen gehen. 

SPORT1 fasst die Stimmen von RTL, Sky, aus der Mixed-Zone und der Boxengasse zusammen.

Lewis Hamilton (Mercedes, 1. Startplatz): “Davon träumt man doch als Kind. Ein toller Kampf mit Valtteri, der war schon das ganze Wochenende sehr schnell. Die Pole bedeutet mir sehr viel. Ich musste noch mal alles aus mir rausholen.”

über die Situation im Team nach dem Tod Niki Laudas: “Das ist die beste Pole, an die ich mich erinnern kann. Und das in so einer schwierigen Woche – für das Team und für mich. Aber wir sind Profis und ziehen das durch. Das ist das, was Niki mir auch immer gesagt hat. Wir wollen morgen noch einmal etwas Besonderes schaffen.”

über seine Qualirunde: “Ich bin mir sicher, dass ich ein paar Wände dabei berührt habe. Ich sage immer, es gibt keine perfekte Runde, aber diese hier war ziemlich nah dran. Es war ein toller Kampf mit Valtteri und trotzdem hast du immer diese Gier, du willst diese Pole. Ich bin begeistert, das war eine Superrunde.”

über die Situation im Cockpit: “Ich musste warten, bis er über die Linie kam. Ich wusste nicht, wo er war. Als ich im Tunnel war, war es ruhig. Ich musste so lange warten. Ich dachte mir: Wo zur Hölle ist Valtteri? Das Warten auf die Nachricht ist schrecklich. Wenn du dann hörst, dass es nicht gereicht hast, dann denkst du dir: Verdammt! Hier und da hätte ich noch etwas holen können. Als ich dann am Hafen die Nachricht bekam, war es so ein großartiges Gefühl.”

über Ferraris Fauxpas: “Das ist schlechte Vorbereitung. Wir gehen solche Risiken nicht ein. Deshalb bin ich ja auch nochmal rausgegangen und habe die sich verbessernde Strecke genutzt.”

Valtteri Bottas (Mercedes, 2. Startplatz): “Ich bin enttäuscht. Die erste Runde war gut, ich dachte, ich kann mich hier und da noch etwas verbessern und hebe mir das für den letzten letzten Run auf. Dann war aber Verkehr, ich konnte die Reifen nicht aufwärmen. Schade, die Pole war drin. Ich werde versuchen, mir den Platz zurückzuholen!”

über die Gründe, die den Unterschied zu Hamilton gemacht haben: “Ich habe schon in der ersten Kurve gemerkt, dass der Grip nicht da ist. In Kurve acht ist mir das Heck dann richtig ausgebrochen.”

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Max Verstappen (Red Bull, 3. Startplatz): “Mercedes war zu schnell. Meine Runde in Q2 war richtig gut, Q3 war eine vernünftige Runde. Bei meinem zweiten Versuch war die Outlap aber zu langsam und dann ging nichts mehr. Wenn man sieht, dass einem direkt zwei Zehntel fehlen. Ich habe dann aufgegeben und nichts riskiert.”

Sebastian Vettel (Ferrari, 4. Startplatz): “Ich finde es nicht fair, das Team so zu kritisieren. Im ersten Abschnitt im Qualifying hat sich die Strecke stärker verbessert, als wir es hätten erahnen können und so wurde jeder zum Ende deutlich schneller. Ich denke, damit haben die anderen auch nicht gerechnet, aber sie waren zu dem Zeitpunkt schneller.”

über Ferraris Probleme in diesem Jahr: “Ich denke, das ist, was sich wie ein (roter, Anm. d. Red.) Faden durch das Qualifying gezogen hat. Wir waren einfach nicht schnell genug. Der Speed, der heute Morgen kurz da war, war nicht mehr da. Mit den Reifen tun wir uns extrem schwer. Wir probieren sehr viele Sachen. Mal scheint es uns auf die richtige Fährte zu locken, mal nicht. So ist es wie ein Teufelskreis und uns erwischt es dann immer wieder.”

über das Potenzial im Auto: “Ich denke, wenn unser Auto vielleicht insgesamt ein bisschen besser funktionieren würde – was es derzeit noch nicht tut, aber woran wir arbeiten -, dann würden wir uns auch etwas leichter tun mit den Reifen.”

über die Kritik an seinem Team: “In der Hitze des Moments kann so etwas passieren, auch wenn es nicht gut aussieht.”

über die Aussichten auf ein gutes Rennergebnis: “Um mich herum stehen Red Bulls. Zunächst schaut man dadrauf. Natürlich ist es hier im Rennen schwer, was das Überholen angeht. Aber mit einem Safety-Car und so weiter kann alles passieren. Sicherlich ist das Qualifyinf die halbe Miete, aber nicht die Ganze.”

