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Vettel umgibt der Hauch einer beleidigten Leberwurst

Hallo Formel-1-Freunde!

Die 71. Formel-1-Saison hat am Sonntag mit dem Großen Preis von Abu Dhabi ihr Ende gefunden. 

Der Auftakt in Australien platzte, monatelang passierte nichts, dann folgte ein Rennen nach dem anderen. Die Corona-Saison 2020 wird nicht nur deshalb in die Geschichte eingehen.

Einige Dinge haben mich ganz besonders beeindruckt – positiv wie negativ.

Der SOUVERÄN DES JAHRES – King Lewis I.

Rekorde pflastern seinen Weg. Sein Platz im Formel-1-Olymp wird immer größer. 10 Poles, 11 Laufsiege, 8 Schnellste Runden, am Ende der siebte WM-Titel. Er hat zu Michael Schumacher aufgeschlossen, hat ihn in einigen Kategorien in den Ewigen Bestenlisten überholt.

Auf der Strecke nahezu unantastbar, wenn Strategiefehler des Teams oder streikende Technik ihn nicht einbremsen. Außerhalb der Rennstrecken gewinnt er an Profil und Bedeutung durch sein Anti-Rassismus-Engagement.

Er nutzt seine Popularität, um auf eines der wichtigsten Themen unserer Zeit hinzuweisen, legt immer wieder den Finger in eine Wunde, die uns weltweit beschäftigt. Er ist längst nicht mehr der Hippster, der Lebemensch und Dandy.

Akribisch bereitet er seine Einsätze vor, reflektiert sich und sein Leben und versucht andere von wichtigen Idealen zu überzeugen. Selbst ein Weltkonzern wie Mercedes ändert die Farbe seiner F1-Boliden, um die Initiative ihres Vorzeige-Fahrers zu unterstützen.

Aber auch ein König ist nicht sakrosankt. Corona schert sich nicht um Verdienste oder das Standing eines Menschen, es befällt ihn, wie es ihm gefällt. Und macht auch vor Hamilton nicht halt. Was den Engländer dann wieder menschlich erscheinen lässt. Er ist keine Maschine, kein Erfolgsroboter. Er ist einfach nur überragend indem was er tut!  

DIE GRÖSSTE KONSTANTE DES JAHRES – MERCEDES

Kann sich noch jemand an Zeiten erinnern, in denen die Sterneritter nicht die Titel in der Konstrukteurswertung und bei den Fahrern eingesammelt haben? Verdammt lang her! Die Nimmersatten unter der Leitung von Toto Wolff haben auch der Pandemie-Saison ihren Stempel aufgedrückt. Das Hybrid-Zeitalter gehört Mercedes, ohne Wenn und Aber. Niemand ist in der Lage, sie ernsthaft herauszufordern.

Dieses permanente Noch-Mehr-Wollen ist beeindruckend. Es gibt Regeländerungen für 2021, aber keine wirklich Gravierenden. Warum sollte diese Serie abreißen?

Gefährlich werden könnte nur die neue Generation der Reifen. Die schwarzen Walzen haben Mercedes in den vergangenen Jahren in einzelnen Rennen schon häufiger Kopfzerbrechen bereitet. Aber die Top-Ingenieure des Dauer-Weltmeisters waren bisher immer in der Lage, Lösungen zu finden. Das wird auch im kommenden Jahr so bleiben!

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Wie gut das Auto wirklich ist, hat der Ersatzeinsatz von Russell in Bahrain gezeigt. Der junge Engländer ist ohne Frage ein Riesen-Talent. Aber sich zum ersten Mal in dieses Auto reinzusetzen und sofort alle Sessions zu dominieren, ist auch der brillanten Technik geschuldet, die ihm zur Verfügung stand. Überspitzt formuliert: Mit diesem Auto hat jeder F1-Fahrer die Chance zu gewinnen!

Die VERSAGER DES JAHRES – FERRARI

Grande Misera, Debacle, Disastro, Delusione – Die Scuderia blieb alles schuldig! Die Plätze 13 und 14 für Leclerc und Vettel beim Finale in Abu Dhabi sind sinnbildlich. Die Roten sind ins biedere Mittelmaß abgesunken, nur noch die Nummer 6 in der Konstrukteurswertung.

Die Einbremsung des Mogelmotors, der Ferrari in den vergangenen zwei Jahren dicht an Mercedes herangeführt hat, führte zum Untergang von Maranello. Und hat die Kundenteams Haas und Alfa Romeo mitgerissen. Mattio Binotto hat seinen Laden nicht ins Laufen gebracht. Die Art und Weise seiner Bekanntgabe, den Vertrag mit Sebastian Vettel nicht verlängern zu wollen, geriet zum PR-Debakel.

Die fehlenden Ergebnisse haben das Springende Pferd zum lahmenden Gaul gemacht. Der Lack ist ab. Und eine Verbesserung in absehbarer Zeit nicht in Sicht. Strategiefehler zu Hauf, eine inhomogene Mitarbeiterstruktur, fehlende leitende Köpfe mit Ideen und Visionen – Ferrari gleicht einem Scherbenhaufen.

Dazu passt die Verpflichtung von Carlos Sainz Jr. als Vettel-Nachfolger. Ein grundsolider Fahrer mit hoher Zuverlässigkeit, aber ohne Charisma und Ausstrahlung. Ferrari ist längst nicht mehr der Nabel der Formel1-Welt. 

