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Vettels fauler Ferrari gibt Rätsel auf

Sebastian Vettel (32) war ratlos nach dem GP von England.

Von Freitag an hatte sein rotes Auto ein Problem, das sich der Deutsche nicht erklären konnte. Dass er in der letzten Runde noch Mercedes-Vize Valtteri Bottas in Schach halten konnte und sich so als Zehnter den letzten WM-Punkt sicherte, interessierte einen sichtlich enttäuschten Heppenheimer nicht.

“Ich fühlte mich nicht wohl mit dem Auto, von Anfang an nicht. Ich dachte, es wird im Rennen besser, wurde es aber nicht. Ich habe keine Ahnung, woran der Fehler liegt. Aber es ist nicht normal, dass alles über Nacht rückwärts läuft.”

Manipulation am Ferrari von Vettel?

Von Manipulationen an seinem Auto wollte Vettel schon am Samstags nichts wissen. Fragen danach beantwortete er eindeutig. “Man kann keinem Absicht unterstellen. Wir müssen jetzt bis nächste Woche herausfinden, was krumm lief”, so der Deutsche. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Allein dass Teamkollege Charles Leclerc mit dem gleichen Ferrari auf den dritten Platz fahren konnte, ist mehr als merkwürdig.

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Sky-Experte Nick Heidfeld vermutet: “Beim zweiten Österreich-GP und in Ungarn kam Vettel besser klar als Leclerc, war schneller. Das heißt, dass bei Ferrari grundsätzlich etwas nicht stimmt. Kann schon sein, dass das Team mehr Leclerc helfen will, aber Vettel falsche Teile ans Auto schrauben und ihn dadurch langsamer machen, ergibt keinen Sinn. Denn sie wollen für die Konstrukteurswertung so viele Punkte wie möglich einfahren.”

Heidfeld mit Rat an Vettel

Der ehemalige Formel-1-Pilot hat für Vettel einen guten Rat. “Er muss sich bei Ferrari jetzt durchsetzen, das Chassis genau untersuchen zu lassen. Denn ich weiß aus meiner Erfahrung, dass ein Team so was von einem Fahrer nicht gerne hören will”, ist sich Heidfeld sicher.

Auch aus anderem Grund muss Ferrari Vettels Auto jetzt untersuchen. Der Deutsche darf das Vertrauen nicht verlieren. Schon Anfang vergangener Saison klagte er über einen besonders im Heckbereich extrem schwierig zu fahrenden Ferrari. SPORT1 weiß: Als der viermalige Weltmeister bei Testfahrten in Bahrain das Auto von Teamkollege Leclerc fahren durfte, waren die Probleme plötzlich verschwunden. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Fest steht: Ein Chassis ist eine sensible Angelegenheit – ein Haarriss oder falsch eingestellte Teile wie zum Beispiel Stoßdämpfer können zu einem völlig anderen Fahrverhalten führen. Sensible Piloten wie Vettel spüren Veränderungen auch im Millimeterbereich sofort. Der Fahrer verliert deshalb das Vertrauen. Am Limit summieren sich die kleinen Fehler, die am Ende Unterschiede von einer Sekunde pro Runde ausmachen können. 

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Frentzen hatte ähnliches Problem

Bereits 1997 gab es bei Heinz-Harald Frentzen ein ähnliches Problem. Der Deutsche war gerade zu Williams gewechselt. Er wurde geholt, um Weltmeister zu werden. Die drei ersten Rennen wurden aber zum Albtraum für den Mönchengladbacher. Er kam mit dem Williams nicht klar, verlor in einer Runde über eine Sekunde im Vergleich zu seinem Teamkollegen Jacques Villeneuve.

Erst nach dem Großen Preis von Argentinien analysierte Williams widerwillig die Daten. Dabei kam heraus, dass ein junger Ingenieur bei den Dämpfern Inch mit Zoll verwechselt und das wichtige Fahrzeugteil falsch eingestellt hatte. Mit korrigiertem Auto gewann Frentzen sogleich das vierte Rennen in Imola.

Auch Renault stellte bei Daniel Ricciardo, der sich über ein merkwürdiges Fahrverhalten beklagt hatte, bereits einen Haarriss in seinem Chassis fest. Der Australier bekam in Silverstone ein neues, fuhr wie entfesselt und wurde Vierter.

