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Sotschi plant mit Tausenden von Fans

Die Organisatoren des Formel-1-Rennens in Russland planen eine Austragung vor Zuschauern und haben nach eigenen Angaben bereits mit dem Ticketverkauf begonnen.

Beim für den 27. September angesetzten Grand Prix sollen 50 Prozent der Tribünenkapazität genutzt werden, sagte Alexej Titow vom Rennpromoter Rosgonki dem Fachmagazin Autosport: “Das bedeutet, dass die maximale Anzahl der Fans 32.000 nicht überschreiten wird.” Wie viele Tickets tatsächlich bereits verkauft wurden, gab Titow nicht an.

Die Formel 1 fährt seit ihrem Saisonstart Anfang Juli hinter verschlossenen Türen und hofft, dies im Laufe des Jahres ändern zu können. Die Organisatoren in Sotschi sind nun aber die ersten, die einen solchen Plan offensiv verkünden. Am 11. Oktober soll die Formel 1 am Nürburgring fahren.

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Wieso Hülkenberg wegen Hamilton nicht bei Mercedes landete

“Was wäre gewesen, wenn…?” Diese Frage dürfte sicherlich auch Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg nach den Aussagen von Ross Brawn umtreiben.

Der Formel-1-Sportchef und ehemalige Mercedes-Teamchef hat verraten, dass Hülkenberg 2013 beinahe bei Mercedes gelandet wäre.

“Ich hätte ihn beinahe vor ein paar Jahren unter Vertrag genommen, als ich bei Mercedes noch die Verantwortung trug. Wenn Lewis (Hamilton, Anm. d. Red.) nicht gekommen wäre, dann hätten wir Nico als nächste Wahl gehabt”, sagte Brawn bei Formula1.com

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Brawn über Hülkenberg: “Gehört in die Formel 1″

Statt Hamilton wäre dann Hülkenberg zunächst an der Seite von Nico Rosberg gefahren und hätte ab 2014 die Chance auf einen WM-Titel gehabt. Doch stattdessen ist nun Hamilton auf dem besten Weg zum siebten WM-Triumph und würde damit mit Michael Schumacher gleichziehen.

Hülkenberg dagegen bekam in dieser Saison kein Cockpit, konnte aber zuletzt als Ersatzfahrer bei Racing Point mit Platz sieben überzeugen. “Ich habe Nico als Fahrer immer enorm geschätzt. Er ist ein starker Fahrer, der in die Formel 1 gehört”, lobte Brawn den Emmericher. 

Doch am kommenden Wochenende, beim Großen Preis von Spanien (Formel 1, Spanien-GP: Rennen am Sonntag ab 15.10 Uhr im LIVETICKER), wird der 32-Jährige wohl zum Zuschauen verdammt sein, wenn Stammpilot Sergio Pérez nach seiner Corona-Erkrankung wieder genesen ist. 

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Kopier-Affäre: Ferrari gießt weiter Öl ins Feuer

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hat in der Kopier-Affäre um Racing Point, das den Mercedes der letzten Saison kopiert haben soll, erneut Öl ins Feuer gegossen.

“Das ist, wie wenn man bei einem Test abschreibt: Es gibt diejenigen, die abschreiben und diejenigen, die den Test weitergeben und andere abschreiben lassen”, sagte der Italiener bei Sky und beschuldigte damit ganz offensichtlich die Silberpfeile, Informationen über ihren Erfolgsboliden weitergegeben zu haben.

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“Das ist erst der Anfang. Stroll (Racing-Point-Besitzer Lawrence Stroll, Anm. d. Red.) und Wolff (Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, Anm. d. Red.) mögen wütend sein, aber es gab hier eine Verletzung des Reglements”, fügte der Boss von Sebastian Vettel und Charles Leclerc hinzu.

Mercedes in Kopier-Gate gelassen

Ferrari ist eins von fünf Teams, die Protest gegen das Urteil gegen Racing Point eingelegt haben. Der Rennstall war zu einer Geldstrafe in Höhe von 400.000 Euro und 15 Punkten Abzug in der Konstrukteurs-WM verdonnert worden.

Durch den Einspruch könnte der Fall vor das internationale Berufungsgericht kommen. Dieser Möglichkeit sieht Mercedes jedoch gelassen entgegen.

“Wir gehen gerne vor Gericht”, gab sich Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff gelassen.

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Wolff angriffslustig in Kopier-Affäre: "Gehen gerne vor Gericht"

Die Kopier-Affäre rund um den Racing-Point-Rennstall und das Mercedes-Team erhitzt dieser Tage weiter die Gemüter in der Formel 1.

Nachdem die FIA Racing Point mit einer Strafzahlung von 400.000 Euro und einem Abzug von 15 Punkten in der Konstrukteurswertung sanktioniert hatte, begann der Zoff zwischen den Rennställen erst richtig und es formierten sich schnell zwei Lager.

