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Dann wird Hamilton Weltmeister

Die Spannung in der Formel 1 scheint nach dem erneuten Doppelsieg von Mercedes beim Großen Preis von Portugal im Titelrennen endgültig dahin – und das bereits fünf Rennen vor Schluss!

SPORT1 rechnet vor, wann sowohl in der Fahrerwertung als auch im Konstrukteurs-Rennen die endgültige Entscheidung fällt und die Korken knallen. 

Fahrerwertung: 

Lewis Hamilton steht ohne Frage dicht vor seinem siebten WM-Titel. Dieser würde den Engländer gemeinsam mit Michael Schumacher zum erfolgreichsten Fahrer aller Zeiten machen. Hamilton hat 256 Zähler auf dem Konto. Nur zwei Fahrer können ihn noch einholen: Teamkollege Valtteri Bottas (179) und Max Verstappen (162). Die Maximalausbeute bis zum Saisonende ist für einen Fahrer 130 Punkte. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

So wird Hamilton frühestens Weltmeister: 

In Italien beim nächsten Grand Prix wird es für den Seriensieger auf jeden Fall noch nichts mit der erneuten Krönung. Selbst wenn Bottas und Verstappen keinen Punkt holen und Hamilton inklusive Extrapunkt für die schnellste Rennrunde gewinnt, reicht das Polster nicht aus. Es würde dann 103 Zähler auf Bottas betragen und der Finne könnte maximal noch 104 Punkte holen. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

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Wahrscheinlicher ist der endgültige Triumph beim übernächsten Rennen in der Türkei. 78 Punkte sind danach nur noch maximal zu holen. Momentan hat Hamilton ein Polster von 77 Zählern auf Teamkollegen Bottas. Nimmt er seinem Widersacher also einen Punkt bei den kommenden beiden Rennen ab, ist Hamilton nicht mehr zu schnappen. 

Spätestens beim Bahrain-Doppelpack nach der Türkei wird Hamilton dann seinen nächsten Titel feiern können. Satte 78 Zähler müsste Bottas aufholen – eine quasi unmögliche Aufgabe. Selbst bei einem Sieg-Hattrick mit drei Extrapunkten für die schnellste Runde dürfte Hamilton dann nur einen Zähler in drei kommenden Rennen einsammeln. (DATENCENTER: Die Teamwertung der Formel 1)

Konstrukteurswertung: 

Die Regentschaft von Mercedes wird auch nach 2020 weiter Bestand haben – daran zweifelt niemand mehr. 2013 hatte Red Bull den Titel gefeiert, seitdem gab es an dem deutschen Team kein Weg mehr vorbei. Läuft alles perfekt bis zum Saisonende, kann ein Team maximal noch 220 Punkte holen. Mercedes hat aktuell schon 435 Zähler gesammelt und kann nur noch von Red Bull überholt werden (226). 

So wird Mercedes frühestens Weltmeister: 

Holt Mercedes also 12 Punkte in Italien, ist der Titel nicht mehr zu nehmen. Es würde also zum Beispiel ein vierter Platz eines Fahrers schon genügen. Selbst bei einer Nullnummer von Mercedes wäre es nicht unwahrscheinlich, dass es trotzdem eine Titelsause gibt. Red Bull müsste in diesem Fall mindestens 25 Zähler einfahren, damit der Rückstand nicht zu groß ist. Denn danach sind ja nur noch maximal 184 Zähler zu holen und die Differenz beträgt aktuell 209 punkte

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Spätestens in der Türkei knallen dann die Korken bei Mercedes – wenn kein Wunder passiert. 138 Punkte könnte Red Bull in den drei Grand Prix’ nach der Türkei noch holen. Also müssen in den beiden kommenden Rennen satte 71 Zähler abgeknabbert werden. Selbst bei zwei Doppelsiegen von Red Bull mit zwei schnellsten Rennrunden und somit 92 Zählern würden schon ein vierter und dazu ein fünfter Rang der Mercedes-Piloten reichen. 

Fazit:

Während die Champagner-Flaschen zur Party für den Konstrukteurs-Titel bei Mercedes bereits beim kommenden Rennen in Italien kaltgestellt werden können, muss sich Lewis Hamilton noch einen Grand-Prix länger gedulden. 

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Schumacher muss sich gedulden

Der Name Alfa Romeo bleibt auch 2021 in der Formel 1.

Vor dem Großen Preis der Emilia-Romagna in Imola (Sonntag, 13.10 Uhr im LIVETICKER) bestätigte die Fiat-Chrysler-Tochter die Ausweitung des seit 2018 bestehenden Titelsponsorings beim Sauber-Rennstall. Damit bleibt auch die Verbindung zur Scuderia Ferrari über die Motorenpartnerschaft hinaus eng.

