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Ex-Mercedes-Boss: "Bei Ferrari wäre Lewis kein Siegfahrer"

Der ehemalige Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hat mit einem drastischen Vergleich die Schwäche von Ferrari skizziert.

Wenn Lewis (Hamilton; Anm. d. Red.) jetzt im Ferrari wäre, wäre er auch kein Siegfahrer. Das kann man sagen. Dazu muss man kein ausgewiesener Experte sein”, meinte Haug im Gespräch mit Sky. 

Haug zufolge zeigen die Ergebnisse von Sebastian Vettel und Charles Leclerc das Potenzial des italienischen Boliden. Mehr sei schlichtweg nicht möglich. 

Nach drei Rennen liegt die Scuderia nur auf Rang fünf in der Konstrukteurswertung und hat gerade einmal einen Podestplatz eingefahren. Zudem sorgt die Team-Hierarchie mit Mattia Binotto als einzigem Entscheider an der Spitze des Teams für zusätzliche Unruhe. Ferrari hat im Zuge dieser Kritik bereits Umstrukturierungen in der Führungsebene angekündigt.

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Haug über Ferrari: “Das System hat sich überholt”

“Ich glaube, das System hat sich überholt. Die Aufstellung, die man bei Ferrari hat, unterscheidet sich einfach von einer Mercedes-Aufstellung. Dort gibt es flachere Hierarchien, breit aufgestellt”, begrüßte Haug die Pläne des Rennstalls aus Maranello

Sein ehemaliges Team lobte Haug dagegen in den höchsten Tönen. Mercedes zeige in den vergangenen sechs Jahren eine Leistung, die “ihresgleichen in der Geschichte des Rennsports” suche. 

Man könne höchstens auf “Ausnahmerennen” hoffen, “durch ein Safety-Car oder durch Regen. Dann muss man da sein, falls Mercedes patzen sollte”, sagt Haug. “Aber so deutlich wie jetzt war die Überlegenheit aus meiner Erinnerung noch nie.”

Haug war von 1990 bis 2012 Motorsportchef bei Mercedes. Während seiner Amtszeit gelangen dem Team drei Formel-1-Weltmeistertitel.

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Historische Krise? So schlimm stand es schon um Ferrari

Ferrari ist das älteste Team, Ferrari ist das erfolgreichste Team, Ferrari ist vielleicht sogar das beliebteste Team der Formel 1. Aber sportlich sind die Italiener seit Jahren nicht mehr die Besten.

Der Saisonstart 2020 ist ein echtes Debakel: Statt mit Mercedes und Red Bull um Siege zu kämpfen, duelliert man sich mit Racing Point und McLaren um Mittelfeld-Positionen. Resultat: Derzeit liegt die Traditionsmannschaft nur auf Rang fünf. In Ungarn wurden die beiden roten Renner von Sebastian Vettel und Charles Leclerc überrundet. “Der Gegenwind in Italien wird jetzt auf Sturmniveau ansteigen”, sagt Experte Timo Glock.

Dabei ist Ferrari eigentlich selbst in schlechten Jahren irgendwie immer vorn dabei. Seit 1982 belegten die Italiener in jeder Saison mindestens den vierten Platz in der Konstrukteurs-WM. Und bis auf sechs Ausnahmen gehörte Ferrari immer zu den besten Drei.

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Lauda bringt Ferrari auf Titelkurs

Zuletzt war die Scuderia im Jahr 2014 nur Vierter – in der ersten Saison der aktuellen 1,6-Liter-Turbo-Hybridmotoren hatte man einen gravierenden PS-Nachteil. Mercedes dominierte, Red Bull baute wenigstens ein gutes Chassis und sogar das heutige Hinterbänklerteam Williams platzierte sich vor Ferrari.

Auch 2009 hat Ferrari die Regel-Revolution völlig verpasst. Damals wurde die Aerodynamik beschnitten, was das Feld durcheinandergewürfelt hat. Brawn GP wurde überraschend Weltmeister, Red Bull stieg zum Spitzenteam auf und auch McLaren kam vor Ferrari in die Wertung.

