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"Wahrscheinlich mein Fehler" – Wolff rudert wegen Bottas zurück

Mercedes hat beim Großen Preis von Aserbaidschan ein regelrechtes Debakel erlebt.

Lewis Hamilton leistete sich einen riesigen Patzer, Valtteri Bottas musste mit Platz zwölf die dritte Nullrunde im sechsten Rennen hinnehmen. (Alle Rennen der Formel 1 im LIVETICKER)

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Entsprechend deutlich fiel die Kritik von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff aus: ”Ein hundsmiserables Rennen von uns. Wahrscheinlich haben wir das Ergebnis auch so verdient. Das Auto war das ganze Wochenende über schlecht”, sagte der Österreicher. (Fahrerwertung der Formel 1)

Wolff nimmr Kritik an Bottas zurück

Schon in Monaco war Unruhe bei Mercedes zu spüren gewesen. Wolff erwähnte öffentlich Bottas’ angeblich unpräzises Anfahren beim missglückten Boxenstopp, was den Mercedes-Piloten überraschte. Er sei nämlich nur zwei Zentimeter neben der Optimalposition gewesen und somit sogar sehr präzise angefahren. (Rennkalender der Formel 1 2021)

Jetzt ruderte Wolff mit seiner Kritik zurück: ”Es war wahrscheinlich mein Fehler. Als ich den Stopp analysiert habe, habe ich gesagt, dass er ein paar Zentimeter zu wenig weit gefahren ist, ohne das als Schuldzuweisung zu verstehen. Er war eigentlich sehr präzise bei dem Stopp. Er hat bei der ganzen Geschichte keinen Fehler gemacht, sondern es war unser Problem.”

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Wie geht es mit Bottas weiter?

Doch die Spannungen bei den Silberpfeilen gehen weiter. Denn Wolff hat noch immer nicht entschieden, ob der Vertrag mit Bottas um ein weiteres Jahr verlängert wird.

“Wir waren immer fair mit beiden Fahrern. In dem Moment, wo wir eine erste Tendenz hatten. Das würde auch in dem Fall so sein. Aber diese Entscheidung haben wir noch nicht getroffen”, so der 49-Jährige auf Nachfrage von Motorsport-Total.com.

Der Finne drängt derweil auf eine Entscheidung, wie er in Baku deutlich machte. Der 31-Jährige signalisierte, dass es ihm recht wäre, so früh wie möglich Bescheid zu wissen. Er befände sich auf dem Transfermarkt in einer schwierigen Position, was Alternativen abseits von Mercedes betrifft.

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Zu viel Show? Vettel kritisiert Formel-1-Bosse

Der Große Preis von Aserbaidschan am vergangenen Wochenende war an Spektakel kaum zu überbieten gewesen. (Alle Rennen der Formel 1 im LIVETICKER)

Erst platzte beim Führenden Max Verstappen in der Schlussphase des Rennens der linke Hinterreifen, dann fuhr Lewis Hamilton beim stehendenden Restart zwei Runden vor Schluss bei der ersten Kurve auch noch geradeaus – und aus den Punkterängen. (Fahrerwertung der Formel 1)

Lange Zeit der Unsicherheit sorgt für Kritik

Eigentlich müsste das für die US-amerikanischen Betreiber der Formel 1 von Liberty Media schon Entertainment genug gewesen sein. Doch in den Augen einiger Protagonisten bauten die Besitzer der Königsklasse noch ein weiteres Show-Element ein, das aus ihrer Sicht nicht nötig gewesen wäre.

Stein des Anstoßes war die lange Zeit, die vergangen ist, um nach Verstappens Reifenplatzer über die Art der Fortsetzung des Rennens wenige Runden vor Schluss zu entscheiden.

“Seit die Amerikaner übernommen haben, überrascht es mich nicht, dass wir immer zuerst ans Entertainment denken”, sagte etwa Pierre Gasly mit einem Augenzwinkern.

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Vettel mahnt: “Nicht zu künstlich werden”

Sebastian Vettel wurde da schon ernsthafter und bemängelte: “Wir müssen aufpassen, dass das Ganze nicht zu künstlich wird.” Er habe sich gefragt, so der Aston-Martin-Pilot, “warum es nach dem Unfall so lange gedauert hat, bis das Safety-Car auf die Strecke kam. Er stand ja mitten auf der Strecke.”

Carlos Sainz stimmte ihm zu. “Das waren 30 Sekunden, vielleicht eine Minute, und wir mussten alle ‘nur’ unter Gelb an der Unfallstelle vorbeifahren. Das sollten wir untersuchen”, sagte Vettels Nachfolger bei Ferrari.

Verständnis für die lange Zeit des Überlegens kam von McLaren-Teamchef Andreas Seidl. “Ich schätze, der Rennleiter und Pirelli wollten sich ein bisschen Zeit dafür nehmen, genau zu verstehen, ob es ein Problem mit den Reifen geben könnte”, sagte der Deutche.

Der stehende Neustart, zu dem sich die Rennleitung durchringen konnte, sei jedenfalls “richtig” gewesen, fand Seidl. “Es ist nichts verkehrt an einem stehenden Neustart, denn die Ausgangslage ist ja zu dem Zeitpunkt im Rennen nicht grundsätzlich anders als zu Beginn des Rennens.”

