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Vettel nimmt Schuld für Crash auf sich – WM-Führung futsch

Sebastian Vettel hat im Titelkampf mit Lewis Hamilton Nerven gezeigt und nach einer selbstverschuldeten Kollision in Kurve eins die WM-Führung verloren.

Beim turbulenten Großen Preis von Frankreich kam der Ferrari-Star am Sonntag nicht über den fünften Platz hinaus und fiel in der Gesamtwertung wieder hinter seinen Rivalen zurück. Vettels Rückstand auf Hamilton beträgt nun 14 Punkte. (SERVICE: WM-Wertung)

“Ich war daran schuld”, sagte der Formel-1-Star nach Platz fünf in Le Castellet: “Es war von Anfang an der Wurm drin.”

Hamilton jubelt

Titelverteidiger Hamilton jubelte und schwärmte nach seinem Sieg: “Jetzt bin ich da, wo ich hinwollte. Ich bin dankbar für dieses Wochenende. Mein Team verschiebt die Grenzen immer weiter nach oben, sie machen eine tolle Arbeit.”

Schon im Boxenfunk hatte er über einen “wundervollen Sonntag für England” gejubelt – kurz zuvor hatte die Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Russland einen 6:1-Erfolg über Panama gefeiert. Das Podium komplettierten Red-Bull-Pilot Max Verstappen (Niederlande) und Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen (Finnland).

Nico Hülkenberg (Emmerich) fuhr beim Heimspiel seines Renault-Rennstalls als Neunter in die Punkte. (SERVICE: Das Renn-Ergebnis aus Le Castellet)

Vettel stößt mit Bottas zusammen

Der achte Saisonlauf auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet begann chaotisch: Vettel stieß nach einem ganz starken Start von Rang drei in der ersten Kurve mit dem vor ihm platzierten Valtteri Bottas im Mercedes zusammen und beschädigte seinen Frontflügel. Der viermalige Weltmeister, der dafür eine Fünf-Sekunden-Strafe kassierte, musste am Ende der ersten Runde an die Box.

Dort holte er sich eine neue Nase und die härteste verfügbare Reifenmischung. Die Taktik: Das Rennen ohne weiteren Stopp beenden – und den Schaden begrenzen. Auch Bottas musste einen Stopp einlegen, um seinen zerstörten linken Hinterreifen zu wechseln.

Große Enttäuschung herrschte derweil auch bei den Franzosen. In Pierre Gasly (Toro Rosso) und Esteban Ocon (Force India) schossen sich zwei der drei Fahrer der Grande Nation beim Heimrennen schon in der hektischen ersten Runde ab. Romain Grosjean (Haas) schaffte es als Elfter nicht in die Punkte.

Aufholjagd von Vettel

Vettel begann nach den vielen Unfällen und der erneuten Freigabe des Rennens seine Aufholjagd. Während Hamilton an der Spitze seinen Vorsprung auf die Red Bulls langsam, aber stetig ausbaute, verbesserte sich der Heppenheimer vom Ende des Feldes zwischenzeitlich auf den vierten Platz. Allerdings verlor Vettels Ferrari auf dem alten Reifensatz an Geschwindigkeit.

Erst überholte Ricciardo, dann musste Vettel auch noch Räikkönen passieren lassen. Vettel wechselte anschließend auf die weichere Ultrasoft-Mischung.

Keinen entscheidenden Einfluss nahm wie befürchtet das Wetter. Wie bereits beim dritten Training war Regen angekündigt, der anders als am Samstag aber nicht einsetzte. Hamilton spielten die stabilen äußeren Bedingungen in die Karten. 

Drei Formel-1-Rennen in drei Wochen

Er verdankte das hervorragende Ergebnis zum Teil auch den technischen Verbesserungen, mit denen Mercedes seinen Motor in Frankreich ausgestattet hatte. Die Silbernen verwendeten das eigentlich bereits vor zwei Wochen in Kanada geplante Upgrade. Mehr noch: Nach eigenen Angaben soll die neue Ausbaustufe sogar noch besser funktionieren als das ursprünglich angedachte Upgrade.

