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Die Gründe für den unerwarteten Ferrari-Aufschwung

Beim Blick auf die Miene von Charles Leclerc hätte man am Sonntag meinen können, dass Ferrari am Renn-Wochenende in Monaco wieder ein Debakel erlebt hatte.

Teilweise stimmt dies auch. Der Monegasse hatte seinen Boliden bei seinem Heim-Grand-Prix zwar auf die Pole Position gestellt, konnte dann aber am Rennen nicht teilnehmen.

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Bereits beim Weg in die Startaufstellung hatte der 23-Jährige gemerkt, dass mit dem Auto etwas ganz und gar nicht stimmt. Ein Defekt an der linken Antriebswelle machte eine Teilnahme am Rennen für Leclerc unmöglich. Ob der Schaden etwas mit dem harten Einschlag des Monegassen beim Qualifying zu tun hat, vermochte die Scuderia nicht zu beantworten.

Doch so tragisch und unglücklich der Tag für Leclerc verlief, so positiv gestaltete sich das Rennen – und auch die Tage zuvor – für den Rest seines Teams.

Sainz fährt auf das Podium

Der zweite Ferrari-Pilot, Carlos Sainz, fuhr mit seinem Boliden sensationell auf Rang zwei und durfte bei der Siegerehrung die Hände von Fürst Albert schütteln.

“Auf persönlicher Ebene bin ich sehr glücklich. Natürlich ist es bittersüß, nach dem Vorfall am Anfang des Rennens – das Auto auf der Pole konnte überhaupt nicht starten. Es tut mir sehr leid für Charles, das ist sehr schwierig zu schlucken. Was mich angeht, habe ich meine Gelegenheiten ergriffen und bin nach vorne im Rennen gekommen. Das ist exakt das, was ich erreichen wollte”, sagte Sainz nach dem Rennen bei Sky.

Beim Blick auf die Truppe aus Maranello wird eines deutlich: es hat sich einiges verbessert. Auch Teamchef Mattia Binotto sprach nach dem Rennen davon, “viel Positives” gesehen zu haben. “Die Leistung seit Donnerstag zum Beispiel, auch das erste Ferrari-Podium von Carlos”, führte der Italiener aus.

Ferrari stark verbessert

Bereits bei den Trainingseinheiten am Donnerstag zeigten sich die roten Flitzer in guter Verfassung, sausten blitzschnell durch die engen Gassen im Fürstentum. Dass sich Leclerc aber wirklich die erste Pole Position seit 19 Monaten schnappen würde, damit rechnete man bei der Scuderia nicht.

“Die Pole kam unerwartet und wir hatten auch nicht damit gerechnet, so weit vorne zu sein. Aber wir waren zuversichtlich, nachdem der Trainingsdonnerstag so gut verlaufen ist.”

Zuletzt stand mit Sebastian Vettel beim Großen Preis von Japan im Oktober 2019 ein Ferrari-Pilot auf dem ersten Startplatz, 590 Tage ist dies inzwischen her. Seitdem konnte man weder mit Red Bull, und schon gar nicht mit Mercedes mithalten. In Monaco war dies nun anders.

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Binotto mit Leistungen zufrieden

Mit einer verbesserten Aerodynamik für langsame Kurven überzeugten die Roten auf dem Stadtkurs. Auch die harten Bodenwellen der holprigen Strecke schluckte der Bolide besser als die Fahrzeuge der Konkurrenz. (Die Fahrerwertung der Formel 1)

“Wenn man sieht, wie unsere Performance im vergangenen Jahr war, dann kann man klar erkennen, dass wir einen großen Schritt nach vorne gemacht haben”, freute sich Binotto.

Gewiss werden in den nächsten Wochen wieder Strecken kommen, die dem Team aus Maranello weniger liegen. Für den Moment ist man, mit Ausnahme des Dramas rund um Leclerc, aber extrem zufrieden. Und das auch auf menschlicher Ebene.

Besserer Teamgeist

So habe Leclerc laut Binotto nach seinem Ausfall Teamgeist bewiesen, weil er Sainz zum Podest gratuliert und der Siegerehrung beigewohnt habe.

Vergessen die Zeiten, in denen es zwischen dem Monegassen und Ex-Teamkollege Sebastian Vettel knallte. (Rennkalender der Formel 1 2021)

“Das zeigt, dass wir zusammenstehen. Wir wollen hier mit diesem Projekt den Grundstein für die Zukunft legen”, sagte Binotto.

Ein erster Schritt dafür ist in jedem Fall getan.

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Streit um Flexi-Wings: Red Bull kontert Mercedes-Drohung

Besser konnte die Laune von Red Bull-Chefberater Helmut Marko (78) auch zwei Tage nach Max Verstappens Sieg beim Klassiker in Monte Carlo nicht sein. (Formel-1-Rennkalender)

Red Bull führt seit 2013 erstmals wieder die WM-Wertung bei Fahrern und Konstrukteuren an. Sebastian Vettel (33) war der letzte Pilot des österreichischen Kult-Rennstalls, dem das 2013 gelang.

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Trotzdem brauen sich dunkle Wolken über Red Bull zusammen. Die Wolken kommen von Mercedes. Das Team von Weltmeister Lewis Hamilton droht damit, gegen die Wertung des kommenden Rennens in Baku zu protestieren, wenn Red Bull weiterhin seinen flexiblen Heckflügel einsetzt.

Hintergrund: Die FIA hat ab dem 15. Juni schärfere Tests angekündigt. Erst zum GP von Frankreich muss Red Bull demnach einen Heckflügel präsentieren, der nicht mehr so wie bisher “einknickt”, um den Luftwiderstand auf der Geraden zu verringern und den Topspeed so zu erhöhen.

Wolff: “Dann wird’s schmutzig”

Wie SPORT1 bereits vergangene Woche berichtet hatte, will Mercedes das aber nicht akzeptieren. Teamchef Toto Wolff fordert eine sofortige Änderung schon für das Rennen auf dem Stadtkurs in Baku, weil der die längste Gerade aller Formel-1-Rennstrecken hat. Möglicher Zeitgewinn dank der flexiblen Spoiler: rund 0,5 Sekunden.