Auf der einen Seite Racing Point und Mercedes, die sich keiner Schuld bewusst sind. Auf der anderen Seite haben fünf der zehn Rennställe fristgerecht ihre Absicht bekundet, gegen das verhängte Strafmaß in Berufung zu gehen. Dies sind Ferrari, McLaren, Williams, Renault – aber auch Racing Point selbst, die sich mit einer Wiederaufnahme des Verfahrens einen Freispruch erhoffen.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff stärkt Racing Point erneut den Rücken und scheut auch den Gang vor Gericht nicht.

“Wir gehen gerne vor Gericht”

“Ich glaube, wenn der Fall an das internationale Berufungsgericht geht, sind unsere Anwälte der festen Überzeugung, dass dies ein Fall ist, der sehr solide Säulen hat, und daher sind wir alle sehr zuversichtlich”, erklärte der 48-Jährige bei der BBC: “Wenn jemand denkt, wir haben was falsch gemacht, sollen sie protestieren. Wir gehen gerne vor Gericht.”

Wolff ist weiterhin der Meinung, dass sein Team und Racing Point keinerlei Schuld trifft: “Gegen uns wurde nicht protestiert, wir haben nichts falsch gemacht. Ich gehe fest davon aus, dass Racing Point auch nichts falsch gemacht hat.”

Er fügte weiter hinzu, dass es nicht in der Verantwortung von Mercedes liege, zu überprüfen, wie und wo Racing Point die Teile verwendet habe.

“Ich weiß nicht, was wir denken sollen, was Racing Point macht, aber ich glaube, die Teile in 2020 zu benutzen war etwas, was nicht reguliert war”, beklagt Wolff fehlende Regulierung seitens der FIA.

Thema noch lange nicht vom Tisch

Im Zentrum des Zoffs steht ein illegaler Designprozess der Bremsbelüftungen. Renault hatte zuvor nach drei Rennen jeweils Protest gegen die eingesetzten Boliden des britischen Rennstalls eingelegt.

Racing Point kauft bei Weltmeisterteam Mercedes viele Teile legal ein, darunter den Motor. Zu den sogenannten “non-listed parts” gehörten bis Ende 2019 auch die Bremsschächte, seit dem Jahreswechsel müssen sie aber von jedem Team selbst designt werden.

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Der Verdacht, der im Raum steht: Mercedes hat dem pinken Partner Daten und eventuell auch Zeichnungen über sogenannte “listed Parts” (gelistete Teile) gegeben, um den Mercedes aus dem vergangenen Jahr so detailgetreu wie möglich nachzubauen.

Das Thema ist mit der Strafe für die “pinken Mercedes” jedenfalls noch lange nicht beendet. Bleiben die Teams bei ihrem Konfrontationskurs, droht eine langwierige juristische Auseinandersetzung.

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Schumacher: Das ist Vettels Dilemma

Auch der Jubiläums-Grand-Prix in Silverstone hat für Sebastian Vettel keine Wende gebracht. Beim überraschenden Sieg von Max Verstappen (Red Bull) wurde der Ex-Weltmeister nur Zwölfter. 

Mit einem Dreher ohne Gegnerkontakt brachte er sich gleich in der ersten Kurve ins Hintertreffen. ”Es war natürlich ein Fahrfehler. Das hätte nicht passieren dürfen. Von da an war das Rennen gelaufen”, kommentierte der ehemalige Formel-1-Pilot und Sky-Experte Ralf Schumacher im AvD Motorsport Magazin auf SPORT1 die Situation. 

Für Vettel war es die Fortsetzung einer Saison mit vielen Tiefpunkten. 

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Schumacher: “Situation ist höchst ungünstig”

“Die Situation ist höchst ungünstig. Es hat damit angefangen, dass Ferrari Anfang des Jahres sagt, dass man auf ihn keinen Wert mehr legt und noch viel schlimmer, der Ferrari-Präsident quasi eine Teilschuld an Sebastian gegeben hat”, sagte Schumacher.

Er ergänzte: “Da finde ich, ist überhaupt kein Vertrauen mehr da und da verstehe ich natürlich schon den Frust.”

Während des zweiten Rennens machte der viermalige Weltmeister seine Ingenieure am Funk rund. “Wir stecken genau so im Verkehr, wie wir das eigentlich nicht wollten. Das haben wir heute Morgen besprochen. Ihr wisst, dass ihr das vermasselt habt”, wütete der 33-Jährige.

Öffentlich hatte er sein eigenes Team auf diese Art zuvor noch nie angegriffen. Das Band des Vertrauens zwischen Vettel und Ferrari scheint endgültig gerissen. 

