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Presse: "Formel 1 ist zu einem verrückten Videogame geworden"

Lange Zeit deutete beim Großen Preis von Aserbaidschan alles auf einen souveränen Sieg von Ferrari-Pilot Sebastian Vettel hin – dann folgte der Crash zwischen den Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo und Max Verstappen sowie Vettels folgenschwerer Verbremser.

Die italienischen Gazetten sehen die Schuld aber weniger bei den Crashpiloten als bei Vettel und der Scuderia, der sie strategische Fehler in Baku vorwerfen. Die Gazzetta dello Sport wirft sogar die Frage in den Raum, ob Ferrari die WM wirklich gewinnen will. (Fahrerwertung der Formel 1)

Der Corriere dello Sport zieht einen kuriosen Vergleich.

SPORT1 fasst die wichtigsten Pressestimmen zusammen: 

ENGLAND

The Guardian: “Bis hin zum Finale, das man sich nicht besser hätte ausdenken können, waren die Straßen von Baku wieder die Bühne für eine überzeugende, dramatische Aufführung. Beim Großen Preis von Aserbaidschan waren kühle Köpfe gefragt, doch es herrschte viel Übermut. In dessen Kielwasser spielte auch das Glück eine Rolle, um ein unwahrscheinliches Ergebnis in einer Saison zu erzielen, die bereits bemerkenswert war, weil sie sich weigerte, an einem vorhersehbaren Plot festzuhalten. Lewis Hamilton holte sich den Sieg, aber es ist unwahrscheinlich, dass er zu seinen liebsten Erinnerungen gehören wird.”

Daily Mail: “Wie konnte er dieses Rennen nur gewinnen? Lewis Hamilton holt den Sieg beim dramatischen Großen Preis von Aserbaidschan, weil Sebastian Vettel patzt, Valtteri Bottas einen Reifenschaden erleidet und die Red Bull ineinander fahren.”

The Telegraph: “Glücksritter Hamilton holt sich nach dem Red-Bull-Chaos den Sieg. Es war einer seiner glücklicheren Siege in der Formel 1.”

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: “Hat Ferrari wirklich Lust, diese WM zu gewinnen? Es ist eigentlich unmöglich, zwei Siege in Folge mit einem Auto wegzuwerfen, das der Konkurrenz derart überlegen ist. Sogar Hamilton hat zugegeben, dass er Glück hatte, weil sein Mercedes im Grunde nicht die Geschwindigkeit hatte, um Ferrari zu besiegen. Maranello begeht eine Reihe strategischer Fehler, die sich mit Pech vermischen. Piloten und Team verwandeln einen möglichen Triumph in eine verheerende Niederlage.”

Corriere dello Sport: “Im Chaos von Baku kann Hamilton feiern. Vettel beherrscht das Rennen und begeht Fehler. Niemand darf sich jetzt beschweren. Die langweilige Formel 1 ohne Überholmanöver ist zu einem verrückten Videogame geworden. Am Ende der Lotterie von Baku gewinnt Hamilton, der seit Oktober keinen Sieg mehr gefeiert hatte.”

Tuttosport: “Ein Rennen voller Überraschungen in Baku. Red Bull, ein Desaster! Davon profitiert Hamilton, der endlich wieder einen Sieg feiert. Vettel hat bis zur letzten Runde versucht, an die Spitze zu gelangen – vergebens.”  

La Repubblica: “Dieser Große Preis in Baku bot so viel Stoff wie fünf Rennen. Vettel muss sich mit Platz vier begnügen. Ferraris Held ist diesmal Räikkönen, ein Pilot der Extreme. Hamilton kann sich bei Fortuna bedanken und gibt das auch zu.”

Corriere della Sera: “In Baku erlebt man ein Paradoxon nach dem anderen. Vettel, tadellos beim Start, baut einen Damm auf, der jedoch zusammenbricht. Frustrierend ist, das Vettel trotz seines zuverlässigen Autos nicht aufs Podium kommt. Hamiltons Mercedes ist nicht mehr das schnellste Auto.”

SPANIEN

Marca: “Hamilton regiert im Chaos und übernimmt die WM-Führung. Erster Sieg für Mercedes in einem unfallreichen Rennen in Baku, dabei hatte Sebastian Vettel eigentlich nach Belieben dominiert. Schwerer Fehler von Vettel, als er Bottas überholen will. Ein Schlag ins Gesicht für den Deutschen. Vettel bremst sich selber aus.”

