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Vettel löst Trainingsabbruch aus – Mercedes vor Red Bull

Mercedes vor Red Bull, Valtteri Bottas vor Weltmeister Lewis Hamilton und Max Verstappen: Das dritte freie Training für den Großen Preis von Portugal am Sonntag in Portimao (14.10 im LIVETICKER) bot die altbekannten Kräfteverhältnisse.

Sebastian Vettel schaffte es nicht in die Top Ten, der Ferrari-Pilot landete auf Platz elf.

Zwei Minuten vor dem Ende des Trainings wurde die Session mit der roten Flagge abgebrochen und nicht mehr gestartet. Vettel war ausgangs der Kurve 14 über ein im Boden verankertes Abwassergitter gefahren, das daraufhin hochstand und somit eine Gefahr für die Fahrer dargestellt hätte.

Vettels Ferrari nahm bei dem Zwischenfall nach ersten Erkenntnissen keinen Schaden.

Hamilton hatte bereits nach dem ersten Trainingstag auf Probleme mit der Berg- und Talbahn an der Algarve hingewiesen.

“Bei der Ausfahrt von Kurve acht guckt man eine ganze Weile in den Himmel und hat keine Ahnung, was hinter der Kuppe ist”, sagte der 35-jährige Brite: “In die Kurve elf fährt man rein und weiß überhaupt nicht, wo man eigentlich ist.” 

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McLaren-Fahrer Carlos Sainz (Spanien) kam sich sogar vor wie in der actiongeladenen Filmreihe “The Fast and the Furious”.

“Das ist ja hier wie Tokio Drift”, funkte Sainz an seine Box und bezog sich dabei auf den dritten Teil der Reihe mit abenteuerlichen Verfolgungsjagden in den Straßenschluchten der japanischen Hauptstadt.

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Schlägt die Konkurrenz Mercedes im Qualifying ein Schnippchen?

Bem-vindo a Portugal!

Zum ersten Mal seit 24 Jahren macht der Formel-1-Zirkus wieder in Portugal Station. Dazu feiert das Autódromo Internacional do Algarve noch die Formel-1-Premiere. Die im Oktober 2008 fertiggestellte Strecke ist damit die vierte Strecke, auf der ein Formel-1-Rennen in Portugal stattfindet.

Möglich gemacht hat es der durch die COVID19-Pandemie durcheinandergewirbelte Rennkalender, der die Strecke in Portimao, im äußersten Süden des Landes, wieder in die Königsklasse des Motorsports gebracht hat. (SERVICE: Der Rennkalender)

Vielmehr als der historische Aspekt wird die Fahrer im Qualifying aber der Streckenzustand interessieren (Formel 1: Qualifying zum Großen Preis von Portugal ab 15.00 Uhr im SPORT1-Liveticker), denn die hat durchaus ihre Tücken.

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Dass die Fahrer noch Schwierigkeiten hatten, sich an den ihnen unbekannten und neu asphaltierten Kurs zu gewöhnen, verdeutlichten etliche Dreher – unter anderem von Verstappen und Leclerc. ”Das ist Tokyo Drift! Unglaublich”, beschwerte sich McLaren-Pilot Carlos Sainz über die schwierigen Bedingungen.

Am besten kam am Freitag Valtteri Bottas mit den Gegebenheiten zurecht und holte sich zum Auftakt in beiden Sessions die Bestzeit. Teamkollege Lewis Hamilton ließ es ruhiger angehen und nutzte vor allem die zweite Trainingssession zu ausgiebigen Reifentests, was ihm Rang acht einbrachte.

Vorentscheidung in der WM?

Beim Qualifying dürfte der WM-Führende (SERVICE: Die Fahrerwertung) allerdings wieder angreifen. Zumal Portugal bereits eine Vorentscheidung in der Konstrukteurswertung (SERVICE: Die Teamwertung) sein dürfte – auch wenn Hamilton das so nicht unterschreiben will: “Ich denke, Red Bull und Renault haben wirklich gute Arbeit geleistet und die Lücke zu uns geschlossen, also müssen wir uns weiter voll konzentrieren.”