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Schumacher muss sich gedulden

Bezüglich der Fahrerpaarung für das kommende Jahr vermeldete Alfa Romeo keine Neuigkeiten. Derzeit besetzen der 41 Jahre alte Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) und der Italiener Antonio Giovinazzi (26) die beiden Stammcockpits.

Unter anderem Formel-2-Spitzenreiter Mick Schumacher gilt als Anwärter auf einen Platz im kommenden Jahr. Zuletzt verdichteten sich aber die Anzeichen, dass Räikkönen weitermachen möchte und Giovinazzi wohl eine weitere Chance erhält.

Schumacher (21), Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher, bliebe in diesem Fall noch die Option Haas, wo Kevin Magnussen (Dänemark) und der Franzose Romain Grosjean keine neuen Verträge erhalten.

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Ecclestone schürt Verschwörungstheorie um Vettel und Ferrari

Bernie Ecclestone ist der Macher der Formel 1 und hat aus der Rennserie ein milliardenschweres Spektakel geformt.

40 Jahre lang war er der unumstrittene Chef der Königsklasse des Motorsports. Es wurde gemacht, was er sagte. Und so wurde aus der Schrauber-Serie ein Premiumsport mit Milliardenumsätzen. Doch der umstrittene Strippenzieher sorgte auch immer wieder für Skandale.

2014 wurde der Brite, der aus einfachsten Verhältnissen stammt, wegen Anstiftung zur Untreue und Bestechung in besonders schwerem Fall vor der deutschen Justiz angeklagt. Ecclestone zahlte 100 Millionen Dollar, bei einem Vermögen von 3,3 Milliarden US-Dollar ein Kleckerbetrag. Das Verfahren wurde eingestellt. Auch mit Aussagen über Adolf Hitler und Saddam Hussein sorgte er für Aufsehen. Doch nachhaltig konnte ihm kein Skandal schaden.

Anfang 2017 wurde er an der Spitze der Formel 1 abgesetzt – eine Schmach für den ehemaligen Gebrauchtwagenhändler, der sich von ganz unten nach ganz oben gearbeitet hat. Ein freiwilliger Rücktritt wäre für ihn nie infrage gekommen.

Im Fahrerlager war und ist Ecclestone noch immer beliebt, fast alle schätzen ihn für seine Arbeit. Anlässlich seines 90. Geburtstags spricht der Pate der Formel 1 bei SPORT1 über sein Lebenswerk, die Zukunft von Mick Schumacher und verrät, wie er Sebastian Vettel zum Deal mit Aston Martin verhalf.

SPORT1: Herr Ecclestone, unsere Glückwünsche zum Geburtstag. Wie fühlen sie sich jetzt mit 90 Jahren?

Bernie Ecclestone: Sehr gut, danke für die Nachfrage. Ich spüre das Alter nicht. Mein kleiner Sohn hält mich zudem auf Trab.

Ecclestone: “Mercedes nicht zu schlagen”

SPORT1: Die Formel 1 ist Ihr Lebenswerk. Sie haben sie zu dem globalen Sport gemacht, der er jetzt ist. Wie sehr sind Sie noch involviert?

Ecclestone: Ich habe natürlich immer noch viele Kontakte, eine Menge Leute fragen mich noch um Rat. Die neuen Vermarkter gehören nicht dazu. Aber natürlich schaue ich mir noch jedes Rennen an. Das letzte Mal das in Portugal.

SPORT1: Hat es Ihnen gefallen?

Ecclestone: Ehrlich gesagt nein. Es wirkte künstlich, ohne Atmosphäre. Es ist halt nicht sehr schön, vor fast leeren Tribünen zu fahren.

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SPORT1: Und sportlich?

Ecclestone: Die immer vorne sind, waren es auch diesmal. 

SPORT1: Das hört sich so an, als wären Sie gelangweilt.

Ecclestone: Gelangweilt nicht. Aber seit es die Hybridmotoren gibt, ist Mercedes nicht zu schlagen. Ich habe ja damals den Motoren zugestimmt, aber schon nach kurzer Zeit merkte ich, welch großer Fehler das war. Ich wollte es wieder ändern, aber ich stieß auf taube Ohren.

Hamilton besser als Schumacher?

SPORT1: Trotzdem – Wie bewerten Sie die Leistungen von Lewis Hamilton?

Ecclestone: Lewis hat es verdient. Er hat seine Teamkollegen bis auf 2016 immer geschlagen. Er macht so gut wie keine Fehler. Aber ich vergleiche ihn mit einem Pokerspieler, der weiß, dass er vier Asse in der Hand hat. Da kann man ruhig pokern, während die anderen schwitzen. Ich würde ihn gerne mit einem Max Verstappen in einem Team sehen. Ob er dann auch noch so wenig Fehler machen würde, ist die Frage.