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Diese Sperre fordert Schumacher für Mazepin

Ralf Schumacher hat sich im Formel-1-Fahrerlager längst als einer der meinungsstärksten Experten etabliert. (BERICHT: Die Stimmen zum Baku-GP)

Bei seinen Analysen nimmt nie ein Blatt vor den Mund. Auch die Geschehnisse beim Rennen in Baku nahm er genau unter sein erfahrenes Brennglas. (Rennkalender der Formel 1 2021)

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Ralf Schumacher fordert Strafe für Mazepin

Was für ihn gar nicht geht: Dass Mick Schumachers Teamkollege Nikita Mazepin sich und Ralf Schumachers Neffen kurz vor der Ziellinie mit einem riskanten Manöver in große Gefahr gebracht hat. Deshalb fordert er eine Strafe für den Russen. (BERICHT: Schumacher stinksauer auf Mazepin)

Bei SPORT1 konkretisiert er, welche er genau meint: “Ein Rennen Sperre wäre die richtige Maßnahme, damit Nikita mal nachdenken kann, was er da gerade veranstaltet.”

Der ehemalige Pilot bei BMW-Williams, Jordan und Toyota hat die entsprechenden Stellen auch schon darauf hingewiesen, erklärt er.

In seiner Kolumne bei Sky analysierte Schumacher: “Mick hat sich sukzessive gesteigert im Rennen. Er ist wirklich stark gefahren und war teilweise anderthalb Runden vor seinem Teamkollegen. Dieses Zucken von Mazepin beim Überholmanöver geht aber gar nicht. Wir reden hier von Geschwindigkeiten von über 300 Kilometern pro Stunde. So was ist lebensgefährlich. Wenn man Rad an Rad fährt, kann man auch schnell mal fliegen gehen. Man kann sich vorstellen, was passiert, wenn 750 Kilogramm ins Fliegen kommen.”

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Schumacher poltert: “Gefährlich und inakzeptabel”

Deshalb, so Schumacher, gehöre Mazepin dringend bestraft. “Er hat zwar zurück gezuckt, aber man muss sich das mal im Auto vorstellen, was da passiert. Mazepin ist außerhalb des Cockpits ein toller junger Mann. Wenn man sich mit ihm unterhält, ist er extrem höflich”, sagte der 45-Jährige. “Aber im Rennen, das fängt schon beim Überrunden an, wo er oft im Weg ist, da hat er dringend Nachholbedarf.”

Der Onkel von Mick Schumacher analysiert als Experte und nicht als Familienmitglied, wenn er sagt: “Ich weiß nicht, ob die Rennleitung da nicht mal genauer hinsehen müsste – auch bei diesem Vorfall. Ich finde das gefährlich und inakzeptabel. Für mich ist das eine klare Strafe. So etwas darf keine Schule machen, dieses Zucken bei 350 Kilometern pro Stunde. Das geht gar nicht.”

Auch Mick Schumacher selbst war er am Boxenfunk direkt nach dem Rennen mächtig sauer auf seinen Teamkollegen, wütete am Funk: “Was zur Hölle war das? Ehrlich? Im Ernst? Will er uns umbringen?”

Im Interview bei Sky gab er sich zurückhaltender, aber immer noch irritiert: “Das war im Auto gar nicht schön. Ich muss mir das Video noch einmal ansehen.”

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Verrückte Rekordserie gestoppt! Hamilton und Wolff "zerstört"

Für eine Sekunde sah es so aus, als würde Lewis Hamilton in einem verrückten Rennen mal wieder den kühlsten Kopf bewahren und sogar zum Sieg fahren.

Nach dem Restart in Runde 50 von 51 zog der siebenmalige WM-Champion in seinem Mercedes vor der ersten Kurve neben den führenden Sergio Pérez (RedBull). Doch dann bog Hamilton nicht ab, sondern fuhr einfach geradeaus. (So lief der Grand Prix von Aserbaidschan)

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Statt des möglichen Sieges und den 25 Zählern gab es somit keinen Punkt. Pérez gewann derweil wenige Minuten später das Rennen.

Hamilton: Rekordserie endet durch Aus

Besonders bitter: Kurz zuvor war Hamiltons WM-Rivale Max Verstappen (Red Bull) in Führung liegend nach einem Crash ausgeschieden, wodurch sich für Hamilton die ideale Gelegenheit geboten hatte. (Alle Rennen der Formel 1 im LIVETICKER)

Doch wenig später folgte auch beim Titelverteidiger die Ernüchterung. Für Hamilton endete damit auch eine Rekordserie von 54 Rennen in Folge mit WM-Punkten. Letztmals hatte der Brite in Österreich 2018 keine Zähler eingefahren. 

“Es lief eigentlich alles so gut. Ich habe mich richtig wohlgefühlt. Als Checo (Sergio Pérez, Anm. d. Red.) nach dem Restart rüberzog zu mir, habe ich einen Knopf gedrückt – und der schaltet dann praktisch die Bremsen aus. Ich bin dann einfach geradeaus gefahren. Das ist schwer zu akzeptieren und es tut mir sehr leid für alle im Team, die hart gearbeitet haben”, haderte Hamilton.

Er hätte 25 Punkte auf Verstappen gutmachen und damit die Spitze in der Gesamtwertung übernehmen können – nun bleibt er aber weiterhin auf Rang zwei in der Fahrerwertung. (Fahrerwertung der Formel 1)

Wolff: “Wir sind beide zerstört”

“Wir sind beide zerstört, um ehrlich zu sein”, sagte Motorsportchef Toto Wolff über die Gemütslage von ihm und Hamilton. (Rennkalender der Formel 1 2021)

Der Österreicher fügte an: ”Ein hundsmiserables Rennen von uns. Wahrscheinlich haben wir das Ergebnis auch so verdient. Das Auto war das ganze Wochenende über schlecht. Dann wird uns eine Möglichkeit gegeben – und P3 war eigentlich schon besser als erwartet. Dann hat das Karma Max und und getroffen.”