Der größte Herausforderer der Silberpfeile wird einmal mehr Max Verstappen sein. Die Ferrari-Piloten Sebastian Vettel und Charles Leclerc hoffen, nach den ernüchternden Rennen der letzten Zeit wieder weiter vorne angreifen zu können. Ein gutes Qualifying wäre dafür Gold wert.

So können Sie das Qualifying der Formel 1 am Nürburgring  LIVE verfolgen: 

TV: RTL, Sky
Stream: TV Now, Sky
Ticker: SPORT1.de und SPORT1 App

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Bottas fordert mehr Geld für seine Freundin – Politiker kontert

Valtteri Bottas nutzt seine große Bekanntheit als Formel-1-Pilot, um sich für mehr Gleichberechtigung einzusetzen.

Konkret ist dem Mercedes-Piloten die ungleiche Preisgeldverteilung im Profisport ein Dorn im Auge, wie er mit dem Beispiel der Flandern-Rundfahrt untermauert.

Bei Twitter postete der Finne zwei Bilder, die zeigen, wie viel Geld Männer und wie viel Frauen bei der Radsportveranstaltung in Belgien verdienen.

Bottas rechnete den Schnitt pro gefahrenem Kilometern aus, was bei den Männern 82 Euro und bei den Frauen nur zehn Euro entspricht. Dazu schrieb er: “Ich begreife das nicht.”

Bottas: “Arbeiten Männer und Frauen nicht gleich hart”

Weiter schreibt Bottas, dass es ihm nicht um das Geld, sondern um die Gleichberechtigung geht: “Arbeiten Männer und Frauen nicht gleich hart, um dieses Rennen gewinnen zu können?”

Warum der 31-Jährige sich ausgerechnet den Radsport für seine Beschwerde aussuchte, ist klar: Seine Freundin ist die australische Profi-Radfahrerin Tiffany Cromwell, die die Flandern-Rundfahrt auf Platz 36 abschloss.

Bottas stellte Cromwell im Februar als seine neue Freundin vor, nachdem erst Ende November das überraschende Ehe-Aus mit der finnischen Schwimmerin Emilia Pikkarainen öffentlich wurde.

Finnischer Abgeordneter teilt gegen Bottas aus

Vom finnischen Parlamentsabgeordneten Jani Mäkelä wurde Bottas für seine Aussagen derweil scharf kritisiert. “Bleiben Sie auf den Knien. (F1-Fahrer protestieren mit Kniefall für mehr Gleichberechtigung, Anm. d. Red.) Vielleicht verstehen Sie es irgendwann”, entgegnete er als erste Reaktion.

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In der finnischen Boulevardzeitung Iltalehti erläuterte er weiter, dass es “der grundlegende Punkt einer Marktwirtschaft” sei, dass “Veranstaltungen, die ein größeres Publikum, Sponsoring und Medienberichterstattung anziehen, mehr Geld einbringen”.

Als Seitenhieb gegen Bottas, der für ihn “moralisches Posing betreibt”, fügte Mäkelä noch hinzu: “Deshalb frage ich mich, wie eine Person, die in einer solchen Branche Millionen verdient, dies nicht verstehen kann.”

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Wegen homophoben Aussagen: Hamilton kritisiert FIA scharf

Weltmeister Lewis Hamilton hat die Ernennung von Witali Petrow zum Steward für den portugiesischen Grand Prix in Portimao durch den Automobil-Weltverband FIA infrage gestellt.

“In der Formel 1 sollten Leute arbeiten, die den Zeitgeist verstehen und offen sind für alles, was uns umgibt”, sagte Hamilton: “Deshalb verstehe ich nicht, warum Petrow in offizieller Funktion hier ist. Da gibt es bessere Optionen.”