AS: “Vettel gab durch seinen schweren Fehler den Sieg aus der Hand, Hamilton kann man als glücklichen Sieger bezeichnen.”

Sport: “Hamilton holt sich den Sieg in einem Herzschlagrennen. Vettel hatte den Sieg in der Hand. Doch er verbremst sich, als er an Bottas vorbeiziehen will. Dieses Malheur kam Hamilton sehr gelegen, wie aus dem Nichts holte er sich den Sieg in Aserbaidschan. Sehr ärgerlich für Vettel und Ferrari, so etwas darf einfach nicht passieren. Erster Saisonsieg für Hamilton, das wird ihm Flügel verleihen.”

El Mundo Deportivo: “Hamilton fällt der Sieg vor die Füße. Hamilton zog das dicke Los in der Safety-Car-Lotterie. Ein völlig unerwarteter Sieg für den Briten. Vettel vergeigt seinen zweiten Platz bei einer riskanten Attacke auf Bottas. Ein ganz mieser Tag für Red Bull. Was für ein verrücktes Rennen! Der Einsatz des Safety Car nach dem Zusammenprall der beiden Red Bull veränderte schlagartig die gesamte Situation.”

SCHWEIZ

Blick: “Wahnsinn in Aserbaidschan! Spektakel vom ersten Meter an! Nach Vettel-Bock und Bottas-Schaden ist Lewis Hamilton der WM-Spitzenreiter.”

Neue Zürcher Zeitung: “Blechschaden bei Red Bull. Die Chaostheorie ist auf den Straßen Bakus zur Verkehrsordnung geworden. Am Ende ging der über weite Strecken wie ein sicherer Sieger aussehende Sebastian Vettel im Ferrari ohne Podiumsplatz aus, dafür siegte Lewis Hamilton erstmals in dieser Formel-1-Saison für Mercedes.”

FRANKREICH

L’Equipe: “Waffenbrüder im Clinch, Red Bull im Chaos. Max Verstappen und Daniel Ricciardo sind sich wieder einmal zu nah gekommen. Am Ende eines total verrückten Szenarios steht Hamilton ganz oben auf dem Podium.”

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Hamilton wirft Vettel Regelbruch vor

Viele Formel-1-Fans hatten beim Baku-GP ein Deja-vu-Erlebnis: Ein Jahr nach dem Rammstoß von Sebastian Vettel gegen Lewis Hamilton fuhren beide Rivalen in Baku erneut direkt hinter dem Safety-Car – allerdings mit umgekehrten Vorzeichen, denn Vettel durfte als Führender das Tempo bestimmen.

Zwar ging es diesmal ohne Kollision aus, doch die Art und Weise wie Vettel an den Re-Start heranging, sorgte dennoch für Diskussionen. Vor allem Hamilton kritisierte Vettels Fahrweise scharf.

“Das ist gefährlich”, schimpfte Hamilton bereits über Boxenfunk, als Vettel aufreizend langsam fuhr, immer wieder kurz aufs Gas und – laut Hamilton – danach auch auf die Bremse trat. (SERVICE: Das Renn-Ergebnis)

Hamilton wirft Vettel Regelbruch vor 

Der Weltmeister war auch nach dem Rennen trotz des glücklichen Sieges keineswegs besänftigt und warf Vettel vor, sich nicht an die Regeln zu halten.

“Du darfst den Gegner hinter dir nicht verarschen, denn das würdest du tun, wenn es die Regel nicht gäbe, weil du ihn dann komplett überraschen würdest. Du darfst im Zickzack fahren, aber nicht dauernd Gas geben und wieder bremsen. Das ist gegen die Regeln”, schimpfte Hamilton. 

Im FIA-Regelbuch heißt es: Sobald die Lichter des Safety-Cars ausgehen, darf nicht mehr wahllos beschleunigt oder verzögert werden, um Manöver zu verhindern, die andere Fahrer gefährden oder den Re-Start behindern könnten.

Revanchiert sich Vettel für Baku 2017?