Nico Hülkenberg (Renault, 11. Startplatz): “Wir hatten keine großartigen Probleme. Es war einfach ein bisschen hektisch, besonders in Q1. Das hat uns ein wenig den Rhythmus genommen. Unter diesen Umständen haben wir gut reagiert. Die Runden waren eigentlich okay, aber nicht perfekt. Es ist ein Ritt auf der Rasierklinge hier. Wir haben das Q3 nur knapp verpasst.”

über die Aussichten für das Rennen: “Elfter ist okay. Ich bin letztes Jahr schon von hier (elfter Startplatz, Anm. d. Red.) gestartet und hatte einen guten Sonntag. Das gibt uns bei der Strategie Flexibilität.”

Charles Leclerc (Ferrari, 16. Startplatz): “Ich habe keine Ahnung, habe keine Erklärungen. Ich verstehe das nicht, ich muss erst noch mit dem Team sprechen. Das ist schwer zu verdauen. Die Strategie war, dass wir einen zweiten Reifensatz ziehen, wenn es eng werden sollte. Ich weiß nicht, warum wir das nicht gemacht haben. Wir hätten noch genug Zeit gehabt.”

über die Absprache mit dem Team in der Qualifikation: “Ich fragte: ‘Seid ihr sicher?’ Sie sagten: ‘Wir glauben schon, ja.’ Ich fragte, ob wir nicht nochmal rausfahren sollten. Aber ich habe keine echte Antwort gekriegt.”

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): “Das ist ein unglaubliches Resultat. Damit hätte ich nie gerechnet. Wir sind im Moment auf einer tollen Reise mit Mercedes. Es gibt viele Rekorde, die wir geschlagen haben.”

Mattia Binotto (Ferrari-Motorsportchef): ”Wir haben die richtigen Leute und die richtigen Abläufe. Aber sagen wir es so: Wir müssen unsere Tools optimieren. Wir müssen schauen, was wir gemacht haben und wie wir es in Zukunft anders handhaben können. Das werden wir zweifelsfrei schon beim nächsten Rennen umgestellt haben.”

über die Gründe für die Strategie: “Wir haben uns an den Daten orientiert und dachten, es würde reichen. Doch es hat nicht gereicht. Wir haben nun mal Simulationen. Und man sollte seinen Werkzeugen auch Vertrauen schenken. Klar waren wir uns dessen bewusst, dass es eng zugehen würde. Aber unsere Daten suggerierten uns, es würde reichen. Wir sind Risiken eingegangen, zu große Risiken. Und das war in dieser Situation nicht angebracht. Es war eine Fehleinschätzung, es war ein Fehler.”

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Leclerc wütend auf Ferrari: "Verlange Erklärungen"

In der Qualifikation zum Großen Preis von Monaco musste Ferrari zuerst um Sebastian Vettel zittern, der sich erst in den letzten Sekunden noch in die zweite Qualifying-Session rettete.

Durch Vettels Verbesserung flog aber ausgerechnet dessen Teamkollegen Charles Leclerc nach Q1 raus – dass es überhaupt soweit gekommen war, hatte sich Ferrari aber wieder einmal selbst zuzuschreiben. (Formel 1, Monaco-GP Sonntag ab 15.10 Uhr bei SPORT1 im LIVETICKER)

Ferrari verkalkuliert sich

Leclerc hatte in den ersten Minuten von Q1 eine Zeit von 1:12,149 Minuten gefahren, dann wurde er zum Wiegen in die Boxengasse gerufen. Weil er zunächst an der offiziellen Waage vorbeigefahren war, musste ihn das Team zurückschieben. Zu diesem Zeitpunkt war er Sechster in der Zeitenliste.

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Als das Wiegen abgeschlossen war, blieben immer noch etwa fünf Minuten. Genug Zeit, in denen Leclerc locker noch einmal auf die Strecke gehen und eine schnellere Runde hätte hinlegen können.

Doch die Scuderia wähnte sich in Sicherheit. Sie glaubten, Leclerc würde mit der erzielten Zeit unter die besten 15 kommen und damit in Q2 einziehen können.

Leclerc: “Verlange Erklärungen”

Falsch gedacht.

“Ich habe gefragt, ob sie sich sicher sind. Sie sagten, dass sie sich sicher sind. Wir hatten genug Zeit, noch einmal rauszufahren. Wir hatten genug Treibstoff. Ich verlange Erklärungen”, erklärte Leclerc nach der Qualifikation, der auf den 16. Platz zurückgereicht wurde. Aufgrund der Rückversetzung des Italieners Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) rückte Leclerc nachträglich zumindest auf Startplatz 15 auf.

