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Schumacher-App jetzt auch auf Italienisch

Die offizielle Michael-Schumacher-App “spricht” ab sofort italienisch.

Das Tool mit Informationen über das Leben und die Karriere des Formel-1-Rekordweltmeisters startet dank des Einsatzes dreier Tifosi und mit der offiziellen Zustimmung von Schumachers Managerin Sabine Kehm nun auch in der “Ferrari-Sprache”.

“Die offizielle Michael Schumacher App ist ein Grand Prix der Erinnerungen für jeden Schumacher-Fan”, sagte Sabine Kehm im Namen der Keep Fighting Foundation: “Wir freuen uns sehr, dass die Tifosi von Michael und Ferrari die vielfältigen Möglichkeiten der App nun noch besser erleben können.”

Schumacher-Fan bietet Übersetzung an

Schumacher-Fan Riccardo Sanfilippo hatte den App-Entwicklern geschrieben und ihnen angeboten, ehrenamtlich eine italienische Version zu entwerfen. Kurz darauf habe er eine Mail von Sabine Kehm erhalten, “die mir ihre Zustimmung gegeben hat”, sagte Sanfilippo der italienischen Tageszeitung Gazzetta dello Sport.

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Die App war zu Schumachers 50. Geburtstag am 3. Januar 2019 auf den Markt gekommen. Das erweiterte Update steht seit dem 3. Mai als iOS- und Android-Version in den App-Stores zum Download bereit.

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Datenüberwachung nervt Vettel

Ferrari-Star Sebastian Vettel sieht die technische Weiterentwicklung in der Formel 1 kritisch.

“Das geistige Eigentum wird geklaut, nach Sekunden weiß es mein Teamkollege, nach Minuten die gesamte Konkurrenz. Die Datenüberwachung hat uns einen Teil unseres Handwerks genommen”, sagte Vettel im Interview mit dem Spiegel.

Vettel schlägt Rückkehr zur manuellen Schaltung vor

“Wenn ich die Macht hätte, würde ich den Fahrer mehr in den Mittelpunkt stellen”, sagte der 31-Jährige und schlug eine Rückkehr zur manuellen Schaltung vor. “Das würde uns auch wieder mehr Bewunderung beim Publikum einbringen.”

Am liebsten wäre er Mitte der 90er Jahre in der Formel 1 gefahren. “Da gab es die permanente Überwachung durch Telemetrie noch nicht, aber die Autos hatten schon ein hohes Niveau, die Aerodynamik produzierte viel Abtrieb, erlaubte hohe Kurvengeschwindigkeiten. Zugleich waren die Autos sehr roh, puristisch.”

“Ziel ist, mit Ferrari Weltmeister zu werden”

Was die aktuelle Saison angeht, hat Vettel trotz der derzeitigen Dominanz von Mercedes den Titel noch nicht aufgegeben. “Das Ziel ist, mit Ferrari Weltmeister zu werden”, sagte Vettel. Auch im vierten Saisonrennen beim Großen Preis von Aserbaidschan in Baku hatte sich Vettel dem Silberpfeil-Duo mit Valtteri Bottas und Weltmeister Lewis Hamilton geschlagen geben müssen.

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“Wenn wir auf Augenhöhe sind, können wir sie schlagen. Das haben wir ja phasenweise bereits bewiesen”, sagte Vettel, der nach seinem dritten Platz in Baku schon 35 Punkte Rückstand auf den führenden Bottas und 34 auf Hamilton hat.

Verhältnis zu Hamilton von Respekt geprägt

Mit seinem langjährigen Konkurrenten Hamilton pflege er ein von gegenseitigem Respekt geprägtes Verhältnis. “Wir sind mittlerweile auf einer Ebene, wo jeder von sich weiß: Ich mache meinen Job zwar gut und probiere ihn immer besser zu machen. Aber der andere kann das auch echt gut”, meinte Vettel.

