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"Ausrede" – Schumacher stichelt nach Honda-Ausstieg

 Ralf Schumacher geht davon aus, dass Red Bull trotz des Ausstiegs von Motorenlieferant Honda der Formel 1 erhalten bleibt. Das machte der Bruder von Michael Schumacher bei SPORT1 deutlich.

“Ich glaube nicht, dass sie aus der Formel 1 aussteigen”, sagte der ehemalige Rennfahrer im AvD Motorsport Magazin.

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Dafür habe die Königsklasse für den österreichischen Weltkonzern schließlich ein zu großes Marketing-Potenzial – zumal das ebenfalls von wegbrechenden Honda-Triebwerken betroffene Team AlphaTauri offenbar bereits dicht davor steht, die Reißleine zu ziehen.

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Schumacher denkt auch an deutschen Hersteller 

Doch wie löst man nun das Antriebsproblem beim österreichischen Rennstall? Für Schumacher ist die Sache recht einfach geklärt.

“Das Regelwerk sieht vor, dass ein Motor zur Verfügung stehen muss. Renault hat bereits signalisiert, dass sie dafür bereit wären, obwohl die Zusammenarbeit nicht ganz so Früchte getragen hat”, erklärte der 45-Jährige.

Und fügte hinzu: “Es wäre möglich, dass Red Bull das selbst übernimmt, das System von Honda abkauft – vielleicht mit Unterstützung. Das wäre ein denkbares Szenario mit der Option, dass eventuell ein deutscher Hersteller 2025, 2026 mit einsteigt.”

Vor Honda hatte Renault als Motorenpartner von Red Bull agiert – die Trennung zur Saison 2018 war allerdings nicht im Guten vollzogen worden.

Schumacher stichelt gegen Honda

Die Begründung des japanischen Herstellers, sich in Zukunft mehr um die Entwicklung im Elektronikbereich kümmern zu wollen, ist für Schumacher übrigens nur die halbe Wahrheit: ”Ich glaube, Honda kam diese Ausrede (dass man in Zukunft mehr auf Elektrik setzen wolle; Anm. d. Red.) sehr gelegen.”

“Wegen Corona ist viel passiert”, so der Bruder von Rekordweltmeister Michael Schumacher weiter. “Viele Arbeitsplätze sind in Gefahr, Honda geht es da auch nicht besser. Das Management wird sich über die Kosten Gedanken machen. Es geht also nicht nur um Grün, sondern auch um das Geld.”

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Ricciardo über Vettel: "Manchmal war ich richtig erschrocken"

Daniel Ricciardo gehört mit seinen 31 Jahren bereits zum Formel-1-Inventar. Der Australier fährt schon seit 2011 in der Königsklasse des Motorsports. 

In der laufenden Saison liegt der Renault-Fahrer mit 63 Punkten auf dem beachtlichen sechsten Platz in der Fahrerwertung. (Fahrerwertung der Formel 1 2020)

Der WM-Dritte von 2014 und 2016 wird in der Saison 2021 für McLaren am Steuer sitzen. 

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Im exklusiven SPORT1-Interview spricht er über seine ehemaligen Teamkollegen Sebastian Vettel und Max Verstappen und seinen immer noch lebenden großen Traum. 

SPORT1: Herr Ricciardo, erlauben Sie uns die erste Frage über Ihren alten Red-Bull-Weggefährten Sebastian Vettel zu stellen: Wie sehen Sie seinen Wechsel weg von Ferrari und hin zu Aston Martin?

Daniel Ricciardo: Für ihn persönlich ist es mit Sicherheit der richtige Schritt. Ich bin sicher, sie werden in naher Zukunft ein Topteam werden, das regelmäßig vorne mitfahren kann.

Ricciardo: “Freue mich für Vettel”

SPORT1: Ist es auch gut für die Formel 1, einen vierfachen Weltmeister zu behalten?

Ricciardo: Yeah, absolut. Ich freue mich auch persönlich sehr für ihn, dass er diesen guten Sitz gewinnen konnte. Aber alles hat zwei Seiten: Der eine findet einen Platz, der andere verliert ihn dafür. Ich mag Sergio Pérez ebenfalls sehr gerne. Er ist ein Fahrer, der auch in die Formel 1 gehört. Deshalb drücke ich beide Daumen, dass auch er uns erhalten bleibt.

SPORT1: Kommen wir zu Ihnen: Sie fahren derzeit bei Renault, wechseln im nächsten Jahr zu McLaren-Mercedes. Sie gelten als Fahrer, der es immer mit den besten Fahrern im eigenen Team zu tun hatte. Sebastian Vettel und Max Verstappen bei Red Bull, Nico Hülkenberg bei Renault. Wie wichtig ist es, einen Herausforderer in den eigenen Reihen zu haben?

Ricciardo: Sehr wichtig. Weil es dir keine Nachlässigkeiten erlaubt, du darfst die Dinge nie schleifen lassen. Du musst immer am Limit arbeiten und das ist gut so. Wenn du einen Teamgefährten hast, der nur 80 Prozent von dir fordert, neigst du dazu, träge zu werden. Es ist besser du hast jemanden, der dir in den Hintern tritt, wenn du nicht alles aus dir herausholst. Diese Erfahrung hatte ich besonders mit Max. Es ist doch am Ende das, was wir alle wollen: zu zeigen, dass du der Beste bist.

SPORT1: Wie war es für Sie, als Sie als junger Herausforderer, der 2014 bei Red Bull gegen Sebastian Vettel fahren musste, der gerade vier WM-Titel in Folge gewonnen hatte?

