Powered by Max Banner Ads 

Ein Spektakel, das zahlreiche Verlierer hat

Hallo Formel-1-Freunde!

Das Alpha-Tauri-Märchen von Monza ist ein Diamant der Saison 2020!

Der Sensationssieg von Pierre Gasly bringt eine neue Facette in den üblichen Formel-1-Schnitt. Eine, die die Königsklasse aus heiterem Himmel als Wundertüte glänzen lässt. Das kleine Nachwuchsteam aus der Red-Bull-Gruppe schlägt zum zweiten Mal nach 2008 an diesem heiligen Ort der Formel 1 zu.

Damals war es der Beginn der sagenhaften Erfolgsgeschichte von Sebastian Vettel, der im königlichen Park Wetterkapriolen zu seiner ersten Triumphfahrt im damaligen Toro Rosso nutzte.

Alles zur Formel 1 und zum Motorsport-Wochenende im AvD Motorsport Magazin wöchentlich im TV auf SPORT1 und LIVESTREAM

Diesmal kommt für die Mannschaft von Franz Tost der Abflug und Einschlag von Charles Leclerc zu einem goldenen Zeitpunkt. Mit Gasly darf sich am Ende ein Fahrer feiern lassen, der schon vielfach abgeschrieben wurde, den viele sogar schon aus der F1–Fahrergilde streichen wollten.

Vor einer Woche beherrschten die Schlagzeilen über eine lähmende Langeweile die Berichterstattung über das Rennen in den Ardennen. Wenige Tage später überschlagen sich dieselben Kritiker mit Sensationsbeschreibungen.

Der Überraschungscoup der kleinen Truppe aus Faenza ist ohne Frage ein Sieg für die Formel 1 im Gesamten. Er schafft Abwechslung, weckt neues Interesse, und zeigt, dass unter gewissen Umständen nach wie vor alles möglich ist.

Mercedes verschenkt Sieg

Es ist ein Spektakel, das aber auch zahlreiche Verlierer hat.

Dass Mercedes durch eine Unkonzentriertheit den schon sicher in der Tasche geglaubten Sieg von Dominator Hamilton durch die Finger rinnen lässt – geschenkt! Wer Siege in einer Häufigkeit sammelt, in der andere ihre Wäsche wechseln, darf sich einen solchen Fehltritt auch mal leisten, ohne direkt abgewatscht zu werden.

Dass Valtteri Bottas den Ausrutscher seines Stallgefährten nicht nutzen kann, verschärft jedoch das Bild von einem Fahrer, der eine ideale Nummer zwei im Team ist, aber niemals Champion wird.

Dem Finnen fehlt der Killerinstinkt, wie schon in einer unterirdischen Startphase zu sehen ist. Ohne Rhythmus im Dreck rumrutschend, Scheitelpunkt für Scheitelpunkt in den Kurven verpassend, wird er von beiden McLaren – Sergio Pérez und Daniel Ricciardo – kassiert. Ein Desaster!

Der Rest ist eine mehr oder weniger gelungene Schadensbegrenzung. In einem dem Feld überlegenen Auto ist das zu wenig!

Red Bull fehlt Speed

Für Red Bull als ersten Mercedes-Jäger erweist sich Monza ebenfalls als Fallstrick. Schon in den Freien Trainings und im Qualifying ist zu sehen, dass einfach Speed fehlt.

Zum einen vom Honda-Motor (mit dem Gasly dann paradoxerweise das Rennen gewinnt!), zum anderen von der eigenproduzierten Aerodynamik. Max Verstappen wirft bereits vor dem Rennen die Flinte ins Korn, bezeichnet das Auto als viel zu langsam. Von Startplatz fünf aus bleibt er blass, muss nach 30 Runden die Segel wegen Motorproblemen komplett streichen.

Teamkollege Albon versagt von Startplatz neun aus in allen Bereichen, hat zudem Timing-Pech bei seinen Boxenstopps im turbulenten und unberechenbaren Grand Prix. Der 15. und damit vorletzte Rang im Rennen ist eine Katastrophe für ihn und das Team.

Die Rufe nach Sebastian Vettel als Nachfolger des gebürtigen Thailänders werden immer lauter. In der Konstrukteurswertung sehen die Brause-Jäger nur noch ganz verschwommen am Horizont die Rücklichter von Mercedes.

Ferrari erneut desolat

Renault verpasst auf dem Highspeedkurs in Italien eine Mega-Chance. Beim Boxenstopp nach der Roten Flagge finden die Mechaniker nicht die Medium-Reifen für Ocon und müssen ihn mit Soft-Bereifung rausschicken. Die rot markierten Walzen gehen in der Schlussphase dann signifikant in die Knie. Die Boxenstopps für beide Fahrer während der ersten Safety-Car-Phase dauern zu lange, beide verlieren dadurch Positionen und stecken im Mittelfeld fest. Zudem hat das Low-Downforce-Paket nicht so gezündet wie zuletzt in Spa.