Ferrari sollte jetzt alles tun, um Vettels faulen Ferrari zu untersuchen und das Problem des bockigen Rennpferds beseitigen. Auch um keine unangenehmen Fragen mehr beantworten zu müssen.

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Wie lange blockiert der Bruchpilot noch das Cockpit für Vettel?

“Enttäuschend.” Red Bull-Teamchef Christian Horner braucht nur ein Wort für die Bewertung von Startplatz 12 für Red Bulls Nummer zwei Alex Albon (25). Dabei sollte in Silverstone alles besser werden (Formel 1, Großer Preis von Großbritannien, So., ab 15.10 Uhr im LIVETICKER). Ein neuer Renningenieur sollte dem Thailänder Flügel verleihen: Simon Rennie, der Ex-Einflüsterer von Daniel Ricciardo und Mark Webber.

Er galt als letzte Chance für Albon bei Red Bull. “Wenn ich meinem Fahrer einen neuen Renningenieur gegeben habe, wollte ich ihm helfen”, sagt Ex-Teamchef Eddie Jordan gegenüber SPORT1. “Ich wollte ihm aber auch ganz klar zu verstehen geben: Jetzt musst du liefern!”

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Albon lieferte nicht. Bisher jedenfalls. Am Freitag stimmte das Tempo, dann wurde er wieder ein Opfer des unberechenbaren Red Bulls und crashte brutal. Am Samstag schien das kurz aufflackernde Selbstbewusstsein wieder am Boden. Mit dem Ergebnis: Er schied schon im zweiten Qualifying-Abschnitt aus, während “Über-Teamkollege” Max Verstappen einmal mehr einziger Mercedes-Jäger war und Dritter wurde.

Albon versucht sich Mut zuzusprechen

Albon wirkte niederschlagen, wollte sich selbst aber (noch) Mut machen. “Ich würde nicht sagen, dass das Wochenende furchtbar war”, sagte er mit leiser Stimme, ”nur heute war es nicht sehr gut. Wir haben durch den Defekt in Q3 Zeit auf der Strecke verloren, und der Wind dreht hier die ganze Zeit, und auch die Balance verändert sich damit.”

Allein: Noch springt Teamchef Horner seinem Nummer-Zwei-Piloten zur Seite. Der Batterietausch am Vormittag habe eine gute Vorbereitung verhindert, sammelt der Brite fast schon krankhaft weiter Argumente für einen weiteren Verbleib von Albon im Top-Team. Was Horner bewusst nicht erwähnte: Erst Albons Unfall hatte den Tausch der Batterie notwendig gemacht. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Der Thailänder, so sieht es im Moment aus, bewegt sich in einem Teufelskreis, aus dem er nur noch sehr schwer herauskommt.

Diese Abwärtspirale erinnert an den steilen Abstieg, den im Vorjahr auch Pierre Gasly an der Seite von Max Verstappen erlebte. Es gab Crashs, schlechte Rundenzeiten, immer mehr Druck und weniger Selbstvertrauen – mit dem Ergebnis, dass der Franzose ins Schwesterteam von Alpha Tauri degradiert wurde und Albon dessen Platz bekam. Den Aufstieg, den die Red-Bull-Macher vor gut einem Jahr Albon zugetraut hatten, erweist sich jetzt wohl doch als zu steil.

Vettel zu Red Bull noch nicht vom Tisch

Fest steht: Einer wird sich die weitere Entwicklung bei Red Bull ganz genau anschauen: Sebastian Vettel (33). Der Noch-Ferrari-Star hat die Möglichkeit zu Aston Martin zu wechseln. Sein Wunschteam aber ist Red Bull. Das Einzige, was Albon dort noch vor der Degradierung schützt, ist sein thailändischer Pass. Der Halb-Brite genießt den Segen von ganz oben. 51 Prozent von Red Bull gehören einer thailändischen Familie. Die will Albon immer noch im Haupt-Auto sehen. 

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Aber: Wenn Albon langfristig nicht performt, wird ihn auch seine Herkunft nicht mehr schützen. Alpha Tauri-Teamchef Franz Tost gibt einen ersten Hinweis, dass die Personalie Vettel intern noch immer nicht abgehakt ist. Der Österreicher, ein bekennender Fan des Deutschen, sagt: “Fahrerentscheidungen treffen bei Red Bull andere. Meistens im September oder Oktober. Warten wir mal ab.” (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Auch sein Team könnte im Fahrer-Wechsel-Dich-Spiel eine entscheidende Rolle spielen. Wird der Racing Point, die rosa Mercedes-Kopie, trotz Renault-Protest für legal erklärt, will Red Bull nur noch ein Chassis bauen – für Red Bull und Alpha Tauri. Dann ist es fast schon egal, wo Vettel fährt und wo Albon. Beide hätten dieselben Voraussetzungen innerhalb der Red Bull-Familie.