SPORT1: Hamilton hat jetzt Michaels Rekordmarke an Siegen geknackt. Er wird auch in der Anzahl an WM-Titeln mit ihm gleichziehen. Ist er jetzt der Beste aller Zeiten?

Ecclestone: Lewis gehört in die Reihe der Besten, ohne Frage. Wie Michael auch. Aber wer letztendlich der Beste ist, ist kaum zu beantworten. Man kann Michael, Lewis oder Ayrton Senna kaum miteinander vergleichen. Vor dem zweiten Weltkrieg erzählte man sich wahre Wunderdinge über einen Bernd Rosemeyer. In den 50ern gewann Juan-Manuel Fangio fünf WM-Titel und er ist in Bezug auf Siegquote immer noch vorn. Was wäre, wenn Jim Clark oder Ayrton Senna nicht so früh verunglückt wären? Oder Jochen Rindt, der für mich persönlich der Schnellste war, früher in seiner Karriere konkurrenzfähige Autos gehabt hätte? Bei mir steht auch Alain Prost mit seinen vier WM-Titeln ganz hoch im Ranking. Und auch Sebastian Vettel. Es ist noch nicht so lange her, da hat man ihn auch ganz oben in der ewigen Bestenliste gesehen. Jetzt redet leider kaum noch jemand positiv von ihm. In der Formel 1 ist ein Fahrer immer noch abhängig von seinem Auto. Und sein Ferrari scheint ihm gerade zur Zeit nicht gut zu liegen.

SPORT1: Ist denn Teamkollege Leclerc so viel stärker?

Ecclestone: Leclerc ist sicher ein Riesentalent. Aber das war Sebastian Vettel auch, ist es immer noch. Und er hat mehr Erfahrung. Eigentlich müsste er also vorne sein. Da er das aber nicht ist, muss es andere Gründe geben. Ferrari war schon immer ein wenig durchschaubares Team, wo die Innenpolitik immer eine große Rolle spielte. Eigentlich zogen nur zur Zeit von Michael Schumacher dort immer alle an einem Strang. Zum Glück hat Sebastian Vettel im nächsten Jahr eine neue Herausforderung bei Aston Martin. Da wird er dann den Zweiflern die Antwort geben, die in diesem Jahr nicht mehr an seinen Fähigkeiten glauben.

Ecclestone verhilft Vettel zum Aston-Martin-Deal

SPORT1: Reden Sie noch viel mit Vettel?

Ecclestone: Ja, wir telefonieren öfters. Ich höre ihm zu und gebe ihm dann meine Einschätzung der Dinge. Ich habe ihm auch geholfen, dass der Deal mit Aston Martin klappt.

SPORT1: Inwiefern?

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Ecclestone: Ich habe richtig Druck bei Teambesitzer Lawrence Stroll gemacht, Sebastian zu nehmen. Ich habe ihm gesagt, wie gut Sebastian immer noch ist und dass es am Ende es für alle eine Gewinnsituation sein wird, wenn der Deal zu Stande kommt. Ich denke, meine Argumente haben ihn mit überzeugt.

SPORT1: Wie kamen Sie eigentlich dazu, die Formel 1 zu führen?

Ecclestone: Motorsport faszinierte mich schon immer. Ich besuchte auch das erste Formel-1-Rennen in Silverstone 1950. Später wollte ich dann selbst fahren. 1958 in Monaco war ich aber zu langsam. Deshalb wollte ich, dass Stirling Moss mit meinem Helm für mich mein Auto fährt. Doch die Rennkommissare bekamen irgendwie Wind davon und passten zu genau auf. Da beschloss ich, das mein Talent eher an der Boxenmauer liegt, weniger im Auto. Ich arbeitete mit Jochen Rindt zusammen, kaufte mir schließlich ein Team. Die anderen waren dann der Meinung, ich wäre der Richtige, sie zu vertreten. Also machte ich das dann. Mir war völlig klar, dass das meiste Geld mit Fernsehrechten zu verdienen ist.

SPORT1: Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Deal?

Ecclestone: Das legendäre Finale in Fuji 1976 war das erste Rennen, das weltweit übertragen wurde und richtig Geld einbrachte. Dabei wäre es fast ins Wasser gefallen. Zum Glück fuhren sie dann doch und James Hunt wurde Weltmeister. Niki Lauda warf mir aus Spaß jahrelang vor, dass ich wegen der Fernsehverträge auf die Austragung des Rennens bestand. Das hätte ihn den Titel gekostet. Wie auch immer: Fuji 1976 war die Initialzündung für den Erfolg, den wir dann hatten.

SPORT1: Was war damals anders als heute?