Über Ferrari darf man getrost ein großes Laken des Schweigens werfen. Ein geschundener Gaul, der am Boden liegt, muss nicht auch noch getreten werden. La Miseria Rossa wird zur Dauerschleife. Das “I mog nimma” von Sebastian Vettel trifft so langsam auf alle Tifosi zu.

Carlos Sainz wird sich in den Hintern beißen angesichts der taumelnden roten Truppe, zu der er 2021 wechselt, und der vielleicht größten Chance in seinem Formel-1-Fahrerleben, einen Grand Prix zu gewinnen.

Was ihm in Monza trotz blendender Ausgangsposition nach der Roten Flagge nicht gelingt im McLaren. Der Spanier lässt die Papaya-Orange schön fliegen, zeigt eine sehenswerte Aufholjagd gegenüber dem Führenden Gasly.

Am Ende fehlt nicht mal eine halbe Sekunde auf den Sensationssieger aus Frankreich. Sainz geht etwas zu spät “all-in”. Beide fahren während der ersten Safety-Car-Phase zeitgleich rein in die Box, beide rauschen nach der Roten Flagge mit Medium-Bereifung durch. Sainz hat das schnellere Auto – Gasly am Ende den Sieg. Das muss weh tun!

Racing Point versagt

Schreien vor Enttäuschungs-Schmerzen muss in erster Linie aber Lance Stroll! Beim zweiten Restart hat er dermaßen hart durchdrehende Hinterräder, dass Gasly und die beiden Alfas an ihm vorbeifliegen.

Ein Fehler, der korrigierbar ist mit dem Mercedes-Motor im Heck. Denn der Führende Hamilton muss seine Stop-and-Go-Strafe noch absitzen, die anderen Drei müsste er locker kassieren, Giovinazzi fällt mit selber Strafe wie Hamilton eh weg.

Aber von Sainz darf er sich nicht überholen lassen! Da sind ihm die Nerven durchgegangen und damit hat er das Rennen verloren, das ihm eigentlich auf dem Silbertablett zu Füßen gelegt wird.

Insgesamt hat Racing Point in diesem Grand Prix versagt. Denn durch einen verbummelten Boxenstopp wird Sergio Perez auf Platz vier liegend auf Rang 14 durchgereicht und bleibt in der Folge chancenlos. Vor dem Rennen hat der Mexikaner noch völlig zu Recht mit einem Podiumsplatz geliebäugelt.

Erster Franzosen-Sieg seit 1996

Unter dem Strich viele Bedröppelte, die eine satte Chance liegen gelassen haben. Dafür der erste Sieg eines Franzosen seit dem Überraschungscoup von Olivier Panis 1996 in Monaco, als nur vier Autos ins Ziel gekommen sind.

Es ist Panis’ einziger GP-Sieg gewesen. Für Gasly bleibt zu hoffen, dass es ihm nicht genauso ergeht und sich Monza nicht als eine schnell verglühende Sternschnuppe entpuppt! Denn einen erneuten Aufstieg zum großen Schwesterteam Red Bull und damit verbundene weitere Sieghoffnungen zeichnen sich eher nicht ab am Horizont für einen, der diese Chance schon einmal liegen gelassen hat.

Meinetwegen kann es am kommenden Wochenende in Mugello gerne so weitergehen mit den Überraschungen.

Bis dahin, PEDAL TO THE METAL!
Ihr Peter Kohl

Veröffentlicht unter KfZ-News | Hinterlasse einen Kommentar

Ein Land feiert seinen F1-Helden – nur einer schaut in die Röhre

So richtig begreifen konnte Pierre Gasly am Sonntagabend noch nicht, was ihm wenige Stunden zuvor gelungen war.

“Mir fehlen die Worte. Mir fällt es immer noch schwer, es zu realisieren, es ist einfach toll”, twitterte der Franzose. 

Nach seinem ersten Formel-1-Podium in Brasilien 2019 schnappte sich der Alpha-Tauri-Pilot in Italien sensationell den ersten Rennsieg seiner Karriere. Damit avancierte Gasly zum ersten Fahrer seit sieben Jahren, der ein Rennen in einem Auto gewann, das nicht Mercedes, Red Bull oder Ferrari heißt. Zuletzt hatte dieses Kunststück Kimi Räikkönen 2013 im Lotus-Renault geschafft.

Noch dazu stellt Gaslys Triumph den zweiten Rennsieg in der 15-jährigen Geschichte des Rennstalls dar. 2008 hatte Sebastian Vettel den bis Sonntag einzigen Triumph für das Team, das damals noch unter dem Namen Toro Rosso an den Start ging, eingefahren.

Gasly verpasst Macrons Anruf

Auch in seinem Heimatland wurde der 24-Jährige bejubelt, bei Twitter machte ein Video der französischen TV-Übertragung von Canal+ die Runde, in dem sich die Stimme der Kommentatoren auf dem Weg durch die letzten Kurven gleich mehrfach überschlug.

