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Pleiten, Pech und Pannen! Es wird nicht besser für Vettel

Nächste herbe Enttäuschung für Sebastian Vettel!

Der viermalige Weltmeister war im Freitagstraining (Formel 1: Das komplette Rennwochenende in Silverstone im SPORT1-Liveticker) zum Jubiläums-Grand-Prix der Formel 1 in Silverstone als 14. wieder nicht konkurrenzfähig. Zu allem Überfluss blieb sein SF1000 sechs Minuten vor Ende der Nachmittagseinheit wegen eines Motorschadens liegen. “Großer Schaden im hinteren Teil des Autos”, funkte Vettel resigniert an seine Box: “Im Antriebsstrang hat sich etwas nicht richtig angefühlt.”

Das etwas nicht stimmte, bewies auch die Ölspur, die Vettels Dienstwagen über der Copse verteilte. In der Kurve zuvor war er über den Randstein gefahren, wobei unter dem Ferrari Funken zu sehen waren. Nachdem er den Wagen abgestellt hatte, ging Vettel um das Auto und roch am Heck. Eine Brandgefahr schien aber nicht zu bestehen.

Zum Zeitpuntk des Aufalls lag der Heppenheimer mit 1:27,198 Minuten rund 1,5 Sekunden hinter Spitzenreiter Lewis Hamilton. Teamkollege Charles Leclerc fand sich mit 1:26,812 Minuten auf Rang sieben wieder.

Nachdem auch Alfa-Romeo-Pilot Antonio Giovinazzi sein Auto wegen eines Defekts abstellen musste, wurde das Training bei noch knapp zwei Minuten auf der Uhr abgebrochen.

Mercedes dominiert erneut

Teilzeitkraft Nico Hülkenberg hingegen betrieb bei seiner zweiten Chance im Racing Point mit einem starken sechsten Platz Eigenwerbung. Vor allem auf dem Longrun hatte er seinen Stallkonkurrenten Lance Stroll unter Kontrolle, in der schnellsten Runde musste er sich allerdings geschlagen geben.

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An der Spitze zog wieder einmal Mercedes einsam seine Kreise. Weltmeister und WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton (England) setzte in 1:25,606 Minuten die Tagesbestzeit bei seinem Heimspiel. Sein finnischer Teamkollege Valtteri Bottas war bei seinem besten Versuch 0,176 Sekunden langsamer.

Dahinter platzierte sich etwas überraschend Renault-Pilot Daniel Ricciardo (Australien/+0,815) vor dem niederländischen Red-Bull-Star Max Verstappen (+0,831) und dem Kanadier Lance Stroll im zweiten Racing Point (+0,895). Hülkenberg musste sich dem Kanadier um zweieinhalb Zehntel geschlagen geben.

Hülkenbergs Einsatz kurzfristig bestätigt

Hülkenbergs Einsatz war erst am Freitagmorgen bestätigt worden, weil bei Stammfahrer Sergio Perez (Mexiko) der zweite Coronatest binnen acht Tagen positiv ausgefallen war. Der 32-jährige Hülkenberg war bereits am vergangenen Wochenende für seinen früheren Teamkollegen eingesprungen, ein Schaden im Getriebe verhinderte allerdings kurzfristig seine Teilnahme am ersten von zwei Rennen in Großbritannien.

Im Fokus in Silverstone, wo die Formel 1 ihren 70. Geburtstag feiert, stehen auch die Reifen. In der Vorwoche war bei drei Piloten (Hamilton, Bottas, McLaren-Pilot Carlos Sainz) kurz vor Rennende jeweils der linke Vorderreifen geplatzt. Eine erste Untersuchung des Herstellers Pirelli ergab, dass Teile auf der Strecke keinen Einfluss hatten.

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Pirelli reagierte mit Blick auf das Rennen am Sonntag und änderte die Nutzungsanweisungen: Der Mindestreifendruck wurde erhöht, um die Beanspruchung zu verringern. Zudem liefert der Hersteller für dieses Wochenende weichere Mischungen, dies war allerdings ohnehin geplant.