Ricciardo: Ich habe es geliebt. Er hatte so viel Erfahrung. Er war der, den es zu schlagen galt. Eine Riesenherausforderung, weil es ja auch das Team war, das sie um ihn herum aufgebaut hatten. Er war ihr Baby. Ich liebte den Druck, den ich dadurch hatte. Ich konnte eine Menge von ihm lernen. Und ich hatte viel Spaß, als ich merkte: Ich kann ihn herausfordern, ich kann auf Augenhöhe mit ihm fahren. Er hatte nicht ganz so viel Freude. Aber ich konnte aus dieser Zeit eine Menge für meine Karriere lernen. (Rennkalender der Formel 1 2020)

Das denkt Ricciardo über Verstappen und Red Bull

SPORT1: Was genau?

Ricciardo: Es war speziell, seine Art zu arbeiten. Wie er das Team immer wieder anspornte. Er hatte diese spezielle deutsche Arbeitsethik. Extrem fokussiert zu sein, akribisch jedes Detail zu beleuchten. Manchmal war ich richtig erschrocken, wie brutal offen er ein Problem ansprach. Aber schnell lernte ich, das man nur so zum Ziel kommt. Ich mochte es, wie er das machte.

SPORT1: Wie reagierte er, wenn Sie schneller waren als er?

Ricciardo: Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Denn er ist einer, der immer gewinnen will, immer schneller sein will als der andere. Es brodelte mit Sicherheit tief innen in seiner Seele. Aber er zollte mir immer Respekt. Es gab nie Intrigen oder andere Spielchen. Er gratulierte mir, wenn ich einen guten Job gemacht habe. Er war immer fair und konnte eine Niederlage akzeptieren. Aber er ging dann immer in sich, um einen Weg zu finden, besser zurückzukommen. Ich denke, dass diese Eigenschaft auch die Basis für ihn ist, so lange Jahre an der Spitze mitzufahren.

SPORT1: Waren Sie auch ein wenig stolz, dass Sie einer der Gründe vielleicht waren, dass Vettel Red Bull in Richtung Ferrari verlassen hat?

Ricciardo: Danke für das Kompliment. Ich war stolz, weil ich einen guten Job gemacht habe. Aber ehrlich gesagt, war ich auch ein bisschen traurig, dass er ging. Ich wäre gerne noch eine Saison mit ihm gefahren. Auch wenn die zweite Saison sicher schwieriger geworden wäre. Aber ich denke, ich war nicht der Grund, warum er Red Bull verlassen hat. Er hat so viel mit ihnen erreicht und er brauchte einfach eine neue Herausforderung zu dieser Zeit.

SPORT1: Als Max Verstappen zu Red Bull kam, war es umgekehrt. Er war das junge Wildpferd, Sie der erfahrene Hengst im Team. Was war anders?

Ricciardo: Das war meine erste Erfahrung in diese Richtung. Davor war ich immer das Wildpferd. Ja, es war anders. Er fuhr in Barcelona sein erstes Rennen für Red Bull und gewann es gleich. Das ist für einen Teamkollegen ein wahrer Alptraum. Aber ich blieb cool und wollte sofort einen Weg finden, wie ich vor ihm bleiben konnte. Denn eins war mir klar: Max ist extrem talentiert und speziell. Er wusste genau, was er wollte. Einer, der die hundert Prozent von dir abverlangt. Ich musste eine Balance für mich finden. Denn er war nicht nur richtig schnell, sondern hatte viele Unterstützer hinter sich. Ich liebte aber auch diese Art von Herausforderung. Ich denke aber, am Ende hatten wir beide was davon und das Team profitierte ebenso von unserem gegenseitigen Antreiben.

“Max ist so unglaublich schnell”

SPORT1: Konnten Sie trotzdem auch etwas von Max abschauen?

Ricciardo: Ja. Max ist so unglaublich schnell von Natur aus. Er fuhr raus und wollte immer gleich am Limit fahren und der Schnellste sein. Was er auch schaffte. Damit musste ich erst umgehen. Ich musste mein Limit also auch schneller finden. Ich lernte durch ihn aber auch technischer zu denken. So wie Sebastian. Mehr über die Streckenverhältnisse nachzudenken, wann zum Beispiel die Strecke schnell ist und dann rauszufahren. Ich lernte, mich mehr auf mich zu konzentrieren und mein Ding zu machen. Um ihn so mit meinen eigenen Waffen zu schlagen.

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SPORT1: Wie war es mit Nico Hülkenberg? Viele halten ihn immer noch für den meist unterschätzten Fahrer…

Ricciardo: Nur in der Öffentlichkeit. Wir Fahrer wissen genau, wie gut er ist. Am Anfang bei Renault war er schneller als ich, keine Frage. Aber als ich mich an das neue Team gewöhnt hatte, konnte ich ihn herausfordern. Mir war aber von Anfang klar, dass es nicht einfach für mich werden würde. Er war sehr technisch und dazu sehr schnell. Aber er war auch viel entspannter, als ich dachte. Er ist ja auch Deutscher. Er verbrachte nur die notwendige Zeit im Fahrerlager und blieb nie länger als nötig. 

Ricciardo setzt sich hohes Ziel

SPORT1: Dieses Jahr fahren Sie mit Esteban Ocon, nächstes Jahr mit Lando Norris, der noch jünger ist. Sie haben ihn ja schon mal im Spaß gefragt, ob er schon Schamhaare hat. Wie fühlt man sich als Renn-Opa?

Ricciardo (lacht): Da habe ich viel in meiner Zeit mit Max gelernt. Ich weiß genau was zu tun ist, um schneller zu sein. Das hat auch viel mit Erfahrung zu tun. Klar, die treten das Gaspedal immer durch und lassen es besonders in superschnellen Kurven fliegen. Aber glauben Sie mir, ich habe meine Instinkte nicht verloren und kann das auch noch. 

SPORT1: Sie sind ja auch noch nicht so alt! Wie würden Sie Ihre Karriere bis jetzt beschreiben?

Ricciardo: Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe. Ich will aber noch mehr. Der WM-Titel ist nach wie vor mein Ziel.