Während Red Bull zumindest den Sieg von Pérez feiern konnte, hatte Mercedes keinen ähnlichen Erfolg vorzuweisen, da auch Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas ohne Punkte geblieben war.

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Irre Anekdote: Als Ebel einen Pornodarsteller interviewen wollte

Kai Ebel ist eine Reporter-Legende. In seinen zahlreichen Formel-1-Rennen vor Ort hat der 56-Jährige so einiges erlebt.

“Bei 500 Rennen ist unheimlich viel passiert”, erzählte Ebel, der seit 1992 für RTL bei Formel-1-Rennen Interviews führt, im AvD Motor & Sport Magazin auf SPORT1.

Auch den einen oder anderen kuriosen Interviewpartner hatte Ebel schon vor dem Mikro. Und nicht bei jedem wusste Ebel sofort, wen er da eigentlich vor sich hatte. (Rennkalender der Formel 1 2021)

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Ebel interviewt falschen Siffredi

Eine kuriose Anekdote erlebte Ebel in Ungarn. “Ich habe damals in Ungarn Rocco Siffredi, einen Star aus der Pornobranche, interviewen wollen”, erzählte er.

Er habe auch gedacht, dass er Siffredi wirklich interviewt hätte. “Er hat sich perfekt ausgedrückt und erklärt, was an Schumachers Auto neu war. Er ist ein Star in Budapest”, sagte Ebel.

Doch einen Tag später musste Ebel feststellen, dass doch nicht alles nach Plan gelaufen war: “Am nächsten Tag habe ich eine Nachricht bekommen, dass der Mann, den ich interviewt habe, ein Stabhochspringer aus dem ehemaligen Jugoslawien war. Ich habe ihn aber nicht erkannt.”

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Verstappen-Alarm! "Dann wäre er mit 300 in die Mauer gerast"

Nur knapp eine Stunde, nachdem er seinem Fahrer Sergio Pérez auf dem obersten Treppchen des Podiums beim Großen Preis von Aserbaidschan zugejubelt hatte, war Red Bull-Motorsportberater Helmut Marko schon auf dem Weg in den Flieger zurück nach Graz.

“Am Ende war es ausgleichende Gerechtigkeit nach der Achterbahn der Gefühle, die wir heute erlebten”, bedankte er sich beim Renngott im Telefongespräch mit SPORT1. (Rennkalender der Formel 1 2021)

Marko freute sich natürlich über den Sieg von Pérez, aber der Reifenplatzer des bis dato souverän Führenden Max Verstappen nagte am Gemüt des Doktors der Rechtswissenschaften: verpasste Chance auf den Ausbau der WM-Führung um elf Punkte, verpasste Chance auf den dritten Saisonsieg des fliegenden Holländers im Jahr 2021.

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Red Bull und Mercedes: Ungewohnte Einigkeit

Da kam der Verbremser von Lewis Hamilton beim stehenden Neustart zwei Runden vor Schluss als kleines Trostpflaster gerade recht. “Karma”, nannte es sogar Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Ungewohnte Einigkeit an der WM-Spitze. Bisher haben sich die beiden Top-Teams auch verbal mit harten Bandagen bekämpft. Doch nach dem Rennen in Baku stand Reifenhersteller Pirelli im Fokus.

Hintergrund: Sowohl bei Aston-Martin-Pilot Lance Stroll als auch bei Verstappen platzte der linke Hinterreifen kurz vor Start-Ziel. Beide bogen bei Geschwindigkeiten von weit über Tempo 250 ab in die Mauer.

Und trotzdem hält sich Red Bull mit Schuldzuweisungen noch zurück. Teamchef Christian Horner gibt nur zu, dass er in einer Stunde “um rund 20 Jahre” gealtert sei. Der erste Doppelsieg seit 2016 lag in der Luft. Dann der Reifenschaden.

“Unser Renningenieur hat noch bei Max nachgefragt, da schien alles okay zu sein”, verriet der Brite. “Und dann ‘boom!’. Im Moment wissen wir noch nicht, was passiert ist. Der Verschleiß sah gut aus. Man konnte sehen, dass plötzlich Luft austrat. Ob das von einem Trümmerteil herbeigeführt wurde, wissen wir nicht.” (Alle Rennen der Formel 1 im LIVETICKER)

Pirelli: Trümmerteil verantwortlich

Diese Theorie vertritt – natürlich – Pirelli. Als Reifenmonopolist beliefert der italienische Reifenhersteller die Königsklasse, um Werbung für seine Straßenprodukte zu machen. Da stören vermeintliche Qualitätsmängel nur.

Deshalb sagte Sportchef Mario Isola: “Die erste Vermutung ist, dass da irgendwo ein Trümmerteil auf der Strecke lag. Der hintere Reifen ist nicht der, der besonders unter Stress steht. Es ist eher der Reifen vorne rechts. Wir haben bei Lewis Hamiltons Reifen hinten links auch einen Schnitt gefunden, der aber nicht bis in die Struktur des Reifens ging. Das war ganz eindeutig ein Cut durch ein Trümmerteil.”

