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Krise bis 2026? Ferrari droht Absturz in Bedeutungslosigkeit

“Noch einmal ein Tiefpunkt und noch einmal ein niedrigerer Tiefpunkt. Ich kann diesen Scheißdreck nicht mehr hören, muss ich ganz ehrlich sagen”: Wer erinnert sich nicht an den Ausraster von Rudi Völler im TV-Interview?

Ähnlich wie dem einstigen Bundestrainer dürfte auch den Verantwortlichen bei Ferrari zumute sein.

Den ersten Tiefpunkt wähnte man erreicht, als die Scuderia bei den Testfahrten vor Saisonbeginn chancenlos gegen Mercedes war und auch Red Bull auf einer Runde klar schneller aussah.

Statt des angekündigten Angriffs auf den Titel erwarteten viele Experten deshalb erst einmal Schadensbegrenzung und Verbesserungen während der Saison, ehe Ferrari wieder um Siege mitfährt.

Vettel und Leclerc chancenlos

Nach sieben Rennen lässt sich jedoch festhalten, dass all die geäußerten Befürchtungen noch viel zu optimistisch waren. (Fahrerwertung der Formel 1)

Ferrari ist hoffnungslos unterlegen und es sieht so aus, als ob es von Rennen zu Rennen schlimmer wird. Nachdem in Ungarn sowohl Sebastian Vettel als auch Charles Leclerc von Weltmeister Lewis Hamilton überrundet wurden, dachte man, der Tiefpunkt sei endgültig erreicht.

Doch in Spa belehrten die Italiener alle eines Besseren: Ohne auch nur die Chance auf Platz zehn – und damit zumindest einen Punkt – zu haben, fuhren die roten Renner hinterher und wirkten zeitweise sogar wie das langsamste Auto im Feld. Am Ende blieben die Plätze 13 und 14 – mehr war für die Piloten, die fehlerlos blieben, nicht drin.

Ferrari droht jahrelange Durststrecke

Und Besserung ist mit Blick auf die Zukunft nicht in Sicht. Aufgrund der Verschiebung der Regel-Reform werden die Teams 2021 mit relativ ähnlichen Autos fahren wie jetzt. Die kommende Saison ist für Ferrari in Sachen Weltmeister-Ambitionen deshalb wohl ebenfalls so gut wie gelaufen.

Ferrari droht aber noch eine viel längere Durststrecke als bisher angenommen. Denn bis jetzt konnten die Hersteller in jedem Jahr einen komplett neuen Motor an den Start bringen und diesen auch nach Belieben upgraden.

Doch das ist bald Geschichte. 2021 wird ein Motor homologiert, der bis 2025 nur geringfügig verändert werden darf. Einige kleinere Komponenten können zwar weiter verändert werden – nur wie soll Ferrari dann aus dem aktuell mit Abstand schwächsten Motor einen Weltmeister-Motor machen?

Zumal der Motor nicht das einzige Problem der Roten ist.

Auch die Aerodynamik sorgte bei den Piloten in Spa für Unmut. Die Scuderia probierte in den Tagen des Belgien-GP viel mit den Heckflügeln aus, im Rennen aber stellte sich auch in diesem Bereich keine Besserung ein. Vettel klagte über zu wenig Abtrieb, was zum nächsten Problem führt.

Zu wenig Abtrieb heißt, dass die Reifen nicht auf die notwendige Betriebstemperatur gebracht werden können und deshalb schneller abgenutzt werden.

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Ferrari droht Debakel in Italien

Bei der Scuderia bereiten sie sich daher schon auf das nächste Drama vor – das ausgerechnet vor der eigenen Haustür in Italien aufgeführt werden wird. Erst steht das Rennen in Monza an, dann folgt der Große Preis der Toskana. Dort wollte Ferrari eigentlich sein 1000. Formel-1-Rennen feiern – nun kann das Team wahrscheinlich froh sein, wenn es ein paar Punkte abstaubt. (Rennkalender der Formel 1)

In Monza zuvor wirkt selbst das als unrealistisches Ziel nach dem Auftritt in Spa. Während in Belgien noch ein Safety-Car die Überrundungen der beiden Ferrari verhinderte, käme es auf dem deutlich kürzeren Highspeed-Kurs in Monza einem Wunder gleich, wenn die Scuderia davon verschont bliebe.

Insofern ist es als großes Glück anzusehen, dass in Monza keine Fans anwesend sein können, auch wenn Vettel sagt: ”Wenn wir die Wahl hätten, hätten wir gern Fans da. Ich glaube nicht, dass wir ausgebuht würden.”

Binotto beteuert: Gibt keine Krise

Für die Fahrer mag das gelten, aber sollten die Kameras den Kommandostand von Ferrari um Teamchef Mattia Binotto einfangen, dürfte das Pfeifkonzert wohl einen neuen Lautstärke-Rekord aufstellen.

Dass Binotto selbst immer noch beteuert, dass Ferrari “sich nicht in einer Krise befindet”, dürfte seiner Beliebtheit in Italien jedenfalls nicht geholfen haben.

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In Mugello könnte es eine Kostprobe seiner Popularität in Italien geben, falls die pro Tag knapp 3.000 zugelassenen Zuschauer nicht von Ferrari zuvor handverlesen werden.