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Alonso klagt über Formel-1-Manko

Für Fernando Alonso wird die Rückkehr in die Formel 1 so etwas wie eine Wundertüte. 

Der 39-Jährige kehrt nach zwei Jahren Abstinenz zurück in die Formel 1 und zu Renault – hebt nun aber die Schwierigkeiten bei seinem Comeback hervor. Mit dem französischen Team holte der Spanier zwar seine beiden WM-Titel. Die Erfahrung hilft ihm aber wohl kaum.

“Die Formel 1 ist ein Widerspruch”, sagte Alonso der spanischen Tageszeitung AS. “Es ist der anspruchsvollste Sport der Welt, mit Abermillionen von Investitionen, aber es ist der einzige, in dem der Athlet nicht trainieren darf.” 

Hintergrund: Zwar dürfen die Piloten im Winter in Simulatoren und alternativen Methoden trainieren, allerdings kaum im Cockpit testen. 

“Nächstes Jahr im Januar wird es insgesamt anderthalb Tage Testfahrten pro Fahrer im Auto geben und von da an geht es um die Weltmeisterschaft”, erklärte Alonso und führte einen Vergleich an: ”Es wäre undenkbar, dass jemand, der zu den Olympischen Spielen fährt, anderthalb Tage mit dem Speer trainiert und dann zu den Spielen reist.” 

Normalerweise ist die fehlende Eingewöhnungszeit für die Fahrer mit ihren Autos kein großes Problem. Alonso saß aber nun zwei Jahre in keinem Formel-1-Boliden, sondern nahm an Langstreckenrennen teil. 

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Er gewann in Le Mans zweimal die Langstrecken-WM. Das Fahrgefühl in einem Langstreckenauto sei aber ein anderes. “Ich bin mir der Grenzen und der Schwierigkeiten bewusst, die wir haben werden”, sagte der Altmeister.

Seine Vorfreude trübt die Ausgangslage jedoch nicht. ”Ich kehre zur F1 zurück, einfach weil ich das Fahren liebe. Ich kehre zu einem Team zurück, das mich sehr begeistert, das wie meine Familie war. Ich komme glücklich zurück und mit geladenen Batterien”, geriet der 39-Jährige bei dem Gedanken an den nächsten Frühling regelrecht ins Schwärmen.  

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Wie Vettel für Aston Martin noch wertvoller werden könnte

Lässt sich Sebastian Vettel (36) von Aston Martin mehr für seinen Namen bezahlen als für seine Leistungen im Cockpit?

Wie racefans.net berichtet, soll der Deutsche statt der bisher kolportierten 15 Millionen Euro Jahresgage “nur” 1,3 Millionen Euro pro Saison plus Boni von seinem künftigen Arbeitgeber direkt bekommen. Stattdessen habe er sich ein zusätzliches Gehalt von 4,2 Millionen Euro als Markenbotschafter von Aston Martin gesichert.

Weder im Vettel-Umfeld noch bei Racing Point will man das so konkret bestätigen, von Racing Point ist aber zu hören: Sowohl Vettel als auch sein neuer Teamkollege Lance Stroll repräsentieren in Zukunft auch die Aston Martin-Marke.

Vettel betont: Geld spielt keine Rolle

Das Konstrukt ergibt Sinn. Zuletzt hatte Vettel immer wieder betont: Geld spielt für ihn keine Rolle. Auch für eine Ferrari-Vertragsverlängerung wäre er von seinen aktuellen Bezügen von rund 35 Millionen Euro weit runtergegangen. Dazu kommt: Racing Point bleibt ein Privatteam. Von Aston Martin bekommt man lediglich die Namenslizenz. Da passt es, dass Racing-Point-Besitzer Lawrence Stroll auch Großaktionär und Chairman bei Aston Martin ist – beide Investments aber voneinander trennt.

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Doch er weiß genau wie Aston Martin-CEO Tobias Moers auch: Der Name Vettel hat für die britische Sportwagen-Kultmarke einen riesigen Werbewert. In der Formel 1 rast der Deutsche am Sonntag im Lizenz-Aston-Martin. Am Montag wirbt der Hersteller mit seinen Erfolgen für Supersportler wie den neuen Mega-SUV DBX.

Auch Niki Lauda wurde zur Marke

Sebastian Vettel wäre nicht der erste, der sich seinen Namen bezahlen lässt. Als Niki Lauda 1982 über die Bezahlung seines Comebacks bei McLaren verhandelte, sagte er dem damaligen Marlboro-Verantwortlichen Paul Hogan: “Gebt mir einen Dollar fürs Fahren und drei Millionen für den Werbewert meines Namens.” Marlboro schlug zu.

Auch Michael Schumacher verknüpfte sein Comeback 2010 bei Mercedes mit einer Rolle als Markenbotschafter. Diese Rolle behielt er auch nach seinem Rücktritt Ende 2012. Erst sein schwerer Skiunfall im Dezember 2013 stoppte die Tätigkeit. Trotzdem erhält seine Familie noch heute wertvolle Unterstützung von Mercedes, u.a. in Form von speziellen behindertengerechten Autos.

Zurück aber zu Vettel und Aston Martin. Am Rande des GP von Russland brachte Mercedes-Motorsportchef und Aston-Martin-Aktionär Toto Wolff sogar einen Aktienkauf durch Vettel ins Gespräch. Wolff räumt zwar ein: “Sebastian ist in allererster Linie Rennfahrer. Da geht’s um die Performance auf der Strecke.” Er sagt aber auch: “Das heißt nicht, dass er sich nicht vielleicht ein paar Aktien kauft – vor allem wenn das Unternehmen nach wie vor tief bewertet ist. Diese Gelegenheit ist natürlich da.”