Ecclestone: Damals fuhren die Fahrer nur aus purer Leidenschaft. Sie riskierten ihr Leben in jeder Runde, aber das ignorierten sie einfach. Das Gefühl, das nächste Rennen könnte das letzte sein, schweißte sie zusammen. Sie waren wie Kameraden, die gemeinsam in eine Schlacht zogen. 

Ecclestone über Tod von Senna und Rindt

SPORT1: Was waren Ihre schlimmsten Erlebnisse?

Ecclestone: Da gab es eine Menge. Jedes Mal, wenn du einen Fahrer verloren hast, musstest du deine Trauer bekämpfen. Imola 1994, als Roland Ratzenberger und Ayrton Senna tödlich verunglückten, war sicherlich extrem schlimm. Und für mich persönlich natürlich Monza 1970, als mein Freund Jochen Rindt starb.

SPORT1: Können Sie sich noch daran erinnern?

Ecclestone: Ja, als wäre es gestern gewesen. Ich rannte so schnell ich konnte zur Unfallstelle. Da transportierten sie Jochen gerade auf einer Trage. Ich sah es und wusste sofort, es ist vorbei. Ich packte seinen blutverschmierten Helm und ging unter Tränen zurück in die Box. Ich musste mit Nina reden, seiner Ehefrau. Das lenkte mich von meiner eigenen Trauer ab. Denn ich war völlig verzweifelt. Jochen war nicht nur mein Freund, er war auch mein Geschäftspartner. Wir hatten noch so viel vorgehabt. Ich bin sicher, dass wir später zusammen die Formel 1 geleitet hätten. Ganz sicher. 

SPORT1: Wie würden Sie Michael Schumacher beschreiben?

Ecclestone: Man konnte ihm vertrauen. Wenn man ihm einen Job gab, konnte man sicher sein, dass er ihn erfüllen würde. Er legte die Limits für andere Fahrer nochmal nach oben. In jeder Beziehung. 

SPORT1: War das Comeback bei Mercedes gut für ihn?

Ecclestone: Für ihn nicht so gut wie für die Formel 1. Aber er wusste, dass er wie damals mit Ferrari erst mal Aufbauarbeit leisten musste. Das hat er getan. Und es ist fast schon tragisch, dass ausgerechnet der jetzt davon profitiert, der ihm gerade einen Rekord nach dem anderen abjagt.

SPORT1: Also Lewis Hamilton…

Ecclestone: Genau! Aber auch Toto Wolff und all die anderen. Ich möchte die Leistung aller Beteiligten nicht schmälern, aber sie mussten sich 2014 nur noch in das Bett legen, das Ross Brawn und unter anderem Michael für sie gemacht haben. Die wahre Leistung bestand dann eher darin, das Niveau zu halten. Ich denke, da trug Niki Lauda einen großen Teil dazu bei. Aber, wie gesagt: Der Mercedes-Motor war schon mehr als die halbe Miete. 

Ecclestone: Schumacher nächstes Jahr in Formel 1

SPORT1: Was denken Sie über Mick Schumacher?

Ecclestone: Was ich so mitbekomme, ist er ein sehr netter Junge, der gute Arbeit leistet. Er wird nächstes Jahr in der Formel 1 fahren. Aber man darf nicht zu viel von ihm erwarten. Die Geschichte seines Vaters lässt sich nicht wiederholen.

SPORT1: Können Sie die beiden vergleichen?

Ecclestone: Dafür kenne ich Mick zu wenig. Auffällig ist nur, dass er immer in seiner zweiten Saison den Durchbruch schafft. Das war bei seinem Vater anders. Der war sofort extrem schnell und hinterließ gleich mächtige Spuren. Ich kann mich noch gut an sein erstes Training in Spa erinnern, als er mit dem Jordan wie aus dem Nichts gleich in die Weltelite vorstieß. Nicht nur dass er extrem schnell war, er musste schon nach seinem ersten freien Training zu den Rennkommissaren. Michael war der Meinung, Alain Prost hätte ihn blockiert und bremste ihn danach zur Rache ein. Der gute Alain konnte das gar nicht richtig fassen. Ich rieb mir damals die Hände, weil ich sah: Das ist genau der Deutsche, den ich wollte. Schnell, eiskalt, respektlos – einer, der genau wusste, was er wollte.

SPORT1: Vielleicht hat Deutschland mit Nico Hülkenberg 2021 noch einen dritten Fahrer im Feld. Kennen Sie ihn?

Ecclestone: Ja. Er ist schnell, clever und sagt immer, was er denkt. Nicht so wie die meisten anderen Piloten, die nur noch nachplappern, was ihnen die Teams vorschreiben. Red Bull sollte ihn nehmen, weil er auch vom Typ her zu ihnen passt. Das Wichtigste aber: Er kann Ergebnisse liefern, weil er im Kopf sehr stark ist. Das muss man auch neben Max Verstappen sein, denn der Junge ist eine richtige Naturgewalt.