Verständnis für Vettel

“Ich verstehe den Frust. Man muss aber sehen, was heute passiert ist. Charles Leclerc war vergangenes Wochenende schneller und auch dieses. Ferrari muss alles machen, um ihn auf den Weg zu bringen. Ich hätte als Teamchef auch so gehandelt”, nahm Schumacher die Verantwortlichen der Scuderia um Mattia Binotto in Schutz. 

Doch wie geht es mit Vettel weiter? Für die kommende Saison ist er noch immer ohne Cockpit. 

“Jetzt die Flinte ins Korn werfen, wäre schade. So will Sebastian auch nicht gehen. Das hätte er auch nicht verdient”, glaubt Schumacher.

Für die Zukunft von Vettel hat der ehemalige Formel-1-Pilot eine klare Vorstellung: “Ich wünsche Sebastian, dass bald eine Strecke kommt, auf der er sich wohler fühlt. Dann wird er sein Potential wieder besser darstellen können und das ein oder andere gute Resultat für seine Zukunft einfahren. Ich fände es sehr schade, wenn er uns verlassen würde.”

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Ralf Schumacher: "Irrsinnig stolz auf meinen Bruder"

Ralf Schumacher hat sich mit emotionalen Worten über seine Formel-1-Vergangenheit an der Seite seines älteren Bruders Michael geäußert.

“Ich war immer irrsinnig stolz auf meinen Bruder und bin es heute noch, auf all das, was er erreicht hat”, sagte Schumacher im AvD Motorsport Magazin auf SPORT1: “In unserer Familie gibt es keinen Neid, ganz im Gegenteil. Wir hatten wirklich ganz, ganz viel Glück, dass wir das Leben leben durften, was wir heute noch davon haben, und was wir erreicht haben.”

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Er habe nie das Gefühl gehabt, in einem Schatten zu stehen, aus dem er habe heraustreten wollen.

Zu seinen Anfangszeiten in der Formel 1 hätten die Fragen zur besonderen Erwartungshaltung an ihn daher auch “mehr genervt als der Ist-Zustand”.

Vater zweifelt an Ralfs Formel-1-Chancen

Sein Bruder und er seien “zwei Jungs aus einem Loch, einer Kartbahn in Kerpen” gewesen: “Der eine kommt in die Formel 1 und der andere hat dann irgendwie auch den Wunsch.”

Die Zweifel an Ralfs Formel-1-Chancen seien jedoch groß gewesen.

“Mein Vater hat ständig zu mir gesagt: ‘Spinnst du eigentlich? Zwei? Das schaffst du nie. Bitte lern was Anständiges, werde Koch oder übernimm irgendwann mal den Imbiss bei uns an der Kartbahn, weil davon kann man auch gut leben – und hör auf daran zu glauben, dass es sowas zwei Mal geben kann’”, erinnerte sich der heute 45-Jährige.

Rückblickend habe er damals “auch großes Glück gehabt”, insbesondere von Michaels Kontakt zu Willi Weber profitiert.

“Von daher muss ich sagen, ich hatte eigentlich keine Nachteile. Den einzigen Nachteil, den ich hatte: Ich hatte viele Vorurteile”, betonte Schumacher. Gerade das Verhältnis zu Journalisten sei nicht immer das beste gewesen.

Sechs Formel-1-Siege für Ralf Schumacher

“Wenn ich dann mal jung und ungestüm war, und teilweise auch dumm, wie jeder 16-, 17-, 18-Jährige, dann war das halt gleich arrogant”, berichtete der jüngere der Schumacher-Brüder: “Dinge, die ich gemacht habe, waren arrogant – Dinge, die andere gemacht haben, waren lustig.”

Daraus habe sich “dann irgendwann mal ein Kreislauf gebildet, in dem ich den Medien gegenüber nicht ganz so positiv eingestellt war. Das würde ich heute natürlich auch anders machen, aber das war so.”

Ralf Schumacher fuhr von 1997 bis 2007 für Jordan, Williams und Toyota in der Formel 1, feierte dabei sechs Rennsiege und wurde zweimal WM-Vierter.

Sein sechs Jahre älterer Bruder Michael ist mit sieben WM-Titeln für Benetton und Ferrari bis heute Rekord-Weltmeister.

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Immer wieder Zoff! Trennen sich Vettel und Ferrari vorzeitig?

Wird das noch was mit Sebastian Vettel und Ferrari im letzten Jahr der Partnerschaft? 

Während der Deutsche am vergangenen Sonntag nach 17 Sekunden Funkstille noch auf den Ferrari-Boxenfunk reagierte, blieb das Radio aus dem Auto mit der Nummer fünf nach Platz zwölf beim Jubiläums-GP an diesem Sonntag in Silverstone gänzlich stumm. 

Ein zu früher und deshalb unerwünschter Boxenstopp hatte den Deutschen wütend gemacht.

