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Ferraris Problemherde – und die einzige Hoffnung

Viertes Rennen, vierte Niederlage. Für Sebastian Vettel und sein Ferrari-Team lief es auch beim Großen Preis von Aserbaidschan nicht rund. Dabei sah es nach den Testfahrten im Winter noch ganz anders aus. Damals hat die Formel-1-Welt die Roten in der Favoritenrolle gesehen – doch der Eindruck ist längst verpufft.

Beim Rennen in Baku konnte Ferrari nur punktuell Glanzpunkte setzen. Vettels Teamkollege Charles Leclerc fuhr am Ende die schnellste Rennrunde und war dabei rund eine Sekunde schneller als Rennsieger Valtteri Bottas (Mercedes). Doch der Vergleich hinkt: Leclerc wechselte kurz zuvor auf neue weiche Reifen. Die Reifen von Bottas hatten dagegen bereits 40 Runden auf dem Buckel.

Ferrari wird mit den Reifen in diesem Jahr nicht warm – im wahrsten Sinne des Wortes. Leclerc und Vettel hatten auch an diesem Wochenende wieder zu kämpfen. “Ich hatte Mühe, die Reifen zum Arbeiten zu bringen. Ich denke, sie waren zu kalt und ich habe sie beschädigt. Und als sie dann Temperatur hatten, waren sie kaputt. Es ging einfach nicht auf”, stellte Vettel ernüchtert fest.

Harte Reifen könnten Ferrari helfen 

Dennoch gibt es für die Scuderia Hoffnung. Beim nächsten Rennen in Barcelona werden wieder härtere Reifen zum Einsatz kommen. Als Pirelli beim zweiten Saisonrennen in Bahrain härtere Mischungen an die Rennstrecke brachte, kämpfte Ferrari mit um den Sieg. Nur ein technischer Defekt verhinderte den sicher geglaubten Sieg von Leclerc.

Auf die Wirkung der härteren Reifen alleine sollte sich Ferrari allerdings nicht verlassen: Nur zwei Wochen später kommen in Monaco wieder die weichsten Reifen zum Einsatz.

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Nicht nur in Sachen Reifenbehandlung, auch mit einigen strategischen Entscheidungen greifen die Roten immer wieder daneben. In Baku war dies ebenfalls wieder der Fall. Leclerc, der auf Medium-Reifen ins Rennen startete, kam erst spät in die Box. So wollte das Team sicherstellen, dass der Monegasse das Rennen mit weichen Reifen beenden kann.

Falsche Strategie

Kurz vor Rennende folgte ein weiterer Stopp, bei dem sich Leclerc erneut die softeste Mischung abholte. Der ursprüngliche Plan war dies vermutlich nicht. Die Strategie wurde aus der Not geboren, um Leclerc noch auf die schnellste Rennrunde anzusetzen. Auch wenn dieses Vorhaben klappte, bleiben Fragen.

Wäre es besser gewesen, von Anfang an auf zwei Stopps zu setzen? Dadurch hätte Ferrari Leclercs ersten Stint, in dem der Monegasse bis zu drei Sekunden pro Runde verlor, verkürzt. (Service: WM-Stand der Formel 1)

Die Lösung auf diese Frage haben wohl nur die Ferrari-Ingenieure, auf die Leclerc vollkommen vertraut. “Sie haben sehr viel mehr Daten als ich im Auto.” Für die Strategie gebe es sicherlich eine Erklärung, meinte der 21-Jährige nach dem Rennen: “Ich muss mir zuerst die Daten anschauen, bevor ich dazu einen Kommentar abgebe.”

Vettel fehlte Windschatten

In den Augen vieler Experten reiste die Scuderia als Favorit nach Aserbaidschan. Der auf Top-Speed ausgelegte Ferrari hätte auf der langen Gerade in Baku punkten sollen. Doch schon nach Leclercs’ Fahrfehler im Qualifying wurde klar, dass die Roten die für sie bestimmte Rolle nicht in Gänze würden ausfüllen können. 

Mit Leclerc fiel auch der Windschatten für Sebastian Vettel weg. Ein entscheidender Faktor, glaubt man Lewis Hamilton. ”Seb hatte im Qualifying keinen Windschatten, wäre mit Windschatten sicher auf Pole gefahren”, ist sich der Brite sicher. 