Viele Defekte bei Vettel

Dass Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko immer noch ein besonderes Auge für Sebastian Vettel hat, zeigt auch die folgende Beobachtung. Zu SPORT1 sagt der Österreicher: “Es ist uns ein Rätsel, wo Leclerc (Platz vier) die Geschwindigkeit hergeholt hat. Er war schneller auf den Geraden als wir. Allerdings scheint das nur bei ihm der Fall gewesen zu sein, nicht bei Vettel.”  

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Der Heppenheimer war auf Platz zehn fast eine Sekunde langsamer als Teamkollege Leclerc. Entscheidender aber ist: Obwohl in Vettels Ferrari seit Freitag der Defektteufel steckte und er gar keine Chance hatte, auf dem gleichen Niveau wie Teamkollege Leclerc zu fahren, hat er immer noch die Ruhe weg.

Auch wegen seiner starken Nerven schaffte er es mit dem waidwunden Ferrari in den letzten Qualifyingabschnitt. Und starke Nerven sind genau das, was Red Bull am Ende des Tages sehen will. 

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Verstappen vom Hülkenberg-Comeback beeindruckt

Viel hat wahrlich nicht gefehlt und Rückkehrer Nico Hülkenberg hätte seinen Racing-Point-Teamkollegen Lance Stroll direkt bei seinem ersten Qualifying in dieser Saison aus den Top 10 geworfen.

“Schade. Eigentlich hat nur ein Zehntel oder etwas mehr gefehlt”, sagte Hülkenberg selbst nach dem Qualifying – und stellte damit sein Licht noch unter den Scheffel. (Formel 1, Großer Preis von Großbritannien, So., ab 15.10 Uhr im LIVETICKER)

Tatsächlich waren es gerade einmal 0,065 Sekunden, die Hülkenberg – der in Silverstone an diesem Wochenende für den am Coronavirus erkrankten Sergio Perez einspringt – von einem Sprung in die dritte Qualifying-Session trennten.

Stroll hat großes Glück in Q2

So landete der Emmericher am Ende nur auf Rang 13, während sein Teamkollege riesiges Glück hatte und nur ins Q3 kam, weil er seine identische Zeit früher als Alpha-Tauri-Pilot Pierre Gasly gefahren hatte.

Im letzten Qualifying-Abschnitt verbesserte sich Stroll dann deutlich und fuhr auf den sechsten Rang, weshalb der Abstand zu Teamkollege Hülkenberg in der Startaufstellung am Sonntag deutlich sein wird. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

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Deshalb ärgerte sich Hülkenberg bei Sky auch ein wenig, denn “das Auto hat die Pace”. Doch der 32-Jährige wusste das Abschneiden auch realistisch einzuschätzen: “Es wäre auch utopisch, zu erwarten, dass beim ersten Mal alles glattgeht.”

Nacken bereitet Hülkenberg Probleme

Mühe bereitete ihm vor allem sein Nacken: “Der Nacken streckt im Moment die Zunge raus. Wenn man über acht Monate diese g-Kräfte nicht gewohnt ist, dann ist klar, dass das nicht ganz passen kann und sehr, sehr schwierig ist für mich im Auto.” (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Das wird im Rennen für Hülkenberg wahrscheinlich noch schwieriger, wenn 52 Runden zu fahren sind. Doch mit “dem schnellsten Auto, dass ich je gefahren bin” sollten Punkte für Hülkenberg im Bereich des Möglichen sein.

Verstappen und Albon loben

Womöglich erhält Hülkenberg sogar am nächsten Wochenende noch eine zweite Chance, denn Teamchef Otmar Szafnauer kündigte bei Motorsport.com an: ”Falls Perez für beide Rennen ausfällt, wird Nico in beiden Rennen fahren.”

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Bei den Fahrerkollegen sorgte das kurzfristige Comeback indes für Bewunderung. “Sehr beeindruckend”, befand Red-Bull-Pilot Alex Albon.

