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Keine Action, keine Spannung, dafür viel Blabla: Drei Tage nach seiner Rücktrittsankündigung zum Jahresende hat der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso zum Rundumschlag gegen die Formel 1 ausgeholt.
“Ich höre auf, weil die Action auf der Strecke meiner Meinung nach richtig schwach ist”, sagte der Spanier, der am Wochenende mit Toyota in der Langstrecken-Weltmeisterschaft im englischen Silverstone (Qualifying, Sa. ab 14.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) antritt.
Der 37-Jährige konkretisierte: “Wir reden in der Formel 1 über so viele Dinge, die abseits der Strecke stattfinden. Wir sprechen über Polemik, über Funksprüche. Wenn man das so häufig macht, ist das ein schlechtes Zeichen. Dann war die Action auf der Strecke nicht gut.” Genau dieses Gefühl gebe ihm die Formel 1 derzeit.
Früher sei das anders gewesen, merkte Alonso an, der seit 2013 auf einen Sieg in der Motorsport-Königsklasse wartet. Seine Einschätzung habe aber nichts mit dem Ausbleiben persönlicher Erfolge zu tun, beteuerte der Weltmeister von 2005 und 2006.
“In den Jahren 2003, 2004, 2008 und 2011 habe ich nicht viele Rennen gewonnen. Aber es war schwieriger vorauszusagen, was in Spa oder Monza passieren würde”, sagte der McLaren-Fahrer: “Jetzt kann man vorher schreiben, was passieren wird. Wir können die ersten 15 Plätze vorhersagen und liegen bis auf ein oder zwei Fehler richtig.”
Er selbst sei mit sich und der Formel 1 allerdings im Reinen, erklärte der 32-malige Grand-Prix-Sieger, “denn ich habe in 18 Jahren mehr erreicht, als ich mir hätte erträumen können. Aber für andere oder auch junge Fahrer ist es schwierig. Sie hoffen, dass ihr Team im nächsten Jahr unglaubliche Arbeit leistet oder dass sie einen Anruf von anderen Teams bekommen. Für ambitionierte Fahrer ist es schwierig geworden. Und das wird es auch in Zukunft, wenn sich nichts ändert.”
Wie es für ihn persönlich weitergeht, verriet Alonso auch am Freitag nicht. Als wahrscheinlich gilt ein dauerhaftes Engagement in der Indy-Car-Serie in den USA. Auch eine Fortsetzung seines Engagements in der Langstreckenweltmeisterschaft, in der er im Juni mit einem weit überlegenen Toyota die “24 Stunden von Le Mans” gewann, erscheint möglich.
Alonso hatte zuletzt immer wieder erklärt, die sogenannte “Triple Crown” gewinnen zu wollen. Triumphe beim Grand Prix von Monaco, in Le Mans und bei den Indy 500 hat bislang nur der Brite Graham Hill geschafft. Alonso fehlt noch der Sieg in Indianapolis, bei seinem bislang einzigen Versuch 2017 durfte er lange davon träumen, ehe ihn im letzten Rennviertel ein Motorschaden ausbremste.
Trotz all seiner Kritik wollte Alonso übrigens auch eine mittelfristige Rückkehr in die Formel 1 nicht ausschließen. Er fahre “momentan auf dem besten Level” seiner Karriere, sagte er gewohnt selbstsicher und fügte an: “Warum sollte man Türen schließen, wenn in der Zukunft alles möglich ist?”
In der Formel 1 hat der Ehrgeizling aus Asturien allerdings viel verbrannte Erde hinterlassen. Wenn zuletzt Top-Cockpits zu besetzten waren, wurde Alonso trotz erwiesener Klasse stets übergangen.
Sein langjähriger Ferrari-Teamkollege Felipe Massa glaubt, den Grund zu kennen. “Wenn Fernando das Visier runterklappt, wird er zu einer anderen Persönlichkeit. Er kann ein Team spalten”, sagte der Brasilianer zuletzt.
Zwei Tage nach der Rücktrittsankündigung des zweimaligen Formel-1-Weltmeisters Fernando Alonso zum Saisonende hat dessen Rennstall McLaren die Nachfolge geregelt.
Wie das Traditionsteam aus Woking am Donnerstag bekannt gab, wird Alonsos spanischer Landsmann Carlos Sainz jr. (23) im kommenden Jahr den Platz des 37-Jährigen einnehmen. Der Sohn von Rallye-Legende Carlos Sainz unterzeichnete bei McLaren einen Vertrag über mehrere Jahre.
