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Warum Vettel zum Fanliebling und Ferrari zur Lachnummer wird

Beim Großen Preis von Spanien ist Sebastian Vettel etwas widerfahren, was er schon längere Zeit nicht mehr erlebt hat.

Motorsport-Fans weltweit stimmten für den Deutschen ab und wählten ihn mit großem Abstand vor Max Verstappen und Rennsieger Lewis Hamilton zum Fahrer des Tages. Und das, obwohl er am Ende “nur” auf Rang sieben gelandet ist. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Doch die Auszeichnung der Fans kommt nicht von ungefähr. Einerseits zeigte der viermalige Weltmeister eine starke Leistung mit einem schwachen Auto, andererseits findet er unter den Motorsport-Fans aktuell mehr und mehr Anhänger, was wohl auch am teils fragwürdigen Umgang von Ferrari mit dem Deutschen liegt.

Die Fans sehen und honorieren Vettels Kampf mit dem Auto sowie die ausbleibende Schlammschlacht mit Ferrari, die in der Vergangenheit der eine oder andere Fahrer beim feststehenden Abgang ausgetragen hatte.

Vettel brilliert auf Soft-Reifen

Doch zunächst zum Rennen: Von Rang elf gestartet, kämpfte sich Vettel insgesamt vier Plätze nach vorne. Dabei sah es im Rennen lange Zeit nicht danach aus, als ob Vettel in den Punkten landen würde. Nach dem ersten Boxenstopp fand sich der Bolide des viermaligen Weltmeisters auf Platz 14 wieder.

Doch der 33-Jährige biss sich durch, wofür auch Italiens Presse lobende Worte fand. “Vettel hat zuletzt einiges getan, um kritisiert zu werden, doch dieses Mal kämpft er tapfer. Sein siebter Platz ist für Ferrari ein Lichtschimmer”, schrieb La Repubblica.

Mit seinen Soft-Reifen gelangen Vettel insgesamt 36 Runden auf dem Circuit de Catalunya – so viele wie keinem anderen Piloten auf dieser Reifenmischung.

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Ferrari irritiert Vettel mit Ansagen

Komplikationen gab es währenddessen jedoch genug. Mitte seines zweiten Stints fragte der Deutsche seine Crew, mit welcher Pace er fahren soll.

Bis auf ein “Verstanden” bekam er vom Ferrari-Kommandostand zunächst aber keine vernünftige Antwort. Danach folgte die Aufforderung zu pushen – was automatisch bedeutet hätte, dass noch ein zweiter Boxenstopp nötig gewesen wäre.

Das tat Vettel, ehe ihn sein Ingenieur nur wenige Runden später fragte, was er von der Idee halten würde, mit den Reifen doch bis zum Ende durchzufahren.

Dass sein Ingenieur die zuvor von Vettel gestellte Frage offenbar nicht verstand oder ignorierte, brachte den Deutschen derart zur Weißglut, dass seine Worte am Funk von der internationalen Regie zensiert werden mussten.

“Verdammt, danach habe ich euch doch vorher schon gefragt”, war – höflich ausgedrückt – zu hören.

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Vettel rettet sich ins Ziel

Nach der Planänderung am Kommandostand hatte Vettel dann alle Hände voll damit zu tun, die immer maroder werdenden Reifen bis ins Ziel zu retten. Doch es gelang. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Von vielen Motorsport-Anhängern erhielt der Deutsche in den Sozialen Netzwerken Lob und Zuspruch – weil er seinen Boliden in die Punkte lenkte, obwohl dieser langsam und die Kommunikation mit den Ingenieuren wie so häufig inakzeptabel war.

Während Vettel bei vielen Fans Respekt erntet, macht sich Ferrari derweil immer mehr zur Lachnummer bei den Formel-1-Anhängern. Immer wieder war im Netz die inzwischen zum Running Gag gewordene Karikatur von den Clowns am Ferrari-Kommandostand zu sehen.

Schumacher teilt gegen Ferrari aus

Und auch Ex-Pilot Ralf Schumacher sparte bei Sky nicht mit Kritik.