Hamilton hatte im vergangenen Jahr in Baku ein ähnliches Verhalten wie Vettel gezeigt, was zum Auffahrunfall und dem anschließenden Rammstoß des Ferrari-Piloten führte. (SERVICE: Die Fahrer-Wertung)

Allerdings hatte Hamilton laut FIA-Analysen damals weder gebremst noch war er komplett vom Gas gegangen, weshalb sein Fahrverhalten als legal eingestuft wurde.

Dennoch könnte sich Vettel daran erinnert haben, weshalb er so eine extreme Fahrweise vor dem Re-Start an den Tag legte – doch dem Briten zufolge hat sich Vettel anders als er damals nicht an die Regeln gehalten.

Hamilton will mit FIA-Rennleiter sprechen

Hamilton will sogar mit FIA-Rennleiter Charlie Whiting darüber sprechen: “Ich habe mich bei jedem Re-Start an die Regeln gehalten. Sebastian hat schon in Australien Gas gegeben und dann gebremst, sodass ich ihm beinahe hinten reingefahren wäre. Und heute gleich viermal! Ich muss mit Charlie darüber reden, ich verstehe das nicht.”

Nicht zum ersten Mal deutete Hamilton zudem an, dass Vettels Verhalten ein schlechtes Vorbild für den Nachwuchs ist.

“Jeder, der einen Grand Prix hinter dem Safety-Car anführt, weiß jetzt, dass er die ganze Zeit Gas geben und wieder bremsen darf. Das zieht sich durch von der Formel 2 über die Formel 3 in die Formel 4, weil die Jungs wissen, sie werden eh nicht bestraft”, sagte Hamilton. (SERVICE: Die Team-Wertung)

Whiting stuft Vettel-Verhalten als korrekt ein 

Ob Hamilton bei Whiting mit seinem Vorstoß Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Dieser fand Vettels Verhalten in Baku nämlich völlig in Ordnung.

“Ich finde, Seb hat das gut kontrolliert. Es gab eine Beschwerde von Lewis, dass er kein konstantes Tempo gehalten hat, aber es gibt im Feld Stellen, an denen das passiert. Zu erwarten, dass alle gleich schnell fahren, ist nicht realistisch. Aber solange niemand etwas Gefährliches anstellt, haben wir kein Problem damit”, sagte Whiting.

Dennoch dürfte das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen worden sein und man darf auf die nächste Safety-Car-Phase gespannt sein.

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Vettel wirft Sieg weg – Hamilton gewinnt Chaos-GP

Der Jubiläumserfolg war greifbar, doch am Ende stand für Sebastian Vettel nach einem heftigen Verbremser im Crash-Festival von Baku das nächste Debakel.

Der Ferrari-Pilot hatte das Stadtrennen im Griff, beherrschte die Gegner wie lange nicht – doch dann holte der große Titelrivale Lewis Hamilton mit Glück den ersten Saisontriumph für Mercedes und übernahm die WM-Führung.

Vettel blieb statt des 50. Karriere-Erfolges nur der vierte Rang. (SERVICE: Das Renn-Ergebnis)

Red-Bull-Crash stellt Rennen auf Kopf

Ein spektakulärer Unfall des Red-Bull-Duos Max Verstappen und Daniel Ricciardo hatte das Rennen spät auf den Kopf gestellt.

“Wir haben nicht wirklich verdient gewonnen heute”, sagte Hamilton, “aber ich nehme das trotzdem mit. Für Sebastian war es sehr unglücklich.” Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff räumte bei RTL ein: “Sebastian hätte im Normalfall sicher gewonnen.”

“Manchmal ist es Lotterie”, sagte Vettel bei RTL, nachdem er vier Runden vor Schluss bei einem riskanten Überholversuch gegen den führenden Mercedes-Piloten Valtteri Bottas zu spät gebremst hatte und von Hamilton und Räikkönen überholte.

Der Verbremser bescherte ihm einen Bremsplatten, wodurch auch noch Force-India-Pilot Sergio Perez an ihm vorbeizog. Bottas selbst schied wenig später in Führung liegend wegen eines Reifenschadens aus. 

Perez sensationell auf dem Podest

Zweiter wurde Kimi Räikkönen im Ferrari, dem allerdings nach dem Rennen noch eine Zeitstrafe drohte, vor dem Mexikaner Sergio Perez im Force India.