Der GÜCKSRITTER DES JAHRES – ROMAIN GROSJEAN

Gefangen in der Feuerhölle nach seinem Abflug in Bahrain, eingequetscht zwischen Leitplanke und HALO, das Auto in der Mitte auseinandergerissen. Nach knapp 30 Sekunden aus eigener Kraft aus dem Inferno befreit. Verbrannte Hände, Verbrennungen an den Füßen – ein tief sitzender Schock, Prellungen.

Der Franzose ist gut davon gekommen. Alle Schutzengel dieser Welt haben an diesem Tag ein Auge auf ihn gehabt.

Danken darf er aber vor allem den sehr weit entwickelten Sicherheitstechnologien, die heute in die Boliden verbaut werden. Dass die Kernzelle des Autos einen solchen Abflug übersteht und den Fahrer so schützt, dass er bei über 50g Einschlagkraft nahezu unversehrt aussteigen kann, ist nahezu unfassbar für uns Otto Normalgasfuß.

Gut, dass diese Technologien weitestgehend auch in den Serienbau eingehen. Damit hat die Formel 1 weiterhin einen hohen Stellenwert.

Schade für Grosjean, dass das Feuerinferno von Bahrain der Schlusspunkt unter seiner F1- Karriere war. Seit 2009 war er am Start, hat 179 Rennen bestritten, ist 10mal auf dem Podium gestanden. Ein Abschiedsrennen war ihm nicht vergönnt. Er wird als Mann der aus dem Feuer trat in Erinnerung bleiben.

Der TRAGISCHE HELD DES JAHRES – SERGIO PÉREZ

Als 30-Jähiger holt er in seinem 190. GP seiner Karriere seinen ersten Sieg. Mit seinem Erfolg in Bahrain hat der Mexikaner unterstrichen, dass er seit Jahren das Zugpferd schlechthin für Lateinamerika ist. Und damit auch für die Vermarktung dort. In den vergangenen Jahren sind zum GP Mexiko jeweils rund 350 000 Fans gepilgert. Pérez genießt in seiner Heimat absoluten Heldenstatus.

Mit seinen Top-Leistungen hat er in einem oft unterlegenen Auto immer wieder Spitzenplätze rausgefahren, einem notorisch klammen Team damit wichtige Prämiengelder gesichert und damit vor der finanziellen Ruin bewahrt. Seinen Teamkollegen Lance Stroll hat er souverän im Griff, bügelt ihn regelmäßig. Aber der Kanadier ist eben der Sohn des Hauptanteileigners. Und darf deshalb bleiben.

Die Verpflichtung von Sebastian Vettel ist nachvollziehbar. Wenn ein viermaliger Weltmeister zu einem solchen Team geht, ist das ein Signal des Aufbruchs. Wie die anstehende Umbenennung in Aston Martin – eine Premium-Marke.

Für Pérez eine Tragödie. Er hat noch kein neues Cockpit, als Option kommt eigentlich nur noch Red Bull in Frage. Er wäre nicht der Erste, der ohne Eigenverschulden aussortiert würde. An seinen Leistungen kann es nicht liegen – für mich gehört er seit Jahren zu den Topfahrern im Zirkus!

Der ÜBERRASCHUNGSSIEGER DES JAHRES – PIERRE GASLY

Im Turbotempo vom Nachwuchsteam Toro Rosso nach wenigen Grand Prix zum Starteam Red Bull befördert, dort an den hohen Erwartungen gescheitert und in die Nachwuchsschmiede nach Faenza zurückbeordert, schien seine Karriere frühzeitig zu scheitern.

Wäre da nicht der geniale Franz Tost. Der Chef des in Alpha Tauri umbenannten Red-Bull-Nachwuchsteams hat den sensiblen Gasly in die Spur zurückgeführt. Das Ganze gipfelte im Sensationssieg in Monza. Dort, wo Tost mit Sebastian Vettel einst dessen ersten Grand Prix Sieg feierte.

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Gasly hat über die gesamte Saison hinweg sehr konstante Leistungen gezeigt und Teamkollege Kwjat weitestgehend im Griff gehabt. Er fühlt sich wohl im Team, will von sich aus dort bleiben anstatt einer weiteren Chance bei Red Bull nachzujagen. Ein sympathischer, intelligenter Fahrer, dem ich den Sieg von Monza von Herzen gegönnt habe!

Der TREND DES JAHRES 

Mal abgesehen von der Monotonie an der Spitze – das geballte Mittelfeld hat Würze in die Saison gebracht wie lange nicht mehr. Der Kampf um die Plätze in der Konstrukteurswertung hat die Teams angetrieben und zu einem Wettbewerb beflügelt, der bis zum Schluss atemberaubend war.

Ein ständiges Geben und Nehmen zwischen McLaren, Racing Point, Alpha Tauri und Renault mit vereinzelten Spitzen von Alfa Romeo und Haas. Und auch Williams hat den Ruch des chancenlos abgeschlagenen Letzten abgelegt. Da war wirklich Pfeffer drin. Und das hat richtig Spaß gemacht. Gerne mehr davon 2021!

Die STEIGERUNG DES JAHRES – McLAREN

Einst Seriensieger und Dominator, über Jahre ins Graue Maus-Dasein abgerutscht, ist das ehemalige Starteam auf bestem Wege, an alte Glanzzeiten anzuschließen. Der dritte Platz in der Konstrukteurswertung ist hochverdient! Mit Lando Norris haben sie ein aufregendes Juwel unter Vertrag, der noch für satte Schlagzeilen sorgen wird.

Mit Andreas Seidl ist den Engländern ein Königstransfer gelungen. Mit seiner sehr strukturierten Art des Arbeitens hat er den Laden auf Links gedreht und sehr stark dazu beigetragen, dass es signifikant aufwärts geht. Dazu ist der Bayer auch in der Außendarstellung ein überragender Sympathieträger.