Wenn Red Bull den Heckflügel einsetzen sollte, warnt Wolff, “dann wird das angesichts des Vorteils, den das bedeutet, zu den Stewards gehen. Und wenn die Stewards dafür nicht ausreichen, dann geht das zum Internationalen Berufungsgericht weiter. Daher glaube ich, dass die FIA das Thema vor Baku regeln wird. Wenn nicht, wird’s schmutzig!”

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Marko hat kein Verständnis dafür. Der Grazer zu SPORT1: “Wir ändern unseren Flügel, damit er wie gefordert zum von der FIA geforderten Zeitpunkt die neuen Tests besteht. Aber bis Baku geht das nicht. Das schaffen wir zeitlich nicht, weil wir das gesamte Heck anpassen müssen. Man kann nicht einfach nur einen neuen Flügel bauen.”

Red Bull droht

Was den Österreicher nervt: “Es gehört in der Formel 1 dazu, dass die Teams genau hinschauen, wenn die Konkurrenz etwas Besonderes am Auto hat. Das haben wir auch gemacht, als Mercedes im vergangenen Jahr mit dem innovativen DAS-System um die Ecke kam. Die FIA hat das System für nicht legal erklärt, trotzdem durften sie es noch bis zum letzten Rennen einsetzen. Das haben wir akzeptiert. Warum akzeptiert Mercedes jetzt nicht, dass das genauso mit unserem Heckflügel gemacht wird?”

Marko droht jetzt: “Wir erwarten, dass jetzt auch die Tests für die Frontflügel verschärft werden, das ist nur gerecht. Denn besonders der Frontspoiler von Toto Wolffs Team (Mercedes-Teamchef; Anm. d. Red.) ist in diesem Bereich der größte Wackelkandidat. Da liegt auf jeden Fall auch Protestpotential.”

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Dass Mercedes wirklich gegen das Ergebnis von Baku protestiert, glaubt der Doktor der Rechtswissenschaft indes nicht. “Mercedes müsste gegen acht Autos protestieren. Denn neben uns sind auch Ferrari, Alfa Romeo und Alpine betroffen. Wollen sie das wirklich tun und damit für einen großen Skandal sorgen? Ich denke nicht.”

Feststeht: Die Antwort gibt es erst im Rahmen des Rennens in Baku am übernächsten Sonntag (6. Juni).

Bis dahin kontert Wolff: “Das sind Nebelgranaten: Unser Frontflügel verbiegt sich genau wie der von Red Bull. Der Heckflügel ist eindeutig. Wir und Aston Martin haben die klare Position, dass das nicht dem Regelwerk entspricht.”

Zur Formel 1 gehört eben auch die Politik.

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Früherer FIA-Präsident Mosley gestorben

Der frühere FIA-Präsident Max Mosley ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Das bestätigte sein langjähriger Freund und Weggefährte Bernie Ecclestone der BBC am Montag, wenig später gab der Automobil-Weltverband eine Mitteilung heraus.

“Es ist wie der Verlust eines Familienmitglieds, wie der Verlust eines Bruders”, sagte der langjährige Formel-1-Promoter Ecclestone (90). Mosley war an Krebs erkrankt.

40 Jahre lang prägten die beiden Briten die Formel 1. Mosley, Sohn eines faschistischen Politikers, promovierter Physiker und Jurist, war Rennfahrer und Mitbegründer des Formel-1-Teams March, von 1993 bis 2009 stand er der FIA vor. 

Todt: “Herausragende Figur”

“Ich bin zutiefst traurig. Max war eine herausragende Figur in der Formel 1 und im Motorsport. Unsere Gedanken und Gebete gelten seiner Familie”, sagte deren Präsident Jean Todt.

Zu Mosleys Verdiensten gehörte die Verbesserung der Sicherheit in der Formel 1 nach dem schwarzen Wochenende von Imola 1994, an dem Ayrton Senna und Roland Ratzenberger tödlich verunglückten.

Mosley schrieb den Teams vor, wie sie ihre Autos zu bauen hatten, und ließ eine Rennstrecke nach der anderen “entschärfen”.

Mosley, der wegen seiner Ausbildung in deutschen Internaten perfekt Deutsch sprach, war allerdings auch eine hochgradig umstrittene Figur.

2008 veröffentlichte das britische Boulevardblatt News of the World ein Sadomaso-Video, das Mosley mit fünf Prostituierten zeigte. Mosley ging juristisch erfolgreich gegen die Berichterstattung vor, die von einer “Nazi-Orgie” gesprochen hatte.

Mosley stellte sich nach den Enthüllungen in der Yellow Press einem Misstrauensvotum und wurde von den FIA-Mitgliedern bestätigt. Nach Ablauf seiner Amtszeit 2009 verzichtete er auf eine erneute Kandidatur.

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Presse: Serena "weitere Beleidigung" für Hamilton

Führungswechsel in der Formel 1!

Max Verstappen ist der König von Monaco. Der Niederländer sicherte sich seinen ersten Sieg im Fürstentum und damit auch die Führung in der WM-Wertung. Der Red-Bull-Pilot fuhr souverän, profitierte aber auch davon, dass Polesetter Charles Leclerc in seinem Heimrennen mit seinem Ferrari nicht starten konnte.

Die internationale Presse feiert “Mad Max”, geht allerdings auch hart mit seiner Konkurrenz ins Gericht. Für Mercedes war es ein bitteres Wochenende. Auch Platz eins in der Konstrukteurswertung ist futsch. Und die englische Sun unterstellt Hamilton auch eine zusätzliche Kränkung, weil ihm die Gelegenheit entging, sich den Siegerpokal von dem mit ihm befreundeten Tennis-Star Serena Williams überreichen zu lassen.

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SPORT1 fasst die internationalen Pressestimmen zusammen.

ENGLAND

Guardian: “Max Verstappen, ein zunehmend weiser Kopf auf noch immer jungen Schultern. Sein Sieg in Monaco hat die Formel-1-Fans eher nicht aufgewühlt. Und doch war er genau das Elixier, das der Titelkampf dringend nötig hatte. Mercedes und Lewis Hamilton scheitern, und die lange Zeit so fest umklammerten Kronen in Fahrer- und Team-WM rutschen erstmal durch die Finger.”