Der Große Preis von Frankreich war der Auftakt des ersten “Triple-Headers” der Formel-1-Geschichte. Mit dem Großen Preis von Österreich in Spielberg (1. Juli) und dem Großen Preis von Großbritannien in Silverstone (8. Juli) bieten sich Vettel in den kommenden zwei Wochen gleich zwei Chancen zur Wiedergutmachung.

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Stimmen: Vettel hadert und gesteht Fehler ein

Bei Mercedes ist die Freude nach dem erfolgreichen Qualifying zum Großen Preis von Frankreich groß. Lewis Hamilton startet von der Pole Position, Valtteri Bottas von Rang zwei. 

Für Sebastian Vettel läuft in Le Castellet nicht alles rund, entsprechend kritisch zeigt sich der Ferrari-Pilot im Anschluss. (DATENCENTER: Das Qualifying-Ergebnis)

Den bisher größten Moment seiner Karriere erlebte Charles Leclerc mit Rang acht. Hamilton und Vettel loben den Youngster im Sauber überschwänglich.

SPORT1 fasst die Stimmen zum Qualifying von RTL und Sky zusammen. 

Lewis Hamilton (Mercedes), Startplatz 1: “Wir haben einen guten Job gemacht. Aber es geht sehr eng zu. Ferrari war sehr schnell in den Longruns. Das heißt, es wird auch im Rennen sehr eng werden.”

Sebastian Vettel (Ferrari), Startplatz 3: “Es ist schwierig, hier die richtige Balance zu finden. Ich habe versucht, alles rauszuholen. Ich glaube, ich habe zu viel versucht. Du verlierst dann mehr Zeit. Nach dem ersten Versuch habe ich gesagt, nur mit einer sehr guten Runde habe ich eine Chance auf die Bestzeit.”

zum Rennen am Sonntag: “Man weiß nicht, was der Tag morgen bringt. Man hat ja gesehen, wie schnell es anfangen kann zu regnen. Ich denke, wir haben einen ganz guten Renntrimm gehabt am Freitag. Wenn wir das im Rennen auch so zeigen können, haben wir eine gute Chance, die zwei da vorne unter Druck zu setzen. Wir haben eine andere Reifenstrategie. Mal schauen, was passiert.”

Daniel Ricciardo (Red Bull), Startplatz 5: “Die drei Topteams sind eng beisammen. Wir sind in der Lage, das Rennen zu gewinnen. Aber Mercedes macht den stärksten Eindruck. Ich hoffe, unsere Reifenstrategie mit Supersoft ist ein Vorteil für uns.”

Kimi Raikkönen (Ferrari), Startplatz 6: “Ich habe keine richtige Runde hinbekommen im Qualifying. Und dann ist es eben nur Platz sechs. Mal schauen, was im Rennen noch möglich ist. Überholen ist hier schwierig. Die Topteams haben unterschiedliche Reifenwahlen getroffen. Mal sehen.”

Niki Lauda, Aufsichtsratsvorsitzender Mercedes Team: “Wir sind zurück in Form. Es war eine perfekte Teamleistung. Mein Dank geht an unsere Leute in Brixworth. Wir haben ein Rennen Verspätung (mit dem Motoren-Update), aber es hat funktioniert. Und im Augenblick sieht es gut aus für das Rennen am Sonntag.”

Valtteri Bottas (Mercedes), Startplatz 2: “Der neue Motor fühlt sich frisch und kräftig an. Das Team hat klasse Arbeit geleistet. Hoffentlich können wir morgen unter Beweis stellen, dass unser Antrieb gut ist.”

Christian Horner, Teamchef Red Bull, zu Renault-Motor: “Wir fahren hier mit dem Abtriebsniveau von Spa, aber leider fehlen uns auf den Geraden noch immer sieben Zehntel.”

zu Platz vier und fünf für Verstappen und Ricciardo: “Ausgehend davon können wir ein gutes Rennen fahren. Wir sollten mit Ferrari kämpfen können, wenngleich Überholen wohl schwierig wird. Das heißt, du musst es über die Strategie lösen.”