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"Widerliche Menschen" – Leclerc weist Twitter-Vorwürfe zurück

Ferrari-Pilot Charles Leclerc hat die gegen ihn kursierenden Rassismus-Vorwürfe aufs Schärfste zurückgewiesen.

In einem dreiteiligen Post bei Twitter stellte der 22-Jährige klar, dass er “kein Rassist” sei. Im Gegenteil: “Ich hasse Rassismus, er ist abstoßend.”

Leclerc war anders als Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton oder sein Heppenheimer Ferrari-Teamkollege Sebastian Vettel vor den Rennen nicht aus Solidarität mit der “Black lives matter”-Bewegung in die Knie gegangen, weshalb er insbesondere in den Sozialen Medien Kritik einstecken musste.

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Leclers wütet gegen Kritiker

Leclerc sagte nun zum Auftakt des Rennwochenendes in Silverstone, dass sein Stehenbleiben keinesfalls einen rassistischen Hintergrund gehabt habe.

“Hört auf, mich in die Gruppe der widerlichen Menschen zu schieben, die andere aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion oder des Geschlechts diskriminieren”, schrieb er: “Ich gehöre nicht zu ihnen und werde das auch nie. Ich bin immer zu jedem respektvoll gewesen, und das sollte der Standard in der heutigen Welt sein.”

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Noch einmal Pech für Hülkenberg?

Es ist eine Zitterpartie für Nico Hülkenberg!

Anders als am Donnerstag bereits von RTL berichtet, ist ein Einsatz des Emmerichers beim Jubiläums-Grand-Prix in Silverstone für bei Racing Point noch nicht sicher  (Formel 1: 70th Anniversary Grand Prix in Silverstone, Sonntag ab 15.10 Uhr im SPORT1-Liveticker).

Perez oder Hülkenberg? Entscheidung am Freitag

Racing Point bestätigte am Nachmittag, dass Sergio Perez‘ erste Quarantänen-Periode gemäß der Regeln der englischen Gesundheitsbehörden beendet ist. Racing-Pont-Stammfahrer Perez braucht nun “nur” noch einen negativen Corona-Test. Dieser soll noch am Donnerstag stattfinden. Das Ergebnis wird am Freitag erwartet. Erst dann gibt Racing Point bekannt, ob Perez oder Hülkenberg das zweite Silverstone-Rennen fährt. 

Perez profitiert dabei davon, dass die Quarantäne-Regeln erst am vergangenen Donnerstag von sieben auf zehn Tage verlängert wurden. Seinen positiven Test hatte er bereits am Mittwoch absolviert. Da galt noch die alte Frist.

Fest steht aber auch: Sollte der Mexikaner weiter positiv sein, bekommt Nico Hülkenberg das Auto. “Natürlich wäre es enttäuschend, wenn ich jetzt nicht fahren könnte, nachdem ich mir am vergangenen Wochenende Geschmack holen durfte”, sagte Hülkenberg.  

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Schon am Sonntag hatte Hülkenberg Pech, als ein defekter Bolzen im Motor seinen Start zum Großen Preis von Großbritannien verhindert hat

Hülkenberg: “Es gibt lose Gespräche”

Trotzdem hat “Hulk” wieder Blut geleckt, will 2021 auch als Stammfahrer in die Formel 1 zurück.

“Es gibt lose Gespräche”, sagt er, “aber es wird noch ein paar dauern, bis es ernster wird.” Der Deutsche wird mit Haas und Alfa Romeo in Verbindung gebracht. 

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Neuer Randstein: FIA reagiert auf Reifen-Chaos

Die FIA hat auf die Reifenproblematik der F1-Boliden beim Rennen in Silverstone reagiert. Für das zweite Rennen am kommenden Wochenende wurde der Randstein in der Becketts-Kurve angepasst. So soll neuen Schäden vorgebeugt werden.

“Um den Fahrern zu helfen, die Streckenbegrenzungen an diesem Wochenende einzuhalten, wurde auf Wunsch der FIA vor dem Grand Prix an diesem Wochenende am Ausgang von Kurve 13 ein 23 Meter langer Abschnitt mit einem verjüngten Bordstein installiert”, erklärte eine Sprecherin aus Silverstone.