Gegen diese Theorie spricht: Bereits am Freitag hat Pirelli den Reifendruck der hinteren Pneus von 19 auf 20 Psi erhöht. Solche Maßnahmen sprechen meist für Probleme beim Verschleiß an der Hinterachse.

Verstappen: “Da muss etwas falsch laufen”

Klartext redet nur der Verunfallte selbst. Verstappen kennt die Politik in der Formel 1 genau. “Pirelli wird wie immer sagen, dass da ein Teil von einem anderen Crash auf der Straße lag”, sagte Verstappen und fügte hinzu: “Ich glaube, das kann nicht immer so sein. Stroll hatte denselben Crash wie ich. Da muss etwas falsch laufen.”

Sein Vater Jos, ebenfalls bekannt für klare Worte, betonte gegenüber SPORT1: “Wäre der Reifen ein paar hundert Meter später geplatzt, wäre mein Sohn mit Tempo 300 geradeaus in die Mauer gerast.” (Fahrerwertung der Formel 1)

Allein: Auch Verstappen junior tröstet sich mit dem Nuller seines WM-Rivalen Hamilton, jubelte seinem Teamkollegen Pérez unter dem Podium sogar zu. “Das zeigt, wie stark Max auch als Persönlichkeit gereift ist. Ein echter Sportsmann”, sagte Marko.

Verstappen und sein Chef wissen, dass sie neben einem superschnellen Auto endlich auch einen Teamkollegen haben, der den Niederländer im WM-Kampf gegen Lewis Hamilton und Mercedes unterstützen kann.

Schlechte Laune bei Mercedes

Entsprechend schlecht war die Laune bei Mercedes. 26 Punkte Rückstand in der Konstrukteurs-WM, vier bei den Fahrern – bei den Schwarzpfeilen schrillen nach Platz zwölf durch Valtteri Bottas die Alarmglocken.

“Die letzten zwei Wochen waren katastrophal für uns. Das war ein hundsmiserables Rennen”, gibt Teamchef Toto Wolff zu. “Das Ergebnis war wahrscheinlich verdient. Das Auto war das ganze Wochenende schlecht, Platz drei (Hamiltons Rang vor der Rennunterbrechung; d. Red.) war eigentlich schon besser als erwartet.”

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Doch unter Druck macht sogar ein siebenmaliger Weltmeister wie Lewis Hamilton Fehler. Beim Hochschalten kam der Brite offenbar an einen Knopf zur Bremskraftverstellung. “Er hat nur vorne gebremst”, verriet Wolff. Hamilton ergänzte: “Es ist passiert, als Sergio Pérez beim Neustart neben mich fuhr und ich am Lenkrad drehen musste.”

Immerhin: Das Reifen-Desaster hat Feuer aus der Politik neben der Rennstrecke genommen. Einen Protest, mit dem Mercedes aufgrund der flexiblen Red-Bull-Flügels gedroht hatte, wird man nicht einreichen. Wolff: “Wir werden Sergio (Pérez, Anm. d. Red.) nicht rausprotestieren und den neuen FIA-Tests ab Frankreich vertrauen.”

Da reift wohl auch die Erkenntnis: Viel Lärm um wenig gewinnt keine Rennen und keine WM.

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"Hundsmiserables Rennen" von Mercedes – Vettel auf "Wolke 7"

Was für ein verrücktes Rennen in Baku! Mit Sergio Pérez, Sebastian Vettel und Pierre Gasly auf dem Podest hatte wohl kaum einer gerechnet. (Alle Rennen der Formel 1 im LIVETICKER)

Dementsprechend glücklich waren die drei Piloten über ihre Podestplatzierungen, Aston-Martin-Pilot Vettel sprach sogar davon, dass er sich “jetzt auf Wolke 7″ befinde. Nur die Feier mit dem Team müsse leider verschoben werden.

Weniger gut war die Laune bei den WM-Favoriten Max Verstappen und Lewis Hamilton. Beide trauerten über eine verpasste Chance nach. Mercedes-Teamchef Toto Wolff wurde zudem sehr deutlich, als es um die Mercedes-Performance ging.

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SPORT1 fasst die Stimmen zum Rennen in Baku von Sky, aus der Boxengasse und der Pressekonferenz zusammen.

Sergio Pérez (Red Bull), Platz 1:

“Ich bin überglücklich über diesen Sieg, denn die Rennen hier in Baku sind einfach verrückt. Aber zuallererst will ich sagen, dass es mir leid tut für Max. Er hatte ein unglaubliches Rennen und hätte den Sieg verdient. Es wäre toll gewesen, einen Doppelsieg mit ihm zu feiern, aber letztlich ist es dennoch ein super Tag für uns, denn wir haben es ins Ziel geschafft.”

… über den Restart mit Hamiltons Verbremser: “Beim Restart versuchte ich so spät wie möglich zu bremsen und Lewis tat natürlich das Gleiche und für ihn ging das nicht gut aus. Der Sieg ist für das Team und auch für mich eine super Motivationsspritze.”

… über seine Entwicklung seit seinem Wechsel zu Red Bull: “Es war heute ein guter Schritt in die richtige Richtung. Ich weiß, dass ich es schaffen kann und dass ich gute Qualifyings und Rennen fahren kann. Ich muss jetzt einfach dranbleiben. Ich erwarte auch von mir, dass ich noch besser werden kann.” (Fahrerwertung der Formel 1)

Vettel will “Zeit finden, dass wir noch einen trinken”

Sebastian Vettel (Aston Martin), Platz 2:

“Das bedeutet eine Menge. Wir hatten einen guten Start ins Rennen, danach auch eine gute Pace. Das war der Schlüssel. Als alle in die Box gefahren sind, konnte ich überholen und beim Restart lief es auch super. Es ist ein toller Tag, ich bin jetzt auf Wolke 7. Am Freitag waren wir noch im Nirgendwo, deshalb war ich danach ganz entspannt.”