Daily Mail: “Lewis Hamilton hat seine WM-Führung verloren, deutlich geschlagen vom unaufhaltsamen Schwung Max Verstappens. Es entwickeln sich Spannungen zwischen den beiden Protagonisten, das zeigte sich auch wieder am Hafen von Monaco. Das Podium war indes das zweitjüngste in der Formel-1-Geschichte, eine neue Generation bahnt sich ihren Weg.”

Sun: “Lewis Hamilton greift sein Mercedes-Team an, nachdem sie es doppelt versaut haben. Der Brite war nur Zuschauer, als der brillante Max Verstappen seinen ersten Sieg in Monaco feierte. Als zusätzliche Beleidigung muss er auch noch ansehen, wie seine Kumpanin Serena Williams Verstappen die Siegertrophäe überreicht. Hamilton war sauer auf sein Team, als es ihn in der 30. Runde früh in die Box holte – ein Pokerspiel, der letztlich nach hinten losging (Das “doppelt versaut” bezog sich auf die Panne bei Valtteri Bottas, d. Red.).”

NIEDERLANDE

AD: “Historischer Doppelschlag. Am 23. Mai 2021 schreibt Max Verstappen Sportgeschichte: Er ist der erste Niederländer, der den legendären Grand Prix von Monaco gewinnt und der erste, der die Weltmeisterschaft in der Formel 1 anführt. Er holte den Sieg so, wie er es am liebsten mag: überzeugend, ungefährdet, langweilig.”

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De Volkskrant: “Max Verstappen gewinnt souverän in Monaco und nutzt das desaströse Wochenende Lewis Hamiltons. Es war ein Grand Prix voller Meilensteine für Verstappen und den Motorsport in den Niederlanden.”

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: “Max Verstappens goldener Sonntag in Monaco brachte Bilder, die in der kollektiven Erinnerung bleiben werden. Ein Sieg im Fürstentum ist ohne Gleichen in der Formel 1. Der Niederländer verdient diese Krönung.”

Corriere dello Sport: “Zum ersten Mal steht der talentierte Verstappen an der Spitze der WM, das Duell mit Hamilton ist spannender denn je. Die Meisterschaft, die nach Hamiltons jüngsten Siegen schon zu Ende schien, ist wieder ganz offen.”

Tuttosport: “Sainz auf Platz zwei, doch für Ferrari ist Monaco ein großer Flop. Der Erfolgstraum Maranellos verraucht vor dem Start, die Pole Position war nur eine Illusion. Monte Carlo scheint für Leclerc verwunschen zu sein.”

Corriere della Sera: “Sainz besteigt erstmals als Ferrari-Pilot das Podium. Er müsste groß jubeln, doch er schafft es nicht. Die Pleite in Monte Carlo wirft einen düsteren Schatten auf Ferraris Erfolgschancen für den Rest der Saison.”

La Repubblica: “Mercedes, Pleite in Monte Carlo. Hamilton ist nur ein Schatten seiner selbst. Wer noch Zweifel hatte, ob Verstappen reif ist für das Duell mit Hamilton, bekam seine Antwort.”

SCHWEIZ

Neue Zürcher Zeitung: “Fluch – ein Wort, das oft so leichtfertig benutzt wird im Sport. Aber wie lässt sich sonst begründen, was dem Monegassen Charles Leclerc immer wieder widerfährt, wenn er zu einem Rennen in seiner Heimat antritt? Diesmal sollte alles besser werden, doch es kam nur noch schlimmer.”

Blick: “Die böse und gute Monaco-Fratze. Monaco hat der Formel 1 wieder einmal seine böse Fratze gezeigt: Sie riss den Pole-Mann Leclerc schon vor dem Rennen aus der Entscheidung. Dann hinderte sie den Mercedes-Finnen Valtteri Bottas beim Boxenhalt an der Weiterfahrt aufs Podest. Das schöne Gesicht von Monaco, das oft Totgeglaubte und Hoffnungslose wieder ins Rampenlicht führt, schenkte einem der bisher sieben punktelosen Zwerge neues Vertrauen: Sebastian Vettel zeigte, dass er nach einem monatelangen Tief noch da ist.”

SPANIEN

Marca: “Historischer Sainz, Triumph von Verstappen. Sainz holt sein erstes Podium für Ferrari. Verstappen dominiert das Rennen in Monaco ohne Wenn und Aber von Anfang bis zum Ende. Lewis Hamilton wird nur Siebter, Desaster für Bottas, es ist der schlimmste Tag für Mercedes seit Jahren. Sebastian Vettel meldet sich mit einem beeindruckenden fünften Platz wieder zu Wort.”

As: “Sainz rettet den Tag für Ferrari, der zweite Platz lässt die Scuderia tief durchatmen. Verstappen holt einen bequemen Sieg, Hamilton motzt wegen der Strategie. Im Kampf um die WM ist wieder Leben in der Bude.”

Sport: “Verstappen nutzt Hamiltons Hektik, um ihn vom Thron zu stoßen. Ein großer Prestigesieg für den Niederländer. Sebastian Vettel landet bei seinem bisher besten Rennen unter den Top Fünf.”

El Mundo Deportivo: “Sainz bringt mit seinem Podiumsplatz Ferrari und ganz Italien zum Lächeln. Der Spanier war nach Leclercs Ausfall zur Stelle. Verstappen holt einen souveränen Sieg, für Hamilton ist es ein Nachmittag zum Vergessen. Für Mercedes ein Desaster.”

mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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Ex-F1-Profi schwärmt: Vettel "besser als das Auto"

Sebastian Vettel hat beim Großen Preis von Monaco mit dem fünften Rang für das beste Aston-Martin-Ergebnis in der Saison 2021 gesorgt.

Entsprechend groß war die Freude beim Heppenheimer: “Ring Ding Ding”, jubelte er am Boxenfunk und bedankte sich bei seiner Crew. Für den 33-Jährigen waren es seine ersten WM-Punkte für Aston Martin. Von den TV-Zuschauern weltweit wurde er dafür zum “Fahrer des Tages” gewählt.