“Ich erkenne Leistung an – wir verbringen ohnehin zu viel Zeit mit Beschwerden und Hadern und wenig Zeit mit Komplimenten”, sagte Vettel, der auch seinen Teamkollegen Charles Leclerc lobte: “Ich finde, wir sind ein gutes Team. Wir arbeiten hart daran, das Auto gemeinsam weiterzuentwickeln.”

Das nächste Rennen findet am 12. Mai statt, dann steht der Große Preis von Spanien in Barcelona auf dem Programm.

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Vettel schlägt Alarm: "Angst, die Kontolle zu verlieren"

Die Euphorie vor dem Formel-1-Saisonstart in Australien ist bei Sebastian Vettel nach nur vier Rennen der Ernüchterung gewichen.

Nach herausragenden Rundenzeiten bei den Wintertest von Barcelona galt der 31-Jährige als ernsthafter Titelkandidat. Die Realität sieht jedoch anders aus: Mehr als zwei dritte Plätze bei den vergangenen beiden Rennen in China und Aserbaidschan sind für den vierfachen Weltmeister noch nicht herausgesprungen.

Der Rückstand auf die bisher dominierenden Mercedes-Piloten ist bereits auf 35 (Valtteri Bottas) bzw. 34 Punkte (Lewis Hamilton) angewachsen.

“Ich kann spüren, dass ich momentan nicht mein bestes Fahren abrufe. Einfach weil das Auto nicht so reagiert, wie ich das mag. Und dann wird das Fahren unnatürlich”, spart Vettel nach dem Baku-GP nicht mit Kritik. 

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“Ich glaube, jeder Rennfahrer kennt das Gefühl, wenn das Auto nicht ganz passt und wenn man dann lieber nicht ganz an die Grenze geht, weil man Angst hat, die Kontrolle zu verlieren. Diesbezüglich war ich bei den ersten Rennen sensibler als noch beim Test.”

Vettels Lösung: “Müssen schneller werden”

Am 12. Mai steht mit dem Großen Preis von Spanien bereits das nächste Rennen auf dem Programm. Auf dem Circuit de Catalunya, auf dem Ferrari die Wintertests dominierte. Um wieder näher an den bisher unbezwingbaren Kontrahenten heranzurücken hat Vettel einen einfachen Lösungsvorschlag an sich und sein Team parat: “Wir müssen schneller werden.”

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Markieren diese Raketen die Formel-1-Zeitenwende?

Die möglichen Formel-1-Boliden von 2021 zum Durchklicken:

In zwei Jahren steht die Formel 1 vor einer Revolution. Einige Änderungen im Reglement sollen den Einstieg in die Königsklasse des Motorsports vereinfachen.

Dadurch könnten zahlreiche Hersteller den Weg in die Serie finden. Der britische Grafiker Sean Bull hat sich Gedanken gemacht, wie die Boliden einiger großer Hersteller aussehen könnten.

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SPORT1 zeigt seine Entwürfe in Bildern.

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Fans gedenken Senna in Imola und Sao Paulo

Bei Gedenkfeiern in Imola und Sao Paulo wurde am Mittwoch anlässlich des 25. Todestages von Ayrton Senna der brasilianischen Formel-1-Legende gedacht.

Tausende pilgerten zu jener Strecke in Imola, auf der der damals 34-jährige Senna mit seinem Williams FW16 offensichtlich unlenkbar mit Tempo 330 aus der langgezogenen Tamburello-Kurve heraus in eine Betonmauer schoss. Ein Teil der Radaufhängung durchschlug Sennas Helm und bohrte sich in seinen Kopf.

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Fans reisen aus Brasilien nach Imola

“Best of the best”, “Ciao Legende”, “Immer in unseren Herzen” lauteten Botschaften der Fans. Viele von ihnen waren aus Brasilien angereist. Zur Erinnerung ausgestellt war ein schwarzer Lotus JPS, mit dem Senna 1985 einige Runden auf der Strecke gedreht hatte. Zu sehen waren auch sein McLaren von 1990 und der Williams von 1994.

