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Nie mehr Formel Deutschland? Düstere Zukunft der Vettel-Erben

Eine deutsche Erfolgsgeschichte steht vor dem Ende.

Nach seinem Aus bei Ferrari rätselten Experten und Fans weltweit, wie es mit Sebastian Vettel weitergeht. Ein Rücktritt schien die logische Konsequenz zu sein, doch nach SPORT1-Informationen steht nach der Absage an McLaren auch ein Wechsel zu Mercedes im Raum.

Zwar würde der viermalige Weltmeister damit das Horrorszenario einer Formel 1 ohne deutschen Fahrer verhindern, was zuletzt 1990 der Fall war. Eine Rückkehr der “Formel Deutschland” ist auch losgelöst von Vettels Zukunft auf absehbare Zeit völlig utopisch.

Deutschland prägte die Formel 1

Kaum ein Land prägte die Königsklasse des Motorsports in den vergangenen Jahren so wie Deutschland, das seit der Saison 2000 zehn von zwanzig Weltmeistern stellte. In den 372 Rennen seitdem sprang 138 Mal ein deutscher Fahrer ganz oben auf das Podest.

Mit Michael Schumacher, Sebastian Vettel, Nico Rosberg, Nico Hülkenberg, Adrian Sutil, Timo Glock und Nick Heidfeld standen noch 2010 gleich sieben deutsche Fahrer gleichzeitig in der Startaufstellung.

Doch die glorreichen Zeiten sind passé. Seit dem letzten deutschen WM-Triumph durch Nico Rosberg in der Saison 2016 konnte lediglich Vettel Siege einfahren. Pascal Wehrlein (Sauber F1 Team/2017) und Hülkenberg (Renault F1 Team/2017-2019) fuhren nur um Platzierungen. Vom Kampf um den WM-Titel waren sie meilenweit entfernt.

“Die Deutschen hatten einen Riesenhype, den sicherlich mein Bruder ausgelöst hat. Da war das Interesse in Deutschland riesig, auch was Marketing, TV und Zuschauer betrifft. Das hat sich ein bisschen gedreht. Wir spüren das jetzt nicht mehr so”, sagte Ralf Schumacher im SPORT1-Interview.

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Der ehemalige Formel-1-Pilot erklärt: “In Deutschland tut sich der gesamte Motorsport schwer.”

Schumacher-Nachwuchs vielversprechend

Die Fans lechzen nach einem neuen Hoffnungsträger – doch wer wäre in der Lage, in die Fußstapfen Vettels zu treten?

Mick Schumacher kann diese Rolle womöglich in Zukunft einnehmen, wird aber noch seine Zeit brauchen. “Mick hat bewiesen, dass er Auto fahren kann. Sonst wäre er nicht Formel-3-Meister”, sieht Schumacher seinen Neffen schon sehr weit.

Allerdings steht er nun auch auf höherem Level unter Beobachtung. Die erste Saison in der Formel 2 war mit einem Sieg und mehreren guten Resultaten passabel. In seinem zweiten Jahr “muss er nicht unbedingt gewinnen, aber sollte in den Top 5 oder im Idealfall in den Top 3 unterwegs sein”, äußerte Schumacher seine Hoffnungen.

Der 44-Jährige betonte: “Man sollte ihm auch nicht zu viel Druck machen. Bis jetzt stehen die Zeichen gut. Er ist auch ein Ferrari-Junior, er hat also alle Möglichkeiten.”

Auch Sohn David ist ein talentierter Nachwuchsfahrer, der ebenfalls gute Chancen auf die Königsklasse haben sollte. Schumacher fördert und fordert David, setzt ihn aber nicht zusätzlich unter Druck.

Auch Sophia Flörsch ist aus deutscher Sicht eine interessante Personalie. Nach ihrem Horror-Crash in Macau 2018 hat sie sich erfolgreich in den Rennzirkus zurückgekämpft und mit guten Ergebnissen auf sich aufmerksam gemacht. Sie wird noch reifen müssen – und dann wird sich die Frage stellen, ob die Formel 1 bereit für eine Frau im Cockpit ist.

Schumacher sieht “ein paar Deutsche auf einem guten Weg”, spricht zur grundsätzlichen Situation im deutschen Motorsport aber Klartext.

Probleme schon im Kartsport

“Ich rede seit acht Jahren davon, dass wir ein Riesenproblem haben”, sagte er: “Das fängt schon im Kartsport an: Wir haben kaum noch Strecken, die Kartfahrer werden immer weniger. Wenn ich keine Setzlinge habe, habe ich am Ende des Tages auch keine Bäume. Das ist jetzt das, was uns passiert.”

In Deutschland wird immer weniger Geld in die Nachwuchsarbeit gesteckt. “Die Hersteller haben das Marketingbudget für den Nachwuchs etwas zurückgeschraubt. Ferrari muss man da loben, die machen nach wie vor einiges durch ihr Programm. Bei uns in Deutschland gibt es so etwas nicht”, erklärte Schumacher.

Immerhin versucht der ADAC, diesem Trend in Deutschland entgegenzuwirken und stellte im Oktober 2019 sein neues Förderkonzept vor. “Wir sind im internationalen Motorsport auch zukünftig nur erfolgreich, wenn wir frühzeitig junge Talente erkennen und konsequent fördern”, begründete Hermann Tomczyk, der Vorsitzende des Stiftungsrats der ADAC Stiftung Sport, das neue System.

Der langjährige DTM-Pilot Timo Scheider sieht ein Problem darin, dass der Motorsport immer teurer wird.

Motorsport zu teuer?