Der Einstieg einer Investorengruppe hat für die Absicherung der Finanzen gesorgt für die kommenden Jahre. Damit ist eine gute Basis gelegt, um vom bissigen Aufsteiger zum ernsthaften Mitanwärter um Pokale und Siege zu werden.

Der COMEBACKER DES JAHERS – NICO HÜLKENBERG

Corona hat viele schlimme Seiten. Für den Emmericher brachte der Virus die Chance, sich nachhaltig in Erinnerung zu bringen. Unter teilweise abenteuerlichen Bedingungen und in Rekordzeit durfte er zweimal für Sergio Perez und einmal für Lance Stroll einspringen, weil die vom Virus lahm gelegt wurden.

Und der Routinier hat das dermaßen phantastisch hinbekommen, dass der Ruf im Fahrerlager, er müsse für 2021 ein Cockpit bekommen, immer lauter und vielstimmiger wurde. Und das, obwohl er 179 Grand Prixs in seiner Karriere abgespult hat, ohne auch nur einmal auf dem Podium gestanden zu haben.

Auf der Suche nach einem freien Fahrersitz steht er damit in direkter Konkurrenz zu Sergio Perez, der zumindest schonmal gewonnen hat, und insgesamt zehnmal auf dem Podium stand. Es wird schwer für ihn, seine Formel1 – Karriere fortzusetzen. Schade eigentlich.

Die ENTTÄUSCHUNG DES JAHRES – VALTTERI BOTTAS

Er hat das selbe Material wie Teamkollege Hamilton. Er versucht es Jahr für Jahr und kommt nicht wirklich ran an den Imperator. Trotz aller Ankündigungen. Bottas ist und bleibt eine ideale Nummer 2 für Mercedes, die zuverlässig Punkte liefert und still und leise seine Job erledigt.

Gefährlich für den Finnen war aber der Einsatz von Russell für Mercedes in Bahrain. Der Jungspund hat den Sterne-Routinier brutal alt aussehen lassen. Eine fette Watschn die gesessen hat. Für Bottas eine Mahnung, dass er raus muss aus seiner Komfortzone, sonst ist er bald verglüht im Sterne-Universum.

Die UNSINNIGSTE ENTSCHEIDUNG DES JAHRES 

Es gibt das Kopierverbot und es wurde schändlich unterlaufen. Der Racing Point 2020 ist ein Ebenbild des Mercedes von 2019. Und das in zahlreichen technisch kniffligen Details, die nachgewiesenermaßen nicht durch Nachbau anhand von Photos oder Scannerbildern möglich sind. Es hat einiger Proteste der Konkurrenten und zahlreicher Diskussionen und Verhandlungen bedurft, ehe die FIA tätig wurde.

Am Ende hat man festgestellt: Das Auto ist nicht legal. Die Folge: Eine Geldstrafe, der Abzug von 15 WM-Punkten UND: das Auto durfte so wie es war, bis zum Ende der Saison weiterbenutzt werden!

Muss oder kann man das verstehen? Entweder ist etwas legal, dann kann man es nicht bestrafen, oder es ist nicht legal, dann gehört das geändert! Punkt. Aber so ist die ganze Geschichte eine Witzplatte!

Der MEISTDISKUTIERTE FAHRER DES JAHERS – SEBASTIAN VETTEL

Dass er Ferrari verlassen muss, stand früh in der Saison fest. Die Art wie er damit umgegangen ist, hinterlässt bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Der Hauch von beleidigter Leberwurst ist durchgeklungen in seinem Beklagen darüber, dass man nicht fair mit ihm umgegangen sei. Es gab über Wochen eine mediale Schlammschlacht, die weder für den viermaligen Weltmeister noch für Ferrari gut war.

Vettels Geschichte bei Ferrari war nach 6 Jahren auserzählt. In Maranello hat man sich sichtbar für alle bereits 2019 für eine Zukunft mit Charles Leclerc als Leader entschieden. Die Abschiedsglocken haben also schon lange geläutet.

Vettel hat versucht, die Türen Richtung Mercedes und Ex-Arbeitgeber Red Bull zu öffnen. Was ihm nicht gelungen ist. Seine Fehlerquote in den vergangenen beiden Jahren ist den Entscheidern nachhaltig in Erinnerung geblieben. Mit einem Auto, das zunehmend auf den Fahrstil von Leclerc konstruiert wurde, blieb er zudem auch im teaminternen Duell 2020 chancenlos.

Eine Alphatier-Duell-Situation mit Vettel / Verstappen oder Hamilton / Vettel wollten beide Rennställe nicht eingehen. Weder Verstappen, noch Hamilton brauchen jemanden, der sie antreibt. Die sind sich selber Inspiration genug. Außerdem funktioniert Vettel dann am besten, wenn alles auf ihn zugeschnitten wird, er die unangefochtene Nummer 1 ist. 

Für Vettel ist es ein Glücksfall, dass sich die Aston-Martin-Chance aufgetan hat und Lance Stroll dort sein Teamkollege ist. Den Kanadier wird er beherrschen, keine Frage – mit Sergio Perez hätte es unter Umständen anders ausgesehen.

Die IDEEN DES JAHRES 

Hut ab vor Dietrich Mateschitz. Als wegen Corona alles am Boden lag und kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen war, hat der steierische Macher die Ärmel aufgekrempelt und Initiative ergriffen.