Vettel zu früh an der Box

Ferrari holte Vettel in Runde 23 zum Reifenwechsel, obwohl der Deutsche das zuvor abgelehnt hatte. Vettel lag zu dem Zeitpunkt bereits auf Rang neun – mit Tendenz nach vorne. Und seine harten Reifen waren noch gut. Die Chance, weitere Positionen gutzumachen. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Das Problem: Hinter ihm drängelte Teamkollege Charles Leclerc auf einer anderen Strategie. Ferraris Taktik hinter dem Zwangs-Stopp war klar. Die Straßenblockade Vettel sollte mit dem Umweg über die Box aus dem Weg geschafft werden. Offener kann die Scuderia nicht zeigen, auf wen sie setzt – und auf wen nicht mehr.

Vettel fiel dadurch wieder aus den Punkterängen und war sauer. “Jetzt hänge ich genau da fest, wo wir nicht hinwollten”, funkte er in aller Öffentlichkeit. “Ihr wisst, dass ihr es verbockt habt!”

Binotto gibt Leclerc-Bevorzugung zu

Später erklärte der Heppenheimer bei RTL: “Ich denke, ich hätte noch gut zehn oder mehr Runden fahren können. Aber wir hatten nicht den Mut, dass Charles mich auf der Strecke überholt. Deswegen hat man mich vorher reingerufen, von daher war es bisschen Quark. Danach war die Strategie im Eimer.”

Klartext-Kritik von Sebastian Vettel an Ferrari! 

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Schlimmer noch, Teamchef Mattia Binotto gab die Taktik pro Leclerc sogar zu. “Wir haben Seb früher reingeholt, um Charles die Aufholjagd zu ermöglichen. Fürs Team war es die richtige Entscheidung. Mehr als Platz zwölf wäre für Seb nicht drin gewesen. Sein Rennen wurde schon am Start beeinträchtigt”, meinte der 50-Jährige.

Macht Saison noch Sinn?

Der Ferrari-Rennleiter gab die Kritik also postwendend an den Hessen zurück. Und das nicht ohne Grund. Am Start fuhr Vettel zu weit über den Randstein, kam in den Sand, verlor den Grip und drehte sich. “Natürlich war das nicht gut, aber ich konnte schnell wieder den Anschluss herstellen”, rechtfertigte sich der viermalige Weltmeister. 

Was Binotto zudem vergisst: Mit einem längeren ersten Stint wäre auch bei Vettel eine Einstopp-Strategie möglich gewesen – wie bei Leclerc. Wie SPORT1 erfuhr, war laut interner Hochrechnungen sogar Platz acht realistisch.

Bleibt nach dem verbalen Schlagabtausch via Radio und der anschließenden Funkstille die Frage: Macht es für die Paarung Vettel-Ferrari überhaupt noch Sinn, bis zum endgültigen Scheidungstermin gemeinsam weiterzufahren?

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Ex-Ferrari-Star Gerhard Berger hat da seine Zweifel. “Am besten wäre es für die Stimmung in den jeweiligen Teams, wenn man jetzt schon auf die Konstellation von 2021 wechselt.” Das hieße: Carlos Sainz wechselt vorzeitig zu Ferrari, Daniel Ricciardo zu McLaren, Fernando Alonso zu Renault.

Rosberg ermutigt Vettel zu kämpfen

Das Problem: Stand jetzt ist für Vettel dann kein Platz mehr. Sein Wechsel zu Aston Martin hängt nach SPORT1-Informationen von der Sponsor-Mitgift von Sergio Pérez ab. Ein vorzeitiger Ferrari-Abschied könnte entsprechend auch ein vorzeitiges Karriereende bedeuten. 

Deshalb sollte der Deutsche laut Ex-Weltmeister Nico Rosberg weiter kämpfen. “Sebs Funkspruch zeigt natürlich, wie angespannt die Situation bei Ferrari ist. Aber er sollte jetzt kämpfen – auch als Zeichen an mögliche zukünftige Teams. Er muss bei Ferrari auf den Tisch hauen und um neues Auto bitten”, ist der Weltmeister von 2016 sicher. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Denn für Rosberg ist eines klar. Der fehlende Speed liegt nicht an Vettel, sondern an seinem bockenden SF1000. “Sebastian ist einer der besten Fahrer aller Zeiten, der fährt keine halbe Sekunde langsamer als ein Charles Leclerc. Da muss irgendwas grundlegend falsch sein am Auto. Sebastian muss sich jetzt einfach durchsetzen.”

Und durchbeißen. Bis zum bitteren Ende.

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Sabotage? Rätselraten um Vettels Speed und Ferraris Hilfe

“Ich habe es versucht. Danke.” 