“Das Rennen wird aus zwei Gründen historisch sein: Zum einen ist es das erste Formel-1-Rennen auf dem Mugello Circuit, der sich im Besitz von Ferrari befindet, und zum anderen wird es das erste Rennen mit Zuschauern vor Ort sein”, heißt es in einer Stellungnahme – Ferrari-Fans befürchten, dass das schlechte Abschneiden der dritte historische Grund sein wird.

Scuderia fehlt Motoren-Power

Angesichts der epochalen Schwäche der Roten kamen jüngst Fragen auf, ob man denn zumindest auf den Reset-Knopf drücken und das Auto wieder auf das 2019er-Modell zurückrüsten könne.

Auch das sei kein Option, winkt Binotto ab: “Das Auto ist ziemlich anders, auch wenn es eine Entwicklung ist. Man kann nicht einfach Teile von einem auf das andere Auto packen, von daher ist das nicht möglich.”

Auch wenn sie es in Italien vermutlich nicht gerne hören, doch Ferrari drohen in den nächsten Jahren noch einige “Tiefpunkte und noch niedrigere Tiefpunkte”.

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Größter Fehler seiner Karriere? Vettels Erbe über Ferrari

Carlos Sainz sitzt beim Großen Preis der Formel 1 in Belgien am Kommandostand und schüttelt den Kopf. Als die TV-Kameras diese Szene einfingen, ist der Ärger darüber, dass Sainz das Rennen gar nicht erst starten konnte und nach 108 Rennen erstmals zuschauen musste (Problem mit der Power Unit, das den Auspuff zerstörte), längst verflogen. Nein, in diesem Moment dürfte Sainz wohl klargeworden sein, auf was er sich da eingelassen hat.

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Zur Erinnerung: Der Spanier wechselt 2021 das Team – von McLaren zu Ferrari. McLaren ist gegenwärtig Gesamt-Dritter, Ferrari schaffte es in Belgien nur auf die Plätze 13 und 14. Ohne Regenchaos, ohne technische Probleme, ohne Kollisionen – einfach nur, weil Ferrari zu langsam ist. (Fahrerwertung der Formel 1)

Macht Sainz mit dem Wechsel zu Ferrari den größten Fehler seiner Karriere? “Ich würde sagen, dass sie beim Motor einen sehr großen Schritt benötigen”, gesteht der Spanier. Er sagt aber auch: “Renault hat drei Jahre gebraucht, und auch Honda einige Zeit. Aber dass Renault so nah an Mercedes ist, zeigt, dass man es schaffen kann.”

Sainz trotz Ferrari-Krise motiviert

Der 25-Jährige ergänzt: “Es ist ein langer Weg und sie werden einen sehr, sehr, sehr, sehr großen Schritt benötigen, um dorthin zurückzukommen, wo wir anderen sind. Aber wenn es ein Team schaffen kann, dann Ferrari!”

Sainz gibt sich auch motiviert: “Ich werde der Erste sein, der in der Fabrik pusht, mehr Performance zu finden. Ich werde jeden pushen, sobald ich da bin.”

Problem: Für 2021 ist das Reglement weitgehend eingefroren. Große Sprünge kann Ferrari also kaum machen, weil aufgrund von Corona-Sparmaßnahmen auch wenig am Auto entwickelt werden darf.

Alesi nach Abgang von Williams im Pech

Der Fall Sainz erinnert stark an Jean Alesi. Der Franzose galt 1990 als einer der vielversprechendsten Nachwuchsfahrer, als er mit seinem Tyrrell-Ford beim USA-GP den großen Ayrton Senna herausfordern konnte und am Ende Rang zwei belegte. Gleich zwei Topteams wollten Alesi für 1991 verpflichten: Williams und Ferrari. Alesi, mit sizilianischen Wurzeln, konnte dem Lockruf Ferraris nicht widerstehen.

Die nächsten Jahre wurden aber von Williams dominiert und Experten sind sich sicher: Mit Williams hätte Alesi mehr als nur ein Rennen, wahrscheinlich sogar den Titel gewonnen.

Ob es Sainz auch so ergehen wird?

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Steigt der Türkei-GP vor 100.000 Zuschauern?

Die Formel 1 hofft weiter auf die Zulassung von Fans zu einigen Rennen in diesem Jahr und stößt dabei auf viel Unterstützung von den Streckenbetreibern. Am Dienstag wagten auch die Organisatoren des Großen Preises der Türkei (15. November) einen Vorstoß und formulierten die bislang ambitioniertesten Ziele.

“Momentan könnten etwa 100.000 Zuschauer das Rennen unter Einhaltung der Abstandsregeln verfolgen”, sagte Vural Ak vom Promoter Intercity auf einer Pressekonferenz am Dienstag.

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Die Tribünen und Wälle rund um die Rennstrecke Istanbul Park fassen normalerweise etwa 220.000 Zuschauer. “Wir müssen aber auf alles vorbereitet sein”, sagte Ak: “Wenn die Pandemie-Zahlen schlimmer als momentan werden, kann das Rennen auch ohne Zuschauer stattfinden.”

Zuschauer wohl auch in Sotschi, Mugello und Portimao

Zuletzt hatten bereits die Organisatoren des Rennens im russischen Sotschi (27. September) angekündigt, 50 Prozent der Tribünenkapazität nutzen zu wollen und damit bis zu 32.000 Fans zuzulassen.