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Hamilton verwundert über FIA-Entscheidung

Witali Petrow, 2011 und 2012 selbst als Fahrer in der Formel 1 unterwegs, hatte sich in einem Gespräch mit dem russischen Magazin Championat abfällig über die “We race as one”-Bewegung geäußert.

Die Fahrer, so Petrow, “wollen jeden drängen, schwul zu werden, um dann bei einem Outing unter der Regenbogenflagge zu fahren”. 

Zudem lästerte Petrow über die “Black Lives Matter”-Bewegung und über das von Hamilton angeregte Niederknien der Fahrer beim Abspielen der jeweiligen Landeshymne vor einem Rennen.

“Es ist schon sehr erstaunlich, dass die FIA jemanden ins Boot holt, der solche Ansichten hat und sich in dieser Form zu Dingen äußert, gegen die wir ankämpfen”, sagte Hamilton.

Petrow erstmals als Steward im Einsatz

Petrow, dessen einziges Podium ein dritter Platz 2011 in Australien mit Renault war, ist zum ersten Mal als Steward bei einem Rennen im Einsatz.

Die Stewards entscheiden unter anderem über Regelverstöße der Fahrer und über die entsprechenden Strafen.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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Stroll positiv getestet – Racing Point kassiert Verwarnung

Hinter dem einfachen “Unwohlsein” steckte also doch mehr dahinter: Wie Lance Stroll bekannt gab, wurde er nach dem Eifel-Grand-Prix auf dem Nürburgring positiv auf das Coronavirus getestet.

Das verriet der Racing-Point-Pilot nun in einer Instagram-Story.

Direkt nachdem er am Samstagmorgen über Magenbeschwerden klagte, hatte sich Stroll selbst isoliert und war gar nicht erst ins Fahrerlager der Formel 1 gegangen, schrieb Stroll weiter.

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Nach seinem Heimflug ließ der Kanadier, der sehr kurzfristig durch Nico Hülkenberg ersetzt wurde, am Sonntagabend einen Coronavirus-Test machen lassen, der positiv ausfiel.

Stroll wird in Portugal starten

“Also habe ich mich in zehntägige Quarantäne begeben. Glücklicherweise waren meine Symptome aber ziemlich mild”, erklärte Stroll.

Der Automobil-Weltverband FIA hat eine Verwarnung gegen Racing Point angekündigt. Der Rennstall hatte die Corona-Infektion seines Fahrers nicht rechtzeitig öffentlich gemacht und damit gegen das offizielle COVID-Protokoll der Formel 1 verstoßen. 

Hülkenberg wird sich aber nicht auf einen erneuten Einsatz vorbereiten müssen, denn wie Stroll weiter schreibt: ”Ich fühle mich in großartiger Form. Ich kann es nicht erwarten, wieder zum Team zu stoßen und in Portugal zu fahren.”

Dennoch ist Hülkenberg in Portugal Teil der Racing-Point-Mannschaft, das bestätigte Otmar Szafnauer in einer Videokonferenz. Es sei allerdings nur eine Vorsichtsmaßnahme, sagte der Teamchef, er sei zuversichtlich, dass Stroll im Auto sitzen werde.

Am Sonntag steht in der Formel 1 das zwölfte Saisonrennen in Portimao auf dem Programm (Rennen am Sonntag ab 14.10 Uhr im LIVETICKER).

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Fix! Cockpits bei Haas werden frei – Chance für Schumacher?

Überraschende Wende rund um Mick Schumacher und die Verteilung der Ferrari-Junioren in die Kunden-Teams der Italiener. Nachdem Haas-Teamchef Günther Steiner bereits am Sonntag im AvD Motorsport Magazin auf SPORT1 bestätigt hat, dass er sich den 21-Jährigen im Haas-Ferrari wünscht, könnte das nun Realität werden.