SPORT1: Danke, Herr Ecclestone, nur noch eine Bitte: Können wir uns in zehn Jahren zu ihrem 100. Geburtstag wieder verabreden?

Ecclestone: Bingo, das machen wir.

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Rekord-Kalender für die F1 2021?

Auf den Corona-Notkalender soll der Rekordkalender folgen!

Die Formel 1 plant in der Saison 2021 offenbar 23 Rennen für Sebastian Vettel und Co.

Ein entsprechender Entwurf wurde den Teamchefs nach dem Rennen in Portugal am Wochenende vom Weltverband FIA präsentiert, wie das Fachmagazin auto, motor und sport berichtet.

Beginnen soll die Saison demnach am 21. März in Australien, einen Großen Preis von Deutschland soll es nicht geben.

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Rekord in der Formel 1 ein Jahr verschoben

In diesem Jahr hätte die WM eigentlich 22 Grand Prix umfassen sollen – es wäre die umfangreichste in der Geschichte gewesen.

Wegen der Coronakrise wurde der Kalender aber auf 17 Rennen reduziert, dies machte auch eine Rückkehr der Königsklasse auf den Nürburgring möglich.

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"Autos identisch" – Ferrari-Boss kanzelt Vettel ab

Verständlicherweise hatte Sebastian Vettel nach dem zehnten Platz beim Portugal-Grand-Prix mal wieder mächtig Frust geschoben – und hinterher deshalb manchem Verschwörungstheoretiker vielleicht auch bewusst ein bisschen Vorschub geleistet.

In TV-Interviews nach dem Rennen formulierte der scheidende Ferrari-Pilot ziemlich unverhohlen, es sei ja “offensichtlich”, dass “das andere Auto deutlich schneller” führe.

Schon nach dem Freien Training in Portimao, als er vergebens versucht hatte, den einmal mehr fixeren Charles Leclerc in Schach zu halten, hatte Vettel der Scuderia über den Boxenfunk mehr oder weniger offen unterstellt, sein Teamkollege bekomme womöglich anderes, sprich: besseres Material als er: “Das ist alles, was im Auto steckt. Zumindest in diesem Auto.”

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Formulierungen, die Ferrari nicht auf sich sitzen lassen will – und deshalb nun vehement zurückwies: “Die Autos von Seb und Charles sind zweifellos identisch”, betonte Teamchef Mattia Binotto bei Sky Italia.

Ferrari widerspricht Vettel-Unterstellungen

Soll heißen: Am SF1000 der beiden Piloten gibt es technisch keine Unterschiede. Auch wenn Vettel zuletzt in der Ferrari-Medienrunde am Sonntagabend süffisant streute: ”Ich muss glauben, dass wir das gleiche Auto haben, und ich vertraue den Leuten in meiner Garage.”

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Der Heppenheimer ergänzte vielsagend: ”Die Stoppuhr ist das eine, das andere ist mein Gefühl.” (SERVICE: Die Fahrerwertung)

Er habe “echt Schwierigkeiten damit, gute Runden zusammenzukriegen, konstant zu sein und den Grip zu spüren, den Charles offensichtlich spürt. Ich arbeite dran. Mir bleibt eh nichts anderes übrig als harte Arbeit, um mich da wieder rauszuziehen.”

Selbstkritik zwar bei Vettel, Zweifel an einer gleichberechtigten Behandlung Ferraris gegenüber ihm und Leclerc bleiben indes als Nachgeschmack zurück.

DTM-Legende Schneider: Vettels Jahr verloren

So oder so: Viel zu erwarten ist von Vettel in dieser Saison nach Expertenmeinung eh nicht mehr. “Dieses Jahr ist verloren”, erklärte Bernd Schneider im AVD Motorsport Magazin auf SPORT1

“Ich glaube, Vettel kann gar nicht erwarten, dass das Jahr zu Ende geht”, so DTM-Legende. “So, wie er sich momentan präsentieren kann, wird er nicht zufrieden sein. Ich kann nur die Daumen drücken, dass es nächstes Jahr besser wird.”

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Der viermalige Weltmeiste Vettel, der im kommenden Jahr für Aston Martin fahren wird, sei aber “noch jung und hat noch Biss. Er wird noch zeigen wollen, dass man bei Ferrari vielleicht falsch lag. Ich bin davon überzeugt, dass wir noch viel Positives von ihm sehen werden.”

Nur eben nicht bei den Roten. Daran glaubt wohl selbst Vettel nicht mehr wirklich, wenn er sagt, Leclerc gingen die Dinge einfach leichter von der Hand: ”Irgendein Idiot kommt vielleicht nie dahinter, aber ob ich vielleicht ein kompletter Idiot bin? Das wage ich zu bezweifeln. Irgendwann sollte man ja auch Glück haben und die Kurve treffen.”