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Pirelli sieht Trümmer als Ursache

Am vergangenen Wochenende hatten mehrere Piloten beim Verlassen von Becketts mit einem Raf das Grad berührt. Beim Alfa Romeo von Kimi Räikkönen hatten sich an dieser Stellte Teile des Frontflügels gelöst. Es wird vermutet, dass Trümmerteile zu den Reifenschäden der Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas sowie von McLaren-Pilot Carlos Sainz beigetragen haben könnten.

“Wahrscheinlich wurden einige der Schnitte, die wir am Freitag gefunden haben, dadurch hervorgerufen, dass Trümmer im Randstein eingeklemmt waren”, hatte Pirellis Formel-1-Chef Mario Isola eingeräumt. Pirelli reagierte nun mit Blick auf das zweite Silverstone-Rennen am kommenden Sonntag und änderte die Nutzungsanweisungen: Der Mindestreifendruck wurde erhöht, um die Beanspruchung zu verringern.

Hamilton hatte das Rennen trotz Reifenschadens in der letzten Runde noch als Sieger ins Ziel gerettet, Bottas und Sainz waren aus den Punkten gefallen.

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Grabenkämpfe mit dem Boss – Das ist Vettels Problem

Deutlicher kann man es nicht zeigen, wenn die Chemie zwischen zwei Menschen nicht mehr stimmt. Fast flehend versuchte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto direkt nach dem Rennen in Silverstone vergangenen Sonntag Kontakt mit seinem Fahrer Sebastian Vettel aufzunehmen.

“Hi Seb, Mattia hier. Hartes Rennen heute”, funkte Binotto an den Deutschen. “Wir wissen, dass es ein schwieriges Wochenende war. Aber in einer Woche sind wir wieder hier und machen es besser.”  (Formel 1: 70th Anniversary Grand Prix in Silverstone, Sonntag ab 15.10 Uhr im SPORT1-Liveticker)

Vettel wartet mit Antwort an Binotto

Danach herrschte erst mal Funkstille. Das Schweigen Vettels, das 17 Sekunden dauerte, sagte mehr als verlogene Worte. Erst als Ferrari fragte, ob mit Vettels Funk alles in Ordnung wäre, sah er sich genötigt zu antworten. Seine Antwort nach dem zehnten Platz und einem Ferrari, dem er ob seines unvorhersehbaren Fahrverhaltens genauso wenig vertraut wie dem Verhalten seines Chefs, war kurz und auch nur an die gerichtet, derer wegen er überhaupt noch Energien verschwendet: seine treuen Mechaniker.

“Ja, es war ein schwieriges Rennen. Ich hatte wenig Vertrauen ins Auto, ähnlich wie im Qualifying”, resümierte der Deutsche ein Wochenende zum Vergessen. “Ich hatte Runde für Runde Probleme und habe viele Dinge probiert, aber nichts davon war ein Durchbruch.”

Dennoch zeigte er noch die Größe, seinem Teamkollegen Charles Leclerc zu dessen drittem Platz zu gratulieren: “Glückwunsch an die andere Seite, Glückwunsch an Charles. Und guter Boxenstopp, Jungs.” Wohl wissend, dass nur die Farbe die Gemeinsamkeit war, die sein Auto mit dem seines Teamkollegen an diesem Wochenende hatte.

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Merkwürdiges Gefühl bei Binotto-Beförderung

Allein: Niveauvolle Literaten würden ganz sicher auf die Idee kommen, symbolisch den Ferrari, dem Vettel nicht vertraut, als Bild herzunehmen, das seine Beziehung zu seinem Chef bei Ferrari zeigt: verbrannte Erde, nur noch Misstrauen. 

Von Anfang an hatte der viermalige Weltmeister ein merkwürdiges Gefühl, als Binotto Ende 2018 vom Technikchef zum Teamchef befördert wurde. Er beschloss ihm aber, trotz seiner Bedenken, eine Chance zu geben. Vettel befand sich damals schon im inneren Konflikt: Seine Vorstellung, wie ein Teamchef zu sein hat, war eine andere. Er sollte technisch versiert sein, das große Ganze im Auge haben und vor allen Dingen aufrichtig und ehrlich sein.

