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Räikkönen macht sich über Hamilton lustig

Was Lewis Hamilton dazu wohl sagt?

Kimi Räikkönen hat auf Instagram einen klaren Seitenhieb in Richtung des Weltmeisters verteilt.

Der Finne postete auf Instagram eine Story, in welcher auf dem ersten Bild links der oberkörperfreie und Alkohol trinkende Ex-Weltmeister James Hunt zu sehen ist.

Diesem Bild stellte er Hamiltons Outfit in Mugello, bestehend aus einem beige-karierten Dreiteiler, einem Fischerhut und pinken Socken, gegenüber.

Räikkönen scherzt über Hamilton

Räikkönen, der bekennender Fan des 1993 verstorbenen Kult-Piloten ist, schrieb über die beiden Bilder: “Die Evolution von Formel-1-Fahrern.”

Der Alfa-Romeo-Post postete aber noch ein weiteres Bild, welches ihn selbst rauchend und offensichtlich betrunken zeigt. Dazu schrieb der 40-Jährige: “Macht euch keine Sorgen. Noch ist nicht alle Hoffnung verloren.”

Räikkönen ist in der Formel-1-Szene bekannt für seine trockenen Kommentare – dennoch darf man gespannt sein, ob Hamilton ihm bei der nächsten Überrundung auf der Strecke einen wenig freundlichen Gruß hinterlässt.

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Diese Rivalität brachte Schumacher einen zweifelhaften Ruf

Er war die Nummer 2 hinter Ayrton Senna, als die Legende beim Formel-1-Rennen in Imola tödlich verunglückte.

Er schnappte Michael Schumacher danach fast den Weltmeister-Titel weg, lieferte sich mit dem deutschen Idol eine erbitterte, von diversen kontroversen Vorfällen geprägte Rivalität, die auch Schumachers zwiespältigen Ruf als “Schummel-Schumi” begründete.

Heute wird der Brite Damon Hill 60 Jahre alt und kann auf eine große Karriere zurückblicken, die er 1996 nach zwei verlorenen Titelrennen gegen Schumi mit dem WM-Gewinn im Williams krönen konnte.

SPORT1 blickt zurück auf die legendäre Rivalität zwischen Hill und Schumacher – zwei große Racer, die abseits der Strecke nicht das beste Verhältnis hatten.

Damon Hill war in der Formel 1 ein Spätstarter

Ungewöhnlich war schon der Beginn der Karriere des am 17. September 1960 in Hampstead bei London geborenen Hill: Der Sohn des zweimaligen Weltmeisters Graham Hill kam nicht wie die meisten Kontrahenten über den Go-Kart-Sport in die höheren Klassen. Hill sammelte auf Motorrädern die ersten Rennerfahrungen. Auf Anraten seiner Mutter hat er sich danach dem Autorennsport gewidmet. Sie fand, dass die Gefahr bei Motorradrennen zu groß sei.

Erst im Alter von 31 Jahren stieg er für Brabham in die Formel 1 auf, ein Jahr danach folgte der Ruf von Williams, wo er 1993 die Nummer 2 hinter Alain Prost war, als der seinen letzten Titel gewann und danach zurücktrat.

Prosts großer Rivale Senna wurde dessen Nachfolger, Hill sollte wieder der Zuarbeiter sein – durch Sennas Tod fiel ihm auf tragische Weise eine neue Rolle zu: Er wurde zum größten Konkurrenten für den damals 25 Jahre alten Senkrechtstarter Schumacher im Benetton-Ford.

1994: Crash zum WM-Sieg

Schumacher und Hill lieferten sich 1994 ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel: In 16 Rennen stand achtmal Schumacher und sechsmal Hill ganz oben auf dem Podest. Zeitweise duellierten sich die beiden am Rande der Legalität so zum Beispiel beim Rennen in Silverstone, Hills Heim-Grand-Prix, bei dem er von der Pole-Position ins Rennen ging.

In der Einführungsrunde vor dem Rennstart hatte Schumacher Hill verbotenerweise überholt: Für das Vergehen sprach die Rennleitung eine Stop-&-Go-Strafe aus. Diese wurde von Schumacher und seinem Benetton-Team allerdings ignoriert. Die Rennleitung griff härter durch und disqualifizierte ihn. Aber auch die Aufforderung, das Rennen zu beenden, ignorierte die Mannschaft. Stattdessen kam Schumacher in die Boxengasse, um die ursprüngliche Strafe zu verbüßen.

Auf Platz zwei lief er zwar hinter Hill ins Ziel ein, blieb aber nicht in der Wertung. Schumacher wurde endgültig disqualifiziert. Auch das wollte die Benetton-Truppe nicht einsehen und legte Protest gegen die Entscheidung ein. Erst durch das Urteil eines Berufungsgerichts wurde die Strafe bestätigt. Außerdem wurde Schumacher für zwei Rennen gesperrt.

