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Wirre Rassismus-Aussage von Ecclestone

Der langjährige Formel-1-Chef Bernie Ecclestone sieht in der Motorsport-Königsklasse kaum Bemühungen im Kampf gegen Rassismus.

“Niemand hat sich vorher darum gekümmert. Sie sind zu beschäftigt damit, Rennen zu gewinnen oder Sponsoren zu finden oder so”, sagte der 89-jährige Brite im Interview mit CNN Sport. Er sehe die Formel 1 allerdings nicht als rassistisch an.

Stattdessen sagte er: “In vielen Fällen sind Schwarze rassistischer als Weiße.” Als Erklärung für seine zweifelhafte Aussage führte Ecclestone Dinge an, die ihm “im Laufe der Jahre aufgefallen sind”. Dass Statuen im Zuge der “Black Lives Matter”-Demonstrationen demontiert wurden, bezeichnete er als “völlig dumm”.

Formel 1 reagiert empört

Die Formel 1 distanzierte sich umgehend von Ecclestone und seinen Aussagen. “In einer Zeit, in der Einigkeit nötig ist, um Rassismus und Ungerechtigkeit zu bekämpfen, widersprechen wir entschieden den Aussagen von Bernie Ecclestone, die keinen Platz in der Formel 1 oder der Gesellschaft haben”, heißt es in einem Statement. Ecclestone habe keine Rolle in der Formel 1 gespielt, “seit er sie im Jahr 2017 verlassen hat”.

Ecclestone lobt Hamilton

Weltmeister Lewis Hamilton kassierte derweil ein großes Lob von Ecclestone für sein Engagement gegen Rassismus. Seine Kampagne für Schwarze sei “wunderbar. Lewis ist etwas Besonderes”, sagte Ecclestone: “Er macht einen tollen Job, und es sind solche Menschen, denen die Leute zuhören.” 

Dass die von Hamilton in Lebens gerufene Diversity-Kommission zu mehr Vielfalt beitragen wird, glaubt Ecclestone nicht. Er gehe nicht davon aus, “dass es der Formel 1 etwas Schlechtes oder Gutes bringen wird”, sagte er. 

Die Erfahrungen von Hamilton mit Diskriminierung im Motorsport haben Ecclestone “überrascht”. Er sei “wirklich unglücklich”, sollte Hamilton “es ernst genommen haben. Ich dachte nicht, dass es ihn beeinflusst hätte”, erklärte er.

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Noch mal volle Pulle für Ferrari? Vettel schüttelt Rost ab

Es fühlte sich schon wieder gut an: Sebastian Vettel hat erstmals seit Februar wieder einen Ferrari auf der Rennstrecke bewegt. Die Testfahrten in Mugello haben dem viermaligen Weltmeister zum Auftakt seiner letzten Ferrari-Saison offenbar Spaß gemacht.

Die Kiebitze an der Strecke von Mugello versuchten, einen Blick auf ihren Liebling Sebastian Vettel zu erhaschen, doch Ferrari schirmte sich und den Heppenheimer beim Re-Start zur Jagd auf Weltmeister Lewis Hamilton gut ab. 

Aber die Fans können beruhigt sein: Vettel scheint für seine letzte Saison in Rot bereit. 

Von “Fahrspaß pur” sprach der Ex-Weltmeister hinterher, nachdem er nach 117 Tagen Corona-Lockdown in ein Formel-1-Cockpit zurückgekehrt war: “Ich bin sehr erleichtert, dass ich wieder hinters Lenkrad konnte.” Die Zwangspause war für den Geschmack des 32-Jährigen dann doch offenbar etwas zu lang. 

Vettel absolviert volle Grand-Prix-Distanz

Unter den Augen von Teamchef Mattia Binotto schüttelte Vettel, der für das nächste Jahr bei der Scuderia keinen neuen Vertrag erhält, seinen Rost ab und absolvierte in einem Ferrari von 2018 eine volle Grand-Prix-Distanz in den Hügeln der Toskana. Auch sein Teamkollege Charles Leclerc drehte am Dienstag einige Testrunden auf der hauseigenen Strecke in Mugello. 