“Ich freue mich, endlich bestätigen zu können, dass ich ab der Saison 2019 ein McLaren-Fahrer sein werde. Ich bin sehr gespannt auf das nächste Kapitel meiner Karriere”, sagte Sainz, der aktuell bei Renault Teamkollege des Emmerichers Nico Hülkenberg ist.
“Ich bin ein McLaren-Fan, solange ich mich erinnern kann. Es ist etwas ganz Besonderes, dass ich als Teil der nächsten Generation spanischer Rennfahrer am Steuer eines McLaren Platz nehmen werde”, führte Sainz aus, dessen Renault-Cockpit 2019 an den Australier Daniel Ricciardo (derzeit Red Bull) geht.
Sainz bestreitet aktuell sein viertes Jahr in der Motorsport-Königsklasse, mit 30 Punkten belegt er neun Rennen vor Saisonende den elften Rang in der Fahrer-WM.
McLaren kündigte weiter an, den zweiten Stammfahrer für 2019 in Kürze bekannt zu geben. Der Vertrag des Belgiers Stoffel Vandoorne (26) läuft am Jahresende aus, McLaren-Ersatzfahrer Lando Norris (18/Großbritannien) werden gute Chancen auf das zweite Cockpit eingeräumt.
Seit elf Jahren wartet Ferrari jetzt schon auf den nächsten WM-Titel in der Fahrerwertung. Für Ansprüche und Möglichkeiten der Scuderia viel zu lange. In diesem Jahr soll Sebastian Vettel endlich die Durststrecke beenden – und die Voraussetzungen dafür sind so gut wie lange nicht mehr.
Zwar hat Ferrari auch in den letzten Jahren Mercedes lange Zeit Paroli bieten können – doch am Ende ging ihnen stets die Puste aus. Dieses Jahr gehen die Italiener aber erstmals mit dem klar schnelleren Wagen in die Sommerpause. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)
Dennoch beträgt der Rückstand von Vettel auf WM-Leader Lewis Hamilton 24 Punkte. Das zeigt, dass der Deutsche und Ferrari noch die eine oder andere Baustelle bearbeiten müssen, um am Ende über den Titel jubeln zu können.
Eine Baustelle ist Vettel selbst: An seinem Speed gibt es wenig auszusetzen – doch immer wieder patzt der viermalige Weltmeister in dieser Saison. Die italienischen Gazzetten kreiden ihm sogar vier folgenschwere Fehler an.
Besonders schmerzhaft war jener in Hockenheim, als Vettel auf nasser Fahrbahn den Sieg wegwarf. Es war nicht das erste Mal, dass sein Übermut ihm zum Verhängnis wurde. Auch in Baku verlor er durch ein unnötig riskantes Manöver wertvolle Punkte.
Sein Ex-Teamchef bei Red Bull, Christian Horner, vermutet, dass der Erfolgsdruck bei Ferrari daran schuld ist: “Vielleicht ist der Druck ein anderer (im Vergleich zu Red Bull, Anm. d. Red.). Man kann sehen, dass er den Druck mit sich herumträgt. Er ist ein Fels in dem Team.”
Sein Rivale Hamilton lässt es zwar gerne abseits der Strecke krachen, behält während der Rennen aber stets einen kühlen Kopf – von ein paar wütenden Funksprüchen abgesehen. In der zweiten Hälfte muss das auch Vettel tun und Risiko und Ertrag vor Attacken besser abwägen.
Doch nicht nur Vettel, auch sein Team muss die Fehler auf ein Minimum reduzieren. Zweimal verzockte sich Ferrari mit der Strategie, zweimal kostete Vettel ein Boxenstopp entscheidende Zeit und Plätze. (DATENCENTER: Die Teamwertung der Formel 1)
Zweifelsohne agierte auch Mercedes in dem packenden WM-Kampf nicht immer fehlerfrei – doch stellt man die Fehler von Vettel und Ferrari denen von Hamilton und Mercedes gegenüber, wird klar, was der Hauptgrund für Vettels Rückstand ist.
Mit lediglich 24 Punkten ist dieser aber problemlos aufholbar, da man in dieser Saison nicht nur einen Weltklasse-Fahrer, sondern auch ein titelreifes Auto besitzt.