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Bester Fahrer aller Zeiten? Das sagen Schneider und Tilke

Weltmeister Lewis Hamilton gewann am Sonntag den zwölften Saisonlauf der Formel 1 in Portugal. Mit dem 92. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere übernahm der Engländer zudem die alleinige Führung in der Rekordliste vor Michael Schumacher (91).

Ist er damit jetzt auch der beste Formel-1-Fahrer aller Zeiten? Oder ist es Schumacher? Oder ein anderer?

Der ehemalige DTM-Fahrer Bernd Schneider wollte sich dazu im AvD Motorsport Magazin auf SPORT1 nicht festlegen. 

“Ich habe zum Glück viele Fahrer kennengelernt. Juan Manuel Fangio ist mit 40 zum ersten Mal Weltmeister geworden. Was wäre passiert, hätte er mit 25 Jahren angefangen, Formel 1 zu fahren. Die gab es damals aber noch nicht. Jim Clark ist tödlich verunglückt. Der wäre vielleicht auch noch paar Mal  Weltmeister geworden. Daher hüte ich mich zu sagen, wer der Beste war”, sagte er. 

Schneider: ”Schumacher hatte bestes Gesamtpaket”

Für ihn sei Michael Schumacher ein Ausnahmekönner und Ausnahmemensch, der aus einfachen Verhältnissen gekommen und jede Serie dominiert hatte, gewesen. “Ayrton Senna war vielleicht der Fokussierteste, aber Schumacher hatte das beste Gesamtpaket”, so Schneider weiter. 

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Der 56-Jährige hätte nie gedacht, dass es noch einmal ein Fahrer schaffen würde,  sieben Mal Weltmeister zu werden und 92 Rennen zu gewinnen. “Er ist momentan der Top-Pilot im besten Auto. Zu den Rekorden muss man aber auch sagen, dass es heute mehr Rennen gibt als früher. Daher sind Schumachers 91 Siege immer noch sehr hoch einzuschätzen”, sagte Schneider.

Tilke: “Hamilton ist ein Star”

Auch Rennstrecken-Konstrukteur Hermann Tilke war voll des Lobes über Hamilton: “Hamilton ist ein absoluter Star und hat es verdient. Fahrerisch ist er das Nonplusultra, was es aktuell gibt.”

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Hamiltons Rekordjagd: Eine Schumacher-Marke steht felsenfest

Lewis Hamilton hat Michael Schumacher entthront.

Zumindest bei der Anzahl der GP-Siege liegt er jetzt mit 92:91 vorne. Hamilton reißt 2020 einen Rekord des Deutschen nach dem anderen nieder. Mit 77 Punkten Vorsprung bei nur noch fünf verbleibenden Rennen dürfte klar sein, dass Hamilton auch in Sachen WM-Titeln mit Schumacher (sieben) noch 2020 gleichzieht.

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Mercedes-Teamchef Toto Wolff lobt. “In zehn oder 20 Jahren werden wir zurückschauen und anerkennen, was für ein großartiger Fahrer er war.”

Vettel gratuliert Hamilton

Auch Sebastian Vettel zieht seinen Hut vor dem Mann, der einst auch sein direkter Gegner im Titelkampf war: “Ich habe Lewis vor dem Rennen gesagt, er soll die 92 Siege holen. Man kann das nicht genug anerkennen, selbst wenn die Leute sagen, dass es mit diesem Auto einfach ist. Aber man muss diese Art von Konstanz über diese Jahre hinweg erstmal haben, um das zu erreichen.”

Dennoch gibt es immer noch einige Rekorde, die Michael Schumacher gehören. Beim Imola-GP kommendes Wochenende könnte er eine dieser Bestmarken schon wieder los sein. 72 Rennen hat Schumacher für ein- und dasselbe Team (Ferrari) gewonnen. Hamilton kommt auf 71 Siege mit Mercedes.

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Was 2020 ebenfalls noch für Hamilton möglich, aber schon schwieriger ist: der Rekord der meisten Siege in einer Saison. Schumacher holte 2004 in 13 der 17 Saisonrennen den Siegerpokal, Sebastian Vettel schaffte dasselbe 2013 mit Red Bull. Gewinnt Hamilton alle restlichen fünf Rennen, hat er ebenfalls 13 Saisonsiege auf dem Konto.

Schumacher hält noch einige Rekorde

Auch bei der Anzahl der Hattricks (Pole-Position, Sieg, schnellste Rennrunde) könnte der Brite Schumi noch übertrumpfen. Hier steht es aktuell 22:18 für den Deutschen.