Hintergrund: Nach Informationen von SPORT1 will Alfa Romeo das aktuelle Fahrerduo behalten. Das berichtete zuletzt auch die italienische Tageszeitung Gazzetta dello Sport. Kimi Räikkönen schien schon länger gesetzt. Nun soll auch Antonio Giovinazzi einen neuen Vertrag bekommen. Der Italiener stammt ebenfalls aus dem Ferrari-Kader und hat – so ein Insider – “mehr Freunde bei Ferrari, als man glaubt”.

Diese Konstellation hieße auch: Für Schumacher, der am Nürburgring eigentlich sein Trainings-Debüt im Alfa am Nürburgring geben sollte, wäre im ehemaligen Sauber-Team kein Platz mehr.

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Schumacher und Mazepin bei Haas?

Der Alternativplan: Er wechselt zu Haas und fährt dort an der Seite von Nikita Mazepin, dessen Vater Dmitri den 21-Jährigen mit einer großzügigen Mitgift seines Konzerns Uralkali ins Team einkaufen würde.

Auch für die anderen beiden Ferrari-Junioren gibt es schon Ausweichszenarien: Callum Ilott könnte in die Formel E wechseln, Robert Shwartzmann ein weiteres Jahr in der Formel 2 absolvieren und dort auf den Titel angesetzt werden.

Haas-Teamchef Steiner am Sonntag: “Der Name Schumacher ist in der Formel 1 einer der größten überhaupt. Mick fährt auch sehr gut, führt die Formel 2 an. Er ist sehr stark dieses Jahr. Wer würde nicht einen Schumacher wollen, vor allem in dieser Form? Aber die Entscheidung, wen Ferrari weiterschickt, die liegt bei Ferrari.”

Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht getroffen. Fix ist: Die aktuellen Haas-Piloten Romain Grosjean und Kevin Magnussen müssen ihre Cockpits räumen. Das hat Haas am Donnerstagvormittag bekanntgegeben. “Ich will mich ausdrücklich bei Romain und Kevin für ihre harte Arbeit und ihren Einsatz für das Haas-F1-Team über die vergangenen Jahre bedanken”, erklärte Steiner. “2018 sind wir Fünfter in der WM gewesen – auch dank ihres Einsatzes.”

Neuer Stand bei Gasly, Russell und Albon

Auch an anderen Stellen dreht sich das Fahrerkarussell in der Formel 1 immer heftiger. Zuletzt wurde gemunkelt, dass Pierre Gasly seinen französischen Landsmann und Mercedes-Junior Esteban Ocon bei Renault ersetzen könnte. Nach Informationen von SPORT1 stimmt das so nicht. Zumindest noch nicht. Gasly hat einen gültigen Vertrag bei Alpha Tauri bis Ende 2021 – und die Teamführung ist aktuell nicht willens, ihn ziehen zu lassen.

Bei Williams steht George Russell auf der Kippe. Die neuen Eigentümer haben offenbar ein Auge auf Sergio Pérez geworfen, der bei Racing Point für Sebastian Vettel weichen muss. Im Gegensatz zu Mercedes-Junior Russell hat der Mexikaner Sponsor-Millionen im Gepäck – ein gewichtiges Argument für Perez.

Bei Red Bull steht Alex Albon weiter unter Beobachtung. Er muss sich deutlich steigern, um nicht mehr als drei Zehntelsekunden pro Runde auf Max Verstappen zu verlieren. So jedenfalls lautet die Aufgabenstellung von Motorsportberater Helmut Marko, der sich intensiv auch mit Nico Hülkenberg befasst.

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Formel-1-Legende rät Vettel zu Rücktritt

Als Ferrari sich dazu entschieden hatte, nicht mit Sebastian Vettel weiterzumachen, stand zwischenzeitlich ein Abschied des deutschen Formel-1-Piloten aus der Königsklasse im Raum.

Doch der 33-Jährige setzt seine Karriere fort und geht ab 2021 im Aston Martin an den Start. Der dreimalige Weltmeister und spätere Teambesitzer Jackie Stewart hätte Vettel allerdings einen anderen Rat gegeben.