Deshalb schlug er Ende 2018 auch den heutigen McLaren-Teamchef Andreas Seidl als neuen Ferrari-Rennchef vor, den er schon aus seinen Anfangszeiten als Testpilot bei BMW kannte.

Ferrari lehnt Vettels Wunsch ab

Doch anders als bei Michael Schumacher, dem man jeden Wunsch erfüllte, auch weil er sich sogar in den Ferrari-Vertrag hineinschrieben ließ, dass Ferrari gefälligst seine Wunschkandidaten zu verpflichten habe, wurde Vettels Vorschlag abgelehnt. Seitdem wuchsen die Zweifel beim Heppenheimer immer mehr, ob seine Liebe zu Ferrari auch erwidert wird.

Seinen Frust versteckt Vettel seitdem zwischen den Zeilen. Ohne Namen zu nennen meint er dennoch Binotto, wenn er sagt: “Ich bereue die Zeit, die ich bei Ferrari hatte, nicht. Ich denke, dass ich hier und da vielleicht nicht die Unterstützung hatte, die ich brauchte, wünschte oder erbeten habe, aber insgesamt hatte ich immer Menschen in meiner Nähe, die bereit waren, mir sowohl auf der Rennstrecke als auch in Maranello zur Seite zu stehen.”

Und es klingt trotzdem verbittert, wenn er bezogen auf Ferraris Neuanfang mit Leclerc sagt: “Das Versprechen hat Herr Marchionne mir auch gegeben, als er mir erklärte, dass sie jemanden suchen, der das Team wiederaufbaut. Damals war ich der Kandidat, jetzt nicht mehr.” Es ist ein versteckter Hinweis, was er wirklich darüber denkt, dass Ferrari seinen Vertrag nicht verlängern wollte und stattdessen den Teamkollegen Leclerc als neuen Heilsbringer auserkoren hat.

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Allein: Vettel liebt seine treuen Gefährten viel zu sehr, als dass er sie jetzt im Stich lässt. Er wird sich hineinknien und versuchen, den Fehler in seinem Ferrari zu finden. Die Frage ist, ob man ihn lässt. Dazu kommt: Es geht schließlich nicht mehr um die Ferrari-Gegenwart, sondern viel mehr um seine Zukunft. 

Geht Vettel zu Aston Martin?

SPORT1 weiß: Vettel will weiterfahren, wenn es für ihn Sinn macht. Sinn machen heißt: Er muss ein Paket haben, mit dem er Erfolge einfahren kann. Es muss aber auch ein Paket sein, bei dem es menschlich stimmt. Stand der Dinge im Moment ist: Aston Martin will Vettel. Die Gespräche laufen. Der Ball liegt derzeit beim Team.

Vettel hätte aber nichts dagegen, wenn sich die Truppe um Milliardär Lawrence Stroll noch Zeit lassen würde. Denn er hofft insgeheim immer noch, dass sich Red Bull trotz aller Dementis doch noch entscheidet, den verlorenen Sohn wieder nach Hause zu holen. Bis dahin muss er versuchen, mit Ferrari jede noch so kleine Chance zu nutzen, um seine Klasse zu bestätigen, die er unter normalen Bedingungen immer noch hat.

Berger: “Vettel sollte zu Racing Point wechseln”

Sein Vertrauter Gerhard Berger fasst die vertrackte Situation um Vettel und das gesamte Transfer-Tohuwabohu zusammen.

Der frühere Ferrari-Rennsieger und heutige DTM-Chef sagte zu SPORT1: “Auch wenn es irreal ist: Sebastian sollte jetzt schon zu Racing Point wechseln, Ricciardo zu McLaren gehen, Alonso seinen Renault-Platz übernehmen und Sainz von McLaren zu Ferrari wechseln. Das jedenfalls wäre das Beste für Sebastian, aber auch die anderen Piloten, die für 2021 schon Verträge woanders haben. Und Träumen darf ja immer noch erlaubt sein.“

Für Sebastian Vettel wird die Saison bei Ferrari so jedenfalls immer mehr zum Albtraum.

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Wie Seidl aus der F1-Lachnummer wieder ein Topteam machte

Ein Traditionsteams ist zurück im Kampf um Podestplätze!