Schon im italienischen Mugello am 13. September könnten 3000 Fans das Rennen verfolgen, auch die Organisatoren im portugiesischen Portimao (25. Oktober) planen mit Zuschauern.

Das deutsche Rennen am Nürburgring steigt am 11. Oktober. Die Macher in der Eifel hatten sich zuletzt zurückhaltend zur Öffnung einiger Tribünenbereiche geäußert, wollten die Möglichkeit aber nicht ausschließen.

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Dieses Comeback hat die Formel 1 bitter nötig

Hallo Formel-1-Freunde!

Renault besticht auf dem High-Speed-Kurs von Spa mit den Plätzen vier und fünf von Daniel Ricciardo und Esteban Ocon. Auf einer Strecke, auf der schiere Motorpower die Aerodynamik aussticht, weil nur wenig Abtrieb gefragt ist, kommen im Top-Speed-Ranking drei Renault-Motor befeuerte Fahrer unter die Top Sechs.

Alles nur streckenspezifisch? Ein Effekt, der nochmal kommende Woche im königlichen Park von Monza auftreten wird und dann verpufft? Bereits im vergangenen Jahr liefen die gelben Boliden auf diesen beiden Kursen deutlich besser als im restlichen Saisonverlauf. Mehr als Platz vier ist seit der Rückkehr als Werksteam 2016 in der Königsklasse für die Franzosen nie rausgesprungen. Die Liaison mit Red Bull endete schäbig unter Dauerfeuerkritik seitens der Brausefraktion, die den Renault-Antrieb auf dem Level einer Warmluftpumpe sah.

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Renault ist eine Weltmarke – in den vergangenen Jahren wurden hunderte Millionen Euro investiert. Die vorhandenen Ressourcen wurden aber nie Gewinn bringend umgesetzt. Dabei waren mit Hülkenberg/Sainz und Hülkenberg/Ricciardo zuletzt starke Fahrerbesetzungen am Steuer.

Renault 2018 schon auf Platz vier

Der Neustart als reines Werksteam 2016 nach sechs Jahren Pause mit dem R.S.16 verlief solide. Das Auto war zuverlässig, aber zu langsam. Mit nur drei Punkteplatzierungen landeten die Franzosen in der Herstellerwertung am Ende auf Rang neun. Im Folgejahr gelang eine Verbesserung auf Platz sechs, mit lediglich vier Punkten Vorsprung auf Kundenteam Toro Rosso, 26 Punkte hinter Williams. Trotz der Steigerung litten die Einsätze immer noch unter einem zu schwachen Motor und einer wenig effizienten Aerodynamik. Renault blieb hinter den hoch gesteckten Erwartungen zurück.

2018 erreichte meistens einer der beiden Renault-Kutscher Q3 im Qualifying, zwei fünfte Plätze von Sainz in Aserbaidschan und Hülkenberg beim Grand Prix von Deutschland bildeten die Höhepunkte, Renault kletterte auf Platz vier bei den Herstellern. 2019 sollte der Durchbruch gelingen, dafür holte man mit Daniel Ricciardo einen der talentiertesten Fahrer. Es folgte der Schritt zurück auf Rang fünf bei den Konstrukteuren, Kundenteam McLaren zeigte den Franzosen dabei eine lange Nase und zog vorbei.

Immer wieder gab und gibt es Diskussionen beim Vorstand von Renault, ob das Formel-1-Engagement Sinn macht. Mehrfach wurde bereits über einen erneuten Absprung spekuliert. Es gibt durchaus Anzeichen, dass der lang ersehnte Anschluss an die Topteams näher rückt. Zum einen profitiert Renault von der Schwäche der Scuderia Ferrari. Zurzeit haben die Franzosen eindeutig den stärkeren und besseren Motor im Vergleich zu den Italienern, die zudem unter großen Problemen bei der Reifennutzung und der Aerodynamik leiden.

Mercedes kaum einzuholen

Zu viele Baustellen gleichzeitig, das springende Pferd lahmt und wird die Hürde Renault weder in diesem noch im kommenden Jahr nehmen. Unter der Leitung von Renault-Teamchef Cyril Abiteboul können Chefingenieur Ciaron Pillbeam, Chefdesigner Martin Tolliday und Chefaerodynamiker Dirk de Beer mit ihren rund 1150 Mitarbeitern die zur Verfügung stehenden Werkzeuge zunehmend effektiver nutzen. Rund 360 Millionen Euro stehen für den Angriff auf Red Bull zur Verfügung. In Spa fehlten Ricciardo im Ziel auf Verstappen keine drei Sekunden. Beim Start hat der Australier den Niederländer schon schwer unter Druck setzen können.

Aber reicht das am Ende wirklich? Red Bull hat ein Auto ganz nach den Bedürfnissen von Supertalent Verstappen gebaut, das nahezu auf allen Strecken funktioniert. Zudem macht Honda gewaltige Entwicklungsschritte beim Motor, ist auf Augenhöhe mit Renault. McLaren wird im kommenden Jahr auf die Mercedes-Power und Zuverlässigkeit der Sterne zurückgreifen können. Und weiß jetzt schon mit deutlich kleinerem Etat besser umzugehen.