… zur Steigerung von Aston Martin: “Es ist immer gut, wenn du weit vorne starten kannst. Dazu haben uns die Reifen gut einteilen können. Das war der Schlüssel, dass wir immer weiter nach vorne kamen. So konnten wir richtig Druck machen. Am Ende haben wir vom Ausscheiden von Max und dem Verbremser von Lewis profitiert – aber insgesamt wäre auch der vierte Platz ein sehr, sehr starkes Ergebnis gewesen, ohne dass jemand da vorne ausgefallen wäre.”

… zu einer möglichen Podest-Feier mit Aston Martin: “Die Hälfte des Teams ist schon weg. Die Jungs müssen schauen, dass sie nach England kommen, um keinen Stress mit der Quarantäneregel zu bekommen. Aber wir werden die Zeit finden, dass wir noch einen trinken. Ich gebe einen aus.”

Pierre Gasly (AlphaTauri), Platz 3:

“Das war unglaublich, das war der reine Wahnsinn! Ich weiß fast nicht, was ich sagen soll. Diese letzten zwei Runden waren die vielleicht intensivsten meiner Formel-1-Karriere. Wir hatten das ganze Wochenende über ein starkes Auto, wie mein vierter Startplatz bewiesen hat. Schon in den Trainings konnten wir zeigen, dass der Speed hier kein Zufall ist. Natürlich hatte ich gehofft, dass ich das in ein gutes Rennergebnis umwandeln kann, aber nur insgeheim hoffte ich, je nach Verlauf des Rennens vielleicht auf dem Siegerpodest stehen zu können.” (Rennkalender der Formel 1 2021)

Schumacher schimpft über Teamkollege

Mick Schumacher (Haas-Pilot), Platz 13:

“Es war nicht allzu einfach. Wir hatten einen höheren Reifenverschleiß als erwartet und mussten früher in die Box. An Reifenmanagement und Pace müssen wir arbeiten, aber immerhin haben wir die Zielflagge gesehen, was von Anfang an unser Plan war. Ich hätte gerne ein paar Punkte mitgenommen. Aber man sieht eben, dass die anderen Jungs etwas besser auf die Reifen aufpassen können als wir. Das müssen wir analysieren. Platz 13 ist das beste Finish in der Saison. Das nehmen wir jetzt mit.”

… über den verpatzten Boxenstopp: “Es klingt so, als hätte der linke Vorderreifen Probleme gemacht. Es passiert so schnell alles. Fehler können passieren, aber im zweiten Versuch haben wir es gut hinbekommen – von daher alles gut.”

… am Funk nach dem Manöver gegen Nikita Mazepin, der leicht nach rechts gezogen war: “Was zur Hölle war das? Ehrlich? Im Ernst? Will er uns umbringen?”

Lewis Hamilton (Mercedes), Platz 15:

“Es lief eigentlich alles so gut. Ich habe mich richtig wohlgefühlt. Als Checo (Sergio Pérez, Anm. d. Red.) nach dem Restart rüberzog zu mir, habe ich einen Knopf gedrückt – und der schaltet dann praktisch die Bremsen aus. Ich bin dann einfach geradeaus gefahren. Das ist schwer zu akzeptieren und es tut mir sehr leid für alle im Team, die hart gearbeitet haben.”

… zu den Auswirkungen für die WM: “Es ist auch für Max unglücklich gelaufen. Heute gab es einfach eine große Portion Pech. Wir versuchen uns jetzt zu sammeln und beim nächsten Rennen stärker zurückzukommen.”

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef):

“Ein hundsmiserables Rennen von uns. Wahrscheinlich haben wir das Ergebnis auch so verdient. Das Auto war das ganze Wochenende über schlecht. Dann wird uns eine Möglichkeit gegeben – und P3 war eigentlich schon besser als erwartet. Dann hat das Karma Max und und getroffen.”

… über den Verbremser von Hamilton: ”Es hat nur vorne gebremst. Wir wissen noch nicht, was es war.”

… über die Titelchancen: “In der Fahrerwertung ist nicht viel passiert. Das werden wir aufholen können. Die Konstrukteursmeisterschaft ist aber ähnlich wichtig und da war es die vergangenen beiden Wochen katastrophal für uns. Jetzt müssen wir uns auf die Zehenspitzen stellen. Wir können nur mit unserem A-Game gewinnen, das haben wir in den letzten beiden Rennen nicht gezeigt.”

Verstappen frustriert

Max Verstappen (Red Bull), ausgeschieden:

“Es ist frustrierend. Bis dahin hatte ich im Rennen alles unter Kontrolle, kein Druck hinter mir. Die Rundenzeiten waren gut, es war kein Problem. Das Auto war sehr schnell, wir hatten eine gute Strategie. Es war eigentlich ganz einfach. Es ist schade, was dann passiert ist.”

… über seinen Zustand nach dem Unfall: “Ich war natürlich im Medical Center, aber da war gar nichts falsch. Vielleicht im Kopf, aber das war schon vorher (lacht).”