Und auch Max Verstappen fand lobende Worte: “Er sollte sowieso hier sein, denn ich finde, dass er noch immer einen Platz in der Startaufstellung verdient hat.” 

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Herumfliegendes Teil im Cockpit: Ferrari raubt Vettel den Nerv

Sebastian Vettel hing kopfüber im Cockpit seines Ferrari, seine Mechaniker standen ratlos daneben. Ein herumfliegendes Teil im Fußraum raubte dem viermaligen Weltmeister den Nerv, finden ließ sich das Corpus Delicti aber nicht.

Am Ende reichte es für Vettel beim Training zum Grand Prix in Silverstone nur zu einem 18. Platz, nachdem die Mittagssession einem defekten Ladeluftkühler an seinem Auto zum Opfer gefallen war. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

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Während das Interesse vor allem dem vielbeachteten Comeback von Nico Hülkenberg im Racing Point galt und einer erstaunlichen Tagesbestzeit für dessen Teamkollegen Lance Stroll, erlebte Vettel einen Tag zum Vergessen. (Formel 1: Qualifying in Silvestone am Samstag ab 15 Uhr im LIVETICKER).

Mysteriöse Probleme bei Vettel 

Wieder mal, mochte man denken. Erneut ließ der störrische Ferrari ein besseres Ergebnis offenbar nicht zu.

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Vettel brachte mittags nur zwei Runden zustande, ehe ihn sein Arbeitsgerät ausbremste. Bis dahin hatte der viermalige Weltmeister noch keine Zeit auf der Uhr. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Im zweiten freien Training am Nachmittag störte Vettel ein herumfliegendes Teil im Cockpit seines Autos, doch weder er selbst noch seine Mechaniker fanden den Störfaktor.

So blieb dem Heppenheimer nur Platz 18 im zweiten Training als bestes Tagesergebnis, hinter ihm folgten nur noch Kevin Magnussen im Haas und Nicholas Latifi im Williams.

Besser machte es Vettels Teamkollege Charles Leclerc, der im zweiten Training immerhin Vierter wurde.

Ruhig angehen ließ es das Weltmeister-Team: Mercedes-Frontmann Lewis Hamilton begnügte sich in den beiden Sessions vorerst mit den Plätzen zwei und fünf.

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"Pobacke wird taub" – so lief Hülkenbergs irres F1-Comeback

So schnell kann das manchmal gehen: Nico Hülkenberg hat beim freien Training zum britischen Grand Prix in Silverstone sein vielbeachtetes Formel-1-Comeback mit einer Top-10-Platzierung aus dem Stand gekrönt.

Für Racing Point saß der 32-Jährige erstmals seit 2019 wieder in einem Boliden während eines Trainings – als Ersatz für den positiv auf Corona getesteten Mexikaner Sergio Perez.

Am Ende nahm der frühere Renault-Pilot zufrieden den Helm wieder ab – und gab sich in Plauderlaune mit bemerkenswerten Statements.  

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 Die Abläufe für das gelungene Comeback waren denn auch kurios: 15 Minuten vor dem ersten freien Training zwängte sich Hülkenberg in Windeseile in einen Overall seines neuen Teamkollegen Lance Stroll, der im 2. Training die Tagesbestzeit fuhr, während Sebastian Vettel im Ferrari einen Arbeitstag zum Vergessen erlebte.  

Nach einer Stunde auf der Strecke bat er Racing Point dann um eine Auszeit. “Kann ich eine kurze Pause machen?”, funkte Hülkenberg an die Box: “Meine rechte Pobacke wird taub, da unten ist ein Druckpunkt.” (Formel 1: Qualifying in Silvestone am Samstag ab 15 Uhr im LIVETICKER).

Hülkenberg in Hauruck-Aktion ins Cockpit

Der in einer Hauruck-Aktion auf seine Maße angepasste Sitz ließ noch ein paar Wünsche offen. Es ist eben alles nicht so einfach, wenn man in weniger als 24 Stunden vom Formel-1-Ruheständler zum Teilzeit-Stammfahrer in einem der angesagtesten Rennställe des Jahres wird. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Dennoch landete Hülkenberg an seinem ersten Trainingstag nach neun Monaten Formel-1-Pause zweimal in den Top Ten.

“Ich war am Donnerstag auf dem Weg zum Nürburgring für ein anderes Rennprojekt, als der Anruf von Otmar Szafnauer (Racing-Point-Teamchef, d. Red.) kam”, erzählte der “Hulk”, der im Netz auch wegen seiner pinken Arbeitskluft gefeiert wurde.  