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“Sebastian Vettel ist ein sehr netter Gentleman. Er hat eine wundervolle Karriere gehabt, aber ich persönlich würde es gerne sehen, wenn er zurücktritt und das macht, was ich mache”, sagte Stewart, der seinen guten Namen als Botschafter und Ehrengast in der Formel 1 vermarktet.

Dass Vettel, der Seriensieger von einst, noch einmal an die alten Erfolge anknüpfen kann, glaubt Stewart offenbar nicht.

Marko verwundert über Vettel

Auch Vettels alter Weggefährte Helmut Marko erkennt seinen ehemaligen Schützling nicht wieder, spricht von einer “großen Verunsicherung. Er macht ungewöhnlich viele Fehler, immer wieder”, sagte der Red-Bull-Motorsportberater bei Sky: “Das ist nicht der Vettel, den wir aus unserer Zeit kennen. Das, was wir sehen, ist bei weitem nicht der Sebastian, der vier WM-Titel gewonnen hat.”

Erst 17 Pünktchen hat Vettel in diesem Jahr geholt, Lewis Hamilton (Mercedes) liegt 213 (!) Zähler vor ihm, das beste Resultat ist bisher ein sechster Platz – und in Portugal dürfte es kaum besser werden. Der Ferrari ist zu schwach und Vettel wohl in Gedanken auch schon bei seinem neuen Arbeitgeber. Bei Racing Point, das nächstes Jahr den schickeren Namen Aston Martin trägt, freuen sie sich dennoch auf Vettel. 

“Jeder weiß, was für ein guter Rennfahrer er ist. Keiner verlernt, wie man ein Auto schnell fährt. Du musst nur das richtige Auto und die richtigen Leute um dich herum haben, um deinen Job zu erledigen”, sagte Technikchef Andy Green dem Fachmagazin auto, motor und sport: “Da hat er offensichtlich gerade Probleme. Wir können ihm das bieten, was er braucht, um zu seiner alten Form zurückzukehren. Das ganze Team will ihn. Das wird er spüren.”

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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Sonderregel hilft Vettel nach Wechsel – Ferrari sauer

Welche Chancen hat Sebastian Vettel 2021 bei seinem Wechsel zu Aston Martin?

Gegenwärtig liegt der Rennstall, der noch als Racing Point startet, auf Rang drei der Konstrukteurs-WM – allerdings in einem engen Fight mit McLaren und Renault. (SERVICE: Die Teamwertung)

Doch 2021 hat Aston Martin einen größeren Vorteil: Das neue Vettel-Team wird nämlich das Mercedes-Heck von 2020 verwenden – also Getriebe, hintere Aufhängung und weitere Teile. 

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An und für sich ist das nichts Ungewöhnliches: Per Reglement ist genau definiert, welche Teile von anderen Teams eingekauft werden dürfen und welche nicht. Haas kauft diverse Teile bei Ferrari ein, Alpha Tauri bei Red Bull und Racing Point eben bei Mercedes.

Das Entscheidende dieses Mal: Eigentlich ist die Entwicklung des Chassis für 2021 eingefroren – um in der Corona-Pandemie Kosten zu sparen.

Sebastian Vettel profitiert mit Aston Martin von Sonderregel

Zur Erinnerung: Am Motor und an der Aerodynamik dürfen die Teams Verbesserungen vorantreiben, im Bereich des Chassis aber nur sehr eingeschränkt.

Das Chassis ist in 77 Bereiche eingeteilt, wovon 40 gar nicht angefasst werden dürfen. Die restlichen 37 Bereiche erhalten je nach Wichtigkeit einen Wert von ein oder zwei Token. Das Problem: Teams dürfen das Auto nur im Umfang von zwei Token verbessern.