Aktie von Aston Martin im Tief

Fest steht: Der aktuelle Aktienkurs liegt bei rund 55 Cent weit unter den Höchstständen der vergangenen zwei Jahre. Vom neuen DBX ist nur Positives zu hören. Steigende Verkaufszahlen dürften auch die derzeit unterbewertete Aktie wieder klettern lassen.

Genau wie Erfolge und Werbung durch Sebastian Vettel. Das weiß auch der Wiener Wolff, der sich schon freut: “Ich habe ja auch Aktien an Aston Martin. Aus der Perspektive betrachtet finde ich das (Vettels Verpflichtung; d. Red.) großartig. Denn Deutschland ist der zweitwichtigste Markt.”

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Folgen des Honda-Bebens: Brisantes Detail bei Verstappen

Honda steigt Ende 2021 aus der Formel 1 aus – und nun?

Nachdem klar ist, dass der japanische Autobauer ab 2022 die Königsklasse verlässt, steht vor allem die Frage, wo Red Bull einen neuen Motor herbekommt, im Fokus. Nach SPORT1-Informationen zeichnet sich ein Szenario ab – dessen Umsetzung Max Verstappen mit Blick auf eine heikle Klausel in seinem Vertrag nun mit Interesse verfolgen wird.

Die Fragen und Antworten zum Honda-Beben.

Warum verlässt Honda die Formel 1?

Honda begründet diesen Schritt mit einem veränderten Fokus in der Automobil-Industrie, in der man bis 2050 CO2-neutral unterwegs sein möchte.

Bisher konnte Honda seit der Einführung der Hybridmotoren 2014 fünf Rennsiege einfahren, davon vier mit Max Verstappen bei Red Bull und einen mit Pierre Gasly bei Alpha Tauri. Damit sind die Japaner der einzige Hersteller, der in der Turboära mit mehr als einem Team gewinnen konnte.

Wie reagiert Red Bull?

“Als Team verstehen wir, wie schwierig es für die Honda Motor Company war, die Entscheidung zu treffen, sich nach der Saison 2021 aus der Formel 1 zurückzuziehen”, sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner. “Der sich verändernde Fokus in der Automobilindustrie hat zu Hondas Entscheidung geführt, die Ressourcen zu verlagern. Wir verstehen und respektieren die Hintergründe.”

Red Bulls Motorsport-Chefberater Helmut Marko sagt: “Beide unsere Rennteams haben in den vergangenen Saisons starke und erfolgreiche Beziehungen zur Honda Motor Company aufgebaut. Wir verstehen die Entscheidung von Honda und respektieren die Richtung, die sie in Anbetracht der neuen Herausforderungen, die sich in der Automobilindustrie darstellen, getroffen haben.”

Für den Rest der gemeinsamen Zeit sei es das Ziel, gemeinsam um Siege zu kämpfen und ein Titelanwärter zu sein. “Daneben werden wir mit unseren Teams daran arbeiten, die bestmöglichen Power-Unit-Lösungen für 2022 und darüber hinaus zu finden. Wir bleiben im Sport engagiert, denn beide Teams haben das aktuelle Concorde-Agreement unterschrieben”, betont Marko.

Welche Pläne hat Red Bull mit dem Motor ab 2022?

SPORT1 erfuhr: Honda will sich mit Würde aus der Königsklasse verabschieden und hat deshalb für 2021 einen neuen Motor entwickelt, der auf dem Prüfstand eine wesentliche Steigerung zu dem aktuellen Modell verspricht. Gut möglich, dass Red Bull dieses neue Aggregat, falls es sich bewährt, in Eigenregie weiter einsetzt. Die Kapazitäten dazu hätte Red Bull in seinem hypermodernen Technologiezentrum in Milton Keynes, das auch mit adäquaten Motorenprüfständen ausgestattet ist. Dazu passt: 2022 und 2023 sind nur jeweils ein Upgrade an Turbolader, MGU-H und Motor erlaubt, ab 2023 sind die Power Units komplett eingefroren.

Dazu kommt: Schon lange arbeitet Ex-Motorenbauer Mario Illien mit den Österreichern zusammen. Der Schweizer hätte das Wissen und die Erfahrung, ein solches Projekt anzugehen. Und, nicht zu vergessen: Auch Illiens Nachfolger bei Mercedes ist 2022 auf dem Markt: Andy Cowell gilt als Superhirn hinter den Mercedes-Erfolgen in der Hybridära. Der Brite, der die Insel nicht verlassen will und unter anderem deshalb bei Ferrari absagte, hat seinen Rücktritt bei Mercedes schon angekündigt und ist nur noch bis Mitte 2021 an seinen jetzigen Arbeitgeber gebunden.

Eine neue Partnerschaft mit Renault gilt jedenfalls als No-Go. Zu tief sind die Gräben, die nach öffentlichen Anfeindungen zum Ende der vergangenen Partnerschaft entstanden sind. Ferrari ist ebenfalls keine Alternative. Und auch Mercedes nicht, da sich Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz angeblich weigert, mit Motoren aus Stuttgart zu fahren.

Gibt es eine andere Option?

SPORT1 weiß auch, dass es Gespräche zwischen Red Bull und Porsche gibt. Deren Mutterkonzern VW soll bereit sein, mit der Edelmarke in die Formel 1 einzusteigen – mit Red Bull als Partnerteam. 2022 erscheint aber als zu früh. Insider gehen davon aus, dass Porsche erst mit Beginn eines neuen Motorenreglements, das 2026 in Kraft treten wird, den Sprung in die Eliteklasse des Motorsports wagen will.

Schon im August hatte Vorstandschef Herbert Diess mit der Königsklasse geflirtet. “Meiner persönlichen Meinung nach sollten wir mit Rennsport weitermachen”, schrieb er auf der Business-Plattform LinkedIn. “Die Formel 1 wird CO2-neutral indem sie synthetische Kraftstoffe nutzen wird. Sie ist viel aufregender, spaßiger, mehr Rennsport und ein besserer Technik-Wettkampf als die Formel E, die in Stadtzentren ein paar Runden im Spielmodus dreht.”