Mit seinem Team hat er ein Konzept entwickelt, wie Formel-1-Rennen unter Pandemie-Bedingungen durchführbar sind und hat das mit zwei Läufen an seinem Red Bull Ring aufgezeigt. Damit ist das Ganze zur Blaupause geworden, die eine nicht für denkbar gehaltene Formel-1-Saison ermöglicht hat! Großartig!

Den Bedingungen und Absagen der Überseerennen geschuldet mussten Ausweichstrecken gefunden werden. Wohl dem, der auf die Idee kam, in Portimao, Istanbul und Imola an den Start zu gehen! Auch die Rückkehr des Nürburgrings war ein Highlight!

Auf allen diesen Traditionsstrecken haben wir fantastische, sehr unterhaltsame Rennen gesehen. Schade, dass die 2021 wieder aus dem Kalender verschwinden.

Der HOFFNUNGSTRÄGER DES JAHRES – MICK SCHUMACHER

Kein anderer Nachwuchsfahrer stand in den vergangenen Jahren so im Fokus wie der Sohn des siebenmaligen Weltmeisters. Von Kartzeiten an wurde jeder seiner Schritte beobachtet, wurden immer wieder die Vergleiche zu seinem Vater herangezogen. Er hat allem Erwartungsdruck stand gehalten, in allen Serien, in denen er gefahren ist, geliefert und sich formidabel weiterentwickelt.

Er ist vielleicht nicht das Überfliegertalent, wie es Michael Schumacher einst war. Aber er hat diesen Ehrgeiz, diesen Willen und das permanente Streben nach Verbesserung, dass einst den Herrn Papa ausgezeichnet hat. Mit dem Gewinn des Titels in der Formel 2 hat er das nachhaltig unterstrichen.

Es ist nicht selbstverständlich gewesen in den vergangenen Jahren, dass der Champion des direkten F1- Unterbaus automatisch einen Sitz in der Formel 1 bekommen hat. Auf Schumacher aber haben viele gewartet. Für die PR- und Marketingverantwortlichen ist er das Beste, was kommen konnte.

Er wird mit dem Haas-Boliden sportlich chancenlos sein, schon aufgrund des Ferrari-Motors im Heck. Aber er wird für viele Schlagzeilen und Geschichten sorgen und die Hinterbänkler in die erste Reihe der Wahrnehmung rücken. Eine Blutauffrischung, die der Formel 1 sehr, sehr gut tun wird!

PEDAL TO THE METAL Ihr Peter Kohl

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Vettel schenkt Leclerc seinen Helm: "Der talentierteste Fahrer"

Abu Dhabi (SID) – Sie waren sich nicht immer grün, wahrscheinlich war Charles Leclerc mit seinen starken Leistungen mitverantwortlich für das Ferrari-Aus von Sebastian Vettel – doch nach dem letzten gemeinsamen Rennen hat der Heppenheimer seinen monegassischen Teamkollegen mit Anerkennung und Lob geradezu überschüttet.

“An Charles, du bist der talentierteste Fahrer, der mir in 15 Jahren in der Formel 1 begegnet ist. Verschwende dein Talent nicht. Aber stelle immer sicher, dass du zufrieden bist und lächelst. Danke für alles”, schrieb Vettel (33) auf seinen Helm, den er am Sonntag in Abu Dhabi getragen hatte, ehe er ihn Leclerc überreichte.

Der zehn Jahre jüngere Leclerc schenkte dem Heppenheimer ebenfalls seinen Helm, der beim Saisonfinale die Botschaft “Danke Seb” trug. Das Austauschen der Helme gilt unter Rennfahrern als höchste Respektsbekundung. 

Leclerc hatte zuvor bei der letzten gemeinsamen Pressekonferenz als Teamkollegen über Vettel gesagt: “Wir hatten sehr gute Momente auf der Strecke, aber auch andere, die weniger gut waren. Du kannst dir sicher vorstellen, wie einschüchternd es war, neben einem viermaligen Weltmeister zu sein, wenn man bei Ferrari ankommt. Du hast mich aber bestmöglich empfangen. Ich habe es sehr genossen, diese zwei Jahre dein Teamkollege gewesen zu sein.”

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Formel 1: Sky verzeichnet Quotenplus – RTL verpasst Vier-Millionen-Schnitt knapp

Der Bezahl-Fernsehsender Sky, ab 2021 alleiniger TV-Rechteinhaber der Formel 1 in Deutschland, hat in der am Sonntag zu Ende gegangenen Saison ein deutliches Quotenplus gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. 

Wie Sky mitteilte, schalteten im Schnitt 550.000 Zuschauer bei den 17 Rennen ein. Das Saisonfinale in Abu Dhabi, bei dem Sebastian Vettel letztmals für Ferrari fuhr, sahen noch einmal 562.000 Zuschauer.

Betrachtet man die Rennwochenenden, sahen im Schnitt 979.000 Zuschauer die einzelnen Sessions mit den freien Trainings, Qualifying und Rennen. Damit schalteten durchschnittlich rund 19 Prozent mehr Zuschauer ein als in der Vorsaison.

Mit “Sky Sport F1″ wird Sky pünktlich zum Saisonbeginn den ersten linearen Formel-1-Sender im deutschen Fernsehen an den Start bringen. Zudem wird Sky vier ausgewählte Rennen pro Saison frei empfangbar ausstrahlen. 

In den vergangenen knapp 30 Jahren hielt RTL die Free-TV-Rechte an sämtlichen Formel-1-Rennen. Bei der 533. und zumindest vorerst letzten Übertragung des Kölner Privatsenders waren am Sonntag 3,51 Millionen Zuschauer dabei. Damit verpasste RTL über das Jahr gesehen mit 3,98 Millionen knapp den Wert von vier Millionen Zuschauern pro Rennen. Diese Marke hatte RTL in der Saison 2019 exakt erreicht.