Jahrelang steckte der Rennstall aus Woking im grauen Mittelfeld der Formel 1 – oder noch weiter hinten – fest. Seit 2013 war man nie besser als Rang fünf in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft platziert, zeitweise war das Team sogar die Lachnummer der Königsklasse.

Dieser Zustand passte so gar nicht zu der ruhmreichen Vergangenheit des nach Ferrari ältesten Rennstalls in der Königsklasse des Motorsports.

Acht Konstrukteurs-Titel, zwölf Fahrertitel und unzählige Grand-Prix-Siege – in diese Sphären will McLaren wieder vordringen. Und seit 2019 sieht es so aus, als ob zumindest Rennsiege in absehbarer Zeit wieder möglich werden.

McLaren zumindest wieder Best-of-the-Rest

In der vergangenen Formel-1-Saison landete das Team mit den Fahrern Carlos Sainz jr. und Lando Norris bereits auf Rang vier und holte sich den inoffiziellen Titel Best-of-the-Rest, mit deutlichem Vorsprung vor Motorlieferant Renault.

In der von Corona durcheinandergewirbelten Saison sorgen die McLaren bisher noch mehr für Furore. Direkt im ersten Rennen in Spielberg fuhr Norris auf Rang drei und brannte die schnellste Rennrunde in den Asphalt. Dieses Kunststück wiederholte Sainz im zweiten Rennen in Österreich.

Doch der Name, der mit der Auferstehung der Traditionsmarke am engsten verbunden ist, ist Andreas Seidl.

Alles zur Formel 1 und zum Motorsport-Wochenende im AvD Motorsport Magazin ab sofort sonntags im TV und STREAM auf SPORT1

Seidl hält wenig von Matrix-Management

Der gebürtige Passauer übernahm am 10. Januar 2019 die Position des Teamchefs bei McLaren Racing und nahm direkt einige Änderungen vor. Das in der Ära von Ron Dennis eingeführte Matrix-Management, bei der wichtige Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden, überzeugte Seidl wenig.

“Ich mag eine einfache traditionelle Motorsportorganisation”, sagte Seidl und meinte damit, dass er wie bei Mercedes klare Zuständigkeiten bevorzugt.

Trotzdem mag er keinen autoritären Führungsstil. Der 44-Jährige ist vielmehr bestrebt, jedes einzelne Teammitglied mitzunehmen. Dafür sind Freiheiten im Arbeitsprozess unabdingbar.

“Ich liebe den Motorsport, weil es ein Teamsport ist. Ich hab früher Fußball gespielt und genauso will ich in der Formel 1 rangehen. Jeder soll morgens beim Aufstehen wissen, wie er sich in das Team einbringen kann”, erklärte er sein Vorgehen bei SPORT1 im AvD Motorsport Magazin. (jeden Sonntagabend LIVE auf SPORT1 im Free-TV und Livestream)

“Können uns in allen Bereichen verbessern”

Seidl will dabei nicht von heute auf morgen die Welt verändern, sondern den Rennstall durch kleine, aber stetige Änderungen neu formen. ”Wir können uns in allen Bereichen verbessern”, machte er gleich zu Beginn seiner Amtszeit klar.

“Kurzfristig wollen wir uns weiter entwickeln. Nächstes Jahr wollen wir den nächsten Schritt in Bezug auf die Leistung der Autos machen”,  formulierte er bei formula1.com seinen Fahrplan. Parallel dazu werden langfristige Projekte wie der Bau eines neuen Windkanals in Angriff genommen.

Der Erfolg gibt ihm bisher recht. Die Mitarbeiter und Verantwortlichen bei McLaren folgen ihm auf seinem Weg, wie auch Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock, der den Passauer noch von gemeinsamen BMW-Zeiten kennt, bestätigt.

“Er weiß, wie er mit den Menschen umzugehen hat. Er kennt sehr gut die Stärken der verschiedenen Leute, die er dann in die richtige Position schiebt”, sagte er zu Seidls Stärken im Formel-1-Podcast Starting Grid.