Den neuen SF1000 darf Vettel erst wieder am 3. Juli fahren, dem ersten Trainingstag zum Großen Preis von Österreich (5. Juli, 15.10 Uhr im LIVETICKER). Für Vettel und Co. ging es neben dem Fahrgefühl aber vor allem auch darum, sich an die neuen Bedingungen unter verschärften Hygieneregeln zu gewöhnen. 

Er habe sich “sehr gefreut, endlich wieder alle Jungs aus dem Team zu sehen”, sagte Vettel: “Es war toll, wieder einmal diese Gefühle aus einem Auto herauszuholen, und das auf einer so spektakulären Strecke.” 

Ecclestone glaubt nicht an Ferrari-Stallorder 

Mit welchen Gefühlen Vettel nach seinem feststehenden Aus bei Ferrari zum Saisonende in die WM und den Kampf mit Hamilton sowie Leclerc geht, lässt sich nur erahnen.

Sein guter Freund Bernie Ecclestone, ehemaliger Chefpromoter der Königsklasse, erwartet vom immer noch jüngsten Champion der Geschichte nichts als volle Pulle.  

“Klar hat Sebastian jetzt nur ein Ziel, schneller als Charles (Leclerc, Anm. d. Red.) zu sein”, sagte Ecclestone dem Blick. Eine Stallorder könne man deshalb bei Ferrari im Duell mit Mercedes und Hamilton getrost vergessen. “Ich hoffe nur, dass sie mit Sebastian fair spielen”, sagte er.

Vettel will es allen zum Abschied jedenfalls noch einmal zeigen, das ist klar. Es habe längst wieder “angefangen zu kribbeln und zu jucken”, sagte er zuletzt: “Es fehlt das Fahren, das Gefühl, dass etwas passiert.” Jetzt fährt Vettel endlich wieder. Und er scheint bereit zu sein.

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Papst mit emotionalen Brief an Zanardi: "Ich bete für Sie"

Papst Franziskus hat dem schwer verunglückten früheren Formel-1-Piloten und mehrfachen Paralympics-Sieger Alessandro Zanardi einen persönlichen Brief geschrieben.

Darin würdigt der Pontifex den 53 Jahre alten Italiener dafür, sich nach Schicksalsschlägen immer wieder aufgerappelt zu haben.

“Ihre Lebensgeschichte ist ein Beispiel, wie man nach einem plötzlichen Stopp wieder starten kann”, heißt es in dem handgeschriebenen Brief, den die Gazzetta dello Sport am Mittwoch veröffentlichte.

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“Durch den Sport haben Sie gelehrt, das Leben als Protagonist zu meistern, und haben aus einer Behinderung eine Lehre der Menschlichkeit gemacht”, schrieb der Papst.

Papst bedankt sich bei Zanardi

Er bedankt sich bei Zanardi dafür, “dass Sie Menschen Kraft gegeben haben, die sie verloren hatten. In dieser so schmerzhaften Phase bin ich Ihnen nahe, ich bete für Sie und Ihre Familie”, heißt es in dem Brief.

Der viermalige Paralympics-Sieger Zanardi, der 2001 bei einem tragischen Unfall auf dem Lausitzring beide Unterschenkel verloren hatte, war am Freitag bei einem Handbike-Rennen mit einem LKW kollidiert.

Dabei zog er sich schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen zu, ihm droht nach Angaben der Ärzte in der Klinik von Siena der Verlust des Augenlichts.

Derzeit liegt Zanardi im künstlichen Koma, aus dem er frühestens nächste Woche aufgeweckt werden soll.

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Hollywood-Star soll Enzo Ferrari spielen

“Wolverine” Hugh Jackman in der Rolle des Enzo Ferrari: US-Regisseur Michael Mann (“Heat”, “Ali”) will sein neues Filmprojekt in Kürze beim virtuellen Filmmarkt in Cannes vorstellen.

Wie das US-Branchenblatt Deadline berichtet, soll Manns neuestes Werk die persönliche Geschichte Ferraris vor dem Hintergrund zweier Weltkriege und etlicher Familientragödien beleuchten.