Für Furore sorgte auch das letzte Saisonrennen. Mit nur einem Punkt Vorsprung reiste Schumacher nach Adelaide. Im Rennen übernahm Schumacher die Führung. Angesichts der engen Ausgangslage war klar: Wer das Rennen auf dem besseren Platz abschließt, würde am Ende mit dem Titel gekrönt werden.

Mit fortgeschrittenem Rennverlauf begann Hill, auf den Führenden aufzuholen und setzte Schumacher damit unter Druck. Der leistete sich schließlich einen Fahrfehler, kam von der Piste ab und touchierte die Mauer. Hill wollte Schumacher in der darauffolgenden Kurve auf der Innenbahn überholen. Es kam zur Kollision, die für beide das Aus zur Folge hatte. Schumacher sicherte sich den ersten WM-Titel.

Für das Manöver erntete Schumacher viel Kritik. Er sei nach innen gezogen, während sich Hill dort befunden habe und habe damit die Kollision provoziert, hieß es. Die Rennleitung jedoch sprach Schumacher frei und bewertete das Geschehen als Rennunfall – eine bis heute umstrittene Deutung.

1995: Schumachers deutliche Dominanz

Auch 1995 machten Schumacher und Hill den WM-Titel wieder unter sich aus. Enge Duelle und Kollisionen gehörten erneut zur Tagesordnung. Erneut kam es beim Rennen in Silverstone zu einem Showdown. Schumacher lag in Führung, als Hill einen Angriff auf ihn startete. Der Überholversuch war zum Scheitern verurteilt – zu groß war Hills Rückstand.

Mit blockiertem Vorderrad rutschte Hill in den Boliden Schumachers. Beide landeten im Kiesbett und schieden frühzeitig aus. Das gleiche Schicksal ereilte beide beim Rennen in Monza. Erneut lag Schumacher vor Hill, als dieser ihm ins Heck rutschte.

Doch die Duelle endeten nicht immer im Aus. Der Belgien-GP war ein Indiz dafür, welche fahrerische Qualität in ihnen steckte. Es waren schwierige Bedingungen für die Piloten. Mal war die Strecke nass, mal war sie trocken.

Hill saß dem führenden Schumacher viele Runden lang im Nacken. Immer wieder machte es den Anschein, als könnte Hill den WM-Spitzenreiter überholen. Doch Schumacher gelang es immer wieder, sich so zu positionieren, dass er vorne bleiben konnte. Schließlich gelang ihm der entscheidende Überholvorgang. Erst durch einen 10-Sekunden-Strafe gegen Hill wurden die beiden Duellanten in der Schlussphase auseinandergerissen.

Am Ende fand die WM-Entscheidung einen klaren Sieger: Schumacher siegte mit einem Vorsprung von 32 Punkten, der Makel, den manch einer bei seinem ersten WM-Gewinn sah, war getilgt.

1996: Hill gewinnt seinen ersten Titel

Die darauffolgende Saison fand unter veränderten Vorzeichen statt: Schumacher wechselte zu Ferrari – damals noch nicht so konkurrenzfähig wie in den Jahren darauf -, Hill bekam mit dem jungen und ambitionierten Kanadier Jacques Villeneuve einen neuen Teamkollegen bei Williams.

Hill zeigte es den Skeptikern, die ihm eine Entzauberung durch Villeneuve voraussagten: Er holte den Titel mit 19 Punkten Vorsprung, Schumacher folgte auf Platz 3.

Für Hill war es der Karriere-Höhepunkt und ein würdiger Abschied aus dem Williams-Team – der kein ganz freiwilliger war: Das britische Traditionsteam hatte damals Schumachers Landsmann Heinz-Harald Frentzen verpflichtet, von dem man sich bessere Ergebnisse versprach. Hill wechselte zum chancenlosen Arrows-Team, danach zu Jordan, 1999 machte er Schluss – im Jahr bevor Schumacher mit fünf WM-Triumphen in Folge zum Rekord-Champion aufstieg.

Nach der Karriere: Hill verzeiht Schumacher

Die persönliche Beziehung zwischen Hill und Schumacher war eine unterkühlte, Hill betonte immer wieder, dass er ein anderer Typ Mensch ist als der für seinen ungezügelten Ehrgeiz bekannte Schumacher – und dass dieser ihn privat auf Distanz gehalten hätte.

“Manchen Erfolg hat er auf kontroverse Weise errungen, er hat keine Gewissensbisse in dieser Hinsicht”, sagte Hill einst dem Tagesspiegel: “Ich wünschte, ich hätte sein Talent gehabt. Aber ich denke nicht, dass ich deswegen auf genau die gleiche Art an den Sport herangegangen wäre.”

Hills Leidenschaft war nie so kompromisslos auf den Sport fokussiert wie die von Schumacher, er verfolgte immer auch andere Passionen: Neben seinen Tätigkeiten als Geschäftsmann und TV-Experte widmete er sich nach seiner Karriere etwa mit großer Begeisterung der Musik, spielte Gitarre in verschiedenen Bands.