Aber es geht noch schlechter. Zwei Mal kam Ferrari nur auf Rang fünf der Konstrukteurswertung: 1967 und 1981. Drei Mal war die Scuderia sogar nur Sechster: 1962, 1969 und zuletzt 1973. Niki Lauda krempelte das Team anschließend um, redete in seiner typisch rational-direkten Art Tacheles und brachte die Scuderia auf Titelkurs. “Shitbox”, “Scheißkiste”, ist der Ausdruck, der durch den Film “Rush” weltweit bekannt wurde. 1975 wurde er Weltmeister mit den Roten.

1980: Albtraum-Saison für Ferrari

Doch die mit Abstand schlimmste Saison erwischte Ferrari 1980. Im Jahr zuvor holte man sich mit Jody Scheckter noch den WM-Titel. Dann erfolgte der Totalabsturz: Rang zehn, schlechter als Williams, Ligier, Brabham, Renault, Lotus, Tyrrell, Arrows, Fittipaldi und McLaren. Sogar das brasilianische Privatteam von Emerson Fittipaldi war am Ende vor dem großen Konzern aus Maranello. Die größte Demütigung setzte es beim Kanada-GP: Champion Scheckter konnte sich für das Rennen noch nicht einmal qualifizieren!

Was war passiert? Ferrari trat in einer Zeit, in der eine technische Raffinesse nach der anderen die Formel 1 revolutionierte, auf der Stelle. Renault brachte den Turbo-Motor immer besser ans Laufen. Die Scuderia dagegen setzte mit dem V12-Triebwerk auf alte, schwere Technik. Das Triebwerk ließ sich nur schwer ins Auto integrieren, die Aerodynamik litt. Gerade dort gab es mit dem Ground-Effect- und Flügel-Autos immer mehr Innovationen. Nur von Ferrari nicht.

Was den Italienern aber Hoffnung machen kann: Nach jeder Krise ging es auch wieder bergauf.

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4. Eingriff! Zanardi muss erneut operiert werden

Der bei einem schweren Handbike-Unfall verunglückte frühere Formel-1-Pilot Alessandro Zanardi ist erneut neurochirurgisch operiert worden. Dies teilte die Mailänder Klinik San Raffaele mit, in die der 53-Jährige am Freitag verlegt worden war. 

Bei der neurochirurgischen Operation, der vierten seit dem Unfall vor gut fünf Wochen, wurden einige Komplikationen behoben, berichtete die Klinik in einer Presseaussendung am Montag.

Zustand von Zanardi jetzt wieder stabil

Der Eingriff sei bereits am Samstag erfolgt, einen Tag nachdem sich Zanardis Zustand verschlechtert hatte und er das Rehabilitationszentrum im lombardischen Costa Masnaga verlassen musste. Der derzeitige Zustand Zanardis sei “stabil”, berichteten die Ärzte.

Der viermalige Paralympics-Sieger Zanardi hatte bei dem Unfall in der Toskana am 19. Juni die Kontrolle über sein Handbike verloren und war mit einem Lastwagen kollidiert.

Er erlitt dabei schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen. 2001 hatte Zanardi bei einem schweren IndyCar-Unfall auf dem Lausitzring beide Beine verloren.

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Sind die Silberpfeile sogar noch viel stärker?

Nach dem Triple-Header mit den beiden Rennen in Spielberg und zuletzt auch beim Grand Prix in Budapest dominiert Mercedes mit Lewis Hamilton und Valtteri Bottas aktuell nach Belieben das Geschehen in der Formel 1.

Auch in der Konstrukteurswertung sind die Silberpfeile in der noch jungen Saison in einer anderen Liga unterwegs, haben schon 121 Punkte gesammelt – und damit doppelt so viele wie Verfolger Red Bull.

Mehr noch: Saisonübergreifend gewann Mercedes sogar acht der vergangenen neun Rennen – Hamilton entschied davon allein fünf für sich.