Bestandteil des Films wird außerdem die berühmt-berüchtigte Mille Miglia 1957 sein, in deren Verlauf der spanische Ferrari-Fahrer Alfonso de Portago einen tödlichen Unfall verursachte. Der Drehstart ist im Frühjahr 2021 geplant. 

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Vettel zurück auf der Rennstrecke

Sebastian Vettel ist zurück auf der Rennstrecke.

Der viermalige Weltmeister absolvierte am Morgen mit dem Ferrari SF71H aus dem Jahr 2018 in Mugello (Italien) erste Testfahrten nach der Corona-Pandemie. Teamkollege Charles Leclerc wird am Nachmittag ebenfalls seine Runden drehen.

Das neueste Renn-Gefährt steht den Piloten noch nicht zur Verfügung.

“Wir sind zurück, genau wie Seb (Sebastian Vettel, Anm. d. Red) diesen Morgen”, twitterte der Rennstall. 

Auch Mercedes um Weltmeister Lewis Hamilton bereiteten sich bereits mit ersten Probefahrten auf den Saisonstart am 5. Juli in Spielberg (Österreich) vor. 

Der Saisonstart der Formel 1 wird von strengen Hygieneregeln begleitet. Die Testfahrten dienen auch dazu, sich an die neuen Bedingungen mit verkleinertem Renn-Team zu gewöhnen.

Vettel wird nach der kommenden Saison die Scuderia verlassen. Die Zukunft des Heppenheimers in der Formel 1 ist ungewiss

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Nach RTL-Aus: So ist die Formel 1 im TV zu sehen

Nach dem Formel-1-Hammer gibt es für Fans der Motorsport-Königsklasse in Deutschland zumindest einen kleinen Trost.

Nach drei gemeinsamen Jahrzehnten wird RTL die Königsklasse des Motorsports nach dem Ende dieser Saison nicht mehr übertragen, stattdessen hält nun Sky die exklusiven Rechte. 

Der Pay-TV-Sender sicherte sich zur Saison 2021 “langfristig” die exklusiven Übertragungsrechte an der Motorsport-Königsklasse.

Die wird allerdings nicht komplett ins Pay-TV abwandern. Wie der Bezahlsender mitteilte, werden vier ausgewählte Rennen pro Saison im Free-TV zu sehen sein. Dazu kommt eine 30-minütige Highlight-Show nach jedem Rennen auf dem frei empfangbaren Sender Sky Sport News HD

Sky gründet neuen Sender

Das von Sky geschnürte Motorsport-Paket umfasst neben dem gesamten Formel-1-Wochenende auch sämtliche Rennen der Formel 2, der Formel 3 sowie des Porsche Super Cups. Zudem geht Sky mit einem eigenen linearen Formel-1-Sender (“Sky Sport F1″) an den Start, auf dem täglich 24 Stunden ausschließlich Motorsport-Content gezeigt werden soll.

Bei RTL, der unter anderem den Aufstieg des Rekordweltmeisters Michael Schumacher begleitete, liegt der Fokus künftig auf dem Fußball. Der Wettbewerb um die Formel-1-Rechte habe sich verändert, den Markt “teils überhitzt”, hatte RTL-Geschäftsführer Jörg Graf am Sonntag gesagt. 

In diesem Zusammenhang wurde auch auf die Konkurrenzsituation sowohl durch “etablierte als auch neue, nationale und internationale Player” verwiesen, die sich im Rechtepoker “gegenseitig überbieten”.

Formel 1 nach Vettel ohne Deutsche?

Durch die Erfolge von Schumacher entwickelte sich die Formel 1 in Deutschland neben dem Fußball und dem Boxsport zur populärsten TV-Sportart. Sebastian Vettel wird ab dem kommenden Jahr nun nicht mehr für Ferrari fahren, eine Saison ohne deutschen Piloten wird damit wahrscheinlicher. (Rennkalender der Formel 1 2020)

Im Fußball hat RTL mittlerweile umfangreiche Rechte erworben. Neben Länderspielen darf der Sender auch die Europa League und die neu geschaffene Europa Conference-League zeigen. Hier hatte RTL sich Anfang des Jahres den vollumfänglichen Zugriff auf alle 282 Spiele ab der Saison 2021 bis 2024 gesichert.