Der größte Trumpf ist dabei die Ferrari-Power auf den Geraden. Jahrelang eine Mercedes-Domäne drehte Ferrari 2018 den Spieß um. Schockiert stellten die Silberpfeile fest, dass sie selbst auf der kurzen Geraden in Budapest vier Zehntel auf die roten Flitzer verloren.
Während die Scuderia in den letzten Jahren stets mit Bangen auf die Post-Sommerpause-Rennen blickte, freuen sich Vettel und das Team diesmal auf die Power-Strecken in Spa und Monza. (SERVICE: Der Rennkalender der Formel 1)
“Letztes Jahr sind wir in der zweiten Saisonhälfte ein bisschen zurückgefallen und hatten nicht den Speed. Es haben mehrere Zehntel gefehlt. Jetzt wissen wir, dass das Auto noch Ausbaupotential hat und noch schneller werden kann. Deswegen mache ich mir keine Sorgen”, sagte Vettel.
Doch Mercedes hat bereits angekündigt, in Kürze Motoren-Updates an den Start zu bringen. Für Ferrari wird es daher wichtig sein, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen und den Vorsprung mit eigenen Updates zu verteidigen.
Den Ausschlag im WM-Kampf könnten aber die Qualifyings geben. Auch dies war in den letzten Jahren Mercedes-Territorium und sorgte dafür, dass die Silberpfeile in der zweiten Saisonhälfte davonziehen konnten.
In diesem Jahr wechselte der Vorteil hin und her. Zuletzt sah es aber wieder so aus, als ob Ferrari auch auf einer Runde die Nase vorn hat. ”Die letzten Rennen waren wir im Qualifying-Trimm etwas stärker. Es war wichtig, dass wir wieder zu der Stärke zurückzukommen, die wir Anfang des Jahres schon hatten”, zeigte sich Vettel erleichtert.
Behält Ferrari in diesem Kampf die Oberhand und reduzieren Vettel und sein Team die Fehler auf ein Minimum, könnte sich der WM-Traum von Vettel und Ferrari tatsächlich erfüllen.
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Carlos Sainz übernimmt 2019 offenbar das Cockpit von Fernando Alonso bei McLaren. Dies geht aus Berichten von ESPN hervor.
Demnach unterschreibt der Spanier, aktuell in Diensten von Renault, einen Zweijahres-Vetrag beim britischen Traditionsrennstall. Die offizielle Bestätigung von Seiten des Teams soll am Donnerstag erfolgen.
Neben Sainz war McLaren auch in Gespräche mit Red-Bul-Pilot Daniel Ricciardo. Dieser zog allerdings einen Wechsel zu Renault vor und übernimmt dort in der kommenden Saison das Cockpit von Sainz.
Der Madrilene war bislang selbst von Red Bull an Renault ausgeliehen und wurde daher auch als möglicher Ricciardo-Nachfolger gehandelt. An dessen Stelle könnte nun Pierre Gasly vom Schwestern-Rennstall Toro Rosso treten.
Wer im kommenden Jahr den zweiten McLaren steuern wird, ist dagegen weiter unklar. Sollte Stoffel Vandoorne keinen neuen Vetrag erhalten, könnte Junio-Pilot Landon Norris an dessen Stelle treten.
Nach 17 Jahren verkündet Fernando Alonso seinen Rücktritt aus der Formel 1 zum Saisonende.
Ein Ranking vergleicht die Fahrer im Duell mit ihren Teamkollegen und gibt Aufschluss über die Stärke der einzelnen Fahrer in der Formel-1-Historie.
Das Portal Racing-Reference.info hat eine Statistik entwickelt, die die Piloten im Duell mit ihren jeweiligen Teamkollegen misst. Denn beide Teamkollegen haben das identische Material zur Verfügung, sodass die Voraussetzungen im Prinzip ebenso identisch sind.
Doch wer setzt sich bei den “Net-Wins”, die die Grundlage für das Head-to-Head-Ranking bilden, an die Spitze? SPORT1 zeigt die Top 10 der besten Fahrer aller Zeiten – mit Alonso, Sebastian Vettel, Michael Schumacher, Ayrton Senna und weiteren Legenden.
Es ist das Ende einer großen Karriere. Nach Ablauf der aktuellen Saison tritt Fernando Alonso nach 17 Jahren aus der Formel 1 zurück. In mehr als 300 Rennen mischt er mit und krönt sich zweimal zum Weltmeister.
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Neben der Königsklasse ist der Spanier aber auch in anderen Serien aktiv. SPORT1 zeigt seine Karriere in Bildern.