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Wie verabschiedet sich Vettel von Ferrari?

Es wird emotional in der Formel 1.

Am Nachmittag steigt Sebastian Vettel zum letzten Mal in das Cockpit seines Ferraris. Nach sechs Jahren bei der Scuderia verlässt der viermalige Weltmeister das Team aus Maranello und heuert ab der Saison 2021 bei Aston Martin an (Formel 1: Großer Preis von Abu Dhabi ab 14.10 Uhr im SPORT1-Liveticker).

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Beim Großen Preis von Abu Dhabi will der Deutsche daher unbedingt ein gutes Resultat erzielen, um sich mit einem positiven Erlebnis zu verabschieden. Gleichwohl weiß der 33-Jährige, dass das alles andere als einfach wird. Und das liegt nicht nur an seiner Startposition 13.

Vettel froh über Saisonende

“Ich versuche einfach nur, mein Bestes zu geben. Es wird emotional morgen, vor allem mit den Mechanikern in der Box. Was das Ergebnis anbelangt, ein Höhepunkt wird es nicht werden. Ich freue mich daher darauf, morgen die Zielflagge zu sehen”, erklärte er nach dem Qualifying am Samstag. (Die Fahrerwertung der Formel 1)

“Die Saison war so schlecht, da freue ich mich ziemlich, dass sie jetzt vorbei ist. Das letzte Jahr spiegelt nicht gut wider, was für eine Zeit ich bei diesem Team hatte. Man lebt immer in der Gegenwart, da fällt der Rückblick schwer”, so Vettel weiter.

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Doch nicht nur für Sebastian Vettel bedeutet das Rennen im Emirat einen Abschied. Gleich mehrere Piloten steigen zum letzten Mal in ihren Boliden. So ist für Sergio Perez die Zeit bei Racing Point vorbei. Er muss ab 2021 für Sebastian Vettel Platz machen. Auch für Daniil Kwjat geht es bei Alpha Tauri nicht weiter.

Verstappen auf der Pole Position

Romain Grosjean, der beim Bahrain-Grand-Prix einen schweren Unfall erlitt, kann ohnehin nicht mehr in sein Cockpit steigen. Er wird erneut von Pietro Fittipaldi ersetzt. Auch der zweite Haas-Pilot, Kevin Magnussen, feiert seinen Abschied.

Neben vielen Emotionen steht am Nachmittag aber auch die Rennaction im Vordergrund. Red-Bull-Pilot Max Verstappen steht erstmalig in dieser Saison auf der Pole Position und will alles geben, um auch nach dem Überfahren der Zielflagge noch vor den beiden Silberpfeilen zu sein. (SERVICE: Die Teamwertung)

Diese stehen in der Startaufstellung direkt hinter dem Niederländer. Valtteri Bottas geht von Rang zwei aus in das Rennen, Weltmeister Lewis Hamilton startet von Platz drei. Nach seiner Corona-Erkrankung geht es dem Briten aber noch nicht wieder zu 100 Prozent gut und er weiß, dass der GP in Abu Dhabi für ihn zu einer besonderen Herausforderung wird. 

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Warum Russells Schatten auf Mercedes liegt

In der Geschichte der Formel 1 gab es schon viele Gastspiele.

Wenn ein Pilot aus irgendwelchen Gründen nicht in sein Cockpit steigen kann, dann wird er von einem anderen ersetzt. So geschehen auch in der vergangenen Woche. Weil Mercedes-Superstar Lewis Hamilton an Covid-19 erkrankt war, wurde er von Williams-Pilot George Russell ersetzt.

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Dieser konnte mit seinem neunten Platz zwar rein ergebnistechnisch nicht beeindrucken, dennoch schwebt der Auftritt des jungen Briten über den Silberpfeilen. Im Qualifying landete er nur einen Hauch hinter Valtteri Bottas, im Rennen zog er sogar an ihm vorbei und beeindruckte mit seinen Fahrkünsten.

Nur weil die Mercedes-Box schwer patzte, und ihm verbotenerweise die Reifen von Bottas aufzog, musste er ungeplant erneut zu den Mechanikern. Weil dann auch noch ein Reifenschaden dazu kam, sprang am Ende kein Platz auf dem Podest heraus. Dennoch: Mit seiner Performance hat Russell beeindruckt und das ist auch eine Woche später noch zu spüren.

Hamilton noch nicht wieder fit

Weltmeister Lewis Hamilton sitzt beim letzten Saisonrennen in Abu Dhabi wieder im Cockpit. Und das, obwohl er alles andere als fit ist. (Formel 1: Großer Preis von Abu Dhabi ab 14.10 Uhr im SPORT1-Liveticker)

“Heute war schon hart. Eigentlich gestern und heute. Vielleicht die härtesten Tage, die ich dieses Jahr im Auto hatte”, erklärte er nach dem Qualifying und ergänzte: “Es waren einfach keine perfekten Runden, so wie sonst. Ich hatte Probleme mit dem Auto.”

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Der 35-Jährige wirkte in Abu Dhabi angeschlagen. Bei der Pressekonferenz hustete er immer wieder, sprach nur mit leiser Stimme. “Ich bin nicht bei 100 Prozent. Ich habe noch ein seltsames Gefühl in der Lunge. Es wird körperlich sicher nicht das leichteste Rennen. Aber ich werde das schon hinkriegen”, versuchte er sich selbst zu motivieren.