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Auch von Karl Wendlinger heimste Vettel für seine Vorstellung Lob ein. “Vettel war an diesem ganzen Wochenende sehr, sehr gut, besser als das Auto”, so der ehemalige Formel-1-Pilot im AvD Motor & Sport Magazin bei SPORT1.

Und weiter: “Wir werden sehen, ob es eine Trendwende ist. Er hat sich zum ersten Mal wohlgefühlt. Du musst dich in dem Auto wohlfühlen, um in Monaco so ein Ergebnis erzielen zu können.” (Rennkalender der Formel 1 2021)

Vettel glänzt in Monaco mit Rang fünf

Der 52-Jährige bezeichnete Vettels Leistung als “Mischung aus Können und Rennglück.” Denn: “Vor ihm sind zwei Fahrer ausgeschieden. Leclerc konnte erst gar nicht antreten und Bottas konnte nicht zu Ende fahren. Hamilton haben sie zu früh an die Box geholt.” 

Was Wendlinger meinte: Ferrari-Pilot Charles Leclerc konnte beim Großen Preis von Monaco wegen eines Problems mit der Antriebswelle nicht starten. Valtteri Bottas schied aus, weil sich beim Boxenstopp eine Radmutter partout nicht lösen ließ. Lewis Hamilton wurde wegen einer diesmal schwachen Teamstrategie nur Siebter.

Trotzdem wollte Wendlinger Vettels Leistung nicht schmälern: “Vettel ist mit seinem Auto aber sehr viel besser zurechtkommen als in den Wochen zuvor. So konnte er viel rausholen in Monaco.”

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“Vettel und Ferrari hatten sich auseinandergelebt”

Sogar eine Mutmaßung, warum es für den vierfachen Weltmeister beim Ex-Team Ferrari nicht so recht klappen wollte, wagte Wendlinger: “Das Auto ist dieses Jahr besser als letztes. Vettel und Ferrari hatten sich auseinandergelebt. Er wollte Weltmeister werden, das hat dann nicht mehr funktioniert.”

Als Leclerc dann ins Team gekommen ist, habe diese Zusammenarbeit nicht mehr funktioniert, so der frühere Sauber-Fahrer. Carlos Sainz hingegen sei unter anderen Voraussetzungen zur Scuderia gekommen. “Deswegen tut er sich etwas leichter. Vettel kam als Nummer eins und konnte nicht Weltmeister werden. So hat es irgendwann nicht mehr funktioniert.”

Ob Vettel bei Aston Martin Erfolg haben werde, hänge davon ab, “wie sich das Auto entwickelt.” (Fahrerwertung der Formel 1)

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"Würde am liebsten heulen" – Mercedes am Boden

Mercedes-Boss Toto Wolff ist nach dem Debakel beim Großen Preis von Monaco am Boden und würde “am liebsten heulen”. Auch bei seinen Fahrern ist die Lage kaum besser. Lewis Hamilton verspricht interne Aufklärung, Valtteri Bottas ist nach seinem unnötigen Ausscheiden sowieso bedient.

Bei Red Bull herrscht dagegen beste Laune. Max Verstappen freut sich über seinen ersten Sieg im Fürstentum, Motorsportchef Helmut Marko sieht Nervosität bei der Konkurrenz.

Sebastian Vettel ist ob seiner bärenstarken Leistung, die mit Platz fünf gekrönt wurde, ohnehin bester Laune – bleibt aber dennoch realistisch.

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SPORT1 fasst die Stimmen zum Rennen in Monaco von Sky zusammen.

Max Verstappen (Red Bull), Rang 1:

“Das Rennen war gut. Der Reifenverschleiß war sehr gut. Immer, wenn Carlos oder Valtteri nah an mich rankamen, haben sie Probleme mit den Reifen bekommen und ich nicht. Es hat super funktioniert, auch die Strategie. So viele Runden in Monaco zu fahren, ist nicht einfach. Es war nicht schwierig, das Rennen zu kontrollieren. Es ist super, hier einen Sieg zu haben und die Führung in der Meisterschaft.”

…zum besonderen Stellenwert eines Sieges in Monaco: ”Man möchte immer hier gewinnen – schon als kleiner Junge träumt man von einem Sieg auf dieser Strecke. Wenn man dann hier steht, ist man voller Stolz. Ich denke trotzdem nach vorne, die Saison ist noch sehr lange. Wir sind auf einem guten Weg.” 

Carlos Sainz (Ferrari), Rang 2:

“Auf persönlicher Ebene bin ich sehr glücklich. Natürlich ist es bittersüß, nach dem Vorfall am Anfang des Rennens – das Auto auf der Pole konnte überhaupt nicht starten. Es tut mir sehr leid für Charles, das ist sehr schwierig zu schlucken. Was mich angeht, habe ich meine Gelegenheiten ergriffen und bin nach vorne im Rennen gekommen. Das ist exakt das, was ich erreichen wollte.” 

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Lando Norris (McLaren), Rang 3:

“Ich weiß überhaupt nicht, was ich sagen soll. Es ist immer ein großer Traum, hier auf dem Podium zu stehen. Ich dachte nicht, dass es in diesem Rennen klappen würde. Aber mit etwas Glück, einer starken Fahrt und einem Auto, welches das ganze Wochenende über stark war, hat es funktioniert. Vielen Dank auch an die ganzen Jungs und Mädels, die so hart arbeiten. Ich habe es genossen und es sind wunderschöne Pokale.” 

….zur Frage, ob die Vertragsverlängerung oder das Rennen das Highlight der Woche waren: ”Der Vertrag war ein Highlight, denn jetzt werde ich noch öfter die Gelegenheit haben, so tolle Sachen zu schaffen wie heute. Aus dem Auto zu springen und die Freude des Teams zu sehen, darüber habe ich mich auch sehr gefreut. Hoffentlich kommt es zu vielen weiteren Situationen wie heute auf dem Podium. Von sowas träumt man bereits als Kind. Man denkt, es sei nicht möglich, bis man auf dem Podium steht und den Pokal in der Hand hält. Das ist etwas, woran ich mich lange erinnern werde.”

Sebastian Vettel (Aston Martin), Rang 5:

“Es war ein spannendes Rennen mit einem guten Ausgang für uns. Platz fünf ist mit Sicherheit ein guter. Wir wussten, dass wir in Monaco etwas mehr rausholen können und das ist uns an diesem Wochenende gelungen. Natürlich war es teilweise eng, im Rennen war besonders der erste Stint wichtig, damit wir am Ende auf den weichen Reifen genug Pace hatten.”