Beispielsweise sei man in der ADAC Formel 4 zu Beginn mit 150.000 Euro dabei gewesen, “am Ende wurden Budgets jenseits der 500.000 Euro aufgerufen, weil die Teams noch eine andere Meisterschaft gefahren sind und noch Testtage oben draufgelegt haben. ‘Wie pervers ist diese Welt?’, habe ich mich gefragt”, sagte Scheider.

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Er habe “damals schon angemerkt, dass es nicht sein kann, dass man 250.000 Euro investieren muss, um halbwegs mithalten zu können, und als Antwort habe ich bekommen: ‘Wenn du dir das nicht leisten kannst, kannst du dir die Formel 3 eh nicht leisten.’ Wenn das die Herangehensweise ist, wie wir Motorsport groß machen wollen, ist das falsch.”

In der ADAC Formel 4 gab es seit 2015 nur zwei Meister aus Deutschland. Marvin Diensts Formelkarriere ist bereits vorüber, Lirim Zendellis Laufbahn ist ins Stocken geraten. In der FIA Formel 3 wurde David Beckmann 2019 in der Gesamtwertung als bester Deutscher 14. Auch hier drängt sich kein Vettel-Erbe auf.

Und in der Formel 2 belegte erwähnter Mick Schumacher den zwölften Gesamtrang. Nico Rosberg (2005) und Nico Hülkenberg (2009) holten einst den Titel und fuhren danach viele Jahre in der Formel 1.

Scheider: “Deutscher Nachwuchs fehlt völlig”

Die Coronakrise vergrößert die finanziellen Probleme nur noch weiter.

“Wie geht es weiter? Ist noch Geld da? Man weiß, was Saisons in den Formelserien kosten. Da ist die Frage, wo das Geld künftig herkommt”, erklärte Hans-Joachim Stuck: “Die Nachwuchsfrage ist eine sehr schwierige. Man muss schauen, wie die Wirtschaft wieder angekurbelt wird, was Sponsoren machen. Das wird eine Herausforderung.”

Stuck nimmt die Königsklasse in die Pflicht.

“Wenn man in der Formel 1 eine vernünftige Kostendeckelung anleiert, dann geht das herunter auf andere Klassen. Man kann in den unteren Serien selbst sicherlich auch sparen. Man sollte auch da anfangen, über Lösungen nachzudenken”, sagte der 69-Jährige: “Das wäre ein guter Zeitpunkt, Diskussionen zu führen, über den Weltverband FIA, und über die Landes-Motorsportverbände, um ein vernünftiges Programm auf die Beine zu stellen.”

Scheider malt ein düsteres Bild: “Der deutsche Nachwuchs fehlt im Moment völlig, weil ihn sich keiner mehr leisten kann. Wir haben von der Basis her fast keinen leistbaren und realisierbaren Motorsport mehr.”

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Pressestimmen: "Das Problem sitzt nicht im Cockpit"

Lange wurde über die Zukunft von Sebastian Vettel diskutiert, am vergangenen Montag sorgte er selbst für Klarheit.

Die Zusammenarbeit des Heppenheimers mit Ferrari läuft am Saisonende aus. Die 2015 als große Liebesbeziehung begonnene Liaison endet damit wohl ohne den krönenden WM-Titel. In Italien wird die bevorstehende Trennung relativ nüchtern zur Kenntnis genommen und bereits über den möglichen Nachfolger Carlos Sainz jr. diskutiert.

Sein Vater Carlos Sainz hatte zuletzt bereits beim spanischen TV-Sender Movistar angedeutet, dass sein Sohn McLaren bald verlassen könnte und damit weiteren Spekulationen in dieser Richtung Nahrung gegeben.

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Zudem machen sich die italienischen Medien Gedanken über die Zukunft Vettels. Während Gazzetta dello Sport jedoch annimmt, dass Daniel Ricciardo das ehemalige Cockpit von Sainz jr. bei McLaren übernehmen wird, steht nach SPORT1-Informationen Vettel kurz vor einer Unterschrift bei den Engländern.

SPORT1 fasst die internationelen Pressestimmen zum Vettel-Abschied von Ferrari zusammen:

GROßBRITANNIEN

BBC Sport: “Als Sebastian Vettel Ende 2014 bei Ferrari als Nachfolger von Fernando Alonso unterschrieb, träumte er davon, seinem Kindheitshelden Michael Schumacher nachzueifern und mit dem italienischen Team die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Stattdessen endete seine Zeit in Maranello im Frust, unerfüllt. Vierzehn Siege, ja, aber Team und Fahrer haben ihre Ziele nicht erreicht, und bis zu einem gewissen Grad liegt der Grund dafür bei Vettel. Im Verlauf seiner Ferrari-Karriere sah Vettel immer weniger wie der Fahrer aus, der von 2010 bis 2013 mit Red Bull vier Mal hintereinander Weltmeistertitel holte.”

Sky Sports News: “Obwohl Vettel die Meisterschaft sowohl in der Saison 2017 als auch in der Saison 2018 lange Zeit anführte, wurde er beide Male von Hamilton überholt und wurde für seine Fehler auf der Rennstrecke kritisiert. Ferrari hat es dann versäumt, den Schwung ins letzte Jahr mitzunehmen, stattdessen wurde die Saison durch den internen Kampf zwischen ihrem neuen und ihrem etablierten Star geprägt. Leclerc und Vettel hatten zahlreiche Krisenherde auf der Strecke und eine Kollision in Brasilien, die das Rennen beendet hat, obwohl die beiden betont haben, dass sie abseits der Rennstrecke gut miteinander auskommen.

The Independent: “Beobachter hatten erwartet, dass er (Vettel/Anm.d.Red) Michael Schumachers Rekord von sieben Formel-1-Titeln bricht. Das liegt nun in Reichweite von Weltmeister Lewis Hamilton, der sechs hat. Hamiltons Aufstieg mit Merceds ging einher mit Vettels schrittweisem Abstieg bei Ferrari.”