Seidl hat Fahrer unter Kontrolle

Das gilt auch für den Umgang mit seinen Fahrern, die sich bisher auch ohne Stallorder diszipliniert zeigen. ”Vor allem zu Beginn der Saison ist es wichtig, dass beide Piloten frei fahren können. So bekommen wir aus beiden die maximale Performance heraus”, sagte er im AvD Motorsport Magazin.

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Seidl macht aber auch deutlich: “Es gibt klare Regeln. Eine davon ist, dass es keine Berührungen geben darf. Das nehme ich dann persönlich.” Im zweiten Rennen in Spielberg wurde das Teamplay deutlich, als Sainz Teamkollege Norris klaglos passieren ließ, als dieser deutlich schneller war.

Bei allen Akteuren muss für Seidl stets das Teamplay oberste Priorität haben. Sollte sich jemand selbst wichtiger nehmen als das Team, reagiert er rigoros. Aber ist er von seinen Fahrern überzeugt, zögert er auch nicht, diese frühzeitig an sich zu binden.

Als der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso 2019 für Testfahrten in Bahrain zu McLaren zurückkehrte, begegnete Seidl den aufkommenden Gerüchten um ein McLaren-Comeback Alonsos sofort und bestätigte das junge Fahrer-Duo Sainz/Norris für 2020.

Damit war McLaren das erste Team, das die Fahrerpaarung für die kommende Saison bekanntgegeben hatte.

Erfolge in verschiedenen Rennserien

Dass er mit seiner Art für Erfolg sorgen kann, hat er in der Vergangenheit in verschiedenen Rennserien unter Beweis gestellt. In der Formel 1 sammelte er von 2000 bis 2009 bei BMW Erfahrung.

Nach deren Ausstieg aus der Formel 1 zeichnete er sich für das erfolgreiche DTM-Comeback von BMW verantwortlich. Danach wurde er Director of Operations beim Porsche-LMP1-Kader und hinterließ auch im Langstreckenbereich seine Spuren.

Den aktuellen Höhenflug McLarens will Seidl aber nicht überbewerten. “Ich glaube, dass es noch drei, vier Jahre dauern wird, bis wir da stehen, wo wir hinwollen. Aber dann werden wir wieder um die Spitze mitkämpfen”, erklärte er seinen Plan zum Erfolg.

Sollte sich der Erfolg tatsächlich einstellen, wird dieser zweifelsohne die Handschrift von Seidl tragen.

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Pirelli nach Untersuchung: Darum platzten die Reifen

Hersteller Pirelli hat nach den spektakulären Reifenschäden beim Formel-1-Rennen in Silverstone keine externen Ursachen feststellen können.

Das ergab eine Analyse der Vorfälle in den letzten Runden des Großen Preises von Großbritannien am vergangenen Sonntag, wie die Italiener mitteilten. Die Gründe seien im Rennverlauf zu suchen, der dazu geführt habe, dass die meisten Teams den zweiten Reifensatz “extrem lange” nutzten.

Weltmeister Lewis Hamilton, der seine Führung eine halbe Runde lang mit einem sich auflösenden linken Vorderreifen ins Ziel rettete, war ebenso betroffen wie sein Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas und McLaren-Pilot Carlos Sainz. 

Eine Safety-Car-Phase kurz nach Rennbeginn hatte die Teams zu einem frühen Stopp verleitet. Die meisten Autos legten in der Folge etwa 40 Runden auf einem Reifensatz zurück, “das sind mehr als drei Viertel der Renndistanz auf einem der aggressivsten Kurse im Kalender”, wie Pirelli erläuterte.

Weichere Reifen im nächsten Rennen

Zuvor war auch diskutiert worden, ob Trümmerteile auf der Strecke der Auslöser der Schäden gewesen sein könnten.

Pirelli reagierte nun mit Blick auf das zweite Silverstone-Rennen am kommenden Sonntag (15.10 Uhr) und änderte die Nutzungsanweisungen: Der Mindestreifendruck wurde erhöht, um die Beanspruchung zu verringern.

Zudem liefert der Hersteller für das kommende Wochenende weichere Mischungen, dies war allerdings ohnehin geplant.

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Absage an Vettel? Wolff verkündet Mercedes-Hochzeit

War es das endgültig für Sebastian Vettel?