Die Budgetdeckelung ab 2021 wird Renault härter treffen, als die Engländer! Die Zeiten, in denen Fahrer wie Mansell, Prost, Schumacher, Hill, Villeneuve und Vettel dank Renault-Motorpower Titel gewinnen konnten, werden so schnell nicht wiederkommen. Gelb ist eine frische, motivierende und aufhellende Farbe. Der Kampf um Top-Fünf-Platzierungen wird bunter, worüber ich mich sehr freue! Ein Aufbrechen verkrusteter Hierarchien hat noch nie geschadet. Renault kann durchaus dazu beitragen.

Cyril Abiteboul wird sich mit dem Gedanken anfreunden müssen, bald ein Tattoo nach den Gestaltungsideen von Daniel Ricciardo zu tragen. Dafür muss der Australier 2020 mindestens einmal auf dem Podium stehen. Was ich ihm absolut zutraue, vor allem in Monza, Mugello und Imola. Mehr ist aber nicht drin. Seriensieger Mercedes werden die Franzosen in absehbarer Zeit nicht in die Knie zwingen.

PEDAL TO THE METAL Ihr Peter Kohl

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Wie sich Ferrari ins eigene Knie schoss

Um die Dimension des Ferrari-Debakels besser zu verstehen, lohnt ein Blick in die Vergangenheit.

Spa-Francorchamps, 1. September 2019: Charles Leclerc und Sebastian Vettel starten nach einer Demonstration der Stärke im Qualifying am Vortag aus der ersten Startreihe in den Belgien-Grand-Prix. Am Ende gewinnt der Monegasse sein erstes Formel-1-Rennen. Dem Ferrari-Motor war nicht einmal das eigentlich überlegene Mercedes-Aggregat gewachsen.

Vettel: “Die Erkenntnis ist nicht positiv”

Fast ein Jahr später krebsten dieselben Piloten in ihren roten Fahrzeugen mehr schlecht als recht über den Asphalt der Ardennen-Achterbahn, und Vettel gab anschließend bei Sky ernüchtert zu Protokoll: “Es gibt eine Erkenntnis. Aber die ist nicht positiv. Der heutige Tag hat unsere Schwächen offengelegt.”

Und davon gab es einige an diesem Spätsommer-Sonntag in Spa. Die Aerodynamik ineffizient, die Balance mangelhaft und – am offensichtlichsten – der Motor zu schwach. So standen die Ferrari im Vergleich zur Konkurrenz schon von Beginn auf verlorenem Posten, büßten auf der Geraden pro Runde 0,5 Sekunden ein: in der Formel 1 eine halbe Ewigkeit. Das Ergebnis im Ziel: Vettel 13., Leclerc einen Platz dahinter.

So sehr sich die Resultate von denen im Jahr zuvor auch unterscheiden: Die unterirdische Performance in 2020 ist in gewisser Weise auch auf das starke Ergebnis von 2019 zurückzuführen. 

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Rivalen wittern Ferrari-Tricksereien

Denn damals witterte die Konkurrenz bereits Tricksereien vonseiten der Scuderia, auch wenn der Automobilweltverband erst zwei Monate später aktiv wurde. Nach dem Großen Preis der USA gab die FIA gleich mehrere technische Anweisungen heraus, die genau das verhindern sollten, was die Rivalen den Italiener vorwarfen. 

Der Automobil-Weltverband bestimmte neue Regeln für den Ölverbrauch, überprüfte die Elastizität der Benzinleitungen genauer und führte einen zweiten Sensor ein, auf den Teams keinen Zugriff hatten.

All diese Maßnahmen konnten als Reaktionen auf die Vorwürfe gegen die Italiener verstanden werden. Vor allem Red Bull unterstellte Ferrari immer wieder, sich durch das Einspritzen von mehr Benzin als erlaubt einen Vorteil bei der Motoren-Leistung zu ergaunern.

Die Folge: Bereits in den letzten Rennen der vergangenen Saison und bei den Testfahrten zur aktuellen Saison war Ferrari langsamer.

FIA mit nebulösem Statement

Den Grund dafür erfuhren die Teams der Formel 1 aber erst kurz vor Abschluss der Testfahrten im Februar. Damals hieß es in einem öffentlichen Statement des Weltverbandes vielsagend: “Die FIA kündigt an, dass sie nach einer gründlichen technischen Untersuchung ihre Analyse über den Betrieb der Ferrari-Antriebseinheit abgeschlossen hat und mit dem Team zu einer Einigung gekommen ist.”

Über die Details des Abkommens wurde Stillschweigen vereinbart. Jedem in der Branche war aber klar, was dieser Deal zu bedeuten hatte: Ferrari kam um eine Strafe für die Motoren-Tricksereien herum, musste aber im Winter einen komplett neuen Motor bauen.

Schon damals aber hätten nach einem Bericht von auto, motor und sport Messungen ergeben, dass der neue Motor deutlich weniger Leistung als der alte aufweist.

Die Konsequenzen bekommen Vettel und Leclerc in dieser Saison vor allem auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken wie in Spa zu spüren. 

Vettel sprach zwar tapfer davon, dass es demnächst “wieder etwas besser werden sollte”. Doch rein realistisch betrachtet besteht dafür wenig Hoffnung. Am kommenden Wochenende gastiert die Formel 1 in Monza. Dort wurden bislang die meisten Geschwindigkeitsrekorde in der Königsklasse aufgestellt.