The Telegraph: “Die Trennung ist der Höhepunkt der außergewöhnlichen Verschlechterung der Beziehungen zwischen der Scuderia und ihrem Starfahrer. (…) Mit Blick auf die jüngsten Ergebnisse von Vettel ist es verständlich, dass Ferrari mit einem weiteren Dreijahresvertrag zögerte. In den Jahren 2017 und 2018 gab der Deutsche durch entscheidende Fehler den Meisterschaftsvorteil an Hamilton ab, und in 2019 wurde er vom jungen monegassischen Teamkollegen Charles Leclerc regelmäßig in den Schatten gestellt und landete in der Gesamtwertung auf einem entfernten fünften Platz.”

ITALIEN

Corriere della Sera: “Zwischen Vettel und Ferrari herrschte  schon seit längerer Zeit eisiger Wind. Der frühzeitige Niedergang des Sterns Vettels ermöglicht Leclerc, im F1-Firmament noch mehr zu glänzen. Leclerc ist im Laufe einer Saison zum Lieblingssohn Ferraris aufgerückt. Jetzt will Maranello auch auf Carlos Sainz setzen. Der Spanier ist intelligent und geschätzt, hinzu ist er nicht so anspruchsvoll wie Lewis Hamilton. Jetzt heißt es für Maranello, für ein wettbewerbsfähiges Auto zu arbeiten.

Gazzetta dello Sport: “Die Trennung von Vettel und Ferrari hat einen Domino-Effekt auf dem schlafenden Markt der F1-Piloten ausgelöst. Die fast sichere Verpflichtung von Carlos Sainz seitens Maranellos wird bei McLaren einen Platz frei lassen, den wahrscheinlich Daniel Ricciardo übernehmen wird. Auch Vettel hat mit McLaren gesprochen, doch offenkundig liegen seine Forderungen über deren Möglichkeiten.”

Corriere dello Sport: “Sebastian Vettel zahlt einen hohen Preis für die vielen Fehler, die er bei Ferrari begangen hat. Seit 2013 hat er keine WM mehr gewonnen, seit Singapur 2019 hat er keinen Sieg feiern können. Vettel hat zunehmend unter der Konkurrenz seines jungen Teamkollegen Charles Leclerc gelitten, der bei gleicher Auto-Qualität wesentlich schneller ist. Carlos Sainz und Daniel Ricciardo sind die beiden Kandidaten im Rennen um einen Platz bei Ferrari. Keine Chancen gibt es dagegen, Lewis Hamilton im Ferrari-Cockpit zu sehen.”

Il Fatto quotidiano: “Fünf Jahre, 14 Siege und keinen Titel: Die Beziehung zwischen Ferrari und Vettel ist in die Brüche gegangen und wird Ende 2020 beendet. Schon seit längerer Zeit hatte man mit einer Trennung gerechnet. 2015 war es Liebe auf den ersten Blick zwischen dem Deutschen und den Ferrari-Tifosi. Doch die ausgebliebenen WM-Titel und zu viele Fehler haben eine Beziehung ruiniert, die nach dem Erfolg Leclercs endgültig zerbrach.”

La Stampa: “Das Ende einer Liebesgeschichte: Ende des Jahres trennen sich die Wege von Vettel und Ferrari. Jeglicher Versuch, den Vertrag um ein weiteres Jahr zu verlängern, wie die Scuderia vorgeschlagen hatte, ist gescheitert.”

Tuttosport: “Carlos Sainz ist die erste Wahl für Maranello, das sich zwar von Vettel getrennt hat, jedoch noch keinen passenden Nachfolger gefunden hat. An Kandidaten fehlt es zwar nicht, Maranello braucht jedoch jemandem, der dem Temperament Leclercs Stand halten kann.”

ÖSTERREICH

Der Standard: “Die Saison in Corona-Zeiten ist Sebastian Vettels letzte bei Ferrari. Der viermalige Formel-1-Weltmeister kehrt der enttäuschten Scuderia frustriert den Rücken. Das baldige Karriereende des Deutschen ist nicht völlig auszuschließen. (…) So enthusiastisch die Zusammenarbeit vor mehr als fünf Jahren verkündet wurde, so unterkühlt wurde am Dienstag ihr baldiges Ende avisiert.”

Kurier: “Ferrari sucht die Erfolgsspur: Das Problem sitzt nicht im Cockpit (…) Sebastian Vettel und Ferrari trennen sich mit Jahresende nach dann sechs gemeinsamen Jahren. Damit folgt der Rennstall seiner jahrzehntelangen Strategie: Die Piloten sind austauschbar, sobald sie in der roten Göttin nicht mehr schnell genug über die Runden kommen.”

Die Presse: “Der große Traum des Deutschen, es seinem Vorbild Michael Schumacher gleichzutun, scheint endgültig geplatzt. Nach vier WM-Titeln mit Red Bull Racing wollte er – wie Schumi nach Erfolgen mit Benetton – bei den Italienern zur Ikone aufsteigen. Der Versuch, diese Ära zu wiederholen, ist jedoch kläglich gescheitert. Zerbrochen an den eigenen Nerven, der (motorischen) Übermacht von Mercedes und auch den Fahrkünsten von Lewis Hamilton, der Vettel in wichtigen Phasen stets im Rückspiegel sah und kontrollierte.”