Was wird aus Max Verstappen?

Der Superstar Max Verstappen dürfte die Entwicklung bei Red Bull genau beobachten. In seinem Vertrag gibt es eine Klausel, die besagt, dass Red Bull ihm einen konkurrenzfähigen Motor zur Verfügung stellen muss. Das Wort konkurrenzfähig könnte dabei zur Definitionssache werden.

Fest steht: 2021 ist Verstappen erstmal an Red Bull gebunden. Danach aber ist die Zukunft der wertvollsten Aktie auf dem Fahrermarkt noch völlig offen.

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F1-Hammer! Honda verlässt Formel 1 – Red Bull verliert Motor

Das ist ein echter Formel-1-Hammer – der die Zukunft der gesamten Serie durcheinanderwirbelt: Honda hat bekanntgegeben, dass man die Formel 1 am Ende der Saison 2021 verlassen wird.

Der japanische Motorenhersteller stattet in der Königsklasse Red Bull und Scuderia AlphaTauri mit Motoren aus, weshalb nun auch ein Fragezeichen hinter der Zukunft dieser Teams steht.

Hondas Präsident Takahiro Hachigo verkündete auf einer Pressekonferenz den Ausstieg des Konzerns aus der Formel 1. Ein genannter Grund: das Ziel des Autobauers, “die Verwirklichung der Klimaneutralität bis 2050 anzustreben”. Honda müsse zu diesem Zweck “seine Unternehmensressourcen in Forschung und Entwicklung in die Bereiche der zukünftigen Antriebs- und Energietechnologien lenken, wobei der Schwerpunkt auf der künftigen Realisierung der Kohlenstoffneutralität liegt”.

“Auch wenn wir enttäuscht sind, unsere Partnerschaft mit Honda nicht fortsetzen zu können, sind wir sehr stolz auf unseren gemeinsamen Erfolg. Wir haben fünf Siege und 15 Podestplätze mit beiden Red-Bull-Teams erzielt. Wir wollen allen von Honda für ihre außerordentlichen Bemühungen und Einsatz danken”, teilte Red-Bull-Teamchef Christian Horner in einem Statement mit.

Legendäre Erfolgs-Ära mit Ayrton Senna und Alain Prost

Honda hat eine wechselvolle Geschichte in der Formel 1 hinter sich: Eine goldene Ära erlebten die Japaner zwischen 1986 und 1991, als sämtliche Konstrukteurstitel an ihre Kinden gingen, legendär ist vor allem die Kooperation mit McLaren und dem legendären Duo Ayrton Senna und Alain Prost.

2015 ließ Honda die Liaison mit dem britischen Traditionsrennstall wiederaufleben – und erlebte ein Desaster. Die Power Unit der Japaner erwies sich als die schwächste der Formel 1, Ende 2017 folgte die schmutzige Trennung. Honda wechselte 2018 zu Toro Rosso (mittlerweile AlphaTauri) und bestückt seit der vergangenen Saison auch Red Bull, das Ex-Team von Sebastian Vettel, mit Power Units. Seither feierte Honda fünf Grand-Prix-Siege.

Red Bull braucht nach Aus für Honda neuen Partner

Es stellt sich aber die Frage, was dies jetzt für Red Bull bedeutet?

Denn ob Renault den Rennstall nach dem Zoff bei der letzten Partnerschaft wieder aufnehmen wird, darf bezweifelt werden – und auch Red Bull zeigte sich mit Renault oft unzufrieden. Die anderen aktuell verfügbaren Optionen in der Formel 1 heißen Mercedes und Ferrari – aber ob die einem Konkurrenten um den Titel helfen wollen?

Der 2021 eingeführte Budgetdeckel soll weitere Hersteller anlocken, doch derzeit ist nichts konkret – und niemand will jahrelang hinterherfahren.

Vielsagend ist vor diesem Hintergrund, dass Horner gleich gegen naheliegende Spekulationen anredet, dass das Aus für Honda auch das Aus für Red Bull bedeuten könnte: “Red Bull Racing hat das aktuelle Concorde Agreement der Formel 1 unterzeichnet und hat sich weiterhin langfristig dem Sport verschrieben.”

Man freue sich nun auf “eine neue Ära der Innovation, Entwicklung und des Erfolgs. Als Gruppe werden wir uns jetzt die Zeit nehmen, die uns zur Verfügung gestellt wurde, um die bestmöglichen Power-Unit-Lösungen für 2022 und darüber hinaus zu evaluieren und zu finden.”

AlphaTauri-Teamchef: “Wird nicht leicht”

AlphaTauri-Teamchef Franz Tost befürchtet, dass dies keine leichte Aufgabe für die Teams wird: “Es wird nicht leicht, einen Partner wie Honda zu finden, aber wir werden natürlich jetzt danach trachten, für die Zeit nach 2022 eine Lösung zu finden.”

Alles deutet zumindest zunächst einmal auf einen neuen Motoren-Partner hin, da eine eigene Formel-1-Antriebseinheit zu bauen, enorme Kosten verursachen würde.

Red-Bull-Motorsportchefberater Helmut Marko hatte vor Jahren verraten, dass die Österreicher bereits 2014 mit diesem Gedanken gespielt hatten, der Plan aber aufgrund der Kosten und Komplexität schnell wieder verworfen wurde.

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Schumacher testet im Ferrari – Italiens Presse feiert ihn

Bevor Mick Schumacher am nächsten Wochenende beim Eifel-GP am Nürburgring erstmals an einem Grand-Prix-Wochenende zum Einsatz kommt, durfte der 21-Jährige schon einmal in einem Ferrari testen.