Nach der Bekanntgabe, dass Ferrari und der Deutsche am Ende der Saison getrennte Wege gehen, machten Gerüchte um ein Engagement bei Mercedes die Runde.

Formel-1-Fans träumten sogar schon von einer Fahrer-Paarung bestehend aus dem sechsmaligen Weltmeister Lewis Hamilton und dem viermaligen Champ aus Deutschland.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hat diesen Träumereien nun endgültig einen Riegel vorgeschoben und sich explizit zu seinen beiden Fahrern bekannt. “Wir werden die Hochzeit bald bekanntgeben. Mercedes, mich selbst, Lewis und Valtteri. Im Grunde genommen ist es ein Vierer, den wir da haben. Das ist es, was wir gern tun würden. Es gibt keinen Grund, uns schon aufzulösen”, sagte der 48-Jährige in Silverstone.

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Wolff bekennt sich zu Mercedes

Weltmeister Hamilton hält sich dagegen weiterhin bedeckt. Noch sei bei den Verhandlungen mit seinem Team nichts entschieden.

Wolff macht sich in Sachen Hamilton-Unterschrift aber wenig Sorgen. “Weil wir einander vertrauen und seit sieben Jahren im Grunde genommen den gleichen Vertrag haben. Den müssen wir nur aus der Schublade holen und nachlesen, was drinsteht. Letztendlich geht es um die kommerziellen Bedingungen. Aber da sind wir uns immer rasch einig geworden. Ich mache mir überhaupt keine Sorgen”, so der Motorsportchef.

Mit seinen Aussagen zur bevorstehenden Mercedes-Hochzeit machte Wolff zudem deutlich, dass auch er keine Abwanderungs-Gedanken hegt. In den vergangenen Wochen wurde immer wieder spekuliert, der Österreicher könnte bei Mercedes in die zweite Reihe rücken oder gar zu Aston Martin rund um Eigentümer Lawrence Stroll wechseln.

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Wolff stellt Hülkenberg Mercedes-Job in Aussicht

Nico Hülkenberg konnte bei seinem Kurz-Comeback in der Formel 1 zwar kein Rennen fahren – aber dennoch auf sich aufmerksam machen. 

Der deutsche Rennfahrer sollte beim Grand Prix von Großbritannien eigentlich bei Racing Point als kurzfristiger Ersatz für den am Coronavirus erkrankten Sergio Perez einspringen. Ein technischer Defekt machte den Start in Silverstone zwar unmöglich, in den Trainings-Sessions und auch im Qualifying machte der 32-Jährige zuvor aber einen guten Eindruck. 

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Dies blieb auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nicht verborgen. Dieser stellte ihm sogar einen Job beim Weltmeister-Team in Aussicht – wenn auch nur als Ersatzmann: “Ein deutscher Fahrer kann immer eine interessante Idee sein. Auch als Reservefahrer.” 

Wolff von Hülkenberg angetan

Wolff ergänzte: “Aber ich glaube, wir müssen einfach die Situation global betrachten. Was wollen wir im nächsten Jahr erreichen mit unserem Fahrer-Line-up?” Hülkenberg könne “schon ein Kandidat sein.” 

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Dieser blickt auf fast 10 Jahre Erfahrung in der Königsklasse des Motorsports zurück. Er fuhr unter anderem für Williams, Force India und Renault – in der aktuellen Saison blieb er jedoch ohne Cockpit. Ob er am kommenden Wochenende beim nächsten Rennen in Silverstone seine nächste Chance auf ein Rennen erhält, ist noch nicht klar. 

“Was er am Freitag geliefert hat, war wirklich solide. Und auch am Samstag im Rahmen dessen, was zu erwarten war. Positiv”, sagte Wolff. Hülkenberg habe sich “sehr gut verkauft. Wenn man neun Monate nicht im Auto sitzt, ist das schon eine sehr solide Leistung.”

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"Noch drei, vier Jahre!" Seidl greift Mercedes an

Andreas Seidl mit Knallhart-Ansage an seine Fahrer!