SCHWEIZ

Blick: “Das wochenlange Trauerspiel um einen neuen Ferrari-Vertrag für Sebastian Vettel (32) hat ein Ende. Vielleicht haben sich Daniel Ricciardo (30), der bei Renault nie glücklich wurde, und Carlos Sainz jr. (25), bei McLaren eigentlich gesetzt, in Maranello angeboten. Für ein Trinkgeld. Und auch Ferrari muss in Zukunft sparen, wenn die Budgetobergrenze auf rund 140 Millionen Dollar (und später noch weniger) limitiert wird. Oder hat der hochintelligente Vettel vielleicht gemerkt, dass ihm mit seiner Loyalität bei Ferrari hinter den Kulissen ein Gegenwind ins Gesicht blies?

Tages-Anzeiger: “Vettel kam als Heilsbringer zu Ferrari – und geht als Gescheiterter». (…) Am Anfang stand ein Traum. Er entwickelte sich zum Albtraum. (…) Ferrari verlor in der internen Zerreissprobe zwischen Jungtalent und vierfachem Weltmeister die Kontrolle. Deshalb ist Vettels Schritt, wenn auch zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt, nicht nur nachvollziehbar, sondern nötig.”

Neue Zürcher Zeitung: “Die Trennung von Vettel und Ferrari als Ende eines Irrtums. Vettel ist nicht nur an den vielen Fehlern gescheitert, die er mit einem meist unterlegenen Auto unter Druck gemacht hat, sondern auch am Schlingerkurs der Ferrari-Führung. So hatte Mattia Binotto in der zweiten Saisonhälfte 2018 das Rennauto in die falsche Richtung entwickelt – was Vettel seiner bisher besten Titelchance beraubte.”

SPANIEN

El Confidencial: “Die Bombe explodierte am Dienstag. Sebastian Vettel verlässt zum Jahresende Ferrari. Alles deutet darauf hin, dass Carlos Sainz sein Nachfolger sein wird. Der Pilot aus Deutschland ist bald ohne Team und in einer sehr komplizierten Lage. Ihm bieten sich nämlich wenige attraktive Möglichkeiten, seine Karriere in der Formel 1 fortzusetzen (…) Bei Ferrari ist er gescheitert.”

Mundo Deportivo: “Ferrari war auch nicht zufrieden mit Vettel. Mit der Art und Weise, wie er seine Rivalität mit Leclerc auf der Piste entgegen den Interessen des Teams ausgetragen hat.”

AS: “Wie sieht die Zukunft von Sebastian aus? Einige glauben, dass er sich dem ehrgeizigen, aber wenig konkurrenzfähigen Projekt von Renault anschließen wird. Andere meinen, dass er mit Sainz die Plätze tauschen und zu McLaren gehen wird. Aber viele sind davon überzeugt, dass er nicht in der Formel 1 bleiben wird.”

ABC: “Sebastian Vettel bleibt nun nichts anderes übrig, als sich einen neuen Job zu suchen. In der Formel 1 oder irgendwo anders.”

El País: “Alles deutet darauf hin, dass der Traum von Sebastian Vettel, es seinem Idol Michael Schumacher gleichzumachen und mit dem roten Auto von Ferrari Formel-1-Weltmeister zu werden, genau das bleiben wird: Ein Traum, eine Phantasie (…) Wenn die WM dieses Jahr tatsächlich im Juli starten kann, wird Vettel kaum in der Lage sein, die Tendenz der vorigen Saison umzukehren, als er hinter seinem jungen Stallkollegen Leclerc nur auf Platz fünf landete.”

FRANKREICH

L’Équipe: “Seit gestern gibt es keinen Zweifel mehr, wenn es für einige noch Zweifel gab, dass Leclerc in Maranello die Nummer eins geworden ist. In weniger als zwei F1-Saisons hat es der 22-jährige Monegasse geschafft, einen viermaligen Weltmeister (2010, 2011, 2012, 2013) auszuschalten, die interne Alchemie bei Ferrari umzukrempeln (…). Seit gestern ist es daher eine Selbstverständlichkeit, dass die Zukunft der Scuderia mit der von Leclerc verbunden ist. (…) In weniger als einem Kalenderjahr wurden die Messen gesungen, der Kaiser begraben und der neue König inthronisiert. Die Machtergreifung war bonapartistisch, schnell, chirurgisch und – fast – reibungslos.”

DÄNEMARK

BT: “Die Nachricht, dass Sebastian Vettel Ferrari nach dieser Saison verlässt, kommt nicht überraschend. Als Ferrari im Dezember einen neuen Fünfjahresvertrag mit dem 22-jährigen Charles Leclerc eingegangen ist und gleichzeitig nicht mit dem 32-jährigen Vettel verlängerte, war klar: Leclerc ist der Mann der Zukunft und Vettel wird früher oder später ersetzt. Jetzt wird der Wunsch der Ferrari-Führung erfüllt. Man hatte gehofft, den erfahrenen Deutschen noch ein oder zwei Jahre halten zu können, aber Vettel war zu stolz, um das beschämende Angebot zu akzeptieren, das er neulich bekommen hat: Ein Einjahresvertrag und eine enorme Lohnkürzung sind seiner Meinung nach kein faires Angebot für einen vierfachen Weltmeister.”

Ekstra Bladet: “Geld war es nicht, was dazu führte, dass Ferrari und Sebastian Vettel nach dieser Saison jeder seinen Weg gehen werden. Das sagte Vettel in der Pressemitteilung vom Dienstag. Die Mitteilung erzählt jedoch nichts dazu, was die Zukunft für ihn bereithält. Nur eines: Dass er sich nicht damit abfinden will, zum ersten Mal in seiner Karriere die Nummer zwei zu sein.”