Weltmeister Lewis Hamilton, der sich für das Rennen am Sonntag die Pole sicherte, kann Leclercs Ärger nachvollziehen. “Das ist schlechte Vorbereitung”, sagte der britische Mercedes-Pilot: “Wir gehen solche Risiken nicht ein. Deshalb bin ich ja auch nochmal rausgegangen und habe die sich verbessernde Strecke genutzt.”

Leclerc kritisiert Ferrari

Auf einem Stadtkurs wie dem in Monaco, auf dem Überholmanöver nur sehr schwer möglich sind, ist eine gute Platzierung damit kaum noch möglich. Das ist sich Leclerc bewusst, der gegenüber Canal+ sagte: “Es wird ein mehr als kompliziertes Rennen.”

Weiter erklärte er: “Ein Qualifying so wegzuschmeißen, ist wirklich schade. Das ist nicht leicht zu akzeptieren. Das Wochenende ist vermasselt, das ist sicher. Ich habe im Moment noch keine Erklärung. Es ist eine Freude, bei Ferrari zu sein, aber das ist schwer zu ertragen.”

Am Samstagabend hatte Ferrari eine zusätzliche Pressekonferenz einberufen. Darin sprach Teamchef Mattia Binotto unverblümt von einem “schlechten Tag” und einem “klaren Fehler des Teams”. Personelle Konsequenzen schloss er allerdings aus.

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Lauda wird offenbar im Rennoverall bestattet

Die Formel 1 würdigt den am Montag im Alter von 70 Jahren verstorbenen dreimaligen Weltmeister Niki Lauda vor dem Großen Preis von Monaco am Sonntag mit einer Schweigeminute. Neben den 20 Fahrern und Würdenträgern sollen auch Zeitgenossen Laudas an dem stillen Akt mitwirken, der im Protokoll für 14.53 Uhr angesetzt ist.

Lauda, der am kommenden Mittwoch in Wien zu Grabe getragen wird, soll laut nachrichten.at in einem Rennoverall bestattet werden. Am Mittwochvormittag wird Lauda im Stephansdom aufgebahrt, damit sich die Bevölkerung von ihm verabschieden kann. Zu einem Requiem um 13 Uhr sind 300 Gäste geladen, die anschließende Beisetzung soll im Familienkreis stattfinden.

Das Mercedes-Team würdigt seinen langjährigen Team-Aufsichtsratschef Lauda beim Monaco-Grand-Prix mit einem komplett in Rot getauchten Halo auf beiden Rennwagen – in Anlehnung an Laudas Markenzeichen, die rote Kappe. Der Cockpitschutz des Mercedes-Boliden ist normalerweise silberfarben.

Bereits seit Donnerstag tragen sämtliche Teammitglieder einen Trauerflor am linken Arm. Zudem ziert in Monte Carlo der Schriftzug “Danke Niki” die Nasen der beiden Silberpfeile, darüber ist ein Autogramm Laudas in roter Schrift zu sehen. Weiterhin strahlt einer der üblicherweise silbernen Sterne auf der Motorabdeckung in Rot.

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Ferrari-Boss liefert Erklärung für enttäuschende Leistungen

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hat die aktuellen Probleme in der WM mit Altlasten erklärt.

“Ich suche keine Entschuldigung für die bisherigen Leistungen. Doch es ist eine Tatsache, dass die Schwierigkeiten der zweiten Hälfte 2018 den Beginn dieser Saison beeinflusst haben”, erklärte der Italiener am Rande des Großen Preises von Monaco (Sonntag, 15.10 Uhr): “Das heutige Auto ist damals entstanden, genau wie wir bereits heute für das Auto der Saison 2020 arbeiten.”

Das Team spüre zudem die Abwesenheit des im vergangenen Juli verstorbenen Ferrari- und Fiat-Chrysler-Chefs Sergio Marchionne.

“Er war eine Führungspersönlichkeit und ein Motivator, er hatte vom strategischen und politischen Standpunkt einen starken Einfluss. Er hat mir viel Vertrauen geschenkt. So eine Person ersetzt man nicht in wenigen Tagen. Wir haben nach Marchionnes Tod bremsen müssen, doch wir haben unsere interne Balance wiedergefunden”, sagte Binotto.

Binotto hat noch Hoffnung

Der 49-Jährige mit Schweizer Pass gab sich trotz des großen Rückstands auf den Rivalen Mercedes kämpferisch. ”Es gibt Margen, um das Auto zu verbessern, auch wenn man in wenigen Wochen ein Projekt nicht ändern kann. Wir werden Rennen für Rennen kämpfen”, sagte Binotto.

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Mercedes feierte bei jedem der bisherigen fünf Saisonrennen Doppelsiege. Die Scuderia, die seit dem Gewinn der Team-Wertung 2008 auf einen WM-Titel wartet, liegt bereits weit zurück.