Es fühle sich für ihn “jetzt etwas surreal an, aber ich mag eine gute Herausforderung, und dies ist sicherlich eine.”

Hülkenberg wird an diesem und möglicherweise auch am nächsten Wochenende in Silverstone anstelle von Perez im Racing Point sitzen – einem der aktuell stärksten Autos im Feld.

Der 33-Jährige steuert sonst neben Teameigner-Sohn Lance Stroll den zweiten “Pink Panther” in der Heimat des britischen Motorsports. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

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Perez entschuldigt sich und ist traurig

Perez entschuldigte sich derweil via Twitter und sprach vom “traurigsten Tag meiner Karriere”.

Er habe alle Sicherheitsmaßnahmen befolgt, als er nach dem Rennen in Ungarn zu seiner bei einem Unfall schwer verletzten Mutter nach Mexiko geflogen war: “Ich habe alles getan, was nötig war, ich weiß nicht, wie es zu diesem Testergebnis kommen konnte.”

Konsequenzen seines Arbeitgebers, den er offenbar nicht um Erlaubnis für den Trip gebeten hatte, muss Perez wohl nicht befürchten.

“Er hat sich an alle Auflagen gehalten, er ist nicht Linie geflogen, und deshalb ist das für uns okay”, sagte Szafnauer dem Motorsport-Magazin: “Im Nachhinein ist man immer schlauer, aber er hat nichts falsch gemacht.”

Hülkenberg wiederum fuhr bis 2016 mit einer Unterbrechung vier Jahre lang für Racing Points Vorgänger-Rennstall Force India und ist derzeit ohne Vertrag.

Zuletzt war der Emmericher von 2017 bis 2019 für Renault aktiv und hatte im Vorjahr keinen neuen Kontrakt mehr für 2020 erhalten. In diesem Jahr arbeitet Hülkenberg auch als TV-Experte.

— 

mit sid 

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Erster F1-Fahrer hat Corona: Deutscher Ex-Pilot vor Comeback?

Der Formel 1 hat ihren ersten prominenten Coronafall: Racing-Point Pilot Sergio Perez wurde positiv auf das Virus getestet, dies bestätigte der Rennstall in einer offiziellen Mitteilung.

Zuvor konnte am Donnerstag zunächst aufgrund eines “unklaren” Testergebnisses nicht an der obligatorischen Presserunde vor dem Großen Preis von Großbritannien teilnehmen – nun hat sich der Verdacht auf eine Infektion bestätigt. Den Grand Prix wird er somit verpassen. 

Schon seit dem ersten auffälligen Test befindet sich der Mexikaner in Quarantäne und bleibt der Strecke in Silverstone fern. Er habe keine körperlichen Beschwerden, erklärte sein Rennstall. 

Nico Hülkenberg wurde am Donnerstag als erster Anwärter auf das freie Cockpit bei Racing Point gehandelt. 

Hülkenberg hätte bei Kurz-Comeback gute Chancen

Britische Medien hievten den 32-Jährigen am späten Abend gar in den Favoritenstatus, Hülkenbergs Management war für ein Statement zunächst nicht zu erreichen. Der Rheinländer hatte nach der vergangenen Saison sein Cockpit bei Renault verloren und sich nach zehn Jahren aus der Königsklasse verabschieden müssen. 

Das Racing-Point-Team kennt er gut. Im Jahr 2012 und von 2014 bis 2016 fuhr Hülkenberg für den Rennstall, der damals noch Force India hieß. Ein Comeback hätte nicht nur deshalb Charme: In seiner gesamten Formel-1-Karriere war er nie aufs Podest gefahren, mit dem derzeit sehr starken Racing Point hätte er nun ausgerechnet bei einem Kurz-Comeback gute Chancen auf diesen Coup.

Die Motorsport-Königsklasse hatte ihre Saison Anfang Juli mit strengen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen aufgenommen. 

Die Anzahl der Personen im Fahrerlager wurde auf ein Mindestmaß reduziert.

Zudem soll während der Rennwochenenden streng darauf geachtet werden, dass die jeweiligen Teilnehmer ihre “Blase” nicht verlassen, damit auch bei positiven Fällen so wenige Personen wie möglich in Quarantäne geschickt werden müssen. 