“Sorry Ferrari, das tut mir leid, das geht gar nicht. Er hat überhaupt nicht verstanden, was Sebastian vorher gemeint hatte. Er hat überhaupt nicht begriffen, dass er seinen eigenen Ingenieur fragt, bitte sag mir, wie schnell ich fahren muss”, zeigte Schumacher völliges Unverständnis über die Verantwortlichen aus Maranello.

Vettel äußerte sich nach dem Rennen dagegen erneut zurückhaltend, obwohl er nach der wiederholt mangelhaften Kommunikation problemlos kritische Töne hätte anschlagen können. Doch wie bereits in den vergangenen Wochen bewies er Größe und wollte deshalb “kein großes Fass” aufmachen.

Ganz nebenbei durfte sich Vettel zudem über das Erreichen eines Meilensteines freuen. Mit den durch den siebten Platz gewonnenen sechs Zählern, durchbrach der Sportler die magische Marke von 3.000 gewonnenen Punkten in der Königsklasse. Vor Vettel war dies nur Weltmeister Lewis Hamilton gelungen.

Die Freude darüber hielt sich angesichts des nach wie vor langsamen Autos und vieler störender Nebengeräusche wohl in Grenzen – seine weiter wachsende Anhängerschaft nahm es aber mit Wohlwollen zur Kenntnis.

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"Deutlich gemacht, was sein Job ist": Red Bull tadelt Verstappen

Es ging mal wieder rund am Boxenfunk von Red-Bull-Pilot Max Verstappen.

Beim Großen Preis von Spanien in Barcelona wurde der Niederländer erst vom Kommandostand zurechtgewiesen – und auch nach dem Rennen gab es Tadel für den 22-Jährigen.

Was war passiert?

Schon in Runde zwölf bemerkte der Niederländer, dass seine Reifen abbauen. Immer wieder monierte er den schlechten Zustand, bis es ihm in Runde 19 zu dumm wurde.

“Kurve 7 ist wirklich schrecklich zu fahren”, regte sich der Sportler am Boxenfunk auf. Die folgende Erklärung seines Ingenieurs Gianpiero Lambiase interessierte ihn nicht. “Ist mir egal, von diesen Reifen kommt nichts mehr”, raunzte er in den Funk.

Marko mit klarer Ansage

Und die Stimmung wurde noch schlechter. Nur eine Runde später eskalierte der 22-Jährige: “Wollt ihr vielleicht, dass ich es wiederhole? Dieser Reifen ist tot”, wütete der Sportler. Von Lambiase folgte eine kühles: “Nein, du musst es nicht wiederholen.” (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Nach dem Rennen spielte “Mad Max” seine Worte zwar herunter: “Ich hatte einfach das Gefühl, ich verliere zu viel Zeit. Ich hatte massive Probleme mit dem Reifen.”

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Doch die Diskussion um die Reifen blieb nicht der einzige Reibungspunkt. Auch bei einer Diskussion über die Mercedes-Strategie verschaffte sich der Sportler Luft.

“Wieso konzentrieren wir uns nicht auf unseren eigenen Job”, war im Boxenfunk zu hören. Ingenieur Lambiase versuchte seinen Schützling mit den Worten “Okay, head down, Max”, zu beruhigen. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Für seinen Vorgesetzten, Red-Bull-Sportchef Helmut Marko, kamen die aufgeregten Aussagen des Sportlers wenig überraschend. “Das ist halt das Temperament, das manchmal mit Max durchgeht. Ist halt dumm, wenn das alles on air ist”, sagte Marko.

Und die Kritik des Österreichers ging noch weiter: “Die Strategie muss er schon uns überlassen. Wir haben genauer gesehen, wie weit ist der Reifen heruntergefahren. Wir wussten, dass er teilweise am Limit ist.”

Horner weist Verstappen zurecht

Und auch Teamchef Christian Horner richtete deutliche Worte an den Superstar im Team.

“Jeder weiß, wie ehrgeizig Max ist. Er will eben angreifen. Aber Max hat nicht das ganze Bild, das den Strategen zur Verfügung steht. Ich fand, sein Ingenieur hat ihm sehr deutlich gemacht, was genau sein Job ist. Wir wollten unbedingt verhindern, dass er im Verkehr auf die Strecke zurückkommt. Das hätte nur zu neuen Reifenproblemen geführt”, sagte Horner.