Fernando Alonso (McLaren), Startplatz 16: “Ich persönlich tue das Mögliche. Ich bin derzeit wohl der einzige, der seinen Teamkollegen im Qualifying 8:0 im Griff hat. Aber das hier ist die Formel 1. Du brauchst das richtige Paket. Die letzten Rennen waren nicht besonders toll für uns.”

Charles Leclerc (Sauber), Startplatz 8: “Es ist einfach unglaublich. So sehr habe ich mich noch nie an einem Rennwochenende gesteigert, denn am Freitag ist es gar nicht gut gelaufen. Ich kann kaum in Worte fassen, wie gut das tut. Es fühlt sich großartig an. Hoffentlich nehmen wir jetzt auch Punkte mit.”

Sebastian Vettel zur Leistung von Leclerc: “Platz acht ist beeindruckend, denn das Auto liegt doch ziemlich zurück. Aber Charles macht seine Sache gut. Das ist prima für ihn und auch für das Team. Sie haben eine Chance auf Punkte.”

Lewis Hamilton ebenfalls zu Leclerc: “Die Q3-Teilnahme ist schon sehr, sehr beeindruckend. Er steht ziemlich unter Druck, noch dazu hier in Südfrankreich. Richtig gut! Ich freue mich für ihn. Vor allem, weil er in diesem Auto so eine tolle Leistung gezeigt hat. Das erhofft man sich von einem guten Fahrer.”

Nico Hülkenberg (Renault), Startplatz 12: “Irgendwie hat es mit der Balance gehakt – schon das ganze Wochenende. Ich bin nicht so happy im Auto. Es fehlt das Vertrauen ins Auto und die Harmonie. Das zog sich wie ein roter Faden durch. Jetzt ist es Platz zwölf geworden und wir müssen schauen, was von da aus noch im Rennen geht. Falls Regen kommt, freue ich mich.”

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Doppel-Pole für Mercedes – Vettel startet aus Reihe zwei

Weltmeister Lewis Hamilton geht beim ersten Frankreich-Rennen der Formel 1 seit zehn Jahren mit einem großen Vorteil ins Duell mit Ferrari-Star Sebastian Vettel. Der Brite sicherte sich im Qualifying am Samstag die 75. Pole Position seiner Karriere und hat beste Aussichten auf einen Erfolg im Rennen am Sonntag (ab 16.10 Uhr im LIVETICKER).

Die Startaufstellung auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet gilt als richtungsweisend, die Strecke bietet vergleichsweise wenige Möglichkeiten zum Überholen. (DATENCENTER: Das komplette Ergebnis des Qualifying

“Es ist toll, zurück in Frankreich zu sein. Auf der Pole zu stehen, ist ein Beleg der harten Arbeit meines Teams”, sagte Hamilton.

Der 33-Jährige (1:30,029 Minuten) führt die silberne erste Startreihe vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas aus Finnland an. Vettel, der als WM-Spitzenreiter nur einen Punkt Vorsprung auf Hamilton hat, startet vom dritten Platz. Hinter dem viermaligen Weltmeister aus Heppenheim ordneten sich die Red Bulls mit Max Verstappen (Niederlande) und Daniel Ricciardo (Australien) ein.

Mercedes wie erwartet stark

“Ich war zuversichtlich, dass ich mich im letzten Versuch noch einmal steigern kann. Aber ich denke, wir können zufrieden sein. Wir haben ein gutes Auto”, sagte Vettel. 

Nico Hülkenberg startet das Heimrennen seines Renault-Teams vom zwölften Platz. Herausragend präsentierte sich Charles Leclerc (Monaco) als Achter im Sauber. Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso aus Spanien, der am vergangenen Wochenende die 24 Stunden von Le Mans gewonnen hatte, musste mit dem Aus in Q1 abermals ein demütigendes Ergebnis im schwachen McLaren hinnehmen.