Am Mittwoch bestritt Schumacher gemeinsam mit Callum Ilott und Robert Schwartzman, Schumachers Konkurrenten in der Formel 2 und ebenfalls in der Ferrari Driver Academy, Testfahrten mit dem Ferrari der WM-Saison 2018.

Am Nachmittag drehte der Sohn des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher seine ersten Runden in Fiorano – mit der Startnummer 47.

“Vor einigen Wochen durfte ich in Mugello bereits den F2004 fahren. Ein beeindruckendes Auto, aber inzwischen ziemlich antiquiert. Am Steuer eines 2018er Hybrid-Fahrzeugs zu sitzen, hat mir gezeigt, wie wichtig die Elektronik für die Power Unit ist und wie viel Fortschritt die Formel 1 bei der Aerodynamik gemacht hat”, berichtete Schumacher.

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Schumacher freut sich auf Nürburgring

Schumacher hatte zudem bereits 2019 den Ferrari SF90 in Bahrain gefahren, ebenso wie den Alfa Romeo C38 beim gleichen Test.

“Ich kann es kaum erwarten, in Deutschland ins Cockpit zu steigen. Es wird schön, zum ersten Mal an einem Training vor heimischer Kulisse teilzunehmen. Im Team gibt es einige Mechaniker, die schon mit meinem Vater gearbeitet haben und das wird den Tag noch spezieller machen”, sagte Schumacher.

“Der kleine Schumi fährt wie ein Großer”

Italiens Presse reagiert bereits auf die Testfahrten mit Begeisterung. “Der kleine Schumi fährt wie ein Großer”, schrieb der Corriere dello Sport: “Schumi junior hat sich dieses Abenteuer bei voller Geschwindigkeit Zentimeter für Zentimeter verdient.”

Der 21-Jährige sei zudem gereift und bodenständig: “Er ist für die Formel 1, die von Mythen lebt, enorm wichtig.”

Für Schumacher war es ein idealer Test. Der Gesamtführende der Formel 2 wird beim Großen Preis der Eifel am 9. Oktober im 1. Freien Training den Alfa Romeo fahren – und das sogar vor bis zu 20.000 Zuschauern.

mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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Schumacher-Debüt in Deutschland? "Der Knaller"

Nächste Woche kehrt die Formel 1 zurück nach Deutschland – und dann auch noch mit dem F1-Debüt von Mick Schumacher an einem offiziellen Rennwochenende!

Der Sohn von Legende Michael Schumacher wird im ersten freien Training am Nürburgring den Alfa Romeo Racing C39 von Antonio Giovinazzi steuern und macht damit den nächsten Schritt auf den Weg in die Königsklasse des Motorsports.

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Mit dabei sind auch noch bis zu 20.000 Zuschauer. Diese Kombination sorgt natürlich auch bei Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort für Begeisterung.

Im exklusiven SPORT1-Interview spricht der Chef des Eifel-GP über das Schumacher-Debüt, den Zuschauer-Plan trotz Corona – und verrät, wen er sich als Sieger wünschen würde.

Mick Schumacher am Nürburgring: “Freuen uns wahnsinnig”

SPORT1: Herr Markfort, wie finden Sie es, dass beim Comeback der Formel 1 am Nürburgring – wenn auch nur im Training – ein Schumacher dabei sein wird?

Mirco Markfort: Das ist natürlich ein Knaller, da freuen wir uns wahnsinnig! Nach den ersten Ankündigungen, dass es vielleicht so kommen könnte, ist das für uns und für die deutschen Motorsportfans eine tolle Sache.

SPORT1: Der Ansturm der Fans auf die Tickets ist groß. Wie überrascht sind Sie davon?

Markfort: Natürlich ist in diesen Zeiten nichts normal. Wenn man sich mal anschaut, wie sonst begehrte Tickets in anderen Branchen mühselig verkauft werden, dann sieht man das. Deswegen waren wir gespannt, wie es läuft. Aber es war so wie erhofft.

SPORT1: Wie viele Tickets sind bisher verkauft?

Markfort: Wir sind in der zweiten Vorverkaufsphase fast ausverkauft. Es sind noch ein paar Restkarten auf der T4 zu haben, aber der Rest – also fast 10.000 Tickets – sind weg. Es war eine stetige Aktivität auf der Homepage zu sehen.

SPORT1: Wie geht’s mit den restlichen 10.000 Tickets weiter?

Markfort: Wir hoffen, dass wir am Freitag die nächste Vorverkaufsphase starten und wieder 5000 Tickets an den Mann bringen können. Da müssen wir ein Einvernehmen mit der Kreisverwaltung herstellen. Momentan sieht es so aus, dass zumindest im Kreis Ahrweiler das Infektionsgeschehen unter Kontrolle ist. 

So ist der Corona-Plan am Nürburgring

SPORT1: Deutschlandweit steigen aber die Corona-Zahlen. Ist das also der richtige Zeitpunkt, Fans an die Strecke zu lassen?

Markfort: Warum soll es nicht der richtige Zeitpunkt sein? Wir können hier etwas bieten, was in vielen anderen Bereichen des täglichen Lebens nicht der Fall ist, nämlich eine professionelle Organisation der Zuschauerbereiche unter den gegebenen Rahmenbedingungen Abstand, Hygiene, Maskenpflicht. Wir haben ein erprobtes Konzept, haben damit im August mit dem Oldtimer-GP angefangen und konnten seither Erfahrungen sammeln. Unser Fazit war, dass es schon beim Start sehr gut funktionierte und das konnten wir den Behörden auch zeigen. Ein organisierter Veranstaltungsbereich ist immer besser als unkontrollierte Zusammenkünfte von Menschen – wie das in Einkaufszentren und Innenstädten zu sehen ist. Da ist die Eventbranche in den letzten Monaten zu schlecht weggekommen. Das ist schade, weil nicht nur wir, sondern auch die Stadienbetreiber wissen, was sie tun.