SCHWEDEN

Aftonbladet: “Sebastian Vettel kam 2015 als vierfacher Weltmeister und nach erfolgreichen Jahren bei Red Bull zu Ferrari. Er träumte davon, das Erbe von Michael Schumacher anzutreten, schaffte es aber nicht, dieselben Erfolge zu erzielen. Seit 2015 hat er 101 Rennen für das Team gefahren, aber nur 14 davon gewonnen. Nach diesem Jahr ist die Zusammenarbeit nun vorbei. Und was Vettel darüber hinaus machen wird, ist unklar.”

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Vettel kurz vor Unterschrift bei neuem Team

Erst am Dienstag ist seine Trennung von Ferrari zum Saisonende verkündet worden – jetzt ist Sebastian Vettel schon auf dem Weg zu McLaren-Mercedes!

SPORT1 erfuhr: Der Heppenheimer verhandelt schon länger mit McLaren-Teamchef Andreas Seidl um das Cockpit von Carlos Sainz.

Sainz wird Vettel-Erbe

Derzeit steht er kurz davor, die Unterschrift unter den Vertrag mit McLaren-Mercedes zu setzen. Tut er das noch diese Woche, verzichtet McLaren darauf, die Option auf Carlos Sainz zu ziehen. Der Spanier wäre dann im Gegenzug frei für Ferrari.

Laut Medienberichten hat die Scuderia mit dem 25-Jährigen, der aktuell noch im McLaren-Cockpit sitzt, bereits eine Einigung erzielt. Der Deal soll bereits am Donnerstag bekannt gegeben werden. Der Sohn der Rallye-Legende Carlos Sainz senior würde bei Ferrari hinter dem neuen Frontmann Charles Leclerc als Nummer zwei zu den Italienern stoßen.

Einjahresvertrag für Vettel

Bei McLaren würde Vettel einen Einjahresvertrag plus Option auf weitere Saisons unterschreiben. Was ihn am britischen Traditionsteam reizt: Gemeinsam mit dem deutschen Teamchef Andreas Seidl könnte er dort eine neue Erfolgsmannschaft aufbauen. Und das auch noch mit Mercedes-Motor im Heck!

Überhaupt: Vettel ist ein McLaren-Fan. Sein erstes Modellauto war der McLaren-Honda von Ayrton Senna. Auch Bernie Ecclestone hatte schon vor längerer Zeit im Interview mit SPORT1 gesagt: “Ich an Vettels Stelle würde zu McLaren gehen und dort ein neues Team aufbauen. Bei Ferrari hat er keine Zukunft.”

Sieht so aus, als bekäme Mr. Ecclestone mal wieder Recht.

Auch Ralf Schumacher hatte im SPORT1-Interview mit einer Fortsetzung von Vettels Karriere gerechnet.

“Es gibt natürlich die Möglichkeit, dass er aufhört”, meinte Schumacher, fügte aber an: “Er sieht sich in einem Alter, in dem er noch längerfristig denken und fahren möchte. Ich bin mir sehr sicher, dass er Alternativen hat.”

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"Bereicherung" Vettel zu Mercedes? Wolff nährt Spekulationen

Dass Sebastian Vettel Ferrari am Saisonende verlassen wird, steht fest – doch wohin zieht es ihn?

Viele Vettel-Fans hoffen aber auf einen Wechsel zu Mercedes, da dies dem Deutschen sehr wahrscheinlich die größte Titelchance geben würde.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat nun angedeutet, dass sich die Silberpfeile zumindest mit dem Namen Vettel beschäftigen werden.

“Mit Blick auf die Zukunft sind wir in erster Linie gegenüber unseren aktuellen Mercedes-Fahrern zu Loyalität verpflichtet, aber wir können diese Entwicklung natürlich nicht außer Acht lassen”, sagte Wolff der DPA.

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Wolff: Vettel eine “Bereicherung für jedes Team”

Der Österreicher betonte außerdem, dass “Sebastian ein großartiger Fahrer ist, eine große Persönlichkeit und für jedes Formel-1-Team eine Bereicherung”.

Anders als der Rennstall Red Bull, der bereits vor Monaten eine Rückkehr von Vettel ausgeschlossen hatte, will sich Mercedes offenbar die Option Vettel offen halten.

Nach SPORT1-Informationen ist zudem McLaren eine gute Alternative für den viermaligen Formel-1-Weltmeister.

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Vettel bleibt nur der Rücktritt

Sebastian Vettel wird Ferrari am Ende des Jahres verlassen.

Diese Nachricht lässt aufhorchen. Wirklich überraschen konnte sie letztlich aber nicht mehr.

Denn was sich schon in den vergangenen Jahren der Erfolglosigkeit angedeutet hatte, trat während der Verhandlungen über einen neuen Vertrag offen zu Tage: Ferrari und Vettel – das passt nicht mehr!

Ferrari-Kollege Leclerc fährt Vettel davon

Der erfolgsverwöhnte viermalige Weltmeister raste seit 2015 seinem großen Traum, mit der roten Göttin ganz oben zu stehen, vergeblich hinterher.

In den ersten Jahren musste er sich hinter den unbezwingbaren Mercedes-Stars Lewis Hamilton und Nico Rosberg einreihen. In der letzten Saison fuhr ihm dann sogar sein junger Teamkollege Charles Leclerc ein ums andere Mal um die Ohren. Mehr noch: Dieser smarte, aber äußerst ehrgeizige Monegasse tanzte Vettel häufig auf der Nase herum.

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Der Deutsche verlor erst seinen Nummer-1-Status im Team, dann den internen WM-Zweikampf mit Leclerc – und nun auch die Zukunft bei Ferrari. Dass die Scuderia ihm höchstens einen Zweijahresvertrag anbot, während Leclerc schon bis 2024 unterschrieben hat, ist das deutliche Signal: Wir setzen nicht mehr auf dich im Kampf um den Titel.