Lautstark brüllten sie Gasly in Richtung Ziellinie, bangten um seinen knappen Vorsprung vor Verfolger Carlos Sainz, und jubilierten beim Anblick der Zielflagge: ”Er hat es geschafft! Sieg von Pierre Gasly! Sieg von Alpha Tauri! Ein französischer Sieg – 24 Jahre, drei Monate und 18 Tage nach Olivier Panis! Außergewöhnlich! Ein historischer Sieg!”

Kein Wunder, schließlich war es tatsächlich 1996, rund drei Monate nach der Geburt Gaslys, als in Panis beim Monaco-GP zuletzt ein Franzose ganz oben auf dem Podium stand.

Dies empfand sogar der französische Präsident Emmanuel Macron als würdigen Anlass, um seinem Landmann telefonisch zu gratulieren. Doch nicht einmal für den Präsidenten hatte der bei der Presse äußerst begehrte Rennsieger sofort Zeit.

Nach einem Interview verriet der Franzose, dass er noch einen verpassten Anruf Macrons beantworten müsse.

Hamilton gratuliert

Mit Gasly freute sich nicht nur sein Team, sondern auch zahlreiche Kollegen. Neben Weltmeister Lewis Hamilton gratulierte auch Charles Leclerc seinem Kumpel auf Twitter zum ersten Rennsieg.

“Ich freue mich so sehr für Pierre. Was für eine Fahrt. Er hat es so verdient, genieß es, mein Freund”, schrieb der eineinhalb Jahre jüngere Monegasse.

Veröffentlicht unter KfZ-News | Hinterlasse einen Kommentar

"Man muss die Besten holen" – Berger kritisiert Ferrari

Es war kein gutes Wochenende für Ferrari.

Beim Großen Preis von Italien in Monza schieden beiden Boliden vorzeitig aus. Sebastian Vettel kämpfte mit kaputten Bremsen, Charles Leclerc krachte nach einem Fahrfehler in einen Reifenstapel. Nicht das erste Desaster in dieser Saison.

Alles zur Formel 1 und zum Motorsport-Wochenende im AvD Motorsport Magazin. Sonntag ab 21.45 Uhr und ab sofort wöchentlich im TV und STREAM auf SPORT1

Gerhard Berger, der von 1987 bis 1989 und von 1993 bis 1995 für die Scuderia im Cockpit saß, glaubt deshalb an eine noch länger andauernde Krise. Dass diese womöglich sogar ein ganzes Jahrzehnt andauern könnte, glaubt der 61-Jährige aber nicht.

“Das kann man so nicht sagen. Ich glaube, dass Ferrari wieder etwas in dieses Wunschdenken gefallen ist, wir wollen mit Italienern die Meisterschaft an Land ziehen”, erklärte Berger im AvD Motorsport Magazin.

Verständnis für die Anstellung von meist italienischen Mitarbeitern hat der frühere Rennfahrer aber nicht. “Der Erfolg wäre sowieso in Italien gelandet, weil Ferrari ein italienisches Team ist. Aber für das Team muss man die Besten holen und zwar weltweit.”

Berger erinnert an Zeit mit Schumacher

Beispielhaft dafür ist laut Berger die Zeit mit Michael Schumacher. “Diese Zeit war unglaublich. Aber da war auch eine gute Truppe beisammen mit Jean Todt, Ross Brawn und Michael”, erinnert er sich zurück.

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Davon ist man in Maranello aktuell weit entfernt. “Wir haben zu meiner Zeit viele Durststrecken durchgemacht. Sie waren vielleicht nicht so extrem wie aktuell, aber sie waren auch schwierig. Aber da kommt man nur mit harter Arbeit über Jahre nach vorne. Das hat Ferrari geschafft, aber nun haben sie einen ziemlichen Absturz. Das dann noch kombiniert mit Vettels Ausstieg ist eine mühsame Zeit. Das sieht man dem Sebastian auch an.”

Umso mehr kommt es für den DTM-Boss nun darauf an, dass die Scuderia die besten Mitarbeiter holt und diese versucht zusammenzuführen – auch wenn das einige Zeit dauern wird. “Vielleicht nicht zehn Jahre, aber drei bestimmt.”

Veröffentlicht unter KfZ-News | Hinterlasse einen Kommentar

Galgenhumor bei Vettel: "Wenigstens hält der Simulator"

Schon das Qualifying wurde zum Debakel, im Rennen war das Leiden dann schnell vorbei – und Sebastian Vettel scheint nach dem nächsten Debakel in Rot mit dem Kapitel Ferrari abgeschlossen zu haben.

Beim Heimspiel der Scuderia in Monza schied er bereits in der siebten Runde aufgrund eines Bremsdefekts aus. Etwa zur Rennhalbzeit raste mit dem schwierig zu fahrenden Boliden zudem sein Teamkollege Charles Leclerc in die Streckenbegrenzung, schied aus – und sorgte für eine Rennunterbrechung.