Mehr als 4000 Tests pro Woche

Rund um die Rennen werden mehr als 4000 Tests pro Woche bei Fahrern, Teamangehörigen und weiterem Personal durchgeführt.

Während der ersten beiden Saisonläufe in Spielberg gab es dabei kein positives Ergebnis.

Die ersten beiden Coronafälle traten anschließend in der Woche des Ungarn-Rennens auf, betrafen aber keinen der Hauptdarsteller.

Perez war zuletzt vor allem aufgrund seiner Vertragssituation unfreiwillig in die Schlagzeilen geraten: Racing Point könnte ihn im kommenden Jahr durch Sebastian Vettel ersetzen, der Ferrari nach dem Saisonende verlässt.

— 

mit Sport-Informations-Dienst

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Norris in Silverstone mit Helm-Design von Sechsjähriger

Lando Norris geht beim Großen Preis von Großbritannien am Sonntag mit einem außergewöhnlichen Helm an den Start (Formel 1: Großbritannien-GP ab 15.10 Uhr im LIVETICKER).

Der Helm ist weiß und insgesamt eher schlicht gehalten – was daran begeistert, ist die Geschichte dahinter. Denn das Design stammt von dem sechsjährigen Mädchen Eva Muttram, deren Entwurf der McLaren-Pilot bei seinem Wettbewerb aus etlichen Vorschlägen auswählte. 

Auf dem Helm ist das Logo des britischen Rennfahrers in Schwarz und sein Namensschriftzug in Blau und Orange zu sehen, außerdem ein kleines Auto sowie die üblichen Sponsorenkleber.

“Ich liebe das Design”, sagte Norris. “Es ist viel Weiß dabei, aber es ist trotzdem nett. Durch die Farben ist es sehr originell geworden. Daher vielen Dank, Eva!” Die Zeichnung erinnere den 20-Jährigen “sehr an mich selbst, als ich noch jünger war, Helme designt, gemalt habe.”

“Es ist einfach ganz anders als das, was ich gewohnt bin”, meinte Norris, weil “der ganze Glitzer und Glamour und dies und das” weggelassen worden sei.

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Formel 1: Rennen in Monza hinter verschlossenen Türen

Der Große Preis von Italien am 6. September in Monza wird ohne Zuschauer stattfinden. Das gab der Streckenbetreiber am Mittwoch bekannt.

Das Formel-1-Heimspiel von Ferrari ist in normalen Jahren eines der stimmungsvollsten Rennen, “aufgrund der anhaltenden Ungewissheit im Zusammenhang mit COVID-19″ sei aber man zu diesem Schritt “gezwungen”, teilte das Autodromo di Monza mit.

Die ersten drei Rennen der bisherigen Saison in Österreich und Ungarn fanden wegen der Pandemie jeweils hinter verschlossenen Türen statt, auch die nächsten beiden Läufe am 2. und 9. August im britischen Silverstone werden als Geisterrennen ausgetragen.

Bislang ist offen, wann die Formel 1 den Fans wieder Zugang zur Strecke gewährt.

Der Nürburgring, am 11. Oktober Gastgeber des elften Saisonrennens, bemüht sich nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit der Politik darum, die Ränge zumindest teilweise zu öffnen. 

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Jordan ätzt gegen Vettel: Leclerc hat ihn "komplett zerlegt"

Die Zukunft des viermaligen Weltmeisters Sebastian Vettel ist weiterhin ungewiss.

Sein Abschied von Ferrari nach der Saison ist sicher und viele Plätze in der Formel 1 sind bereits besetzt – doch vor allem Racing Point gilt als möglicher zukünftiger Arbeitgeber.

Eddie Jordan rät dem über viele Umbenennungen und Verkäufe aus Jordan Grand Prix hervorgegangene Team davon aber ab – obwohl der 72-Jährige 1998 mit Damon Hill selbst einen Weltmeister in sein Team geholt hatte und so seinen ersten Grand Prix Sieg feiern konnte.

Diesen Schachzug würde er mit Vettel als viermaligen Weltmeister heute aber nicht mehr wiederholen, wie er im Podcast F1 Nation erklärte.

“Wahrscheinlich nicht. Es gibt viel zu viele junge Burschen, die nachkommen. Noch vor einem Jahr hätte ja niemand geglaubt, dass ihn Charles Leclerc in ihrem ersten gemeinsamen Jahr komplett zerlegen würde. Doch genau das ist passiert”, führt der Ire aus.