… über den Reifenpatzer: “Pirelli wird immer sagen, da war ein Teil oder so von einem anderen Auto auf meine Reifen gekommen. Aber das kann nicht immer so sein. Stroll hatte auch einen Crash, ich dann auch. Da muss etwas falsch sein – aber das ändert an meinem Rennen nichts. Aufgrund des Reifens wurde uns die Chance geraubt, mehr Punkte zu machen.”

Christian Horner (Red-Bull-Teamchef):

“Das war eine Achterbahnfahrt an Emotionen. Du führst das Rennen mit beiden Fahrern. Es sieht nach dem ersten Doppelsieg seit 2016 aus und dann plötzlich ‘Bang’. Der Reifen von Max explodiert. Die Reifen sahen eigentlich gut aus und plötzlich fällt deine Welt auseinander. Dann wird das Rennen gestoppt und wir hatten beim Restart großen Sorgen, weil Sergio Hydraulikdruck verloren hatte. Aber es hat gerade noch gereicht, um den Sieg zu holen.”

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TV-Legende: Darum hat Vettel bei Ferrari nicht funktioniert

Großes Lob für Sebastian Vettel!

Im AvD Motor & Sport Magazin auf SPORT1 sieht Reporter-Legende Kai Ebel nach dem zweiten Rang beim Großen Preis von Aserbaidschan einen eindeutigen Aufwärtstrend des Heppenheimers. “Ich würde sagen, er hat alles richtig gemacht”, erklärte er und betonte die Erfahrung des viermaligen Weltmeisters: “Er hat vor allem auf dem Straßenkurs die Nerven behalten und gerochen, hier ist was drin.” (Alle Rennen der Formel 1 im LIVETICKER)

In einem verrückten Rennen in Baku, wo sich die Favoriten nach und nach verabschiedeten, hat der Pilot von Aston Martin gezeigt, dass er mit den Eigenheiten eines Stadtkurses umgehen könne, denn diese seien immer etwas “Besonderes. Da muss man Geduld mitbringen und das hat Vettel heute gemacht.” (Rennkalender der Formel 1 2021)

Der starke fünfte Rang in Monaco war daher kein Ausrutscher. Vielmehr hat der 33-Jährige gezeigt, dass er psychisch voll da ist. “Das ist enorm wichtig, also die psychische Komponente. Er war ein paar Jahre unschlagbar und hat vier Titel geholt.” (Fahrerwertung der Formel 1)

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In dieser Phase des Erfolgs sei der Deutsche natürlich mit “breiter Brust” herumgelaufen. Dann habe er bei Ferrari mit Charles Leclerc jedoch einen Teamkonkurrenten bekommen, der ihm “um die Nase herumfährt. Dann kriegt man Selbstzweifel und wird unsicher.”

Ebel: “Man sieht einen ganz anderen Vettel”

Diese Selbstsicherheit habe er sich nun erst wieder erarbeiten müssen. Das sei eine Kopfsache, die er in den letzten beiden Rennen hinbekommen habe. Daher sehe man nun “einen ganz anderen Vettel. Bei den Interviews hat er immer gesagt, er fühlt sich nicht wohl im Auto und war ratlos. Das hat er in den letzten beiden Rennen sinnvollerweise verloren.”

Aber genau dieses fehlende Selbstvertrauen war laut Ebel auch der Knackpunkt in den letzten Ferrari-Jahren, die vor allem von fehlendem Erfolg geprägt waren. Neben Leclerc war dafür auch die Teamatmosphäre verantwortlich.

Vettel sei jemand, der ein “familiäres Umfeld” braucht, um “sich auch außerhalb des Cockpits” wohlzufühlen. Bei Red Bull wäre dies gegeben gewesen. Aber bei Ferrari “ticken die Uhren anders.”

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Als der Monegasse zum Team gestoßen war, war Vettel nicht mehr “der Große.” Da sei er dann nervös geworden.

Wohlfühlatmosphäre bei Aston Martin?

Nun hänge alles davon ab, wie die Temperatur bei Aston Martin sei. Momentan sieht alles nach einem Happy End aus, denn “jetzt hat er (Vettel, Anm. d. Red.) aufgeholt.” Allerdings dürfe man auch nicht vergessen, dass mit Lance Stroll der Sohn des Teambesitzers sein erster Konkurrent ist.

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Man darf also gespannt sein, wie es bei Aston Martin um Vettels Wohlfühlatmosphäre weiter bestellt sein wird, denn “der Vater möchte sicherlich auch nicht, dass sein Sohn zu weit hinten abfällt.”

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Wie sich Red Bull selbst austrickste

Beim verrückten Crash-Qualifying in Baku hat es einige Überraschungen gegeben. (Formel 1: Das Rennen von Baku am Sonntag ab 14 Uhr im LIVETICKER).

Eine davon lautete, dass sich kein Red Bull für die erste Startreihe qualifizieren konnte, obwohl die Österreicher doch – so die allgemeine Expertenmeinung – in Baku das schnellste Auto haben.

Die österreichische Zeitung Der Standard schrieb sogar von einer “Red-Bull-Schlappe” nach Startplatz drei für Max Verstappen und Rang sechs für Sergio Pérez.

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Verstappen spricht nach Rang 3 von Pech

“Wir haben ein gutes Auto, das super funktioniert hat. Und dann passiert dieser Scheiß. Es passiert manchmal, aber es war einfach unglücklich”, sagte Star-Pilot Verstappen nach dem Qualifying.