…zur Frage, warum das Auto dieses Wochenende so stark war: ”Wir hatten ein sehr kleines Update. Das wird nicht geschadet haben. Am Ende ist es aber so, dass wenn man rausfährt und direkt ein gutes Gefühl hat, dann kann man darauf aufbauen. Ich war direkt im ersten Training einer der schnellsten und das gute Gefühl, welches sich da aufgebaut hat, ist das gesamte Wochenende über geblieben.” 

…zur Frage, ob das Auto noch weiter verbessert wird: ”Das ist dieses Jahr eine schwierige Situation, da das gesamt Augenmerk auf dem nächsten Jahr liegt und dort die Autos ganz anders aussehen werden. Daher wird alles, was wir dieses Jahr entwickeln, am Ende des Jahres in die Tonne geschmissen. Es ist schwierig und wir sitzen da alle im selben Boot. Es wird nochmal einen kleinen Schub geben und dann hoffen wir, dass wir im Mittelfeld einen kleinen Schritt gehen können.”

Lewis Hamilton (Mercedes), Rang 7:

“Ich habe keine Reaktion dazu. Wir reden darüber intern und arbeiten daran und versuchen, stärker zurückzukommen. Als Team waren wir heute hinter unserer Leistung und nun konzentrieren wir uns auf das nächste Rennen. Gratulation an Max und sein Team.”

…zum nächsten Rennen in Baku: ”Da ist es kühler, es ist eine sehr glatte Strecke. Es könnte sein, dass wir auch dort wieder Probleme haben. Wir müssen daran arbeiten, dass wir diese Probleme in den Griff bekommen.” 

Mick Schumacher (Haas), Rang 18:

“Wir hatten ein paar Schwierigkeiten mit dem Motor im ersten Stück des Rennens. Das hat uns ein paar Runden gekostet, bis wir das Problem identifiziert hatten und fixen konnten. Dadurch habe ich den Platz an Nikita verloren. Wir haben aber gezeigt, dass wir das Tempo haben, um im Mittelfeld mitzufahren. Das ist natürlich sehr vielversprechend.” 

…zur Strecke in Monaco: “Es war nicht einfach, dass muss ich zugeben. Es war auch schade, dass ich meine Position abgeben musste und nicht zurückholen konnte. Im Endeffekt macht es keinen Unterschied, wenn wir nicht in den Punkten sind. Wir haben wieder viel gelernt, was wir nach Baku mitnehmen können.”

Charles Leclerc (Ferrari), konnte nicht starten:

…zu seinem Ausscheiden vor dem Rennen: ”Es ist wirklich schwierig zu verdauen, zuhause nicht zu starten, aber so ist das nun mal. Mir fehlen ein wenig die Worte, ich bin sehr traurig darüber, dass ich hier nicht starten konnte. Das Getriebe war heute nicht das Problem. Sie suchen immer noch, es kommt wohl irgendwo von hinten links am Auto. Das Getriebe ist im Takt, daher stammt das Problem nicht.” 

Valtteri Bottas (Mercedes), ausgeschieden: 

…zu seinem Ausscheiden: ”Das ist sehr, sehr enttäuschend. Mehr gibt es da nicht zu sagen.” (Die Fahrerwertung der Formel 1)

…zum enttäuschenden Wochenende von Mercedes: ”Wir hätten heute – wenigstens mit mir – gute Punkte einfahren können. Das ist natürlich niemals garantiert. Mit dem Problem, das wir da beim Boxenstopp hatten, ist es jetzt ein ziemlich schlechtes Wochenende. Als Team müssen wir jetzt daraus lernen.”

Toto Wolff (Motorsportchef Mercedes) 

“Am liebsten würde ich gerade heulen, aber das wäre nicht produktiv. Das ganze Wochenende war zum vergessen. Wir müssen aber genau das Gegenteil machen. Wir müssen unsere Köpfe zusammenstecken und herausfinden, warum es uns das gesamte Wochenende über an Pace gefehlt hat. Dann hatten wir natürlich die verdrehte Mutter, der Reifen vom Bottas ist immer noch nicht runter. In Summe bin ich alles andere als fröhlich.”

…zum Aus von Valtteri Bottas: ”Das Auto war ein wenig kurz, dadurch musst du eine komische Bewegung ausführen. Dann wurde das Gewinde abgedreht. Wir haben kein Gewinde mehr. Es ist sicher ein Designfehler, dass das überhaupt passieren kann. Wir haben den Jungen aufgebaut, es ist einer unserer besten Mechaniker und der Fehler wird ihm nicht erneut passieren.”

…zur Frage, wie Mercedes mit dem Druck durch Red Bull umgeht: ”Ich finde es super. Mehr Druck, dann sehen wir am Ende, wer es am besten ausgehalten hat.”  

Dr. Helmut Marko (Motorsportchef Red Bull):

“Wir waren nach dem Qualifying etwas enttäuscht. Es war dann ein nervenaufreibendes Rennen, es ging einfach immer weiter. Wir hatten keine Probleme und haben die gesamte Zeit analysiert. Wir wussten über das Reifenbild der Konkurrenz Bescheid und haben alles durchgerechnet. Ich muss auch sagen, dass auch Perez super gefahren ist. Für Gasly ist es auch eine super Leistung, Hamilton die ganzen Runden hinter sich halten zu können. Der Lohn ist, wir führen beide Meisterschaften an. Das haben wir angestrebt und wir arbeiten daran, dass es dabei bleibt.”

…zum Ausscheiden von Charles Leclerc: “Wir waren überrascht, denn wir hatten mit Max zweimal dasselbe Problem in der Kurve und beides Mal war das Getriebe kaputt. Sie sind ein Risiko eingegangen, welches für sie leider böse geendet ist.” (Rennkalender der Formel 1 2021)

…zur restlichen Saison: “Ich war überrascht, dass Hamilton mehr oder weniger kampflos hinter Gasly fuhr und dann dieser Boxenstopp. Das zeigt allerdings, dass wenn der Druck da ist sie Fehler machen. Das heißt auch, dass wir weiter dranbleiben müssen und Druck auf Mercedes ausüben. Nun kommt mit Ferrari eine weitere Marke hinzu. Für den Zuschauer ist das sehr gut, für uns eine noch schwierigere Aufgabe.” 

mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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Wüste Schimpftirade! Verstappen rastet am Boxenfunk aus

Dieser Wutanfall war hörenswert!