Die Rekordjagd von Hamilton wird auch 2021 weitergehen. Dann könnte er mit dem achten WM-Titel auch alleiniger Rekord-Weltmeister werden. Und er könnte Schumachers Rekord der meisten siegreichen Formel-1-Jahre (15) egalisieren. Außerdem: Hamilton führte bisher nach 114 Rennen die WM-Tabelle an, Schumacher nach 121 GP. Auch dieser Rekord könnte 2021 fallen.

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Noch länger wird Hamilton für den Bestwert bei den schnellsten Rennrunden brauchen – wenn er ihn überhaupt jemals holt.

Grund: Trotz WM-Punkt ist es heute ungleich schwieriger, die schnellste Runde zu drehen, als noch in der Ära Schumacher. Mittlerweile nämlich schnappt diese sich meist der Pilot, der gegen Rennende mit wenig Sprit im Tank noch mal frische Reifen aufzieht. Hamilton steht aktuell bei 52 schnellsten Rennrunden, Schumacher bei 77.

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Verkorkste Vettel-Saison? Das sagt ein Freund

Die Saison in der Formel 1 ist für den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel ein Jahr zum Vergessen. 

Lediglich 18 Punkte stehen bisher für Vettel zu Buche. Das bedeutet für den Ferrari-Piloten Platz 13 in der Fahrerwertung. (SERVICE: Die Fahrerwertung)

Für den 33-Jährigen ist es ein verlorenes Jahr. 

Schneider: “Das Jahr ist verloren”

Dieser Meinung ist auch Bernd Schneider. “Klar ist das Jahr verloren. Aber es hat sich schon bei den Tests herauskristallisiert, dass es kein einfaches Jahr wird. Ich glaube, Vettel kann gar nicht erwarten, dass das Jahr zu Ende geht. So wie er sich momentan präsentieren kann, wird er nicht zufrieden sein”, sagte DTM-Legende Bernd Schneider im AVD Motorsport Magazin auf SPORT1

Für Vettel ist das Kapitel Ferrari nach dieser Saison definitiv zu Ende. Im nächsten Jahr wird er für Aston Martin fahren. 

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Für die Zukunft hat Schneider seinen guten Freund noch nicht abgeschrieben. “Es kann auf keinen Fall weiter nach hinten gehen. Er kommt zu einer hochmotivierten Truppe im Aufwind, die noch viel vorhat. Daher glaube ich, dass es der richtige Weg ist, dorthin zu wechseln. Wenn ein viermaliger Weltmeister so hinterherfährt, liegt es nicht nur am Fahrer”, sagte Schneider. 

Vettel mit Schneider befreundet

Der 56-Jährige ist ein guter Freund Vettels. Kennengelernt hat er ihn, als Vettel noch im Kartsport aktiv war. “Ich bin damals DTM gefahren. Ich habe gehört: Da kommt ein ganz großes Talent. Daher habe ich versucht zu vermitteln. Ich habe dann sein Talent gesehen und war überzeugt, dass er seinen Weg geht”, beschrieb Schneider die Anfänge der Beziehung zwischen ihm und Vettel. 

Jetzt hofft er darauf, dass Vettel beweist, dass die schwache Saison mit Ferrari nicht unbedingt am Fahrer lag. 

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Die Bankrotterklärung des Sebastian Vettel

Seit Charles Leclerc 2019 zu Ferrari gewechselt ist, gibt es eine leidige Diskussion. Wer hat bei der Scuderia die Nase vorne? Sebastian Vettel oder der Monegasse?

Immer wieder wurde spekuliert, dass die Roten das Auto mehr an die Wünsche des Youngsters als an Vettels Fahrweise anpassen. Nun hat der Deutsche selbst klar gestellt, welcher der beiden Fahrer aktuell zu besseren Leistungen im Stande ist.

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“Im Moment sehe ich gar kein Land. Das ist ja nicht nur schlagen, das ist ja wie eine andere Klasse. Ich probiere alles, was ich kann. Ich denke, die Runden, die ich treffe, und mit denen ich zufrieden bin, die sind trotzdem noch zu langsam. Mehr bleibt mir im Moment nicht übrig als das rauszuholen, was in mir steckt”, äußerte er sich nach dem Qualifying zum Portugal-GP konsterniert bei Sky.

Vettel gegenüber Leclerc unterlegen

Und diese Unterlegenheit zeigt sich deutlich. Während sich Leclerc Rang vier und damit einen Platz in der zweiten Startreihe eroberte, kam Vettel nicht über den äußerst enttäuschenden 15. Platz hinaus (Portugal-GP, Sonntag ab 14.10 Uhr im LIVETICKER).

Bei der Ursachenforschung wirkt der Deutsche ratlos. Im ersten Qualifying-Abschnitt hatte Vettel mit der Soft-Reifenmischung noch die achtschnellste Zeit erzielt, mit dem Medium-Reifen in Q2 gelang dagegen nichts mehr.