Das Weltmeister-Team Mercedes bestätigte dagegen die guten Eindrücke vom Freitag. Das Motoren-Upgrade, das die Silberpfeile in Frankreich einsetzen, funktioniert offenbar bestens. Die neue Ausbaustufe soll beständiger und leistungsstärker sein und sogar eine Verbesserung des ursprünglich für Kanada geplanten Upgrades darstellen.

Hamilton lobt Motoren-Update

“Ich bin zufrieden mit den Verbesserungen. Der einzige Grund für unser Ergebnis sind sie aber nicht”, sagte Hamilton. 

Die Teams nahmen das Qualifying nahezu ohne frische Daten aus dem dritten freien Training in Angriff. Wegen eines Wolkenbruchs hatten Vettel und Co. den Großteil der einstündigen Session außerhalb ihrer Boliden in der Box verbracht. Alle 20 Piloten absolvierten insgesamt gerade einmal 68 Runden. 

Eine Besserung des Wetters für den Kampf um die Pole Position war zunächst nicht erwartet worden – im Gegenteil. “Für die Mitte des Qualifyings sind schwere Gewitter angekündigt”, hatte Formel-1-Geschäftsführer Ross Brawn bei Sky Sports gesagt.

Grosjean kracht in die Mauer

Die schlechten Vorhersagen trafen jedoch nicht ein. Zwar fielen vereinzelt Regentropfen aus dem grauen Wolkenband, einen größeren Einfluss auf das Ergebnis nahmen die äußeren Bedingungen aber nicht. Eine Unterbrechung in Q3 wurde durch einen Crash des Franzosen Romain Grosjean (Haas) ausgelöst, der frontal in die Bande krachte. Er blieb unverletzt. 

Hamilton hat am Sonntag die Möglichkeit, nach der langen Frankreich-Pause die Siegerliste des traditionsreichen Grand Prix zu verlängern. Die Formel 1 gibt nach zehn Jahren Abwesenheit ihr Comeback in der Grande Nation. In Le Castellet wurde zuletzt 1990 gefahren.

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Nach schwachem Training – Vettel gibt sich kämpferisch

Sebastian Vettel und der Circuit Paul Ricard werden so schnell sicher keine Freunde mehr. “Ich denke, dass es in Frankreich aufregendere Strecken gibt”, hatte der viermalige Weltmeister bereits am Donnerstag gemotzt.

Entsprechend fühlte er sich nach seiner schwachen Leistung im freien Training in seinen Aussagen bestätigt. “Die Strecke ist nicht unbedingt der Hit, aber einige Kurven sind technisch sehr anspruchsvoll zu fahren. Es ist vor allem wichtig, das richtige Timing zu finden”, äußerte sich der Heppenheimer anschließend.

Vettel will von kippenden Machtverhältnissen nichts wissen

Mehr als eine Sekunde betrug der Rückstand auf Lewis Hamilton. Und auch Teamkollege Kimi Räikkönen, Valtteri Bottas und die beiden Red Bulls schienen mit dem Kurs in Le Castellet besser zurecht zu kommen.

Von einem kippenden Machtverhältnis wollte Vettel dennoch nichts wissen. Nach dem heutigen Tag könne man nicht unbedingt darauf schließen, erklärte er. Gleichzeitig zeigte er sich optimistisch gestimmt für das Qualifying am Samstag (ab 16 Uhr im LIVETICKER).

“Ich fühle, dass das Auto definitiv mehr Potenzial hat, aber ich war irgendwie noch nicht so in der Lage, das heraus zu holen. Das Schloss ist da aber mir fehlt der Schlüssel, um es aufzuschließen. Ich glaube wenn wir das über Nacht schaffen, sollte es morgen besser gehen.”

Regelmäßige Steigerung im Qualifying

Bereits an den vergangenen Rennwochendenden hatte sich der 30-Jährige regelmäßig von Freitag auf Samstag gesteigert und war in Bahrain, China, Aserbaidschan und Kanada auf die Pole-Position gerast.

“Ich hoffe wir können diesen Trend hier aufrecht erhalten”, machte er seinen Fans Hoffnung auf die fünfte Qualifikations-Bestzeit.