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Dass ein Angriff auf den siegreichen Lewis Hamilton gelingen könnte, das erwartete man bei Red Bull ohnehin nicht. “Für uns war wichtig, Bottas hinter uns zu halten. Das ist ja dann auch erfolgreich gelungen”, erklärte Marko weiter: “Die zwei Mercedes zu splitten, das ist für uns schon ein Erfolg.”

Ähnlich äußerte sich nach Rennende auch Verstappen selbst. “Zwischen die beiden Mercedes zu fahren, das war heute sehr gut für uns. Wir hatten heute klarerweise nicht die Pace von Lewis. Daher bin ich zufrieden mit Platz zwei.”

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“Meine Meinung nicht mehr wichtig”: Vettel bei Ferrari außen vor

Lewis Hamilton steuert nach dem Sieg in Barcelona weiter mit großen Schritten auf seinem siebten WM-Titel in der Formel 1 zu – danach spricht der Brite davon, dass er sich während des Rennens “in einer anderen Sphäre” befand.

Sebastian Vettel erkämpfte sich derweil im Ferrari einen siebten Platz. Ärger gab es trotzdem einmal mehr rund um die Scuderia, da die Box dem viermaligen Weltmeister mit wechselnden Strategie-Ansagen verwirrte. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

SPORT1 fasst die Stimmen zum Rennen in Barcelona von RTLSky, ORF aus der Boxengasse und der Pressekonferenz zusammen.

Lewis Hamilton (Mercedes), Platz 1: ”Ich bin überrascht, dass es in Sachen Reifen-Management so gut gelaufen ist, nach den großen Schwierigkeiten in Silverstone. Aber das ging tadellos. Wir dachten zwischendurch sogar kurz daran, mit nur einem Stopp durchzufahren. Ich fuhr wie benommen, ich war in einer anderen Sphäre. Mir war in der letzten Runde nicht mal klar, dass das Rennen vorbei ist. Was für ein Auto! Was für ein Team! Ich hoffe, es geht zuhause in den Werken allen gut, ein riesiges Dankeschön für dieses Auto. Wir geben weiter Vollgas!”

Max Verstappen (Red Bull), Platz 2: “Zwischen die beiden Mercedes zu fahren, war war heute sehr gut für uns. Wir hatten heute klarerweise nicht die Pace von Lewis. Daher bin ich zufrieden mit P2. Es war entscheidend, dass wir am Start an Valtteri vorbeigekommen sind. Danach fuhr ich einfach mein eigenes Tempo.”

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Valtteri Bottas (Mercedes), Platz 3: “Ich habe schon am Start meine beste Chance verloren. Ich kam nicht so gut weg wie die Fahrer um mich herum. Vorne war Lewis weg, also hatte ich keinen Windschatten, dafür bekamen die Piloten hinter mir einen. Dann wurde es in der ersten Kurve noch sehr eng und ich fand mich in einem Sandwich wieder. Eigentlich wollte ich die Kurve ganz anders anfahren, aber da war schon ein Auto von Racing Point, damit waren zwei Ränge futsch. Immerhin haben die Reifen besser gehalten dieses Mal.”

Sebastian Vettel (Ferrari), Platz 7: “Es ist immer noch ein Auf und Ab, einige Sessions fühlen sich besser an als andere. Der erste Stint war schwierig, im zweiten hatte ich wieder viel stärker das Gefühl, die Kontrolle über das Auto zu haben. Ich denke, es gibt meinerseits immer noch viel zu tun.”

… über die mutige Ferrari-Strategie, auf einen zweiten Stopp zu verzichten: “Wir hatten gesagt, wir haben nichts zu verlieren, denn sonst wären wir irgendwie auf Platz elf rausgekommen. Und ob wir dann drei oder vier Autos überholt hätten, wage ich zu bezweifeln. Die Reifen hätten nicht so lange halten sollen, wie sie gehalten haben. Ich glaube, da haben wir dann gut reagiert.”