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Hamilton protestiert in London – und will Kommission gründen

Weltmeister Lewis Hamilton ist bei der BlackLivesMatter-Bewegung in London bei den Protesten mitgelaufen.

Zudem hat der Formel-1-Superstar verlautbaren lassen, dass er Schwarzen den Einstieg in die Formel 1 mit der Gründung einer Kommission erleichtern will.

Er verfolge damit das Ziel, die Königsklasse “so vielfältig zu machen wie die komplexe und multikulturelle Welt, in der wir leben”, schrieb der sechsmalige Champion in einem Beitrag in der Sunday Times: “Ich hoffe, dass die Hamilton-Kommission echte, greifbare und messbare Veränderungen ermöglicht.”

Bei dem Vorhaben kooperiert Hamilton mit der britischen Royal Academy of Engineering.

Durch die Partnerschaft mit der Forschungseinrichtung will der 35-Jährige, der sich zuletzt mehrmals emotional in der Rassismus-Debatte beteiligt hatte, junge Schwarze ermutigen, Wissenschaft, Technik, Ingenieurwesen oder Mathematik zu studieren. Dabei will er auch führende Politiker und Firmenchefs einspannen.

Hamilton bekräftigt Kritik an Formel 1

In dem Beitrag wiederholte der Mercedes-Pilot auch seine Kritik an der Formel 1.

“Es kommt einem vor, als ob nur ein bestimmter Typ Mensch in diesem Sport wirklich willkommen wäre, jemand, der ein bestimmtes Aussehen hat, aus einer bestimmten Lebenswelt kommt, ein bestimmtes Muster erfüllt und sich an bestimmte ungeschriebene Regeln hält”, schrieb Hamilton.

“Es reicht nicht aus, auf mich oder einen einzigen schwarzen Neuzugang als aussagekräftiges Beispiel für Fortschritt zu verweisen. Tausende von Menschen sind in dieser Branche beschäftigt, und diese Gruppe muss repräsentativer für die Gesellschaft sein”, erklärte Hamilton, die Zeit der “Plattitüden und symbolischen Gesten” sei vorbei.

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Ex-Manager verrät: So kam es zur Trennung mit Schumacher

Michael Schumacher hat mit Willi Weber über zwei Jahrzehnte hinweg ein erfolgreiches Duo gebildet. 

Doch als der Rekordweltmeister der Formel 1 nach einer dreijährigen Pause auf die Rennstrecke zurückkehrte, war der Manager nicht mehr an seiner Seite. 

Nun hat Weber erstmals öffentlich im Detail erklärt, warum er den ehemaligen Champion bei seinem Comeback 2010 nicht mehr unterstützte. Der heute 78-Jährige nannte in einem Interview mit Motorsport-Total.com zwei Gründe. 

Der deutlich wichtigere: Er habe Schumachers Comeback-Wunsch für einen schweren Fehler gehalten: “Mit Verlaub gesagt: Das war, auch im Nachhinein gesehen, das Dümmste, was er machen konnte.”

“Michael, das ist ein Riesenfehler”

Schumacher habe ihm gesagt, dass ihm langweilig sei, dass er fahren müsse. “Dann sag’ ich: ‘Michael, was willst du? Du kannst nur verlieren. Du kannst nicht mehr gewinnen. Du hast alles gewonnen. Du bist der beste Rennfahrer der Welt. Du stehst auf dem höchsten Sockel, den es überhaupt gibt. Du kannst jetzt nur noch verlieren.’” Aber der siebenmalige Formel-1-Weltmeister habe nicht hören wollen. 