Im WM-Klassement führt Hamilton nun mit vier Punkten Vorsprung auf Vettel. Schon beim Rennen in China vor zwei Wochen hatte alles auf einen Sieg des Ferrari-Mannes hingedeutet, doch ein Taktikfehler und eine Kollision – ausgerechnet mit Verstappen – warfen ihn auf Rang acht zurück.

Nico Hülkenberg brachte sich in Baku indes selbst um eine große Chance. Sein Renault wirkte sehr konkurrenzfähig, doch nach einem Fahrfehler in der Frühphase des Rennens hatte er Bandenkontakt und schied auf Rang fünf liegend aus. (SERVICE: Die Fahrer-Wertung)

Vettel im Qualifying bärenstark

Zunächst hatte Vettel die neuen Kraftverhältnisse in der Formel 1 schon am Samstag untermauert.

Der 30-Jährige fuhr souverän zu seiner dritten Pole in Serie, im Normalfall hätte es sogar eine komplett rote erste Startreihe gegeben: Räikkönen warf den sicheren Quali-Sieg nur durch einen Fahrfehler weg.

So kam es, dass die großen WM-Rivalen erstmals in dieser Saison gemeinsam ganz vorne standen. Vettel vor Hamilton, und als die roten Ampeln ausgingen, behielt der Deutsche die Nerven.

Hamilton schimpft über Vettel

Souverän hielt er die Führung in den ersten Kurven, auch direkt dahinter tat sich wenig – dafür flogen im Mittelfeld die Fetzen. Unter anderem kollidierte Räikkönen mit Esteban Ocon im Force India, eine frühe Safety-Car-Phase war die Folge.

Das erste heiße Duell zwischen den Titelrivalen wurde damit eingeläutet – und es erinnerte stark an die Szenen vor dem Skandal von Baku im vergangenen Jahr, als Vettel Hamilton am Ende einer Safety-Car-Phase absichtlich rammte.

Dieses Mal allerdings mit umgekehrten Vorzeichen: Vettel lag vor Hamilton und durfte den Neustart auslösen, fuhr aufreizend langsam, trat mehrfach nur kurz aufs Gas, um den Gegner zu täuschen.

“Das ist gefährlich”, schimpfte Hamilton im Boxenfunk, nachdem er Vettel beinahe ins Heck gefahren war. Als dieser dann endlich durchstartete, hatte er den erwünschten Überraschungseffekt auf seiner Seite und blieb vorne.

Hamilton verbremst sich heftig

Er brachte nun schnell rund vier Sekunden zwischen sich und den Engländer. Hamilton hielt sich zwar wacker, leistete sich dann aber kurz vor Rennhalbzeit einen heftigen Verbremser, verlor rund fünf Sekunden und ging gleich im Anschluss an die Box.

Spätestens in diesem Moment lag das Rennen eigentlich komplett in Vettels Händen, weil Mercedes durch den großen Rückstand vor dem Stopp auch taktisch wenig Möglichkeiten mehr hatte.

Allerdings baute Bottas, der noch nicht gestoppt hatte, seinen Vorsprung auf Vettel immer weiter aus und hätte mit frischen Ultrasoft-Reifen eventuell noch einmal einmal eine Attacke starten können. (SERVICE: Die Team-Wertung)

Ricciardo rauscht in Verstappen

Dazu kam es allerdings nicht, da erneut das Safety Car auf die Strecke musste, nachdem Ricciardo ins Heck des wild verteidigenden Verstappen gerauscht war.

Bottas konnte nun seinen Boxenstopp absolvieren, während das Rennen ausgebremst war. Nun sah der Finne wie der sichere Sieger aus – doch das Rennen war noch nicht vorbei.

Vettel attackierte nach dem Re-Start wütend, verbremste sich und fiel zurück. Wenig musste Bottas seinen Boliden mit einem zerstörten Hinterreifen abstellen – und Hamilton erbte völlig unverhofft den Sieg.

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Böser Crash! Ricciardo und Verstappen räumen sich ab

Beim Großen Preis von Baku haben die Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo und Max Verstappen ihre Podestchance leichtfertig weggeworfen.

Wie kam es dazu?