Schumacher leistete sich zu aktiven Zeiten einige Sticheleien gegen Hill und stellte dessen Qualitäten in Frage, zeigte sich aber versöhnlich, als er 1994 selbst am Gipfel angekommen war: “Ich muss zugeben, dass ich falsch gelegen habe. Er war ein großartiger Gegner.”

Dass die beiden dennoch nie Freunde wurden, verdeutlichte Hill 2017, vier Jahre nach dem schweren Ski-Unfall der Schumacher zum Pflegefall machte. “Mir gegenüber war er nicht besonders nett, aber ich vergebe ihm”, schrieb er damals via Twitter: “Es ist eine Schande, dass wir uns nie besser kennengelernt haben. Eine große Schande.”

Als zwei Jahre später das Goodwood Festival of Speed 2019 ganz im Zeichen Schumachers stand, kam es dann zu einer Geste, die 25 Jahre zuvor unvorstellbar war: Hill lenkte zu Schumachers Ehren den Weltmeister-Benetton von 1994.

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Formel-E-Boss verrät: So lockte ich Hamilton in die Extreme E

Diese Nachricht hat die Motorsport-Welt bewegt: Lewis Hamilton wird Teamchef! Der Schumacher-Rekordjäger der Formel 1 gründet ein eigenes Rennteam.

Möglich macht’s eine extreme Rennserie. Die Extreme E. Das ist das neue Baby von Formel-E-Boss Alejandro Agag. Ab Januar 2021 fährt die Serie an fünf extremen Orten der Erde: in den arktischen Eiswüsten, am indischen Ozean, in der Wüste der Sahara, im Himalaya und im Regenwald. Im Einsatz sind rund 550 PS starke Elektro-SUVs.

Es ist ein Rennen für die Natur. Und Lewis Hamilton ist mit seinem eigenen Team X44 dabei – nicht als Fahrer, aber als Teambesitzer. “Ich frage Lewis schon seit Jahren, ob er bei mir mitmachen will”, verrät Agag SPORT1. “Auch wegen der Formel E. Aber erstmals richtig hingehört hat er, als ich ihm von der Extreme E erzählt habe.”

Denn die Serie zeigt die Orte nicht nur, die besonders vom Klimawandel betroffen sind. Sie hilft den Regionen gezielt beim Kampf gegen die Zerstörung. Agag: “Besonders interessiert ist Lewis an unserem Vermächtnis-Programm. Denn damit tun wir aktiv etwas für die Umwelt. Wir fahren im Regenwald, pflanzen danach 200 Hektar Wald. Wir fahren am Strand, säubern ihn danach von Plastik. Viele reden nur über die Umweltzerstörung, wir tun etwas dagegen. Das mag Lewis.”

Mit seinem eigenen Team kann er seinen Kampf für den Umweltschutz und seine Leidenschaft für den Motorsport verbinden. “Ein Beispiel ist Grönland”, erzählt Agag. “Ich war nun schon oft da – und jedes Mal werden die Bäche voll Wasser größer. Die Gletscher schmelzen und man kann dabei zusehen. Mit unserem Sport können wir darauf aufmerksam machen. Und das ist auch der einzige Grund, warum Lewis dabei ist.”

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Nicht ganz. Denn die Extreme E hat Hamilton auch mit ihrem sportlichen Format überzeugt. Hintergrund: Ein Auto wird jeweils von einem Mann und einer Frau pilotiert. “Lewis kämpft für Vielfalt und Gleichberechtigung. Wir tun das auch, indem unsere Teams aus einem Mann und einer Frau bestehen. Jeder fährt eine Runde, also beide gleich wichtig für den Sieg”, erklärt Agag.

Ekström fährt für Abt-Team

Die Rennen gleichen einem Turnier. Pro Team ist ein Auto erlaubt. Dann wird Mann gegen Mann und Frau gegen Frau auf einem rund zehn Kilometer langen Kurs gefahren. Der Schnellste kommt jeweils weiter.

Acht Teams sind bislang gemeldet. Als erster Hersteller ist die Seat-Tochter Cupra beim Abt-Team an Bord. Der männliche Fahrer des deutschen Teams steht auch schon fest. Es ist DTM-Legende Mattias Ekström (42). Er sagt: “Vor 20 Jahren war die DTM eine große Herausforderung, die wir gemeinsam gemeistert haben. Jetzt ist es höchste Zeit für ein neues Abenteuer. Ich finde das Konzept genial.”

Genau wie Lewis Hamilton.

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Baldiges F1-Debüt? Das sagt Mick Schumacher

Je näher das Gastspiel der Formel 1 am Nürburgring rückt, desto mehr wird über ein mögliches Debüt von Mick Schumacher als Testfahrer in der Königsklasse spekuliert werden.

Schließlich ist es die Heimstrecke seines Vaters Michael, wo dieser zwischen 1995 und 2006 fünfmal triumphierte.

Auch Mick nennt den Nürburgring und die Eifel “einen Flecken Heimat”, obwohl er in der Schweiz aufgewachsen ist. Ob er auf dem Nürburgring am 9. Oktober beim Großen Preis der Eifel am offiziellen Trainingstag in ein aktuelles Formel-1-Auto steigen wird, wisse er noch nicht, sagte Schumacher bei RTL.