Beim “Senna Day” in Sao Paulo wurden auf der Strecke in Interlagos kleinere Kartrennen durchgeführt. In Simulatoren konnten die Fans die größten Triumphe des dreimaligen Weltmeisters nacherleben.

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Eine Ausnahmekarriere, die viel zu früh endete

Die Karriere von Ayrton Senna zum Durchklicken:

In Brasilien wird er bis heute als Volksheld verehrt: Ayrton Senna galt als einer der besten Rennfahrer aller Zeiten. 

Bei einem tragischen Unfall kam er am 1. Mai 1994 auf der Rennstrecke von Imola ums Leben. Heute jährt sich sein Todestag zum 25. Mal – die gesamte Sportwelt trauert um den viel zu früh verstorbenen Brasilianer.

SPORT1 zeigt die Karriere der Legende in Bildern.

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Das Vermächtnis des Ayrton Senna

Es ist ja immer müßig, die Gedanken fliegen zu lassen. Zu mutmaßen: Was wäre gewesen, wenn? Es ist schließlich alles nur Theorie, die der Tod hinterlässt. Trotzdem verliert man sich immer wieder darin, spielt die Szenarien durch, lässt dabei der Fantasie freien Lauf. Überlegt, schwelgt, trauert. Sucht Trost.

Was, wenn Ayrton Senna damals angeln gegangen wäre? Wenn er seinem Impuls gefolgt wäre, der ihn damals am Vorabend jenes schicksalshaften 1. Mai 1994 weinen ließ? Oder wie würde die Formel-1-Welt heute aussehen, wenn er nach seinem Unfall einfach aus seinem Auto gestiegen wäre? Wie sein Leben?

Theorie. Nicht greifbar. Nicht erlebbar. Nicht passiert. 

Das schwärzeste Wochenende

Denn vor 25 Jahren erlebte die Formel 1 in Imola das schwärzeste Wochenende ihrer Geschichte. Der Horrorcrash von Rubens Barrichello im Training, den er fast verletzungsfrei überlebte. Damon Hill meinte Jahre später im Rückblick: “Wir alle machten weiter mit dem Qualifying, denn wir hatten ja gesehen, dass unsere Autos stark wie Panzer sind. Man konnte vielleicht durchgeschüttelt werden, sich aber nicht verletzen.”

Wie sehr sie sich irrten. Denn nur einen Tag später, am 30. April, starb Roland Ratzenberger. 314 km/h. Ein beschädigter Flügel, die Tosa-Kurve. Und eine Betonbegrenzung. Der Österreicher, damals Rookie, hatte keine Chance. Er erlag seinen schweren Kopfverletzungen. 

Die Königsklasse hatte den Tod als regelmäßigen Begleiter gerade erst ein wenig abgeschüttelt, die ständige Gefahr ein bisschen hinter sich gelassen: Zwölf Jahre war es her, dass in dem Italiener Riccardo Paletti ein Fahrer an einem Rennwochenende ums Leben kam.

“Was willst du noch beweisen?”

Bei Senna saß der Schock tief. An der Schulter von Formel-1-Chefarzt Sid Watkins weinte er um Ratzenberger. Und da ist die dann, diese müßige Theorie: Was, wenn Senna auf Watkins gehört hätte? “Was willst du noch beweisen?”, hatte er Senna gefragt. “Hör auf und lass uns angeln gehen.”

Senna blieb. 

Auch, wenn sich offenbar alles in ihm dagegen sträubte.

Seine damalige Freundin Adriane Galisteu erinnert sich, dass Senna ein “ganz schlechtes Gefühl” für das Rennen gehabt habe, er trotz seiner Pole Position nicht fahren wollte. Aber: Er hatte eine kleine rotweißrote Fahne im Cockpit – er wollte sie nach dem Rennen in Gedenken an Ratzenberger schwenken.

Hätte, wäre, wenn.

Hätte er nur auf seinen untrüglichen Instinkt gehört. Es kam ja sogar noch ein “Warnschuss”: Der Portugiese Pedro Lamy raste beim Start des Rennens im Lotus in den stehen gebliebenen Benetton des Finnen JJ Lehto. Fahrzeugteile flogen umher, Zuschauer wurden verletzt. 