… über seinen Ärger am Boxenfunk: ”Ich erwischte die Jungs vor mir, als sie zum zweiten Stopp abbogen. Aber ich war nicht in Eile, um sie zu schnappen, sondern schonte die Reifen. Dann wurde mir gesagt, ich soll Druck machen, und das tat ich dann auch. Dann wurde ich gefragt, ob ich es bis ins Ziel schaffe, und ich sagte, das hätten sie mich auch drei Runden vorher fragen können. Denn ich habe mich zuvor extra mehrmals nach der Strategie erkundigt, wie weit wir mit dem zweiten Reifensatz gehen wollen, damit ich meine Reifen entsprechend schonen konnte. Die letzten fünf Runden waren wirklich sehr, sehr schwierig. Es hat geholfen, dass wir überrundet wurden, um ehrlich zu sein. Das ist nicht immer der Fall, aber heute war es so.”

… am Boxenfunk, nachdem Ferrari ihm plötzlich doch mitteilte, dass er seinen Reifen schonen soll: ”Verdammt, danach habe ich euch doch vorher gefragt.

… zur Frage, was Ferrari nach diesem Wochenende ändern muss: “Meine Meinung ist nicht mehr wichtig.”

Charles Leclerc (Ferrari), ausgeschieden: “Es gab zwei Probleme. Zunächst ist der Motor abgestorben. Ich habe dann versucht, ihn wieder anzulassen. Als ich bemerkt habe, dass das nicht funktioniert, habe ich die Gurte gelöst. Dann musste ich an die Box fahren, um sie anziehen zu lassen. So schlecht war das Rennen eigentlich nicht. Wir hatten heute die Chance, auf P6 oder P7 zu fahren. Vor allem auf dem weichen Reifen waren wir schnell. Auf dem Medium hingen wir im Verkehr fest. Bei mir lief es bis zum Problem aber ganz gut.”

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Helmut Marko (Red-Bull-Motorsportberater):

zu Verstappens Kritik an der Strategie: ”Das ist halt das Temperament, das manchmal mit Max durchgeht. Ist halt dumm, wenn das alles on air ist. Die Strategie muss er aber schon uns überlassen. Wir haben genauer gesehen, wie weit ist der Reifen heruntergefahren. Wir wussten, dass er teilweise am Limit ist. Für uns war wichtig, Bottas hinter uns zu halten. Das ist ja dann auch erfolgreich gelungen. Die zwei Mercedes zu splitten, das ist für uns schon ein Erfolg.”

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"Ob beide glücklich sind…" – Ferrari gibt Vettels Version zu

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hat Spekulationen über einen vorzeitigen Rauswurf Sebastian Vettels deutlich zurückgewiesen und ein solches Szenario ausgeschlossen. (Formel 1: Großer Preis von Spanien am Sonntag ab 15.10 Uhr im LIVETICKER)

“Das wäre eine Schande, wenn wir so etwas tun würden”, sagte der 50-Jährige im Gespräch mit der Bild am Sonntag: “Sebastian ist ein Teil unserer Familie. Unabhängig von den Entscheidungen, die wir für die Zukunft getroffen haben, gehört er zur Ferrari-Familie.”

Der Rennstall vertraue dem Deutschen “als Fahrer und als Mensch. Er ist ein großartiger Fahrer, auch immer noch schnell. Darum würden wir so eine Entscheidung niemals treffen.”

Binotto wehrt sich gegen Sabotage-Gerücht

Vettel muss die Scuderia am Ende des Jahres verlassen, zuletzt war er deutlich langsamer als sein Teamkollege Charles Leclerc (22) unterwegs. Auch Sabotage-Gerüchte kamen vor diesem Hintergrund auf. “Das ist komplett falsch”, sagte Binotto dazu, “zunächst einmal, weil wir Sebastian und sein Talent brauchen. Wir brauchen ihn für unseren Erfolg. Um mehr Punkte in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft zu holen, brauchen wir zwei erfolgreiche Fahrer.”

Auch die Stimmung innerhalb des Teams sei trotz der baldigen Trennung und der schwierigen sportlichen Lage intakt. “Sebastian hatte und hat die volle Unterstützung von Ferrari”, sagte Binotto: “Ich verstehe, dass in Deutschland jetzt viel über angebliche Spannungen zwischen ihm und uns geschrieben wurde, aber das ist alles totaler Schwachsinn. Obwohl allen klar ist, dass es seine letzte Saison ist, benimmt er sich vollkommen anständig.”