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Motoren-Upgrade pusht Hamilton – Vettel schwach

Neue Strecke, alte Stärke: Weltmeister Lewis Hamilton hat am ersten Trainingstag beim Großen Preis von Frankreich die beste Linie gefunden und mit seinem Mercedes einen hervorragenden ersten Eindruck hinterlassen.

Der 33 Jahre alte Brite fuhr am Freitag schon im ersten freien Training in 1:32,231 Minuten zur Tagesbestzeit auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet, auf dem erstmals seit 28 Jahren wieder ein Formel-1-Grand-Prix ausgetragen wird.

Der Kurs in Südfrankreich war durch veränderte Windbedingungen und Temperaturen in der zweiten Session am Nachmittag langsamer als im ersten Training. Dieses hatte Hamilton wenige Stunden zuvor vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas (Finnland) und dem Australier Daniel Ricciardo im Red Bull beendet.

Hamilton dominierte am Freitag mit dem lang ersehnten Motorenupgrade, das ursprünglich bereits beim vorherigen Rennen in Kanada zum Einsatz kommen sollte.

Vettel fährt im Training nur hinterher

WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel war als Fünfter langsamer als Ferrari-Kollege Kimi Räikkönen, der Rückstand der Roten zu Silber war vor dem Qualifying am Samstag (ab 16.00 Uhr im LIVETICKER) noch zu groß. “Es lief für uns noch nicht so gut, es fehlte etwas der Rhythmus. Wir sind noch nicht da, wo wir sein können”, sagte Vettel und ergänzte: “Ich glaube, wir haben uns immer von Freitag auf Samstag gesteigert. Ich hoffe, dass wir den Trend aufrechterhalten können.”

Der Emmericher Nico Hülkenberg tat sich beim Heimspiel seines Arbeitgebers Renault ebenfalls schwer. Hinter dem Top-Trio Mercedes, Ferrari und Red Bull hinterließ Haas den besten Eindruck.

Hamilton ließ sich bei der erneut dominanten Vorstellung am Nachmittag auch nicht von einem kuriosen Unfall des Mexikaners Sergio Perez beirren. Unmittelbar vor Hamiltons erster schnellen Runde auf den Ultrasoft-Reifen wurde das zweite Training unterbrochen, nachdem sich ohne Vorwarnung der linke Hinterreifen am Force India von Perez gelöst hatte und über die Strecke rollte.

Als diese wieder freigegeben wurde, fuhr Hamilton prompt die deutliche Session-Bestzeit (1:32,539). Teamkollege Bottas brachte wegen eines Wasserlecks keine schnelle Runde mehr zustande.

Als tückisch erwies sich Kurve sechs, in der im ersten Training mehrfach Boliden Bekanntschaft mit der Auslaufzone machten. Die McLaren-Box berichtete über Funk von wechselnden Winden vor der Mistral-Geraden als Ursache für die Probleme vieler Piloten. Unter anderem leisteten sich Räikkönen und McLarens Stoffel Vandoorne (Belgien) einen Dreher, beide Fahrzeuge blieben unbeschädigt.

Formel-1-Comeback in Frankreich nach zehn Jahren

Spektakulär war der Crash von Marcus Ericsson, dessen Sauber in einer anderen Kurve in die Bande krachte und Feuer fing. Der Schwede stieg aus eigener Kraft aus.

Die Fahrer nutzten den ersten Trainingstag vor allem dazu, sich mit dem weitgehend unbekannten Kurs vertraut zu machen. Die Strecke in Le Castellet wurde in jüngerer Vergangenheit vor allem zum Testen genutzt, das letzte von bislang 14 Formel-1-Rennen fand 1990 mit Sieger Alain Prost (Frankreich) statt.

Vettel (121) führt in der WM-Wertung mit einem Punkt Vorsprung vor Hamilton (120) an. Mit welchem Motor der Brite am Freitag dominierte, war zunächst unklar. Die Silberpfeile wollten ausführliche Informationen über den verwendeten Antrieb nach dem zweiten Training mitteilen. Mercedes hatte beim vorherigen Rennen in Kanada auf das erhoffte Update verzichten müssen.