Vettel will immer und überall die Nummer 1 sein

Das ist der wahre Grund für Vettels Abschied. Er hat das Duell mit Leclerc aufgegeben und ist intelligent genug zu wissen, dass er bei einem erneuten Zwist um die Stallorder den Kürzeren ziehen würde.

Der Heppenheimer hat seit seinem kometenhaften Aufstieg in der Formel 1 vor zwölf Jahren für sich immer in Anspruch genommen, die Nummer 1 sein zu wollen – im Team und auch im gesamten Wettbewerb. Deshalb wäre es jetzt nur folgerichtig, der Königsklasse insgesamt den Rücken zu kehren.

Denn dem höchsten aller Ansprüche, den er auch mit 32 Jahren noch an sich selbst hat, kann er nirgendwo mehr gerecht werden.

Hamilton und Verstappen gesetzt

Weder mit einem Wechsel zu Mercedes oder Red Bull, wo die Positionen der Platzhirsche mit Lewis Hamilton und Max Verstappen schon länger besetzt sind, noch bei einem der anderen Teams, die gerade im Gespräch sind.

Bei Renault, McLaren oder Aston Martin könnte er sich voraussichtlich zwar als Nummer 1 behaupten. Doch um den Titel würde er mit diesen Teams in den kommenden Jahren nicht mitfahren.

Vettel hat sich noch ein wenig Bedenkzeit erbeten hinsichtlich der Entscheidung über seine Zukunft. Aber wer sein Statement genau liest, wird zu dem Schluss kommen, dass auch der Hesse sich bereits mit dem Gedanken an ein Karriereende befasst.

Gerade in Zeiten der Coronakrise sei ihm bewusst geworden, was wirklich wichtig ist im Leben, heißt es da. Ein erneuter verzweifelter Angriff auf die WM-Krone, die er sich schon viermal gesichert hat, dürfte für den Familienmensch Vettel nicht dazugehören.

Vettel hofft auf “schönere Momente”

Dazu passen auch seine Worte zur unmittelbar bevorstehenden Zukunft. Er wolle mit Ferrari in dieser wegen Corona verkürzten Saison noch ein paar schönere Momente erleben, schreibt er.

Vom Kampf um den Titel schreibt er nicht. Er hat eingesehen, dass es für ihn darum nicht mehr gehen kann. Nicht in diesem Jahr, und auch danach nicht mehr.

Will er sich weiter treu bleiben, bleibt ihm keine andere Wahl als der Rücktritt.

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Ein Formel-1-Star in der Sackgasse

Das Bestätigungsschreiben der FIA war nur noch Formsache. Dennoch freut sich Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko (77), jetzt endgültig grünes Licht für die beiden ersten Saisonrennen der Formel 1 am Red-Bull-Ring zu haben.

Am 5. Und 12. Juli soll in Spielberg der Saisonstart der Königsklasse über die Bühne gehen. Marko zu SPORT1: “Die Vorbereitungen laufen optimal. Jetzt heißt es nur noch die Daumen drücken, damit sich an den Infektionszahlen des Corona-Virus nichts drastisch ändert.”

Allein: Nicht nur wegen der mutigen Initiative, die Rennen trotz Pandemie-Panik auf dem eigenen Ring in der Steiermark zu veranstalten, stand der Getränkekonzern in letzter Zeit im Mittelpunkt der Spekulationen. Immer wieder tauchten Gerüchte auf, dass Renault-Pilot Daniel Ricciardo (30) 2021 zu Red Bull zurückkehren und dort den Thailänder Alexander Albon (24) ersetzen könnte.

Marko: Ricciardo-Comeback unwahrscheinlich

Hintergrund: Ricciardos Renault-Vertrag läuft Ende dieses Jahres aus. Es ist kein Geheimnis, dass sich der Australier, der von 2014 bis 2018 bei Red-Bull-Racing fuhr, nach Alternativen umschaut. Und auch umschauen muss.

Denn Renault rollt ihm für eine Verlängerung nicht gerade den roten Teppich aus. Teamchef Cyril Abiteboul sagt: “Wir wollen Daniel behalten, aber auf der richtigen Grundlage, auf einer Grundlage, die beide Parteien teilen. Es geht um das Projekt. Gelingt uns der erhoffte Fortschritt? Dürfen wir uns etwas mehr Selbstvertrauen erlauben als 2019? Passt er sich dem Team noch besser an? Wenn wir beide das Gefühl haben, das ist ein Projekt, dem man sich auf Dauer verschreiben kann, wieso dann nicht verlängern?”

Doch mit der Red Bull-Comeback-Karte kann der Australier in den Verhandlungen mit Renault nicht wedeln. Helmut Marko zu SPORT1: “Wenn Alex Albon so performt wie im vergangenen Jahr – und davon gehe ich stark aus – wird er bleiben. Deshalb hat Ricciardo so gut wie keine Chance. Nur wenn Albon aus irgendwelchen Gründen einen totalen Einbruch hat, werden wir uns über andere Piloten Gedanken machen. Dazu zählt aber dann nicht nur Ricciardo.”

Wird Horner ersetzt?

Auch Pierre Gasly, der 2019 von Red Bull ins Juniorteam Toro Rosso zurückgeschickt wurde, könnte dann genau wie der Russe Daniil Kvyat (ebenfalls Toro Rosso und ehemals Red Bull) eine zweite Chance bekommen.

Doch noch eine Spekulation rund um Red Bull sorgt in der Formel-1-Szene derzeit für hochgezogene Augenbrauen. Demnach soll Teamchef Christian Horner ersetzt werden. Alles halb so wild, verrät Marko: “Da ist nichts dran. Wir wollen Herrn Horner natürlich behalten. Das einzige, was in letzter Zeit passiert ist: Horner war gegen die geplante Budgetreduzierung, die ja allen Teams hilft, Geld zu sparen. Wir waren aber dafür. Deshalb gab es kurz mal eine Meinungsverschiedenheit.”