Doch womöglich hat der Rennstall seine Möglichkeiten dabei noch nicht einmal voll ausgeschöpft, wie nun Ralf Schumacher erklärt.

Schumacher: “Mercedes maximal bei 80 Prozent”

“Wir haben noch nicht gesehen, was der Mercedes kann”, sagte der Ex-Pilot und heutige TV-Experte bei Sky.

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Und fügte an: “Das ganze letzte Jahr, ab Mitte der Saison, bin ich fest der Überzeugung, dass Mercedes maximal 80 Prozent gezeigt hat. Da befinden wir uns gerade wieder. Ich glaube, dass da noch viel mehr Potenzial ist.”

Schumacher schwärmt vor allen von dem Gesamtauftritt des Rennstalls – es gehe nicht nur um Hamilton, der eine “enorme Übersicht” und ein “extremes Talent habe, sondern um das Team an sich, das auch neben der Rennstrecke glänze. 

“Es ist immer wieder so schön anzusehen, die Kommunikation im Rennen, die Boxenstopps, die Ideen, die die haben”, führte Schumacher weiter aus. Nicht nur das Auto bei Mercedes läuft aktuell wie geschmiert, das Team und seine Philosophie scheinen zu stimmen.

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Höhere Gewalt: Formel 1 will Weltmeister krönen

Der Kalender der Formel-1-Saison nimmt immer konkretere Züge an.

Erst am Freitag haben die Vermarkter der Königsklasse bekanntgegeben, dass im Herbst mit den Rennen am Nürburgring, im portugiesischen Portimao und in Imola drei weitere Grands Prix ausgetragen werden. Damit steigt die Zahl der bestätigten Rennen in diesem Jahr auf 13.

Das reicht jedoch immer noch nicht, um am Ende einen offiziellen Weltmeister zu küren. Denn dafür müssten laut Artikel 2.4.3.b.ii des Internationalen Sportkodex der FIA mindestens auf drei Kontinenten Rennen stattfinden. Bislang gehen sämtliche Rennen in Europa über die Bühne. Im besten Fall könnten die beiden letzten Grands Prix in Asien (Bahrain und Abu Dhabi) noch dazukommen. (SERVICE: Stand Fahrer-WM)

FIA will sich auf höhere Gewalt berufen

Der Internationale Automobilverband FIA will dennoch daran festhalten, nach der Saison einen Champion zu küren – und wird dabei aller Voraussicht nach auf eine Notregel zurückgreifen.

Wie Auto, Motor und Sport zuerst berichtete, will sich die FIA in diesem Fall auf höhere Gewalt wegen der Coronavirus-Pandemie berufen. 

Auch SPORT1 weiß: Die FIA plant, das WM-Siegel am Ende der Saison zu verleihen und die Nicht-Einhaltung des Sportkodex mit höherer Gewalt zu erklären. Es würde also eine Corona-Ausnahmeregelung geben, der die FIA problemlos zustimmen dürfte. 

Ähnlich hatte sich Anfang Juni bereits Formel-1-Sportchef Ross Brawn geäußert, als noch mit weitaus weniger Rennen geplant werden konnte. ”Theoretisch reichen die acht Europarennen für eine Weltmeisterschaft”, hatte der Brite bei Motorsport-Total-com klargeestellt.

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Vettel wollte Schumacher-Rekorde vor Hamilton retten

Läuft in der Formel 1 alles normal, dann dauert es nicht mehr lange, bis Lewis Hamilton die letzten verbliebenen Rekorde von Michael Schumacher einholt und überbietet. 

Mit dem Sieg beim Großen Preis von Ungarn hat der Brite am vergangenen Wochenende bereits den nächsten Meilenstein geknackt. Zum achten Mal siegte der Mercedes-Pilot auf dem Hungaroring. Acht Siege auf einer Strecke waren zuvor nur Schumacher im französischen Magny-Cours gelungen.

Und es dürfte so weitergehen. Den Rekord der meisten Podestplätze kann Hamilton bereits beim nächsten Rennen egalisieren, auch die insgesamt 91 Siege sind im September greifbar. Und selbst die früher als uneinholbar geltenden sieben WM-Titel könnte Hamilton nach der laufenden Saison eingeholt haben. 