Beim Großen Preis von Barcelona in zwei Wochen wird es für Ferrari höchste Zeit, die totale Dominanz der Silberpfeile zu durchbrechen. Die guten Resultate der Winter-Testfahrten sind dabei aber wohl nicht mehr als ein gutes Omen. “Die Ergebnisse der Tests in Barcelona bedeuten für das Rennen dort nichts mehr, weil wir alle dazugelernt haben”, stellte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolf im RTL-Interview klar. 

Updates in Barcelona

Und auch in Maranello selbst ist man sich dessen bewusst. ”Ferrari ist vor Barcelona nicht Favorit”, bleibt Sebastian Vettel realistisch.

Unabhängig von allen Erfahrungen der letzten vier Rennen bleibt eine Komponente, die vorher niemand einschätzen kann. Alle Top-Teams gehen auf dem Circuit de Catalunya mit einigen Updates an den Start. 

Je nachdem wer seine Hausaufgaben am besten erledigt, wird als Favorit in das Renn-Wochenende starten.

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Bester Start aller Zeiten! Mercedes knackt F1-Rekord

Vierter Doppelsieg im vierten Rennen – bislang ist noch nie ein Formel-1-Team so gut in die Saison gestartet wie Mercedes in diesem Jahr.

Mit dem Sieg in Aserbaidschan hat Valtteri Bottas seinen zweiten Sieg gefeiert und bei der Anzahl der Saisonsiege mit Lewis Hamilton gleich gezogen. Dank einer schnellsten Rennrunde liegt der Finne sogar einen Punkt vor Hamilton in der Gesamtwertung. (Service: Die Fahrerwertung)

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff konnte nach dem Rennen noch nicht glauben, dass die Silberpfeile diesen Rekord gebrochen haben. “So eine Bestmarke zu schlagen, ist Wahnsinn – da muss man sich mal zwicken”, sagte er bei RTL.

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Mercedes bricht Bestmarke von Williams

Bislang hielt Williams diese Bestmarke. 1992 hatten Nigel Mansell und Ricardo Patrese drei Doppelsiege in den ersten Rennen eingefahren.

Die Situation bei Williams war damals teamintern allerdings weitaus weniger ausgeglichen als bei Mercedes in diesem Jahr: In allen drei Fällen hatte Nigel Mansell die Nase vorn.

Der Brite wurde danach auch unangefochten Weltmeister. Die derzeit ausgeglichene Situation bei Mercedes verspricht dagegen ein engeres WM-Duell.

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"Sehr langweilig": Vettel nervt ewige Mercedes-Dominanz

Das vierte Rennen des Jahres hat einen bekannten Sieger hervorgebracht: Beim Großen Preis von Aserbaidschan fuhr Mercedes-Pilot Valtteri Bottas seinen zweiten Saisonsieg ein. Zum ersten Mal in diesem Jahr konnte dabei der Polesetter das Rennen anschließend auch für sich entscheiden.

Die vierte Doppelerfolg von Bottas und Lewis Hamilton bedeutete zudem einen neuen Rekord in der Formel 1. Noch nie war ein Team zu Saisonbeginn so erfolgreich. Kein Wunder, dass die Stimmung bei Mercedes danach bestens war, wenngleich Hamilton etwas mit sich haderte.

Deutlich schlechter ist die Stimmung bei Ferrari. Sebastian Vettel hadert mit den Reifen und klagt über die Mercedes-Dominanz der vergangenen Jahre.

SPORT1 fasst die Stimmen von RTL, Sky, aus der Mixed-Zone und der Boxengasse zusammen.

Valtteri Bottas (Mercedes, 1. Platz): “Ein hartes Rennen. Lewis hat die ganze Zeit Druck gemacht, ich durfte mir keinen Fehler leisten. Aber ich hatte alles unter Kontrolle. Es ist unglaublich, auf welchem Level wir als Team arbeiten. Ich bin so stolz, dazuzugehören.”

Lewis Hamilton (Mercedes, 2. Platz): ”Für mich war es eher ein durchschnittliches Wochenende. Im Qualifying habe ich es nicht auf den Punkt gebracht. Und im Rennen war ich in Kurve 1 gegenüber Valtteri einfach zu freundlich. Da habe ich es ihm überlassen.”