Beim Qualifying zum Großen Preis von Monaco krachte Charles Leclerc in der letzten Minute mit seinem Ferrari in die Mauer – sofort wurde die Qualifikation abgebrochen (Formel 1: Das Rennen in Monaco am Sonntag ab 15 Uhr im LIVETICKER).

Da sich auch alle anderen Piloten zu dieser Zeit auf ihrer entscheidenden schnellen Runde befanden, diese dann aber nicht zu Ende fahren konnten, war der Ärger groß. Doch während sich andere Fahrer gemäßigt über die verpasste Chance aufregten, explodierte Max Verstappen förmlich.

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Immer wieder brüllte der Niederländer via Boxenfunk wüste Schimpfwörter in Richtung seines Ingenieurs und konnte gar nicht damit aufhören. Alleine das “F**k”-Wort fiel mindestens fünf Mal.

Verstappen verteidigt Leclerc

Wütend auf Leclerc zeigte sich der Red-Bull-Pilot dabei nicht, viel mehr trauerte er der vergebenen Chance auf die Pole Position nach. “Das kotzt mich alles so an”, konstatierte er, als er am zerstörten Boliden von Leclerc vorbeifuhr. (Rennkalender der Formel 1 2021)

Nach dem Qualifying verteidigte Verstappen den Monegassen aber sogar: “Wenn Charles mit einem kaputten Frontflügel geparkt hätte, wäre es etwas anderes. So ist das Leben. Wir versuchen es alle so hart, da kann man einfach einen Fehler machen.” (Fahrerwertung der Formel 1)

Allzu verärgert braucht der Zweite in der WM-Wertung auch nicht zu sein, hinter Leclerc startet er beim Rennen am Sonntag von Rang zwei. Sein ärgster WM-Rivale Lewis Hamilton geht dagegen nur von Platz sieben ins Rennen.

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Vettel foppt Hamilton nach dessen Quali-Desaster

Sebastian Vettel startet beim Großen Preis von Monaco von Startplatz acht – so weit vorne wie noch nie in dieser Saison (Formel 1: Das Rennen in Monaco am Sonntag ab 15 Uhr im LIVETICKER). Der Aston-Martin-Pilot hat sich für denn Rennbeginn in Monte Carlo ein ganz besonderes Ziel gesetzt: er will Lewis Hamilton “vernaschen”.

Dieser steht nach einem enttäuschenden Qualifying nur einen Platz vor dem Deutschen. Für den Briten kein Wunder, fühlte sich sein Bolide doch schon im dritten Training an “wie eine Katastrophe”.

Max Verstappen ist trotz der verpassten Pole Position bester Dinge. Grund für seinen Optimismus ist die hervorragende Arbeit der Red-Bull-Crew.

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SPORT1 fasst die Stimmen zum Qualifying in Monaco von Sky, aus der Boxengasse und der Pressekonferenz zusammen.

Charles Leclerc (Ferrari), Startplatz 1:

zu seiner Gefühlslage mit Pole Position und Crash in einem: “Im Moment bin ich hin- und hergerissen. Der Schlag war schon sehr heftig, und ich kann noch nicht sagen, ob das Getriebe unbeschädigt geblieben ist. Sollte sich meine Befürchtung bewahrheiten und wir müssen es ersetzen, dann ist die Pole futsch, denn dann muss ich gemäß Reglement um fünf Ränge zurück.” 

… zu seinem Crash: “Ich bin einfach nur ein wenig zu sehr auf die Innenseite gefahren. Wenn man sich meine schnellste Runde ansieht, da habe ich die Mauer dort auch schon ein wenig berührt, aber nicht so hart wie dann auf der zweiten schnellen Runde. Ich habe versucht, im zweiten Versuch noch mehr zu geben. Aber dabei habe ich mich verschätzt.” (Rennkalender der Formel 1 2021)

zur starken Leistung der Scuderia: ”Wir sind selber überrascht davon, dass wir auf Pole-Position stehen und beide Autos in den ersten beiden Startreihen haben. Gut, wir waren im engen dritten Streckenabschnitt von Barcelona bereits konkurrenzfähig, aber für mich war das keine Garantie dafür, hier schnell zu sein. Und dann hat von der ersten Runde an alles gepasst. Es hat letztlich sogar keine Rolle gespielt, dass ich wegen eines Getriebedefekts im ersten Training nur vier Runden drehen konnte, wir haben die Arbeit später nachgeholt.”

Max Verstappen (Red Bull), Startplatz 2:

“Gegen eine rote Flagge kannst du nichts machen. Ich wollte zum Ende des Qualifyings hin eine schnelle Runde fahren, dann die Reifen abkühlen lassen und zum Schluss zuschlagen. Meine erste schnelle Runde in Q3 war die zweitschnellste, also war mir klar – wir können hier die Pole erobern!”

und weiter: “Bis zum Tunnel lief alles prima, danach kam die rote Flagge wegen Leclerc, also konnte ich die Runde nicht zu Ende fahren. Aber ich bin nicht zerknirscht. Denn viel wichtiger ist: am Donnerstag war die Fahrzeugbalance gar nicht gut, im Abschlusstraining jedoch waren wir konkurrenzfähig. Das wurde nur möglich dank harter Arbeit aller Fachkräfte hier an der Strecke und zuhause im Werk in Milton Keynes. Sie haben geholfen, dass wir uns aus den Problemen herausgearbeitet haben. Und das ist auch ein gutes Zeichen fürs Rennen.”

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Im IndyCar-Sport wird dem Schnellsten bei einem Crash die Zeit aberkannt. Eine Option für die Formel 1? - ”Nein. Es besteht ja ein Unterschied, ob ein Pilot sein Auto absichtlich in die Leitplanke setzt oder nicht. Unfälle wie der von Charles gehören zum Geschäft, die Formel 1 muss da überhaupt nichts ändern. Wir sind hier alle am Limit, und gerade in Monte Carlo kann das schnell in die Hose gehen.”