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"Gebt uns Ferrari zurück": Presse nach Debakel entgeistert

Beim Großen Preis von Belgien in der Formel 1 zeigte sich ein inzwischen gewohntes Bild.

Lewis Hamilton fuhr souverän zum Sieg, Ferrari mit Sebastian Vettel und Charles Leclerc nur hinterher.

Die internationale Presse ist wegen Ferraris Leistung entgeistert und fordert personelle Konsequenzen. Hamiltons Dominanz erinnere derweil an Michael Schumacher.

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ENGLAND

Guardian: “Murmeltiertag in Spa. Hamilton gewinnt sein eigenes Rennen, Bottas und Verstappen dahinter. Ein weiteres Meisterstück des Vollstreckers, die 19 Kurven, das grandiose Auf und Ab, die Highspeed-Passagen von Spa – alles war langweilig. Ach ja, Ferrari: Die Talfahrt der Roten endete an einem neuen Tiefpunkt. In Monza wird die Abwesenheit der Tifosi ein Segen für das Team sein.”

Telegraph: “Lewis Hamilton gibt zu, dass ihn als Fan seine eigene Dominanz in einen Tiefschlaf versetzen würde. Der Würgegriff, in dem er die Formel 1 hält, erinnert an die Dominanz von Michael Schumacher – den Lewis bald in allen Statistiken entthronen wird. Ferraris Leidenszeit geht weiter, Gottseidank sind in Monza keine Fans dabei.”

Sun: ”Er wird bald 36 und sagt, dass er sich besser fühlt als jemals zuvor. Lewis Hamilton ist unaufhaltsam, niemand kann ihn stoppen. Die Maschine Mensch in der Maschine Mercedes, das ist das Nonplusultra in der Formel 1. Ferrari – was soll man sagen. Die Plätze 13 und 14 sind für nichts relevant.”

Daily Mail: “Lewis Hamilton fuhr beim Großen Preis von Belgien zum Sieg und gab dann zu, dass es so langweilig war, dass er sich selbst in den Schlaf versetzt hätte.”

FRANKREICH

L’Equipe: “Spitzenreiter vom Start bis ins Ziel: Lewis Hamilton hat bei seinem 89. Grand-Prix-Sieg nicht einmal gezuckt. Nur kurz nach dem Start kam er auf der Kemmel-Geraden nicht richtig in Schwung, es war die einzige kleine Herausforderung, die er bravourös meisterte. Ferrari muss sich wie auf einer Sträflings-Galeere vorgekommen sein.”

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: “Ferrari ist einfach zu langsam, der Albtraum geht nie zu Ende. Der Weg nach Monza gleicht einem Kreuzweg. Es gibt viele Ursachen für diese Situation: Ferrari hat die Kreativität verloren, die es dem Team ermöglichte, 2017 und 2018 um den Titel zu kämpfen. Maranello braucht neue Ideen und neue Ingenieure”.

Corriere dello Sport: “Nein, es reicht. Gebt uns Ferrari zurück! Das war die schlechteste Leistung im letzten Jahrzehnt, die Stunde Null. Nichts funktioniert. Das Auto ist langsam und macht bei jedem Rennen einen Schritt zurück.”

Tuttosport: “Desaster Ferrari! Noch nie war Maranello so wenig leistungsfähig, noch nie hat das Team in Spa so schlecht abgeschnitten. Hier geht es nicht mehr um eine Krise: Das ganze System muss neu überdacht werden. Ferrari leidet stark nach dem Tod seines Präsidenten Sergio Marchionne, der das Team mit eisernem Griff führte.”

Corriere della Sera: “Ferrari erlebt das traurigste Rennen seiner jüngsten Geschichte. Ein langer Leidensweg. Allein die Leistung in Spa müsste genügen, um die Ära von Teamchef Mattia Binotto zu beenden. Doch ein Wechsel inmitten der Meisterschaft könnte die Lage noch verschlimmern. Doch Ferrari fährt einen gefährlichen Hang runter. Das Vertrauen der Tifosi ist am Ende.”

La Repubblica: “Ferrari versinkt, es fehlen Kraft und Effizienz. Langsam, schäbig, unzuverlässig. Zu schlecht, um wahr zu sein: Ferrari wird sogar von Alfa Romeo überholt. Jetzt arbeitet Ferrari vor allem in Hinblick auf das Jahr 2022, wenn die neuen Regeln in Kraft treten.”

La Stampa: “Rote Schande! Ferrari hat in den letzten elf Jahren noch nie so schlecht abgeschnitten. Nicht mal die minimalen Voraussetzungen für den Grand Prix in Monza sind vorhanden. Ferraris Leistungen sind auf ein historisches Tief gesunken. Monza ist für starke Motoren mit effizienter Aerodynamik gedacht, Eigenschaften, über die der SF 1000 nicht verfügt.”

ÖSTERREICH

Kronenzeitung: “In der Weltmeisterschaft hat Hamilton nun bereits 47 Zähler Vorsprung auf Verstappen und 50 auf Bottas. Das Wort WM-Titel will Toto Wolff dennoch nicht in den Mund nehmen: ‘Das Eichhörnchen ernährt sich nur mühsam. Es sind noch zehn Rennen zu fahren, da gibt es keinen Grund, jetzt schon die Schäfchen zu zählen.’”