Schumacher: “Natürlich macht es auf einen aufmerksam”

Dass er als derzeit Führender der besten Nachwuchsklasse in der Formel 1 im Gespräch ist, nimmt er natürlich dennoch wahr. ”Es heißt schon etwas, wenn man Formel-2-Weltmeister ist. Natürlich macht es auf einen aufmerksam”, sagte der 21-Jährige. “Aber es ist nicht gegeben, dass es dann genau zu dieser Zeit einen Sitz gibt.”

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Derzeit gäbe es beispielsweise beim Team Alfa Romeo noch zwei Cockpits für die kommende Saison zu vergeben.  

Dessen Teamchef Cedric Vasseur hatte Ende August die Spekulationen angestoßen, die bis heute mächtig an Fahrt gewonnen haben und weiter zunehmen werden. “Mick macht einen guten Job”, hatte er damals gesagt. “Ich denke, dass er wahrscheinlich Gelegenheit haben wird, vor Saisonende in der Formel 1 zu testen.” 

Immer mehr Experten sehen Schumacher bald in der Formel 1

Damals war Schumacher noch Fünfter der Formel-2-Gesamtwertung. Seit dem ist einiges passiert. Seine Ergebnisse wurden immer besser, und die Zahl der Befürworter eines baldigen Einstiegs in die Formel 1 wuchs praktisch täglich. Vom ehemaligen Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug und Hans-Joachim Stuck bei SPORT1 über Ferrari-Boss Mattia Binotto bis hin zu Formel-1-Sportchef Ross Brawn.

Alle halten Schumacher mittlerweile für reif genug, um den nächsten Schritt zu gehen.

Gut möglich, dass er zu diesem Schritt am 9. Oktober auf dem Nürburgring ansetzt.

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Ehemaliger Le-Mans-Sieger schießt gegen Vettel

 Der frühere deutsche Formel-1-Pilot und Mercedes-Werksfahrer Hans Herrmann hat den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel für dessen Fahrweise kritisiert.

Dem 92-Jährigen missfiel zuletzt, wie Vettel ”auf der Rennstrecke den einen oder anderen Piloten rausgeboxt hat. Das hätte er in unserer Zeit nicht oft gemacht”, sagte Herrmann im Gespräch mit Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten.

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Den sechsmaligen Formel-1-Champion Lewis Hamilton lobte der Le-Mans-Sieger von 1970 dagegen geradezu überschwänglich: “In der deutschen Presse werden mir da zu oft nur seine Resultate erwähnt, nicht aber, dass er so ein netter Kerl ist”, sagte Herrmann. Hamilton sei “ein ganz zurückhaltender und freundlicher Mann”.

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Warum Verstappen die gleichen Waffen wie Hamilton will

Verliert Red-Bull-Pilot Max Verstappen bald die Geduld mit seinem Team?

Nach seinem erneuten Ausfall beim Grand Prix der Toskana könnte man das vermuten. Wütend warf er das Lenkrad aus dem Auto und stapfte wie ein wilder Stier mit Helm zurück in seine Box.

Der Frust kommt von seinem Selbstbewusstsein, das ihm einredet: Mit gleichen Waffen kann er jeden schlagen, auch Lewis Hamilton! “Egal, wen sie auch neben mich setzen”, davon ist der jüngste GP-Sieger aller Zeiten überzeugt, “ich werde sie alle schlagen.” Verstappens Image in der Königsklasse ist mittlerweile so gut, dass kaum jemand dieser Aussage widerspricht.

Kommt Hamilton zu Red Bull?

Allein: Red Bull kann auch in dieser Saison nicht mit Mercedes mithalten. Im Red Bull liegt die Hürde Hamilton für Verstappen zu hoch. Deshalb, so erfuhr SPORT1, würde der Holländer lieber heute als morgen mit dem britischen Seriensieger in einem Team fahren. Er will unbedingt beweisen, dass er schon der Beste ist.

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Theoretisch ist das sogar noch möglich. Hamilton hat seinen Vertrag mit Mercedes, der Ende dieses Jahres ausläuft, immer noch nicht verlängert. Verstappen hätte nichts dagegen, sollte Red Bull ihn für 2021 verpflichten. So könnte er ihn mit gleichen Waffen schlagen und 2021 Weltmeister werden. Wenn nicht, wird es schwer.

“Durch Corona sind die Entwicklungsmöglichkeiten für nächstes Jahr eingefroren”, so der Niederländer, “vielleicht gelingt es uns, näher ranzukommen. Aber schlagen können wir sie kaum.”

Verstappen sauer auf Honda

Der Frust sitzt so tief, dass Red Bulls Motorpartner Honda auch schon sein Fett abbekommt. Zweimal hintereinander habe Verstappen die gleichen Motorprobleme gehabt, flucht er öffentlich. “Das ist nicht zu akzeptieren.” Klar ist: Die Flitterwochen mit Honda sind beendet, der Ton wird rauer.