Valtteri Bottas (Mercedes), Startplatz 3:

“Es ist enttäuschend, dass ich meinen letzten Run wegen der roten Flagge nicht fahren konnte. Ich habe mir quasi alles für den letzten Run aufgespart.”

Lewis Hamilton (Mercedes), Startplatz 7:

“Der Sieg ist außer Reichweite, denn hier kannst du fast nicht überholen. Wir sind zu langsam, und die Autos um uns herum werden ungefähr gleich schnell sein, also kommst du nicht vorbei. Hier in Monaco ist der Samstag so enorm wichtig, denn er gibt vor, was im Rennen passieren wird.” (Fahrerwertung der Formel 1)

zu den Veränderungen an seinem Boliden: “Am Donnerstag hatte sich der Wagen noch okay angefühlt, dann haben wir umgebaut, und offenbar sind wir dabei nicht in die richtige Richtung gegangen, denn der Wagen war im dritten freien Training eine Katastrophe. Also haben wir erneut umgebaut, aber kaum Fortschritte gemacht. Heute war es alles in allem ziemlich schrecklich, also müssen wir uns überlegen, was wir jetzt unternehmen.”

und weiter: “Es mangelt einfach an Grip, die Reifen funktionieren nicht, egal wie ich versucht habe, sie nachhaltig aufzuwärmen. Ferrari und Red Bull schaffen das viel besser. Wenn dir das in Monaco passiert, dann fängst du an, mehr aus dem Wagen holen zu wollen als er hergibt. Ein schwieriger Tag. Valtteri hat heute einen besseren Job gemacht und mehr aus dem Auto holen können.”

zur Frage, was jetzt getan werden muss: “Nach Monaco kommt nochmals ein Straßenkurs, Baku. Wir werden einige intensive Gespräche führen müssen, um in Sachen Reifen-Aufwärmen besser zu werden. Ich will das Team nicht kritisieren, aber wir haben viel Arbeit vor uns. Ich bin frustriert. Wütend bin ich nicht, denn ich kann ja nicht ändern, was passiert ist.”

Sebastian Vettel (Aston Martin), Startplatz 8:

“Ich mochte die Strecke schon immer und ich habe mich bereits im ersten Training ziemlich gut gefühlt. Es ging danach nur darum, dieses Gefühl zu bewahren.”

zur Frage nach seinem Befinden: ”Ehrlich gesagt hatte ich keine gute Nacht und ich fühle mich nicht in Bestform, aber mit dem Adrenalin hier kam das nicht darauf an. Ich bin zufrieden mit dem achten Platz. Ich denke nicht, dass noch viel mehr möglich gewesen wäre. Und ich hatte zwei, drei gute Runden, was sich definitiv gut angefühlt hat.”

zu seiner Ausgangsposition: “So weit, so gut. Wir können auf dieser Strecke ein bisschen mehr den Unterschied machen. Vielleicht kann ich am Start den Lewis vernaschen. Danach würde es aber schwer, ihn hinter mir zu halten.”

zur Tatsache, dass Hamilton nur einen Platz vor ihm startet: “Das ist gut für uns und nicht so gut für ihn. Das letzte Mal ist schon eine Weile her. Wir werden sehen, wie das Rennen läuft, hier kann es superspannend aber auch langweilig werden. Wir müssen uns einfach aus allem Ärger heraushalten, denn wir starten in den Punkten und haben eine gute Chance, das Rennen auch da zu beenden.”

Lance Stroll (Aston Martin), Startplatz 13:

“Es war eine knifflige Session. Das Auto hatte nicht ganz die Balance, und ich konnte keine Runde zusammenbringen. Auf meiner besten Runde verlor ich im Verkehr außerdem etwas Zeit hinter Norris. Das hat auch nicht geholfen. Das Qualifying ist hier sehr wichtig, daher ist es kein ideales Ergebnis. Aber wir werden sehen, was morgen noch drin ist. Wenn wir einen guten Start hinbekommen, können wir vielleicht nach vorne kommen. Sebastian hat das Auto in Q3 gebracht. Ich denke, das zeigt, dass wir um Punkte kämpfen können, wenn wir alles zusammenbringen.”

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"Milliardärsclub für Jungs": Hamilton übt scharfe Kritik an F1

Weltmeister Lewis Hamilton hat ausführlich darüber gesprochen, was für ihn in der Formel 1 schiefläuft.

“Für mich leben wir in einer Zeit, in der es wirklich ein Milliardärsclub für Jungs ist. Wenn ich daran zurückdenke, wie ich in einer normalen Arbeiterfamilie aufgewachsen bin – es gibt keine Chance, dass ich in dieser Position heute sein könnte”, sagte der Mercedes-Pilot der Marca.

Der Brite war gefragt worden, was er über die talentierte Generation rund um Max Verstappen, Lando Norris und Charles Leclerc denkt, deren Begabungen er zuvor angepriesen hatte. (Fahrerwertung der Formel 1)

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Doch für Hamilton haben alle jungen Kerle, die es aktuell in die Formel 1 schaffen, auch viel mehr Geld als andere talentierte Fahrer: “Ich denke, dass müssen wir für die Zukunft ändern. Es muss leichter zugänglich sein, für Leute aus reichen und mehr normalen Verhältnissen.”

Bereits in der Netflix-Doku “Drive to survive” hatte Hamilton darüber gesprochen, wie schwer es für seine Familie war, ihn im Motorsport zu halten.

“Ich bin auf der Couch meines Vaters aufgewachsen, denn wir hatten kein Geld. Ich erinnere mich an den Kampf und wie schwer es für meine Mutter war. Sie hatte mehrere Jobs, damit meine zwei Schwestern und ich ein Dach über dem Kopf hatten”, so der Brite.

Hamilton wünscht sich mehr Diversität in F1

Ein weiteres Problem, das Hamilton sieht und sehr bewegt, ist der Rassismus im Motorsport. Als der Rekord-Weltmeister gefragt wurde, ob er schon gegen andere farbige Piloten in seiner im Kartsport beginnenden Motorsport-Karriere gefahren sei, verneinte er.