Ferrari bestätigt Vettels Trennungsversion indirekt

Den Grund für Vettels Probleme habe man bislang erfolglos gesucht. Es sei schwer zu verstehen für die Fans, “für ihn, und auch für uns. Ich denke, dass es keine direkte Begründung dafür gibt. Wenn es eine gäbe, hätten wir schon etwas getan.”

Binotto bestätigte zudem indirekt, dass die Trennung am Jahresende wohl doch nicht so einvernehmlich war – und eher so wie es Vettel dargestellt hatte: als vom Team gewünschte Trennung. “Wenn eine Entscheidung zusammen verkündet wird, ist das für mich auch eine gemeinsame Entscheidung. Ob beide Parteien glücklich sind, steht auf einem anderen Blatt. Natürlich war Sebastian enttäuscht”, sagte Binotto.

Es ist für beide Seiten wohl besser, dass die Zusammenarbeit endet.

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Neues Chassis, altes Leid: Vettels Frust im Niemandsland

Es hätte die große Veränderung bringen sollen.

Nach zwei desaströsen Wochenenden in Silverstone und immer lauteren Klagen hatte Sebastian Vettel unter der Woche ein neues Chassis bekommen.

Doch der erhoffte Effekt blieb bislang aus (Formel 1, Großer Preis von Spanien, So., ab 15.10 Uhr im LIVETICKER).

Beim Qualifying zum Großen Preis von Spanien in Barcelona schaffte es der viermalige Weltmeister nicht einmal in Q3. Und zum vierten Mal bei bisher sechs Versuchen war Vettel langsamer als Teamkollege Charles Leclerc.

Vettel verpasst Q3 knapp

Und dabei ging es dieses Mal wirklich knapp zu. Nur um 0,002 Sekunden – gleichbedeutend mit zwölf Zentimetern auf der Strecke – verpasste Vettel den rettenden zehnten Platz. Auf Rang neun fehlten 0,005 Sekunden.

Im Vergleich mit Leclerc gab es zudem etwas Positives zu vermelden. Im zweiten Qualifying-Abschnitt war der 33-Jährige nur zwei Zehntel langsamer als sein junger Teamkollege. Kein Vergleich zu der guten halben Sekunde Rückstand aus den Vorwochen.

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Bei Vettel sorgte das Verpassen von Q3 dennoch für großen Ärger, “gerade mit dem kleinen Abstand.”

Barcelona liegt Ferrari nicht

Überhaupt zeigte sich Vettel einmal mehr ratlos und unzufrieden. “Das Qualifying war eine der besseren Sessions an diesem Wochenende. Trotzdem noch zu weit weg von einem guten Gefühl mit dem Auto. Ich drücke jedes Mal den Resetknopf und versuche, das Beste draus zu machen. Mehr kann ich nicht machen”, stellte er ernüchtert fest.

Was genau die Performance beim Qualifying für das Rennen bedeutet, vermochte der 33-Jährige nicht einzuschätzen. “Ich glaube nicht, dass man da ähnlich wie vor zwei Wochen ein Wunder aus der Tüte ziehen kann. Wir werden uns überlegen, ob wir was anderes probieren”, “sagte er im Interview mit Sky.

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Für den Deutschen, aber auch für seinen von Rang neun ins Rennen startenden Teamkollegen, wird es vor allem auf die richtige Strategie ankommen. Auf dem Circuit de Catalunya, der der Scuderia ohnehin nicht entgegen kommt, ist das Überholen deutlich schwieriger als in Silverstone.

Ferrari setzt auf gute Strategie

Doch bei den Verantwortlichen aus Maranello scheint man bereit. “Wir arbeiten schon an der Strategie. Da haben wir letzte Woche schon gute Arbeit geleistet, indem wir Charles von P8 auf P4 nach vorne gebracht haben”, verbreitete Sportdirektor Laurent Mekies positive Stimmung.

Dass Vettel für die gute Platzierung von Leclerc einen unnötig frühen Boxenstopp einlegen musste, der ihn entscheidend zurückwarf, erwähnte Mekies indes nicht.

Wohl auch deshalb dürfte Vettel nicht zu 100 Prozent auf die Vorgaben seines Teams vertrauen.

Ohnehin ist er hauptsächlich mit seinem bockenden Boliden beschäftigt.