“Das habe ich nicht wirklich im Kopf, das befindet sich nicht einmal in der Nähe meiner Prioritäten”, wiegelt Hamilton jeden Gedanken daran nach wie vor – zumindest öffentlich – ab.

Rekorde von Schumacher in Gefahr

Für viele Schumacher-Fans ist das mögliche Ende der Rekorde ihres Idols eine schreckliche Vorstellung. Und auch für Sebastian Vettel galt es eigentlich, dies zu verhindern. “Ich hatte gehofft, Lewis ein paar WM-Titel abnehmen zu können, damit Michaels Rekorde länger stehen”, sagte der Deutsche am vergangenen Wochenende im Interview mit Martin Brundle für Sky Sports F1.

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Erfolgreich war diese Mission jedoch nicht. 

Inzwischen sei es laut Vettel zu spät, den Briten von seiner Rekordjagd abzuhalten. Dies liege vor allem an der schwachen Scuderia. “Wir sind etwas außer Schlagweite, um zu versuchen, ihn abzuhalten”, gab der viermalige Weltmeister zu.

Ferrari faszinierte Vettel

Dass er nach seinem Wechsel zu Ferrari versuchen wollte, in die riesigen Fußstapfen Schumachers in Maranello zu treten, bestritt Vettel indes. “Das wollte ich nicht wirklich. Ich war realistisch genug, dass ich nie buchstäblich in Michaels Fußstapfen treten wollte. Ich wollte, dass es für mich selbst funktioniert, nicht für Michael. Schade, dass es nicht geklappt hat.”

Auch für seinen Wechsel zur Scuderia sei Schumacher nicht entscheidend gewesen: “Ferrari war immer einer meiner Träume. Ich war von meiner Kindheit und Michael im roten Auto unfassbar inspiriert. Es ist eine faszinierende Marke.”

Doch obwohl Vettel in Rot kein WM-Titel gelang, blickt der Deutsche positiv zurück. “Wir hatten trotzdem gute Jahre und Highlights”, sagte Vettel und stelle klar: “Ich bedauere das nicht.”

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Schumachers Weltmeister-Macher soll Ferrari retten

Ferrari ist derzeit in der Formel 1 nur ein Schatten seiner selbst.

Nach den enttäuschenden Rennen in Spielberg folgte beim Großen Preis von Ungarn die nächste Demütigung. Zwar hatte Sebastian Vettel einen hervorragenden Start und schob sich auf Rang vier vor, doch nur drei Runden später war der Vorteil bereits wieder dahin.

Ferrari erwischte bei Vettels erstem Boxenstopp alles andere als ein gutes Zeitfenster. Beinahe zehn Sekunden musste der Heppenheimer warten, bis er endlich wieder Gas geben konnte. Viel verlorene Zeit. 

Als noch zwölf Runden zu fahren waren, machte Weltmeister Lewis Hamilton dann die Schmach perfekt. Der Brite überrundete mit Vettel auch den zweiten Ferrari im Rennen.

Ferrari strukturiert kräftig um

Für die Scuderia ist es schon jetzt eine Saison zum Vergessen. Die ersten Konsequenzen aus der Krise wurden nun gezogen: Ferrari strukturiert die Technikabteilung um. 

“Wir nehmen Änderungen an der technischen Seite der Organisation vor, um das Design und die Entwicklung im Bereich der Fahrzeugleistung zu beschleunigen. Diese Richtungsänderung war nötig, um klare Linien in Verantwortlichkeit und Arbeitsabläufe zu ziehen und gleichzeitig unser Vertrauen in die technische Qualität unserer Firma zu stärken”, sagte Teamchef Mattia Binotto.

Enrico Cardile wird Chef des neuen Entwicklungs-Departments – womit Binotto indirekt Macht abgibt. Die Abteilung von Cardile werde auf die Erfahrung von Rory Byrne und etablierten Ingenieuren wie etwa David Sanchez setzen können, erklärte Binotto.

