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Vermasselt ausgerechnet Räikkönen Vettel die Heim-Party?

Monza – Die erste Startreihe beim Ferrari-Heimspiel ist rot – doch für Sebastian Vettel lief nicht alles nach Plan: Teamkollege Kimi Räikkönen schnappte ihm die Pole Position weg, Rivale Lewis Hamilton lauert auf Rang drei.

Sebastian Vettel schaute ein bisschen verkniffen auf die “Rote Wand” auf der Haupttribüne in Monza, denn die Ferrari-Fans jubelten vor allem seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen zu. In einer spektakulären Zeitenjagd um die Pole-Position zum Großen Preis von Italien (Rennen So., ab 15.10 Uhr im LIVETICKER) hat der Oldie aus Finnland Vettel die Show gestohlen. Weltmeister Lewis Hamilton gab alles, musste sich im Mercedes aber mit Rang drei zufrieden geben. (DATENCENTER: Ergebnis des Qualifyings in Monza)

“Wir müssen nachher noch mal reden”, sagte Vettel nach der Zieldurchfahrt im Boxenfunk etwas verschnupft, wollte später auf Nachfrage aber nicht erklären, was ihm missfiel. In einem extrem engen Zeitfahren um den besten Startplatz auf dem Vollgas-Kurs im Königlichen Park hatte Räikkönen zum Schluss noch einmal nachlegen können. “Kimi war am Ende ein bisschen zu schnell”, sagte Vettel, der mit seinem letzten Versuch aber immerhin noch Hamilton abfing.

“Wir haben alles gegeben. Es ist unglaublich eng, aber Ferrari hatte am Wochenende bisher die Oberhand”, sagte Hamilton. Der Brite hatte in den vergangenen vier Jahren die Pole in Italien geholt, am Samstag wurde er von den Tifosi ausgebuht. Nach Vettels Sieg zuletzt in Belgien hat der Titelverteidiger in der WM-Wertung noch 17 Punkte Vorsprung.

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In der Box jubelte der neue Ferrari-Chef Louis Camilleri an der Seite von Piero Ferrari, Sohn des legendären Firmengründers, über Räikkönens Coup. “Es gibt keinen besseren Ort, um die Pole zu holen”, sagte der 38-Jährige, der von Mick Schumacher, Sohn des Rekordweltmeisters Michael Schumacher, die Trophäe für seine 18. Pole der Karriere überreicht bekam. Seine Frau Minttu weinte vor Glück – der Rundenrekord von 1:19,119 Minuten war nicht zu schlagen.

Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 263,587 km/h fuhr Räikkönen außerdem die schnellste Runde in der Formel-1-Geschichte. Den bisherigen Rekord hielt der Kolumbianer Juan-Pablo Montoya mit 1:19,525 Minuten (262,24 km/h) in Monza.

Mit Spannung wird im Fahrerlager nun aber erwartet, ob Räikkönen am Sonntag auch das Rennen gewinnen darf. Mit Blick auf den Kampf um die WM im Duell mit Hamilton könnte Ferrari Vettel Vorfahrt gewähren. “Ich will gewinnen. Kimi will gewinnen. Hoffentlich wird einer von uns gewinnen”, sagte Vettel. Die Scuderia wartet nun schon seit acht Jahren auf einen Heimsieg.

Und Vettel brennt darauf, die Sehnsucht der Fans und seine eigene endlich zu stillen: Schließlich hat auch er noch nie im Ferrari in Monza gewonnen. “Ich möchte den Tifosi große Emotionen schenken”, hatte Vettel angekündigt: “Wir wollen mehr, als nur auf das Podium fahren.”

Dass er auf dem Weg zum erhofften Sieg nicht von ganz vorne starten darf, hat Vettel auch ein bisschen sich selbst zuzuschreiben. Im Training zuvor war er schneller als Räikkönen, dann brachte der 31-Jährige im entscheidenden Moment aber keine ganz saubere Runde zusammen. “Ich bin nicht ganz zufrieden mit meinem letzten Versuch”, sagte Vettel.