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Pérez fest im Sattel! Vettels Deal mit Aston Martin wackelt

Die Fragezeichen hinter der Zukunft von Sebastian Vettel werden immer größer.

Jetzt hat Racing Point-Pilot Sergio Pérez indirekt bestätigt, was SPORT1 bereits vergangene Woche berichtete: Vettels Aston Martin-Deal wackelt!

Pérez, der nach seiner Corona-Infektion am Donnerstag in Barcelona erstmals seit zwei Wochen wieder dabei ist, macht sich keine Sorgen. “Bei den Gerüchten um Sebastian und Aston Martin kann ich nichts machen. Ich habe aber vom Team gehört, dass wir alle so weitermachen wollen. Von daher glaube ich, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis diese Gerüchte verschwinden werden”, erklärte der Mexikaner.

Perez fühlt sich sicher

Der 30-Jährige fühlt sich nun sogar so sicher, dass er Verhandlungen mit anderen Teams ins Reich der Fabel verweist. Die gab es “nicht wirklich, da meine Position im Team ziemlich sicher aussieht. Das ist das Gefühl, das ich bekomme”, winkt er ab.

SPORT1 erfuhr: Pérez hatte in den letzten Wochen regen Kontakt mit seinem Geldgeber Carlos Slim – und bekam offenbar eine ordentliche Mitgift mit auf den Weg. Die hat nun dafür gesorgt, dass Aston Martins heißer Flirt mit Sebastian Vettel spürbar abgekühlt ist.

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Doch nicht nur Vettels Zukunft ist Gegenstand wilder Spekulationen, sondern auch seine Ferrari-Gegenwart. Im Fahrerlager werden hinter vorgehaltener Hand zwei Namen gehandelt. Blitz-Comebacker Nico Hülkenberg und Alfa Romeo-Altstar Kimi Räikkönen sollen einspringen, wenn der Deutsche vorzeitig hinschmeißt – oder auch in den nächsten Rennen Probleme mit dem Auto hat.

Neues Chassis soll Vettel helfen

Vettel selbst will von einem vorzeitigen Ferrari-Aus nichts wissen. “Das ist kein Thema”, sagt er kurz und bündig. 

Das neue Ferrari-Chassis soll jetzt helfen, sein Selbstvertrauen zu stärken. Das hat nach den letzten beiden Rennen in Silverstone, als er im Durchschnitt eine halbe Sekunde langsamer war als Teamkollege Charles Leclerc, ernsthaft gelitten.

Experten wie Ex-Weltmeister Nico Rosberg sind aber überzeugt: “Sebastian Vettel ist einer der besten Rennfahrer der Welt. Es ist nicht normal, dass er eine halbe Sekunde hinter seinem Teamkollegen herhinkt. Da muss was am Auto gewesen sein.”

Marko mit Rat an Vettel

Mentor und Vettel-Vertrauter Helmut Marko rät indes allen Vettel-Kritikern, den Ball flach zu halten. “In der Formel 1 zählt in der Wahrnehmung der Leute immer nur das letzte Rennen. Das sieht man am überzeugenden Auftritt von Nico Hülkenberg bei seinem Comeback. Er gab damit die richtigen Bewerbungsunterlagen für ein Cockpit 2021 ab”, sagte der Red-Bull-Chefberater zu SPORT1.

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“Sebastian bekommt jetzt ein neues Chassis. Das kann im Kopf eine Menge bewirken. Bei uns gab es 2014 auch einmal eine Zeit, wo er immer wieder mit dem Auto haderte. Wir stellten dann zwischen den Rennen in Monaco und Montreal einen Haarriss fest und gaben ihm ein neues Chassis. Plötzlich war er wieder der alte. Das war auch eine Kopfsache”, so Marko weiter. 

Einen Rat hat er für seinen Ex-Schützling auch noch parat. “Er muss jetzt wieder gute Rennen fahren und dann schwenkt die öffentliche Stimmung wieder um. Er muss dann entscheiden, was er 2021 will: Weitermachen oder Aufhören. Ich glaube, da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.”