Das Unheilvolle lag in der Luft

Das Unheilvolle, das in der Luft lag, wiegt immer schwerer. Niemand wollte wirklich ein Rennen fahren. Doch wie heißt es so schön: The Show must go on. 

Bis “die Sonne vom Himmel fiel”. 

So fasste der heutige DTM-Chef Gerhard Berger in einem Satz das zusammen, was in den nächsten Runden geschah. Berger kommt damit dem Empfinden von Familie, Freunden und Fans wohl am nächsten.

“Senna war für mich unverwundbar”, sagte Teamchef Frank Williams einmal über seinen damaligen Piloten. Berger sagte: “Wir hielten ihn für unzerstörbar.”

Bis zum 1. Mai um 14.17 Uhr, als sein Williams in der gefürchteten Tamburello-Kurve ausbricht.

Es ist so ein Moment, an den sich alle erinnern, die ihn erlebt haben, egal wo. Auch der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel, zu dem Zeitpunkt sechs Jahre alt. “Ich erinnere mich an den Moment. Aber ich wusste damals nicht, was es bedeutet. Ich wusste nicht sofort, dass er tot war. Aber mein Vater war ein großer Senna-Fan und er war sehr geschockt.”

Vettel rückblickend: “Auf der ganzen Welt sind die Fans zu dieser Zeit verstummt. Es ist ein großer Verlust für die Formel 1.”

211 km/h hat Senna drauf, als er in die Mauer rast. Das Rennen wird abgebrochen. Auf den TV-Bildern ist bei den hilflosen Streckenposten die ungläubige Hektik des Moments zu spüren, die Tragik wiederum, als Luftaufnahmen den zur Seite geneigten Kopf des Brasilianers im zerstörten Williams zeigen. Die Live-Bilder sind unbarmherzig, halten gnadenlos drauf, zeigen den Kampf um Sennas Leben.

Seine Seele verlässt ihn

Watkins ist bei ihm. “Wir haben ihn aus dem Wagen gehoben, und als wir ihn auf den Asphalt legten, seufzte er. Ich bin absolut ungläubig, doch in diesem Moment hatte ich das Gefühl, als hätte ihn seine Seele verlassen.”

Um 18.40 Uhr ist der Kampf endgültig verloren, Senna wird im Krankenhaus offiziell für tot erklärt.

Zweieinhalb Stunden zuvor hat Michael Schumacher das zwischenzeitlich wieder aufgenommene Rennen gewonnen, so wie später auch den Titel.

Es ist bis heute nicht klar, was genau die Ursache für den Unfall war, es gibt zahlreiche Theorien dazu. Eine Vermutung: eine gebrochene Lenkstange. Eine Strebe der Radaufhängung durchbohrte Sennas Helm und verletzt ihn tödlich. Drei Prozesse wurden in Italien zu dem Unfall geführt, alle endeten “aus Mangel an Beweisen” ohne Schuldspruch.

Schuldig fühlt sich Adrian Newey trotzdem. 

Newey fühlt sich schuldig

“Was den Unfall verursachte, lässt mich bis zum heutigen Tag nicht los”, sagte der damalige Williams-Chefdesigner: “Es war eine extrem schwere Zeit. Ich habe nie darüber nachgedacht, dass jemand in einem Auto, für das ich verantwortlich war, verletzt oder sogar getötet werden könnte.” Er glaubt nicht an die Theorie mit der Lenksäule, sondern an einen schleichenden Plattfuß oder daran, dass das Auto aerodynamisch zu instabil war. 

Die Formel 1, die sich bis dahin unverwundbar fühlte, vorher mehr Glück als Verstand hatte und egozentrisch in einem Zustand der Jagd nach mehr Technik und Geschwindigkeit alle Warnsignale missachtete, wurde brutal in die Realität geholt. Durchgerüttelt, durchgeschüttelt.