Fernando Alonso folgt seinen Träumen – und die Formel 1 hat darin keinen Platz mehr. Der zweimalige Weltmeister wird die Königsklasse zum Jahresende verlassen. Seine Zukunft ließ er in der Stunde des Abschieds offen, sie wird aber wohl in der US-Serie IndyCar liegen.
“Nach 17 wundervollen Jahren in diesem großartigen Sport ist es für mich an der Zeit, etwas zu verändern und weiterzuziehen”, wurde Alonso in der Mitteilung seines McLaren-Teams zitiert. Er habe diese Entscheidung bereits “vor einigen Monaten getroffen, und es war eine feste Entscheidung.”
Damit verliert der Grand-Prix-Sport einen seiner besten und populärsten Fahrer, der bei McLaren allerdings seit Jahren vergeblich auf ein siegfähiges Auto gewartet hatte.
“Lasst uns sehen, was die Zukunft bringt. Neue spannende Herausforderungen stehen vor der Tür. Ich habe eine der glücklichsten Zeiten meines Lebens, aber ich muss neue Abenteuer erkunden”, erklärte der 32-malige Grand-Prix-Sieger.
Alonso hatte zuletzt allerdings immer wieder damit geliebäugelt, seinen letzten großen Traum weiter verfolgen zu wollen: sich die sogenannte “Triple Crown” aufzusetzen. Triumphe beim Grand Prix von Monaco, den 24 Stunden von Le Mans und bei den Indy 500 hat bislang nur der Brite Graham Hill geschafft.
Zum Bruch mit McLaren muss ein Wechsel in die Indy-Car-Serie allerdings nicht führen. Auch in den USA könnte Alonso für das englische Traditionsunternehmen an den Start gehen, eine Kooperation mit einem bestehenden Team womöglich schon 2019 gilt als möglich.
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Das Formel-1-Rennen von Monaco hat Alonso schon zweimal gewonnen (2006 und 2007), in Le Mans siegte er im vergangenen Juni gleich bei seinem Debüt mit Toyota. Damit fehlt einzig ein Triumph in Indianapolis. Im weltberühmten “Nudeltopf” startete Alonso bereits 2017 als Gast, schied aber vorzeitig aus.
Diese Ausflüge in andere Serien häuften sich, denn die Formel 1 verlor für ihn in den vergangenen Jahren zunehmend an Reiz. 2001 hatte er für Minardi debütiert und wechselte anschließend zu Renault, wo er 2005 und 2006 den WM-Titel gewann. Mit seinem Talent, so wirkte es damals, hätte Alonso eine Ära prägen können. Doch weitere WM-Triumphe blieben aus.
Durch teaminterne Fehden mit Lewis Hamilton bei McLaren (2007) und falsche Entscheidungen bei Teamwechseln in den Folgejahren bremste Alonso sich dabei auch selbst ein. Dabei gilt er noch heute als einer der besten Fahrer im Feld. Der Verlauf seiner Karriere in der Formel 1 hat damit eine tragische Note.
Verstärkt wurde dieser Eindruck seit dem Wechsel von Ferrari zu McLaren im Jahr 2015, mit dem sich Alonso rückblickend auch die letzten Chancen auf seinen dritten Titel verbaute. Denn der einstige Top-Rennstall aus Woking ist nur noch ein Mittelfeldteam, chancenlos gegen die Autos von Mercedes, Ferrari und Red Bull.
Sein letzter von 32 Grand-Prix-Siegen liegt mehr als fünf Jahre zurück. Die verbleibenden neun Saisonrennen werden für den Asturier nun zu einer Art Ehrenrunde – mit der kleinen Chance auf eine Rückkehr: “Ich weiß, dass McLaren stärker und besser zurückkommen wird. Und es könnte der richtige Moment für mich sein, wieder in der Serie zu sein. Das würde mich wirklich glücklich machen.”
Solange dies nicht so ist, fährt die Königsklasse ohne den schnellen Zyniker, der nicht unbedingt als großer Teamplayer gilt.
Schon mehrfach hat Alonso daher kritisch angemerkt, dass der Fahrer in der Formel 1 keinen Unterschied ausmachen könne. In der deutlich ausgeglicheneren IndyCar-Serie verwenden die Teams Einheitschassis von Dallara und kaufen ihre Motoren bei den Lieferanten Honda und Chevrolet ein. In diesem Umfeld dürfte sich der stolze Spanier noch einmal beweisen.
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