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Die Budgets aller Teams sollen ab 2021 auf 145 Millionen US-Dollar begrenzt werden. Allerdings wurde der Wert erst durch die Corona-Krise so weit nach unten geschraubt. Ursprünglich waren 175 Millionen Euro anvisiert worden.

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Notfall-Plan der Formel 1 wackelt in England

Die Formel 1 sorgt sich wegen der neuen Corona-Maßnahmen des britischen Premierministers Boris Johnson um ihren Not-Kalender.

Weil alle Flugreisenden nach ihrer Ankunft auf der Insel bald in eine zweiwöchige Quarantäne gehen sollen, wackelt der Plan für die Geisterrennen in Silverstone Mitte Juli.

Eigentlich will die Formel 1 nach ihrem Neustart mit zwei WM-Läufen vor leeren Rängen in Österreich am 5. und 12. Juli nach England weiterziehen und dort am 19. und 26. Juli fahren. Sollte aber eine Selbst-Isolation nach der Einreise nötig sein, wären diese Termine nicht zu halten.

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Formel-1-Bosse diskutieren über mögliche Ausnahmen

Britische Medien berichteten nach Johnsons Ankündigung, diese Quarantäne “bald” umzusetzen, von detaillierten Gesprächen der Formel-1-Bosse mit Regierungsbehörden über mögliche Ausnahmen. So will die Rennserie alle Teams und Mitarbeiter intensiven Corona-Tests unterziehen und so womöglich dem Zwang zu einer Selbst-Isolation entgehen.

Die Verhandlungen sollen in der kommende Woche fortgesetzt werden, wenn weitere Details der Johnson-Maßnahmen bekannt werden.

Nach dem Saisonauftakt in Australien Mitte März wurden neun weitere Grand Prix bis Ende Juni abgesagt oder verschoben.

Ab Juli will die Formel 1 bis Anfang September eine Reihe von Geisterrennen in Europa fahren, womöglich auch in Hockenheim. Danach soll es weitere Läufe auf anderen Kontinenten geben, ehe die Saison Anfang Dezember in Bahrain und Abu Dhabi enden soll. Der konkrete Notkalender soll in Kürze vorgestellt werden.

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Als ein fataler Feuer-Unfall ein Rennen für immer veränderte

Es war einer jener fatalen Feuerunfälle, die es in der Formel 1 der Sechziger und Siebziger Jahre viel zu oft gab.

Beim Großen Preis von Monaco am 7. Mai 1967 jagte der Italiener Lorenzo Bandini in seinem Ferrari den führenden Neuseeländer Denny Hulme im Brabham durch die engen Straßenschluchten des Fürstentums. 

Bereits in der zweiten Runde hatte Bandinis Ferrari die Leitplanke touchiert, Chronisten berichteten später, er sei danach auf seiner eigenen Ölspur um den Kurs gerutscht. Der Ferrari wurde durch den beschädigten Motor und das ausgelaufene Öl in den letzten Runden langsamer, Bandini musste für den Sieg ein höheres Risiko gehen.

In der 82. Runde hielt der offenbar erschöpfte und immer unaufmerksamer fahrende Bandini sein Auto nicht mehr, der Ferrari touchierte eingangs der Hafenschikane mit dem linken Hinterrad die Leitplanke, schleuderte gegen einen nur mit Strohballen abgedeckten Poller und ging sofort in Flammen auf.

Hubschrauber facht Feuer an

Zuvor war der Bolide noch vor 100.000 Zuschauern 30 Meter kopfüber über den Kurs geschlittert. Da zu diesem Zeitpunkt noch keine Gurtpflicht galt, wäre Bandini normalerweise aus dem Wagen geschleudert worden.

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“Er verlor in der Hafenschikane die Kontrolle über sein Fahrzeug, als er eingangs der Schikane mit dem linken Hinterrad die Leitplanke erwischte. Dadurch geriet er ins Schleudern. Er prallte ausgangs der Hafenschikane gegen einen mit Strohballen gesicherten Toller und sein Ferrari fing Feuer, weil es beim Aufprall den Tank zerrissen hatte. Der Wagen überschlug sich und Bandini steckte fest”, sagte Michel Boeri, langjähriger Präsident des Automobilklubs von Monaco, bei Speedweek.

Die aufgeschreckten Streckenposten näherten sich den durch die vielen Strohballen und das ausgelaufene Benzin lodernden Flammen mit ihren kleinen Feuerlöschern, die so gut wie keine Wirkung entfalteten. Zu allem Überfluss kreiste über der Unfallstelle ein Hubschrauber, dessen Rotorblätter das Feuer immer wieder neu entfachten.

Bandini stirbt drei Tage nach Unfall

Drei endlos lange Minuten saß der 31-jährige Bandini im Feuer, 70 Prozent seiner Haut verbrannten, dazu hatte er etliche Knochenbrüche erlitten. Erst nach dem Löschen sahen die Streckenposten, dass Bandini noch im Wrack saß. Sein Gesicht war entstellt, sein Rennoverall stark verbrannt.

Drei Tage lang kämpften die Ärzte im Krankenhaus um sein Leben, dann – heute vor 53 Jahren – verloren sie ihn. Zuvor hatten sie in der Notaufnahme festgestellt, dass Milz und Lunge schwer verletzt waren und viele Verbrennungen Bandinis Körper geschädigt hatten. 

Bei der Beerdigung in Mailand begleiteten Tausende Menschen seinen Sarg, mit seiner Besessenheit und seinem Charisma hatte er sich einen Platz im Herzen von Millionen Italienern gesichert.