über die Gründe für die Mercedes-Dominanz:  “Leider sind wir äußerst zuverlässig, weil Valtteri und ich beide auf hohem Niveau fahren und unser Team auf allen Zylindern läuft. Das ist (bei Ferrari, Anm. d. Red.) nicht der Fall.”

über Ferraris Chancen: “Seb hatte im Qualifying keinen Windschatten, wäre mit Windschatten sicher auf Pole gefahren. Wäre auch Leclerc dabei gewesen, dann hätten sie die komplette erste Startreihe gehabt. Und dann hätte es schon anders ausgesehen.”

Sebastian Vettel (Ferrari, 3. Platz): ”Der erste Stint war wirklich schlecht, da hatte ich Probleme, die Reifen zum Arbeiten zu bekommen und war zwei Sekunden langsamer. Ich denke, sie waren zu kalt und ich habe sie beschädigt. Und als sie dann Temperatur hatten, waren sie kaputt. Es ging einfach nicht auf. Ich hatte keine Chance und keinen Rhythmus. Da war keine Beständigkeit, ich hatte auch nicht so das Vertrauen ins Auto. Ich musste ein bisschen auf Max hinter mir aufpassen. Platz 3 ist am Ende okay, am Ende bin ich zum Glück vor dem Max geblieben.”

über die Reifenstrategie: “Es war mit dem Rhythmus sehr schwer, aber mit dem Medium deutlich besser. Manchmal ändert sich das Runde für Runde und man weiß selbst nicht, warum man mal Grip hat und mal nicht. Am wichtigsten war es, vor Max zu bleiben und wir müssen das Auto jetzt jedes Rennen weiterentwickeln.”

über die Mercedes-Dominanz: “Langweilig ist das, oder? Sehr, sehr langweilig, nicht erst vier Rennen, sondern vier Jahre schon. Es ist einfach nur wie ein riesiger magischer Zauberwürfel. Den müssen wir jetzt langsam mal lösen, wir haben genug Leute, die den Rubik’s Cube in wenigen Minuten lösen können.”

über das Kräfteverhältnis: “Wir waren in den vergangenen Rennen im Schnitt einfach nicht ganz bei der Musik. Es braucht jetzt ein paar Updates am Auto – und ein Wochenende ohne Probleme. Denn die ersten Grands Prix verliefen nicht reibungslos. Doch das wird entscheidend sein, um (Mercedes, Anm. d. Red.) einzufangen und die Trendwende einzuläuten.”

über die Erfolgsaussichten beim nächsten Rennen: “Ferrari ist vor Barcelona nicht Favorit.”

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Charles Leclerc (Ferrari, 5. Platz): ”Das hätte ein sehr positives Rennen werden können. Ehrlich gesagt gibt es (für die Strategie, Anm. d. Red.) sicher einen Grund. Ich muss mir zuerst die Daten anschauen, bevor ich dazu einen Kommentar abgebe. Sie (Die Ingenieure, Anm. d. Red.) haben sehr viel mehr Daten als ich im Auto.”

über die Reifen: “Auf dem Medium waren wir schnell und darauf sind die Führenden ihren längsten Stint gefahren. Es hätte also ein echt gutes Rennen sein können.”

über die Strategie nach dem späten Reifenwechsel: “Der Start war nicht toll. Aber wir haben getan was wir konnten. Am Ende waren wir sehr stark, ich habe dann gefragt, ob ich die Anderen einfangen kann aber sie sagten mir, ich soll einfach die schnellste Runde probieren.”

Nico Hülkenberg (Renault, 14. Platz): “Ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass die Waffen besonders scharf waren heute. Ich habe zu keinem Zeitpunkt die Mittel gehabt, Boden gutzumachen. Wirklich ein Wochenende zum Vergessen. Aber auch mit riesen Fragezeichen, wie die Performance war.”

über die Fahrzeugbalance: “Irgendetwas fühlt sich im Auto faul an, muss ich sagen. Ich kann einfach nicht so fahren, wie ich möchte. Ich rutsche extrem viel zwischen den Kurven, was bei 300 zwischen Betonmauern nicht gerade gut kommt.”

Toto Wolff (Motorsportchef Mercedes): ”Die Beiden durften frei fahren. Bisher haben sie das immer gut gemacht. Wir hatten mehr Sorgen, dass im zweiten Stint der Reifen hält. Bei uns haben immer beide Fahrer die gleiche Motorleistung. Die Coolness war immer eine der Stärken von Valtteri. Leclerc war, glaube ich, der Schnellste, er hat’s gestern verloren.