Hamilton will Bottas stärken

Als ein Journalist von ihm wissen wollte, wie es ihm bei seiner Corona-bedingten Pause in seinem Hotelzimmer in Bahrain erging, wollte der Brite nicht antworten. “Da möchte ich nicht ins Detail gehen.”

Gewiss zählt Hamilton zu den Favoriten, auch wenn er nicht bei 100 Prozent ist und an Gewicht verloren hat, dennoch wirft der Einsatz beim Saisonfinale Fragen auf. Die Fahrerwertung und die Konstrukteurs-WM sind längst entschieden, der siebenmalige Weltmeister hätte sich gut und gerne weiter auf seine Rehabilitation konzentrieren können.

Dennoch ist er in Abu Dhabi am Start – und versucht Teamkollege Bottas stark zu reden. (SERVICE: Fahrerwertung der Formel 1)

Russell sorgte für Zweifel an Bottas

“Ich weiß nicht, wie viele nette Wort ich noch über Valtteri sagen kann. Ich habe nicht das Gefühl, dass er oder ich seine Performance rechtfertigen müssen. Wir hatten enge Qualifyings. Es ist ein harter mentaler und emotionaler Kampf das ganze Jahr. Schön, dass wir eine Beziehung wie zwei Gentlemen pflegen. Das spricht für seinen Charakter. Ich denke, er wird nächstes Jahr noch stärker sein, also muss ich auch an mir arbeiten. Immerhin ist er heute schon schneller als ich”, sagte der Brite.

Mit der starken Leistung von Russell in der vergangenen Woche sind Zweifel aufgekommen, ob mit Bottas wirklich der – neben Hamilton – stärkste Mercedes-Fahrer im Formel-1-Cockpit sitzt. Längst setzen sich Experten und vor allem britische Pressevertreter dafür ein, dass Mercedes den Einjahresvertrag mit Bottas nicht einhält und stattdessen der Youngster als Teamkollege Hamilton einheizen kann.

In den zurückliegenden Jahren hatte Hamilton mit Bottas stets einen ungefährlichen Teamkollegen an der Seite, der ihm in der WM-Wertung nicht gefährlich wurde. Sollte Russell im Cockpit sitzen, könnte sich das schnell ändern. Wohl auch deshalb versucht Hamilton alles, um den Finnen zu behalten.

Wolff mischt sich am Funk ein

Da wirkte es nur passend, dass sich Toto Wolff während des Qualifyings am Funk bei Bottas meldete. Normalerweise mischt sich der Motorsportchef nicht ein, doch in Abu Dhabi war dies anders. Vor der letzten Runde im Q3 richtete er markante Worte an den Finnen. “Alles, was du hast, Valtteri”, war dort zu hören. (SERVICE: Konstrukteurswertung)

Davon, dass die Luft für Bottas immer dünner wird, wollte Wolff nach dem Qualifying freilich nichts wissen. Der Finne habe lediglich schwierige Wochen hinter sich und darum gebeten, mehr Unterstützung zu erfahren, erklärte der Österreicher sein Eingreifen.

Dabei hatten die Aussagen von Wolff nach dem vergangenen Rennen noch ganz anders geklungen. “Der schwarze Schwan schwimmt immer dann vorbei, wenn man es am wenigsten erwartet. Mit George Russell wurde ein neuer Star geboren”, hatte er erklärt.

Nun die Wendung um 180 Grad. Nach dem Qualifying sprach Wolff Bottas eine Jobgarantie für 2021 aus. Ob dies die Stimmen der Kritiker verstummen lässt, darf bezweifelt werden.

Vertrag von Hamilton noch nicht fix

Und selbst bei Hamilton steht nichts fest. Noch hat der Brite keinen neuen Vertrag unterschrieben. Die geplanten Gespräche haben sich durch die Corona-Erkrankung des Sportlers verschoben.

“Er hat sieben WM-Titel gewonnen und ist damit gleichgezogen mit Michael Schumacher. Er liebt das Rennfahren, die Wochenenden geben ihm Struktur. Aus meiner Sicht spricht also nichts dagegen, dass er weitermacht, und ich gehe mit großer Wahrscheinlichkeit davon aus. Aber ich würde nichts ausschließen”, ließ Wolff im SZ-Interview zumindest ein Hintertürchen offen.

Beim Rennen am Sonntag starten Bottas und Hamilton von den Rängen zwei und drei, Russell ist mit seinem Williams auf Startplatz 18 weit entfernt. Das britische Schreckgespenst dürfte sich dennoch nicht so schnell verziehen.

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Letztes Qualifying im Ferrari – wo landet Vettel in Abu Dhabi?

Für Sebastian Vettel geht am Wochenende ein großes Kapitel in seinem Leben zu Ende.

Sechs Jahre lang fuhr der viermalige Weltmeister für die Scuderia, beim Großen Preis von Abu Dhabi steigt er zum letzten Mal in sein Ferrari-Cockpit (Formel 1: Qualifying zum Großen Preis von Abu Dhabi ab 14 Uhr im SPORT1-Liveticker).

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Nach einem verkorksten Jahr will der 33-Jährige auf dem Yas Marina Circuit einen versöhnlichen Abschluss seiner Zeit in Rot feiern. Die Trainingseinheiten am Freitag boten für Vettel aber wenig Anlass, auf eine gute Platzierung im Qualifying zu hoffen. Im ersten freien Training landete er auf Rang 14, bei der zweiten Trainingseinheit des Tages reihte er sich sogar noch einen Platz weiter hinten ein. (SERVICE: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Auch beim dritten freien Training reichte es nur zu Platz 14.