Alles zur Formel 1 und zum Motorsport-Wochenende im AvD Motorsport Magazin. Sonntag ab 21.45 Uhr und ab sofort wöchentlich im TV und STREAM auf SPORT1

Vettels ohnehin langsames Auto zeigte auch gefährliche technische Mängel, und der Heppenheimer hatte anschließend kaum noch Lust auf Analysen. “Der Drops ist gelutscht”, sagte er bei RTL, “dieses Jahr wird schwierig bleiben, und nächstes Jahr betrifft mich nicht mehr. Das Team hat eine andere Richtung gewählt als ich.” Am Ende der Saison muss Vettel Ferrari verlassen.

Vettel völlig frustriert

“Ich weiß auch nicht weiter”, sagte Vettel: “Man denkt dauernd, schlimmer geht es nicht mehr. Aber anscheinend geht es in diesem Jahr immer noch schlimmer. Ich würde nicht sagen, dass es frustrierend ist, aber es nervt einfach. Der Spaßfaktor ist nicht auf dem Höhepunkt gerade. Am Dienstag bin ich jetzt erstmal im Simulator, und der hält ja wenigstens.”

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

In Monza war er nur von Rang 17 gestartet, auch die ersten Runden drehte er nur auf Augenhöhe mit den üblichen Hinterherfahrern in den Williams- und Haas-Boliden.

Die Box erkannte dann ein “Problem links hinten”, nur Augenblicke danach raste Vettel in der ersten Schikane nach Start und Ziel geradeaus und durchbrach dort beinahe ungebremst die Styropor-Wegweiser. “Die Leitung ist explodiert. Ich habe kein Bremspedal mehr”, funkte er an die Box. Auf dem Weg zurück in die Garage schlugen Flammen aus Vettels linkem Hinterrad.

Leclerc crashte in Reifenstapel

“Es hatte sich früh angekündigt, dass wir an den hinteren Bremsleitungen Probleme hatten”, sagte er, “da habe ich noch versucht, das Auto zu schonen. Aber dann hatte ich beim Anbremsen in die erste Kurve gar keinen Bremsdruck mehr. Gott sei Dank ist es dort passiert, wo viel Auslauf ist. In einer anderen Ecke wäre es nicht lustig gewesen.”

Teamkollege Leclerc schlug nur Runden nach Vettels Ausscheiden in der Parabolica in einen Reifenstapel ein. Der Ferrari des Monegassen wurde massiv zerstört, dem 22-Jährigen passierte zum Glück nichts.

Sofort nach dem Einschlag erkundigte sich der Ferrari-Kommandostand bei Leclerc nach dessen Befinden, seine Antwort musste von der internationalen Regie jedoch zensiert werden.

Der Unfall des Monegassen sorgte zunächst für eine Safety-Car-Phase, kurze Zeit später wurde das Rennen zunächst unterbrochen und die Autos zurück in die Boxengasse gerufen.

mit Sport-Informations-Dienst (SID)

Veröffentlicht unter KfZ-News | Hinterlasse einen Kommentar

Neuer Name für Renault ab 2021

Der Formel-1-Rennstall von Renault wird ab dem kommenden Jahr als Alpine F1 Team in der Königsklasse des Motorsports starten.

Das bestätigten die Franzosen am Sonntag, Renault will damit dem Namen seiner Sportwagensparte mehr Sichtbarkeit verschaffen. Der Automobilhersteller strukturiert unter dem neuen Geschäftsführer Luca De Meo das Unternehmen neu, die Umbenennung ist Teil dieses Prozesses.

Alles zur Formel 1 und zum Motorsport-Wochenende im AvD Motorsport Magazin. Sonntag ab 21.15 Uhr und ab sofort wöchentlich im TV und STREAM auf SPORT1

“Diese Änderung kommt zu einem Schlüsselmoment für unseren Rennstall und den Sport”, sagte Cyril Abiteboul, der weiterhin Teamchef bleibt: “Alpine bringt neue Werte und den Geist aus anderen Wettbewerben. Dies wird wertvoll in der Vorbereitung auf 2022.” Fahrzeuge von Alpine feierten bereits Erfolge im Rallye- und im Langstreckensport.

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Ab dem kommenden Jahr wird eine Budgetobergrenze in der Formel 1 eingeführt, 2022 greift zudem ein neues technisches Reglement. Diese Veränderungen sollen helfen, wieder für mehr Ausgeglichenheit im seit Jahren von Mercedes dominierten Sport zu sorgen.

In diesem Zuge erhofft sich auch die Renault-Gruppe eine Rückkehr zu alter Stärke, 2005 und 2006 holte Fernando Alonso für das Werksteam den Titel. Im kommenden Jahr kehrt der Spanier (39) aus dem Formel-1-Ruhestand zurück und fährt erneut für die Franzosen.

Das traditionelle Renault-Gelb wird am Alpine-Boliden dann einer neuen Lackierung weichen – in den französischen Nationalfarben blau, weiß und rot.

Veröffentlicht unter KfZ-News | Hinterlasse einen Kommentar

Vettel-Ersatz trotzt Ferraris Pleitenserie: Würde wieder Ja sagen

Es war ein erfolgreicher Nachmittag für Carlos Sainz.