Nico Hülkenberg (Emmerich) im Renault beendete das Qualifying auf dem 14. Rang, muss aber wegen der von ihm verursachten Kollision in Spa und aufgrund des Wechsels von zahlreichen Teilen an der Power Unit vom Ende des Feldes starten.

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Wahnsinn! Diesen Crash übersteht Ericsson unverletzt

Riesen-Glück: So lief der Ericsson-Crash:

Das Training zum Großen Preis von Italien (Sonntag, 15.10 Uhr im LIVETICKER) wurde am Freitag von einem heftigen Unfall des Sauber-Piloten Marcus Ericsson aus Schweden überschattet.

Der 27-Jährige überschlug sich bei dem Crash mehrfach, konnte seinen Wagen wie durch ein Wunder aber unverletzt verlassen.

“Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich bin in Ordnung”, funkte er an die Box.

Ericsson hatte am Ende der Start- und Ziellinie wegen technischer Probleme bei einem Tempo von deutlich über 300 km/h plötzlich die Kontrolle über sein Auto verloren und war in die Streckenbegrenzung geknallt.

Anschließend musste das Training für rund 20 Minuten unterbrochen werden.

SPORT1 zeigt in Bildern, wie viel Glück Ericsson bei seinem Crash hatte.

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Schnellster! Vettel nährt Hoffnung auf Heimsieg

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"Dramatisiert": Verstappen zweifelt an Halo-Schutz

Max Verstappen (20) bezweifelt, dass der Cockpit-Schutzbügel Halo seinem Kollegen Charles Leclerc (20) bei dessen Unfall zuletzt in Belgien das Leben gerettet hat.

“Auch ohne Halo wäre er nicht getroffen worden”, sagte Verstappen vor dem Großen Preis von Italien. Das Thema sei zu sehr “dramatisiert” worden, meinte der Red-Bull-Fahrer.

Leclerc: “Im Fernsehen schlimmer als im Auto”

Der Titanbügel an Leclercs Sauber wies nach dem Startcrash zuletzt in Spa deutliche Spuren auf. Nach einem missglückten Bremsmanöver von Nico Hülkenberg hob der McLaren von Fernando Alonso ab, schoss im Tiefflug über Leclercs Cockpit hinweg und traf dabei den Halo.

“Es sah ehrlich gesagt im Fernsehen schlimmer aus, vom Auto aus war es nicht so schlimm”, sagte Leclerc nun. (Rennkalender der Formel 1)

Hülkenberg war hingegen froh, dass sein Fehler keine ernsthafteren Konsequenzen hatte. “Wir können natürlich nicht sagen, was ohne Halo gewesen wäre, aber wenn du die Bilder danach gesehen hast, dann hat er seinen Job erledigt”, sagte der Emmericher.

Der zu dieser Formel-1-Saison eingeführte Cockpitschutz ist unter den Fahrer umstritten. (Fahrerwertung der Formel 1)

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Vettel heiß auf ersten Ferrari-Sieg in Monza

Sebastian Vettel (31) hofft am Sonntag auf seinen ersten Sieg in Monza mit Ferrari.

“Es ist definitiv etwas, was ich erreichen will”, sagte der Heppenheimer am Donnerstag bei der offiziellen Pressekonferenz vor dem Großen Preis von Italien in Monza (Sonntag, 15.10 Uhr im LIVETICKER): “Wir wollen mehr, als nur auf das Podium zu fahren.”

Spätestens seit seinem beeindruckenden Sieg zuletzt in Belgien geht Vettel als Favorit in das Ferrari-Heimspiel am Sonntag. “Wir haben ein gutes Paket, aber darauf dürfen wir uns nicht ausruhen”, sagte der Heppenheimer, der vor zehn Jahren in Monza im Toro Rosso seinen ersten Grand-Prix-Sieg feiern konnte. Auch 2011 und 2013 gewann Vettel in Italien mit Red Bull, seit seinem Wechsel zu Ferrari zur Saison 2015 war Mercedes in Monza allerdings nicht mehr zu schlagen.