Auch in den freien Trainings in Monaco hatten Sebastian Vettel (Heppenheim) und Charles Leclerc (Monaco) am Donnerstag in ihrem SF90 keine Chance gegen die Silberpfeile.

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Wolff nach Laudas Tod: "Fühle mich wie ein Zombie"

Eine Episode mit dem Unikat Niki Lauda ist Toto Wolff in besonderer Erinnerung geblieben.

Nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2017 sei es gewesen, da habe der rastlose Ergebnismensch Lauda während des Heimflugs ein Tränchen verdrückt, sich zu ihm gedreht und gesagt: “Du weißt ja, dass ich keine Freunde in der Formel 1 habe. Aber du, Toto, du bist mein Halbfreund.”

Wolff: “Formel 1 hat größte Ikone verloren”

Wolff erzählte diese Anekdote am Donnerstag im Mercedes-Motorhome von Monte Carlo mit einem sanften Lächeln und leuchtenden Augen. Dabei war der Auftritt des Österreichers insgesamt von Schwermut geprägt. Keine drei Tage nach dem Tod des Team-Aufsichtsrats Lauda sind Wolff und der gesamte Rennstall immer noch in tiefer Trauer.

“Die Formel 1 hat ihre größte Ikone verloren. Es ist aber noch schwieriger, wenn man wie ich einen Freund verliert”, sagte der 47-Jährige, während zeitgleich nur 300 Meter entfernt die Rennwagen für das erste freie Training zum Großen Preis von Monaco präpariert wurden. Business as usual in der Formel 1 – und wohl genau nach Laudas Geschmack. “Niki hätte gesagt: Reißt euch zusammen und fahrt, erklärte Wolff.

Hamilton in tiefer Trauer

Doch zumindest der sportlich seit 2014 alles dominierende Mercedes-Rennstall muss sich nach dem schmerzlichen Verlust seines Chairman erstmal sammeln. Lauda, der als Team-Aufsichtsratschef erheblich zu den großen Erfolgen der Silberpfeile beigetragen hatte, sei “der Inbegriff dieses Teams” gewesen und “unser Schutzschild, unser Dampfmacher. Lewis Hamilton ins Team zu holen, war sein Verdienst. Es war ein Meilenstein”, sagte Wolff.

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Jener Hamilton, der vier seiner bislang fünf Weltmeisterschaften im Mercedes errungen hatte, unterhielt ebenfalls eine enge Verbindung zu Lauda. Der 34-Jährige nannte seinen väterlichen Freund in seinem Abschiedstweet “ein Licht in meinem Leben”. Auch Hamilton ist in tiefer Trauer, am Mittwoch wurde er deswegen von sämtlichen Verpflichtungen, darunter der Teilnahme an der Fahrer-Pressekonferenz, befreit.

“Fühle mich wie ein Zombie”

Lauda war am Montagabend im Alter von 70 Jahren verstorben. Wolff hatte vom Tod seines “Sparringspartners”, wie er ihn am Donnerstag nannte, durch dessen zweite Ehefrau Birgit per Textnachricht erfahren: “Es waren schreckliche Stunden seither, ich fühle mich wie ein Zombie. Ich weine jede halbe Stunde. Es fühlt sich immer noch nicht richtig an, darüber zu sprechen.”

Für ihn sei es “in den Tagen davor” absehbar gewesen, dass er mit der bitteren Nachricht würde rechnen müssen. Lauda, der dem Tod bei seinen berühmten Feuerunfall 1976 auf dem Nürburgring von der Schippe gesprungen war, danach seine WM-Titel Nummer zwei und drei feierte und zwei Nierentransplantationen überstand, erholte sich letztlich nicht mehr von den Folgen seiner Lungentransplantation im Sommer 2018.

Wie ein Sprecher der Familie Lauda am Donnerstag mitteilte, wird der Ex-Champion am kommenden Mittwoch im Wiener Stephansdom öffentlich aufgebahrt. Die Beisetzung soll anschließend im engsten Familienkreis stattfinden.

Zuletzt sei es schwierig gewesen, mit Lauda Kontakt zu halten. Das letzte Mal habe er mit ihm nach dem Rennen in Baku Ende April gesprochen. Nach dem Doppelsieg der Silberpfeile habe Lauda zu Wolff gesagt: “Besser gehts nicht, weiter so!” Und das, fügte Wolff nach einer Pause an, “das war Niki.”

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So trauert die Formel 1 um Niki Lauda

Bilder zur Formel 1 in Monaco zum Durchklicken:

Der Formel-1-Zirkus macht am Wochenende im Fürstentum von Monte Carlo Station. Der Große Preis von Monaco steht ganz im Zeichen von Niki Lauda.

Die Motorsport-Legende war Anfang der Woche verstorben. Die Formel 1 trauert, SPORT1 zeigt die Bilder.

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