Beim Qualifying zum Großen Preis von Italien in Monza gelang dem Spanier in seinem McLaren überraschend der Sprung auf Rang drei. Hinter den beiden Silberpfeilen führt er am Sonntag die zweite Startreihe an. Sein künftiger Arbeitgeber Ferrari erlebte dagegen mit den Plätzen 13 und 17 das nächste Debakel.

Im SPORT1-Interview spricht Sainz über die Frage, wie es sich anfühlt, zu einer derart erfolglosen Scuderia zu wechseln. Außerdem erklärt er, wie er den Roten aus der Krise verhelfen will und worüber er mit Sebastian Vettel spricht.

SPORT1: Herr Sainz, Glückwunsch zu Platz drei beim Qualifying in Monza. Nächstes Jahr wechseln Sie von McLaren zu Ferrari. Warum tun Sie das? Schaut man auf die Ergebnisse, ergibt das derzeit wenig Sinn.

Sainz: Warum? Das habe ich schon oft beantworten müssen. Ich denke einfach, für mich ist es der richtige Schritt zur richtigen Zeit meiner Karriere. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

SPORT1: Im nächsten Jahr bekommt Ihr McLaren-Team den besten Motor in der Formel 1, einen Mercedes-Antrieb. Sie allerdings wechseln dann ja zu Ferrari.

Sainz: Ich denke gar nicht groß darüber nach. Ich bin ein Mensch, der von Rennen zu Rennen denkt. Und nicht über eine Zukunft, die mich nicht mehr betrifft.

Alles zur Formel 1 und zum Motorsport-Wochenende im AvD Motorsport Magazin. Sonntag ab 21.15 Uhr und ab sofort wöchentlich im TV und STREAM auf SPORT1

SPORT1: Mercedes ist eine deutsche Firma. Mit Andreas Seidl haben Sie bei McLaren einen deutschen Teamchef. Wie denken Sie über ihn?

Sainz: Sehr gut. Die Atmosphäre im Team ist toll. Alle arbeiten in die gleiche Richtung, ziehen am gleichen Strang. Das kommt auch von dem Geist, den Andreas Seidl vorlebt.

SPORT1: Ihr Vorbild Fernando Alonso ist ja auch bei Ferrari gefahren. Was bedeutet es für Sie, auf seinen Spuren zu wandeln?

Sainz: Zunächst einmal: Ich glaube, jeder Formel-1-Pilot hat irgendwann das Ziel, für Ferrari zu fahren. Ich bin zu einer Zeit aufgewachsen, als McLaren jedes Jahr mit Ferrari um Siege und Titel kämpfte. Wenn man es so sieht, habe ich alles erreicht, was ich mir als Kind gewünscht habe. Ich fahre für McLaren und werde nächstes Jahr zu Ferrari wechseln.

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE 

SPORT1: Es muss ein sehr emotionaler Moment gewesen sein, als Sie sich mit Ferrari einig wurden.

Sainz: Ja, in der Tat. Wobei ich sagen muss, es kam nicht über Nacht. Es hatte immer wieder Gespräche gegeben. Und ich spüre auch jetzt schon, dass ich bald zur Ferrari-Familie gehöre. Die Fans wissen, wo ich im Hotel wohne, sie muntern mich auf und geben mir Energie. Ich würde zu Ferrari jedes Mal wieder Ja sagen.

SPORT1: Trotzdem: Wie groß sind Ihre Sorgen, wenn Sie sich Ferraris Leistung in diesem Jahr anschauen?

Sainz: Ich bereue nichts, ich fühle mich wohl mit meiner Entscheidung. Sie brauchen beim Motor einen großen Schritt nach vorne. Aber ich habe volles Vertrauen in Ferrari. Sie wissen, wie man schnelle Autos baut.

SPORT1: Sie ersetzen Sebastian Vettel, einen viermaligen Weltmeister. Setzt Sie das unter Druck?

Sainz: Nein, er ist für mich einer der besten Fahrer aller Zeiten in der Formel 1, ohne Zweifel. Ich bewundere seine Leistung. Aber ich beschäftige mich nur mit meiner eigenen Karriere und lasse mich nicht von anderen beeinflussen. Ich habe mich auch nicht mit Fernandos Karriere verglichen. Wichtig ist, sich nur um sich zu kümmern und nicht, andere zu kopieren. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

SPORT1: Haben Sie schon mit Sebastian über Ihren Wechsel zu Ferrari geredet?

Sainz: Nicht speziell über den Wechsel. Aber ich rede viel mit ihm in den Fahrerbesprechungen, über andere Dinge. Wie man die Rennen noch besser machen kann zum Beispiel. Es ist durch Corona und die damit verbundenen Maßnahmen auch schwierig geworden, jemanden zu treffen, der nicht zu deinem Team gehört, weil ja jeder in seiner eigenen Blase bleibt.

Jetzt die Spielewelt von SPORT1 entdecken - hier entlang! 

SPORT1: Was können Sie persönlich leisten, um Ferrari zurück auf die Siegerstraße zu bringen?