Doch nicht nur für Sebastian Vettel bedeutet der Grand Prix in Abu Dhabi einen Abschied. Auch andere Piloten setzen sich am Wochenende zum letzten Mal hinter ihr gewohntes Lenkrad.

So fährt beispielsweise der Sieger des vergangenen Rennens, Sergio Perez, zum letzten Mal für Racing Point. Seinen Platz übernimmt ab 2021 Sebastian Vettel. (SERVICE: Die Teamwertung)

Ein anderer Pilot feiert dagegen nach einer Pause sein Comeback. Weltmeister Lewis Hamilton musste zuletzt in Bahrain pausieren, weil er sich mit dem Coronavirus angesteckt hatte. Er wurde von Landsmann George Russell vertreten. Für das finale Rennen der Saison ist Hamilton aber wieder fit und motiviert. Russell muss nach seinem kurzen Auftritt im Silberpfeil dagegen zurück zu Williams.

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Verstappen fährt Bestzeit im dritten freien Training

Red-Bull-Pilot Max Verstappen hat im dritten freien Training zum Großen Preis von Abu Dhabi die wenig aussagekräftige Bestzeit gesetzt. In 1:36,251 Minuten verwies der Niederländer in der Qualifying-Generalprobe des Saisonfinales seinen vor der Ablösung stehenden Teamkollegen Alex Albon (Thailand) um 0,501 Sekunden auf Platz zwei.

Rekordweltmeister Lewis Hamilton und auch der WM-Zweite Valtteri Bottas ließen es ruhig angehen und beendeten die Einheit auf den Rängen sechs bzw. neun mit etwas weniger als einer Sekunde Rückstand auf Verstappen. Der Heppenheimer Sebastian Vettel, der in Abu Dhabi sein letztes Rennen für Ferrari bestreitet, erreichte Platz 14.

Die äußeren Bedingungen mit 24 Grad Lufttemperatur und strahlendem Sonnenschein während der Einheit waren nicht sonderlich repräsentativ. Das Qualifying (Formel 1: Qualifying zum Großen Preis von Abu Dhabi ab 14 Uhr im SPORT1-Liveticker) und das Rennen (Formel 1: Großer Preis von Abu Dhabi ab 14.10 Uhr im SPORT1-Liveticker) beginnen jeweils in der Dämmerung und finden bei niedrigeren Asphalttemperaturen unter Flutlicht statt.

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Nach F1-Debüt: Das sieht Schumacher als seine Schwachstelle

Die Ampel stand noch auf Rot, als Mick Schumacher im neuen schwarzen Rennoverall bedächtig in sein Cockpit abtauchte.

Um 13.02 Uhr Ortszeit hatte das Warten endlich ein Ende für das meistbeobachtete Motorsporttalent der Welt: Im Haas-Ferrari mit der Startnummer 50 rollte der 21-Jährige mit Deutschland-Helm auf den Kurs in Abu Dhabi zu seinem ersten Formel-1-Trainingseinsatz (SERVICE: Konstrukteurswertung der Formel 1).

22 insgesamt unauffällige Runden drehte der Sohn von Rekordchampion Michael Schumacher und belegte am Ende des ersten Trainings den 18. Rang mit 3,857 Sekunden Rückstand auf die Trainingsbestzeit des Niederländers Max Verstappen im Red Bull (1:37,378 Minuten).

Schumacher will nach Debüt lernen

Der Formel-2-Champion betonte nach seinem Debüt noch einmal, dass die Formel 1 “ein langjähriger Traum, der jetzt irgendwo in Erfüllung geht”, sei.

Zudem räumte er ein, noch nicht volles Risiko gegangen zu sein. “Das werde ich nicht in eineinhalb Stunden finden. Da muss ich mir Zeit lassen, um nicht einen größeren Abflug zu machen”, erklärte Schumacher, warum er nicht am Limit gefahren ist.

Er blickte auch gleich nach vorne und sagte, dass eine stärkere Nackenmuskulatur für die Königsklasse von Nöten sei. ”Das ist der einzige Punkt, der nächstes Jahr extrem mehr angesprochen wird. Von daher wird das einer der Fokuspunkte meines Trainings sein”, ergänzte er.

Schumacher führte weiter aus: “Mein größtes Ziel ist natürlich, mich als Fahrer weiterzuentwickeln und mein Bestes zu geben, aber auch mit dem Team zu arbeiten. Ich möchte erreichen, dass wir am Ende nächsten Jahres sagen können, dass wir eine Familie sind.”

Teamchef Steiner lobt Schumacher

Von seinem zukünftigen Teamchef erhielt er ein großes Lob.

“Mick hat sich sehr gut geschlagen. Das war perfekt für das erste freie Training”, sagte Haas-Teamchef Günther Steiner am Sky-Mikrofon: “Er hat nicht übertrieben, gutes Feedback gegeben. Da ist so viel, was man verarbeiten muss.”

Weltmeister Lewis Hamilton, der nach überstandener Corona-Infektion erst am Donnerstagabend grünes Licht erhalten hatte, wurde im Mercedes Fünfter mit 1,366 Sekunden Rückstand. Sebastian Vettel startete mit Rang 14 (+2,292) in sein letztes Rennwochenende als Ferrari-Pilot.

Schumacher besser als Haas-Kollege

Schumacher war bei seinem Debüt schneller unterwegs als Pietro Fittipaldi im zweiten Haas. Der Brasilianer, Enkel des zweimaligen Weltmeisters Emerson Fittipaldi, vertritt zum zweiten Mal den Franzosen Romain Grosjean nach dessen Feuerunfall von Bahrain. 2021 soll Schumachers Teamkollege der Russe Nikita Masepin sein – sofern die jüngsten Negativschlagzeilen dies nicht noch verhindern.