In der WM-Wertung hat Vettel vor dem 14. von 21 Saisonrennen noch 17 Punkte Rückstand auf Titelverteidiger Lewis Hamilton im Silberpfeil. Der Brite fehlte aus persönlichen Gründen am Donnerstag in Monza.

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Dank Papas Millionen: So kauft man sich eine F1-Karriere

Lance Stroll kann charmant plaudern. Aber wenn der Teenie zu seinem steinreichen Vater befragt wird, verfinstert sich seine freundliche Miene meist.

Dann zieht Stroll seine Augenbrauen zusammen, wittert Gefahr und presst nur noch knurrige Antworten heraus. “Ich habe mir diesen Weg nicht erkauft”, sagt Stroll dann über seine Karriere in der Formel 1. Stimmt. Es war sein Papa.

Das Vermögen von Lawrence Stroll wird von Forbes auf etwa 2,7 Milliarden Dollar geschätzt, mit etlichen Millionen sicherte der Unternehmer seinem Sohn bereits den Einstieg beim Traditionsteam Williams.

Fährt Stroll bereits in Monza für Force India?

Nun kaufte Vater Stroll gleich ein ganzes Team: Eine Investorengruppe mit dem Kanadier an der Spitze übernahm Force India und rettete den Rennstall so vor der Insolvenz.

“Force India ist von echtem Racer-Geist beseelt, und ich freue mich darauf, das Team auf die nächste Stufe zu heben”, sagt Stroll Senior, dessen neues Spielzeug nun unter dem Namen “Racing Point Force India” firmiert.

Und es gilt als offenes Geheimnis im Fahrerlager, dass der neue Boss bald seinen Sohn ans Lenkrad lässt. Die Frage ist nur, wann? Vielleicht sogar schon am kommenden Wochenende in Monza (Das Rennen am Sonntag, ab 15.10 Uhr im LIVETICKER)?

“Eine Veränderung würde die Zustimmung vieler Seiten bedingen, aber unmöglich ist das nicht”, sagte Teamchef Otmar Szafnauer. Für Lance Stroll wäre ein Wechsel ein Schritt nach vorne – Force India ist in diesem Jahr erneut deutlich schneller unterwegs als Williams. “Wir werden sehen, was mein Vater entscheidet. Er ist ein netter Typ, hoffentlich nimmt er mich”, sagt er.

Paydriver in der Formel 1 nichts Neues

Sogenannte Paydriver, also Piloten, die für ihr Cockpit bezahlen, gab es in der Formel 1 schon immer. Selbst Legenden wie Niki Lauda oder Michael Schumacher mussten in Vorkasse gehen, um den Sprung nach ganz oben zu schaffen. Doch der Fall Stroll treibt es auf die Spitze – und macht damit das ganze Dilemma der Formel 1 deutlich.

Viele Experten zweifeln am Talent von Stroll, trotzdem hat der 19-Jährige wohl über Jahre hinaus einen der begehrten Jobs in der Formel 1 sicher. Und ein Wechsel zu Force India würde den Fahrermarkt kräftig durcheinanderwirbeln, mit Esteban Ocon (Frankreich) stünde ein aufstrebender Pilot dann womöglich plötzlich ohne Cockpit da.

Der Pole Robert Kubica, der seit seinem schweren Rallye-Unfall 2011 keinen Grand Prix mehr gefahren ist, könnte Stroll bei Williams ersetzen.

Zunehmende Kritik am Stroll-System

Das System-Stroll stößt zunehmend auf Kritik. Spötter behaupten, die Formel 1 verkomme zu einer Luxus-Mietwagenfirma. “Geld kann kein Talent kaufen”, sagt Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve über seinen Landsmann. Aber es kann den Weg in die Formel 1 ebnen.

Während Sebastian Vettel und Lewis Hamilton am Anfang in zugigen Zelten an der Kartstrecke schliefen, schnupperte der kleine Lance die erste PS-Luft auf der Rennstrecke von Mont-Tremblant bei Montreal. Sie gehört seinem Vater.

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