Die Formel 1 gibt am Wochenende nach zehn Jahren Abwesenheit ihr Comeback in Frankreich. Anders als in der 90ern und 2000ern findet das Rennen nicht in Magny-Cours statt.

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Vettel motzt über Frankreich-Strecke

Ferrari-Star Sebastian Vettel betrachtet die Streckenwahl für das Formel-1-Comeback in Frankreich am kommenden Wochenende mit Skepsis. “Ich denke, dass es in Frankreich aufregendere Strecken gibt”, sagte der viermalige Weltmeister am Donnerstag.

Das Rennen zum Großen Preis von Frankreich am Sonntag (ab 16.10 Uhr im LIVETICKER) findet auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet statt. Dort wurde zuletzt 1990 ein Formel-1-Rennen ausgetragen, der bislang letzte Grand Prix in Frankreich fand 2008 in Magny-Cours statt – mit Vettel im Cockpit.

“Wenn der Frankreich-Grand-Prix im Kalender bleibt, was ich hoffe, würde ich mir einen anderen Kurs wünschen”, sagte Vettel, der nicht die besten Erinnerungen mit der Grande Nation verbindet: “Ich konnte in der Schule zwischen Russisch und Französisch wählen. Ich weiß nicht, wie viel ich davon behalten habe. Ich weiß aber, dass es nicht mein Lieblingsfach war.”

Deutlich positiver bewertete der britische Weltmeister Lewis Hamilton die Strecke in Südfrankreich. Sie liege in “einer der schönsten Gegenden der Welt”, sagte der Mercedes-Star.

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Red-Bull-Star macht Ansage zu seiner Zukunft

Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo will spätestens bis zur Sommerpause Klarheit über seine sportliche Zukunft in der Formel 1 haben.

“Dann kann ich die Pause auch genießen. Wenn ich zwei Wochen lang telefonieren und meine Zukunft klären muss, wäre das nicht gut”, sagte der Australier am Donnerstag vor dem Großen Preis von Frankreich (Freitag, ab 12 Uhr, 1. Training im LIVETICKER).

Ricciardo hat zwei der ersten sieben Saisonläufe gewonnen, darunter das Prestigerennen in Monaco.

Der 28-Jährige gilt für die kommende Saison als potenzieller Fahrer der Top-Teams Mercedes und Ferrari. Auch das McLaren-Team soll Interesse bekunden.

Ricciardo kündigte für die kommende Woche “Bewegung” in den Verhandlungen mit Red Bull an, “wir werden sehen, was passiert. Je früher die Entscheidung fällt, desto besser wäre das auch für das Team.”

Red Bull ab 2019 mit Honda-Motoren

Sein Red-Bull-Rennstall hatte am Dienstag eine andere wichtige Zukunftsfrage geklärt.

Nach zwölfjähriger Partnerschaft mit Renault wird das frühere Weltmeister-Team ab der kommenden Saison mindestens für zwei Jahre mit Honda-Motoren ausgestattet sein.

“Die Entscheidung ist für mich kein Schock. Ich versuche noch zu verstehen, ob es ein guter Schritt ist. Es spricht einiges dafür”, sagte Ricciardo.

Die Formel 1 legt nach dem zwölften Saisonrennen in Ungarn (29. Juli) eine vierwöchige Pause ein.

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Mit mehr Power! Mercedes sucht Weg aus der Krise

Bei Mercedes herrschte nach dem Kanada-GP Alarmstimmung. Nicht umsonst sprach Motorsportchef Toto Wolff von einem “Scheiß-Resultat”.

“Das einzige Gefühl, das ich habe, ist, dass wir jetzt aufwachen müssen. Wir fallen überall zurück”, schickte er eine Warnung an das gesamte Team.

Hilflos mussten die Silberpfeile in Montreal mit ansehen, wie Vettel mit seinem Ferrari den Sieg einfuhr und dem fünftplatzierten Lewis Hamilton die WM-Führung entriss. Valtteri Bottas landete immerhin auf Rang zwei.