Kurier: “Auch Spa wurde für Lewis Hamilton zur Wohlfühloase. Zur fast schon furchterregenden One-Man-Show. Der Engländer raste von der 93. Poleposition seiner Karriere zu einem Start-Ziel-Sieg. Der Erfolg beim GP von Belgien war sein 89. insgesamt, damit fehlen dem 35-Jährigen nur noch zwei Siege auf den Langzeit-Rekord des Deutschen Michael Schumacher.”

SCHWEIZ

Blick: “Ganz vorne gehts weit weniger spektakulär zu. Pole-Setter Lewis Hamilton ist zu jeder Zeit Herr der Lage. Räikkönen schlägt beide Ferrari von Sebastian Vettel und Charles Leclerc. Was für eine Demütigung für die Roten! Und im direkten Duell der Ex-Weltmeister lässt er Vettel bei seinem Überholmanöver uralt aussehen.”

Tages-Anzeiger: “Ferrari blamiert sich bis auf die Knochen.”

SPANIEN

Marca: “Hamilton ist nur noch zwei Siege von Schumacher entfernt. Ferrari enttäuscht und holt keinen einzigen Punkt. Es war insgesamt ein langweiliges Rennen ohne größere Spannung. Hamilton ist auf dem Weg zum siebten WM-Titel kaum noch zu bremsen.”

As: “Hamilton braucht einen Rivalen. Bottas als Zweiter kam nicht mal in die Nähe des Weltmeisters. Diesen Lewis Hamilton wird niemand schlagen, wenn man dann auch noch die wenigen Chancen, die er gewährt, nicht nutzt. Vettel und Leclerc holen keine Punkte.

Sport: “Hamilton geht spazieren. Er holt sich ohne großen Glanz den fünften Sieg im siebten Rennen. Ferrari unterstreicht sein Desaster: Kein einziger Punkt, während Bottas Zweiter und Verstappen Dritter wird. Die Übermacht von Hamilton ist grenzenlos.”

El Mundo Deportivo: “Black Panther Hamilton gewinnt den Großen Preis von Belgien. Es ist sein 89. Sieg, nur noch zwei Siege trennen ihn von Schumachers Rekord. Vettel und Leclerc gehen völlig unter, Ferrari ist Lichtjahre entfernt.”

Mit Sport-Informations-Dienst

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Bottas’ irritierter Funkspruch: Das steckt dahinter

Mercedes-Pilot Valtteri Bottas erlebte einen relativ entspannten Belgien-Grand-Prix.

Von Platz zwei gestartet, kam der Finne auch am Ende auf Platz zwei ins Ziel. Dabei war er kurz nach dem Start dicht hinter Teamkollege Lewis Hamilton. 

“Wir haben einen Push, oder?”, fragte Bottas via Boxenfunk in Runde fünf, als er bis auf 1,2 Sekunden an Hamilton dran war. Die Antwort seines Renningenieurs war jedoch eindeutig: “Haben wir, aber wir haben uns darauf verständigt, das nicht gegen uns selbst einzusetzen.”

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Bottas schien davon ein wenig irritiert und sagte: “Davon habe ich noch nie gehört.”

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff erklärte den Vorfall nach dem Rennen. “Es gibt keine Regel für unsere beiden Fahrer, sie dürfen frei fahren”, sagte der Österreicher, stellte dann aber klar: “Wir haben uns in der Früh darauf geeinigt, dass wir nur eine limitierte Anzahl an Überholmanöver (im schärferen Modus; Anm d. Red.) zur Verfügung haben, und die wollten wir nicht für gegenseitige Angriffe nutzen.”

Wolff spricht bei Bottas vs. Hamilton von “Missverständnis”

So war die Einstellung hauptsächlich für die Gegenwehr gegen Max Verstappen vorgesehen. “Das haben wir gemeint. Das war wohl ein Missverständnis zwischen Valtteri und den Jungs. Deswegen haben wir das betont”, sagte Wolff.

Auch Bottas äußerte sich zu seinem Funkspruch: “Ja, ich wusste nichts davon! Vielleicht haben sie es gesagt, aber ich erinnere mich nicht daran.”

Am Start war der 31-Jährige dicht dran, den Briten zu überholen, musste dann aber nach der ersten Kurve “vom Gas gehen, um nicht in sein Heck zu krachen.”

Beim Restart in Runde 15 war Bottas ebenfalls ohne Chance. “Ich konnte ihn auf der Geraden nicht einholen. Das wären meine größten Chancen gewesen. Aber Lewis ist heute ohne Fehler gefahren, das macht es im gleichen Auto sehr schwierig. Ich habe es versucht”, sagte Bottas. 

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Nur noch Mitleid: Schmeißt Ferrari die Saison schon weg?

Der 29. August hat in den Annalen der ruhmreichen Scuderia Ferrari einen besonderen Platz.

Just an diesem Tag vor 16 Jahren machte Michael Schumacher seinen siebten und letzten WM-Titel perfekt. 

Die langjährige Erfolgsstory des deutschen Ausnahmefahrers und der italienischen Motorsport-Institution fand in diesen Spätsommertagen 2004 ihren krönenden Abschluss. In Spa reichte Schumacher ein zweiter Platz, um sich vier Rennen vor Saisonende den Titel zu sichern.