“Mein Vater, mein Bruder und ich waren immer die einzigen farbigen Leute. Es war einfach normal für uns. Aber wir waren uns dessen immer bewusst. Es wurde normal, aber am Anfang war es sehr offensichtlich, dass wir nicht immer willkommen waren”, sagte Hamilton.

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Der 36-Jährige erklärte weiter: “Wenn ich heute aufhöre, haben wir einen asiatischen Fahrer (Yuki Tsunoda, Anm. d. Red.), aber keinen schwarzen Fahrer und auch keinen, der vor dem Durchbruch steht.”

Für ihn ist der sportliche Erfolg in der Formel 1 daher aktuell nicht das Wichtigste. “Die sportliche Seite ist mein Leben, mein Job. Aber im Moment ist es die Nummer 2.” Hamiltons großes Ziel lautet vielmehr, dass die Formel 1 und der Motorsport eine vielfältige Gesellschaft repräsentiert.

In “Drive to survive” hatte Hamilton ebenfalls über das Thema Rassismus gesprochen. 

Hamilton über schwierige Motorsport-Anfangszeit

“Jedes schwarze Kind in dieser Welt wird früher oder später Rassismus erleben. Das ist ein Fakt. Leute geben dir Namen und werfen das N-Wort herum, sagen dir, du sollst zurück in dein Land gehen, obwohl du in deinem eigenen Land bist”, sagte der 36-Jährige.

Zu sehen ist zudem Hamilton in seiner Kindheit, wie er bereits mit acht Jahren über seine Erlebnisse spricht: “In den vergangenen Jahren musste ich mir so oft rassistische Namen anhören. Aber wenn zuletzt jemand so etwas zu mir gesagt hat, habe ich ihn einfach ignoriert.”

Hamilton erklärte auch, dass sein Dad ihm bereits damals gesagt hatte, er müsse besonders vorsichtig sein, was er von sich gibt.

Zumindest etwas Gutes hat all dies für ihn aber hervorgebracht: Denn die schwierigen Bedingungen seiner Familie “und der Kampf mit der Akzeptanz haben das Biest kreiert, welches ihr auf der Strecke nun seht.”

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Flügel-Betrug? Mercedes-Boss mit vielsagender Drohung

Gerade erst sind die ersten beiden Trainings zum Großen Preis von Monaco (Formel 1, Monaco-GP: Das komplette Rennwochenende im SPORT1-Liveticker) absolviert, da gerät schon das nächste Rennen in Aserbaidschan in den Fokus. (Formel-1-Rennkalender)

Grund: Die angeblich flexiblen Flügel, die ab dem Frankreich-GP schärfere Belastungstests bestehen müssen. Lewis Hamilton hatte das Thema nach dem Qualifying zum Großen Preis von Spanien aufgebracht, als er den zu biegsamen Flügel an Max Verstappens Red Bull monierte.

Tatsächlich existieren Videos, auf denen sich der Heckspoiler auf den Geraden absenkt und so den Luftwiderstand verringert. Laut Paragraph 3.8 des technischen Regelwerks ist das verboten. Allerdings konnten die Regelhüter den Betrug bislang nicht nachweisen.

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Die FIA verdoppelt deshalb ab dem Grand Prix von Frankreich die Belastungstests. So lange will man den Teams Zeit geben, die Flügel zu verstärken. Im Visier ist aber nicht nur Red Bull. Auch am Alpine, am Ferrari und am Alfa Romeo wurde das Phänomen beobachtet.

Frist bis nach Baku? Mercedes wütet

Doch die Galgenfrist stößt bei den Gegnern auf wenig Gegenliebe. Denn ausgerechnet beim GP in Baku dürften die Flexi-Wings so noch zum Einsatz kommen. Auf den langen Geraden des Straßenkurses wäre damit ein Zeitgewinn von mehr als drei Zehntelsekunden pro Runde möglich.

Die Wutrede übernimmt Mercedes-Teamchef Toto Wolff. “Wir räumen ein, dass es schwierig ist, in zwei Wochen stabilere Flügel zu bauen. Aber vier Wochen Vorlauf ist definitiv zu lang. Es ist absolut unverständlich, dass bis Baku nichts passiert. Das lässt uns im Niemandsland. Gerade auf der Strecke, auf der ein flexibler Flügel den größten Vorteil bietet.”

Der Mercedes-Boss warnt deshalb die Konkurrenz – und droht den Machern der Königsklasse: “Die FIA hat die Bewegung der Flügel als exzessiv eingestuft. Die Teams, die diese Flügel weiter fahren, riskieren also einen Protest. Der könnte bis zum Internationalen Sportgericht gehen und sich Wochen hinziehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Formel 1 so etwas leisten will.” 

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Auch Aston Martin und McLaren vor möglichem Protest

Dabei müsste noch nicht einmal Mercedes selbst Protest einlegen. Wolff: “Es gibt mindestens zwei andere Teams, die ein großes Interesse daran haben, dass diese Flügel verschwinden.” Der Österreicher meint damit Aston Martin, aber auch McLaren.

Wolff gießt sogar noch mehr Öl ins Feuer, kritisiert die neue Technische Direktive insgesamt als “halbgare Lösung” und ergänzt halb ernst, halb ironisch: Mercedes werde seinen Heckflügel ebenfalls modifizieren – und zwar so, dass er sich stärker als bisher verbiegt. 

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Red Bull und Ferrari reagieren gelassen

Bei Red Bull sieht man die verbalen Attacken und Drohgebärden gelassen. Teamchef Christian Horner: “Unser Auto hat bis jetzt alle Tests bestanden. Damit erfüllt es auch die Regeln. Wenn sich jetzt der Belastungstest ändert, ist das wie eine Regeländerung. Und wir werden darauf reagieren. Das kann eine halbe Million Dollar kosten.”

Auch Ferrari-Teamchef Mattia Binotto räumt ein, dass man das Schlupfloch bislang genutzt habe. “Solche Diskussionen sind Formel-1-Folklore”, sagt er. “Wenn es jetzt neue Richtlinien gibt, werden wir reagieren. Bei uns sind es aber nur kleine Korrekturen.”

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