über Ferraris Performance: “Leclerc war auch heute der schnellste Mann auf der Strecke. Wir sind stark, aber Ferrari ist effektiv auf einem Niveau mit uns.”

über das Kräfteverhältnis: “Ferrari ist schon auf unserem Level. Wir müssen alle lernen, wie wir diese Reifen streicheln müssen. Heute war es besser, dem Reifen gegen Ende Saures zu geben. Da muss man sich erst mal dran gewöhnen.”

über die neue Rekordmarke: ”Den Williams-Rekord zu schlagen, nach all den Jahren, ist toll.”

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Mercedes trickst, Rosberg motzt: Ferrari erneut vorgeführt

Es lässt erahnen, wie viel bei Ferrari in dieser Saison bisher schiefläuft, wenn selbst der größte Konkurrent Mitleid mit einem hat.

So geschehen nach dem Qualifying für den Großen Preis von Aserbaidschan(Formel 1: Rennen am So. ab 14.10 Uhr im LIVETICKER), als Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff mit aufmunternden Worten Ferrari-Pilot Charles Leclerc zu trösten versuchte.

Der junge Monegasse war nach starken Trainingsleistungen als Favorit auf die Pole ins Qualifying gestartet, setzte seinen Ferrari dann aber in der zweiten Session in die Mauer. Von Startplatz neun sind seine Siegchancen minimal.

Auch Vettel verpasst Reihe eins in Baku

Etwas größer sind die von Sebastian Vettel, der nur die beiden Silberpfeile in der Startaufstellung vor sich hat. Doch auch für ihn war Platz drei alles andere als zufrieden stellend – noch dazu mit drei Zehntel Rückstand auf Pole-Setter Valtteri Bottas.

Zumindest auf der Motorenstrecke in Baku mit seiner rund zwei Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsgeraden sollte Ferrari doch die Oberhand behalten können. “Wir wollten in die erste Reihe mit beiden Autos”, gibt Vettel nach dem Qualifying offen zu.

Rosberg kritisiert Ferrari scharf

Ex-Weltmeister Nico Rosberg geht mit der Scuderia in seiner Videobeitrag auf Youtube hart ins Gericht. “Man hat es wieder weggeschmissen. Es ist unglaublich, wie sie das jedes Mal aufs Neue hinkriegen”, kritisierte der ehemalige Teamkollege von Lewis Hamilton.

Seiner Meinung nach wurde der Unfall von Leclerc durch eine taktische Entscheidung von Ferrari provoziert: “Ferrari wollte besonders clever sein und in Q2 mit den härteren Reifen fahren. Vielleicht war man zu selbstsicher. Aber doch nicht auf einem Stadtkurs! Denn als Fahrer brauchst du einen Rhythmus.”

Leclerc selbst hatte die Schuld für den Einschlag auf sich genommen und bereits am Boxenfunk gesagt: “Ich bin so dumm, ich bin so dumm.” Allerdings wäre auch Vettel kurz vor Leclercs Unfall um ein Haar an der gleichen Stelle abgeflogen: “Ich berührte mit dem Hinterrad ganz leicht die Mauer. Dadurch wurde das Auto unruhig, aber ich konnte es abfangen.”

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Vettel verzichtet auf Windschatten

Dass es für Vettel nicht zur Pole reichte, lag jedoch nicht an dieser Mini-Berührung. Der 31-Jährige klagte vor allem über die Schwierigkeit, die Reifen bei den niedrigen Temperaturen zum Arbeiten zu bringen. Entscheidende Zehntel verlor er aber auch durch den fehlenden Windschatten im letzten Run.

“Ich habe früh auf der Runde die Entscheidung getroffen, das Heft in die Hand zu nehmen, auch wenn ich so keinen Windschatten hatte, was zwischen drei, vier Zehntel ausmachen kann. Sonst wäre das Risiko sehr groß gewesen, dass man die ersten Kurven gar nicht trifft, weil die Reifen nicht da sind”, begründete Vettel seine Entscheidung.

Während Bottas im letzten Sektor eine 24,736 fuhr, brauchte Vettel für diesen 24,988 Sekunden – das macht einen Unterschied von zweieinhalb Zehntel. Da Ferrari im letzten Sektor bei gleichen Bedingungen meist noch etwas schneller als Mercedes war, sind die fehlenden drei Zehntel auf die Pole-Zeit somit schnell gefunden.