SPORT1: Wie sieht das Hygienekonzept genau aus?

Markfort: Wir bilden die Hygieneregeln nach. Der Ticketverkauf findet online statt unter Angaben der Personen und auch der Kontaktdaten. Wir haben jeder Tribüne einen eigenen Parkplatz zugeordnet. Auf dem Weg vom Parkplatz zur Tribüne begegnet man nur Leuten, die auch auf der gleichen Tribüne sitzen. Wir haben hier zum Glück die Situation, dass wir keinen öffentlichen Nahverkehr haben, sondern dass alle Gäste mit dem Auto anreisen müssen. So wird ein großer Risikofaktor ausgeschlossen. Auf den Tribünen haben wir Vierer-Inseln gebildet, die zur Seite, nach hinten und nach vorn mindestens 1,5 Meter Abstand zu den anderen Vierer-Inseln haben. So können wir der Abstandspflicht nachkommen. In allen Bereichen außer dem Sitzplatz herrscht ab der Ticketkontrolle Maskenpflicht. Das Catering ist auch den jeweiligen Tribünen zugeordnet, genauso die Sanitärbereiche. 

Formel 1 erst durch Corona am Nürburgring möglich

SPORT1: Wie groß ist die Vorfreude auf das Rennen?

Markfort: Die ist riesig, aber wir hängen noch so tief in den operativen Vorbereitungen drin, dass wir das erst richtig genießen können, wenn es dann losgeht. Wahrscheinlich müssen wir uns dann am Montag nach dem GP kneifen, weil es schon wieder vorbei ist. Wir merken auch den Hype bei den Ticketkäufern, aber auch durch Nachrichten, die an uns herangetragen werden. 

SPORT1: Sind die Veranstaltungen wirtschaftlich überhaupt rentabel?

Markfort: Sicherlich muss man vielen Veranstaltern entgegenkommen in diesen Zeiten. Das 24h-Rennen ist das beste Beispiel: Da gab es einen Rettungsschirm, wo die Hersteller, die Veranstalter und wir als Location auf viel verzichtet haben, um die Veranstaltung zu realisieren. Das ist halt so. Man muss Partnerschaften leben, gerade in schwierigen Zeiten. So lukrativ wie in normalen Jahren sind die Veranstaltungen nicht, weil einfach die Masse der Zuschauer fehlt. Um auf die Formel 1 zu blicken: In einem normalen Jahr hätten wir die Formel 1 nicht gehabt. Da hat uns die Pandemie in die Hände gespielt, um mit der Formel 1 einen wirtschaftlich sinnvollen Deal hinzubekommen. Den haben wir auch über die Ziellinie gebracht. Daher sind wir sehr froh, die Königsklasse hier zu haben, ohne ein finanzielles Risiko einzugehen. Der Mehrwert für uns bemisst sich einfach an den PR-Aktivitäten und dem Marketing für den Ring. Es ist immer noch die größte Motorsportserie, die jeder auf seiner Strecke haben will. 

Wunsch: Hamilton knackt Schumacher-Rekord – oder Vettel Sieg

SPORT1: Haben Sie auch für die Zukunft Blut geleckt?

Markfort: Erstmal konzentrieren wir uns auf dieses Jahr, weil uns da derzeit mit den ganzen Veranstaltungen auch viel abverlangt wird. Andererseits wollen wir eine perfekte Performance liefern, im operativen Bereich, aber auch in der Kommunikation, weil wir Content liefern können wie kaum eine andere Strecke – mit der Verbindung der starken Marke des Nürburgrings und der starken internationalen Zugkraft und Geschichte der Grünen Hölle. Ich glaube, wir können viel bieten und müssen jetzt zeigen, dass wir es auch liefern können. Natürlich werden wir versuchen, auch in Zukunft die Formel 1 zu halten, aber das hängt auch von den Rahmenbedingungen in der Welt ab – ob das Corona selbst betrifft oder die wirtschaftlichen Folgen von Corona. Da können sich Türen öffnen für uns, aber das ist alles Spekulation.

SPORT1: Was ist Ihr Wunsch für den Eifel-GP?

Markfort: Wünschenswert wäre es, wenn wir ein spannendes Rennen haben. Vielleicht stellt Lewis Hamilton auch noch Michael Schumachers Rekord ein. Dann wäre Mercedes als deutscher Hersteller und wir als deutsche Rennstrecke dabei gewesen – das wäre auch im Nachgang eine tolle Geschichte. Fantastisch wäre natürlich ein Sieg von Sebastian Vettel, aber das ist in der jetzigen Zeit ein utopischer Wunsch. Vielleicht trägt das Eifelwetter ja dazu bei, dass das Rennen richtig spannend wird.

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Schumacher-Debüt elektrisiert F1: Was Brawn imponiert

Die Motorsport-Welt fiebert dem lang ersehnten Formel-1-Debüt von Mick Schumacher entgegen.

Beim Großen der Eifel am Nürburgring (9. bis 11. Oktober) wird der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher das erste Freie Training im Alfa Romeo von Antonio Giovinazzi bestreiten – und weckt damit Vorfreude bei den F1-Fans und sich selbst.

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“Ich bin überglücklich, diese Chance im Freien Training zu bekommen”, hatte der Formel-2-Pilot nach Bekanntwerden seiner Premiere erklärt. “Die Tatsache, dass meine erste Teilnahme an einem Formel-1-Wochenende vor meinem Heimpublikum auf dem Nürburgring stattfindet, macht diesen Moment noch spezieller.”

Schumachers Aufstieg in die Königsklasse elektrisiert auch Ross Brawn.

Brawn: Schumacher-Entwicklung stark

Der F1-Sportchef sowie frühere Förderer und Verbündete von Michael Schumacher bei unter anderem dessen fünf WM-Titeln für Ferrari, wo Brawn Technikchef war, erklärte nun bei Formula1.com: “Es ist nicht einfach, wenn du den Namen Schumacher trägst.”