Im AvD Motorsport Magazin (jeden Sonntagabend LIVE auf SPORT1 im Free-TV und Livestream) gibt der McLaren-Teamchef einen kurzen Einblick in seine Gemütslage nach dem Rennen in Silverstone. Vor allem den verlorenen Punkten von Carlos Sainz jr. trauert er noch nach.

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“Die Enttäuschung ist immer noch frisch. Diese zehn Punkte in der letzten Runde mit einem Plattfuss zu verlieren, tut weh”, gestand er freimütig, richtete den Blick aber gleich wieder auf das Positive: “Aber wir haben eine gute Leistung gebracht und vorne mitmischen können. Wir waren in dem Bereich, wo wir uns sehen – im Kampf mit den Ferraris und ab und an auch mal mit einem Red Bull.”

Keine Teamorder geplant

Damit das auch in Zukunft so bleibt, will er seine Fahrer weiterhin voll fahren lassen. Eine Stallorder sei nicht geplant. “Vor allem zu Beginn der Saison ist es wichtig, dass beide Piloten frei fahren können. So bekommen wir aus beiden die maximale Performance heraus.”

Allerdings bedeute diese Freiheit keinen Freifahrtschein. Sowohl Lando Norris als auch Sainz müssen sich diszipliniert zeigen. “Da gibt es klare Regeln. Eine davon ist, dass es keine Berührungen geben darf. Das nehme ich dann persönlich”, mahnte er seine Fahrer zur Vorsicht.

Dafür können sich beide Piloten aber auch auf die absolute Rückendeckung ihres Chefs verlassen. “Das entspricht meiner Philosophie. Wir geben beiden Fahrern bis zum Schluss das gleiche Material. Das ist der einzige Weg, das Maximum herauszuholen.”

Vettel nie eine Option

Eine andere Chance, das Maximum herauszuholen, hätte in einer möglichen Verpflichtung von Sebastian Vettel für die kommende Saison bestanden. Dies stand laut Seidl allerdings nie wirklich zur Debatte. “Zu dem Zeitpunkt, als Vettels Abgang klar war, waren wir uns mit Daniel Ricciardo schon einig. Sieht man die Kommunikation Vettels zur Zeit seines Abschieds von Ferrari, wird auch klar, dass er sich da noch nicht sicher war, wie seine Zukunft ausschauen würde”, erklärte er die Situation.

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Einer möglichen Verpflichtung des viermaligen Weltmeisters trauert der gebürtige Passauer aber auch nicht hinterher. “Wir waren nach den Gesprächen mit Daniel sicher, dass er der Richtige wäre, wenn wir ein freies Cockpit hätten. Mit Lando und Daniel würden wir uns in der kommenden Saison bestimmt nicht verschlechtern.”

Angriff auf Mercedes

Um in der ferneren Zukunft eigene Piloten zu entwickeln, will Seidl jetzt schon die Weichen stellen. Dazu müssen aber erst die Fehler der Vergangenheit korrigiert werden, wie er im AvD Motorsport Magazin gestand. “Ehrlich gesagt, haben wir Lando Norris erst ab 2017 gefördert. Ein wirkliches Nachwuchsprogramm in dem Sinne haben wir aktuell nicht. Da will ich anpacken und die Jungs und Mädels wieder früher fördern, nicht erst in der Formel 2.”

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Allein schon die Historie von McLaren verpflichte den Rennstall, diesen Weg zu gehen, erklärte er. Außerdem profitieren die Teams auch enorm von diesen Programmen, wie er freimütig gestand. “Man investiert in die Fahrer in jungen Jahren und hofft, dass aus diesem Pool ein Superstar rauskommt. Dementsprechend macht man Verträge, dass man sich die Dienste dieser Fahrer dann zu günstigen Gehältern sichern kann anstatt teure externe Fahrer anheuern zu müssen.”

Die Nachwuchsförderung ist jedoch die weitere Zukunft. Doch auch mittelfristig hat Seidl eine Vision. In den kommenden Jahren sollen die Weichen gestellt werden, um wieder im Konzert der Großen mitzuspielen. “Ich glaube, dass es noch drei, vier Jahre dauern wird, bis wir da stehen, wo wir hinwollen. Aber dann werden wir wieder um die Spitze mitkämpfen.”

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