Es gehört zur Tragik dieser Saison bei den Roten, dass ausgerechnet an diesem Jahrestag, am selben Ort in den belgischen Ardennen der Niedergang des ruhmreichen Formel-1-Teams einen neuen Tiefpunkt erfährt. (Rennen, So. ab 15.10 Uhr im LIVETICKER)

Vettel: “Wir haben es in Q2 geschafft”

Wie tief die Traditionsmarke mittlerweile gesunken ist, offenbarte Sebastian Vettels Analyse des Samstags. “Wir haben es mit beiden Autos geschafft”, sagte der viermalige Weltmeister bei Sky – und meinte damit den Einzug in den zweiten Qualifikationsabschnitt, an dem nur die fünf langsamsten Fahrer nicht teilnehmen dürfen.

Dass Ferrari diese Runde übersteht, ist eigentlich noch nie eine Erwähnung wert gewesen. Jahrelang nutzte man das Q1 nur zum Einfahren – mit der Gewissheit, dass da sowieso nichts schief gehen konnte. An diesem Samstag in Spa war aber genau das zu befürchten. Ein Ausscheiden schon in der ersten Session.

“Am Vormittag hatte es noch so ausgesehen, als würden wir es nicht in Q2 schaffen”, sagte Vettel mit Blick auf seinen letzten Platz im dritten freien Training. “Das ist natürlich kein Erfolg”, stellte der bemitleidenswerte Heppenheimer klar, “aber alles, was heute drin war”. Am Ende stand für ihn Startplatz 14, eine Position vor ihm wird Teamkollege Charles Leclerc stehen.

Schon am Freitag hatte sich abgezeichnet, dass das Grand-Prix-Wochenende in Spa zu einem Debakel für die Roten werden würde.

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Sieg von Leclerc ist erst ein Jahr her

Dort wo im vergangenen Jahr Leclerc noch seinen ersten Sieg in der Formel 1 gefeiert hatte, ist die Motorleistung des Ferrari einfach zu schwach. 

Um das Defizit auszugleichen, fuhren Vettel und Leclerc mit sehr flachen Flügeln. Die Folge: Auf den Geraden konnten die Schwächen des Motors damit zwar kaschiert werden. Im kurvenreichen Mittelsektor aber verlor das Duo dafür umso mehr Zeit gegenüber den führenden Mercedes. Vettel beispielsweise war in diesem einen Sektor etwa 1,8 Sekunden langsamer als Lewis Hamilton. Das sind in der Formel 1 Welten!

Dass der aktuelle Ferrari lahmt wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr, ist offensichtlich. Allein bei der Suche nach den Ursachen tun sich die Protagonisten schwer. “Die Zeit haben wir nicht. Das sprengt die Sendung”, sagte Vettel bei RTL auf die Frage wo es bei der Scuderia am meisten hakt. “Wir haben gestern Nacht lange getüftelt. Aber im Moment ist einfach nicht mehr drin.”

Diese Auskunft mag zwar stimmen, wirklich erklärbar ist sie aber nicht. Als “erschreckend” bezeichnete Sky-Experte Nick Heidfeld die Situation um Ferrari: “Es kann nicht sein, dass ein Team mit dieser Historie und diesen finanziellen Mitteln so deutlich hinterher fährt.” Ralf Schumacher sprach von einer “Katastrophe”.

Wolff: “Über diese Entwicklung nicht glücklich”

Selbst Toto Wolff, Motorsportchef des Rivalen Mercedes, macht sich wegen der anhaltenden Krise Sorgen. “Über diese Entwicklung kann natürlich die Formel 1 und wir alle nicht glücklich sein. Ferrari ist ein ikonisches Team”, sagte der Österreicher bei Sky.

Einen Hinweis auf die möglichen Gründe der roten Schwäche lieferte Teamchef Mattia Binotto. ”Wir investieren in die Zukunft. Wir investieren zuhause im Werk in einen neuen Simulator. Wir investieren auch in das Team. Wir haben alle Ressourcen, um es zu verbessern”, sagte der Italiener bei Sky und deutete damit an, dass Ferrari die aktuelle Saison möglicherweise schon abschenkt.

Ob Binotto selbst in diesem Fall aber noch Teil dieser Zukunft sei wird, darf bezweifelt werden.

Der ehemalige Formel-1-Pilot Christian Danner jedenfalls sagt bei RTL schon das große Stühlerücken bei den Roten voraus: “Bei Ferrari wird es das große Köpferollen geben. Denn irgendwann ist Schluss mit lustig. Dann muss was passieren.”

So weit ist es aber noch nicht. Erst einmal steht für Vettel und Co. Schadensbegrenzung in Belgien an. Die aber dürfte schwer werden. Vettel will die Hoffnung noch nicht aufgeben und setzt auf den Wettergott: “Wer weiß, ob es regnet.”

Immerhin: Die Regenwahrscheinlichkeit für Beginn des Rennens um 15.10 Uhr wird auf 30 bis 50 Prozent beziffert.

  

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Ferrari am Boden, Mercedes-Boss tritt noch nach

Schon vor mehr als drei Wochen hatte der Automobil-Weltverband seine Entscheidung getroffen.