Doch sie lernte daraus. Und erhöhte mit vielen Neuerungen wie zum Beispiel mit der Kopf-und-Nacken-Stütze HANS oder größeren Auslaufzonen die Sicherheit.

Es ist nur eines der vielen Vermächtnisse der Formel-1-Legende. Wie seine Vorbildfunktion für so viele junge Rennfahrer. Senna hätte es sicher begrüßt.

Ja, auch das mag müßig sein. Trotzdem ist der Gedanke tröstlich.

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"Dummheit, die Ricciardo nicht passieren darf"

Die Tops und Flops aus Baku zum Durchklicken:

Auch in Aserbaidschan sind die Silberpfeile von Valtteri Bottas und Lewis Hamilton nicht zu schlagen. 

Der Konkurrenz und allen voran Sebastian Vettel bleibt einmal mehr nur das Nachsehen. Damit steht der Heppenheimer im Kampf um den WM-Titel bereits frühzeitig unter Druck.

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SPORT1-Experte Peter Kohl nennt seine Tops und Flops des Aserbaidschan-Grand-Prix. Auch wenn er lobende Worte für Sebastian Vettel findet, geht er doch mit Ferrari hart ins Gericht.

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Kohl: Was Vettel jetzt noch helfen kann

Die Tops und Flops aus Baku zum Durchklicken:

Auch in Aserbaidschan sind die Silberpfeile von Valtteri Bottas und Lewis Hamilton nicht zu schlagen. 

Der Konkurrenz und allen voran Sebastian Vettel bleibt einmal mehr nur das Nachsehen. Damit steht der Heppenheimer im Kampf um den WM-Titel bereits frühzeitig unter Druck.

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SPORT1-Experte Peter Kohl nennt seine Tops und Flops des Aserbaidschan-Grand-Prix. Auch wenn er lobende Worte für Sebastian Vettel findet, geht er doch mit Ferrari hart ins Gericht.

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Der Schattenmann muckt auf – verkennt Hamilton Gefahr?

“Sie müssen sich steigern, wenn sie mit uns kämpfen wollen” – das sagte Lewis Hamilton nach dem Großen Preis von Aserbaidschan über Ferrari.

Es klang fast wie eine Aufforderung des Weltmeisters. Schließlich wünscht sich Hamilton einen packenden WM-Kampf mit ihm als Sieger, um seinen Legenden-Status zu zementieren.

Vor allem Zweikämpfe mit mehrmaligen Weltmeistern wie Sebastian Vettel in der Saison 2018 helfen dabei seinem Ansehen. Siegt er zu leicht, sieht er sich dagegen dem Vorwurf ausgesetzt, dass Mercedes und nicht Hamilton den Unterschied machen würde.

WM-Kampf mit Bottas statt Vettel? 

Einen packenden WM-Kampf könnte Hamilton in dieser Saison kriegen, nach aktueller Lage allerdings nicht mit einem mehrmaligen Weltmeister, sondern mit seinem deutlich weniger arrivierten Teamkollegen. 

Valtteri Bottas fährt bisher die Saison seines Lebens. Der Finne hat wie Hamilton zwei der ersten vier Rennen gewonnen und zweimal Rang zwei belegt. Dank des Extrapunkts für die schnellste Rennrunde in Australien führt er sogar die Gesamtwertung an. (Service: Die Fahrerwertung)

“Valtteri hat sich in diesem Jahr ganz deutlich verbessert. Er ist wirklich glücklich im Auto und liefert fantastisch ab. Es wird also von uns beiden tolle Leistungen benötigt, um uns gegenseitig zu schlagen. So sollte das auch sein”, lobte Hamilton.

Hamilton lobt Teamkollege Bottas

Der Brite spricht sowieso stets in höchsten Tönen von Bottas. Womöglich als Dankeschön für die vergangenen beiden Jahre, als sich der Nachfolger von Nico Rosberg im WM-Kampf als braver Schattenmann präsentierte, der Vettel blockte oder Hamilton anderweitig half.