Der zweite Grund für die Trennung: Weber hatte selbst genug von der Königsklasse des Motorsports: “Ich wollte nicht mehr Koffer packen, keinen Jetlag mehr haben, nicht mehr 24 Stunden im Flieger sitzen. Das war mir alles zu viel.” Er habe seinem langjährigen Klienten angeboten, ihn immerhin noch bei Rennen in Europa zu betreuen – Events in Übersee wollte er aber nicht mehr mitmachen. 

“Dann kam er immer wieder und hat gesagt: ‘Willi, ich hab’s mir überlegt, ich tu’ mich allein managen. Ich mach das alles selber.’ Da hab’ ich gesagt: ‘Michael, auch das ist ein Riesenfehler. Lass es sein!’ ‘Nein, nein, ich mach das. Wenn du nicht mitgehst, dann mach ich das selber.’”

Schumacher und Weber bleiben in Kontakt

Weber habe daraufhin vorgeschlagen, “als Freunde” auseinander zu gehen. Schumacher setzte in der Folge immer mehr auf die Dienste von Medienberaterin Sabine Kehm. Das Verhältnis zu Weber habe darunter aber nicht gelitten, wie dieser bekräftigte. “Im Gegenteil”, man habe sich noch oft gesehen und über diverse Dinge abseits der Rennstrecke ausgetauscht. Dass er gewusst habe, dass das Comeback “in die Hose geht”, verschaffe ihm keinerlei Genugtuung. 

Bei seiner Rückkehr 2010 konnte Schumacher tatsächlich nicht an die Erfolge vergangener Tage anknüpfen. In drei Jahren bei Mercedes war ein einziger Podestplatz in Valencia 2012 das größte Highlight. 

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Ex-Champion kritisiert Formel 1: "Früher waren die Fahrer noch Helden"

Man nannte ihn “Löwenherz” wegen seines unglaublichen Mutes und Kampfgeistes. Nigel Mansell (66), Formel-1-Weltmeister von 1992, wurde deswegen mit einem Frontsoldaten verglichen, der sich todesmutig in jeden Häuserkampf stürzte. Jetzt zeigte der Brite seine weiche Seite.

In England berichtet er nun von dem Trauma, das der tödliche Unfall seines Rennfahrerfreundes Gilles Villeneuve 1982 in Zolder in ihm ausgelöst hat. “Solch ein Erlebnis prägt deine Psyche für eine sehr lange Zeit”, sagt Mansell nachdenklich: “Ich muss noch heute an den fatalen Unfall denken, bei dem ich Augenzeuge war.”

Mansell fuhr beim Training in Zolder direkt hinter Villeneuve, als der mit dem March von Jochen Mass kollidierte und hoch in die Luft geschleudert wurde. “Gilles und ich waren befreundet, ich bewunderte ihn, er gab mir zahlreiche Tipps. Ich sah ihn durch die Luft fliegen, ich sah ihn, wie er mit dem Sitz aus dem Auto herausgerissen wurde und wie er im Fangzaun einschlug. Ich wusste, seine Überlebenschancen waren gleich null. Es war das Schlimmste, was ich je in meinem Leben gesehen habe und die Bilder verfolgen mich noch heute”, schildert Mansell.

Mansell: F1-Pilot früher ein “sehr gefährlicher Beruf”

Er vergleicht die damalige Zeit mit der von heute und lässt kein gutes Haar an der momentanen Formel 1: “In den 80ern und sogar noch Anfang der 90er war es ein sehr, sehr gefährlicher Beruf. Wenn du bei einem Unfall nicht getötet wurdest, war die Gefahr immer noch sehr groß, schwer verletzt zu werden. Du konntest nie genau wissen, was als Nächstes passiert.”

Der Tod von Ayrton Senna 1994 in Imola habe alles verändert. Zum Guten, aber auch zum Schlechten. Mansell erklärt: “Ayrtons Tod war eine Katastrophe für den gesamten Motorsport. Danach wurde er viel sicherer, was gut ist. Aber die Strecken wurden viel zu steril. Davor war die Formel 1 ein unglaublicher Sport, die Fahrer Helden. Jeder Fehler wurde hart bestraft. Nur wer Mut hatte, konnte mit über 200 Stundenkilometern in die Kurven fahren.”