Byrne mitverantwortlich für Schumacher-Ära

Interessant dabei: Byrne war früher schon Chefdesigner bei den Italienern – und zwar während der Erfolgsära von Michael Schumacher mit fünf Weltmeister-Titeln.

Nachdem er im Februar 2009 die Scuderia verließ, holte diese ihn für die Entwicklung des 2017er-Wagens als Berater wieder zurück. Vettel gewann daraufhin zwei der ersten drei Rennen.

Der Südafrikaner blieb im Hintergrund an Bord, doch nun soll seine Stimme wieder mehr Gehör finden, damit Ferrari an frühere Erfolge anknüpfen kann.

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Byrne steht ungern im Rampenlicht

Der heute 76-Jährige, der damals Aerodynamik der Dienstwagen von Michael Schumacher und Kollege Rubens Barrichello verantwortete, stand dabei nie im großen Rampenlicht.

Byrne kam 1981 mit dem Toleman-Rennstall, der am Ende der Saison 1985 von Benetton übernommen wurde, in die Formel 1 und war einer der großen Wegbereiter von Schumachers ersten zwei WM-Titeln (1994, 1995).

Danach wollte sich Byrne eigentlich aus der Königsklasse des Motorsports zurückziehen, um mehr Zeit für seine Familie zu haben, kehrte aber vier Monate später bereits zurück. Im Januar 1997 wurde er bei der Scuderia zum Chefkonstrukteur berufen.

Nur Newey noch erfolgreicher

Mit Schumacher als Fahrer holten seine Autos fünf weitere Titel und Byrne wurde zwischenzeitlich zum erfolgreichsten Fahrzeugkonstrukteur der Formel 1, ehe ihn Adrian Newey ablöste.

Auf den Rennstrecken ließ er sich dennoch selten blicken. ”Was soll ich an der Strecke? Ich habe an den Rennwochenenden keinerlei Funktion und würde so nur Zeit verschwenden, die ich im Büro besser nutzen kann”, erklärte Byrne einst.

Er überließ das Scheinwerferlicht lieber anderen und arbeitete stattdessen im Stillen an Möglichkeiten, die Autos noch schneller zu machen.

Ferrari will zurück an Spitze

Gelingt Byrne dieses Vorhaben auch heute noch?

Teamchef Binotto hat betont, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis das Team wieder an die Spitze der Formel 1 zurückkehren wird. Da das Reglement vorschreibt, dass das diesjährige Auto auch 2021 eingesetzt werden muss, rechnet das Team mit einem längeren Verbleib im Mittelfeld.

“Wir haben es mehrmals gesagt, aber es lohnt sich, es zu wiederholen: Wir haben begonnen, die Grundlagen für einen Prozess zu legen, der zu einem neuen und dauerhaften Siegeszyklus führen soll. Es wird einige Zeit dauern und wir werden Rückschläge erleiden. Wir müssen jedoch auf diese Mängel mit Kraft und Entschlossenheit reagieren, um so schnell wie möglich wieder an die Spitze dieses Sports zurückzukehren”, machte Binotto deutlich.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Byrne bei der Umsetzung dieses Vorhabens entscheidenden Anteil hätte.

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Offiziell: Formel 1 kehrt zum Nürburgring zurück

Die Rückkehr der Formel 1 auf den Nürburgring ist besiegelt.

Wie Pressesprecher Alexander Gerhard bei SPORT1 bestätigte, wird am 11. Oktober wieder auf dem Grand-Prix-Kurs in der Eifel gefahren werden. 

Ob dann schon wieder Zuschauer an der Strecke zugelassen werden, sei aufgrund der Corona-Verordnungen des Landes Rheinland-Pfalz noch nicht abschließend zu sagen. Man plane erst einmal ohne Zuschauer, sagte Gerhard, verwies aber auf Parallelen zum Fußball: “Wir machen das analog zur Fußball-Bundesliga. Auch die versuchen, das Thema Zuschauer vom Konstrukt und den Planungen her vorzubereiten. Auch wir schauen, unter welchen Gegebenheiten Zuschauer zugelassen werden. Wir arbeiten daran, dass es möglich wird.”