Sainz: Das ist eine sehr gute Frage. Ich denke, ich habe das Talent und die richtige Einstellung, um ihnen weiterzuhelfen. Und jetzt auch die nötige Erfahrung, um mein Wissen und Können einzubringen.

SPORT1: Machen Sie sich Sorgen, hinter Charles Leclerc als Nummer-zwei-Fahrer zu enden? Er gilt ja als Liebling im Team.

Sainz: Nein, überhaupt nicht. Das steht auch nicht in meinem Vertrag. Ich werde versuchen, meinen Weg zu gehen, ohne dem Team zu schaden. Ich denke, ich werde alle Möglichkeiten bekommen, mich zu beweisen.

SPORT1: Was wäre ein schönes Abschiedsgeschenk für McLaren?

Sainz: So viele Punkte wie möglich und noch gemeinsame Podiumsplatzierungen, das wäre schön.

SPORT1: Zum Abschluss noch eine Fußballfrage: Sie sind bekennender Fan von Real Madrid-Fan. Sollte Real Lionel Messi kaufen?

Sainz: Das wäre schön, ja. Aber wir haben mit Zidane einen tollen Trainer und einen sehr starken Kader. Wir brauchen ihn nicht wirklich.

Veröffentlicht unter KfZ-News | Hinterlasse einen Kommentar

Droht Monza die nächste Quali-Farce?

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass sich die Formel 1 beim Großen Preis von Italien lächerlich gemacht hat. 

In einem denkwürdigen Qualifying sorgten die Fahrer für kuriose Szenen. Zur Erinnerung: In Q3 ließen sich die verbliebenen Fahrer auf der Strecke von Monza absichtlich Zeit, um nach Möglichkeit eine günstige Position mit Windschatten zu ergattern. Traurige Konsequenz dieser Taktik war, dass fast alle Piloten zu spät über die Ziellinie kamen und keine zweite schnelle Runde mehr verzeichnen konnten. 

“Dieses Qualifying wird als das lächerlichste in die Geschichte der Formel 1 eingehen. So einen Schwachsinn habe ich noch nie gesehen”, kommentierte Ernst Hausleitner beim ORF damals. 

Doch nun droht offenbar eine Wiederholung der Monza-Farce. “Es wird ganz ähnlich wie im vergangenen Jahr werden”, vermutete McLaren-Pilot Lando Norris mit Blick auf das anstehende Qualifying (ab 15 Uhr im LIVETICKER). Kein Fahrer wolle in einer großen Gruppe ganz vorne fahren. Das habe man schon in der Formel 3 und der Formel 2 beobachten können. 

Hamilton in der Favoritenrolle – Sorge um Ferrari

“Es wird schwierig werden, in der richtigen Position zu sein. Denn du möchtest einen Windschatten”, erklärt Norris. Zu nah dürfe man aber auch nicht auf einen anderen Boliden auffahren, da sonst auch die Geschwindigkeit in der Aufwärmrunde leiden könne.

In der Favoritenrolle bleibt Lewis Hamilton, der mit seinem Teamkameraden Valtteri Bottas im Mercedes bereits im Training dominierte. Für Sebastian Vettel und Charles Leclerc im Ferrari könnte das Heimspiel derweil zum nächsten Debakel werden – dabei war Leclerc im Vorjahr sogar siegreich. Vettel fehlten im Training über 1,5 Sekunden auf die Spitze, Hoffnung auf Besserung besteht kaum. 

So können Sie das Qualifying in Monza LIVE verfolgen: 

TV: RTL, Sky
Stream: TV Now, Sky
Ticker: SPORT1.de und SPORT1 App

Veröffentlicht unter KfZ-News | Hinterlasse einen Kommentar

Ecclestone: "Rindts Tod brachte mich zum Weinen"

Von Bernie Ecclestone

Gibt es so was wie Vorsehung? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich am 5. September vor 50 Jahren ein merkwürdiges Gefühl spürte, als ich morgens gegen 9.00 Uhr zur Rennstrecke abbog. Die Sonne schien, es gab kaum Wind, der Himmel war blau. Trotzdem hatten die mächtigen Bäume, die dem königlichen Park von Monza eine Art Übersinnlichkeit verliehen, für mich etwas Bedrohliches. Ich bin heute noch sicher, dass ich mich damals nicht wohl fühlte.

Für Jochen war der GP von Italien im Prinzip ein Rennen von vielen. Er konnte zwar Weltmeister werden, aber wenn nicht, auch gut. Er hatte bis dahin die Saison dominiert, fünf Rennen gewonnen. Sein Vorsprung war so groß, dass er den Titel in den darauffolgenden Events klarmachen würde. Kurz vorher hatte er mir erzählt, dass er aufhören wolle, wenn er den Titel in der Tasche hat.

Er wusste, wie gefährlich die Formel 1 damals war. Er wusste auch, dass sein Lotus das schnellste, aber auch gefährlichste Auto war.