Mercedes will Wiedergutmachung

Nach dem verkorksten Auftritt in Nordamerika zählt für Mercedes am Wochenende beim Großen Preis von Frankreich (Freies Training am Fr., ab 12 Uhr im LIVETICKER) nur Wiedergutmachung.

Erstmals seit 1990 fährt die Königsklasse wieder in Le Castellet und bei den Silberpfeilen herrscht Optimismus. “Wir haben das Wochenende in Montreal ausgewertet und verstanden, warum wir uns dort nicht besser geschlagen haben”, sagte Wolff.

Vor allem die Performance von Lewis Hamilton gab Mercedes Anlass zur Sorge. Immer öfter kommt der Brite hinter Teamkollege Bottas ins Ziel. Eine Phase, die es in der Karriere des vierfachen Weltmeisters bereits häufiger gab.

Hamilton will keine Schwäche zeigen

Auch mit Motivationsproblemen wird Hamilton immer wieder in Verbindung gebracht, häufig, wenn nicht alles rund läuft.

Vor allem eine Tatsache lässt stutzig werden: Der Brite kommt meist dann hinter Bottas ins Ziel, wenn sein Mercedes nicht tadellos funktioniert. Läuft das Auto problemlos, dann ist auch Hamilton ganz vorne.

“Ich lasse das nicht an mich heran, nein. Das wäre das erste Zeichen von Schwäche”, stellt der Champion klar. Mangelnde Stärke ist etwas, dass im Leben des 33-Jährigen offenbar keinen Platz hat. “Mein Kopf ist nicht schwach”, bekräftigt Hamilton.

Generell gibt sich der Brite selbstbewusst. “Ich denke mir, wie ich sie schlagen kann, wie ich besser sein und es schaffen kann und das werde ich so machen bis ich sterbe”, sendet Hamilton eine Warnung an die Konkurrenz.

Silberpfeile hoffen auf Motoren-Update

Die wohl größte Hoffnung auf ein erfolgreiches Rennen in Frankreich macht den Silberpfeilen das Motoren-Update. Bereits vor dem letzten Grand Prix sollte es bereitstehen, wurde jedoch nicht rechtzeitig fertig.

Entsprechend sauer war Hamilton in Montreal. Auf der Motorenstrecke in Kanada waren die Silberpfeile gegenüber Ferrari deutlich im Nachteil. Mit dem Update sollen rund 15 bis 20 PS mehr einhergehen.

Auch beim Thema Reifenwahl hat sich Mercedes in Kanada gründlich verspekuliert. Für die Boliden von Hamilton und Bottas wurden deutlich zu wenig Hypersoft-Reifen geordert.

Spezielle Reifen für Frankreich-GP

Ein Fehler, der sich in Frankreich nicht wiederholen soll. Für den Grand Prix in Le Castellet liefert Pirelli erneut einen Spezial-Reifen, mit rund 0,4 Millimeter dünneren Laufflächen. Diese werden nötig, weil der Asphalt auf dem Circuit Paul Ricard besonders sanft und extrem schnell ist und deshalb die Gefahr der Überhitzung besonders groß ist.

Erfahrung mit dem Reifen haben die Teams bereits in Spanien gesammelt. Beim Großen Preis von Barcelona hatte Mercedes dominiert und die Plätze eins und zwei für sich gesichert.

Sebastian Vettel schaffte es nicht auf das Podium und führte dies auf die Reifen zurück, wenngleich er seine Aussagen wenig später relativierte.

Mercedes zeigt sich bei der Wahl der Reifen in Frankreich mutiger. Bisher agierten die Silberpfeile häufig konservativ und wählten härtere Reifenmischungen. Am kommenden Wochenende wird das anders. Mit einmal Soft, dreimal Supersoft und neunmal Ultrasoft hat Mercedes die gleiche Reifen-Kombination bestellt wie Sebastian Vettel.

Es wird sich zeigen, wer beim Rennen an der Cote d’Azur besser damit zurechtkommt.

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