Nur Red Bull-Motorsportchefberater Helmut Marko bleibt (noch) ruhig. “Honda hat Fortschritte gemacht, doch Mercedes ist gerade im Bereich der Batterien noch überlegen. Da müssen wir jetzt ansetzen.” Die zwei Motorprobleme erklärt Marko bei SPORT1 so: “Honda hat Ingenieure ausgetauscht. Vielleicht gab es deshalb die unerwarteten Schwierigkeiten.”

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Fest steht: Marko hat es nicht einfach im Moment. Er muss Honda zufrieden stellen und seinen besten Fahrer bei der Stange halten. Dazu kommt: Bisher hat sich Honda nur bis 2021 zur Formel 1 bekannt. Einige Insider wie Ex-Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gehen davon aus, dass die Japaner ihr F1-Engagement Ende 2021 beenden könnten. “Die Entscheidung soll Anfang Oktober fallen”, ist sich Marko sicher.

Red Bull braucht starken Motor

Verstappen ist das egal. Er will endlich gleiche Waffen haben, um Hamilton herauszufordern. Je früher desto besser. Das weiß auch Marko. “Eigentlich hat Max einen festen Vertrag für 2021. Aber es ist uns durchaus bewusst, dass wir ihm auch einen konkurrenzfähigen Motor zur Verfügung stellen müssen”, so der Österreicher.

Konkurrenzfähigkeit ist in Zahlen so definiert: Mehr als drei Zehntelsekunden pro Runde darf der Motor auf die Konkurrenz nicht verlieren. Auf Strecken mit langen Geraden verliert Honda derzeit mehr auf Mercedes. So wie beim nächsten Rennen in Sotchi am Sonntag in einer Woche.

Die Japaner müssen muss jetzt unbedingt bessere Leistungen zeigen. Auch wegen Verstappen.

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Die Kritik an Ferrari ist völlig überzogen

Hallo Formel-1-Freunde!

Seit mehreren Monaten ist klar, dass die laufende Saison die letzte von Sebastian Vettel im Cockpit der Scuderia sein wird. Natürlich sind die Rennen derzeit nur noch eine Art Abschiedstournee für ihn.

Zurücklehnen kann und sollte sich Vettel deswegen trotzdem nicht. Als Fahrer und mehrmaliger Weltmeister ist man in so einem Team eine Art leitender Angestellter. Noch hat er einen gültigen Vertrag, und ordentlich Geld verdient er ohnehin.

Gerade deshalb hat der 33-Jährige die Verpflichtung, seinen Job nach bestem Wissen und Gewissen zu Ende zu bringen.

Kein Mitleid für Vettel

Dass das schwierig ist, darüber brauchen wir gar nicht zu reden. Wenn du weißt, dass das Team nicht mehr für dich arbeitet, ist das eine extrem schwierige Situation. Von Mitleid für Vettel bin ich aber ganz weit entfernt.

Ich habe das Gefühl, dass man absolut fair mit ihm umgegangen ist. Er wusste schon frühzeitig, dass man in Maranello nicht mehr mit ihm plant. Dass jetzt so auf Ferrari eingedroschen wird, kann ich nicht verstehen.

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Sie haben ihm ein Auto hingestellt und ihm eine Möglichkeit geboten, damit er sich präsentieren kann. So ist es nun einmal im Leben – Verträge beginnen und Verträge enden. Automatisch weitergeführt werden müssen sie deswegen noch lange nicht.

Bottas trifft keine Schuld

Jetzt aber zum Toskana-GP am vergangenen Sonntag. Auf der neuen Rennstrecke in Mugello kam es mehrfach zum Chaos. Vor allem der missglückte Restart nach der ersten Safety-Car-Phase sorgte durch seinen spektakulären Unfall mit mehreren Fahrzeugen für Aufsehen.

Bottas trifft für mich dabei keine Schuld. Es steht ganz genau im Regelwerk, wie so etwas abzulaufen hat. Was der finnische Racer als Vorausfahrender nicht darf, ist Gas geben, auf die Bremse treten, wieder Gas geben und damit eine Welle verursachen.

Die Pace bestimmen darf er aber allemal. Damit ist Bottas bei der Schuldfrage komplett raus.

Auch wenn das Romain Grosjean zunächst ganz anders sah. Noch im Cockpit sitzend brüllte er in den Funk: “Das war verdammt dumm von wem auch immer, der da vorne war. Wollt ihr uns alle umbringen, oder was?”

Fahrer in hinteren Autos sehen nichts

Aber wie gesagt, er saß noch im Cockpit. Das sind die ersten Emotionen eines Unfallgeschädigten. Da schießt das Adrenalin noch durch die Helmdecke. Da sagt man Dinge, die nach einer vernünftigen Analyse plötzlich ganz anders wahrgenommen werden.

Verwundert hat mich diese Massenkarambolage dennoch nicht. Kaum springen die Lichter auf Grün, wandert der Fuß automatisch auf das Gaspedal. Und in den niedrigen Autos sieht am Ende des Feldes sowieso nicht, was vorne passiert. Mit einer Verlegung der Linie, an der angegriffen werden darf, an den Beginn der Gerade wäre das alles zu vermeiden gewesen.