Hockenheim kommt nicht zum Zug

Zuvor war lange Zeit der Hockenheimring als Ersatzstandort für ein Grand-Prix-Wochenende vorgesehen gewesen. Offenbar aber scheiterte das Ansinnen daran, dass die dortigen Betreiber keinerlei Zusagen treffen konnten, was die Zulassung von Zuschauern betrifft.  

Wir konnten nicht in Aussicht stellen, wie sich das für Baden-Württemberg gestalten wird”, sagte Ring-Geschäftsführer Jorn Teske bei SPORT1.

Das Rennen, das aus lizenzrechtlichen Gründen nicht Großer Preis von Deutschland sondern Großer Preis der Eifel heißen wird, wird den letzten Block von Europa-Rennen im von Corona durcheinandergewirbelten Kalender eröffnen. Es folgen die Läufe in Portimao/Portugal (25. Oktober) sowie im italienischen Imola (1. November). Damit wären 13 Rennen terminiert. 15 WM-Läufe sind nötig, damit die Formel 1 bei den TV-Einnahmen keine Abstriche machen muss.

Vettel gewann letztes Nürburgring-Rennen

2013 hatte Sebastian Vettel (Heppenheim) den bislang letzten Formel-1-Lauf auf dem Nürburgring auf dem Weg zu seinem vierten Weltmeistertitel gewonnen. Der Große Preis von Deutschland machte seit 2014 viermal in Hockenheim Station, der Streckenbetreiber in der Kurpfalz hat seinen Verzicht am Donnerstag offiziell bestätigt.

Der weitere Verlauf der Saison bleibt diffus. Aufgrund der Coronavirus-Situation vor Ort sind Läufe in Brasilien, Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten in diesem Jahr angeblich ausgeschlossen.

China-GP unrealistisch

Auch ein Abstecher nach China erscheint hinfällig, nachdem die Behörden im Ursprungsland von COVID-19 jüngst beschlossen, dass bis auf die Testevents für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking bis Jahresende keine Sportveranstaltungen durchgeführt werden dürfen. Als Kandidaten in Asien kommen wohl nur noch die Premiere in Vietnam und das Comeback von Malaysia infrage.

Das Saisonfinale soll im Dezember am Persischen Golf steigen. Geplant sind zwei Rennen in Bahrain auf unterschiedlichen Streckenlayouts, gefolgt vom Abschlussrennen in Abu Dhabi.

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mit Informationen des SID

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FIA-Boss Todt: "Sind diesem Virus ausgeliefert"

Präsident Jean Todt vom Automobil-Weltverband FIA hat den Restart der Formel 1 inmitten der Corona-Pandemie gelobt, allerdings zu anhaltender Vorsicht aufgerufen.

“Die gesamte Vorbereitung und der Ablauf während und nach den Rennen war ein großer Erfolg. Aber wir können nicht den Sieg beanspruchen, denn wir sind diesem Virus ausgeliefert, bis wir einen Impfstoff haben”, sagte Todt im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP.

Am 5. Juli wagte die Motorsport-Königsklasse den um knapp vier Monate verspäteten Saisonstart in Spielberg/Österreich mit einem umfangreichem Hygienekonzept und deutlich reduziertem Personal.

Dennoch waren bei jedem der bislang drei Rennen mehr als 4000 Coronatests notwendig. Ein enormer Aufwand, der für Todt aber gerechtfertigt ist.

“Wir mussten den Motorsport wiederaufnehmen, wir mussten den Sport wiederaufnehmen, ebenso wie Geschäfte oder Restaurants wieder geöffnet werden mussten”, sagte der 74-jährige Franzose: “Wir konnten uns nicht vorstellen, unbegrenzt in unseren Häusern eingesperrt zu bleiben.”

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Hockenheim sauer: Wettbewerbsverzerrung pro Nürburgring?