Ricciardo, der bereits den Großteil des Rennens knapp hinter Verstappen lag und immer wieder Attacken startete, die der Niederländer auf teils brutale Art und Weise abwehrte, hatte es nach mehr als der Hälfte des Rennens endlich an seinem Teamkollegen vorbeigeschafft.

Nach dem Boxenstopp in der 40. Runde kam Verstappen jedoch wieder vor dem Australier auf die Strecke. Ricciardo griff aber sofort an und wollte an der langen Geraden an Verstappen vorbeiziehen. 

Ricciardo fuhr in den Windschatten und versuchte außen herum zu überholen, doch Verstappen blockte ab, worauf Ricciardo innen durchschlüpfen wollte. Doch auch hier hatte Verstappen inzwischen zugemacht und der Australier knallte mit voller Geschwindigkeit in das Heck seines Teamkollegen.

Marko sauer auf seine Fahrer

Die Kollision erwies sich als folgenschwer und beide mussten das Rennen vorzeitig verlassen.

“So etwas darf nicht passieren. Beide müssen so viel Hirn haben, dass das nicht passiert. Da braucht man keine Schuldzuweisungen. Wir haben vorher alles durchgesprochen, aber offenbar muss man da andere Maßnahmen ergreifen”, sagte Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko bei RTL.

Während des Rennens hatten sich die beiden Teamkollegen bereits zweimal berührt, ehe es zu dem Unfall gekommen ist.

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Pole-Hattrick: Vettel weist Hamilton in die Schranken

Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel steht auch beim Großen Preis von Aserbaidschan auf der Pole Position. 

Fast zwei Zehntelsekunden trennten ihn von seinem großen Rivalen Lewis Hamilton im Mercedes, der Titelverteidiger musste sich mit dem zweiten Rang begnügen.

“Das Auto war sehr gut, ich hatte es da, wo ich es haben wollte”, sagte Vettel und fügte mit Blick auf den vierten Saisonlauf am Sonntag (14.10 Uhr im LIVETICKER) an: “Das wird ein intensives Rennen. Hier in Baku kann immer alles passieren.”

Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas (Finnland) steht auf dem dritten Startplatz gefolgt vom Red-Bull-Duo Daniel Ricciardo (Australien) und Max Verstappen (Niederlande).

Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari warf indes die große Chance auf die Pole weg. Der Finne lag Sekunden vor Ende des Qualifyings klar auf Bestzeitkurs, leistete sich dann aber einen groben Fahrfehler. Renault-Pilot Nico Hülkenberg (Emmerich) holte den neunten Rang, wird aufgrund eines Getriebewechsels allerdings um fünf Startplätze nach hinten versetzt.

Vettel meistert Holperkurs am besten

Zahlreiche Fahrfehler von beinahe allen Piloten hatten zuvor schon den turbulenten Samstag geprägt, Vettel kam auf dem holprigen und rutschigen Stadtkurs letztlich am besten zurecht – in Baku macht der Fahrer tatsächlich den Unterschied.

“Unser Auto war aber auch sehr gut heute, gestern sah das noch anders aus”, sagte Vettel mit Blick auf das erste und zweite Training, “da haben wir noch nach den richtigen Einstellungen gesucht.”

Auch Hamilton zeigte sich beeindruckt. Denn Ferrari scheint in diesem Jahr immer mehr die dominante Rolle einzunehmen, die Mercedes zuletzt vier Jahre lang inne hatte. “Sie waren das ganze Wochenende über schneller”, sagte der Engländer anerkennend: “Sie haben ein phänomenales Auto.”

Mercedes fehlt das Tempo

Mercedes dagegen kämpft seit dem Saisonstart mit dem Silberpfeil, immer wieder fehlt das Tempo. Die Weltmeister sind in diesem Jahr noch ohne Sieg, eine solche Serie durchlebte das Team zuletzt vor mehr als vier Jahren. Hamilton stand saisonübergreifend sogar schon sechs Mal in Folge nicht ganz oben auf dem Treppchen.

Im WM-Klassement liegt er neun Punkte hinter Vettel.

Die wiederkehrenden Probleme mit den Hinterreifen hofft Mercedes nun langsam in den Griff zu bekommen – die Trainingssessions und das Qualifying in Baku ließen aber zumindest Raum für Restzweifel.