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Außerdem war das Feld soweit aufgefächert, dass der Rennleiter niemals auf Grün hätte gehen dürfen.                   

Reverse Grid bestraft gute Leistungen

Dann noch ein Wort zum aktuell heiß diskutierten Thema Reverse Grid. Ich persönlich halte von dieser Idee einer umgekehrten Startaufstellung nicht viel. Vor allem nicht in der Formel 1.

Niemand sollte für gute Leistungen bestraft werden. Der Sinn eines Qualifyings ist es, seine maximale Leistung auf den Punkt zu bringen und absolut alles aus einer einzigen Runde herauszuquetschen.

Dafür wird man dann mit einer guten Start-Position belohnt – und zwar absolut zu Recht. Wenn ein Qualifying aber nur noch zum Taktik-Spiel verkommt, weil eine schlechtere Position einen Vorteil im Rennen bringt, wohin sind wir dann gekommen?

PEDAL TO THE METAL Ihr Peter Kohl

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"Blamage, tiefe Krise, Katastrophe": Ferrari im Kreuzfeuer

Das Chaos-Rennen der Formel 1 in Mugello, der 1.000 Grand Prix in der Geschichte von Ferrari, hatte es in sich.

Sebastian Vettel und Charles Leclerc fuhren wieder mal hinterher, Lewis Hamilton gewann und Max Verstappen war einer von vielen frühen Ausfällen durch zahlreiche Unfälle. 

SPORT1 zeigt die Pressestimmen zum Rennen.

ITALIEN

La Repubblica: “Der erste Grand Prix in Mugello wird als eine weitere Katastrophe für Ferrari in Erinnerung bleiben. Die Feier zur großen Vergangenheit des Rennstalls wird von der Gegenwart ohne Aussichten überschattet.”
Corriere dello Sport: “Wieder einmal eine Blamage für Ferrari, und diesmal auf der Heimrennbahn in Mugello. Die Scuderia fällt weit im Ranking zurück. Um diese Situation zu lösen, wird es noch viel Zeit benötigen, Zukunftsperspektiven gibt es im Moment keine.”
Gazzetta dello Sport: “Als Ferrari seine glorreiche Vergangenheit feiern will, beherrscht Mercedes das Rennen auf der Strecke der Scuderia. Jegliche Feststimmung zum 1000. Rennen wird sofort von der Bitterkeit dieses katastrophalen Jahres 2020 gelöscht.”
Tuttosport: “Schauderhaftes Rennen im Mugello. Ferrari versinkt immer tiefer in der Krise. Die Enttäuschung und der Frust der Tifosi wächst, vor allem, weil immer noch kein Ausweg in Sicht ist.”
Corriere della Sera: “Während die anderen Teams gewachsen sind, versinkt Ferrari immer mehr in einer beispiellose Krise. Leclerc muss die weiße Fahne vor den Angriffen von Renault, McLaren und Racing Point hissen: Ein sportliches Drama für einen stark motivierten Piloten.”

ENGLAND

Guardian: “Das reine Ergebnis hatte einen altbekannten Geruch, aber auf dem Weg dahin brachten Chaos und Unglück viel Farbe in diesen Grand Prix. Kein Platz im Feld wirkte sicher, bis endlich die karierte Flagge geschwenkt wurde. In die Geschichtsbücher wird das Rennen als weiterer Doppelsieg eingehen, mit Routine hatte es dennoch nichts zu tun. Dieser tolle, alte Kurs hat nicht die finanzielle Unterstützung für einen Platz im normalen Kalender. Aber er würde ihn verdienen.”
Daily Mail: “Rote Flaggen, Unfälle, Fehler – Lewis Hamilton navigiert durch das Chaos und ist noch einen Sieg von Schumachers Marke entfernt, die viele für unberührbar hielten. Die Leistungen des Deutschen wiederum wirken wie ein Tadel für die aktuelle Scuderia, die ihren 1000. Grand Prix feiern sollte.”
Mirror: ”Ein eiskalter Lewis Hamilton bewahrte kühlen Kopf während seine Konkurrenten ihren im dramatischen Grand Prix der Toskana verloren. Nur ein Sieg fehlt noch zur Schumacher-Bestmarke. Am Tag, an dem Ferrari eine historische Wegmarke erreichte, zeigte Hamilton erneut, warum sein Name auf ewig in den Rekordbüchern der Formel 1 stehen wird.”

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FRANKREICH

L’Équipe: “Fünf Punkte für Ferrari waren nach den Nullnummern zuletzt schon fast eine gute Nachricht. Aber die Grenzen des SF1000 waren offensichtlich, Leclercs fünfter Platz im Qualifying nur eine Illusion. Im Rennen war er wehrlos – und Vettel hätte ohne die zahlreichen Ausfälle der Konkurrenz niemals einen WM-Punkt ergattert.”