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Renault fordert härtere Strafe für Racing Point

Teamchef Cyril Abiteboul vom französischen Formel-1-Rennstall Renault hat wegen der Kopier-Affäre eine härtere Strafe für den Konkurrenten Racing Point gefordert. Dem Team sollten sämtliche Punkte aus den Rennen gestrichen werden, in denen das Auto als illegal eingestuft wurde. Das sagte Abiteboul am Rande des Großen Preises von Spanien.

“Wir haben eine konsequente Strafe erwartet. Ich weiß nicht, warum es für Racing Point eine Ermäßigung gab. Sie sollten alle Punkte abgezogen bekommen”, sagte Abiteboul.

Racing Point wird vorgeworfen, die vorderen und hinteren Bremsbelüftungen seines diesjährigen Rennwagens nicht selbst entworfen, sondern das Design von Mercedes unerlaubt kopiert zu haben. Dies bestätigte der Motorsport-Weltverband FIA grundsätzlich in seinem Urteil und verhängte eine Geldstrafe über 400.000 Euro sowie den Abzug von 15 WM-Punkten in der Konstrukteurswertung.

Ferrari und Renault und auch Racing Point hatten fristgerecht Einspruch gegen das ursprüngliche Urteil eingelegt. Der Konkurrenz erscheint es zu lasch, die Beklagten sehen sich dagegen zu Unrecht bestraft.

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Diese Risiken birgt Vettels neues Chassis

Neues Chassis, neues Glück?

Für Sebastian Vettel ist es auch ein Risiko, dass Ferrari seinem “Problemchampion” für das Rennen am Sonntag in Barcelona (Formel 1: Großer Preis von Spanien, So. ab 15 Uhr im LIVETICKER) ein neues Chassis zur Verfügung stellt. Wenn er wieder nicht zur gewohnten Leistung findet, gibt es jetzt keine Ausreden mehr.

Die Vorgeschichte: Immer wieder hatte Vettel in dieser Saison geklagt, dass er kein Vertrauen in sein Auto hat. Nach dem Rennen in Silverstone vergangene Woche stellte Ferrari tatsächlich einen kleinen Schaden an Vettels SF1000 fest. Darauf reagiert die Scuderia jetzt.

Neues Chassis für Vettels Ferrari

“Sebastian wird ein neues Chassis bekommen, weil wir in der Analyse nach Silverstone einen kleinen Fehler entdeckt haben, der von einem harten Impact über einen Randstein ausgelöst wurde”, bestätigte Chassis-Leiter Simone Resta. “Das hatte zwar keinen großen Effekt auf die Leistung, aber es war die logische Entscheidung”, erklärte Resta weiter. 

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Besonders der letzte Satz müsste dem Deutschen dabei zu denken geben. Bedeutet er doch: Es lag nicht am Auto, dass Vettel sowohl im Training als auch im Rennen an beiden Wochenenden in Großbritannien im Durchschnitt eine halbe Sekunde pro Runde langsamer war als sein Teamkollege Charles Leclerc.

Allein: Manipulationen an seinem Auto schließt Vettel, der Ferrari am Ende dieser Saison verlässt, selbst aus. Dagegen wäre ein Fahrer sowieso machtlos. Auch bei einem neuen Chassis. 

Frentzen erklärt Änderungen 

“Schon Änderungen im Millimeterbereich zum Beispiel im Unterboden können das Fahrverhalten eines Autos dramatisch verändern,” erklärt Ex-Formel-1-Pilot Heinz-Harald Frentzen bei SPORT1. Der dreimalige Grand-Prix-Gewinner führt aus: “Diese kleinen Ungenauigkeiten können passieren, wenn Schichten nicht hundertprozentig angeklebt und deshalb nicht komplett luftundurchlässig sind. Das ist nur sehr schwer festzustellen.”

Ex-Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo sieht den Chassiswechsel vor allem als mentale Hilfe. “Das Team muss Vettel nun eine große Menge Vertrauen impfen. Denn es ist ein sehr delikater Moment für ihn. Ferrari braucht ihn, braucht seine Punkte, braucht Sebastian. Ich hoffe, dass alle im Team ihm helfen.”

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Gleichzeitig hinterfragt Montezemolo aber, ob damit die Probleme, die der viermalige Weltmeister mit dem aktuellen Ferrari hat, gelöst werden können. “Ich habe Zweifel, ob die Charakteristik des Autos zu Sebastians Fahrstil passt”, meint der Italiener: “Seit Beginn des Jahres war er nicht zufrieden.”