Sebastian Vettels Funkspruch nach Platz zwölf im Qualifying zum Jubiläums-GP in Silverstone klang verzweifelt, resigniert, frustriert. (Formel 1: 70th Anniversary Grand Prix in Silverstone, Rennen Sonntag ab 15.10 Uhr im SPORT1-Liveticker)

Es ist ein rotes Rätsel. “Wieso”, fragt sich der Heppenheimer, “wieso bin ich bei den Rennen in Spielberg 2 und Ungarn klar schneller als mein Teamkollege? Und dann in Silverstone erkenne ich das Auto nicht mehr wieder?”

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche kommt Vettel in Silverstone nicht auf Touren. Sein Teamkollege Charles Leclerc wird Achter. Vettel fliegt im zweiten Qualifying-Abschnitt raus, hat auf Platz zwölf 0,4 Sekunden Rückstand auf den Monegassen.

Immer wieder diese verflixten 0,4 Sekunden. Ist das noch normal?

Rückstand für Experten nicht normal

Die Experten glauben das nicht. “Sebastian hat doch nicht plötzlich sein Talent verloren”, sagt Ex-Champion Jenson Button. “Ich hätte schon längst mal das Chassis gewechselt”, ergänzt AvD-Motorsport-Magazin-Experte Christian Danner. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Allein Ferrari macht nicht den Eindruck, als würden sie Vettel wirklich helfen wollen. “Wir sind genau da, wo wir letzte Woche waren”, klagt der Deutsche. “Ich bin jetzt lang genug dabei, habe viel probiert und immer wieder auf den Reset-Knopf gedrückt. Wir sind in zwei Wochen aber auf keinen grünen Zweig gekommen. Der Abstand zu meinem Teamkollegen blieb dabei relativ konstant.”

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Vettel wirkt ratlos und lustlos. “Ich bin damit zufrieden, was ich aus meinem Auto rausgeholt habe”, sagt er mit verkniffener Miene hinter der roten Maske. “Mehr bleibt mir nicht übrig. Es sind seit zwei Wochen die gleichen Ecken, egal was ich probiere, ich mache keinen Schritt vorwärts.” Doch während der Heppenheimer bei Red Bull immer gleich ein neues Chassis bekam, wenn das alte bockte, passiert bei Ferrari nichts.

Sabotiert Ferrari Vettel?

Aber macht Sabotage für Ferrari Sinn? Eigentlich nicht. Denn auch die Scuderia selbst sieht damit alles andere als gut aus.

Andererseits müssen die Italiener ihre Entscheidung, Vettels Vertrag nicht zu verlängern, in der Öffentlichkeit rechtfertigen. Nur eines ist noch wichtiger. Sie wollen Leclerc, der vom Sohn des immer noch allmächtigen FIA-Präsidenten Jean Todt gemanagt wird, das Gefühl geben: “Du bist unsere Nummer 1. Du bist unsere Zukunft!” 

Danner deutet an, um was es geht, ohne es offen auszusprechen. “Ich habe in meiner Karriere oft erlebt, dass Autos, die hätten identisch sein sollten, nicht identisch war”, so der 62-Jährige.

Autos nicht immer identisch

Auch in der jüngeren Vergangenheit gab es entsprechende Fälle. Bei Sauber klagte Felipe Nasr 2016 plötzlich über ein völlig verändertes Auto. Kurz zuvor hatten die schwedischen Unterstützer von Teamkollege Marcus Ericsson die Traditionsmannschaft übernommen. Ein seinerzeit beteiligter Mechaniker behauptete kürzlich in einem Online-Forum, dass damals manipuliert worden sei.

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Davon kann auch Pascal Wehrlein berichten. Ebenfalls als Sauber-Teamkollege von Marcus Ericsson klagte der junge Deutsche von heute auf morgen über ein instabiles Heck.

Die Differenzen um die Gleichbehandlung der Fahrer sollen auch bei der überraschenden Kündigung von Teamchefin Monisha Kaltenborn eine Rolle gespielt haben. Sie hatte darauf bestanden, das Wehrlein-Auto in allen Details zu vermessen. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Zukunft von Vettel im Vordergrund

Bei Williams musste Bruno Senna 2012 monatelang mit einem instabilen Frontflügel fahren. Onboard-Aufnahmen zeigten das deutlich. Die Klagen des Brasilianers wurden nicht ernst genommen. Ziel der Aktion damals: Williams-Anteilseigner Toto Wolff brauchte einen Platz für seinen Fahrer Valtteri Bottas – und bekam diesen dann auch.

Zu beweisen war Sabotage bei keinem der drei Fälle. Was blieb, war ein fader Beigeschmack. Wie jetzt bei Vettel. “Sebastian fährt keine halbe Sekunde langsamer als sein Teamkollege. Da ist ganz klar: Sein Ferrari kann nicht schneller”, ist sich Ralf Schumacher bei Sky sicher.