Vettel nicht mit der gleichen Magie

Bei Vettel fehle das “gewisse Feuer” und es sei schwer in diesem Alter, die gleiche Magie wie einst bei Red Bull zu entfachen. Jordan setzt lieber auf junge und eingespielte Teams.

“Und selbstverständlich ist Vettel als vierfacher Weltmeister auch ein großer Gewinn für jedes Team. Aber würdest du das Team, das Sergio (Perez, Anm. d. Red.) hat, plus Einnahmen, plus Geld und einen guten Fluss innerhalb des Teams, zerstören?”, grübelt Jordan.

Hamilton um Meilen voraus

Ob Vettel in einem Mercedes mit Lewis Hamilton auf Augenhöhe fahren könnte, sieht Jordan ebenfalls kritisch. Gerade im Kopf ist der 33-Jährige aktuell einfach nicht fokussiert genug. 

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“Willst du mir sagen, dass er in einem ähnlichen Auto Kopf-an-Kopf mit Lewis Hamilton kämpfen könnte? Gerade kann er das, psychologisch, nicht einmal mit Charles Leclerc”, sagte Jordan: “Kann er es mit Lewis? Ich denke das nicht – und das ist die Art, wie ich das betrachten würde, wenn ich der Teamchef wäre.”

Harte Worte vom ehemaligen Rennstall-Besitzer – doch wichtiger für Vettel wird sein, wie Racing Point die Situation einschätzt.

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So düster sieht der Ferrari-Boss die Zukunft

Düstere Zeiten für Ferrari in der Formel 1 – und Besserung ist wohl so schnell nicht in Sicht.

“Heute legen wir die Grundlagen, um wettbewerbsfähig zu sein und um Siege zu fahren, wenn die Regeln sich 2022 ändern. Davon bin ich überzeugt”, sagte niemand geringeres als Ferrari-Boss John Elkann in der italienischen Gazzetta dello Sport.

Ein Schlag ins Gesicht für die Ferrari-Fans, denn damit ist auch klar, neben der laufenden Saison, hakt man bei der Scuderia auch die kommende Saison bereits ab.

Ferrari-Boss über Probleme: “Man wird es wieder sehen”

Mit Blick auf den aktuellen Boliden “SF1000″ meinte Elkann, das Auto habe “Designfehler” und das Team sei daher nicht konkurrenzfähig. “Man konnte es auf der Strecke sehen und man wird es wieder sehen”, meinte der Nachfolger von Sergio Marchionne.

Im kommenden Jahr sollte ursprünglich bereits mit den neuen Regeln gefahren werden, doch aufgrund der Corona-Pandemie wurde dies um ein weiteres Jahr nach hinten geschoben. Stattdessen wird 2021 nahezu mit den identischen Autos wie in diesem Jahr gefahren. Elkann erklärte, dass dies Ferrari “sehr hart” treffe, aufgrund des schwachen Starts.

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Er ergänzte: “Außerdem müssen wir realistisch und uns der grundsätzlichen Probleme des Motors, mit denen wir seit zehn Jahren leben, bewusst sein.“

Anschließend äußerte sich der Ferrari-Boss zum umstrittenen Teamchef Mattia Binotto. Dieser habe “den Charakter und die Fähigkeiten”, um eine neue Ferrari-Ära zu prägen.

Ferrari-Boss: Darum musste Vettel gehen

Auch über das Aus von Sebastian Vettel sprach der 44-Jährige und fand deutliche Worte.

“In den vergangenen zehn Jahren hatten wir Champions wie Alonso und Vettel, die bereits als Weltmeister kamen, sagte Elkann: “Aber es ist unzweifelhaft schwieriger einen Neuaufbau zu starten und geduldig zu sein für Fahrer, die bereits etwas gewonnen haben, im Vergleich zu Fahrern, die die Zukunft noch vor sich haben.“

Und so geht Ferrari in der kommenden Saison mit Charles Leclerc und Carlos Sainz ins Rennen. Im Hinblick auf den Neuaufbau für 2022, meinte Elkann: “Leclerc und Sainz werden Maranello zu ihrer Heimat machen, um nah bei unseren Ingenieuren zu sein. Der neue Motor wird mit ihnen zusammen geboren werden.”

Doch davor kommen auf den italienischen Traditionsrennstall wohl düstere Zeiten zu.

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