Ferrari fällt aus Mercedes-Trick rein

Dass Vettel überhaupt in diese Situation gekommen ist, war auch einem Trick von Mercedes zu verdanken. “Jeder hat gewartet, bis wir hinausgefahren sind, um dann ebenfalls loszufahren. Dieses Mal aber wollten wir etwas anderes versuchen”, sagte Wolff.

Dieser “Versuch” sah so aus: Bottas und Hamilton rollten zwar als Erste aus der Garage, scherten dann aber aus, um einen Probestart anzudeuten. Der verdutzte Vettel und andere Piloten fuhren an den Mercedes-Piloten vor, die sich entspannt dahinter einreihten.

“Du musst eben evaluieren, ob du lieber einen Windschatten willst und dafür in Kauf nimmst, dass deine Aufwärmrunde vielleicht nicht ideal verläuft”, erklärte Wolff. Vettel wollte dies nicht, was er danach etwas bereute: “Im Nachhinein ärgere ich mich ein bisschen über den fehlenden Windschatten, aber es gab halt keinen.”

Dennoch ließ sich Vettel zu einer Kampfansage an Mercedes hinreißen: “Wir haben den Speed im Auto und ich denke, wir können Mercedes unter Druck setzen” – doch selbst wenn Vettel im Rennen in Führung gehen sollte, wird sich nicht nur Rosberg unmittelbar danach fragen: “Wie werden Sie es diesmal wieder wegschmeißen?”

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"War scheiße": Räikkönen schimpft wegen Mercedes

Es war wie so oft in dieser Saison: Ferrari dominierte die Trainingseinheiten, nur um im Qualifying von Mercedes die nächste Lehrstunde erteilt zu kriegen. Für Valtteri Bottas war der Windschatten und die Reifentemperatur der Schlüssel zur Pole Position in Baku. (Formel 1: Rennen am So. ab 14.10 Uhr im LIVETICKER)

Für Sebastian Vettel reichte es nur für die zweite Startreihe – er war allerdings auch der einzige Fahrer, der im letzten Run keinen Windschatten hatte. Warum er freiwillig darauf verzichtete, erklärte er im im Gespräch mit der Presse. Für das Rennen ist der Ferrari-Pilot dennoch optimistisch.

Sein Ex-Teamkollege Kimi Räikkönen im Sauber war mit Platz acht überhaupt nicht zufrieden. Ein Mercedes hatte ihm die Chance auf eine schnellere Runde zunichte gemacht, klagte der Finne. (SERVICE: Die Fahrerwertung der Formel 1)

SPORT1 fasst die Stimmen von RTLSky, aus der Mixed-Zone und der Boxengasse zusammen:

Valtteri Bottas (Mercedes, Startplatz 1): ”Ich habe beim letzten Versuch auf der langen Geraden zurück zu Start und Ziel einen guten Windschatten erhalten. Aber für die Pole musste auch der Rest der Runde stimmen. Bei solchen Bedingungen ist der Schlüssel zum Erfolg die Reifentemperatur. Ich weiß selber nicht, wie mir das gelungen ist. Der Grand Prix ist unberechenbar. Wir haben auf den Longruns ein gutes Auto, aber der Rennverlauf kann hier so verrückt sein, dass dir auch das schnellste Auto wenig nützt. Ich finde dieses Rennen eines der schwierigsten des ganzen Jahres.”

Lewis Hamilton (Mercedes, Startplatz 2): “Valtteri hat einen großartigen Job gemacht und für das Team ist es ein fantastisches Ergebnis. Die ersten zwei Kurven liefen nicht rund, ich hatte da in den Kurven 1 und 2 schwierige Situationen. In Kurve 4 hatte ich bereits zwei Zehntel Rückstand. Wir kamen ohne Update hierher und Ferrari sah in Baku besonders stark aus. Unter diesen Umständen mit beiden Autos in die erste Reihe zu fahren, das ist ein herausragendes Ergebnis für uns. Das ist eine gute Ausgangslage für das Rennen.”