SPANIEN

Marca: “Hamiltons Sieg Nummer 90. Die Rennstrecke von Mugello wurde zum Inferno für die Boliden, das Safety Car war nahe dran, eine Katastrophe zu provozieren. Ein Wunder, dass bei den Unfällen niemand verletzt wurde. Es war eines der seltsamsten Rennen der Geschichte.”
As: “Hamilton bleibt unverletzt beim Unfallchaos in Mugello, es war aber kein Spaziergang. Ein Sonntag der Mutigen in Mugello.”
Sport: “Hamilton überlebt das Chaos von Mugello. Nur zwölf Boliden im Ziel in einem wahnsinnigen, unfallträchtigen Rennen. Unfassbar, das Safety Car war schuld an einem Unfall.”
El Mundo Deportivo: “Ein reines Überlebensrennen. Am Ende haben in Mugello alle gewonnen, weil zum Glück nichts Schwerwiegendes passierte.”

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So viel Schuld trägt die Formel 1 am Massencrash

War der Formel 1 bis vor wenigen Tagen noch das Spektakel-Niveau einer Schlaftablette nachgesagt worden, lieferte sie bei den Grands Prix in Italien Action pur.

Erst der völlig verrückte Rennverlauf in Monza vor gut einer Woche samt Premieren-Sieg für Pierre Gasly, jetzt die wilde Fahrt auf der Strecke in Mugello, auf der die Formel 1 zuvor noch nie ein Rennen ausgetragen hatte.

Doch schon werden Stimmen laut, wonach es die Königsklasse des Motorsports mit dem Level des Spektakels nicht auf die Spitze treiben sollte.

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Anlass war die Massenkarambolage nach der ersten Safety-Car-Phase in der siebten Runde, die jede Menge Emotionen, Vorwürfe und Rechtfertigungen zur Folge hatte.

Was war passiert? Nachdem das Safety Car die Strecke verlassen hatte, die Fahrer an der Spitze aber noch nicht beschleunigt hatten, kam es zu einer Kettenreaktion.

Antonio Giovinazzi drückte aufs Gaspedal und konnte dem vor ihm fahrenden Kevin Magnussen nicht mehr ausweichen. Auch Nicholas Latifi und Carlos Sainz waren Leidtragende des Massencrashs.

Grosjean tobt per Funk

Romain Grosjean konnte den Trümmerteilen zwar gerade noch ausweichen, fluchte aber noch am Funk: “Wer auch immer das da vorne war, das war das Dümmste, was ich je gesehen habe. Wollen die uns umbringen, oder was?!”

Diese Tirade zielte auf Valtteri Bottas, der zu diesem Zeitpunkt das Feld anführte, aber trotz der Freigabe weiter trödelte.

Auch Sebastian Vettel nahm den finnischen Mercedes-Lenker ins Visier. “Es ist einfach unnötig. Als Spitzenreiter muss man sich über solche Dinge im Klaren sein”, sagte der Ferrari-Pilot: “Wenn man warten will, sollte man lange warten und dann Gas geben, aber kein Stop-and-Go machen.” (Die Stimmen zum Toskana-GP)

Der Beschuldigte reagierte prompt und wies jegliche Verantwortung von sich. “Ich hatte ein gleichbleibendes Tempo, bis ich es dann erhöht habe. Wenn man in Führung liegt, möchte man seine Chancen maximal ausreizen. Ich bin auf keinen Fall schuld daran”, betonte Bottas auf der virtuellen Pressekonferenz nach dem Rennen.

Hamilton pflichtet Bottas bei

Unterstützung erhielt er von seinem Teamkollegen. “Es ist absolut nicht Valtteris Schuld”, machte Lewis Hamilton seine Meinung deutlich. Bottas habe nur das getan, was jeder andere Fahrer in seiner Situation auch gemacht hätte.

Dass die Lage so eskaliert sei, habe vielmehr mit einer neuen Regelung der Formel 1 zu tun, kritisierte der sechsmalige Weltmeister.

“Sie versuchen, es spannender zu machen. Aber heute hat man gesehen, dass sie damit Menschen gefährden. Also sollten sie das vielleicht einmal überdenken”, forderte der Brite.

Bei einem teaminternen Meeting vor dem Rennen soll diese Regel sogar noch thematisiert worden sein. “Sie haben auch gesagt, dass sie (die FIA, Anm. d. Red.) daran festhalten wird, weil es besser für die Show ist. Soweit ich mich erinnere war das die Antwort”, ergänzte Bottas.

Aber was steckt hinter diesem Vorwurf von Hamilton? Zuletzt gingen vor den Re-Starts die Lichter des Safety-Cars immer später aus. “Aber wir kämpfen da draußen um Positionen”, beschwert sich Hamilton. Je länger die Lichter an sind, desto nervöser werden die Fahrer.

Oder, wie es die Süddeutsche Zeitung ausdrückt: “Weiter hinten im Feld antizipierten viele Piloten die Rennfreigabe – wie Sprinter im Startblock, die sich vorschnell auf die Tartanbahn plumpsen lassen. Die Piloten gaben Gas und mussten dann heftig bremsen – weil Fahrer vor ihnen noch im Startblock waren.”