Es gibt aber eine Ausnahme: Mannschaften, die 2019er Teile bei anderen Rennställen eingekauft haben, dürfen 2021 die 2020er Teile verwenden. Das betrifft Aston Martin und auch Alpha Tauri. Haas und Alfa Romeo setzen bereits jetzt auf 2020er Ferrari-Teile und dürfen daher nicht nachrüsten. McLaren, Renault und Williams bauen ohnehin alles selbst. Für sie gilt die Token-Regelung.

Ferrari wütend über Ungleichbehandlung

Heißt: Aston Martin und Alpha Tauri können einen größeren Schritt machen als der Rest des Feldes. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto ist sauer: “Es ist unfair, denn die Token-Regelung sollte für alle gelten. Wir dürfen nur zwei Token verwenden, während es Teams gibt, die ihr komplettes Paket von 2019 auf 2020 aufrüsten können.”

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Für Vettels Erfolgsaussichten 2021 sind das natürlich gute Vorzeichen. Dazu kommt: Das Heck von Racing Point ist wesentlich stabiler als jenes von Ferrari – das kommt dem Fahrstil von Vettel entgegen.

Übrigens: Vettel wird erstmals in seiner Karriere auch einen Mercedes-Motor im Heck haben. Nach BMW, Ferrari und Renault ist das der vierte verschiedene Motorhersteller, mit dem der Deutsche zusammenarbeiten wird.

Den Rekord hält Andrea de Cesaris, der Triebwerke von neun verschiedenen Motorbauern im Heck hatte (Ford Cosworth, Alfa Romeo, Renault, BMW, Ilmor, Yamaha, Motori Moderni, Mercedes und Hart).

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Ärger über Ferrari-Motoren: "Es wird schnell laut"

Böse Zungen empfehlen Formel-1-Fans auf die Nachfrage, welche Teams alle mit Ferrari-Motoren fahren, sich einfach die untere Hälfte der Konstrukteurswertung anzuschauen.

Tatsächlich sind Ferrari, Alfa Romeo und Haas lediglich auf den Rängen sechs, acht und neun von insgesamt zehn Rennställen zu finden – was nicht nur bei den Tifosi, sondern auch bei den Kundenteams von Ferrari zu Unzufriedenheit führt. (Service: Die Konstrukteurswertung).

Im SPORT1 AvD Motorsport Magazin auf SPORT1 hat Günther Steiner keinen Hehl aus seiner Frustration gemacht. Und erzählt auch ganz offen, dass sie auch die Freundschaft zum Ferrari-Teamchef auf die Probe stellt.

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“Wenn man redet, wird es sehr schnell laut”

“Man macht da schon Druck, dass es wieder nach oben geht. Wie wir jetzt fahren, das ist nicht schön – milde ausgedrückt. Wir können mit dem Mittelfeld nicht mithalten und fahren jetzt hinten rum, was bestimmt keinen Spaß macht”, sagte Steiner am Sonntag.

Steiner, dessen Emotionalität allen F1-Fans durch die von Netflix produzierte Formel-1-Doku Drive to Survive bestens bekannt ist, ist befreundet mit Ferrari-Boss Mattia Binotto – was die Lage für ihn nicht vereinfacht.

Derzeit ist es zwischen den beiden nach missglückten Rennen “sehr still, da wird nicht viel geredet. Wenn man redet, wird es schnell laut. Ich kenne Mattia Binotto seit mehr als 15 Jahren und wir sind auch Freunde. So eine Situation ist schon sehr schwierig.” Beide wüssten zumindest, wann man sich besser in Ruhe lasse: “Nach dem Rennen Druck aufbauen bringt aber auch nichts, außer dass wir beide noch frustrierter sind.”

Steiner betonte auch die positiven Seiten des Verhältnisses zu der Scuderia: “Ohne Ferrari wären wir nicht in die F1 gekommen, daher müssen wir jetzt etwas Geduld haben. Sie durchleben gerade eine Zeit, wo es nicht so gut läuft.” Den Grund für die Motorenschwäche von Ferrari sieht er in der Reglementänderung im vergangenen Jahr, mit der “einige Entwicklungen zurückgesetzt wurden und deswegen sind wir da, wo wir jetzt sind.”