Vettel muss jetzt da durch und darauf hoffen, dass die Insider wissen: Es liegt nicht an seinem fahrerischen Können, dass Leclerc wesentlich schneller ist.

Deshalb geht es nicht mehr um seine Gegenwart bei Ferrari, die schon Vergangenheit ist. Es geht jetzt um seine Zukunft.

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Hamilton foppt Hülk: "Nicht schlecht für einen Rentner"

Perez-Ersatzmann Nico Hülkenberg zeigt beim Qualifying zum Jubiläums-Grand-Prix in Silverstone eine berauschende Vorstellung und fährt auf Rang drei. Der Deutsche selbst kann seine Performance kaum glauben und auch von allen anderen Seiten bekommt er Lob.

Sebastian Vettel ist ob der erneut schwachen Platzierung außerhalb der Top Ten nicht einmal mehr verwundert. Der viermalige Weltmeister zeigt sich stattdessen resigniert (Formel 1: 70th Anniversary Grand Prix in Silverstone, Rennen Sonntag ab 15.10 Uhr im SPORT1-Liveticker).

Auch Lewis Hamilton, der hinter seinem Teamkollegen Bottas nur von Rang zwei aus in das Rennen geht, ist deprimiert. Beim Finnen ist die Freude dagegen groß.

SPORT1 fasst die Stimmen zum Qualifying in Silverstone von RTLSky, ORF aus der Boxengasse und der Pressekonferenz zusammen.

Valtteri Bottas (Mercedes), Rang 1: ”Fühlt sich gut an. Ich liebe diese Qualifyings, besonders, wenn sie so gut laufen. Wir haben mit dem Set-up seit letzter Woche einen guten Schritt gemacht. Ich bin wirklich zufrieden. Wenn du auf Pole stehst, kann das Ziel nur der Sieg sein. Ich brauche einen guten Start. Meine Mentalität ist ganz klar, das Rennen zu gewinnen.”

zum Rennen: “Es macht so viel Freude, dieses tolle Rennauto zu fahren. Aber jetzt will ich nur noch ans Rennen denken. Wenn du den besten Startplatz erreicht hast, dann kann es für dich nur eines geben – den Sieg. Ich weiß, dass ich einen guten Speed gehen kann im Grand Prix, das haben die Dauerläufe vom Freitag gezeigt. Der erste Schritt zu einem tollen Rennergebnis ist ein solider Start. Beim britischen Grand Prix war ich sehr gut weggekommen, das will ich wiederholen. Und dann sehen wir mal, was auf uns zukommt. Ich will das hier gewinnen!”

am Boxenfunk: ”Yes, yes, yes, yes, yes, yes”

Alles zur Formel 1 und zum Motorsport-Wochenende im AvD Motorsport Magazin mit Ralf Schumacher. Sonntag ab 21.45 Uhr und ab sofort wöchentlich im TV und STREAM auf SPORT1

Lewis Hamilton (Mercedes), Rang 2: ”Valtteri ist herausragend gefahren und verdient die Pole voll und ganz. Bei mir war einfach der letzte Versuch nicht perfekt, und dann bist du eben nur Zweiter.”

zum Rennen: “Wir fahren hier generell mit weicheren Reifen. Das wird bedeuten, dass wir mindestens zwei Stopps machen. Denn schon mit härteren Walzen hatte ich vor einer Woche alle Hände voll zu tun, um das Reifen-Management im Griff zu behalten. Ich glaube nicht, dass es mit den Pirelli dieses Wochenendes ein Fahrer schaffen wird, mit nur einem Stopp durchzukommen.”

zur Frage, ob es am Auto lag: “Über das Auto kann ich nur Gutes sagen, daran lag es heute nicht, dass ich die Pole verpasst habe. Es liegt an Valtteri. Mein erster Versuch im letzten Quali-Segment war in Ordnung, mein zweiter aber nicht so toll. Ich bin happy fürs Team, dass wir eine weitere erste Startreihe für Mercedes erreicht haben. Und jetzt schauen wir mal, was passieren wird.”

im Gespräch mit Nico Hülkenberg nach dem Qualifying: “Nicht schlecht für einen Rentner.”

Nico Hülkenberg (Racing Point), Rang 3: ”Verrückt! Ich fühle mich viel besser vorbereitet. Ich habe mir das Leben schwer gemacht, bin aber konzentriert geblieben. Es ist eine Riesenüberraschung für mich, dass ich hier stehe. Aber ich habe großen Respekt vor dem Rennen morgen. Ich werde alles geben, was ich habe. Ich bin mit so einem Auto noch nie gestartet. Sonntag zählt es. Wäre schön, ein Highlight zu holen. Aber es ist zu früh zum Jubeln. Noch ist nichts erreicht.”

zu seinem Ausritt in Q2: ”In Q2 habe ich mir das Leben selbst ein bisschen schwer gemacht. Ich hatte schon die Sorge, ich hätte das Auto beschädigt. In Q3 habe ich einfach volle Attacke gemacht, alles, was ich hatte. Ich bin ein bisschen überrascht, hier zu sein, wenn ich ehrlich bin. Das zaubert mir ein großes Lächeln ins Gesicht.”