Sebastian Vettel (Ferrari, Startplatz 3): “Ich bin sehr glücklich, das in der letzten Runde noch auf die Reihe zu bekommen. Es war schwierig mit den Bedingungen. Das macht einen deutlichen Unterschied, wenn die Strecke so abkühlt. Ich habe früh auf der Runde die Entscheidung getroffen, das Heft in die Hand zu nehmen, auch wenn ich so keinen Windschatten hatte, was zwischen drei, vier Zehntel ausmachen kann. Wir wollten in die erste Reihe mit beiden Autos. Wir müssen den Spieß morgen morgen. Wir haben den Speed im Auto und ich denke, wir können Mercedes unter Druck setzen.”

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Max Verstappen (Red Bull, Startplatz 4): “Mehr als P4 war nicht drin für uns. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir beim letzten Versuch keinen Windschatten hatten. Das Qualifying lief besser als erwartet. Wir hatten geglaubt, Ferrari wäre meilenweit voraus, aber so war es nicht. Das Auto fühlt sich großartig an. Vor uns liegt sicher ein interessanter Grand Prix.”

Kimi Räikkönen (Sauber, Startplatz 8): “Enttäuschend. Bei meinem letzten Versuch bin ich auf einen Mercedes aufgelaufen. Damit war der Fall im Prinzip erledigt. Es war scheiße, aber so ist es halt.”

Charles Leclerc (Ferrari, Startplatz 9): “Es war mein Fehler. Ich verdiene, was passiert ist. Natürlich ist es ärgerlich. Das wird mich die nächsten Stunden beschäftigen. Aber ich war halt dumm. Ich werde schauen, dass ich daraus lerne und besser werde. Ich bin sehr enttäuscht von mir selbst. Ich möchte nichts Dummes sagen, aber die Pole wäre nach den Trainingseindrücken drin weggewesen. Ich habe es weggeschmissen. Der Fehler liegt bei mir, ich will da gar nicht nach Ausreden suchen. Ich werde morgen alles versuchen und versuchen, das beste Rennen zu werden.”

Robert Kubica (Williams, Startplatz 20): “Ich habe zu früh eingelenkt und in Kurve 8 die Mauer erwischt. Das hat mich am Kurvenausgang in die Mauer auf der anderen Seite geworfen, an der engsten Stelle im gesamten Formel-1-Kalender. Es war ein Fahrfehler. Ich habe einen hohen Preis dafür bezahlt. Mal schauen, was morgen noch geht.”

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Verstappens Teamkollege Gasly bestraft

Der Franzose Pierre Gasly muss beim Großen Preis von Aserbaidschan am Sonntag in Baku (ab 14:10 im SPORT1-LIVETICKER) mit seinem Red Bull aus der Boxengasse starten.

In der Begründung der Stewards heißt es, Gasly sei nach dem zweiten freien Training am Freitag nicht wie vorgeschrieben zum Wiegen stehengeblieben, sondern zur Red-Bull-Box gefahren. Dort wurden unter anderem alle vier Reifen gewechselt, was gegen das Reglement verstößt.

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Gasly war 2019 vom Schwesterteam Toro Rosso zu Red Bull gewechselt. Sein bestes Ergebnis in den drei ersten Saisonrennen war Platz sechs beim Großen Preis von China in Shanghai. In der WM-Wertung ist Gasly mit 13 Punkten Sechster.

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Strafversetzt: Gasly muss in Baku aus der Boxengasse starten

Der Franzose Pierre Gasly muss beim Großen Preis von Aserbaidschan am Sonntag in Baku (14.10 Uhr im LIVETICKER) mit seinem Red Bull aus der Boxengasse starten.

In der Begründung der Stewards heißt es, Gasly sei nach dem zweiten freien Training am Freitag nicht wie vorgeschrieben zum Wiegen stehengeblieben, sondern zur Red-Bull-Box gefahren.

Dort wurden unter anderem alle vier Reifen gewechselt, was gegen das Reglement verstößt.

Gasly war 2019 vom Schwesterteam Toro Rosso zu Red Bull gewechselt.

Sein bestes Ergebnis in den drei ersten Saisonrennen war Platz sechs beim Großen Preis von China in Shanghai. In der WM-Wertung ist Gasly mit 13 Punkten Sechster.

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Hamilton schimpft nach Gully-Ärger – Leclerc hängt Vettel ab

Die Streckenposten standen im Kreis herum und schauten ratlos auf den Boden.