Colin Chapman war ein Genie, das dem filigranen Bau seiner Autos alles unterordnete. Oft brach was an Jochens Wagen. Im Jahr zuvor überlebte er einen schweren Unfall in Spanien, als ihm plötzlich der Heckflügel wegflog. Trotzdem blieb er bei Lotus. Weil er Weltmeister werden und erst danach die Risiken nicht mehr auf sich nehmen wollte. Sein Rücktritt stand eigentlich fest, nachdem er beim Rennen in Zandvoort seinen Freund Piers Courage in den Flammen hat sterben sehen.

Wette mit Ehefrau Nina

Damit er das auch durchziehen konnte, wettete er mit Ehefrau Nina. Er würde ihr 10.000 Pfund bezahlen, falls er 1971 doch noch weiterfahren würde. Chapman aber hat ihn überzeugt, 1971 sein neues Turbinenauto zum Titel zu führen. Der Wagen sei sauschnell und zuverlässig. Eine sichere Sache. Jochen gab mir die 10.000 Pfund für Nina in einem Umschlag. Weil er sich plötzlich nicht mehr sicher war.

Trotzdem: Unsere gemeinsame Zukunft war schon geplant. Wenn nicht 1971, so würde er 1972 definitiv nicht mehr dabei sein.

Alles zur Formel 1 und zum Motorsport-Wochenende im AvD Motorsport Magazin wöchentlich im TV auf SPORT1 und LIVESTREAM

Viele sagten, ich wäre sein erster Manager gewesen. Aber er hat mich mindestens genauso gemanagt. Wir redeten viel, spielten stundenlang Karten oder Backgammon. Dabei entstanden seine Ideen. Wir hatten ein gemeinsames Formel-2-Team, das wir kurz zuvor Colin Chapman abgekauft haben. Sein Kumpel aus Internats-Tagen Helmut Marko und das aufstrebende brasilianische Talent Emerson Fittipaldi sollten unsere Fahrer sein.

Jochen hatte zudem eine Rennwagenshow in Wien gestartet, die es heute noch in Form der Motor-Show in Essen gibt. Gleichzeitig moderierte er ein Automagazin in Österreich. Er interviewte seine Kollegen an der Strecke und brachte die Formel 1 so quasi in die Wohnzimmer. Sein größtes Anliegen war aber, Fahrer und Formel 1 besser zu vermarkten. “Wir riskieren unser Leben, die Menschen strömen weltweit zu den Rennstrecken, aber wir haben nur wenig davon”, sagte er mir damals. “Lass uns eine große Sache daraus machen.”

Rindt in Monza mit neuem Helm

In Monza hatte er einen neuen, weißen Vollvisierhelm dabei. Da könnten Sponsoren drauf werben, war seine Idee. Er wollte aber auch die Geschicke der Serie in die Hand nehmen. Mit großen Fernsehgeldern, die an Teams und Fahrer verteilt werden sollten.  

Es war kurz vor halb vier, als er mit dem Lotus ins Qualifying ging. Kurz zuvor hatte er sich von Nina verabschiedet, die wie immer auf einem hohen Hocker in der Box saß und seine Zeiten stoppte. Barfuß, mit einem weißen Hut. Sie waren das Glamourpaar der Formel 1. Jochen, der das Image eines Rockstars hatte, und Nina, das finnische Modell. Jochen war seiner Zeit voraus. Mit Nina und ihrer kleinen Tochter Natascha zog er als Erster in die Schweiz und setzte auch damit einen Trend.

Plötzlich wurde es still im Motodrom. Jochen war überfällig. Nina schaute besorgt, reckte ihren Hals immer wieder in die Ferne, doch ihr Ehemann kam nicht. Dann war von einem Unfall kurz vor der Parabolica die Rede. Ich wusste sofort, dass es Jochen war. Ich lief einfach los zur Unfallstelle. Schneller, immer schneller. Als ich ankam, lag Jochen schon zugedeckt im Heck eines Krankenwagens. Ich wusste sofort, dass er tot war.

Ich nahm seinen blutverschmierten Helm an mich, ging desillusioniert und sehr einsam wieder zurück zur Box. Ich hatte einen sehr engen Freund und Vertrauten verloren. Manche sagen, dass ich geweint habe. Ich möchte es nicht verneinen.

Ecclestone: Ich hoffe, er war sofort tot

Eine Bremsscheibe war gebrochen. Er hatte bei 300 Stundenkilometern keine Zeit zu reagieren. Ich denke und hoffe, er war sofort tot.

Für mich war Jochen einer der schnellsten Piloten, die es in der Formel 1 je gab. Für Frank Williams war er DER SCHNELLSTE. Er hatte sagenhafte Reflexe und Adleraugen. Er konnte eine Fliege erkennen, die in 50 Meter Entfernung auf einer Blume saß. Und er hatte eine sagenhafte Ausstrahlung. Als er starb, war er erst 28 Jahre alt. Aber sein Wesen war viel älter. Er war schon damals ein weiser Mann, ein Philosoph.