Weiter wie bisher könne es aber nicht gehen: “Erklärungen müssen kommen, wenn der Motor nächstes Jahr nicht besser wird.”

Haas zu Renault? Das sagt Steiner

Da Renault aufgrund des Wechsels von McLaren zu Mercedes in der nächsten Saison keine Kundenteams mehr hat, wäre Platz für Haas. Die Franzosen sind laut Steiner “auch bereit, uns Motoren zu geben.”

Ein Wechsel ist für den 55-Jährigen aktuell jedoch keine Option: “Wir bekommen auch andere Teile von Ferrari. Daher ist es schwierig, so einen Partner zu finden. Vor allem mit Hinblick auf die anstehenden Regeländerungen ist es sehr schwierig, so einen Wechsel zu vollziehen.”

Für Steiner hat die Fahrersuche daher momentan größere Priorität (Schumacher? Hülkenberg? Das sagte der Hass-Teamchef im AvD Motorsport Magazin).

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F1-Teamchef verteidigt Vettel: "Nicht gescheitert"

Als viermaliger Weltmeister kam Sebastian Vettel 2015 von Red Bull zu Ferrari und löste eine Welle der Euphorie unter den Ferraristi aus.

Nach Michael Schumacher sollte wieder ein Deutscher eine glorreiche Zeit der Scuderia in der Formel 1 einleiten. Sechs Jahre später trennen sich die Wege wieder. Mit dem angestrebten Titel ist es nichts geworden – von einer ähnlichen Ära wie mit Schumacher ganz zu schweigen.

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Daher wurden vor allem in der jüngsten Vergangenheit immer wieder Stimmen laut, dass der Heppenheimer bei Ferrari gescheitert sei. Auch Vettel selbst benutzte dieses Vokabular. Nicht einmal im teaminternen Duell mit Youngster Charles Leclerc könne sich Vettel mehr durchsetzen, führen seine Kritiker an.

Dieser Schlussfolgerung möchte sich Günther Steiner aber nicht anschließen. Der Teamchef von Haas F1 Team verteidigte den Deutschen im AvD Motorsport Magazin auf SPORT1. “Solange man das Beste gibt, ist man nicht gescheitert. Er ist gescheitert, den Weltmeistertitel zu holen. Aber als Fahrer ist er nicht gescheitert”, stellte der Südtiroler fest.

WM-Titel mit Ferrari für Vettel schwierig

Zumal der ausgebliebene Titelgewinn nicht nur dem Piloten anzulasten sei. “Man muss auch im richtigen Moment am richtigen Platz sein. Es gibt viele Fahrer, die haben sehr viel Talent und schaffen es einfach nicht, weil sie nicht das passende Fahrzeug haben”, nannte er indirekt auch die Schwäche Ferraris als Grund für den Misserfolg.

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Im weiteren Verlauf der Diskussion präzisierte Steiner den Vorwurf an Ferrari: “Im Moment mit Ferrari Weltmeister zu werden, wäre wohl für jeden Fahrer schwierig”, versuchte der 55-Jährige eine objektive Einschätzung der aktuellen Leistungsfähigkeit der Scuderia und erinnerte an die Vergangenheit in der Formel 1: “Es gibt immer Höhen und Tiefen in Teams. Es hat eine Zeit gegeben, wo Ferrari dominiert hat, es gibt jetzt die Zeit, wo Mercedes dominiert. Man muss immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Das hat für Sebastian diesmal nicht geklappt.”

Zudem gebe es für Vettel keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen, wie Steiner betonte. “Die Formel 1 ist ein Teamsport. Nur einer kann gewinnen. Wenn einer sagt, er ist gescheitert, nachdem er vier Weltmeistertitel gewonnen hat, würde ich das nicht so eng sehen.”

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