Einige hantierten mit Stemmeisen, ein anderer sprang tatsächlich immer wieder auf dem “Corpus Delicti” auf und ab – ein gelöster Gullydeckel hat zum Auftakt des Großen Preises von Aserbaidschan (Sonntag, 14.10 Uhr im LIVETICKER) in der Formel 1 für helle Aufregung gesorgt.

“Wie konnten sie das nur nicht richtig checken und die Gullydeckel nicht sichern”, schrieb Weltmeister Lewis Hamilton in den sozialen Netzwerken, nachdem das erste freie Training wegen des Vorfalls nach wenigen Minuten abgebrochen werden musste. Die Freizeit wollte sich der Mercedes-Star dann mit der Serie “Game of Thrones” vertreiben, während die Organisatoren alle Gullydeckel untersuchten und die Schrauben nachzogen.

Teamchefin kündigt Gespräch an

Kurz nach dem Beginn des Trainings war Williams-Pilot George Russell mit über 300 Kilometer pro Stunde über den offenbar nicht richtig gesicherten Kanaldeckel gefahren und zerstörte sich dabei den Unterboden an seinem Wagen. Der Brite blieb aber unverletzt. “Ich bin okay”, funkte der 21 Jahre alte Formel-1-Rookie an die Box. TV-Bilder zeigten, dass wohl Sebastian Vettels Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc zuvor das Metallteil mit seinem Boliden etwas gelöst hatte.

“Mein Körper wurde ordentlich durchgeschüttelt”, sagte Russell später bei Sky: “Der Boden ist ruiniert, und ich bin jetzt etwas besorgt wegen des Chassis.” Dies muss tatsächlich ausgetauscht werden, damit darf Russell laut Reglement erst im letzten freien Training am Samstag wieder hinters Steuer. Im Moment des Unfalls habe es einen “lauten Knall” gegeben. Claire Williams, stellvertretende Teamchefin, kündigte ein Gespräch mit der Rennleitung an: “Diese Gullydeckel sollten richtig angebracht sein.”

Horner und Ecclestone wundern sich

Bei der Bergung des Williams unterlief den Organisatoren zudem ein weiterer peinlicher Fehler: Der Kran mit dem Wagen von Russell fuhr auf dem Weg an die Box gegen eine Brücke. Deswegen tropfte auch noch jede Menge Öl auf die Strecke. Der Ex-Chefpromoter Bernie Ecclestone schüttelte als Zuschauer nur den Kopf über das Chaos in Baku.

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“Normalerweise haben die Veranstalter hier ihre Sache gut im Griff”, sagte der Brite. Und Red-Bull-Teamchef Christian Horner meinte: “So etwas habe ich noch nie gesehen. Erst ist der Gullydeckel lose, und dann fährt der Truck gegen eine Brücke.” Nur Vettel und Leclerc fuhren bis zum Unfall überhaupt gezeitete Runden auf dem komplizierten Stadtkurs am Kaspischen Meer.

Gelöste Gullydeckel sorgten zuletzt immer wieder für Schreckmomente in der Formel 1. 2017 schlitzte sich Romain Grosjean (Haas) in Malaysia bei Tempo 280 einen Hinterreifen auf und schlug heftig in einen Reifenstapel. 2016 wurde Jenson Button in Monaco fast von einem umherfliegenden Teil erschlagen.

Leclerc im Training vor Vettel

Im eigentlichen zweiten Training hat Sebastian Vettels Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc den stärksten Eindruck hinterlassen.

Der erst 21 Jahre alte Monegasse drehte auf dem Stadtkurs in Baku im zweiten freien Training in 1:42,872 Minuten die schnellste Runde und verwies Vettel um über drei Zehntelsekunden auf Platz zwei (1:43,196).

Hinter Vettel, der in den bisherigen drei Saisonrennen gegenüber Leclerc dreimal von einer Stallorder profitierte, landete der WM-Spitzenreiter und Vorjahressieger Lewis Hamilton (1:43,541) im Mercedes auf Rang drei, Vierter wurde Red-Bull-Fahrer Max Verstappen (1:43,793).

Nico Hülkenberg (1:46,717) schaffte es im Renault lediglich auf Rang 17.