Vettel: “Erwarte keine Wunder”

Auch Vettel selbst ist noch vorsichtig: “Das alte Chassis hatte zwar einen kleinen Fehler. Aber ich erwarte jetzt keine Wunder vom neuen.”

Fest steht: Wird er Leclerc auch in Barcelona wieder hinterherfahren, hat Ferrari jetzt alle Argumente auf seiner Seite. 

Trotzdem bleibt der Deutsche zumindest nach außen hin gelassen. Der Ärger aus Silverstone sei ausgeräumt, man habe über die Situation gesprochen, die zu Vettels wütendem Funkspruch führte. Deshalb käme auch ein vorzeitiger Abschied nicht in Frage. “Wir haben darüber nicht gesprochen und noch nicht einmal drüber nachgedacht”, betonte Vettel.

Momentan laufe es zwar nicht wirklich gut, aber er sei sich sicher, dass sich das Blatt auch wieder wenden werde. “Ich bin relaxed, denn ich liebe, was ich tue”, sagte der 33-Jährige.

Kommt mit dem neuen Chassis tatsächlich auch das Glück zurück, dürfte sich der Spaßfaktor für Vettel noch einmal deutlich erhöhen.

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Hülkenbergs F1-Intermezzo beendet – Ersetzt er Räikkönen?

Sergio Pérez kehrt am Wochenende beim Großen Preis der Formel 1 in Barcelona (Qualifying am Samstag ab 15 Uhr und Rennen am Sonntag ab 15.10 Uhr im LIVETICKER) ins Cockpit von Racing Point zurück.

Wie der Rennstall am Donnerstag bekannt gab, ist der letzte Test auf COVID-19 beim Mexikaner negativ ausgefallen. Die FIA bestätigte, dass Pérez wieder ins Fahrerlager darf. Damit steht einem Start in Spanien nichts mehr im Weg.

Und damit ist auch klar: Das überraschende Comeback von Nico Hülkenberg in der Königsklasse ist beendet. Der Deutsche hatte Pérez an den beiden Rennwochenenden in Silverstone vertreten. Nachdem sein Bolide beim ersten Rennen streikte, fuhr er am vergangenen Sonntag auf einen starken siebten Platz.

Hülkenberg könnte damit seinen seit Längerem geplanten Gaststart beim ADAC GT Masters am 15./16. August am Nürburgring (beide Rennen am Samstag und Sonntag jeweils ab 13 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) realisieren.

Ersetzt Hülkenberg Räikkönen bei Alfa Romeo?

Der 32-Jährige verriet zudem, dass er unter anderem mit Alfa Romeo über ein Cockpit für die kommende Saison verhandelt. “Ja”, bestätigte Hülkenberg im Podcast F1 Nation.

Bei Alfa Romeo besetzen derzeit Antonio Giovinazzi und Kimi Räikkönen die Boliden. Während dem Italiener mit seinen 26 Jahren noch viele Optionen offen stehen, deutet bei Räikkönen viel auf ein Karriereende im Herbst hin.

Möglicherweise will Alfa Romeo Hülkenberg als Nachfolger des finnischen Ex-Weltmeisters verpflichten.

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Hülkenbergs F1-Intermezzo beendet

Sergio Pérez kehrt am Wochenende beim Großen Preis der Formel 1 in Barcelona (Qualifying am Samstag ab 15 Uhr und Rennen am Sonntag ab 15.10 Uhr im LIVETICKER) ins Cockpit von Racing Point zurück.

Wie der Rennstall am Donnerstag bekannt gab, ist der letzte Test auf COVID-19 beim Mexikaner negativ ausgefallen. Damit steht einem Start in Spanien nichts mehr im Weg.

Und damit ist auch klar: Das überraschende Comeback von Nico Hülkenberg in der Königsklasse ist beendet. Der Deutsche hatte Pérez an den beiden Rennwochenenden in Silverstone vertreten.

Hülkenberg könnte damit seinen seit Längerem geplanten Gaststart beim ADAC GT Masters am 15./16. August am Nürburgring (beide Rennen am Samstag und Sonntag jeweils ab 13 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) realisieren.

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