Offenbar hat Bottas mit diesem Gehorsam seinen Teamkollegen eingelullt – das würde zumindest Hamiltons Fahrweise unmittelbar nach Start des Baku-Rennens erklären. Hamilton war nämlich besser losgekommen und auf der Innenseite bereits neben Bottas.

Doch Hamilton hielt zur Überraschung vieler nicht voll rein. “Er hatte in Kurve 1 und 2 die Möglichkeit, hat es aber nicht gemacht. Und in Kurve 3 war er noch einmal sehr verhalten. Er war angriffsunlustig und hat sich mental auf Nummer sicher eingestellt”, schimpfte ORF-Kommentator Alexander Wurz.

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Hamilton gibt zu: “War freundlich”

Ein Verhalten, welches man von Hamilton nicht gewohnt ist. “Im Rennen war ich in Kurve 1 gegenüber Valtteri einfach zu freundlich. Da habe ich es ihm überlassen”, gab auch der fünfmalige Weltmeister nach dem Rennen zu.

Hamilton erklärte seine Zurückhaltung zwar damit, dass er ans Team dachte und nicht egoistisch sein wollte. Jeder, der die Formel 1 nicht erst seit kurzem verfolgt, weiß aber, dass er seine Ex-Teamkollegen Rosberg oder Fernando Alonso eher in die Mauer geschickt hätte, als bei so einem Duell zurückzuziehen.

Eine ähnlich vergiftete Atmosphäre wie damals will Hamilton aber nicht mehr erleben: “Valtteri und ich hatten schon immer viel Respekt füreinander und so ist es bis heute. Wir haben das vor dem Rennen besprochen und ein Gentlemen’s Agreement getroffen, an das wir uns beide hielten.”

Ist Hamilton der Egoismus abhanden gekommen?

Hat Hamilton also auf seinen alten Formel-1-Tage plötzlich den Egoismus verloren, den viele große Formel-1-Champions wie Michael Schumacher, Ayrton Senna oder Niki Lauda auszeichnete? Unwahrscheinlich.

Nicht wenige vermuten, dass Hamilton in Bottas einfach keinen Titelrivalen für die ganze Saison sieht und sich vielmehr vor einem widererstarkten Ferrari mit Vettel fürchtet. Und sollte dies passieren, wäre es von Vorteil, einen wohlgesonnenen Teamkollegen auf seiner Seite zu haben.

Diese Einstellung kann sich natürlich rächen, denn Bottas wirkt gefestigt und hungrig wie nie. Während seine Leistungsschwankungen in den vergangenen Jahren noch ein Problem waren, hat er in dieser Saison auf vier sehr unterschiedlichen Strecken starke Leistungen gezeigt.

Auch die italienische Presse lobte Bottas nach dem Baku-GP in höchsten Tönen. So schrieb La Stampa: “Bottas, der Diener Hamiltons, wird zum Prinzen”, während La Repubblica feststellte: “Bottas ist nicht mehr der Knecht Hamiltons”.

Mercedes will auf Stallorder verzichten

Mercedes betont, dass sie im Gegensatz zu Ferrari eine Stallregie so lange vermeiden wollen, bis ein Fahrer keine WM-Chance mehr hat. Hamilton bestätigte auch, dass er in Baku hätte angreifen können: “Wir durften frei fahren. Den einzigen Befehl, unter dem wir fahren, lautet, sich nicht ins Auto zu fahren.

Sollte Bottas diese Topform auch in den nächsten Rennen bestätigen, wird Mercedes jedoch entscheiden müssen, ob sie beide Piloten wirklich frei um den WM-Titel kämpfen lassen. Sollte Ferraris Krise bis dahin beendet sein, wird sich das Team dies zweimal überlegen.

Doch so lange Bottas in der WM vor Hamilton liegt, kann man den Briten kaum zur Nummer 1 erklären. Deshalb sollte Hamilton schnell zu alter Angriffslust finden, damit der Teamkollege nicht doch zum größeren Problem auf dem Weg zum sechsten WM-Titel wird.

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