Für Bottas war Kontrolllinie entscheidend

Allerdings müssen die Fahrer beim Re-Start neben den Lichtern des Safety Cars noch zwei weitere Signale beachten: Die Grüne Ampel, die den Start wieder frei gibt, und die Kontrolllinie, bis zu der der Führende das Tempo bestimmen und nicht überholt werden kann.

Während also für Bottas die Grüne Ampel noch keine allzu große Bedeutung hatte, nahmen einige Fahrer im Mittelfeld das Leuchtsignal zum Anlass, das Tempo sofort zu erhöhen, um nicht noch weiter zurück zu fallen.

Rein regeltechnisch ist es Bottas also nicht anzulasten, dass er nicht sofort aufs Gaspedal stieg. Ihm war es wichtiger, die Rivalen in Schach zu halten und den für ihn besten Moment abzupassen, um davon zu ziehen – und dafür hat er eben bis zur Kontrolllinie Zeit.

“Ja, ich habe erst spät angezogen. Aber wir starten von der Kontrolllinie und nicht davor”, verteidigte sich Bottas.

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Situation in Mugello begünstigte Crash

Was der Situation in Mugello zusätzliche Brisanz verlieh, war die Tatsache, dass die Kontrolllinie sehr weit vorn auf der Start-Ziel-Geraden gezogen wurde. Wäre sie weiter hinten gezogen worden, hätte Bottas viel schneller Gas geben müssen, das Feld wäre weiter auseinander gezogen worden.

Dieser komplizierten Gemengelage trugen auch die Rennkommissare in Mugello Rechnung – und beließen es bei einer Verwarnung gegen zwölf Fahrer, gegen die wegen des Unfalls zunächst eine Untersuchung eingeleitet worden war.

Ein einziger Fahrer könne dafür nicht verantwortlich gemacht werden.

Das Eingeständnis einer Mitschuld der Formel-1-Bosse an dem Chaos war aus dieser Entscheidung nicht herauszulesen gewesen. 

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Hamilton droht Ärger nach politischer Botschaft

Lewis Hamilton war auch in Mugello der Mann des Rennens.

Der Brite fiel beim Großen Preis der Toskana aber nicht nur mit seinem Sieg auf, dem 90. in seiner Karriere. Er sendete auch eine wichtige politische Botschaft. Vor und nach dem Rennen trug der Sportler ein T-Shirt mit der Aufschrift “Arrest the cops who killed Breonna Taylor.” Auf dem Rücken des sechsmaligen Weltmeisters prangte zudem eine Foto der Getöteten mit der Aufschrift “Say her name”.

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Hamilton trug das schwarze Shirt mit rosafarbener Schrift vor dem Rennen bei der Nationalhymne, bei der wöchentlichen Anti-Rassismus-Aktion der Formel 1, als auch auf dem Podium bei der Siegerehrung und bei den TV-Interviews.

Ermittlungen gegen Hamilton

Für diese Aktion droht dem Briten allerdings Ärger. Wie die Daily Mail berichtet, ermittelt die FIA gegen den Mercedes-Piloten. Die FIA-Statuten verbieten politische Äußerungen jeglicher Art. Wie ein Offizieller gegenüber der britischen Zeitung erklärte, habe Hamilton “eine Grenze überschritten.”

Wie groß die Strafe für den 35-Jährigen ausfallen könnte, ist noch unklar. Mutmaßlich könnte Hamilton eine Geldstrafe aufgebrummt bekommen.

Breonna Taylor, eine US-amerikanische Rettungssanitäterin, wurde am 13. März in Louisville (Kentucky) bei einem Einsatz der Polizei in ihrer Wohnung erschossen, weil die Beamten vermutete hatten, dass ihr Ex-Freund mit Drogen handelt.

Hamilton seit Jahren engagiert

Seit dem Tod der 26-Jährigen Afroamerikanerin kommt es in den Staaten vermehrt zu Protesten gegen Polizeigewalt. Der Tod von George Floyd heizte die “Black Lives Matter”-Bewegung zudem weiter an.

In den Sozialen Netzwerken äußerte sich der Mercedes-Pilot später zu seiner Aktion. “Es ist sechs Monate her, seitdem Breonna Taylor von Polizeibeamten in ihrem eigenen Zuhause erschossen wurde. Es gibt noch immer keine Gerechtigkeit. Wir werden nicht schweigen”, ist dort zu lesen.

Auch gegenüber den Journalisten in der Pressekonferenz betonte der 35-Jährige die Wichtigkeit seines Engagements. “Es kann nicht sein, dass die Polizisten immer noch frei herumlaufen und weiter Rassismus betreiben können. Man muss darauf aufmerksam machen.”

Hamilton engagiert sich seit vielen Jahren gegen Rassismus, den er als Kind selbst erlebte. Er ist der einzige farbige Fahrer in der Königsklasse.

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