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Vettel versteht Rummel um Teamorder nicht

Sebastian Vettel versteht die Aufregung um die Teamorder bei Ferrari nicht. “Es ist normal, dass jeder eine andere Meinung dazu hat”, sagte der 31-Jährige vor dem Großen Preis von Aserbaidschan (Sonntag, 14.10 Uhr im LIVETICKER): “Im Nachhinein ist es immer einfacher, gewisse Entscheidungen zu beurteilen.” Die Scuderia habe lediglich stets versucht, “das Maximum herauszuholen und Mercedes unter Druck zu setzen”.

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hatte Vettels jungen Teamkollegen Charles Leclerc (21) in den ersten drei Rennen der Saison dreimal zugunsten des Hessen eingebremst. Danach sei ein “Rummel außen herum” entstanden, so Vettel, “den niemand kontrollieren kann. Wichtig ist, dass er nicht nach innen dringt.”

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Leclerc frustriert 

Leclerc machte in Baku allerdings deutlich, dass es “von der Situation abhängt”, ob er in Zukunft weiterhin eine Stallregie für Vettel akzeptieren wird. Es sei “frustrierend” gewesen, in Shanghai gesagt zu bekommen, “einen anderen Fahrer vorbei zu lassen”. Grundsätzlich habe er das Potenzial, Vettel auf der Strecke zu schlagen, sagte der Monegasse.

Als WM-Vierter hat Vettel vor dem vierten Saisonrennen bereits 31 Punkte Rückstand auf Titelverteidiger Lewis Hamilton im Silberpfeil. Für ihn kein Grund zur Panik auf seiner Mission zum ersehnten ersten Titel in Rot. “Ich habe den absoluten Glauben, dass ich Weltmeister werden kann”, sagte Vettel.

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Ecclestone: "… dann würde Sebastian aufhören"

Ferrari-Star Sebastian Vettel bekommt derzeit mächtig Druck aus dem eigenen Lager. Youngster Charles Leclerc ist auf dem besten Weg, dem viermaligen Weltmeister den Rang abzulaufen.

In den ersten drei Saisonrennen bewies der 21-jährige Monegasse, dass er den Speed seines zehn Jahre älteren Teamgefährten mitgehen kann. Und ihn sogar übertrifft.

Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone glaubt, dass Vettel das so nicht vorhergesehen hat: “Sebastian hatte erwartet, die Nummer 1 zu sein”, erklärt Ecclestone im Gespräch mit dem Telegraph.

Ecclestone sieht Vettels Karriere am Scheideweg

Auch wenn Vettel von Ferrari vor der Saison zur unumstrittenen Nummer eins des Teams ausgerufen wurde – die ersten Grand-Prix-Rennen ließen Zweifel aufkommen, ob der Heppenheimer wirklich der schnellere Fahrer im Team der Scuderia ist.  

Beim Großen Preis von China befahl Ferrari Leclerc, Vettel vorbeizulassen. Leclerc war wenig begeistert und meckerte via Boxenfunk, ließ den Deutschen aber passieren. Dass Vettel im umgekehrten Fall den deutlich jüngeren Teamkollegen ebenfalls durchlassen würde, glaubt Ecclestone nicht.

“Er wird keinen Platz machen. Das wird er nicht zulassen”, ist sich Ecclestone sicher. Im Falle einer Degradierung zur Nummer zwei rechnet der 88-Jährige sogar mit dem Äußersten: ”Sebastian würde aufhören.”  

Der Brite sieht die Formel-1-Karriere von Vettel durchaus auf der Kippe und hält einen baldigen Rücktritt des 31-Jährigen für möglich. ”Ich denke nicht, dass es dafür besonders viel bräuchte. Wenn ihn irgendetwas genug aufregt, dann würde er gehen. Er ist glücklich mit seiner Familie”, glaubt Ecclestone.    

Vettel reagiert mit Humor

Angesprochen auf Ecclestones Mutmaßungen reagierte Vettel unterdessen mit Humor: ”Ich werde nicht so lange in der Formel 1 bleiben wie er, das steht fest. 

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Seine Zeit in der Königsklasse des Motorsports sei aber noch nicht vorbei, so Vettel, der bei den Roten noch bis 2020 unter Vertrag steht: “Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Momentan habe ich das Gefühl, dass ich in Bestform bin. Ich habe das Gefühl, dass ich weiß, was ich tue. Ich bin sehr, sehr selbstkritisch, sehr ambitioniert und stelle hohe Anforderungen an mich selbst.”

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