Wetter als Gradmesser für Hamilton 

Immerhin trifft der Silberpfeil an diesem Wochenende nicht auf extreme Temperaturen. Die zuletzt sehr warmen Bedingungen in Bahrain und sehr kühlen in China hatten dem Team das Leben schwer gemacht, in Baku ist es bei rund 20 Grad Lufttemperatur aber mild. Wenn der Mercedes nun selbst unter diesen Voraussetzungen nicht funktioniert, dann hat Hamilton ein echtes Problem.

Insgesamt zeigte sich am Samstag, wie schwierig der vom deutschen Streckenarchitekten Hermann Tilke entworfene Kurs am Kaspischen Meer ist. Die perfekte Runde mit drei starken Sektorzeiten war die Ausnahme, immer wieder schlichen sich bei allen Teilnehmern zumindest kleine Fehler ein.

Dazu beeinflusste die schier endlose Start-Ziel-Gerade das Klassement sichtlich: Wer im Qualifying Glück hatte und auf der rund zwei Kilometer langen Vollgaspassage im Windschatten eines Vordermannes lag, konnte mitunter mehrere Zehntelsekunden gut machen.

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Vettel setzt Ausrufezeichen – Strafe für Hülkenberg

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Vettel setzt Ausrufezeichen – Strafe für Hülkenberg

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel scheint seine Probleme auf dem Stadtkurs in Baku rechtzeitig in den Griff bekommen zu haben. Der viermalige Formel-1-Weltmeister drehte im dritten Freien Training am Samstag die mit Abstand schnellste Runde und geht als Favorit ins Qualifying am Nachmittag (15.00 Uhr im LIVETICKER).

Der WM-Spitzenreiter war rund dreieinhalb Zehntelsekunden schneller als der zweitplatzierte Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien), der auf den ersten Saisonsieg für Mercedes hofft.

Auch zweiter Ferrari stark 

Dahinter folgten Kimi Räikkönen (Finnland) im zweiten Ferrari, Red-Bull-Pilot Max Verstappen (Niederlande) und Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas (Finnland) in recht kurzen Abständen. Vorjahressieger Daniel Ricciardo im Red Bull, am Freitag noch schnellster Mann, konnte keine Qualifyingsimulation durchführen.

Als der Australier für seine schnellen Runden aus der Box wollte, wurde das Training wegen eines Unfalls von Sergej Sirotkin (Russland/Williams) unterbrochen. Danach genügte die Zeit nicht mehr, Ricciardo wurde nur Zwölfter. Nico Hülkenberg im Renault fuhr als einer der wenigen Piloten keine schnellen Runden auf den weichsten Reifen und landete nur auf dem 17. Platz.

Strafe für Hülkenberg

Wegen eines unerlaubten Getriebewechsels wurde der Deutsche zudem mit einer Gridstrafe von fünf Startplätzen belegt.

Insgesamt lagen die Zeiten am Samstagmittag noch unter den Leistungen vom Vortag, allerdings hatte nicht nur Vettel offensichtlich noch Luft nach oben. Am Freitag war der Deutsche auf dem rutschigen und holprigen Kurs dagegen lange Zeit gar nicht zurecht gekommen und hatte das richtige Setup erst gegen Ende des Trainings gefunden.

In der WM führt er vor dem vierten Rennen des Jahres mit neun Punkten Vorsprung auf Hamilton. Der Engländer hat saisonübergreifend seit sechs Rennen nicht mehr gewonnen.

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Vettel nicht mal in Top Ten – auch Mercedes schwächelt

WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel ist äußerst schwach in das Rennwochenende der Formel 1 in Baku gestartet.

Im freien Training zum Großen Preis von Aserbaidschan landete der 30-Jährige am Freitag nur auf dem elften Rang, rund 1,3 Sekunden trennten ihn vom Trainingsschnellsten Daniel Ricciardo (Australien) im Red Bull.

Vettel suchte dabei lange nach dem richtigen Setup, zumindest sein Teamkollege machte Hoffnung, dass Ferrari dieses am Ende noch findet: Kimi Räikkönen (Finnland) belegte mit 69 Tausendstelsekunden Rückstand auf Ricciardo den zweiten Platz.

Knapp dahinter schloss Max Verstappen (Niederlande) im zweiten Red Bull ab. Das Mercedes-Duo Valtteri Bottas (Finnland) und Lewis Hamilton (Großbritannien) lag auf den Rängen vier und fünf schon jeweils rund acht Zehntel zurück.