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Für einen Fehler hielt der viermalige Weltmeister seine Reifenwahl dennoch nicht. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Medium-Reifen falsche Wahl?

“Im ersten Versuch hatte ich eigentlich ein ganz gutes Gefühl. Den hatte ich gut erwischt. Im zweiten Versuch aber kamen die Reifen irgendwie gar nicht auf Temperatur. Ich hatte direkt in Kurve 3 ein stehendes Rad. Dann war die Runde auch schon verkorkst”, erklärte Vettel, der zugeben musste, sich die eigenen Schwächen nicht erklären zu können.

“Ich weiß nicht, wieso ich mich so schwer damit tue, die Reifen auf Temperatur zu bringen, dass es sich jedes Mal ein bisschen anders anfühlt.”

Mit der Wahl des Medium-Reifens war Vettel in Q2 nicht allein. Auch Teamkollege Leclerc wählte diese Reifenmischung, hatte im Gegensatz zum Deutschen aber überhaupt keine Probleme damit, in den letzten Qualifying-Abschnitt einzuziehen. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Vettel fast immer langsamer

Beim Blick auf die Fakten wird eines klar. Die schwache Leistung des Heppenheimers in Portimao ist nur eine weitere Bestätigung des bisherigen Saisonverlaufs.

Bei zehn Qualifyings hatte der Monegasse bislang die bessere Platzierung vorzuweisen, nur beim zweiten Spielberg-Rennen und am Hungaroring war Vettel schneller.

Und auch bei den Rennen sieht es für den Deutschen nicht vorteilhafter aus. Wenn beide Ferrari-Piloten im Ziel ankamen, lag Vettel nur ein einziges Mal vor seinem Konkurrenten.

Dass sich daran beim Portugal-GP etwas ändert, glaubt nicht einmal der 33-Jährige selbst. “Das Rennen wird dann wieder irgendein Murks sein”, zeigte sich Vettel wenig optimistisch.

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Vater ermordet? F1-Rennkommissar abgereist

Kurz vor dem Großen Preis von Portugal tauscht die FIA einen der vier Rennkommissare aus. (Portugal-GP, Sonntag ab 14.10 Uhr im LIVETICKER)

Vitaly Petrov wurde kurzfristig von dieser Aufgabe entbunden, teilte der Motorsport-Verband mit. Laut FIA ist der Russe aufgrund eines familiären Trauerfalls abgereist.

Für ihn springt der portugiesische Ex-Rennfahrer Bruno Correia ein, der aktuell als Safety-Car-Fahrer in der Formel E und WTCR aktiv ist. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

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Vater Opfer eines Attentats?

Um welchen Trauerfall es sich handelt, teilte die FIA nicht mit.

Die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti hatte zuvor berichtet, der 61-jährige Alexander Petrov sei in seinem Haus in Wiborg 80 Kilometer nordwestlich von St. Petersburg erschossen worden. Über die Hintergründe wurde zunächst nichts bekannt.

Petrov senior war unter anderem in der Stadtverwaltung von Wiborg aktiv.

Hamilton kritisiert Petrov-Ernennung

Petrov selbst fuhr zwischen 2010 und 2012 in der Königsklasse des Motorsports. Um seine Berufung als Rennkommissar hatte es im Vorfeld Wirbel gegeben.

Weltmeister Lewis Hamilton, der beim Rennen am Sonntag von der Pole Position startet, hatte die Entscheidung, Petrov zum Rennkommissar zu machen, kritisiert.

“In der Formel 1 sollten Leute arbeiten, die den Zeitgeist verstehen und offen sind für alles, was uns umgibt”, sagte Hamilton: “Deshalb verstehe ich nicht, warum Petrov in offizieller Funktion hier ist. Da gibt es bessere Optionen.”

Petrov lästert über ”Black Lives Matter”

Petrov hatte sich in einem Gespräch mit dem russischen Magazin Championat abfällig über die “We race as one”-Bewegung geäußert. Die Fahrer, so Petrov, “wollen jeden drängen, schwul zu werden, um dann bei einem Outing unter der Regenbogenflagge zu fahren”.

Zudem lästerte Petrov über die “Black Lives Matter”-Bewegung und über das von Hamilton angeregte Niederknien der Fahrer beim Abspielen der jeweiligen Landeshymne vor einem Rennen.

“Es ist schon sehr erstaunlich, dass die FIA jemanden ins Boot holt, der solche Ansichten hat und sich in dieser Form zu Dingen äußert, gegen die wir ankämpfen”, sagte Hamilton.

Petrov, dessen einziges Podium ein dritter Platz 2011 in Australien mit Renault war, ist zum ersten Mal als Steward bei einem Rennen im Einsatz. Die Stewards entscheiden unter anderem über Regelverstöße der Fahrer und über die entsprechenden Strafen.

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