Hockenheim ist raus aus dem Rennen um den Deutschland-Grand-Prix 2020.

Grund: Die Formel 1 wollte die Möglichkeit haben, Zuschauer zuzulassen. Doch die Verordnungen in Baden-Württemberg sind streng.

Jetzt ist der in Rheinland-Pfalz befindliche Nürburgring am Zug. Derzeit ist ein Rennen im Oktober im Gespräch.

SPORT1 sprach mit dem Geschäftsführer der Hockenheimring-GmbH Jorn Teske.

SPORT1: Herr Teske, der Deutschland-GP findet also 2020 nicht in Hockenheim statt?

Jorn Teske: Richtig. Eine Entscheidung ist schon getroffen: Es gibt 2020 keinen Deutschland-GP auf dem Hockenheimring. Das kann ich jetzt bestätigen. 

SPORT1: Wie kam es dazu?

Teske: Die Entscheidung ist sehr kurzfristig gefallen. Was klar ist: Von Anfang an sind wir mit einer gewissen Maßgabe über die wirtschaftlichen Grundkonditionen in die Gespräche gegangen. Wir wollten nicht auf Kosten sitzen bleiben, weil die Formel 1 bei uns fährt. Und wir wollten ungefähr das Geschäft machen, was ein normaler Streckenbetrieb uns ermöglichen würde. Weil wir in der Corona-Situation natürlich noch einmal extrem finanziell unter Druck geraten sind. Und da können wir es uns nicht leisten, tagelang die Strecke zu vergeben – auch nicht für die Formel 1. Das war von Anfang an klar und das war auch so von unseren Gesprächspartnern verstanden und akzeptiert worden. Ich glaube also nicht, dass das der ausschlaggebende Punkt war. 

SPORT1: Was war es denn?

Teske: Gerade in den jüngeren Gesprächen kam immer wieder die Frage nach Zuschauern bei einem Formel-1-Rennen auf. Da mussten und haben wir uns immer auf die gegenwärtige Corona-Verordnung bezogen. Darin sind Veranstaltungen mit vielen Zuschauern nicht möglich in Baden-Württemberg. Das ist nicht in allen Bundesländern so. Das wird unterschiedlich behandelt. Da kann es schon sein, dass die Aussicht auf Zuschauern in anderen Bundesländern auch zur Entscheidungsfindung beigetragen hat. Das ist aber spekulativ. Ob und mit welcher Geschwindigkeit sich die Verordnungen verändern werden, das kann man nicht sagen. Es wird ja an verschiedenen Lockerungen gearbeitet. Aber wir konnten nicht in Aussicht stellen, wie sich das für Baden-Württemberg gestalten wird. Auf der anderen Seite ist es für die Formel 1 natürlich schon interessant, Zuschauer zu generieren und Ticketeinnahmen zu haben.

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SPORT1: Wie enttäuscht sind Sie?

Teske: Wir haben uns jetzt monatelang sehr engagiert gezeigt. Anfangs haben wir über August gesprochen, dann über September, jetzt über Oktober. Wir haben immer in unsere Kalender geschaut und gesagt: Da können wir was möglich machen und hier. Da war schon viel Engagement da. Klar, dass da nun Verdruss auf unserer Seite zu spüren ist. Natürlich ist das enttäuschend für uns. Aber für uns ist es wichtig, dass wir gerade in diesem Jahr stabil wirtschaften. Da muss man auch mal standhaft bleiben in den Verhandlungen. Aus unternehmerischer Sicht haben wir da nichts falsch gemacht.

SPORT1: Sie leiden also tatsächlich unter dem föderalen System in Deutschland.

Teske: Uns stellt sich da tatsächlich die Frage, ob die unterschiedlichen Bedingungen in unterschiedlichen Ländern in diesem Fall nicht den Wettbewerb verzerren. Das ist etwas ernüchternd. Wir haben schon versucht, da noch was in Gang zu setzen, aber am Ende hat das nicht gefruchtet. Jetzt ist es für das Thema Formel 1 zu spät.

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