Der Niederländer spielte damit darauf an, dass die Kollision von Yuki Tsunoda im AlphaTauri sowie die folgende von Ferrari-Fahrer Carlos Sainz für Rote Flaggen gesorgt hatten und das Qualifying dadurch vorzeitig beendet worden war.

WM-Spitzenreiter Verstappen ist sich sicher, dass er sonst die Pole hätte holen können. Für ihn war es “dieses Mal einfach Pech”. (Alle Rennen der Formel 1 im LIVETICKER)

Marko verrät Red-Bull-Taktik bei Qualifying

Doch war es wirklich nur Pech? Oder hat sich Red Bull schlichtweg verzockt?

“Wir hatten uns als ziemlich einziges Team zwei neue weiche Reifenmischungen für Q3 aufgehoben. Wir haben es so angelegt: Die erste Runde auf ‘safety’, die zweite Runde ‘attackieren’, wenn wir als einziges Team neue Reifen haben”, erklärte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko bei Sky.

An sich eine clever überlegte Taktik und als Kniff gegen einen oft überlegenen Mercedes wäre es ein großartiger Schachzug gewesen – doch auf einen engen Stadtkurs mit hoher Roter-Flaggen-Wahrscheinlichkeit und dem schnellsten Auto war es eher ein Eigentor.

“Daraus müssen wir als Team lernen”, sagte Marko nach dem Qualifying und fügte hinzu: “Hier in Baku – oder auf einem Straßenkurs – musst du einfach so schnell wie möglich draußen sein und deine Runden absichern.”

Bottas “opfert” sich für Hamilton

Es war ein unnötiges Geschenk von Red Bull im packenden Titelkampf zwischen Verstappen und Rekordweltmeister Lewis Hamilton, das Mercedes in Person des Briten eiskalt ausnutzte. (Rennkalender der Formel 1 2021)

Die Silberpfeile zögerten nicht, Hamilton die nötige Hilfe zu verschaffen, damit dessen fahrerische Extraklasse für ein kleines Wunder aus Mercedes-Sicht sorgen konnte – denn genau das war Platz zwei, weshalb der Brite von einem “monumentalen Ergebnis” sprach.

Marko sagte zu Hamiltons Runde: “Die haben sich gut erholt und super hingearbeitet. Aber man muss auch in Relation sagen, dass Bottas seine Runde geopfert und Hamilton im Windschatten zu einer tollen Runde verholfen hat. Hamilton hat in dem Sektor vier, fünf Zehntel gewonnen.”

Laut Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff war es zwar reiner Zufall, dass Hamilton diesmal an der Reihe war in Sachen Windschatten – es lässt sich aber durchaus ein Trend feststellen, dass die silberne Nummer 1 über die Saison am meisten davon profitiert.

Mercedes in Baku cleverer als Red Bull

Sei es, wie es sei: Mercedes verhält sich hier nicht unfair, sondern clever. Hamilton ist der einzige Mercedes-Pilot, der um die WM kämpft. Zudem präsentierte sich Bottas in Baku bisher schwach und hätte auch mit Windschatten kaum die Top 5 geknackt. (Fahrerwertung der Formel 1)

Die Österreicher hatten angesichts ihrer Stärke in Baku dagegen wohl darauf spekuliert, beide Autos in die ersten beiden Startreihen platzieren zu können und wollten deshalb Verstappens Teamkollegen Pérez nicht “opfern”. Verständlich – doch wie die Risiko-Strategie “Attacke im 2. Versuch” ging dies ebenfalls schief.

Mit dem schnellsten Auto ist für das Rennen natürlich noch nichts verloren, wenngleich Mercedes zu Recht auf die bessere Rennpace im Vergleich zum Qualifying verweist und auch Marko prophezeit: “Im Rennen ist es eine andere Geschichte. Wenn man schon einmal davor startet, ist es ein ungeheurer Vorteil.”

Schließlich ist es in Baku extrem schwierig zu überholen. Bei den zu erwartenden Safety-Car-Phasen können Boxenstopps zum richtigen Zeitpunkt helfen – dann muss Red Bull aber ein glücklicheres Händchen beweisen als im Qualifying.

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"Habe es wirklich satt …": Ferrari-Pilot sauer auf Kollegen

Pole-Setter Charles Leclerc und Lewis Hamilton bilden die erste Startreihe für den Großen Preis von Aserbaidschan (Formel 1: Das Rennen von Baku am Sonntag ab 14 Uhr im LIVETICKER).

Kaum einer war davon mehr überrascht als die beiden Piloten selbst. So sprach der Ferrari-Star nach dem Qualifying in Baku von einer “Scheißrunde”. Für Mercedes-Starpilot Lewis Hamilton war Platz zwei sogar ein “monumentales Ergebnis” nach den Problemen der Silberpfeile in den Trainings zuvor.

Sebastian Vettel ärgerte sich derweil nicht nur über die Roten Flaggen, sondern vor allem auch über seinen eigenen Fehler. Auch Haas-Pilot Mick Schumacher haderte mit einem Fahrfehler, wenngleich er sich mit Startplatz 17 dennoch zufrieden zeigte.

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SPORT1 fasst die Stimmen zum Qualifying in Baku von Sky, aus der Boxengasse und der Pressekonferenz zusammen.

Charles Leclerc (Ferrari), Startplatz 1:

“Eigentlich war es eine Scheißrunde – dachte ich zumindest. Ich habe einige Fehler drin, aber ich hatte einen riesigen Windschatten von Lewis (Hamilton, Anm. d. Red.). Aber auch ohne Windschatten hätten wir auf die Pole fahren können. Das war schon überzeugend. Ich habe mich vor der Roten Flagge noch einmal verbessert. Ich bin einfach happy.”