Hamilton wartet auf ersten Sieg

Weltmeister Hamilton wartet vor dem vierten Saisonrennen am Sonntag (ab 14.10 Uhr im LIVETICKER) noch immer auf seinen ersten Sieg und liegt im Klassement neun Zähler hinter Vettel. Etwas schneller als der Ferrari-Star war am Freitag Renault-Pilot Nico Hülkenberg (Emmerich), der Zehnter wurde.

Verstappen rettete seinen Tag erst im zweiten Training. Der Niederländer, der schon an den ersten drei Rennwochenenden durch Fehler und Unfälle aufgefallen war, krachte nach rund einer halben Stunde der ersten Session in die Begrenzungsmauer und beschädigte seinen Boliden.

Die nötigen Reparaturen waren auch zu Beginn der zweiten Einheit noch nicht erledigt, Verstappen verpasste weitere 30 Minuten. Mit der drittbesten Zeit zeigte er dann aber, dass am Wochenende noch mit ihm zu rechnen ist.

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Ferrari mit Problemen – Verstappen crasht

WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel und Ferrari haben beim Rennwochenende der Formel 1 in Baku einen äußerst schleppenden Start hingelegt.

Im ersten Freien Training zum Großen Preis von Aserbaidschan landete der 30-Jährige nur auf dem zehnten Platz, sein Teamkollege Kimi Räikkönen (Finnland) belegte nur den 15. Rang. Beide Ferrari-Piloten verbrachten weite Teile der 90-minütigen Session in der Garage.

Die Platzierungen im Auftakttraining waren kaum aussagekräftig, Mercedes-Pilot Valtteri Bottas (Finnland) drehte in 1:44,242 Minuten die schnellste Runde vor Daniel Ricciardo (Australien) im Red Bull und Force-India-Pilot Sergio Perez (Mexiko). Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien) wurde Vierter und lag dabei schon rund eine Sekunde hinter Bottas.

Ferrari ging wohl nicht auf Zeitenjagd, sondern arbeitete an den Renneinstellungen, stellte dabei aber ein paar Probleme fest. Vettel war nur zum Anfang und zum Ende der Session unterwegs und klagte dabei über fehlenden Grip auf der Hinterachse, die Mechaniker änderten daher einiges am Setup seines Ferrari.

Verstappen kracht in Mauer 

Räikkönen drehte am Freitagmittag sogar nur zehn Runden, kein Pilot verbrachte weniger Zeit auf der Strecke.

Den nächsten enttäuschenden Auftritt legte indes Red-Bull-Pilot Max Verstappen hin. Der Niederländer, der schon an den ersten drei Rennwochenenden durch Fehler und Unfälle aufgefallen war, krachte nach rund einer halben Stunde in die Begrenzungsmauer, beschädigte die Vorderradaufhängung seines Boliden und musste das Training beenden.

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Vertrag läuft aus: Hamilton spricht über Zukunft

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hegt trotz der Hängepartie um die Vertragsverlängerung bei Mercedes keine Zweifel an seiner Zukunft bei den Silberpfeilen.

“Ich schiebe da nichts auf”, sagte der 33-Jährige im Vorfeld des Großen Preises von Aserbaidschan (Sonntag, 14.10 Uhr im LIVETICKER): “Ich habe mich voll zu Mercedes bekannt, ich plane meine Zukunft mit diesem Team.”

Die Verlängerung des auslaufenden Vertrages wird seit einer Weile erwartet und ist vonseiten der Teamführung um Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff auch schon früh in der Saison angekündigt worden. “Der Vertrag muss wirklich nur noch finalisiert werden”, sagte Hamilton nun, “es wird sicher bald soweit sein, aber wir haben keine Eile.”

Der Brite hatte zur Saison 2013 bei Mercedes die Nachfolge von Rekordweltmeister Michael Schumacher angetreten. 2014, 2015 und 2017 gewann er im Silberpfeil die Fahrer-Weltmeisterschaft. 2016 musste er sich nur knapp seinem Teamkollegen Nico Rosberg geschlagen geben. Zuletzt viermal in Folge gewann Mercedes zudem die Konstrukteurs-WM.

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