Brawn fügte an: “Es bringt dir auch Vorteile, aber du stehst die ganze Zeit unter Beobachtung. Mick hat das erstaunlich gut hinbekommen.”

Beeindruckt zeigt sich der Brite von Schumacher junior vor allem auch wegen dessen Entwicklung in der Formel 2, wo der 21-Jährige zuletzt das Hauptrennen von Sotschi gewonnen und im Sprint einen dritten Rang eingefahren hatte, nach wie vor beste Chancen auf den Titel hat.

“Mick entwickelt sich toll, er zeigte in den jüngsten Läufen eine erstaunliche Reife. Russland war ein exzellentes Rennwochenende von ihm, und ich bin für seine Zukunft sehr optimistisch”, so Brawn.

Surer: Schumacher “nicht der Überflieger”

Marc Surer, ehemaliger Formel-1-Pilot und BMW-Rennleiter, hatte im AvD Motorsport Magazin auf SPORT1 über Schumacher allerdings auch kritische Worte verloren: “Er ist vom Talent her nicht der Überflieger, aber er ist sehr steigerungsfähig, er lernt unglaublich dazu.”

Auf dem Nürburgring will Schumacher daher die nächste Stufe zünden. In Bahrain hatte der Kerpener im vergangenen Jahr bereits erste Gehversuche in einem F1-Boliden unternommen, dabei auf 126 Runden (682 Kilometer) sowohl einen Ferrari SF90 als auch einen Alfa Romeo C38 getestet.

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Rennsperre vor Augen: So sehr ist Rüpel Hamilton in Gefahr

Mancher kennt das ja: Noch ein Vergehen, und der Lappen ist erst mal weg.

Ähnliches muss nun auch Lewis Hamilton im Hinterkopf haben – und sozusagen um seinen Formel-1-Führerschein bangen.

Der WM-Führende war nach dem Riesenwirbel beim Großen Preis von Russland um Startübungen und eine Zeitstrafe zwar milde davongekommen, nachdem die Rennkommissare die zunächst verhängte Sanktion von zwei Punkten auf Hamiltons Superlizenz wieder zurücknahmen.

Allerdings trennt Hamilton nur noch wenig von einer Rennsperre, was Toto Wolff ebenso Sorgen bereitet. Der Mercedes-Teamchef hatte bereits im Sotschi vor der Rücknahme der zwei Punkte beunruhigt erklärt: “Wir wissen, dass wir ganz knapp dran sind an einer Rennsperre.”

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Mercedes in Sorge am Nürburgring

Soll heißen: Schon beim Grand Prix in der Eifel am Wochenende des 10./11. Oktober auf dem Nürburgring könnte es Hamilton treffen – und dann womöglich einen erneuten Strich durch die Rechnung machen, den Siegrekord des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher (91 GP-Erfolge) einzustellen.

Die Superlizenz des Engländers ist inzwischen mit acht Punkten belastet – und waren es in Sotschi, wo Hamilton am Ende nur Dritter wurde, zwischenzeitlich sogar mit zehn. Bei zwölf Punkten binnen zwölf Monaten gemäß Reglement gibt es eine Zwangspause von einem Rennen.

Doppelt gefährlich für Hamilton: Erst am 17. November verfallen zwei seiner Strafpunkte – bis dahin darf er sich demnach nichts mehr zu Schulden kommen lassen.

Surer und Wendlinger kritisieren Hamilton

Marc Surer lässt denn auch kein gutes Haar an dem 35-Jährigen, der nach seiner Zeitstrafe gewütet hatte (“Mann, das ist so lächerlich”):

“Hamilton geht ans Ende der Boxenausfahrt und übt da, wo die Autos schon mit hoher Geschwindigkeit aus der Box rauskommen, dann ist das einerseits gefährlich und zweitens habe ich nicht verstanden, warum er überhaupt auf die Idee kommt, da hinzugehen”, sagte der ehemalige Formel-1-Pilot und BMW-Rennleiter im AvD Motorsport Magazin auf SPORT1.

Auch der frühere Formel-1-Fahrer Karl Wendlinger zeigte sich fassungslos: ”Er ist schon lange genug in der Formel 1 dabei. Es gibt Regeln, auch in den anderen Motorsport-Klassen. Das sollte man schon wissen, wo man seinen Start machen darf.” 

Mit Blick auf das nächste Rennen bleibt die Situation brisant für Mercedes und Hamilton, der immer wieder mal für einen Rüpel-Anfall gut ist.

Hamilton gelobt Besserung

“Ich muss halt sicherstellen, künftig eine weiße Weste zu wahren”, gelobte der F1-Dominator, auf den im Strafpunkte-Ranking erst mit weitem Abstand Alexander Albon (Red Bull / 5 Punkte) folgt, nun immerhin Besserung. “Ich muss sicherstellen, dass ich keinen keinen Grund liefere, nicht mal eine Andeutung, dass die Rennkommissare aktiv werden.”

Zumal sich Hamilton noch viel größerem Spott der Konkurrenz ausgesetzt sehen dürfte, sollte er nun tatsächlich eine Sperre beziehen.

“Ich weiß gar nicht, wer die Ersatzfahrer bei Mercedes sind, aber ich würde denken, dass man sie ins Fitnessstudio schickt, nur für den Fall der Fälle”, stichelte Red-Bull-Teamchef Christian Horner zuletzt.

Ein Thema, mit dem sich Sebastian Vettel und Ferrari im Übrigen nicht auseinander setzen müssten: Der Ferrari-Pilot steht angesichts von 0 Strafpunkten gänzlich unbefleckt da. Aber vielleicht ist der Heppenheimer wegen des deutschen Zentralverkehrsregisters auch schlichtweg mehr sensibilisiert als Hamilton…

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