… über seine zweite Pole in Folge: “Ja, es fühlt sich gut an, aber es ist schon wieder unter Roter Flagge passiert, nicht unter normalen Umständen. Aber letztendlich ist es egal.” (Alle Rennen der Formel 1 im LIVETICKER)

… über die Chancen im Rennen: “Das Auto ist ganz okay. Bei den Settings haben wir aber sicher noch was drin. Man kann hier schwierig überholen und ich hoffe, ich kann den ersten Platz halten.”

Lewis Hamilton (Mercedes), Startplatz 2:

“Die Runde war ganz ok. Das hatten wir nicht erwartet. Das ist ein monumentales Ergebnis, wenn du so gekämpft hast und Probleme hattest – und dann endet das so. Wir haben das ganze Wochenende versucht, die Herausforderung anzunehmen und kein ‘geht nicht’ zu akzeptieren. Der größte Teil des Trainings war eine Katastrophe. Aber wir haben es geschafft, uns aus den ganzen Schwierigkeiten freizuarbeiten und ein gutes Auto zu haben, als es am Schluss um alles ging. Das sagt alles darüber, wie stark das Mercedes-Team ist. Ich kann gar nicht genug betonen, wie stolz ich auf die ganze Mannschaft bin.”

… über die Schwierigkeiten in Baku: “Es war eine große Herausforderung herauszufinden, was das Auto will – die größte, die wir seit langem gehabt haben. Das Auto war nicht zufrieden am Wochenende, es war ein Desaster. Valtteri hat es gerade in die Top 10 geschafft. Das war eine großartige Leistung vom Team.”

… über die Chancen im Rennen: “Die Rennpace war deutlich besser als auf einer einzigen Runde, da waren wir deutlich näher dran. Wir wissen aber noch nicht einmal, warum das so ist. Wir hoffen, dass wir in der gleichen Position bleiben und mit den Jungs kämpfen können.” (Rennkalender der Formel 1 2021)

Max Verstappen (Red Bull), Startplatz 3:

“Es war ein dummes Qualifying, wie es gelaufen ist. Immer noch P3, wir haben ein gutes Auto, was super funktionierte. Und dann passiert dieser Scheiß. Es passiert manchmal, war aber einfach unglücklich. Das Auto ist stark, weshalb ich mir für das Rennen Hoffnungen mache.”

… über die Chancen im Rennen: “Wir sind noch oben mit dabei. Ich wäre gern weiter vorne gestartet, aber im Qualifying passieren oft viele Dinge. Im Rennen kann auch wieder etwas passieren. Wir hoffen, dass es ein sauberer Start wird und dann schauen wir weiter.”

Carlos Sainz (Ferrari); Startplatz 5:

 ”Es ist nicht ideal, wenn vor dir jemand einen Crash hat. Ich selbst wollte natürlich nicht verunfallen. Ich habe es wirklich satt, dass dauernd vor mir ein Auto crasht.”

Sebastian Vettel (Aston Martin), Startplatz 11:

“Es ist bitter, aber es gehört bei der Strecke dazu. Es zeigt, jeder Schuss muss hier sitzen. Der erste war bis dahin sehr gut, aber habe ihn nicht ganz ins Ziel gebracht.”

… am Boxenfunk, nachdem ihm das Aus in Q2 mitgeteilt worden war: Oh, come on. Um Himmels Willen. Weißt du was … aaarrrgh.” (Fahrerwertung der Formel 1)

… was hinter dem Funkspruch steckte: “Das war nicht wegen der drei Hundertstel, sondern aufgrund eines Fehlers. Ich hatte mich eingangs Kurve 15 massiv verbremst. Mein Fehler. Da bin ich unzufrieden mit mir selbst.”

.. über die Chancen im Rennen: “Freie Reifenwahl kann nur ein Vorteil sein, aber das sagt sich immer leicht, wenn man von Platz 11 startet. Es wird sich dann zeigen.”

Mick Schumacher (Haas-Pilot), Startplatz 17:

“Es war kompliziert mit den Roten Flaggen. Es ging immer wieder auf das Pitlane-Battle hinaus. Wir hatten in der letzten Runde guten Windschatten von George (Russell, Anm. d. Red.). Leider verbremste ich mich in Kurve 5, das hat einiges gekostet. Aber wir haben wohl trotzdem alles rausgeholt. Wir haben auf der Gerade ein Defizit und die Geraden sind hier sehr lang, daher verlieren wir doppelt. Aber ich habe das interne Battle gewonnen, daher bin ich auf jeden Fall happy.”

… über die Chancen im Rennen: “Das Rennen wird nicht weniger actionreich. Hauptsache, wir sind im Rennen. Hoffentlich können wir irgendwie mitfahren. Crazy Race – vielleicht nehmen wir ein paar Punkte mit.”

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef):

“Auf jeden Fall happy, wenn man bedenkt, wo wir die letzten anderthalb Tage gestanden sind. Wir haben uns nach Diskussion für den kleineren Flügel entschieden. Wir müssen es genau analysieren. Wir haben einen richtig guten Schritt gemacht am Ende von FP3 und den haben wir mitgenommen. Wir spielen mit. Der Rennspeed am Freitag war gut, wir hoffen, dass das im Rennen so bleibt.”

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