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zum Rennen am Sonntag: ”Ich habe aber auch großen Respekt vor dem Rennen morgen. Es wird definitiv schmerzhafter werden, wo mir doch die Erfahrung von vergangener Woche fehlt und ich nicht die Abläufe beim Start und allem durchgehen konnte. Für mich ist alles noch immer neu mit dem Auto. Wir werden tun, was wir können. Ich werde versuchen, schnell zu lernen, und das Auto dort zu halten, wo es hingehört.” (Rennkalender 2020 der Formel 1)

zum vergangenen Wochenende: “Ich muss zugeben, es hat am vergangenen Sonntag geschmerzt, dass ich nicht ins Rennen gehen konnte. An diesem Wochenende jetzt fühle ich mich im Auto viel wohler. Aber ich bin trotzdem ein wenig überrascht, dass ich es unter die schnellsten Drei geschafft habe.”

Charles Leclerc (Ferrari), Rang 8 - zu seiner Platzierung: “Ehrlich gesagt ist das ein etwas realistischeres Bild für uns. Mit der Strategie könnte etwas gehen, aber vielleicht sollten wir morgen besser kein Podium erwarten.”

Sebastian Vettel (Ferrari), Rang 11: “Natürlich war das Ziel, weiter nach vorne zu kommen. Das war heute nicht drin. Ich bin ehrlich gesagt sehr zufrieden mit meinen Runden. Ich glaube nicht, dass da noch viel Luft war. Ich bin natürlich nicht zufrieden mit dem zwölften Platz, aber mehr war heute bei mir nicht drin.” (Weil Ocon nach hinten strafversetzt wurde, startet Vettel am Sonntag von Rang elf.)

auf die Frage, ob er auf Besserung hoffe: “Ja, mir bleibt nichts anderes übrig. Ich versuche, jedes Mal bevor ich einsteige, den Resetknopf zu drücken und das Beste herauszuholen. Und morgen ist ein neuer Tag.”

zu seiner freien Reifenwahl für das Rennen: ”Das ist mit Sicherheit eine etwas bessere Ausgangsposition als letzte Woche, aber natürlich war das Ziel, weiter nach vorne zu kommen. Das war heute nicht drin. Nicht nur heute, sondern in den letzten zwei Wochen, aber egal.”

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am Funk zu seiner Crew: “Das war alles, was ich hatte. Alles, was in diesem Auto steckte. Ich hab’s versucht. Danke.” (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): “Das Ergebnis ist super. Wir sind eine Sekunde vor dem Rest der Welt, trotzdem muss man humbled (demütig, Anm.d.Red.) bleiben. Wir haben ja gesehen, was beim letzten Rennen passiert ist. Für unsere Balance im Team ist es gut, dass Valtteri vorne steht. Das war auch eine super Runde, er hat es verdient.”

zu Nico Hülkenberg: “Er ist das zweite Wochenende da und stellt den Pink Floyd auf P3 – wirklich stark.”

zum Startreifen von Max Verstappen: “Der harte wird am Start richtig schwer sein, dass man die Positionen hält. Wenn es ganz blöd hergeht, verliert er ein paar Positionen und dann wird es schwierig.”

Jenson Button (Ex-Formel-1-Fahrer)zu Nico Hülkenberg: “Er hatte dieses gewisse Extra. Er hatte keine Vorbereitung auf diese Saison, was die Arbeit mit dem Team oder seine Fitness anbelangt. Hier bei seinem zweiten Wochenende das Auto auf P3 zu stellen, das war schon eine herausragende Runde. Und er fährt ja gegen ein paar wirklich großartige Leute im Kampf um P3, gegen Max Verstappen, gegen Daniel Ricciardo.”

Ralf Schumacher (Ex-Formel-1-Fahrer und Sky-Experte)zu Nico Hülkenberg: “Er hat das super gemacht. Ich glaube, im Rennen kann er noch mehr von seinem Potenzial zeigen, wenn er gut reinkommt.”

zu einem möglichen verfrühten Saisonende für Vettel: “Da müsste schon sehr, sehr viel passieren. Wüsste auch nicht, was ihm das bringen sollte. Weil jetzt so aufzuhören, macht ja eigentlich wenig Sinn. So bleibt er drin im Geschehen, kann sich trotzdem verbessern und kann drauf hoffen, dass Ferrari was macht.”