In der sogenannten “Copygate-Affäre” wurde das Team Racing Point von der FIA der illegalen Kopie von Mercedes-Bauteilen für schuldig erachtet.

Demnach stellten die von Renault beanstandeten Bremsbelüftungen der pinken Renner einen Verstoß gegen das sportliche Reglement dar. Das Urteil: Racing Point wurde zu einer Geldstrafe von 400.000 Euro und einem Punktabzug in der Konstrukteurs-WM von 15 Zählern verdonnert.

Ferrari bleibt bei Einspruch

Doch die Affäre ist damit nicht ausgestanden. Denn Renault und Ferrari legten Einspruch gegen das Urteil ein. Die Franzosen haben zwar mittlerweile angekündigt, ihren Einspruch zurückzuziehen. Ferrari aber bleibt dabei. Ein Vorgehen, das Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff auf die Palme bringt.

“Da würde ich sagen: ‘Konzentriere dich auf die Performance und nicht auf den Grünen Tisch. Es wäre besser, über das Rennenfahren zu sprechen”, legte Wolff am Rande des Belgien-GP bei Sky im Streit mit den Italienern nach, inklusive spitzem Kommentar zur derzeitigen Schwäche des einstigen Hauptrivalen. Während Mercedes die nächste Doppel-Pole feierte, musste sich Ferrari mit den Startplätzen 13 und 14 zufrieden geben.

Wolff: “Absurde Argumente”

Überhaupt verwahrte sich Wolff gegen die seiner Meinung nach “absurden Argumente” der Gegner.  

“Warum sollten wir denen nicht ein Auto, jede Menge Daten und den Windkanal zur Verfügung stellen?”, verteidigte er die Zusammenarbeit mit dem Kundenteam Racing Point. “Wir haben überhaupt kein Interesse, unsere Position, die wir in den letzten Jahren aufgebaut haben, durch so einen Nonsense zu gefährden.” 

Trifft Mercedes eine Mitschuld?

Da die Kopie-Vorwürfe offiziell nur gegen Racing Point erhoben werden, sieht sich der Österreicher eigentlich nur in der Zuschauerrolle. Aber auch er hat mittlerweile erkannt, dass Mercedes zumindest eine Mitschuld in dieser Affäre gegeben wird. 

Die versteckte Kritik: Wenn Racing Point den Mercedes kopiert hat, müssen die Silberpfeile das fast zwangsläufig zugelassen haben.

Derzeit muss davon ausgegangen werden, dass der Fall in letzter Instanz vom Internationalen Berufungsgericht der FIA geklärt werden wird. Wolff jedenfalls hatte schon vor zwei Wochen in Silverstone angekündigt, dass er sich “auf ein sehr langwieriges und schmutziges Verfahren einstellen” werde.

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Das sind die Gründe für Ferraris desaströses Training

Sebastian Vettel und Charles Leclerc trennen von der Spitze des Fahrerfeldes in der Formel 1 dieser Tage Welten. (Formel 1: Qualifying zum Großen Preis von Belgien ab 15 Uhr im LIVETICKER)

Ganze 1,7 Sekunden fuhren die Ferrari-Piloten im Freien Training am Freitag langsamer als Mercedes an der Spitze – das Resultat: die Positionen 15 und 17. Vor dem Rennen in Spa gibt es nur wenig Hoffnung auf Besserung bei der Scuderia.

“Das fühlt sich nicht gut an. Es ist traurig, Ferrari so weit unten zu sehen”, erklärte ein niedergeschlagener Leclerc nach den Trainingssessions. Vor einem Jahr war Ferrari auf der gleichen Strecke noch 1,5 Sekunden schneller unterwegs. “Uns fehlt im Moment einfach Pace. Wir müssen hart arbeiten, um aufzuholen. Ich erwarte für dieses Wochenende keine Wunder.” 

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Sogar Haas schneller als Ferrari

Selbst die Ferrari-Kundenteams Alfa Romeo und Haas landeten vor Leclerc und Vettel.

Letzerer gab sich zumindest kämpferisch: “Das Auto war schwierig zu fahren. Das bedeutet, dass wir noch nicht dort sind, wo wir sein sollten”, sagte er zwar, erklärte aber auch, dass die beiden Fahrer “ein paar Dinge mit dem Set-up ausprobiert” hätten. Er sei sich sicher, dass es am Samstag im Qualifying “besser aussehen wird.”

Auch wenn es schon eine Überraschung sei, “so weit zurück zu sein.”

Binotto sieht Reifen-Problem

Teamchef Mattia Binotto erklärte, dass ein Reifenproblem die schwache Performance hervorgerufen habe. “Wir hatten Probleme, die Reifen zum Arbeiten zu bringen. Uns fehlt Grip beim Bremsen und Beschleunigen und damit generell Performance im Auto”, sagte der Italiener.

Leclerc hatte gemeint, dass er sehr aggressiv mit dem Thema Abtrieb gespielt habe. Das habe laut Binotto in die Reifenprobleme hineingespielt. “Wenn man das richtige Fenster nicht findet, dann funktionieren die Reifen auch nicht richtig. Und wenn man keinen Grip hat, ist man im zweiten Sektor nicht schnell”, ergänzte Binotto.

Für Samstag versprach er Besserung: “Es geht nur darum, wie wir das Auto einstellen, um das richtige Reifenfenster zu erwischen.”

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