“Kommt nicht mehr auf Mut oder Fahrkönnen an”

Das sei heute anders, kritisiert Nigel “Löwenherz” Mansell. “Heute spielt das alles keine Rolle mehr. Es kommt nicht mehr auf Mut oder Fahrkönnen an, da ein Fahrfehler keine Auswirkungen mehr hat. Und das ist schade.” (Rennkalender der Formel-1-Saison 2020)

Besonders stößt dem englischen Ex-Champion auf, dass den Piloten die Anstrengung kaum noch anzusehen ist. “Sie schwitzen kaum. Am Ende eines Rennens sehen sie aus, als kämen sie Frisch vom Friseur. Damals konntest du dir dagegen auf die Schulter klopfen, wenn du nach 180 Grand Prixs noch am Leben warst.”

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F1-Kalender bestätigt: So wenige Rennen reichen zum WM-Titel

Jetzt sind die Termine definitiv festgezurrt: Der Automobil-Weltverband FIA hat am späten Freitagabend zumindest den für Europa angedachten Formel-1-Kalender mit acht Rennen bestätigt.

Bei einem virtuellen Meeting wurde unter anderem für der Saisonauftakt am 5. Juli in Österreich in Spielberg endgültig grünes Licht gegeben. 

Auch Rechteinhaber Liberty Media veröffentlichte den offiziellen Terminkalender ungeachtet dessen Unvollständigkeit.

“Wir haben diese in der Geschichte der Formel 1 erstmalige Herausforderung gerne angenommen und freuen uns auf die beiden Wochenenden”, sagte Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz anlässlich der offiziellen Bestätigung. “Spielberg wird spannende Rennen sehen – und damit ein Zeichen der Machbarkeit in die ganze Welt schicken.”

Formel 1: In Acht Rennen zum Weltmeister

Bemerkenswert: Laut FIA-Reglement sind acht Rennen ausreichend, um in der Saison 2020 einen Formel-1-Weltmeister zu ermitteln. Liberty erklärte indes, weitere Rennen außerhalb Europas seien geplant und sollen bald schon bestätigt werden sollen. In Arbeit seien demnach 15 bis 18 Grands Prix.

Formel-1-Chef Chase Carey betonte, angesichts der Gesamtsituation gehe man davon aus, “dass die Saison ohne Zuschauer vor Ort beginnen wird. Sobald es sicher ist, freuen wir uns darauf, auch die Fans wieder an der Strecke willkommen zu heißen.”

Die Anzahl der Personen rund um die Strecke wird reduziert und alle Anwesenden werden regelmäßig auf das Coronavirus getestet. Im Falle eines positiven Ergebnisses soll die betroffene Person isoliert werden. 

Eigentlich hätte die Saison am 15. März im australischen Melbourne beginnen sollen, der Auftakt wurde aber wegen der COVID-19-Pandemie abgesagt. 

Die Rennen im Überblick:

5. Juli: Grand Prix von Österreich 1 (Spielberg)
12. Juli: Grand Prix von Österreich 2 (Spielberg)
9. Juli: Grand Prix von Ungarn (Budapest)
2. August: Grand Prix von Großbritannien 1 (Silverstone)
9. August: Grand Prix von Großbritannien 2 (Silverstone)
16. August: Grand Prix von Spanien (Barcelona)
30. August: Grand Prix von Belgien (Spa)
6. September: Grand Prix von Italien (Monza)

Auch Regeländerungen wegen Corona

Beschlossen wurden zudem Änderungen am Reglement für 2020, 2021 und 2022.

Anpassungen aufgrund der Corona-Pandemie für dieses Jahr sind unter anderem Anpassungen der Sperrzeiten der Teams wegen der Arbeitsbedingungen unter “Social Distancing”.

Überdies haben Stewards die Möglichkeit, unter außergewöhnlichen Umständen aus der Ferne zu arbeiten. Weitere Änderungen sind die Einführung von Personalbegrenzungen an der Startaufstellung sowie Änderungen des Reifenzuteilungsreglements, um der FIA und Hersteller Pirelli mehr Flexibilität zu geben.

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