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Thailands Prinz, Schweizer Baron, Jazzmusiker – der irre Start der Formel 1

Treffen sich ein Schweizer Baron, ein Prinz aus Thailand und ein belgischer Jazzmusiker auf einem englischen Weltkriegs-Flugplatz.

Was klingt wie der Anfang eines Witzes, wurde am Ende doch noch eine ziemlich große Nummer: Im Mai 1950 bestritt die Formel 1 in Silverstone ihr erstes WM-Rennen, nun feiert sie an gleicher Stelle ganz offiziell Jubiläum.

“Grand Prix zum 70. Geburtstag der Formel 1″, diesen etwas sperrigen Titel trägt das fünfte Saisonrennen am Sonntag  (Formel 1: 70th Anniversary Grand Prix in Silverstone, Sonntag ab 15.10 Uhr im SPORT1-Liveticker).

Alles zur Formel 1 und zum Motorsport-Wochenende im AvD Motorsport Magazin mit Ralf Schumacher und Christian Danner. Sonntag ab 21.45 Uhr und ab sofort wöchentlich im TV und STREAM auf SPORT1

120.000 Zuschauer in Silverstone

Die Königsklasse des Motorsports mag sich seit Jahren wachsender Kritik und Skepsis ausgesetzt sehen, ohne Zweifel ist sie jedoch eines der größten Sportevents der Welt.

Davon war nicht unbedingt auszugehen an jenem Samstag vor gut 70 Jahren. Zwar war der Rahmen schon damals beeindruckend, rund 120.000 Zuschauer säumten die Strecke auf der ehemaligen Station der Royal Air Force – darunter auch König George VI. samt Familie.

Auf der Strecke und in den Garagen tummelten sich aber vor allem Bastler, Idealisten und Privilegierte. Einen der damals noch zylinderförmigen Boliden steuerte etwa Birabongse Bhanudej Bhanubandh, Prinz von Siam, Mitglied der königlichen Familie Thailands.

Ein Prinz und ein Baron bei Premiere dabei

Und aus nachvollziehbaren Gründen in der Startliste als B.Bira geführt. In einem weiteren Maserati saß Baron Emmanuel de Graffenried aus der Schweiz, beide hatten Jahre zuvor ihre Leidenschaft für den Motorsport entdeckt und wollten nicht fehlen bei der Premiere dieser neuen Serie.

Johnny Claes beendete für den Sport sogar seine Musik-Karriere – wobei er vielleicht lieber beim Jazz geblieben wäre. “Johnny Claes and the Clay Pigeons” machten sich bis in die späten 40er Jahre einen beachtlichen Namen nicht nur in den Londoner Bars, am 13. Mai 1950 kam er in seinem Talbot dann als Letzter ins Ziel. Mit sechs Runden Rückstand auf die Spitze.

Fangio scheidet aus

In diesem recht bunt zusammengewürfelten Feld hatten die Profis leichtes Spiel. Ferrari trat in Silverstone nicht an, es hatte Streit um das Startgeld gegeben, und so fuhr Alfa Romeo zum Dreifachsieg.

Ganz oben auf dem Treppchen stand Giuseppe Farina, einer der ersten großen Namen der Formel 1, am Ende der Saison auch erster Weltmeister. Sein Teamkollege Juan Manuel Fangio schied im ersten Rennen aus – seine Zeit sollte noch kommen. Der Argentinier prägte mit fünf WM-Titeln die 50er Jahre.

Ecclestone fährt im Rahmenprogramm

Einer, der den ganzen Laden viele Jahre später mal übernehmen sollte, war im Frühsommer 1950 auch schon dabei. Wenn auch nur als Randfigur. Bernie Ecclestone, damals 19 Jahre alt, startete im Rahmenrennen.

Bald fand er heraus, dass Verhandeln und Verkaufen ihm viel besser lagen als die Rennfahrerei. Vom Gebrauchtwagenhändler brachte er es zum Teamchef in der Formel 1, und seit den 70ern stieg der Brite auf zum Vermarkter und Geschäftsführer der Serie.

Es war Ecclestone, und tatsächlich beinahe Ecclestone allein, der die Formel 1 von einer Serie für PS-Fans zum weltumspannenden Mainstream-Event wandelte. Schon Ende des Jahrtausends war die Königsklasse zum drittgrößten Sportereignis nach Olympia und der Fußball-WM herangewachsen.

Die ganz fetten Jahre sind mittlerweile vorbei, rund um ihren 70. hat die Formel 1 zu kämpfen.

20 PS-Monster, die auf der ganzen Welt Benzin verbrennen, wirken in Zeiten der Klimaproteste irgendwie aus der Zeit gefallen – und dennoch erreichen Sebastian Vettel und Co. immer noch verlässlich ein Millionenpublikum.

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