Wahrscheinlich, weil er seine deutschen Eltern schon früh verlor. Die kamen bei einem Bombenangriff in Hamburg im zweiten Weltkrieg ums Leben. Er wuchs als Vollwaise auf, verbrachte die Jugend in einem Internat in der Steiermark. Jochens Heimat war zwar Österreich, aber er fühlte sich als Deutscher. Er hatte schon früh ein Privatflugzeug und oft bestand er darauf, über die Gewürzmühle in Mainz zu fliegen, die er von seinen Eltern geerbt hatte. Er war stolz darauf. Er gab auch nie seinen deutschen Pass ab.

Was Jochen wirklich für die damalige Zeit bedeutete, zeigte seine Beerdigung. Die war ein Medienereignis, nicht nur in Graz. Ähnliches habe ich später nur bei Ayrton Senna erlebt.

Als Typ erinnert mich Sebastian Vettel sehr an Jochen. Er ist sehr ehrgeizig, ein super Kerl, ein netter Kerl, mit dem leicht auszukommen ist. Jochen war auch so. Ihn haben die Fans damals genauso geliebt wie Sebastian heute.

Veröffentlicht unter KfZ-News | Hinterlasse einen Kommentar

Verstappen fliegt im Training ab

Der WM-Zweite Max Verstappen hat sich im Freien Training zum Großen Preis von Italien einen folgenschweren Ausritt geleistet.

Der Niederländer geriet am Freitag mit seinem Red-Bull-Boliden ins Schlingern, drehte sich halb und rauschte mit der Nase voran durchs Kiesbett und in die Reifen.

Dabei brach nicht nur Verstappens Frontflügel ab (und blieb im Kies liegen), der 22-Jährige beschädigte sich offenbar auch Teile der Radaufhängung beim Einschlag.

Alles zur Formel 1 und zum Motorsport-Wochenende im AvD Motorsport Magazin wöchentlich im TV auf SPORT1 und LIVESTREAM

Verstappen verliert Flügel und wird in Box geschoben

Zwar konnte er sein Auto noch zurück in die Box lenken, dort waren aber erst einmal weitere Reparaturen angesagt.

Nachdem die Mechaniker zunächst nur eine neue Nase auf Verstappens Boliden aufsetzen wollten, wurde der Red Bull dann doch zurück in die Box geschoben, nach dem Ausritt in den Kies geputzt und genau unter die Lupe genommen.

Gut 30 Minuten vor Ende des Trainings waren eventuelle Schäden aber wieder behoben und der Niederländer konnte wieder auf die Strecke gehen.

Verstappen liegt in der Fahrerwertung mit 110 Punkten auf Platz 2 hinter Dominator und Weltmeister Lewis Hamilton (157).

Veröffentlicht unter KfZ-News | Hinterlasse einen Kommentar

Ferrari-Chef gibt Fehler zu

Trotz Ferraris tiefer Krise macht sich Teamchef Mattia Binotto keine Sorgen um seinen Job.

“Ich schlafe gut. Ich fühle mich nicht gefährdet, weil ich die Unterstützung meiner Vorgesetzten genieße”, sagte Binotto im Interview mit der Tageszeitung Corriere della Sera: “Ich habe mich jedoch selbst infrage gestellt. Ich habe darüber nachgedacht, ob ich für die Rolle des Teamchefs geeignet bin.”

Er hätte “auf einigen Gebieten vieles besser machen können, zum Beispiel in der technischen Neuorganisation”, bilanzierte der 50-Jährige vor dem Großen Preis von Italien in Monza: “Ich denke aber, dass meine 25 Jahre in der Formel 1 und die Kenntnisse dieses Unternehmens Schlüsselelemente sind, um diesen Job gut zu machen.”

Werde Deutschlands Tippkönig! Jetzt zum SPORT1 Tippspiel anmelden

Maranello werde “immer auf höchstem Niveau konkurrieren”, versicherte Binotto zudem: “Wir sind der Rennstall, der am meisten investiert, um wieder an die Spitze zu gelangen.” Vor dem achten Saisonrennen belegt die Scuderia den indiskutablen fünften Rang in der Konstrukteurs-WM.

Weiter dementierte Binotto Spannungen mit seinem langjährigen Starpiloten Sebastian Vettel, der Ferrari am Ende der Saison verlassen muss: “Das Team hat ihm in diesen Jahren viel gegeben und er spürt, dass er viel zurückgeben muss. Sein Drang, zum bestmöglichen Ende der Saison beizutragen, ist groß.”

Binotto verteidigte seinen Beschluss, Vettel schon im Frühjahr über die Trennung zum Saisonende informiert zu haben: “Wir haben ihn gern und es ist fair, ihm die Möglichkeit zu geben, sich neu zu organisieren. Sebastian ist nicht entmutigt.”

Formel-2-Fahrer und Ferrari-Junior Mick Schumacher (21) betrachtet Binotto als Pilot mit viel Potenzial.

“Er hat Wille, Engagement, Neugierde und Ausdauer. Sein Vater war und bleibt einer der größten Champions aller Zeiten”, erklärte der Italiener.

Veröffentlicht unter KfZ-News | Hinterlasse einen Kommentar

 Powered by Max Banner Ads