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Eigentlich hätte Schumacher bereits vor neun Wochen in einem Formel-1-Training debütieren sollen. Anfang Oktober am Nürburgring hatten ihm die berüchtigten Wetterkapriolen in der Eifel allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Schumacher am Dienstag erneut im Einsatz

In der zweiten Trainingseinheit am Nachmittag übergibt Schumacher den Haas wieder an den Dänen Kevin Magnussen, der am Sonntag (Formel 1: Großer Preis von Abu Dhabi ab 14.10 Uhr im SPORT1-Liveticker) sein letztes Rennen für das Team bestreitet. Schumacher kommt bereits am kommenden Dienstag beim Nachwuchsfahrertest ebenfalls in Abu Dhabi wieder zum Einsatz (SERVICE: Fahrerwertung der Formel 1)

Schumacher hatte einen klaren Auftrag: Reifen testen, Daten für das Team und Erfahrungen für sich selbst sammeln. Die äußeren Bedingungen mit 25 Grad Lufttemperatur und strahlendem Sonnenschein waren allerdings nicht sonderlich repräsentativ. Qualifying und Rennen beginnen jeweils in der Dämmerung und finden größtenteils in der Wüstennacht unter gleißend hellem Flutlicht ab. 

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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Formel-1-Debüt immer fraglicher: Hanois Ex-Bürgermeister muss ins Gefängnis

Hanois ehemaliger Bürgermeister, ein wichtiger Unterstützer des weiter verzögerten Formel-1-Rennens in Vietnams Hauptstadt, ist am Freitag zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Nguyen Duc Chung soll Staatsdokumente gestohlen haben. Durch diese Personalie wird erwartet, dass die Chancen auf das Formel-1-Debüt Hanois weiter sinken. 

Chung war ein großer Unterstützer des Prestigeprojekts. Im vergangenen April sollte in Hanoi der erste Grand Prix starten, das Event wurde aber wegen der Corona-Pandemie verschoben und später abgesagt. Im vorläufigen Kalender für 2021 findet sich Hanoi nicht mehr, für den angedachten Termin am 25. April sucht die Formel 1 einen alternativen Standort.

“Ohne Chung ist die Zukunft des Rennens in Hanoi düster”, sagte eine Quelle aus dem Umfeld des Politikers der Nachrichtenagentur AFP. Die vietnamesischen Behörden haben sich dazu noch nicht geäußert. Offiziell heißt es, dass die Gespräche zwischen der Formel 1 und dem Veranstalter weitergehen.

Einige Zuschauertribünen wurden bereits neben der Strecke entfernt. Die kommunistische, südostasiatische Nation unterzeichnete 2018 einen Zehn-Jahres-Vertrag mit der Formel 1, laut staatlichen Medien soll die jährliche Antrittszahlung bei 60 Millionen Dollar (knapp 50 Millionen Euro) liegen.

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Perez hofft auf Red Bull: "Entscheidung nach diesem Wochenende"

Formel-1-Pilot Sergio Perez hofft nach seinem Überraschungssieg am vergangenen Sonntag weiter auf einen Wechsel zum Topteam Red Bull im kommenden Jahr.

“Sie werden eine Entscheidung nach diesem Wochenende treffen”, sagte der 30-Jährige am Donnerstag vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi (Formel 1:Großer Preis von Abu Dhabi ab 14.10 Uhr im SPORT1-Liveticker).

Der Mexikaner gab sich aber ganz entspannt. “Wann genau das sein wird, weiß ich nicht, aber ein bis zwei Wochen machen jetzt auch keinen Unterschied mehr”, meinte der Racing-Point-Star.

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Vettel ersetzt Perez – der hofft auf Red Bull

Perez hatte in Bahrain seinen ersten Sieg im 190. Formel-1-Rennen errungen, den Racing-Point-Rennstall muss er am Ende des Jahres dennoch verlassen: Er wird 2021 durch Sebastian Vettel ersetzt.

Red Bull kann allerdings nicht zufrieden mit den aktuellen Leistungen von Max Verstappens Teamkollegen Alex Albon sein, der Thailänder muss um seinen Platz bangen.

Perez glaubt indes nicht, dass sich seine Chancen auf das Red-Bull-Cockpit durch den Sieg in Bahrain signifikant erhöht haben. “In der Formel 1 ändert ein Rennen nicht dein Leben”, sagte er: “Ich habe zehn Jahre lang Rennen für Rennen gezeigt, was ich kann. Auch diese Saison war sehr turbulent, und trotzdem bin ich Vierter im WM-Klassement.” (SERVICE: Fahrerwertung)

Der Erfolg habe ihn allerdings “hungriger” gemacht: “Wenn du den ersten Sieg hast, weißt du, dass du es wiederholen kannst. Ich will noch sehr oft gewinnen.”

Mexikaner “haben auf den Straßen gefeiert”

Perez berichtete zudem von ausschweifenden Feierlichkeiten in seiner mexikanischen Heimat. Man habe zwar keinen Feiertag nach ihm benannt, “so weit sind sie nicht gegangen. Aber die Leute haben auf den Straßen gefeiert, ich habe Videos bekommen von Menschen, die vor Freude weinten.”

Es habe zudem “schöne Bilder aus Mexiko-Stadt” gegeben: “Die Taxis haben sich dort extra aufgereiht, das ist witzig, weil die Taxis pink sind.” Die Boliden des Racing-Point-Teams sind in der gleichen Farbe lackiert. (SERVICE: Konstrukteurswertung)

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