Renndistanz in Monaco wird verkürzt

Bandini hatte wenige Wochen zuvor noch die 24 Stunden von Daytona und gemeinsam mit Chris Amon die 1000 Kilometer von Monza gewonnen.

“Ich schätze, das Rennen vom 7. Mai 1967 war das Schlimmste, das ich in meiner Karriere miterlebt habe”, sagte der 78 Jahre alte Boeri.

Für den Grand Prix in Monaco hatte der Unfall Folgen. Die ursprüngliche Renndistanz wurde ab 1968 von 100 auf maximal 80 Runden verkürzt. Denny Hulme gewann das schicksalsträchtige Rennen 1967 und wurde im selben Jahr Weltmeister. Er starb am 4. Oktober 1992, als er während eines Tourenwagenrennens in Australien am Steuer einen Herzinfarkt erlitt.  

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Vor Formel-1-Start: Rosberg warnt Hamilton und Co.

Der frühere Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg hält den geplanten Saisonauftakt in Spielberg/Österreich am 5. Juli für realistisch – wenn es der Motorsport-Königsklasse gelingt, eine Art geschlossene Gesellschaft zu bilden.

“Ich habe von Ross Brawn (Formel-1-Sportdirektor; d.Red.) gehört, dass er sehr zuversichtlich ist. Das Wichtige ist, dass er versucht, so eine Art Formel-1-Quarantäne zu gestalten. Dass alle in Sicherheit mit Charterflügen zu einem Flughafen direkt neben der Strecke reisen und dass dann alle in einer Blase dort leben”, sagte der 34-Jährige im Interview mit RTL/ntv

Auch für die mutmaßlich darauffolgende Station im britischen Silverstone sieht der zurückgetretene Champion von 2016 die Chancen noch “relativ gut, gerade weil die meisten Teams sowieso schon vor Ort sind. International wird es dann natürlich schon komplizierter. Aber auch da kann man natürlich Charterflüge nutzen, bei denen alle zusammen reisen.” Er denke “schon, dass wir hoffentlich viele Rennen sehen werden und eine schöne Formel-1-Saison verfolgen können.” 

Rosberg mit Warnung an Hamilton und Co.

Bei seinem früheren Mercedes-Teamkollegen, dem sechsmaligen Weltmeister Lewis Hamilton, ist sich Rosberg derweil nicht sicher, ob dieser “versteht, wie der Körper innerhalb von fünf Monaten abbaut, in Sachen Präzisionsgefühl und Fahrkönnen.” Der Brite Hamilton hatte zuletzt erklärt, er fühle sich “fitter und gesünder als je zuvor”. 

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Gerade der Abbau von Nackenmuskeln könnte für die Fahrer zu einem größeren Problem werden, mutmaßt der gebürtige Wiesbadener: “Es ist unmöglich, diese Kräfte in deinem Fitnessstudio zu trainieren. Die Autos sind so sauschnell heutzutage, da werden die Fahrer richtige Probleme haben mit dem Nacken, wenn es wieder losgeht.”

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"Schlimmer als ein Testtag" – Hamilton beklagt Geisterrennen

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton sieht dem geplanten Saisonauftakt in Spielberg am 5. Juli vor leeren Rängen mit gemischten Gefühlen entgegen.

“Für uns wird es wie ein Testtag – wahrscheinlich schlimmer als ein Testtag”, sagte der 35-Jährige am Samstag in einem Video-Interview mit Mercedes.

An Testtagen seien wenigstens ein paar Zuschauer da, “jetzt hingegen wird niemand im Publikum sein und man wird nur leere Sitzplätze sehen, wenn man fährt”, sagte Hamilton. Der Mercedes-Pilot freue sich dennoch wieder anzufangen: “Rennen sind Rennen. Ich glaube, keiner von uns hatte wirklich die Zeit, das Potenzial unserer Autos auszuschöpfen.”

Hamilton kritisierte Geschehen in Australien

Zuletzt hatte sich Hamilton kritisch über den Großen Preis von Australien geäußert, der trotz Coronakrise im März hätte stattfinden sollen und kurz vorher doch noch abgesagt wurde.

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“Ich glaube, das war ein echter Schock für das System”, sagte Hamilton. Es sei “sehr surreal” gewesen, an dem Tag des Rennens aufzuwachen und zu erfahren, dass es nicht stattfindet. 

“Es waren schwere Tage”, sagte der Brite, “wenn etwas, das man so sehr liebt, einem zwar nicht weggenommen wird, aber es aktuell nicht stattfindet. Ich vermisse das Fahren.”

Ricciardo glaubt an chaotische Zustände

Auch Renault-Pilot Daniel Ricciardo blickt dem Saisonstart mit gemischten Gefühlen entgegen. In einem Interview mit dem BBC Radio zeigte sich der 30-Jährige überzeugt davon, dass vor allem das erste Rennen chaotisch wird. Es werde “eine Form von Chaos geben, hoffentlich auf kontrollierte Weise. Ich beziehe mich nicht unbedingt auf die Autos. Aber es wird viel Rost geben, eine Kombination aus Emotionen, Aufregung und Eifer”, so Ricciardo.

Einige Fahrer seien mit Sicherheit mehr aufgeregt als andere, sagte Ricciardo. “Also werden wir einige mutige Überholmanöver sehen, einige falsch berechnet. Wir werden ein bisschen von allem sehen, da bin ich sicher”, sagte der Australier, der bisher sieben Grand Prix gewann.

Er glaubt, dass erfahrene Fahrer einen leichten Vorteil haben werden: “Die Rookies, die Jungs im ersten und zweiten Jahr, werden es ein bisschen mehr spüren.”

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